Sie schien zum ersten Mal in der Lage oder willens gewesen zu sein, ihm die Warnung zukommen zu lassen, dass der nächste Anfall unmittelbar bevorstand, denn schon im nächsten Augenblick begann sie, mit der Schreibfeder auf ihre Handgelenke einzustechen.

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NEUN

Der nächste Tag war ähnlich grau wie die vorhergehenden, doch außerdem brachte er noch heftige Regengüsse mit sich, die es Hermine unmöglich machten, das Haus zu verlassen.

Das bekümmerte sie nicht sehr, denn die Übersetzung, die sie sich vorgenommen hatte, faszinierte sie. Der Alchemist, auf dessen Aufzeichnungen sie hier gestoßen war, hatte vor fast 500 Jahren gelebt. Durch seine Arbeit war er in einen Konflikt mit der katholischen Kirche geraten und von der spanischen Inquisition der Häresie angeklagt worden. Er wurde nicht zum Tode verurteilt, doch er stand für den Rest seines Lebens unter Arrest. Aus dieser Zeit musste das Manuskript stammen, das ihr nun vorlag, denn es war so sorgfältig verschlüsselt, dass es auf den ersten Blick wie bloßes Gekritzel erschien.

Doch einige der verwendeten Symbole sprangen ins Auge. Hinter dieser willkürlich scheinenden Anhäufung von Bildern, Buchstaben und Zahlen steckte ohne Zweifel ein System. Es war wie ein Rätsel- und sie war begierig darauf, es zu lösen. Sie hatte lediglich den Hinweis, dass es um eine Zutat ging, der Helmond offenbar erhebliche Wirkung zutraute- den Rest würde sie mithilfe der umfangreichen Literatur, die sie aus den Kisten zutage gefördert hatte, herausfinden müssen.

Erst weit nach Mittag klärte es sich endlich auf, und sie machte sich sofort auf den Weg zum Strand, nicht ohne Snape das Versprechen zu geben, heute nur kurz auszugehen. Es war schon relativ spät für einen Spaziergang und Hermine wollte sich gar nicht erst ausmalen, was geschehen konnte, wenn sie einem Anfall allein ausgesetzt wäre.

Zu wissen, dass Snape da war, um das Schlimmste zu verhindern, hatte etwas überaus Tröstliches, selbst wenn seine Motive nicht gänzlich uneigennützig waren.

Das Band, das sie zusammen geführt hatte, drängte ihn dazu. Es hatte aus ihnen eine Zwangsgemeinschaft gemacht, aus der er erst entkommen würde, wenn er sie geheilt hatte. Kein Wunder, dass er so verbissenen daran arbeitete, die Zusammensetzung des Fluches herauszufinden.

Hermine profitierte von dieser Verbissenheit und war deshalb willens, ihr Zusammenleben so störungsfrei wie möglich zu gestalten. Es fiel ihr noch nicht einmal besonders schwer. Snape ließ sie in Ruhe und sie ihn- und so schien es tatsächlich zu funktionieren.

Hermine dachte an Ron, der seit einem Jahr versuchte, sie dazu zu überreden, mit ihm zusammenzuziehen. Sie war ihm immer ausgewichen...

Sie brauchte Platz für sich. An die Zeit und die Enge im Zelt erinnerte sie sich noch immer mit leichtem Grausen.

Außerdem hatte Hermine das sichere Gefühl, dass es sie in den Wahnsinn treiben würde, Ron vierundzwanzig Stunden um sich zu haben. Sie liebte ihn zwar, aber....

Das Meer war grau wie der Himmel, der sich in weiter Ferne darin verlor, die weißen Schaumkronen darauf waren wie die Antwort auf die schwarzen Wolken am Himmel.

Der Sand knirschte unter ihren Schritten und sie vergrub die Hände tief in den Taschen ihrer Jacke. Die kleinen Stichwunden, die sie sich gestern zugefügt hatte, schmerzten noch immer ein wenig.

