Die Personen und Orte gehören Stephenie Meyer.
Die Originalstory ist on Pam3.C.S.
Vielen Dank selly für deinen Review!
Kapitel X Bellas POV.
Wenn mir einer gesagt hätte, was für eine Wendung meine Relation mit Edward nehmen würde, denjenigen hätte ich für verrückt erklärt. In meinen kühnsten Träumen hätte ich mir nicht vorstellen können, mit ihm zu kochen, zusammen das Haus zu putzen und das er mir beim lernen für die Uni half. Unglaublich! Die letzten zwei Wochen waren, um es irgendwie zu sagen, magisch gewesen. Als ob ein Zauberstab den Bann zwischen uns gebrochen hätte.
Von Alice wusste ich, das Tanya noch über einen Monat in Europa bleiben würde. Ein Grund war das große Erfolg der Kollektion von Alice, aber der eigentliche Grund war wohl eher der, das Alice Tanya ohne zu zögern den Hals umgedreht hätte, wenn sie in ihre Nähe käme.
Zwischen Alice und Edward hing noch alles an einem dünnen Faden. Sie hatten seit seinem Besuch bei ihr, nicht wieder miteinander gesprochen. Ich wusste auch, das Alice noch nicht darüber informiert war, das Edward die Verträge rückgängig gemacht hatte. Und obwohl ich eine unbändige Lust hatte es Alice zu zu schreien, damit sie wieder die Alte wurde, wartete ich auf eine ehrliche Konversation zwischen den Beiden, in der Edward es ihr selber sagen würde.
Es klopfte an meiner Tür und ich legte meine Bücher weg. Ich wusste das es nur einer sein konnte, war aber perplex bei dem Bild was sich mir bot als ich die Tür aufmachte. Edward stand davor und hielt mir einen enormen Strauss weißer Rosen hin.
„Was ist das?" Fragte ich erstaunt und ein Schwarm Schmetterlinge schien sich in meinem Bauch zu vergnügen.
„Die sind für dich." Ich musste lächeln. „Die hat jemand geschickt." Er sah mich vorsichtig an. Mein Gesichtsausdruck schien sich verändert zu haben.
„Jemand?" Wiederholte ich.
„Sie sind abgegeben worden. Er hat gesagt, für Isabella Swan. Und das bist du." Erklärte er.
Ich nahm die Karte aus dem Strauss und faltete die auseinander.
+Vor einigen Nächten wurde unser Tanz unterbrochen. Lass uns Heute Abend ausgehen. Was sagst du?+
Kuss Demetri V.
Ich lass die Nachricht mindestens drei mal und fühlte mich dumm. Hatte ich etwa erwartet das...? Leicht schüttelte ich meinen Kopf, um ihn wieder frei zu bekommen. Aus den Augenwinkeln sah ich zu Edward, der hatte sich keinen Millimeter bewegt. Ich zwang mich zu einem Lächeln und legte die Blumen auf meinen Tisch. Was passierte da gerade mit mir? Sollte ich mich nicht freuen? Nicht? Ehrlich gesagt, hatte ich gehofft, das der Strauss von einer anderen Person käme. Unsinn! Ich hatte keine Gefühle für ihn. Warum hätte ich also...Argh! Ich hörte auf zu grübeln und drehte mich zu Edward.
„Ein heimlicher Verehrer?" Fragte er mit einem merkwürdigen Lächeln. Oder bildete ich mir Heute einfach zu viel ein?
„Nein, es ist ein bekannter Verehrer." Erklärte ich. „Besser gesagt, der Bruder einer Freundin. Wir haben uns vor ein paar Tagen in einem Lokal getroffen. Und jetzt möchte er mit mir ausgehen." Ich konkretisierte die Nacht nicht.
„Aha." Sagte er mit einem seltsamen Gesichtsausdruck, den er aber sofort in eine angestrengtes Lächeln verwandelte. „Dann gehe ich Heute also allein zu Jacob?"
Ich schlug mir gegen die Stirn, das hatte ich ja ganz vergessen. Leah und Jake hatten uns eingeladen, ich sollte mir ihr Haus ansehen und wir wollten uns einen netten Abend machen.
„Nein! Mit Demetri kann ich mich auch ein anderes mal treffen." Er winkte mit der Hand ab.
