Entschuldigt meine Verspätung. Das Grippemonster hat mich schachmatt gesetzt.
8. Kapitel
Nervös tigerte Neville im Schlafsaal auf und ab. Harrys Schreie hatten nach und nach an Lautstärke verloren und waren zu einem lauten Wimmern geworden, dass jedoch nicht weniger schmerzerfüllt war. Vor der Türe konnte er Ron hören, der all seinen Starrsinn, seine Überredungskraft und, wenn man dem Klang nach gehen konnte, auch seinen Körper einsetzte, um die anderen Gryffindors am Betreten des Raumes zu hindern.
Neville beneidete ihn keineswegs um seine Aufgabe.
Doch im Grunde hätte er sich selbst gerade mit Freuden nicht nur den Gryffindors, sondern auch noch den Ravenclaws, Hufflepuffs und, Merlin verhüte, den Slytherins entgegengestellt, wenn dafür nur endlich Professor McGonagall und Madam Pomfrey gekommen wären.
Kurz streifte sein Blick über das Bett seines besten Freundes. Das ehemals weiße Bettzeug war an vielen Stellen rot gefärbt vom Blut, das aus tiefen Kratzern lief, die sich der Katzenjunge in seinem Schmerz selbst beigefügt hatte. Schweiß glänzte auf seiner wachsbleichen Haut.
Seine Augen waren trüb vor Schmerzen und Fieber. Neville hatte sich zwar nicht getraut Harry noch einmal zu berühren, nachdem er das letzte Mal so intensiv reagiert hatte, doch es reichte schon aus nur in seine Nähe zugehen, um die Hitze zu spüren, die von ihm ausging.
Der Tumult vor der Tür wurde mit einem Mal lauter. Besorgt wandte der Gryffindor sich zu ihr um. Hoffentlich kommt niemand rein, dachte er. Harry kann auf die Aufregung wirklich verzichten.
Hinter sich konnte er hören, wie Dean näher kam, bereit jeden Eindringling umgehend wieder nach draußen zu befördern und Dankbarkeit wallte in ihm auf. Ohne seinen Freund währe er vollkommen verloren gewesen und hätte sich wahrscheinlich längst in irgendeiner Ecke zusammengerollt.
Dann jedoch wurde es außerhalb des Raumes still und es war das Geräusch vieler, sich entfernender Schritte zu vernehmen. Die Tür öffnete sich und drei Personen traten ein.
Madam Pomfrey war in ein langes hellblaues Nachthemd gekleidet, über dass sie sich nur hastig einen flauschigen rosa Bademantel geworfen hatte. An den Füßen trug sie Hausschlappen. McGonagall war ebenfalls in ein Nachthemd gekleidet und hatte sich in einen Plaid mit Tartan-Muster gewickelt. Auf dem Kopf trug sie eine Schlafmütze, unter der einzelne Haarsträhnen wirr hervorlugten. Man konnte gut erkennen, dass die beiden geradewegs aus dem Bett geholt worden waren.
Neville war sich sicher in seinem Leben noch nichts Schöneres gesehen zu haben.
Erleichterung wusch durch ihn und er konnte spüren, wie seine Beine sich in Wackelpudding verwandelten. Sofort war Dean wieder bei ihm und zog ihn zu einem der Betten, auf das er sich mit ihm fallen ließ. Seamus, der mit den beiden Frauen den Raum betreten hatte, gesellte sich zu ihnen. Auch McGonagall kam nach einer kurzen, besorgten Musterung Harrys und einem Blickaustausch mit der Schulschwester zu ihnen.
„Mr. Longbottom, Mr. Thomas, Mr. Finnegan!", nickte sie den drei Jungen zu. „Seien Sie unbesorgt, Sie haben getan, was Sie konnten und nun liegt alles Weitere bei Madam Pomfrey. Ich bin mir sicher …" Erschrocken wisch sie zurück, als Neville mit einem Mal aufsprang und an ihr vorbei zu der Heilerin eilte.
„Nicht anfassen!"
Zu spät … nur sanft hatte sich die Hand der Heilerin um das Handgelenk Harrys geschlossen um dessen Puls zu fühlen, doch die Reaktion war wie auch schon zuvor bei Neville.
Sobald ihrer beider Haut miteinander in Kontakt kam, heulte Harry auf, als wenn er sich an glühendem Eisen verbrannt hätte und das Wimmern wurde erneut zu lauten Schreien. Sofort zuckte die Hand der Schwester zurück und sie sprach einige Zauber aus, die den offensichtlichen Schmerz des Jungen lindern sollten, doch zeigten diese keinerlei Wirkung.
Besorgt runzelte sie die Stirn, während Neville aufgebracht herum fuhr und Seamus mit einem Blick bedachte, der dem Zaubertränkemeister alle Ehre gemacht hätte. „Hast du ihnen nicht gesagt, dass Harry nicht angefasst werden darf?", fauchte er aufgebracht. Schuldbewusst blickte Seamus zu Boden. „Idiot!" Mit diesen Worten wandte er sich wieder der Krankenschwester zu. „Können sie nicht irgendetwas tun? Ihn mit einem Zauber belegen oder ihm einen Trank geben …" Hilflos brach er ab.