Sie liebte Ron... das tat sie auf eine gewisse Weise wirklich. Aber würde das reichen, um ihr ganzes Leben an seiner Seite zu verbringen? Sie würde ihm nicht ewig ausweichen können. Es war normal, dass Paare irgendwann zusammenzogen. Harry und Ginny suchten bereits nach einer Wohnung, die sie gemeinsam beziehen konnten.

Ein kleiner Stich nur, es tat nicht sehr weh... die Zeiten, in denen sie mehr für Harry empfunden hatte als Freundschaft, waren vorbei…

Es war, als hätte dieser gewaltsame Einschnitt in ihr Leben, den der Thanatos darstellte, diese kleine Wunde endlich heilen lassen. Alles schien ewig weit weg zu sein. Sie hatte so selten an ihre Freunde gedacht in den letzten Tagen.

Hermine war, als könnte sie plötzlich befreiter atmen. Tief sog sie die kalte Luft ein, als sie am Ärmel gepackt und grob herumgerissen wurde.

„Was zur Hölle haben Sie vor?"

Snape stand vor ihr, das Gesicht zornverzerrt. So kannte sie ihn aus Schultagen und unwillkürlich begann Hermine, sich wieder vor ihm zu fürchten.

„Ich... ich gehe spazieren. Sie haben doch gesagt..."

„Ich habe gesagt, Sie sollen rechtzeitig zurücksein!", schnauzte er sie an. „Es ist bald spät genug für einen Anfall und Sie sind immer noch hier draußen. Ich habe..."

Unvermittelt brach er ab, ließ sie los und fuhr sich in einer matten Geste über das Gesicht.

„Ich habe keine Lust, Sie aus dem eiskalten Wasser hier ziehen zu müssen", fuhr er deutlich leiser fort.

„Ich hatte keine Ahnung, dass es schon so spät ist. Entschuldigen Sie...", bat Hermine zerknirscht, doch Snape hatte ihr schon den Rücken zugewandt.

„Kommen Sie jetzt", sagte er bloß, während er vor ihr herging.

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Sie saß auf dem Sofa und starrte in die Flammen, ohne wirklich etwas zu sehen, während sie auf die mittlerweile schrecklich vertrauten Symptome wartete.

Es war ein entsetzliches Gefühl, dem eigenen Körper nicht mehr trauen zu können, ihn wie etwas Fremdes argwöhnisch zu beobachten, weil er sich jederzeit gegen sie wenden konnte.

Sie konnte jetzt nachempfinden, wie Remus Lupin sich gefühlt haben musste…

Hermine wusste, dass Snape sie beobachtete. Er hatte kein Wort mehr mit ihr gesprochen, seit er sie vom Strand abgeholt hatte. Das war nicht ungewöhnlich, doch die Szene, die diesem Schweigen vorausgegangen war, ließ sie sich unwohl fühlen. Ihr lag an einem guten Auskommen mit ihm und sie setzte es aufs Spiel, weil sie nicht auf die Uhr hatte sehen wollen.

„Wäre es nicht leichter für Sie, mich irgendwo anzuketten, bis alles vorüber ist?", brach es schließlich aus ihr heraus.

Snape schnaubte. „Bringen Sie mich nicht auf solch verlockende Ideen! Nein, ich denke, ich werde auch so mit Ihnen fertig, danke. Es sei denn, Sie möchten...?"

Heftig schüttelte Hermine den Kopf.

„Nein! Ich fühle mich schon gefangen genug!"

Und als hätten sie ihr Stichwort vernommen, kamen sie angekrochen, die Taubheit, der schwarze Schleier und das Grauen, das Wispern...

„Hilfe!", rief sie, doch Snape schien schon zu ahnen, dass es losging und kam auf sie zu.

Er sprach sie an, doch sie konnte nicht antworten und ein weiblicher Schrei hallte durch die Luft, als seine Arme sie umschlangen und sie sich aufbäumte.

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Hermine wachte in ihrem Bett auf und vernahm wieder das tröstliche Klappern, das ihr anzeigte, dass Snape noch wach war und arbeitete.