„Mach dir keine Gedanken Isabella." Er zwinkerte mir zu. „Genieße den Abend. Ich werde eine Weile Fern sehen und dann zu ihnen gehen. Sie werden es verstehen."
Sein Handy unterbrach uns. Er winkte mir nochmal zu und verschwand aus meinem Zimmer. Ich blieb auf der Stelle stehen und überlegte, was ich machen sollte. Und vor allem dachte ich darüber nach, was mit mir los war. Ich ließ mich auf einen Stuhl fallen und betrachtete nachdenklich den Strauss. Er war schön! Aber ich hatte kein Interesse daran, eine mehr auf Demetris Liste zu sein. Jane, seine eigene Schwester, hatte mich vor ihm gewarnt. Er war sehr beharrlich hinter meiner Telefonnummer her gewesen. Vor einigen Tagen hatte er mich auf dem Parkplatz der Uni erwischt und ich hatte sie ihm gegeben. Und seit dem Moment bekam ich jeden Tag mindestens eine Nachricht von ihm.
Ich konnte nicht behaupten, das mir seine ständigen Nachrichten nicht schmeichelten und ich mich nicht gut dabei fühlte. Er könnte mit jedem anderen Mädchen zusammen sein, aber er investierte seine Zeit in mich. In jemanden der nicht im entferntesten mit seinen anderen Eroberungen mithalten konnte. Jane hatte mir die ein oder andere gezeigt.
Ich nahm mein Handy und fasste einen Entschluss. Ich löschte alle seltsamen Gefühle in mir und beschloss das zu leben, was das Schicksal mir anbot. Und so akzeptierte ich Demetris Einladung.
„Gehst du zu deinen Freunden?" Fragte ich Edward bevor ich ging.
„Ich weiß es noch nicht." Er saß auf der Lehne des Sofas. „Vielleicht gehe ich auch aus."
Ich wollte meine Pläne laut überdenken, in meinem Kopf hatte ich das schon getan, aber die Türklingel unterbrach mich. Edward blieb sitzen wo er saß. Ich beobachtete ihn länger als nötig und zuckte es wieder schellte.
„Hallo." Begrüßte ich Demetri. Er sah verdammt gut aus in seinem blauen Hemd und der dunklen Hose.
„Hallo. Du siehst hübsch aus." War die Begrüßung von Demetri. Ich lächelte, eigentlich hatte ich keine große Lust gehabt mich fertig zu machen und fühlte mich normal.
„Danke." Ich drehte mich zu Edward um mich zu verabschieden. Mein Mund wurde trocken und ich verfluchte die absurden Reaktionen die ich hatte. Er beobachtete uns sehr ernst.
„Gehen wir?" Unterbrach Demetri meine Gedanken. Ich nickte und suchte meine Sachen zusammen.
„Ich komme früh zurück." sagte ich zu der Statur vor mir. „Grüße die Anderen von mir."
„Pass auf dich auf." Sagte Edward ernst. Ich nickte und als ich schon fast aus der Tür war fragte mich Edward. „Hast du meine Nummer?" Ich sah wie sein Blick zu Demetri wanderte.
„Die habe ich." Bestätigte ich ihm.
„Ruf mich an...wenn du etwas brauchst." Murmelte Edward mit einem ungewohnten Ton in seiner Stimme.
Und wie es zu erwarten war, machten sich die Besucher in meinem Magen wieder bemerkbar. Gott! Es war nicht das was ich dachte! Ich musste aufhören die Sachen zu verwechseln. Ja, das musste ich...
„Gefällt es dir hier?" Ich sah Demetri an uns wusste nicht genau was er meinte.
„Ja." Antwortete ich monoton. Ich sah aus dem Fenster des Autos und versteifte mich.
Wir waren nicht, wie ich eigentlich erwartet hatte, an einem Restaurant oder einer Bar. Meine Augen zeigten mir ein kleines Holzhaus. Ich sah mich um und konnte kein anderes Haus in der Umgebung erkennen. Eine Hand, die vor meinen Augen wedelte, holte mich wieder in die Realität zurück. Demetri lächelte mich warm an und hielt mir seine Hand hin, um mir aus dem Auto zu helfen. Für einige Minuten wollte ich ein stures kleines Kind sein und mich einfach an meinem Sitz fest krallen. Aber ich musste mich meinem Alter entsprechend verhalten. Außerdem sollte ich vielleicht nicht so vorschnell urteilen.