Madam Pomfrey legte nachdenklich die Stirn in Falten und drehte ihren Zauberstab in ihren Händen.
Das ist wirklich eine verzwickte Lage, dachte sie. Zauber zeigen bei ihm seit der Verwandlung keine Wirkung mehr und Tränke … ich weiß nicht … das haben wir noch nicht versucht. Am besten gebe ich Severus bescheid, er hat eine größere Auswahl an Zaubertränken auf Lager als ich.
Entschlossen blickte sie die anderen, sich im Raum befindlichen Personen an. „Ich bin dafür, dass wir Severus herholen. Vielleicht weiß er einen Trank, der Harry helfen kann. Meine Zauber zeigen nämlich keine Wirkung auf ihn. Leider weiß ich nicht wo er sich im Moment aufhält, da er glaube ich heute Nacht Aufsicht hat." Fragend blickte sie zu Minerva, die bestätigend nickte.
„Ja, er hat mir früher heute Abend gesagt, dass er heute wieder die Gänge kontrollieren müsse. Er könnte sich demnach so gut wie überall befinden.", sagte sie und seufzte leise. „Das ist aber auch mal wieder typisch für das Glück des Jungen! Am besten bitten wir einen Hauselfen ihn für uns zu suchen. Gerade an dem einen Abend, wo Albus außer Haus ist muss so etwas geschehen."
Neville hatte sich derweil wieder etwas beruhigt und straffte die Schultern. „Dobby!", rief er in den Raum herein. Es ploppte und die zierliche Gestalt des Elfen manifestierte sich vor ihm. „Was …", begann er auf die für Hauselfen typische diensteifrige Art, bevor ein besonders qualvoller Schrei Harrys ihn herumfahren ließ. Mit einem Quieken riss er seine riesigen Augen auf. „Mr. Harry Potter Sir!", flüsterte er entsetzt und richtete seinen Blick direkt auf Neville. „Mr. Neville Longbottom Sir, was fehlen Mr. Harry Potter Sir? Können Dobby tun irgendetwas? Dobby alles tun würde, um Mr. Harry Potter Sir zu helfen!"
Mitleid mit dem vollkommen verängstigten und beinahe schon panischen Wesen wallte in dem Gryffindor auf. Er wusste wie sehr Dobby an seinem Mr. Harry Potter Sir hing. Also kniete er sich vor dem Elfen auf dem Boden und legte ihm beruhigend beide Hände auf die schmalen Schultern. „Ganz ruhig! Harry ist krank und ja, du kannst etwas tun, um uns und damit auch ihm zu helfen. Du musst Professor Snape finden und dafür sorgen, dass er her kommt. Sag ihm, dass Harry starke Schmerzen hat und wir seine Hilfe brauchen."
Mit einem Nicken und einem weiteren Plopp verschwand der Hauself. Seufzend ließ Neville die Hände sinken und blickte zu den anderen auf. „Jetzt können wir nur warten und hoffen."
Während Harry in seinem Schlafsaal schreckliche Schmerzen ausstand, schritt Severus lautlos durch die dunklen Gänge des Schlosses und suchte nach Schülern, die sich über die Ausgangssperre hinweg außerhalb ihres Hauses aufhielten. In seiner dunklen Robe verschmolz er beinahe vollständig in der Dunkelheit. Wie ein Raubtier auf der Suche nach seiner Beute.
Der Gedanke ließ den Hauch eines Lächelns auf seinen ernsten Zügen erscheinen, während in seinem Innern das Bild eines geschmeidigen schwarzen Panters auftauchte, der sich verstohlen durch das dichte Unterholz bewegte. Dann jedoch verschwand das Lächeln wie Rauch durch einen Schornstein, als ihn die schöne Raubkatze an eine bestimmte andere, ebenfalls schwarze Katze erinnerte.
Verdammt, wie schafft es dieser verdammte Bengel nur immer wieder sich in meine Gedanken zu schleichen?, fragte er sich grimmig.
Aber die Antwort auf diese Frage war im Grunde klar … indem er einfach niemals gänzlich aus ihnen verschwand. Was immer er auch machte, ob er unterrichtete, braute oder schlief, immer war da dieser Schatten am Rande seines Bewusstseins. Immer bereit in den am wenigsten passenden Momenten mit einem Mal in dem Mittelpunkt seines Denkens zu rücken und ihn mit der Vorstellung von strahlenden grünen Augen, unbändigen schwarzen Haaren und einer schnurrenden Stimme abzulenken.
Ein Teil von ihm wollte sich diesen Gedanken hingeben und sie einfach genießen und genau das war der Grund, aus dem er Harry Potter so gut es ging mied.