Automatisch hob sie ihre Handgelenke, um zu sehen, ob Spuren darauf zu erkennen waren, doch bis auf die Verletzungen, die noch von früheren Anfällen stammten, war nichts zu erkennen.

Dann bemühte sie sich, die Erinnerungen hervorzurufen, die ihr vom heutigen Abend geblieben waren.

Es waren eigentlich keine richtigen Erinnerungen, es waren eher Traumbilder, die zurückwichen, sobald sie versuchte, sie zu fassen.

Bisher waren die Thanatos-Augenblicke für sie immer ein blinder Fleck in ihrer Erinnerung gewesen. Eine Lücke, die sie nicht schließen konnte, Momente, die für sie nicht existierten, weil sie nichts davon wusste.

Doch nun schienen zum ersten Mal winzig kleine Stückchen erhalten zu bleiben- und sie wusste nicht, ob sie diese Tatsache begrüßen oder verfluchen sollte.

Es war alles so vage...

Eine unbestimmte Empfindung von Farblosigkeit, die sie zu verschlingen drohte, begleitet von einem intensiven Gefühl der Ohnmacht...

Seufzend schüttelte sie den Kopf. Es nutzte nichts, sie bekam kein klareres Bild von den Geschehnissen.

Schließlich stand sie auf, um ihre Nachtkleidung anzuziehen. Sie würde in ihren Jeans nicht wieder einschlafen können, das hatte sie in den vergangenen Nächten oft genug erfahren müssen.

Einem plötzlichen Impuls folgend, ließ sie das Nachthemd wieder sinken und ging in den Wohnraum.

Snape stand am Waschbecken und dirigierte mit dem Zauberstab das Spülen der benutzten Geräte.

Er hob fragend eine Augenbraue, als er sie sah.

„Ich kann nicht mehr schlafen", erklärte sie leise und setzte sich auf das Sofa.

-o-o-o-

Schulterzuckend widmete Severus sich wieder seinen Aufräumarbeiten, als ihm einfiel, dass Miss Granger seit dem Mittag nichts mehr gegessen hatte.

Durch ihren Spaziergang am Nachmittag hatte sie die Teestunde verpasst, bei der er sie meist nötigte, noch etwas zu sich zu nehmen, wohl wissend, dass sie vor dem nächsten Morgen nichts mehr würde essen können. Severus fand zwar nur noch staubtrockene Cracker, doch sie würden ihren Zweck erfüllen. Im Übrigen war er überaus dankbar, dass Hermine noch nicht auf die Idee gekommen war, einen Kuchen zu backen. Er würde nicht die Kraft aufbringen, sich auch dafür höfliche Lügen einfallen zu lassen. Das heutige Mittagessen, das sie ihm präsentiert hatte, rumorte noch jetzt in seinem Magen, obwohl er so wenig wie möglich davon zu sich genommen hatte.

Er ging in die Küche und hielt der jungen Frau wenig später einen Teller mit Käse und Crackern vor die Nase.

„Hier", sagte Severus knapp und setzte sich, nachdem sie den Teller angenommen hatte, neben ihr auf das Sofa und öffnete eine Flasche Wein, aus der er sich ein Glas eingoss.

„Wenn Sie brav aufgegessen haben, dürfen Sie auch eines haben", prostete er ihr zu, und folgsam begann sie zu essen.

Als sie ihren Teller schließlich leer auf den Boden stellte, schenkte er ihr etwas Wein in ein zweites Glas und reichte es ihr.

„Danke", wisperte sie und trank langsam einen Schluck.

Severus tat es ihr gleich und erlaubte es der aufsteigenden Wärme, die er dem Wein verdankte, sich in seinem Körper auszubreiten und ihn angenehm schwer werden zu lassen.

Sein Blick glitt aus dem Fenster. Er musste sich angewöhnen, die Fensterläden zu schließen. Der Anblick des abnehmenden Mondes ärgerte ihn. Er wollte nicht so deutlich vor Augen geführt bekommen, wie die Zeit verrann, ohne dass er Erfolge vorzuweisen hatte. Der nächste Vollmond war sein Ultimatum…

Ein merkwürdiges, unterdrücktes Geräusch ließ ihn zusammenfahren.