„Das ist das Haus von einem Freund." Erklärte er. „Ich hoffen, das es dich nicht stört das wir hierher gekommen sind?"
„Nein, natürlich nicht." Log ich. „Ich kann nur nicht lange bleiben." Fing ich schon mal an meine Flucht vorzubereiten.
„Mach dir doch nicht so ein Stress mit deinem Studium." Er legte seinen Arm um meine Schulter und führte mich ins Haus. „Wir wollen den heutigen Abend genießen."
Das Haus war gemütlich eingerichtet, aber ich fühlte mich wie ein Schaf, das zur Schlachtbank geführt wurde. Diese Situation machte mich so nervös, das mein Magen weh tat. Ohne zu erwähnen, das mein Kopf gleich platzte.
„Hier." Er reichte mir ein Glas mit etwas, das aussah wie Sekt. Ich wollte es gerade ablehnen, aber er kam mir zuvor. „Es ist zum feiern. Und zum entspannen, du wirkst etwas angespannt."
„Ich trinke nicht." Redete ich mich raus und wollte das Glas abstellen, aber er hielt mich auf.
„Isabella." Sagte er langsam. „Nur eins, ja? Es wird uns helfen uns zu entspannen." Ich wollte meine Augen verdrehen, er versteckte seine Nervosität sehr gut.
„Ok." Akzeptierte ich schließlich.
Als ich mich hinsetzten wollte, traf mich fast der Schlag. Die einzige Möglichkeit sich hinzusetzten, war ein großes Bett, das mitten im Raum stand. Dummerweise hatte ich erwartet das es in dem kleinen Holzhaus noch ein anderes Zimmer gab, aber dem war nicht so.
„Und wer war der Herr bei dir zu Hause? Derselbe wie das letzte mal?" Ich hasste es, wenn er Edward als Herren bezeichnete, aber sich sagte nichts, zumindest nicht so wie ich es gerne getan hätte.
„Er ist keine Herr. Er heißt Edward und ja, er ist derselbe."
„Und aus welchem speziellen Grund war er so ernst als ich dich abgeholt habe?" Und wieder meldete sich mein Magen.
„Also...es ist das erste mal das ich mit jemandem ausgehe, seit ich bei ihm wohne. Ich bin...so zusagend, unter seiner Obhut. Er fühlt sich verantwortlich." Ich zuckte mit den Schultern.
„Er scheint das sehr ernst zu nehmen." Ich antwortete nicht. „Obwohl, ich kann ihn verstehen." Er nahm meine Hand. „Auf jemanden wie dich, würde ich auch aufpassen wie ein Schießhund."
Ich traute mich nicht, ihm in die Augen zu sehen. Seine Worten waren nicht anders, wie das was er mir in seinen Nachrichten geschrieben hatte. Aber irgendetwas ließ sie Heute anders klingen und sie hatten auch nicht den gleichen Effekt in mir. Sie hörten sich falsch an, oft wiederholt und nicht sehr überzeugend.
Als ich nichts sagte, wechselte er das Thema und das erste mal an diesem Abend konnte ich mich entspannen und normal benehmen. Wir unterhielten uns über die Uni, daraus folgend über Partys und Menschen von denen ich noch nie etwas gehört hatte. Das war wirklich nicht das beste Date meines Lebens und ich fand Demetri immer uninteressanter. Aber alles war besser als sein Schäkerei und unnötige Nähe.
Aber es war viel zu früh um den Sieg zu begießen. Das merkte ich, als er zwei Stunden geredet hatte.
„Bella." Er nahm mein Kinn und drehte mein Gesicht zu sich. „Du gefällst mir." Ein Schauer lief mir über den Rücken, aber nicht vor Emotion oder Nervosität, sonder eher vor Abwehr.
„Demetri..." Er legte einen Finger auf meine Lippen.
„Sht! Sag nichts Bella. Ich weiß, das ich dir nicht gleichgültig bin." Er näherte sich mir und strich mit seiner Nasenspitze über meine Wange.
„Das...das kannst du nicht wissen." Seine Nähe wurde mir immer unangenehmer.
Ich spürte seinen Atem sehr nah an meinen Lippen und sprang wie von der Tarantel gestochen auf und brachte Abstand zwischen uns.