Der Junge war gerade einmal siebzehn, sein Schüler und der Sohn seines ärgsten Schulfeindes. Das Vernünftigste war ihn einfach zu vergessen und sein Leben so weiterzuleben wie bisher. Selbst wenn er seit Jahren nicht mehr so gut geschlafen hatte, wie in den Nächten, in denen sich der Junge als Katze in sein Bett geschlichen hatte und sein Körper noch so perfekt in seine Arme passte.
Er musste es endlich schaffen von Kitten … nein, Potter, loszukommen. Der Junge war immerhin auch schon längst über ihn hinweg gekommen, was sich daran zeigte, dass ihm nun schon lange nicht mehr von dem kleinen Kater aufgelauert worden war.
Severus ignorierte den Knoten, der sich bei dem Gedanken in seinem Magen bildete.
Mit großen Schritten bog er um eine Ecke und bemerkte innerlich lauthals fluchend, das er während er in seine Gedanken versunken gewesen war, ganz automatisch den Weg zum Gryffindorturm eingeschlagen hatte und sich nun nicht weit vom Gemälde der fetten Dame befand.
„Na super!", murmelte er. „Und als nächstes male ich kleine Herzchen auf meine Pergamente und laufe rot an, wann immer mir der Bengel über den Weg läuft."
Er drehte sich so ruckartig um, dass sein Umhang wild um ihn herum wirbelte und eilte den Weg entlang, aus dem er gekommen war. Das fehlte wirklich noch, dass er wie ein liebeskrankes Hündchen vor dem Gryffindorgemeinschaftsraum herumlungerte.
Er war gerade in einen Geheimgang abgebogen, der ihn direkt in das Gebiet der Ravenclaws führen sollte, als mit einem Mal ein, in der Stille der Nacht, relativ lautes Geräusch ertönte und eine kleine Gestalt in bunt zusammen gewürfelten Kleidungstücken vor ihm im Gang auftauchte. Seine erste Reaktion bestand darin reflexartig den Zauberstab zu ziehen und ihn auf die kleine Gestalt zu richten. Man überlebte nicht so lange als Spion, wie er es getan hatte, in dem man seine Zeit mit zögern verschwendete.
Nachdem er erkannt hatte, was da vor ihm aus der Luft geploppt war, bestand seine nächste Reaktion darin spöttisch eine Augenbraue hochzuziehen.
Rosa Hyppogreife auf grellgelbem Grund? Der Hauself würde sich wahrscheinlich hervorragend mit Albus verstehen. Wenn er es recht bedachte, war er sich sicher, die Mütze mit den wirbelnden neongrünen Sternen, die der kleine Kerl trug, sogar einmal bei seinem Mentor gesehen zu haben.
„Was willst du?", fragte er den Hauselfen, der aussah, als ob er jeden Moment einen Nervenzusammenbruch erleiden würde. Riesige Augen blickten zu ihm auf.
„Mr. Neville Longbottom Sir schickt Dobby um Professor Snape Sir zu holen. Mr. Harry Potter Sir schreckliche Schmerzen hat und schreit, dass es Dobby schon beim Zuhören schmerzen tut. Müssen helfen Professor Snape Sir, überall Blut ist und Dobby sich schreckliche Sorgen macht."
Die kunterbunte Kreatur hatte so schnell gesprochen, dass es Severus schwer gefallen war dem Gesagten zu folgen. Das wichtigste jedoch hatte er mitbekommen.
Harry, Schmerzen, Blut.
Kitten!
Heiße Panik schoss wie Feuer durch seine Adern, jagte seinen Herzschlag nach oben und schaltete jegliches rationale Denken aus. Später, wenn er zu diesem Moment zurückblicken würde, würde er behaupten, dass er es einfach für logischer gehalten habe den Jungen zu den Tränken zu bringen statt umgekehrt, da er sich viel näher bei ihm befand und ja auch nicht wusste, welchen Trank er brauchen würde. Doch die Wirklichkeit sah anders aus. In Wirklichkeit verschwendete er nicht einen Gedanken daran, was logisch war. Nur eines zählte in diesem Moment für ihn. Sein Kitten brauchte ihn.
Wie von Furien gehetzt flog er beinahe schon durch die Gänge. Sein Herz raste, als gelte es einen Marathon zu gewinnen und seine Roben flatterten sich bauschend hinter ihm her. Die Welt um ihn herum verschwand, wurde unwirklich, als die Angst um den Katzenjungen in das Zentrum seines Seins rückte.
Kurz vor dem Zugang zum Turm der Gryffindors liefen ihm zwei Schüler beinahe vor die Füße, was normalerweise sofortigen Punkteverlust für sowohl den Jungen aus Gryffindor, wie auch seine Freundin aus Hufflepuff nach sich gezogen hätte. Doch er bemerkte die Regelbrecher nicht einmal, obwohl das Mädchen bei seinem Anblick vor Überraschung sogar leise aufschrie.
Mit großen Schritten eilte er an ihnen vorbei direkt auf den Eingang zum Gemeinschaftsraum zu.
