Kapitel 9:

Am nächsten Tag waren wir früh aufgestanden. Ich hatte einen flüchtigen Blick in den Kühlschrank riskiert. Er war absolut leer.

Sara schaute über meine Schulter ebenfalls hinein. „Du solltest vor der Schicht einkaufen gehen. Am besten komme ich gleich mit und passe auf das du auch Gemüse einkaufst.", ich rollte mit den Augen.

Mein Arzt hatte mich schon vor Jahren darauf hingewiesen, dass ich mit meinem erhöhten Cholesterin und dem extrem stressigen Beruf, besser auf meine Ernährung achten sollte.

Ich sollte ihr nur nicht offen zeigen, dass ich es liebte wie sehr sie um meine Gesundheit besorgt war. Deswegen tat ich etwas genervt.

Wir beide hatten nur Jeans und T-Shirts an, lässige Schuhe und Sonnenbrillen. Ich griff nach ihrer Hand und wir gingen gemütlich in den Supermarkt.

Meine Aufgabe war es den Einkaufswagen zu steuern, ich hasste einkaufen. Sara schien ein System zu haben.

Kaum hatte sie etwas in den Wagen geworfen, ging sie auch schon wieder in eine andere Ecke. Ich stand meistens an der Seite, lehnte mich an den Griff und schaute den Menschen zu. Aber anscheinend nicht aufmerksam genug, denn auf einmal bemerkte ich wie jemand neben mir Stand.

Catherine! Sie hatte nur eine kleine Tragetasche, es sah wie ein kleiner Einkauf aus. Etwas Milch, Eier, Brot….

Hi, Gil. Ich will mich ja wirklich nicht in dein Privatleben einmischen….." ‚Du doch nicht, niemals!' dachte ich bei mir. Ich nahm meine Sonnenbrille langsam ab um sie besser sehen zu können.

„… aber hältst du es nicht für ein bisschen Übertrieben, nachdem du dich mit der Agentin gestritten hast, mit ihr einkaufen zu gehen? Ich meine du hast oft Streit mit Ecklie und ich sehe euch gerade nicht, vertraut in Las Vegas herum schlendern."

Catherine, es ist wirklich ganz anders als du denkst….", doch sie hörte mir nicht zu. „Sie bedroht dich doch nicht, das du ihre Einkäufe trägst und den billigen Reiseführer spielst?"

Laut ausgesprochen hörte sich das wahrscheinlich auch in ihren Ohren etwas merkwürdig an.

Doch ich kam nicht dazu etwas zu antworten. Sara kam um eine Ecke, hinter riesigen Regalen hervor. Ihre Augen waren auf eine Schachtel gerichtet die sie in der Hand hielt.

Gil, brauchst du eigentlich noch etwas Waschmittel? Hier das war gerade im Angebot." Dann blickte sie zu mir, schaute dann zu Catherine, dann wieder fragend zu mir herüber.

Oh hi, Catherine, richtig?" Sie schüttelte Catherines Hand und legte die Schachtel in den Einkaufswagen. Lies ihren Blick über die Waren gleiten, „Wir brauchen noch etwas vom dem Eis, ich bin gleich wieder da." Und schon stürmte sie wieder los.

Catherine verengte ihre Augen zu schlitzen und betrachtete mich genau: „Und Gil, brauchst du noch Waschmittel?"

Ich setzte die Sonnenbrille wieder auf und meinte nur kühl: „Ich habe wohl vergessen zu erwähnen das Sara und ich, uns schon etwas länger kennen. Um genau zu sein ist sie meine Frau."

Damit holte sie einmal aus und haute mir mit der Flachen Hand auf meinen Arm. „Und du hältst es nicht einmal für nötig so etwas zu erwähnen in all den Jahren? Glaub nicht das du so einfach davon kommst, wenn wir wieder etwas mehr Zeit haben möchte ich alle Details wissen, verstanden?!"

Ihr Ton war scharf und duldete keine Widerworte, ich nickte nur leicht. Dann wurde ihr Ton fröhlich und sie lächelte. „Gut für dich! Wir sehen uns morgen."

Damit ging sie zur Kasse und ich atmete tief durch. Ich hatte wirklich keinen Grund so etwas zu verheimlichen. Das Team war fast so etwas wie eine Familie, wenn ich eine glückliche Partnerschaft hatte, wieso sollte mir jemand so etwas lange übel nehmen.

Später als es Nacht wurde fuhren wir gemeinsam zur Arbeit. Als ich das Auto geparkt hatte, klingelte Saras Handy. Ich ließ sie zurück, denn für meine Verhältnisse war ich sehr spät dran. Den ersten den ich bemerkte war Brass, er begleitete mich den Gang entlang.

Und alles wieder in Ordnung mit Mrs Grissom?", ich nickte nur leicht als ich zu Judy ging um meine Nachrichten entgegen zu nehmen.

Ja wir haben gestern miteinander gesprochen, es wird sicherlich nicht mehr vorkommen."

Ich ging in mein Büro und Jim ging weiter in einen anderen Teil des Labors. Wie immer ließ ich mich auf meinen Stuhl fallen, setzte meine Lesebrille auf und ging die Nachrichten durch.

Dann hörte ich schnelle Schritte und Sara stand vor meinem Schreibtisch. Genau mit diesem Blick den ich gestern schon befürchtet hatte, sie sah sehr wütend aus.

Kannst du es glauben? Washington zieht mich von dem Fall ab und als ich fragte wieso, meinten sie, auf den Rat von Special Agent John Falk hin."

Ich war fassungslos, „Was? Wieso?"

Anscheinend ist er der Meinung, das wir zu keinem Ergebnis kommen werden und die Ressourcen des FBIs besser anderweitig eingesetzt werde sollten. Aber weißt du was? Mir ist es egal!"

Was ist egal?" meinte Nick der an der Tür stand. Ich antworte weil Sara merklich mit ihrer Fassung rang. „Anscheinend wird das FBI sich aus dem Fall zurückziehen."

Aber was ist mit den neusten Entwicklungen, sind es die neuen Spuren nicht Wert das wir ihnen nach gehen?"

Nicht nur diese Spuren sind es wert nachgegangen zu werden, es gibt auch eine Spur der wir nie gefolgt sind, weil wir nicht die Möglichkeiten hatten. Ich werde herausfinden was so geheimnisvoll an Ben Palmer ist. Außerdem muss ich erst in 48 Stunden wieder in Washington sein und zum Teufel mit John Falk und was er denkt. Ich setze meine Ressourcen ein wie ich das will!"

Oh sie war so niedlich wenn sie wütend war, ich schaute sie verträumt an als sie mein Büro verlies, dann schaute ich zu Nick der mich seltsam anschaute. Sofort war jegliche Emotion aus meinem Gesicht verschwunden.

Woah, was ist los, da ist gerade ein Tornado durch das Labor gestürmt. Hat da jemand einen schlechten Tag." scherzte Warrick.

Nick schaute amüsiert und sagte ihm: „Washington zieht unseren kleinen Tornado ab und sie ist alles andere als erfreut darüber."

Ich stand auf. Unsere Schicht würde in wenigen Minuten beginnen. „Nick, nenn sie nicht unsere kleine Tornado. Ich denke nicht dass ihr das gefallen würde. Außerdem haben wir viel Arbeit vor uns und Catherine hat heute ihren freien Tag."

Wir machten uns gemeinsam auf den Weg in unseren Pausenraum.

Ich hatte so viele Fragen. Warum dieser Sinneneswandel. John war doch sofort in das nächste Flugzeug gesprungen um bei den Ermittlungen dabei zu sein.

Was ging da nur vor sich?