„Was ist?" Fragte er und kam wie ein Raubtier auf mich zu.
„Ich glaube nicht, das das gut ist." Erklärte ich.
„Was ist nicht gut Schönheit?" In einem Augen blinzeln stand er vor mir. Er legte seine Hände auf meine Taille und zog mich an seinen Körper.
„Demetri.." Ich versuchte Abstand zwischen uns zu bringen, aber er war stärker als ich.
„Hör mir zu." Flüsterte er mir ins Ohr. „Wir machen nichts was du nicht willst." Sagte er leise. „Ich werde deine Grenzen nicht überschreiten. Sieh mich an." Er nahm mit einer Hand mein Gesicht und ließ die andere auf meiner Taille. „Es gibt zwei Möglichkeiten. Du entscheidest." Ich wollte die Dummheit begehen und fragen welche, aber er kam mir zuvor. „Heute Nacht kann alles passieren, solange wir Beide es wollen. Oder wir gehen soweit wie du dich wohl fühlst. Ich akzeptiere das."
„Wie es aussieht, hatte deine Schwester nicht so unrecht als sie dich beschrieben hat." Ich schaffte es fest und sicher zu klingen.
„Nein." Widersprach er mir. „Ich gehe nicht mit jeder ins Bett, nur mit den Frauen die mir gefallen und du gefällst mir."
„Ich werde nicht mit dir schlafen." Erklärte ich fest.
„Deswegen habe ich das ja gesagt. Wir gehen nur soweit wie du willst." Er streifte meine Lippen mit seinen und ich drehte den Kopf weg.
„Ich will nirgendwo hingehen, ich will nur nach Hause!" Es war mir egal ob ich mich wie ein kleines Mädchen anhörte.
„Tut mir Leid! Tut mir so Leid!" Er entfernte sich von mir und sah mich reumütig an. Nur schade das ich ihm das nicht abkaufte.
Ich musste mich zusammennehmen, um nicht ungläubig zu schnaufen und verdrehte die Augen. Er hatte echt den Oscar verdient. Er setze sich wieder aufs Bett und fuhr sich mit den Händen durch die Haare. Ich blieb wo ich war und dachte über meine Möglichkeiten nach. Er sah mich immer wieder an und zeigte mir einen bekümmerten Gesichtsausdruck. Wenn er es ehrlich gemeint hätte, währen wir schon längst auf dem Rückweg.
Ich nahm mein Handy und fing an Edwards Nummer zu suchen. Ich hatte zwar keine Ahnung wo wir genau waren, aber das war mir im Moment auch egal. Als seine Name auf dem Display erschien, bekam ich wieder dieses seltsame Gefühl im Magen.
Plötzlich hielt eine Hand mich vom wählen ab. Er umarmte mich und vergrub sein Gesicht in meinen Haaren.
„Was machst du? Es tut mir so Leid Bella." Wiederholte er. „Wenn du in meiner Nähe bist verliere ich einfach den Kopf." Ich schnaufte jetzt doch.
„Ich werde Edward anrufen damit er mich abholt." Sagte ich und versuchte mich aus seine Umarmung zu winden. Vergeblich!
„Geh nicht." Er fuhr mit seinen Händen über meine Arme und nahm mein Gesicht in seine Hände. „Ich fahre dich...bleib nur noch ein bisschen."
„Demetri..." Entschlossen legte er seine Lippen auf meine.
Ich versuchte seine Hände los zu werden, aber er war viel kräftiger als ich und ich konnte mich kaum bewegen. Fest presste ich meine Lippen zusammen, um den Kuss nicht zu erwidern. Aber er übte immer mehr Druck aus, ich wich zurück, bis ich plötzlich die Wand an meinem Rücken spürte.
Mit einer brüsken Drehung versuchte ich mich zu befreien. Mit einer Bewegung, die weder er noch ich kontrollierten, rutschte seine Hand unter mein Shirt und lag jetzt auf meine nackten Haut. Erschrocken versteifte ich mich, mein Begleiter fiel sofort in den gleichen Zustand. Abrupt zog er seine Hand unter meinem Shirt hervor und ich drehte mich weg.
„Bella. Ich..."
„Kannst du mich jetzt nach Hause bringen? Oder soll ich Edward anrufen?" Sagte ich fest.
