A Moment in Time

Übersetzt von TiaAgano

DISCLAIMER: siehe Kapitel 1

A/N: Lieber Himmel, es tut mir soooooo Leid! Ich hab vollkommen vergessen meine Updates zu machen, obwohl schon Kapitel fertig sind! Die nächsten kommen schneller versprochen! Wie immer danke an diejenigen, die tatsächlich reviewen und mich so ans Updaten erinnern!


Kapitel 10 - Wahrheit

„Zum dritten Mal, Harry, sind die Zwillinge von mir?" Emrys stand der Schock ins Gesicht geschrieben, doch langsam fing er sich wieder und schüttelte langsam den Kopf um ihn wieder frei zu kriegen. „Ich weiß nicht, wovon Sie spre…" Die Lüge erstarb auf seinen Lippen, als er sah wie die Hoffnung, die sich mit dem Schmerz in Dracos Augen paarte, wieder schwand.

„Emrys, ist er… ist er wirklich…?" Nicole war hinter Emrys getreten und hatte ihm zur Beruhigung eine Hand auf die Schulter gelegt. Dracos Augen glitzerten gefährlich, als er beobachtete wie Nicole seinen Harry berührte und er fragte sich erneut, wie genau die beiden zueinander standen.

Emrys wandte sich um ergriff Nicoles Hand. „Es ist alles okay, Nikki, sie werden weder den Zwillingen noch mir etwas tun." Nicole sah noch immer nicht zufrieden aus, aber nickte ergeben. „Warum gehst du nicht schon einmal mit den Jungs runter zum Strand und bereitest alles für ein Picknick vor? Ich muss nur schnell noch mit den Herren hier reden, dann komme ich nach. Ich hab eine Überraschung, von der ich denke, dass sie uns allen gefallen wird.", schlug Emrys vor, denn er wusste, dass es ihm niemals gelingen würde sich gleichzeitig um die drei Besucher, die beiden Jungs und eine gluckende Nicole zu kümmern.

Widerstrebend drehte sich Nicole zu Sirius, Severus und Draco um. „Sie haben keine Ahnung davon, was er in den letzten Jahren alles durchmachen musste. Falls einer von Ihnen ihm auch nur ein Haar krümmt, ganz egal wie, werden Sie sich mir gegenüber verantworten müssen und glauben Sie mir, das wäre nichts, was Sie sich wünschen sollten." Mit diesen Worten und einem letzten warnenden Blick in ihre Richtung sammelte Nicole die beiden Jungen ein und verschwand mit ihnen in Richtung Strand.

Nachdem Nicole und die Kinder völlig aus seinem Blickfeld verschwunden waren, wandte sich Emrys wieder den drei Männern zu, die in seinem früheren Leben einmal eine sehr große Rolle gespielt hatten. Er nahm sich einen Moment Zeit um sie genau betrachten und sich zu überlegen, wie er von nun an verfahren sollte. Draco sah wild entschlossen, wenn auch ein wenig überrumpelt, was allerdings verständlich war, da er schließlich gerade erfahren hatte, dass er zweifacher Vater war. Sirius wirkte einfach nur verwirrt. Offenbar hatte er noch nicht wirklich verstanden, dass sein Patensohn leibhaftig vor ihm stand. Severus dagegen hatte ein zufriedenes Glitzern in den Augen, wie üblich, wenn ihm gerade die Lösung eines besonders kniffligen Rätsels klar geworden war.

„Okay, also ich hab wirklich keine Lust alles hier draußen auf der Veranda zu besprechen, also gehen wir rein." Ohne auf eine Antwort zu warten, drehte sich Emrys um und ging ins Haus. Seine „Gäste" würden ihm schon folgen. Auf der Türschwelle hielt er einen Moment inne, ganz so zögere er kurz, doch dann ging er ruhig weiter in die Küche.

