Hey Leute,
Ich muss euch enttäuschen, noch ist es nicht soweit, dass Bella Edward verführt, das kommt erst im nächsten Kapitel. Aber so ein bisschen Spannungsaufbau muss ja sein...
Jetzt aber: Viel Spaß!
Kapitel 10
Der Plan
Unser Plan sollte am frühen Samstagmorgen umgesetzt werden, da dies mein achtzehnter Geburtstag war. Alice sagte, dass es die Sache viel einfacher machen würde, wenn ich volljährig wäre.
Aber egal für wie narrensicher Alice ihren Plan hielt – und sie war sich dessen sehr sicher – ich war trotzdem noch unentschlossen. Es half auch nicht, dass sich die Situation zu Hause noch nicht verbessert hatte. Wenn überhaupt, war es schlimmer geworden.
Wir mieden uns gegenseitig, als ob es eine Plage wäre, dem anderen in die Augen zu sehen und wenn wir im gleichen Raum waren, war es immer leise, als ob wir nicht wussten, was wir zum anderen sagen sollten.
Und lasst mich nicht von der Spannung, die in der Luft lag, anfangen. Es war eine dicke, erdrückende Spannung, die drohte, mich zu ertränken.
Ich bin mir sicher, dass er es auch fühlen konnte, aber das ganze nicht Gucken, nicht Sprechen, ohne, dass es wirklich notwendig war, machte es schwer, es genau zu wissen.
Als der Freitagnachmittag anbrach, war ich ein nervliches Wrack. Tiefe, vergrabene Unsicherheiten bäumten sich auf und füllten mich mit deprimierenden Gedanken und Szenarien. Zusammen mit der Tatsache, dass Edward bald zu Hause war, sah es nicht so gut aus. Was, wenn Alice falsch lag und es nicht funktionierte? Was, wenn er mich nicht wollte? Was, wenn ich einfach nicht gut genug war…?
Meine Hände waren praktisch am zittern und im Laufe des Tages erschrak ich vor meinem eigenen Schatten. „Beruhige dich, Bella" murmelte Alice, als sie auf meinem Bett durch ein Magazin blätterte.
Ich sah sie an, als ob ihr ein zweiter Kopf gewachsen wäre, „Wie soll ich mich beruhigen, wenn das Gewicht meiner Zukunft in meinen Händen liegt?"
Sie starrte mich über ihre Zeitschrift hinweg an und zog ihre Augenbraue hoch. „Hör auf, so dramatisch zu sein. Du klingst schon wie ich. Um 1 Uhr morgen früh wirst du, meine Liebe, deine Jungfräulichkeit verloren haben" sagte sie selbstbewusst.
Ich stieß den Atem aus und wünschte mir, so optimistisch zu sein. „Ich hoffe wirklich, du hast recht" murmelte ich immer noch nicht ganz sicher.
Sie zuckte mit den Schultern und las weiter, „Ich habe immer recht."
Ich biss mir auf die Lippe. „Muss ich es wirklich heute Nacht machen?" flehte ich in weinerlichem Ton und hoffte, dem zu entkommen, solange ich noch konnte.
Sie seufzte vor Verzweiflung – ich hatte diese Frage den ganzen Tag über immer wieder gestellt. „Erstens, es wird eigentlich morgen früh sein. Zweitens, ja du musst. Du kannst jetzt nicht mehr zurück, nicht, nachdem du Geld dafür ausgegeben hast."
Ich seufzte, sie hatte recht. Ich hatte extra dafür einen „sexy" Pyjama gekauft. Ich nickte resignierend. „Gut." Sie schien mit der Antwort zufrieden zu sein und warf die Zeitschrift zurück aufs Bett und widmete mir ihre volle Aufmerksamkeit.
„Du solltest glücklich sein, es ist ja nicht so, dass du in den Tod marschierst."
Ich seufzte, denn genau so fühlte es sich an.
„Tut mir leid. Ich werde nur so nervös und dann fange ich an, an mir selbst zu zweifeln. Was ist, wenn ihm das, was er sieht, nicht gefällt. Ich meine, da ist nicht wirklich viel, was er angucken kann. Meine Brüste sind zu klein, ich habe mich letztens vollgestopft und ich habe an den Hüften stark zugenommen und…"
Alice legte ihre Hand über meinen Mund, um mich davon abzuhalten, mich noch mehr in Rage zu reden, als ich schon war. Tränen flossen aus meinen Augen und ich war kurz davor, zu hyperventilieren.