„Ich...ich bringe dich." Er wollte noch etwas sagen, doch bevor er irgendeinen Unsinn von sich geben konnte, machte ich die Tür auf und ging zum Auto.
Als ich in dieser Nacht zu Hause ankam, brach ich zusammen. Seit langer Zeit waren meine Marken kein Grund des Kummers mehr für mich. Aber das entsetze Gesicht Demetris und die direkte Zurückweisung die darauf folgte, hinterließ einen bitteren Nachgeschmack. Es hatte nichts damit zu tun das es er gewesen war, es war einfach nur die Realität die mich geohrfeigt hatte.
Es waren zwei Tage seit dieser Nacht vergangen. Und wie von Zauberhand, hatten die Nachrichten und Anrufe aufgehört. Jane hatte das Thema nicht angesprochen, ich hatte ihr zwar nichts erzählt, aber ich war sicher das sie etwas wusste.
Alice hatte mich angerufen und mich gebeten in ihr Büro zu kommen. Jetzt parkte ich mein Auto und ging in das Gebäude. Ich klopfte an ihre Tür und sie rief mich rein.
„Hallo Bella!" begrüßte sie mich, ich hatte das Gefühl das es ihr jeden Tag besser ging.
„Hallo Alice." Grüßte ich zurück und nahm erstmal Montse auf den Arm.
„Und...? Wie geht es so?" Fragte sie mit einem schelmischen Grinsen.
„Gut." Ich zuckte mit den Schultern und sah sie skeptisch an.
„Ah ja. Und letztens? Dein Date?" Sie strahlte mich an.
„Das ist Vergangenheit." Wieder zuckte ich mit den Schulter. „Woher weißt du davon?" Fragte ich überrascht. Ich hatte es ihr nicht erzählt.
„Jasper war an dem Abend bei Jacob und hat nach dir gefragt." Erklärte sie. „Was meinst du mit, das ist Vergangenheit."
„Wie es aussieht...gibt es einige Männer, die das Wort „Nein" nicht verstehen." Antwortete ich knapp.
„Bella." Sie nahm meine Hand und lächelte mich an. „Wenn du mit jemandem reden möchtest, du kannst mir vertrauen. Ich hatte nie eine Schwester und du bist wie eine für mich."
„Danke Alice." Sagte ich ehrlich. „Ich werde daran denken."
„Das freut mich." Sie stand auf und suchte etwas in einer Schublade. „Wir haben doch mal darüber gesprochen, das dir Pianomusik gefällt." Sagte sie. „Hier." Alice hielt mir zwei Einladungen hin.
„Was ist das?" Fragte ich.
„Jasper und ich sind zu einem Benefiz-Konzert eingeladen und wie du siehst, können wir nicht hingehen." Erklärte sie und zeigte auf Montse. „Und da habe ich an dich gedacht."
„Vielen Dank Alice, aber..."
„Stop." Unterbrach sie mich. „Ich akzeptiere kein nein. Es sind zwei Einladungen, du kannst mitnehmen wen du möchtest."
Und wieder stand Alice auf und diesmal kam sie mit einem schönen, schwarzen Kleid wieder. Elegant und teuer, soweit ich das beurteilen konnte. Sie brachte euch ein Paar schwarze Schuhe mit und einen schicken schwarzen Schal. Mir fiel auf, das dieses Kleid für Alice viel zu groß war, sofort sprang ich auf und weigerte mich frenetisch.
„Ich werde das nicht anziehen Alice. Außerdem habe ich keinen der mit mir geht und auch keine Lust." Alice lächelte mich einfach nur an.
„Und ob du gehen wirst! Und selbstverständlich wirst du das Kleid anziehen. Es ist ein Geschenk und was haben uns unsere Eltern beigebracht? Man lehnt keine Geschenke ab, das ist unhöflich." Ich sah sie mit zusammengekniffenen Augen an, gab bei dem fröhlichen Gesicht von Alice aber sofort auf.
„Alice..."
„Bitte Bella! Ja? Gehst du als Jaspers und mein Repräsentant? Bitte!" Jetzt verstand ich warum Jasper ihr nichts abschlagen konnte.
„Na gut." Sobald die Worte aus meinem Mund waren, schoss Alice auf mich zu und fiel mir um den Haus.