Bestürzt sah er die junge Frau in sich zusammensinken. Unaufhörlich schienen Tränen sich aus den Wimpern ihrer niedergeschlagenen Augen zu lösen und ihre Wangen hinunterzurollen.

„Miss Granger! Was ist? Kann ich…?", stammelte er, hilflos dem Anblick ausgeliefert, der sich ihm bot. Bahnte sich etwa ein neuer Anfall an? Das war eigentlich nicht zu erwarten.

„Ich will das alles nicht!", schluchzte sie und Severus schloss für einen Moment die Augen. Natürlich wollte sie das alles nicht! Wer würde das wollen?

Ihr Leugnen und ihr Zorn waren eine Art gewesen, das Entsetzen über diesen Fluch zu äußern, diese Tränen waren nur ein weiterer Weg, den sich ihre Verzweiflung suchte.

Es geschah ohne Überlegung, er folgte einfach dem Impuls, der diese Tränen stoppen wollte. Miss Granger saß dort, leise schwankend, die schmalen Schultern bebend vor unterdrückten Schluchzern, und er öffnete die Arme und zog sie an sich. Ihr Kopf kam an seiner Brust zu liegen- und ihr Schluchzen verstärkte sich.

Severus wurde unsicher. War es ein Fehler gewesen? Hätte er sie nicht berühren sollen? Wie zur Hölle reagierte man in einer solchen Situation?

Doch dann rückte sie noch ein Stück näher an ihn heran und legte eine Hand an seine Brust. Langsam wurde sie ruhiger.

Er fühlte sich zutiefst unwohl, doch er wagte es nicht, sich zu rühren, um nicht möglicherweise weitere Tränenströme zu provozieren.

Was sollte er sagen? Musste er überhaupt etwas sagen?

„Sie halten sich bis jetzt doch ganz passabel, Miss Granger", murmelte er schließlich in einem, wie er hoffte, beruhigenden Tonfall.

„Hermine", murmelte sie dumpf.

„Bitte?"

„Können Sie mich nicht Hermine nennen? Es ist so... fremd, wenn sie mich mit Nachnamen ansprechen. Ich möchte..."

Er verstand.

„Wissen Sie, wie ich heiße?"

„Severus", brachte sie hervor.

„Ja..."

Hermines Schluchzen ebbte langsam ab, doch sie machte keine Anstalten, sich wieder zu erheben, sondern blieb an ihn geschmiegt sitzen.

Severus verharrte ebenfalls nahezu unbeweglich und starrte in die Flammen des Kamins vor sich. Er fühlte sich plötzlich so erschöpft, als hätte er einen meilenweiten Lauf hinter sich... sein Gehirn war müde... er brauchte ein bisschen Ruhe, um neue Kraft zu sammeln. Nur einen Moment die Augen schließen...

Das Feuer knackte friedlich und seine Atemzüge synchronisierten sich mit dem Ticken der Uhr und Hermines Atemzügen, die er deutlich spüren konnte. Sie wurden immer gleichmäßiger und Wärme und Ruhe breitete sich in ihm aus.

„Severus!"

Ein zartes Wispern und ein zaghaftes Zupfen an seinem Hemd ließen ihn so erschrocken auffahren, als habe ihn jemand geohrfeigt.

Es war stockfinster und das Feuer war verloschen. Er war mit Hermine auf dem Sofa eingeschlafen!

„Wir sollten zu Bett gehen", sagte er, barscher als beabsichtigt, um seine momentane Orientierungslosigkeit zu überspielen. Er wand sich innerlich, als seine Worte im Raum widerhallten und eine ganz andere Bedeutung zu bekommen schienen, als er ihnen hatte geben wollen.

Er konnte hören, dass Hermine aufstand.

„Ja", sagte ihre Stimme, die seltsam körperlos war, weil er nichts um sich herum erkennen konnte. „Ja, das sollten wir. Aber es war... Ich danke dir!"

