Kapitel 9 John ist lokalisiert…
POV Sherlock
Die lokale Polizeieinheit war anscheinend komplett anwesend, als wir am Strand ankamen. Der, diesen Zwischenfall leitende Beamte, kam auf Mycroft zu, um ihn zu küssen.
„Ich bin sicher, das wir rechtzeitig da waren. Bis jetzt sind keine Aktivitäten am Strand bemerkbar."
"Falsch." unterbrach ich ihn. "Da sind Männer an Deck, die rauchen. Und ein Schlauchboot nähert sich dem Strand"
Ich seufzte, diese Männer waren womöglich noch begriffsstutziger als die vom Yard.
(Wo ist John? John, bitte gib mir noch eine Chance. Sicherlich weißt du, das du unersetzlich bist.)
Ich rannt runter zum Strand, zu dem mittlerweile angelegten Schlauchboot. Einige der Polizisten hatten den Fahrer aus dem Boot gezogen, und er lag nun mit dem Gesicht nach unten im Sand.
„Er sagt, das er Frank Bryon aus London ist, und draussen beim Fischen war. Er hat zwar ein paar Gerätschaften, aber keine Fische. Er ist einarmig, ungefährlich.", sagte einer dieser Tölpel.
"Lausige Wortwahl, Kumpel." knurrte der Mann im Sand. „Der Krieg ließ mich mit zwar einem Arm zurück, aber nicht ungefährlich."
(Frank, ein invalider Kriegsveteran. Oh, einer von John´s Selbsthilfeverein. John ist bereits auf dem Boot. John ist in extremer Gefahr.)
"Gebt mir den Mann und das Boot. Ich muss da raus." forderte ich.
Diese Idioten zögerten und versuchten Einwände zu erheben. Ich zog John´s Browning L9A1.
"Steig in das Boot," befahl ich diesem Frank. Er grinste, mit seinem von Sand und Bartstoppeln überzogenen Gesicht.
"Du steigst zuerst ein, Angeber." befahl Frank, „Ich schiebe uns raus."
Wir beide schleppten das Schlauchboot ins Wasser, während ich mit meiner Pistole die Polizisten in Schach hielt. Frank stieß mich ins Boot, und schob uns weiter ins Wasser.
Lestrade und Mycroft und der lokale, schwachsinnige Kommandant kamen angerannt und befahlen diesen Tölpeln sich ruhig zu verhalten. Sie verlangten, das wir zum Strand zurückkehren sollten.
(Reine Zeitverschwendung. Immerhin, wenigstens Mycroft weiß es besser.)
Ich half um Frank ins Boot zu ziehen und er packte meine Hand, kräftig. (Er wirkte eventuell noch stärker als John.) Er startete den Motor und wir steuerten Richtung Jacht.
„Die Jacht treibt ab!" schrie irgendjemand. „Einer von diesen Schmugglern klettert auf den Mast."
„Verdammt, die Vorstellung beginnt.", murrte Frank. „Und ich bin zum Taxifahren verdonnert."
"Wie sieht John´s Plan aus?" brüllte ich, um den Lärm des Windes, der Wellen und des Motors zu übertönen.
Das salzige Wasser der Wellen durchdrang uns, als ich auf einmal die Klänge eines Orchesters vernahm.
(Was ist das für eine Musik? Warum höre ich jetzt Musik?)
"Warum spielt hier Musik?", verlangte ich zu wissen.
"Wie ich schon sagte, die Vorstellung läuft. Pirates of the Caribbean, Kumpel. Und Captain Jack hat die Calypso gekapert, um sie auf Grund zu setzen. Er meint, wenn sie mal gestrandet ist, wird eine reguläre Rettungsaktion stattfinden und dann ist ein Durchsuchungsbefehl nicht mehr nötig. Kapiert? Er ist an Bord und lenkt die Mannschaft ab und will so ein Entkommen verhindern. Er nahm deren Angriff auf dich persönlich, nehme ich mal an. Und dann war da noch so einiges um seinen Wert, bezogen auf einen bestimmten Sherlock Verfluchten Holmes, zu beweisen. Sollte Captain Jack irgendetwas passieren, wirst du von mir zur Verantwortung gezogen, ob Fluch oder nicht Fluch." brüllte Frank über den Lärm hinweg.
(Fluch? Was für ein Fluch?)
Ich starrte zuerst zu Frank und dann zur Jacht. Ein Mann, gekleidet wie ein Pirat, stieß herab und erledigte einen anderen Mann an Deck.
(Ein Pirat? Ein Pirat der einen Dreispitzhut trug?)
Der Pirat hielt sich am Mast fest, und bedrohte drei weitere Schmuggler mit einem Spielzeugschwert.
(Ein Spielzeugschwert gegen Pistolen? John! Nein, nein, nein.)
Unvermittelt stand ich auf. Frank zog mich zurück auf meinen Sitz. Das Boot schlingerte gefährlich. Ein Schuß wurde abgefeuert und der Pirat fiel.
(John! Oh Gott nein. John!)
Doch ich konnte John´s Stimme klar über der verrückten Musik hören. John schrie irgendwas über fiese Strassenköter und eine Kampfansage. Dann erschien ein enormes Blitzlicht und eine Explosion. Auf dem schwankenden Schiff, konnte ich Personen, im Kampf verwickelt, erkennen.
(John. John ist zweifellos in Gefahr.)
"Ich muss sofort an Bord, um John zu helfen.", sagte ich, als wir uns dem größeren, von Mondschein beleuchteten, Schiff näherten.
"Nein du arrogantes Arschloch, sein Name ist Captain Jack. Verstanden!" kommandierte Frank. Seine Augen leuchteten wie irrsinig unter seinem tropfenden Haaren.
Plötzlich hörte ich John brüllen, „Fire in the hole!"
Frank stieß uns vom Boot weg, während er gleichzeitig den Motor steigerte, um so, unsere Distanz zu vergrößern. Außerdem versuchte er mich runterzudrücken als der enorme Blitz erschien, gefolgt von einer gewaltigen Explosion. Stücke flogen wie Wurfgeschosse herum. Unser Boot schleuderte heftig in der Schockwelle.
"Das Dingi ist getroffen, Kumpel. Zeit die Calypso zu entern."
Frank steuerte zur Jacht und ich packte die Leiter. Aber er fasst um mich herum und begann die Leiter hinauf zu klettern. Als ich folgte, sah ich einen brennenden Krater am Ende des Schiffes. Es brannte ungleichmäßig, da die Wellen das Feuer dämpften. Frank war schon an Bord, und zog mich hinterher. Ich stürmte vorwärts, und sah gerade noch, als der dicke Schmuggler, Oswald Jenkins, mit seiner Pistole auf John´s Kopf zielte.