„Ich hoffe es stört niemanden, aber ich muss erst einmal etwas in meinen Magen kriegen. Mein morgendliches Training ist ziemlich anstrengend. Hat, außer mir, noch jemand Hunger?" Sirius, noch immer ausgesprochen verwirrt, war es, der für alle antwortete. „Nein, danke. Wir haben gefrühstückt." Emrys nickte lediglich und fuhr unbekümmert fort Erdbeeren, eine Banane und etwas Mango zusammen mit Milch und einem Pulver in den Mixer zu geben.

Die drei Zauberer betrachteten fasziniert die Muggel-Gerätschaften in der gut sortierten Küche. Der Gedanke, dass Severus es lieben würde in dieser Küche herumzuexperimentieren, streifte Dracos Überlegungen. Nicht viele Menschen wussten dies, aber die Muggelart etwas zu kochen war eines von Severus Hobbys. Immerhin unterschied es sich im wesentlichen nicht allzu sehr vom Tränkebrauen.

„Ich setze nur noch schnell etwas Wasser für Tee auf, dann können wir in mein Büro gehen um uns weiter zu unterhalten.", meinte Emrys, füllte seinen Shake in ein Glas um und leerte ihn in wenigen Schlücken. Dann stellte er das Glas in die Spülmaschine und ging, nachdem der Tee fertig gebrüht war, erneut ohne ein weiteres Wort aus dem Zimmer in Richtung seines Büros.

Der Raum selbst war geräumig und lichtdurchflutet, da eine der Wände komplett aus Glas bestand und einen atemberaubenden Blick auf das. Meer frei gab. Wie der Rest des Hauses, den sie bisher gesehen hatten, war alles in freundlichen Naturtönen gehalten, wobei grün eindeutig überwog, aber hier und da schien auch ein wenig rot und blau durch. Es gab sogar einen Kachelofen im Büro, auch wenn Draco sich wirklich fragte, warum man so etwas in Kalifornien brauchen sollte. Davor standen ein Lehnstuhl, ein gemütliches Sofa und ein hübscher Couchtisch zwischen den beiden Polstermöbeln.

In einer Ecke des Raumes stand ein massiver Holzschreibtisch mit einem Ledersessel und zwei kleineren, lederbezogenen Stühlen auf der anderen Seite. Die Wand hinter dem Schreibtisch hatte eingebaute Bücherregale und so wie es aussah, hatte Emrys eine beeindruckende Sammlung Muggel-Literatur vorzuweisen.

Emrys gab ihnen mit einem Wink zu verstehen, dass sie sich vor dem Kachelofen niederlassen sollten und holte sich selbst einen der Stühle vom Schreibtisch. Draco setzte sich wohlweislich auf das Sofa, da er es für nicht besonders klug hielt Severus und Sirius so nah beieinander sitzen zu lassen.

Nachdem es sich jeder von ihnen einigermaßen bequem gemacht hatte, begann Emrys zu sprechen. „Also, was wollt ihr wissen?" „Nun, wie wir ihnen bereits mitgeteilt haben, Mr. Kingston, suchen wir nach meinem Patensohn, der…"

„Bei Merlin, Sirius, hör auf!", unterbrach Draco ihn, deutlich genervt von der Tatsache, dass der Gryffindor offensichtlich noch immer nicht begriffen hatte, was vorging. Offenbar musste man es ihm buchstabieren. „Wir haben Harry gefunden, Sirius." Da Sirius noch verwirrter als zuvor dreinblickte, rollte Draco mit den Augen und fügte hinzu „Emrys Kingston IST Harry."

Ungläubig und geschockt wandte sich Sirius sofort dem Sänger zu. „Aber das… das ist nicht möglich. Wir haben gesehen, wie er sich in einen Phönix verwandelt hat und Harrys Animagusform ist ein Hund.", stotterte Sirius. „Harry, wenn du das bitte aufklären würdest." Emrys räusperte sich. „Zuallererst, mein Name ist NICHT Harry, sondern Emrys." Sirius grinste überlegen, doch Emrys fuhr ohne darauf zu achten fort. „Ich lebe seit dem Tag, an dem du, Dray, mich verlassen hast, nicht mehr unter diesem Namen. Wie ich bereits sagte, Harry Potter ist in New York gestorben."