„Goldregen!", schleuderte er der in ein rosa Rüschenkleid gekleideten Dame auf dem Gemälde entgegen. Diese war käsebleich. Ohne auch nur einen Piep von sich zu geben, gab sie den Durchgang frei. Zeichen dafür, dass irgendetwas sie schrecklich aus dem Gleichgewicht gebracht haben musste, denn normalerweise war diese Frau nie um einen dummen Kommentar verlegen.
Doch Severus stand viel zu sehr neben sich, um ihr ungewöhnliches Verhalten überhaupt zu bemerken. Selbst wenn, sobald der Durchgang freigegeben war, erübrigte sich jede Frage, denn der Grund für ihr Verhalten hallte ihm lautstark entgegen.
Oh Merlin, Kitten!
Severus hatte im Laufe seiner Todesserkarriere schon vielen Folterungen beigewohnt, doch noch nie hatte er solche Schreie gehört. Der Schmerz, der in ihnen lag war nahezu fühlbar.
Wenn möglich wurde seine Panik noch größer als zuvor.
Schneller noch als Albus, wenn man ihm mit einer Packung Zitronendrops winkte, stürmte er die Treppe herauf. Ron, der immer noch vor der Tür zum Schlafraum Wache stand, nahm er nicht einmal wahr und hätte ihn glatt über den Haufen gerannt, wenn dieser sich nicht mit einem wagemutigen Sprung zur Seite in Sicherheit gebracht hätte.
Die Tür konnte dieses Kunststück nicht vollbringen. Mit einem lauten Knall flog sie auf und donnerte gegen die Zimmerwand. Ein langer Riss erschien in dem alten stabilen Holz, das schon viele Generationen von Schülern überlebt hatte, nur um nun der Sorge eines Lehrers zum Opfer zu fallen.
Der stürmische Auftritt des Tränkemeisters hatte die schon im Raum Anwesenden unvorbereitet erwischt. Weder hatten sie so früh mit ihm gerechnet, noch in solch einer Verfassung. Die Roben durch sein panisches zu Harry eilen in Unordnung geraten, die Stirn schweißbedeckt und heiße Sorge im Blick. Das war nicht der Severus Snape, den sie kannten und, im Fall der Schüler, fürchteten. So war es ihnen wohl auch nicht zu verdenken, dass sie ihn zunächst nur mit offenen Mündern anstarren konnten.
Selbst Minerva war nicht klar gewesen, wie groß seine Zuneigung zu Harry war. Wie groß seine Sorge um ihn sein würde.
Severus nahm die anderen Menschen im Raum nicht einmal wahr. Sobald er den Raum betreten hatte, richtete sich sein Blick zielsicher auf Harry und ohne seine Schritte auch nur ein wenig zu verlangsamen, eilte er geradewegs zu seinem Bett herüber. Die qualvollen Schreie in seinen Ohren widerhallend.
Seltsamerweise war es Neville, der sich als erster aus seiner Starre zu lösen vermochte.
„P … Professor! Wir hatten sie nicht so schnell erwartet. Haben sie die Tränke dabei?" Severus gönnte ihm nicht einmal einen Seitenblick. Seine ganze Konzentration ruhte auf Harry, seiner bleichen Haut, den vor Schmerz glasigen, ruhelosen Augen und den blutenden Wunden, die er sich selbst zugefügt hatte. Bei dem Anblick zog sich sein Herz schmerzhaft zusammen. Doch er bewirkte auch, dass sich der Nebel in seinem Verstand ein wenig lichtete.
„Schh … Keine Sorge Kitten, jetzt wird alles wieder gut. Ich passe auf dich auf.", sagte er mit sanfter Stimme und beugte sich über Harry. Dieser spitzte die Ohren und sein Blick suchte und fand den Kontakt zu seinen Augen. Ermutigt fuhr Severus fort leise auf ihn einzureden. „Du machst aber auch wieder nur Schwierigkeiten, nicht wahr? Irgendwann bekomme ich wegen dir noch kraue Haare. Na, komm, ich bringe dich in mein Labor und dann sorgen wir dafür, dass die Schmerzen aufhören." Er streckte den Arm nach Harry aus.
Dies riss nun auch die anderen aus ihrer Starre. Noch während er nach ihm griff, zuckten sie erschrocken zurück, sich bewusst, dass jede Warnung zu spät kommen würde und ängstlich wie Harrys Reaktion auf so viel Hautkontakt aussehen würde. Würden oder vielmehr konnten sich seine Schmerzen noch steigern, seine Schreie noch an Lautstärke gewinnen, noch gequälter klingen?
Neville griff halt suchend nach Deans Hand und klammerte sich so fest an ihn, dass seine Knöcheln weis hervortraten. Dean erwiderte den Druck nicht weniger fest. Madame Pomfrey und Professor McGonagall tauschten einen Blick aus, beide bleich und ihre Sorge deutlich in ihre Gesichter geschrieben. Seamus drückte sich die Hände auf die Ohren und schloss die Augen. Er wollte nicht sehen, nicht hören, was nun geschah.
Severus zog den zierlichen Körper Harrys vorsichtig zu sich heran und hob ihn auf seine Arme. Seine Hand kam dabei auf dem bloßen Oberkörper des Jungen zum Liegen.