„Schhhh… beruhige dich. Erstens, er wäre ein Idiot, wenn er dich nicht anspringen wollen würde. Zur Hölle, ich würde es, wenn ich er wäre. Deine Brüste sind perfekt. Sei froh, dass du nicht wie ein flaches Brett aussiehst, wie ich. Er wird dich so lieben, wie du bist, Liebling.
Ich schniefte und umklammerte eines meiner Kissen an meiner Brust.
„Denkst du das wirklich?" fragte ich leise.
Sie nickte. „Natürlich, Schätzchen. Jetzt erzähl mir von dem ganzen Scheiß, den du machen wirst, sobald du achtzehn bist. Ich sollte eine Liste machen."
Ihre Augen leuchteten auf, als sie erwähnte, eine Liste zu machen. Ich glaube, Listen zu machen war eine ihrer neusten Besessenheiten. Es würde sich mit der Zeit wieder legen, also war ich nicht allzu besorgt.
Ich zuckte ungestört mit den Achseln. Geburtstage waren für mich nicht so wichtig. Sie markierten nur ein weiteres Jahr, das zu deinem Alter dazu kam. Edward fuhr mich und Alice am Wochenende nach Seattle, um „so einen Meilenstein" zu feiern und ich hoffte, dass es nach heute Nacht vielleicht gut wäre, von unserem gemütlichen Haus in Forks wegzukommen und woanders hin zu gehen.
„Ich hab wirklich noch nicht darüber nachgedacht. Warum gucke ich nicht einfach auf deine Liste, wenn du fertig bist?" schlug ich vor.
Sie nickte triumphierend. „Gute Idee. Übrigens bleibe ich zum Abendessen, weil meine Mutter zu ihrem Buchklub gegangen ist und es bei mir nichts zum Essen gibt."
Sie endete mit einem Schmollmund. Du weist schon, den – mein Hund ist gerade gestorben und du bist meine einzige Hoffnung es zu überleben – Schmollmund. Ich verdrehte meine Augen, „Ich weiß nicht, warum du mich überhaupt noch fragst. Du bleibst jeden Freitag zum Abendessen."
Sie zuckte lässig mit den Schultern, „Auch wieder wahr."
„Übrigens, wo wir schon ans Abendessen denken" murmelte ich. „Ich muss anfangen, es zu machen." Ich stand auf und Alice hüpfte hinter mir hoch, „Oh! Kann ich helfen?"
Ich schüttelte meinen Kopf und ging die Treppe runter, „Alice, ich möchte eigentlich etwas Genießbares zum Essen."
„Ich kann nichts dafür, dass du es nicht magst, zu experimentieren" rief sie mir hinterher. Ich wusste, es würde nicht lange dauern, bis sie mir folgen würde, also ignorierte ich ihren Kommentar.
Ich ging in die Küche und war überrascht, Edward zu sehen. Ich wurde purpurrot und schaffte es, die ganzen Bilder zu ignorieren, die mir in den Kopf kamen. Wenn ich wollte, dass es zwischen uns funktionierte, mussten wir dieses …. Abenteuer von Sonntagnacht hinter uns lassen.
„Oh hey Edward, ich wollte gerade Abendessen machen. Was machst du hier so früh?" Er lächelte anscheinend entspannt. „Heute war nicht viel los und Emmet kam früh, sodass ich früh gehen konnte." Ich nickte und versuchte, die wirklich unangebrachte sexuelle Anspielung zu überhören, die er gerade unbewusst gesagt hatte und rang mit meinen Händen, als die unangenehme Spannung begann, sich aufzubauen.
Das war das Hauptproblem. Es war die Spannung, die das Denken schwer machte. Ich konnte nicht darüber nachdenken, was ich sagen sollte und es würde nur so lange andauern, bis sich einer von uns verschloss.
Gerade, als es richtig schlimm wurde, kam Alice springend rein und umarmte Edward eng an der Taille, „Hey Eddie, lange nicht gesehen."
Er kicherte bei Alices Ausgelassenheit. Zum Glück war er es gewohnt, „Es ist auch schön, dich zu sehen, Munchkin. Ich habe Pizza bestellt, also musst du nicht kochen."
Er sah über Alice hinweg zu mir um zu sehen, ob das okay für mich war. Es war das erste Mal, seid der „Unfall" passiert war, dass wir Blickkontakt hatten. Ich errötete in einer tiefen rötlichen Schattierung, „Ähm…klar, mir ist das egal" schaffte ich herauszustottern.