Dracos Stimme war leise und zitterte. „Ich dachte du hättest verstanden, warum ich gehen musste. Du weißt, dass ich das nicht wollte." Emrys fuhr sich mit der Hand durchs Haar. „Das tue ich auch, zumindest hab ich es damals getan, aber zu wissen, dass ich schon wieder allein zurück gelassen wurde und das wegen der Leute, die mein Leben zerstört haben… Nun, sagen wir einfach, dass ich irgendwann gelernt habe dich zumindest ein bisschen dafür zu hassen."

Ein ersticktes Keuchen durchbrach die Stille. „Er ist Harry…" Severus schüttelte genervt seinen Kopf. „Ich bin hocherfreut, dass du es endlich geschafft hast das zu begreifen." Der Rumtreiber ignorierte ihn. „Aber wie… das ist nicht möglich."

Snape blickte erneut zu dem jungen Mann, der für über ein Jahr die höchste Priorität für den gesamten Orden des Phönix gewesen war. „Harry, wenn du so freundlich wärst den Zauber, der dein Aussehen verändert, von dir zu nehmen, damit selbst dein Trottel von Pate endlich begreift, was vor sich geht?"

Mit einem finsterem Blick, der jeden Slytherin stolz gemacht hätte, hob Emrys widerstrebend seine Hand und wedelte sie einmal kurz vor seinem Gesicht hin und her. Sofort veränderten sich seine Gesichtszüge und es erschien das Gesicht Harry Potters, nur etwas älter als sie es in Erinnerung hatten. Draco war sehr erfreut zu sehen, dass Harry nichts von dem Rest seines Körpers magisch verändert hatte.

Der Blonde beobachtete erfreut wie Emrys blaue Augen mit Harrys smaragdgrünen ersetzt wurden, doch den Schmerz, der schon in den Augen des Sängers beinah unerträglich mit anzusehen war, war in Harrys geradezu eine höllische Qual. Trotz der Umstände jedoch, konnte Draco nicht seine physische Reaktion auf ein Wiedersehen mit Harry verhindern.

Bevor er sich jedoch auch nur Sorgen darüber machen konnte, dass jemand ihn womöglich rot anlaufen sehen könnte, wurde Harry von Sirius geschnappt und in eine feste Umarmung gezogen. Sirius merkte nicht einmal wie sein Patensohn sich versteifte, zu sehr gefangen von der Tatsache sein Patenkind zum ersten Mal seit Jahren wieder in den Armen halten zu können. „Oh Merlin, Harry, ich kann nicht glauben, dass wir dich tatsächlich gefunden haben. Ich hab dich so vermisst. Es tut mir so, so unendlich Leid, so Leid…"

Harry konnte einfach nicht fassen, dass Black schlichtweg annahm, dass er ihm den Verrat verzeihen würde, der ihn ins Gefängnis geschickt hatte. Und das wo Sirius doch besser als alle anderen wusste, wie fürchterlich es dort war. Wie schrecklich es war Jahre lang dort fest zu sitzen, auch wenn man nichts verbrochen hatte.

Harry wollte sich gerade aus der Umarmung befreien, als er plötzlich etwas nasses an seinem Hals spürte und mit Erstaunen feststellte, dass sein Pate tatsächlich weinte. Noch nie zuvor hatte er Sirius weinen sehen.

Nach einiger Zeit lockerte Sirius die Umarmung etwas, damit er Harry zum Reden ins Gesicht sehen konnte, doch er lies seine Arme weiterhin um die Hüften seine Patensohns geschlungen. „Es tut mir so Leid, Harry, glaub mir bitte. Ich hab nie an deine Schuld geglaubt, aber ich wusste einfach nicht, was ich denken sollte. Ich war selbst noch immer auf der Flucht und als ich endlich freigesprochen wurde, warst du bereits ausgebrochen."