Es folgte eine lange Rede über Make-Up, Frisuren, Körperhaltung und was weiß ich nicht noch alles. Ich bereute meine Zusage jetzt schon. Als Alice fertig war, sammelte ich alles zusammen und wollte gerade gehen, als Alice mich nochmal aufhielt.
„Bella?"
„Ja." Antwortete ich und versuchte alle die Sachen in meine Hände zu bekommen.
„Die Hündin hat nicht angerufen?" Bei dem Spitznamen musste ich grinsen, selbstverständlich wusste ich wer gemeint war.
„Nop." Ich betonte das P. „Und sollte sie es versucht haben, weiß ich es nicht. Edward hat das Telefon getötet als sie das letzte mal angerufen hat."
„Ahh!" Sie seufzte tief. „Ich hoffe, das mein Bruder wieder auf den richtigen Weg findet."
„Ich glaube schon." Erklärte ich. „Er ist wie ausgewechselt. Oder es scheint wenigstens so. Ich weiß das ihm der Verrat von ihr noch immer weh tut. So muss es aber auch sein, ob gut oder schlecht, er war schließlich in sie verliebt. Aber es lässt sich erahnen, wie er früher einmal war. Ich habe ihn ja so nicht gekannt, aber er ähnelt jetzt mehr der Person die mir beschrieben wurde." Sagte ich ohne Luft zu holen und als ich fertig war, wurde mir erst bewusst, was ich das alles gesagt hatte.
„Das freut mich." Sagte Alice betont und sah mich prüfend an. Es war Zeit zu gehen.
„Klar, mich auch." Ich merkte wie ich rot wurde und das Alice mich so fest ansah, half auch nicht. „Gut, ich gehe dann jetzt. Wir sehen uns und Danke Alice."
„Ach Bella." Sie lächelte mich wieder so schelmisch an. „Meinem Bruder würde es bestimmt gut tun mal raus zu kommen." Mein Gesicht war jetzt bestimmt knallrot und mein Magen zog sich in alle Richtungen. „Außerdem liebt er das Piano und Konzerte." Fügte sie noch hinzu.
Zeit zur Flucht!
Während der Fahrt nach Hause, konnte ich es nicht vermeiden an all das zu denken, was ich Alice gesagt hatte. Dann hat sie mich mehr oder weniger dazu animiert Edward einzuladen. Nur der Gedanke daran machte mich schon wieder ganz nervös.
Ich kam zu Hause an, ging durch die Haustür und merkte sofort, das der Herr meiner Gedanken anwesend war. Ich stellte all die Sachen, die Alice mir gegeben hatte ab und sah wehmütig auf die Einladungen. Ich würde nicht gehen. Weder Jane, noch Dan, noch Christian hatten Interesse an solchen Sachen und damit hörte meine Liste auch schon auf. Na ja fast, aber Edward würde ich auf gar keinen Fall fragen. Ich warf sie auf den Tisch des verstorbenen Telefons und ging in die Küche.
„Hallo." Er saß am Tisch und lass in irgendwelchen Papieren.
„Hallo Bella." Ja, jetzt nannte er mich Bella. Ironie des Schicksals.
Er arbeitete weiter und ich bewegte mich durch die Küche. Ich nahm mir ein Glas Wasser,obwohl ich es nicht brauchte, dann lehnte ich mich an die Arbeitsplatte und beobachtete den Mann, der völlig vertieft in seine Papiere war. Und ich konnte es nicht vermeiden ihn zu bewundern, seine glänzenden grünen Augen, sein seidiges Haar mit dieser ungewöhnlichen Farbe, sein perfektes Gesicht, seinen...Was machte ich hier gerade!
„Bella?" Ich sah ihn an, zum Glück hatte sich mein Blick, während meiner Träumerei, auf einen fernen Punkt gerichtet. „Hast du was?"
„Nein!" Schrie ich schon fast. „Ich...ich habe an die Universität gedacht." Log ich.
„An die Uni, oder an jemanden aus der Uni?" Fragt er mit hochgezogenen Augenbrauen, aber ohne zu lächeln.
„An einige Arbeiten." Ich wurde unruhig und beschloss nach oben zu gehen. Das war jetzt das Beste. „Entschuldige mich."
Sagte ich zu Edward.