Er nickte, „Gut." Seine Augen hatten meine nicht verlassen und ich konnte fühlen, wie sich die Elektrizität zwischen uns verdoppelte.
Alice räusperte sich und holte uns effektiv aus der Trance, in die wir gefallen waren, „Es gibt doch Peperoni, oder?"
Edward kicherte und schaute auf sie herunter, „Als ob ich etwas anderes bestellen würde wenn du da bist." Sie strahlte und fasste mich an meiner Taille, „Komm schon Bella, lass uns einen Film aussuchen, den wir dabei gucken können."
Sie zog mich ins Wohnzimmer und ging zu der Wand, die voll mit DVDs war. Ich folgte ihr pflichtgemäß, da ich wusste, dass sie etwas zu sagen hatte. Ich meine, wir beide wussten, welchen Film sie nehmen würde.
„Man, ihr zwei hättet ein Feuer anzünden können, mit den Blicken, die ihr euch zugeworfen habt" murmelte sie, als sie das Regal nach Moulin Rouge durchsuchte. Es war ihr Lieblingsfilm und ich war mir sicher, dass sie jeden Song auswendig kannte. Sie zog ihn heraus und steckte ihn in den DVD Player.
„Ich verstehe wirklich nicht, warum du vorhin so besorgt warst" murmelte sie und schüttelte den Kopf, als sie sich auf das Zweisitzer-Sofa setzte.
Ich zuckte nur mit den Schultern und setzte mich neben Alice. Ich biss mir auf die Lippe, als mein Herz weiter schnell in meiner Brust schlug.
Noch die zuvor hatte ich so einen Blick gesehen wie den, der an mich gerichtet war und ich log nicht, er hinterließ mich erhitzt und besorgt. Sie stellte den TV an, „Edward!" schrie sie, „Der Film fängt an."
Er streckte seinen Kopf um die Ecke, „Bitte, sagt nicht, dass ihr schon wieder das Musical guckt." Er stöhnte. Ich kicherte bei seinem Blick. Das tat er jede Woche, aber wir alle wussten, dass er trotzdem mitgucken würde. Ich hatte ihn sogar dabei erwischt, wie er zu einigen der Songs die Lippen bewegte. Alice schmollte, „Ja, das tun wir, und du wirst ihn mit uns gucken."
Er seufzte und kam mit einem Bier in der einen Hand und zwei Flaschen Cola in der anderen herein.
Er warf sie uns zu und Alice fing ihre, aber meine traf mich an der Nase, „Scheiße" murmelte ich und griff mir an die Nase.
Alice sprang auf, „Ich hole Papiertücher, falls es blutet."
Sie rannte raus und wenn meine Nase nicht so weh getan hätte, wäre ich misstrauisch geworden. Edward kam rüber und neigte meinen Kopf, löste meine Hände von meiner Nase. Er musterte sie, „Ich hätte es besser wissen sollen, als dir etwas zu zuwerfen" murmelte er. Er lehnte sich näher und es war, als ob sich plötzlich alles geändert hätte.
Sein Atem wehte über mein Gesicht und seine Augen blickten auf meine Lippen, bevor er sich über seine leckte. Mein Atem wurde flach und wenn er sich nur ein kleines bisschen weiter nach vorne lehnen würde, würden unsere Lippen sich berühren. Plötzlich klingelte es an der Tür und er sprang auf, „Ich sollte besser hingehen" murmelte er und verschwand aus dem Raum.
Ich seufzte, das fing ja gut an. Alice kam mit Papiertüchern zurück und setzte sich neben mich und sah unbeeindruckt aus, als sie sie auf den Kaffeetisch legte.
„Wie geht es dir?" fragte sie mit einem unschuldigen Gesichtsausdruck.
Ich warf ihr einen Blick zu, der zeigte, dass ich wusste, was sie wollte, „Mir geht's gut, Alice." Sie nickte und drückte Play auf der Fernbedienung.
Der Rest des Abends verging ohne weitere Zwischenfälle. Alice ging um halb 11, aber nicht, ohne mich gewaltsam nach oben in die Zuflucht meines Zimmers zu ziehen und mir letzte Anweisungen zu geben, wie ich Edward verführen sollte.