Harry sah seinem Paten fest in die Augen. Er wollte ihm sagen, dass er sich keinen Deut um seine Entschuldigungen scherte, dass es dafür viel zu spät war, dass Sirius mehr für ihn hätte tun müssen, sich um ihn hätte kümmern sollen, als er ihn so dringend gebraucht hätte. Aber als er die rotumrandeten Augen seines Paten sah und die Tränen, die noch immer stetig über dessen Wangen flossen, erstarben die wütenden Worte in seiner Kehle.

Harry fühlte wie sich sein Körper langsam in der Umarmung des Mannes, der wie ein Vater für ihn gewesen war, entspannte. „Sirius, ist schon gut. Ich hasse dich nicht, zumindest nicht mehr. Und ich weiß, dass du nicht an meine Schuld geglaubt hast, Draco hat es mir gesagt, als er mich aus Azkaban geholt hat. Ich weiß auch, dass es dir, Severus, genauso ging. Während die meisten meine Freunde, Familie und Professoren sich von mir abgewendet haben, haben du und Severus versucht meine Unschuld zu beweisen. Das bedeutet mir viel, danke Severus."

Severus, der sich gerade erst selbst von seinem Schock Harry zu finden erholt hatte, nickte lediglich. Er wusste nicht, was er hätte sagen sollen. Zu vermuten, dass es Harry Potter war, der vor ihm stand, oder es genau zu wissen und auch noch von ihm gedankt bekommen, war immerhin ein himmelweiter Unterschied.

Etwas peinlich berührt von seinem Gefühlsausbruch, lies Sirius endlich wieder von Harry ab und setzte sich auf den Sessel. „Harry, wie kommt es, dass du zwei Animagusformen hast? Ich habe noch nie zuvor gehört, dass das möglich ist. Ganz davon abgesehen, dass ich immer dachte es sei unmöglich ein magisches Wesen wie einen Phönix als Tierform zu haben!"

„Um ganz ehrlich zu sein, weiß ich das auch nicht so genau. Es war an Weihnachten in meinem siebten Schuljahr, als ich bemerkte, dass ich mehr als eine Animagisform hatte. Ich war in meinem Zimmer und lernte. Fawkes kam vorbei, das tat er damals öfter, also wunderte ich mich nicht sonderlich darüber. Nur gelang es mir an diesem Tag genau zu verstehen, was er mir mit seinem Trillern sagen wollte. Es war vollkommen faszinierend, ich war wie gebannt. Dann fühlte ich auf einmal das Bedürfnis mich in meine Animagusform zu verwandeln, aber als ich es versuchte, da wurde ich, statt des erwarteten Hundes, ein Phönix. Es war einfach unglaublich! Ich konnte die Magie fühlen und sehen wie noch nie zuvor. Ich weiß nicht, wie ich es beschreiben soll, aber es war fast so, als könnte ich sie in jeder Pore meines Körpers schmecken. Als ich mich schließlich zurück verwandelte, fühlte ich mich auf einmal stärker, mächtiger. Meine Sinne waren schärfer und zum ersten Mal in meinem Leben konnte ich auch ohne meine Brille klar sehen."

„Du sagtest damals, dass du einen Zauber gefunden hättest, um deine Sehkraft völlig wieder herzustellen.", erinnerte sich Draco. „Ja, ich weiß. Aber zu dieser Zeit habe ich so viel zusätzlich zu meinem Schulstoff recherchiert, um mich auf den Kampf gegen Voldemort vorzubereiten, und war so beschäftigt, dass ich mich einfach nicht auch noch mit ewigen Erklärungen aufhalten wollte. Und dann wurde ich nach Azkaban geschickt und war froh, dass ich es niemandem gesagt hatte."