Mit Horror in den Augen sahen die Anderen zu ihnen. Jetzt würde alles bestimmt noch schlimmer werden, Severus hatte Harry berührt und das bedeutete …
…
… anscheinend etwas anderes, als bei allen anderen. Anstatt nämlich nun noch lauter zu schrien und der Berührung auszuweichen, drängte sich Harry Severus geradezu entgegen und schien ruhiger zu werden.
Irritiert und ungläubig blickten die beiden Frauen und die drei Schüler Severus hinterher, als dieser mit Harry auf dem Arm aus dem Raum stürmte.
Stille herrschte in der hogwarts'chen Krankenstation, welche von der untergehenden Sonne in einen sanften goldenen Schimmer getaucht wurde. Durch das geöffnete Fenster drang melodisches Vogelgezwitscher und eine sanfte Brise brachte den sinnlichen Duft des sich an der Außenwand heraufrankenden magischen Jasminstrauches mit sich. Seine weißen, auf dem Fensterbrett wuchernden Blüten bildeten einen wunderbaren Kontrast zu dem in feurige Farben getauchten Himmel.
Zurzeit war nur ein einziges Bett in der Krankenstation belegt. Ein kleiner Hügel unter der dünnen Decke, der einzige Hinweis auf die sich darin befindliche Person. Neben dem Bett auf einem Stuhl saß eine sich gegen die hellen Wände der Station wie ein dunkler Schatten abhebende Gestalt, auf dem Schoß ein aufgeschlagenes Buch, welchem sie jedoch keinerlei Beachtung schenkte. Ihre ganze Aufmerksamkeit war auf den sich langsam und gleichmäßig hebenden und senkenden Deckenhügel gerichtet. Kaum das die schwarzen Augen auch nur blinzelten. Ein Arm war zum Teil unter der Decke verschwunden. Dort unter dem Schutz des weißen Stoffes hielten lange, schlanke Finger sanft und zugleich mit bestimmtem Druck, die schmale Hand des Verborgenen umschlungen, der sich im Schlaf mit eisernem Griff an ihm festhielt, als fürchte er der andere könne einfach so verschwinden. Ein langer, von weichem Fell bedeckter Katzenschwanz hatte sich wie als zusätzliche Sicherheit um sein Handgelenk geschlungen.
Schwarze Haare wehten in einem Lufthauch und die Gestalt unter der Decke murmelte leise, als der Geruch von verschiedenen Kräutern, vermischt mit dem Duft des Jasmins zu ihr hin geweht wurde. Eine Bewegung ging durch den Deckenhügel, als die Gestalt sich im Schlaf bewegte. Die Decke verrutschte ein wenig und gab den Blick auf einen, von zwei zarten Katzenohren gekrönten, schwarzen Haarmob frei.
Mit einem weichen Ausdruck in den Augen lehnte Severus Snape sich ein wenig vor und strich mit seiner freien Hand sanft durch die wilden, schwarzen Locken. Ein leises Schnurren erklang von unter der Decke.
„Was soll ich nur mit dir machen, Kitten?", murmelte er leise, die Stimme warm wie dunkler Samt und den Hauch eines Lächelns in den besorgt blickenden Augen.
Wie zur Antwort erklang ein erneutes Murmeln und der dunkle Haarschopf schmiegte sich in seine unentwegt durch das schwarze Haar streichende Hand. Das Schnurren wurde lauter, als er mit den Fingerspitzen leicht über die empfindlichen Katzenohren fuhr.
Der süße Gesang einer Nachtigall schwebte in den langsam dunkler werdenden Raum.
Vor der Tür wurden Schritte laut. Stimmen waren zu hören.
Sofort ließ Severus von den seidig weichen Locken ab und griff nach dem Buch auf seinem Schoß. Die andere Hand jedoch blieb wo sie war.
Als sich die Tür zur Krankenstation öffnete, hob er fragend den Kopf und blickte den eintretenden Personen ruhig entgegen. Für alle Welt wie ein Mann aussehend, den man geradeaus einer interessanten Lektüre aufgeschreckt hatte.
„Guten Abend Severus! Miss Lovegood und Mr. Longbottom sind vorbeigekommen, um nach ihrem Freund zu sehen. Ist er mittlerweile aufgewacht?" Effizient wie immer kam Madame Pomfrey in den Raum und ging direkt hinüber zu Harry und Severus. Luna und Neville immer auf ihren Fersen.