Und wieder versuchte ich all die Sachen die Alice mir gegeben hatte zu tragen. Ich bemerkte Edward hinter mir erst, als sich mein Fuß in einer Tüte verfing und ich auf dem Weg war den Fußboden zu grüßen, ihn aber nicht erreichte. Zwei warme Arme fingen mich auf, einer legte sich um meinen Arm und der andere um meine Taille. Ich zuckte zusammen und das delikate Aroma meines Retters umfing mich.
„Bist du Ok?" Sein Atem streifte mein Gesicht und als ich auf sah, war sein Gesicht nur wenige Zentimeter von meinem entfernt. „Bella?" Er war mir gerade so nah, das meine Knie nachgeben.
„J..ja. Ich bin nur hier hängen geblieben." Ich zeigte auf die Tüten.
„Und das alles?" Fragte er vergnügt.
„Das war Alice, sie hat mir das alles gegeben." Antwortete ich schnell, ich wollte jetzt hier weg.
„Was ist das?" Sein Blick fiel auf die Einladungen.
„Das sind Einladungen für ein Benefiz-Konzert. Ich glaube dein Vater sponsert es."
„Oh klar." Sagte er und lass die Einladungen. „Gehst du hin?" Fragte er skeptisch. Seine Haltung irritierte mich etwas, glaubte er etwa, weil ich aus einem Dorf kam wusste ich ein gutes Konzert nicht zu schätzen?
„Selbstverständlich gehe ich hin. Alice hat mir gesagt wie begabt diese Kinder sind und das will ich mir auf gar keinen Fall entgehen lassen." Antwortete ich sicherer als ich mich fühlte. Ich würde eh nicht gehen.
„Ehrlich?" Wollte er überrascht wissen.
„Ist das so schwer zu glauben?" Ich verschränkte meine Arme vor der Brust.
„Verstehe mich bitte nicht falsch. Aber du bist noch so jung und normalerweise schätzen so junge Leute diese Art von Musik nicht." Er zuckte mit den Schultern.
„Erstens, du redest wie ein mürrischer alter Mann." Bei meinem Kommentar lachte er. „Zweitens, vielleicht bin ich etwas speziell und funktioniere nicht wie der Rest der Sterblichen. Ich mag es und ich will hingehen."
„Wow!" Murmelte er überrascht. „Das beglückwünsche ich dich zu deinem guten Geschmack." Er lächelte mich entschuldigend an. „Und...deinem Freund von letztens gefallen solche Konzerte auch?" Als er ihn erwähnte, merkte ich wie die Wut in mir aufstieg, aber ich bremste mich.
„Ich weiß nicht ob es ihm gefällt. Und ich werde es auch nicht herausfinden, weil ich nicht vorhabe mit ihm zu gehen." Ich fing wieder an meine Sachen zusammen zupacken.
„Und...?" Er räusperte sich. „Mit wem wirst du hingehen? Ich meine, du musste es dir gut überlegen. Nicht das deine Begleitung mitten im Konzert ein schläft." Wir lachten Beide. Sollte ich einen von meinen Freunden einladen, währe das gar nicht so unwahrscheinlich.
„Ehrlich gesagt...gehe ich nicht." Ich zog eine Schnute. „Niemandem gefällt so etwas. Und ich werde nicht alleine gehen. Eigentlich habe ich die Sachen nur mitgebracht, damit Alice aufhört mich zu nerven." Ich verdrehte die Augen und Edward lachte herzlich.
„Verstehe! Ich weiß genau wie meine Schwester manchmal sein kann." Sagte er ein wenig traurig. „Bella...ich...nur wenn du willst." Sagte er dann langsam. „Ich könnte...die andere Einladung nehmen."
Ich sah ihn wie in Trance an. So das er es nicht sah, kniff ich mich in den Rücken, um zu sehen, das ich nicht träumte. Stoisch ertrug ich den Schmerz, damit Edward nicht merkte wie lächerlich ich war. Plötzlich wurde er unruhig und ich merkte, das ich zu lange geschwiegen hatte. Als ich etwas sagen wollte, kam er mir zuvor.
„Tut mir Leid Bella. Du kannst einladen wen du willst und ich kann..."
„Willst du wirklich mit mir gehen?" Unterbrach ich ihn und zog die Stirn kraus.