„Eine wirklich unglaubliche Leistung, Harry, aber ich denke, dass es einfacher für uns alle wäre, wenn du von Anfang an erzählen würdest. Was hast du gemacht, seitdem du Draco in New York das letzte Mal gesehen hast." Innerlich stimmte Harry seinem ehemaligen Lehrer zu, also lies er sich seufzend auf seinem Schreibtischstuhl nieder. „Also von Anfang an."

Er schwieg kurz, um seine Gedanken zu ordnen, dann begann er zu erzählen. „Ich bin noch ungefähr eine Woche lang in der Wohnung geblieben, nachdem Draco gegangen war. Es war komisch alleine dort zu sein, ganz so als würde ich warten. Darauf dass er zurück kommt oder so."

Harry achtete auf die Reaktion, die seine Worte in dem blonden Mann auslösten, den er einst so geliebt hatte. „Ich weiß, dass das blöd war; ich wusste, dass du nicht zurückkommen würdest, aber ich schätze, dass mich einfach alles in der Wohnung an dich erinnert hat. Ich musste einen Neuanfang machen, um alles hinter mir zu lasse. Also verlies ich das Appartement."

Dracos Stimme zitterte, als er sagte „Auch wenn es zu spät war, ich bin zurück gekommen, Harry." „Wirklich?" Die Überraschung in Harrys Stimme war genauso unüberhörbar, wie etwas anderes, das er noch nicht genau einordnen konnte. „Ja. Kurz vor Weihnachten wurde mir klar, dass es ein Fehler gewesen war dich zurück zu lassen, also kam ich zurück, um zu sehen, ob wir eine Lösung finden können. Ich wusste, dass es gefährlich werden würde, doch ich konnte einfach nicht anders. Aber…" „Ich war bereits ausgezogen.", beendete Harry den Satz für ihn. „Ja.", sagte Draco und man konnte das tiefe Bedauern aus diesem einzigen Wort deutlich heraus hören.

Da ihm klar war, dass er und Draco später ohnehin noch ein Gespräch unter vier Augen ühren würden, begann er einfach weiter zu erzählen. „Ich habe mein Aussehen magisch verändert und mir mit den Dokumenten, die du mir hinterlassen hast, eine neue Identität geschaffen. Emrys Kingston. Fragt mich nicht, warum gerade diesen Namen. Er fiel mir einfach ein und schien anders zu sein."

„Aber, Harry, wie bist du an einen Zauberstab gekommen?" Überrascht über die Frage seines Paten, wandte sich Harry Draco zu. „Du hast es ihnen nicht erzählt?" Der Blonde schüttelte lediglich den Kopf, während Severus dazwischenfragte „Er hat uns WAS nicht erzählt?" „Nun, ich brauche eigentlich keinen Zauberstab mehr. Um ehrlich zu sein, habe ich seit Hogwarts keinen mehr benutzt. Da mein alter Zauberstab in der Verhandlung als Beweis gegen mich verwendet wurde, entschied ich mich dafür keinen mehr zu nutzen, wenn ich schon die Möglichkeit dazu hatte. Magie ohne Zauberstab ist praktisch nicht zurück zu verfolgen und ich muss mir auch keine Sorgen mehr darum machen, dass sich jemand meinen Zauberstab ausleihen und damit etwas anstellen könnte."

Sehr interessiert an der neusten Entwicklung in der Lebensgeschichte des Jungen-der-lebt, fragte Severus „Wie hast du diese Fähigkeit entwickelt? Natürlich war schon immer klar, dass du ein ausgesprochen mächtiger Zauberer bist, aber nur sehr wenige Zauberer haben es jemals geschafft ohne Zauberstab zu zaubern. Es ist unglaublich, dass du in der Lage sein sollst es dies in so hoem Ausmaß zu schaffen."