„Abend!", knurrte Severus, ohne echten Groll in der Stimme. Im Grunde konnte er die Krankenschwester wirklich gut leiden, aber immerhin waren Schüler mit im Raum und er hatte einen hart erarbeiteten schlechten Ruf zu verteidigen. Schließlich war ihm nun schon zum wiederholten Mal die Ehre zuteil geworden am Ende des Schuljahres vom Abschlussjahrgang zum Unbeliebtesten Lehrer Hogwarts gekürt zu werden. Seit seinem ersten Jahr als Lehrer war er nur zwei Mal nicht der Empfänger dieser Auszeichnung gewesen. Einmal war er von Lockhard ausgestochen worden und einmal von Umbridge. Gegen diese beiden hatte er nun wirklich keine Chance gehabt. Vor allem Umbridge war es immerhin gelungen selbst den Direktor gegen sich aufzubringen. Dafür waren wohl tatsächlich die Übernahem der Schule und das Foltern von Schülern notwendig gewesen. Schön zu wissen, dass es bei Dumbledore wirklich noch so etwas wie eine Schmerzgrenze gab. Manchmal hatte Severus schon hart daran gezweifelt.
Wie dem auch sei, Severus war wie gesagt bis auf diese beiden Jahre immer als unbeliebtester Lehrer ausgezeichnet worden. Geschlagen wurde diese `Siegesstrecke´ nur noch von Albus selbst, der seit dem Jahr, in dem er diese Preisverleihung das erste Mal veranstaltet hatte, durchgehend mit dem Goldenen Zitronendrop für die ausgefallenste Kleidung geehrt worden war. Kein Grund also in diesem Jahr mit der Tradition zu brechen und Gefahr zu laufen den Preis zu verlieren.
„Ki … Mr. Potter ist bislang noch nicht erwacht, jedoch ist sein Fieber vollständig verschwunden und er scheint sich wieder besser zu fühlen. Keine Schmerzen mehr, soweit ich das beurteilen kann.", berichtete er, bevor er den Blick wieder senkt, um in seinem Buch weiter zu lesen. Oder zumindest so zu tun, während er aus den Augenwinkeln Poppy beobachtete, welche nun die Decke ein Stück weit herunterzog um einen besseren Blick auf Harry werfen zu können.
Er konnte hören, wie Harrys beide Freunde näher kamen, doch war seine Aufmerksamkeit alleine auf den Jungen gerichtet.
Dessen Gesicht war immer noch bleich und dunkle Schatten lagen unter seinen Augen. Seine Unterlippe war leicht geschwollen und ein wenig getrocknetes Blut war dort zu sehen, wo er sich selbst gebissen hatte, um seine Schmerzenslaute zu dämpfen. Doch sein Gesicht war entspannt und sein Atem ging ruhig und gleichmäßig.
Mit einer resoluten Bewegung, zog Poppy ihren Zauberstab, hob ihn, hielt dann mitten in der Bewegung inne, steckte ihren Zauberstab wieder in die Tasche und zog ein einfaches Muggelfieberthermometer hervor. Sie zögerte nur kurz, bevor sie sachte den Mund ihres Patienten öffnete, um das Messgerät unter seiner Zunge zu positionieren. Zwar hatte sie Harry in den beinahe 15 Stunden, die dieser nun schon in der Krankenstation lag nun schon mehrfach berührt, doch nach den Erlebnissen der vergangenen Nacht konnte ihr wohl niemand verdenken, wenn sie ein wenig vorsichtiger war, als sonst.
Um sich zu beschäftigen, bis das Thermometer mit seiner Arbeit fertig war, ging Poppy hin und schloss das Fenster. Die Abendluft wurde eh mittlerweile ein wenig zu frisch.
Während Poppy das Fenster schloss und das Thermometer seinen Dienst verrichtete, hatte sich Neville einen Stuhl besorgt und sich, gegenüber seines Tränkeprofessors, an der Seite seines schlafenden Freundes niedergelassen.
Sein Blick, als er auf Harrys friedliches Gesicht blickte, war sanft und liebevoll. Harry war der beste Freund, den er jemals gehabt hatte.
Ich bin ja so froh, dass ich dich nicht verloren habe. Ich weiß nicht, was ich ohne dich hier machen sollte.
Luna trat neben ihn, beugte sich vor und gab Harry ohne auch nur einen Sekundenbruchteil zu zögern, einen Kuss auf die Wange, Auch in ihren Augen war die Liebe zu ihrem Freund deutlich lesbar. Ebenso wie Neville hatte sie noch nie einen Freund wie Harry ihr eigen nennen dürfen. In Fakt, hatte sie vor Harry überhaupt keine echten Freunde gehabt. Die meisten Leute hielten sie für seltsam und mieden sie. Dabei war sie ein sehr liebevoller Mensch, sanft, hilfsbereit und allem gegenüber offen und unvoreingenommen.
Und sie ist mutig!, dachte Neville, als Luna nachdem sie sich wieder aufgerichtet und Harry noch einmal sanft über die Wange gestrichen hatte, um das Bett herum zu ihrem lesenden Professor begab, welcher sie nicht zu bemerken schien.
Sie blickte ihm über die Schulter, lächelte eines ihrer verträumten Lächeln und sagte: „Wirklich lästig diese Knarge, nicht wahr?"
Ok, dass verschaffte ihr nun doch seine Aufmerksamkeit. „Wie bitte?", fragte er irritiert und blickte von seinem Buch auf, direkt in ihr wässrigblauen Augen. Es war, als würde sie ihm direkt in die Seele blickten, doch was ihn viel mehr Unbehagen bereitete, war das Funkeln, welches in den tiefen ihrer hellen Augen verborgen lag, Es erinnerte ihn an Dumbledore und einige der peinlichsten Situationen seines Lebens.