Eine Hand berührte kurz seinen Arm, dann hörte er leise Schritte und schließlich das Schließen ihrer Tür.

Severus stand noch eine Weile lang regungslos in der Dunkelheit. Er versuchte zu fassen, was hier geschehen war und zertrat versehentlich den Teller, den sie hatte liegen lassen. Verdammt!

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Am nächsten Tag ging Hermine wieder am Vormittag spazieren. Severus begrüßte das, denn so konnte er in der Zwischenzeit entspannter arbeiten. Es war seiner Konzentration absolut nicht zuträglich, wenn er zusätzlich darauf achten musste, ob sie rechtzeitig zurücksein würde.

Tatsächlich kam sie pünktlich zurück, was er mit einem schmalen Lächeln quittierte, als er sich daran erinnerte, was Albus ihm einmal über positive Verstärkung erzählt hatte. Nun war er kein Lehrer mehr und kam zum ersten Mal dazu, einen dieser unzähligen Ratschläge anzuwenden.

Severus hatte nie Interesse daran gehabt, Lehrer des Monats oder etwas Ähnliches zu werden. Er war gezwungen gewesen, diesen Beruf auszuüben, weil er ihm die beste Position versprach, die er einnehmen konnte zu der Zeit. Zum Glück war das endgültig vorüber. Es hatte ihn krank gemacht, dauerhaft an dem Ort zu sein, an dem sein Leben zerstört worden war.

Unwillig schüttelte er den Kopf. Er wollte sich jetzt nicht in Erinnerungen verlieren. Er hatte eine Aufgabe, und er wollte sie erfolgreich abschließen können. Wenn alles gut ging, konnte er heute das letzte Mineral ausfindig machen.

Mittags ließ er Hermine alleine essen, um weiterarbeiten zu können und sich die höflichen Lügen über das schmackhafte Gericht wenigstens einen Tag lang sparen zu können. Welcher Teufel hatte ihn bloß geritten, sie zu ermutigen zu kochen? Nun, wenn er nicht erfolgreich war, würde die Welt wenigstens von einer schlechten Köchin verschont bleiben. Doch dieser Gedanke brachte ihm auch keinen rechten Trost.

Severus beachtete die junge Frau nicht, bis der Anfall es unmöglich machte, sie zu ignorieren.

Es hatte sich als zweckmäßig erwiesen, sie ab einer gewissen Uhrzeit im Auge zu behalten, um rasch reagieren zu können, wenn sie versuchte, sich etwas anzutun.

Die Tatsache, dass sie nun begonnen hatte, ihn zu warnen, wenn sie spürte, dass der Anfall nahte, vereinfachte das rechtzeitige Eingreifen, doch leider blieb es nicht bei dieser einen Veränderung.

Bisher war es lediglich Hermines erbitterte Gegenwehr gewesen, mit der es zu tun hatte, doch nun begann sie, mit ihm zu sprechen. Er wusste, dass es der Fluch war, der aus ihr sprach, doch er benutzte ihre Stimme.

„Bitte lass mich in Frieden", stöhnte sie. „Ich kann das nicht mehr ertragen, ich will es nicht mehr! Lass mich einfach gehen, damit das ein Ende hat!"

Sie klang so erschöpft. Es fiel ihm schwer, sich gegen Hermines flehenden Ton zu wappnen und ihn zu ignorieren, wo er doch so gut nachempfinden konnte, wie sie sich fühlen musste in diesen Augenblicken.

„Severus, bitte!"

Er biss die Zähne fest aufeinander, die kleine Schwäche verfluchend, die es ihr erlaubt hatte, ihn mit dem Vornamen anzusprechen. Es war als käme sie ihm durch diesen Laut um einen winzigen Schritt näher, so nahe, dass ihre Bitten nicht mehr völlig ungehört an ihm abprallen konnten.

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tbc

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A/N:

Häresie ist die beharrliche Leugnung oder das beharrliche Zweifeln an einer zu glaubenden Wahrheit, nachdem die Taufe empfangen wurde.