„Okay, denk dran; Schüchternheit gehört nicht ins Schlafzimmer. Vergiss es, lass sie hier drin zurück und geh aufs Ganze. Wenn er drängt, dränge zurück. Nimm die Situation in Angriff und mach, dass er es so sehr will, dass er darum betteln wird."
Sie stoppte kurz und sah mich konzentriert an, ihre Augen scannten mein Gesicht, als ob sie versuchen würde, es sich einzuprägen. „Dies ist das letzte Mal, dass ich dich als Jungfrau sehe." Sie schniefte und wedelte mit einer Hand vor ihrem Gesicht herum, um die Tränen, die in ihren Augen glitzerten, am Fallen zu hindern.
„Oh Gott. Mein kleines Mädchen ist groß geworden" würgte sie hervor. Ich verdrehte meine Augen. Sie war wirklich eine Drama Queen. Sobald sie es geschafft hatte, sich wieder zu sammeln, zog sie mich in eine feste Umarmung.
„Hör auf deine innere Alice und es wird alles gut."
Ich grinste sie an. „Ich dachte, es sei meine innere Füchsin, auf die ich hören soll?"
Sie wedelte mit ihrer Hand herum und verdrehte die Augen. „Ja, aber ich bin so viel besser, als eine Füchsin, also hör auf mich." Ich lachte und umarmte sie noch einmal. Ich wusste, dass es nach heute Nacht anders sein würde und ich klammerte mich eine Sekunde lang an dieses letzte Bisschen meines Lebens. Ich atmete das letzte Bisschen davon ein und verabschiedete mich davon. Es war Zeit, das Blatt zu wenden und neu anzufangen.
„Okay, ich muss jetzt gehen. Versprich mir, dass du mich morgen früh anrufen wirst und mir alles erzählen wirst. Lass die grafischen Details nicht aus." Sie sah mich streng an und ich nickte.
„Werde ich nicht. Ich liebe dich, Al." Sie nickte und platzierte einen Kuss auf meiner Wange. „Ich liebe dich auch. Egal, was auch geschieht." Damit drehte sie sich mit einem letzten Winken um und hüpfte die Treppe runter und aus der Haustür heraus, mit einem letzten gerufenen Tschüss zu Edward. Ich plumpste zurück auf mein Bett und schloss meine Augen, zufrieden damit, hier einfach zu warten, bis die Uhr zwölf schlug.
Edward klopfte an die Tür, worauf meine Augen aufflogen und spähte in den Raum und zu mir herüber.
„Hey", murmelte er, „Ich gehe jetzt ins Bett, da wir morgen früh raus müssen. Brauchst du noch was?" Ich schüttelte den Kopf und setzte mich auf. Er wusste kaum, was für einen frühen Morgen er bekommen würde. „Nein, mir geht's gut. Ich glaube, ich werde noch etwas wach bleiben. Ich bin zu aufgedreht, um jetzt schlafen zu können."
Er nickte, „Okay. Gute Nacht."
„Gute Nacht."
Seine Augen starrten eine lange, berechnende Minute lang in Meine und ich schwöre, ich hab gesehen, wie etwas durchkam. Es war wie Unentschlossenheit und Angst. Ich wollte zu ihm rüber gehen und ihn einfach umarmen. Er warf mir ein kleines, fast trauriges Lächeln zu und verschwand aus meinem Zimmer und ich stieß den Atem aus, den ich unbewusst angehalten hatte.
Was auch immer es war, was ich in seinen Augen gesehen hatte, ich hoffte, dass es morgen früh verschwunden sein würde. Ich hoffte, dass ich diese tief verwurzelte Angst, von der ich wusste, dass er sie nahe an seinem Herzen festhielt, nehmen konnte und ihn davon befreien konnte.
Bei dieser ganzen Sache ging es nicht mehr nur um mich. Ich wollte ihn nicht nur für mich, sondern auch für ihn. Ich bezweifelte, dass er selber wusste, wie sehr er sich vor anderen Leuten verschloss. Es waren nur die konstanten Leute in seinem Leben, die je den wirklichen Edward sahen.
Ich war einer dieser Konstanten…
Und ich würde ihm zeigen, dass ich mich um ihn sorgte.
So, das war es mal wieder. Ich hoffe, es hat euch gefallen. Wie schon gesagt, im nächsten Kapitel ist es endlich soweit. Es ist jedoch nicht genau so wie der One-Shot geschrieben, sondern etwas ausführlicher.
Ich würde mich freuen, wenn ihr mir eure Gedanken zum Kap mitteilt!
LG, Franzi