Wie sehr er doch funkelnde Augen hasste!
So in seine Gedanken vertieft hätte Severus beinahe die Antwort der blonden Ravenclaw auf seine Frage verpasst.
„Ich habe gesagt, dass diese Knarge ganz schön lästig sind. Sie sind der erste Mensch in Hogwarts, bei dem ich erlebe, wie er sich gegen sie verteidigt."
Irgendwie half ihm ihre Antwort nicht wirklich weiter. Er hob fragend eine Augenbraue. „Wovon bitte sprechen Sie?"
Nun wurde das Funkeln in ihren Augen deutlicher und ihre Lippen verzogen sich zu einem Lächeln. „Über Ihr Buch … Sie lesen es kopfüber, Sir. Das ist der einzige Weg um zu verhindern, dass die Knarge einem das angelesene Wissen stehlen."
Severus Blick schoss hinab zum Buch in seiner Hand, welches er in der Tat falsch herum hielt. Mist! … Soviel zu meinem Ruf!
Aus Nevilles Richtung erklang ein unterdrücktes Kichern, welches der Tränkeprofessor mit einem bösen Blick quittierte. Neben ihm lächelte Luna verträumt und summte eine leise Melodie. Am liebsten währe Severus nun einfach aufgestanden und aus dem Zimmer marschiert, doch sträubte sich alles in ihm dagegen die Hand seines Kitten loszulassen. Also blieb er wo er war, drehte wortlos sein Buch um und `vertiefte´ sich wieder in seine Lektüre, unter dem Schutz der Bettdecke mit dem Daumen kosend über den Handrücken Harrys streichend.
Neville, der sich wieder beruhigt hatte, lehnte sich in seinem Stuhl zurück. Sein Blick, auf seinem Lehrer ruhend, war nun ernst und nachdenklich. Snape sah aus, als hätte er die ganze Nacht über nicht geschlafen und trug immer noch dieselben Anziehsachen, wie in der Nacht. Sein Haar war zerzaust und seine Augen leicht blutunterlaufen. An seinem Hals befand sich ein verschmierter Blutfleck, den er sich nicht die Mühe gemacht hatte wegzuwischen. Wahrscheinlich wusste er nicht einmal, dass dieser Fleck sich dort befand.
Snape war in der Nacht zuvor nicht er selbst gewesen. Nie zuvor hatte Neville seinen sonst so gefassten Lehrer in einem solch aufgelösten Zustand gesehen. Als er in ihren Schlafsaal gestürmt war, waren ihm Sorge und Panik quer übers Gesicht geschrieben gewesen. Wie von Dämonen gejagt war er an Harrys Bett geeilt und hatte ihn bevor irgendjemand hatte reagieren können, einfach auf den Arm gehoben.
Neville hatte in diesem Moment geglaubt einen Herzanfall bekommen zu müssen. Ich könnte schwören, dass mein Herz für einen oder auch zwei Schläge ausgesetzt hat, als Snape einfach so nach Harry griff und sich ihre Haut berührte. Ich dachte schon, dass es nun noch schlimmer würde … die Schreie … der Schmerz … unsere Hilflosigkeit.
Doch es war anders gewesen.
Harrys Reaktion war anders gewesen.
Anstatt zurückzuweichen, zu schreien und sich vor Schmerzen zu winden, hatte er sich geradezu an den Körper des Lehrers gedrängt, als dieser ihn aus der Tür getragen hatte. Natürlich waren er und die anderen Snape und seiner Fracht gefolgt, sobald sie sich von ihrer Überraschung erholt hatten. Es hatte sie einige Mühe gekostet den mit langen Schritten davoneilenden Mann einzuholen. Als sie ihn erreichten, konnten sie sehen, dass Harry seine Arme fest um den Hals des Professors geschlungen und sein Gesicht in dessen Robe vergraben hatte, während sein Schwanz sich um einen seiner Arme geschlungen hatte. Seine Schreie waren einem Wimmern gewichen. Ab und an war ein gedämpftes Stöhnen oder ein schmerzhaftes Zischen von ihm gekommen und ein Zittern durch seinen Körper gewandert.
Neville zumindest war bei diesem Anblick vor Erleichterung beinahe in Tränen ausgebrochen.
Es hatte sie einige Anstrengung gekostet Snape, der Harry schützend an sich gedrückt hielt, in Richtung Krankenstation zu lotsen. Er war entschlossen gewesen den Jungen in seine Räume in den Kerker zu bringen und ihm dort alle möglichen Tränke einzuflössen. Doch letztendlich war es Madam Pomfrey gelungen ihn davon zu überzeugen, dass Harrys Zustand sich genug gebessert hatte, dass er keine Tränke mehr benötigen würde und dass sie ihn jetzt am besten in ein Bett schaffen sollten, damit er sich ausruhen könne.