„Glaubt es oder eben nicht, aber es ist wahr.", zischte Harry abweisend. „Du willst uns allen Ernstes erzählen, dass du die Barrieren um dieses Grundstück herum ohne die Hilfe eines Zauberstabs gezogen hast?" Harry fühlte sich beinahe wieder wie im Zaubertränkeunterricht. „Das ist genau, was ich sagen wollte. Habt ihr vielleicht gesehen, dass ich einen Zauberstab benutze, als wir das Haus betraten? Hab ich nämlich nicht. Und wenn ich nicht die Barrieren so verändert hätte, dass ihr drei eintreten dürft, dann hätte euch eine ziemlich deftige Überraschung erwartet, das könnt ihr mir glauben."

Severus entschied sich Harry lieber nicht noch mehr zu reizen und gab sich vorerst mit der Erklärung zufrieden. „Nun gut, fahr bitte fort." Harry warf dem Tränkemeister noch einen bösen Blick zu, dann erzählte er weiter. „Ich bin zur Bank gegangen und habe das Geld abgehoben, das Draco für mich hinterlegt hatte. Das war übrigens viel zu viel." Draco reagierte nicht auf den gut gemeinten Vorwurf.

„In den nächsten Monaten bin ich einfach herumgereist und habe versucht herauszufinden, was ich mit dem Rest meines Lebens anstellen wollte. Ich wusste, dass ich nichts mit Magie zu tun haben wollte, also konnte ich die magischen Gemeinden hier in den Staaten schon einmal ausschließen. Für einen Job in der Muggelwelt war ich nicht qualifiziert, da ich ja nicht sehr lange in einer Muggelschule war. Eines Nachts war ich in einer Bar in San Diego und die Band, die dort spielen sollte, kündigte an, dass ihr Lead-Sänger einfach nicht erschienen war. Sie wollten den Gig schon absagen, also hab ich angeboten einzuspringen. Ich kannte die meisten Songs, die sie spielen wollten, also dachte ich, warum nicht? Es lief gut und am Ende der Nacht boten sie mir dann einen festen Platz in der Band an. Naja, das war der legendäre Start von „Black Onyx". Die Band war gerade auf einer kleinen Tour durch zahlreiche Städte, also hatten wir nicht wirklich viel Zeit für Proben, aber es hat gut funktioniert." Harry grinste und schwenkte seine Hand kurz in Richtung eines Regals voller Trophäen, unter anderem dem Grammy, den er erst vor kurzem gewonnen hatte.

„Ich schätze, es war ungefähr März, als ich feststellte, dass irgendetwas mit mir nicht stimmte. Körperlich." Harry stellte fest, dass Draco vollkommen auf ihn fixiert war. „Ich wurde immer sehr schnell müde und ich konnte mich nicht erinnern, dass ich mich je zuvor so gefühlt hätte. Zuerst dachte ich, dass ich mich immer noch von den Strapazen des Gefängnis erholen müsste, aber als es einfach nicht besser wurde, wurde mir klar, dass es etwas anderes sein musste. Nur wusste ich nicht was. Und dann… dann geriet der Tourbus unserer Band in einen ziemlich schweren Verkehrunfall und ich wurde verletzt."

Harry winkte ab, als er die besorgten Blicke der drei Zauberer sah. „Ich wurde in ein Krankenhaus in Pittsburgh, Pennsylvania, eingeliefert. Dort traf ich auf Nicole. Sie war Hilfskrankenschwester in diesem Krankenhaus, eigentlich ist sie ausgebildeter Medi-Zauberer. Sie erkannte sofort, dass ich ein Zauberer war, da die Zauber, die mein Aussehen veränderten, durch meine Verletzungen geschwächt wurden. Sie versorgte meine Verletzungen von dem Unfall und nach einigen zusätzlichen Tests fand sie heraus, was genau mit mir nicht stimmte."

Harry atmete noch einmal tief durch und blickte Draco direkt in die Augen, als er sagte „Ich war schwanger."

TBC