„Willst du das ich mit dir gehe?" Antwortete er mit einer Frage.
„Ich...Ja!" Die Hitze stieg mir vom Hals her ins Gesicht. Meine Antwort hatte sich zu glücklich angehört. „Es nur, das..."
„Das es dich kostete das zu glauben was du jetzt siehst, wenn du an das denkst was du vor einiger Zeit gesehen hast." Kam er mir zuvor.
„Ich..." Ich hatte keine Ahnung was ich sagen sollte.
„Du kannst mir sagen was immer du möchtest Bella." Er senkte den Kopf und wartete auf mein Gift, das nie kam.
„Meine Mutter sagt, das vergangene ist Vergangenheit." Er sah mich lächelnd an. „Also...gehen wir zum Konzert?" Ich biss mir auf die Lippe und als ich bemerkte wie er das beobachtete, wurde ich wieder rot.
„Ort und Zeit, Fräulein Swan?" Er verbeugte sich vor mir.
„Das finden sie alles auf ihrer Einladung Herr Cullen." Ich nickte und drehte mich vergnügt zur Treppe.
Kaum war ich in meinem Zimmer, ließ ich meine Last fallen und legte mir meine Hand aufs Herz, um zu fühlen wie es raste. Gott!
Ein dämliches Grinsen hing mir den ganzen nächsten Tag im Gesicht. Um sieben Uhr abends mussten wir los. Es war drei Uhr und ich kam aus einem Spa. Grund? Alice hatte mich so lange mit Anrufen attackiert, bis ich ja gesagt hatte.
Es war mittlerweile halb sieben und meine Fingernägel waren Kilometer von meinem Mund entfernt. Ich war so nervös, das sie nicht überlebt hätten. Zum zehnten mal stand ich vom Stuhl auf und sah in den Spiegel. Ein Lächeln schlich sich auf meine Gesicht. Meine Haare waren halb hoch gesteckt und die Spitzen drehten sich in perfekten Wellen. Mein dunkles Kleid, dessen Ausschnitt mit Spitze eingefasst war und das einen weiten Rock hatte, schmeichelte mir. Der Spiegel zeigte mir zwar kein perfektes Mädchen, aber eine fast Prinzessin. Mein Make-Up war dezent und betonte meine Augen und meine Lippen.
Ich seufzte zum hundertsten mal. Zumindest fühlte ich mich gut und das war das wichtigste. Obwohl ich mich auch nicht täuschen konnte, ich war nervös davor, was Edward sagen würde. Würde ich mich so angezogen lächerlich machen? Ich hob mein Kinn und stellte mich aufrecht hin. Ich war stark und nichts würde mich umhauen.
Das Klopfen an der Tür ließ mich auf der Stelle hüpfen. Ich holte tief Luft, nahm meine Jacke und meine Tasche und machte die Tür auf. Mein Gesicht war mit Sicherheit ein Gedicht. Vor mir stand eine beeindruckende Vision.
Komplett in schwarz angezogen stand er vor mir. Seine Augen glänzten intensiv. Die Augen die jetzt den gleichen Weg folgten wie meine. Es war als ob ich vor einem Spiegel stehen würde und wir sahen uns gegenseitig von oben bis unten an. Er räusperte sich und ich erwachte aus meiner Starre, genau wie er.
„Fräulein Swan." Murmelte er.
„Herr Cullen." Spielte ich mit.
Er hielt mir seinen Arm hin, ich nahm ihn und wir gingen langsam zur Treppe und aus dem Haus. Noch bevor wir an seinem Auto angekommen waren, hätte ich schwören können, das mein Herz mehrmals stehen blieb.
„Bella." Schweigend sah ich ihn an. „Du...du siehst bezaubernd aus."
Meine Freundinnen, die Schmetterlinge erwachten zu neuem Leben. Lächelnd stieg ich ins Auto. Dann machte ich die Augen zu und fragte mich selbst...
Verwechselte ich hier gerade etwas? Fühlte ich mich zu Edward hingezogen? Ich hoffte nicht, mein Herz durfte diesen Fehler nicht machen. Es waren bestimmt nur die Nerven und die Überraschung über die neue, freundschaftliche Beziehung die wir hatten Das musst es sein! Ich verwechselte da einfach was. Ich wollte nicht leiden. Den das währe das einzige was es währe, eine Qual.