Im Krankenflügel hatte Snape sich dann höchstpersönlich darum gekümmert Harry zu reinigen und seine Wunden zu versorgen. Was zu der Zeit wohl aber auch nicht anders geklappt hätte, da der Katzenjunge, als Madam Pomfrey ihn aus Versehen berührt hatte, mit einem leisen Wimmern von ihr zurückgezuckt war. Das hatte der Heilerin einen finsteren Blick des Tränkemeister und allen anderen ein Verbot in Harrys Nähe zu kommen eingebracht. Irgendwann war Harry eingeschlafen, die Hand fest in den Stoff von Snapes Robe gekrallt und Madam Pomfrey hatte jeden außer den Tränkemeister rausgeschmissen.
Ich frage mich, ob Snape sein heute Nacht auch nur ein einziges Mal von Harrys Seite gewichen ist?, dachte Neville amüsiert. Ich würde zwanzig Galleonen gegen einen von Dumbledores Zitronendrops setzen, dass nicht.
Sein und Lunas Blick kreuzten sich. Kurz funkelten ihre verträumten Augen amüsiert. Sie wusste, was er dachte und sie stimmte ihm zu.
Es war wirklich faszinierend, wie nahe sie sich in den letzten Monaten gekommen waren, dass er so genau sagen konnte, was sie dachte. Wieder fühlte er Dankbarkeit in sich aufwallen nun so gute Freunde zu haben. Er schenkte dem Mädchen ein liebevolles Lächeln, welches erwidert wurde.
Doch seine rührseligen Gedanken würden unterbrochen, als Madam Pomfrey ans Bett trat und nach dem Fieberthermometer griff.
„Ah, das Fieber ist vollständig zurückgegangen. Jetzt bedarf es nur och etwas Zeit, Ruhe und vor allem viel Schlaf und dann dürfte Harry wieder ganz der Alte sein.", meinte die Heilerin zufrieden. Sie reinigte das Thermometer und steckte es in ihre Tasche zurück. „Auf jeden Fall hoffe ich das! Wir wissen nicht, was die Attacke gestern verursacht hat, also kann ich nicht sagen, ob es sich wiederholen wird. Vielleicht kann Harry etwas Licht in die Angelegenheit bringen, sobald er aufwacht."
Neville, Luna und –wenn man sehr genau hinsah- auch Severus war ihre Erleichterung bei den Worten der Heilerin anzusehen.
Ihnen war natürlich klar gewesen, dass es Harry schon wieder viel besser ging, aber es war immer sehr beruhigend, wenn man so etwas von einer Fachfrau noch einmal bestätigt bekam.
„So!" Resolut stützte Madam Pomfrey ihre Hände in die Taille und drehte sie zu Neville und der in der Zwischenzeit zu ihm herüber gekommenen Luna um. „Miss Lovegood, Mr. Longbottom … ich möchte Sie bitten jetzt zu gehen. Abendessen wir bald serviert und wir wollen ja nicht, dass Sie zu spät kommen.
Sie schob beide in Richtung Tür.
„Husch, husch! Und sagen Sie Ihren Klassenkameraden, dass Mr. Potter in der nächsten Zeit keinen Besuch empfangen kann."
Gehorsam eilten die beiden Schüler aus dem Krankenflügel. Natürlich nicht, ohne Harry noch einen letzten Blick zuzuwerfen. Wer wusste schon, wann die Krankenschwester sie mal wieder zu ihm lassen würde.
Als sie verschwunden waren, drahte diese sich mit entschlossenem Gesicht zu Severus um. Sie stellte sich direkt vor ihn. „Und nun zu dir, Severus Sebastian Snape!" Angesprochener zuckte zusammen und blickte unsicher von seinem Buch auf.
Oh oh … der ganze Name. Das kann nichts Gutes bedeuten! Hoffentlich wirft sie mich nicht auch noch raus!
„Ja Poppy?"
„Dich rauszuwerfen würde mir wohl nichts bringen, oder? Wie ich dich kenne, wärst du im Handumdrehen wieder hier und würdest mir als Rache den restlichen Tag zur Hölle machen."
Severus schaute sie unschuldig an. Wer ich? Schien sein Blick zu sagen.
„Oh, tu nicht so unschuldig! Ich kenne dich jetzt lang genug, Mister. Ich durchschaue dich!" Sie blickte ihm direkt in die Augen. Ihr Blick war aus Stahl und bohrte sich direkt in seine Seele. Dann lächelte sie mit einem Mal.
Sanft legte sie eine Hand auf seine Schulte und drückte diese leicht.
„Sag mir Bescheid, wenn unser Dornröschen aufwacht. Ich bin in meinem Büro."
Sie wandte sich zum gehen, drehte sich jedoch noch einmal um, ihr Blick erneut stahlhart.
„Ach ja, ich schicke dir einen Elfen mit etwas zum Essen. Und wehe ich höre, dass du nicht aufgegessen hast, du bist eh schon viel zu dürr!"
Mit diesen Worten war sie verschwunden.
~tbc~
