Ein wunderschönes Wochenende wünscht das Rudel allen seinen Lesern, Freunden, Homies, Bekannten, Verwandten und Feinden. Möge euer Tag so schön sein, dass er ein Lächeln auf euer Gesicht zaubert. Und wenn er das bis jetzt noch nicht geschafft hat, gelingt es diesem Tag vielleicht mit dem Beitrag von Tanuri, unserem kleinen Otter.
Ihr wollt mehr? Kein Problem, ihr bekommt mehr:
http:/www. fanfiktion. de/u/Arya16
(Nehmt bitte die Leerzeichen nach www. und nach fanfiction. raus)
Das Rudel – Das Rudel – Das Rudel – Das Rudel – Das Rudel
Was ich bin und was ich war, das wird mir erst beim Abschied klar
von Tanuri/Arya16
Widmung: Diesen Kalenderbeitrag möchte ich gerne meiner genialen Beta Schneekatze widmen. Ohne Dich wäre das hier nicht so geworden, wie es jetzt ist. Ich danke Dir.
Das, was uns am meisten beschäftigt, ist immer die Frage nach der Zukunft.
Nur wenige Menschen fragen nach der Vergangenheit, weil sie erkannt haben, dass aus Vergangenem Zukünftiges wird.
Doch dieser Tag stellte wohl mehr als jeder andere den Übergang von Vergangenem zum Zukünftigem dar.
Es regnete, mal wieder, wie die junge Hexe bemerkte. Diesen Sommer hatte es andauernd geregnet und die Ländereien von Hogwarts in die reinste Schlamm- und Matschlandschaft verwandelt. Inmitten dieses Naturschauspiels stand Hermione, klügste Hexe ihres Alters, mit bloßen Füßen und offenen Haaren.
Ihr Blick war auf das große, mächtige Schloss gerichtet, auf das Portal, dass sie morgen früh zum letzten Mal offiziell gemeinsam mit ihren Klassenkameraden durchschreiten sollte.
Acht Jahre war es jetzt her, dass sie das alte Gemäuer zum ersten Mal erblickt hatte. Währenddessen war viel passiert. Voldemort war endgültig besiegt worden. Albus Dumbledore war tot und sein Mörder, Severus Snape zum nationalen Held ernannt worden. Kingsley Shaklebold war zum amtierenden Zaubereiminister gewählt worden und endlich war Ruhe in der Zaubererwelt eingekehrt. Alle waren glücklich.
Genervt seufzte die junge Frau auf. Sie hatte den besten Abschluss seit 478 Jahren gemacht und damit sogar Severus Snape und Albus Dumbledore geschlagen, aber dennoch...
Harry würde Auror werden und Ronald eine Ausbildung im Laden seiner Brüder antreten. Sie selbst hatte sich an allen renommierten Zauberer-Unis im englischsprachigen Raum beworben, um magische Ethik und magisches Recht zu studieren, und täglich trudelten Eulen mit dicken Briefen aus edlem Pergament ein, um ihr zu versichern, wie geehrt sich die Universität fühle, eine Kriegsheldin wie sie unter den Studenten begrüßen zu dürfen.
Es war geradezu widerlich. Alt ehrwürdige Hexen und Zauberer und gefeierte Professoren luden sie zum Tee ein, nur um ein gemeinsames Bild mit der besten Freundin des Jungen, der überlebt hatte, zu erhaschen. In den Augen der Öffentlichkeit war sie nur das: Kriegsheldin, beste Freundin von Harry Potter und eine Know-it-all. Was sie nicht war, war der Mensch Hermione Jane Granger.
Vielleicht gehen Individuen im Krieg auch einfach unter. Einzig Symbolfiguren waren von Bedeutung - Hoffnung und Sieg oder Tod.
Heute Abend würden sich alle Schüler und Lehrer von Hogwarts in der großen Halle zum Abschlussball versammeln.
Sie würde ihre Haare zu glänzenden Locken hochstecken und ihr seidenes grünes Abschlussballkleid mit der silbernen Stola tragen, das bis jetzt noch nicht einmal ihre besten Freunde hatten sehen dürfen, da es nur Anlass zu unzähligen Diskussionen über Häuserzugehörigkeit gewesen wäre.
Sie würde lächeln und Smalltalk halten, gelegentlich an ihrem Sektglas nippen und den Ansprachen der Schulleiterin und des Zaubereiministers lauschen, bis sie sich selbst erhöbe und ihre schon seit langem vorbereitete Rede als Schulsprecherin und Vertrauensschülerin hielte. Alle würden applaudieren und sie würde sich wieder setzen, auf ihren angestammten Platz zwischen Harry und Ron und gegenüber von Ginny am Griffindortisch.
Gegen etwa 2 Uhr nachts wäre auch dieses Spektakel endlich zu Ende und sie ließe sich erschöpft in ihre Kissen fallen, nur um morgen früh in den Hogwartsexpress zu steigen, der sie nach Hause brächte.
Es war wirklich nicht so, als freue sich Hermione nicht auf ihr neues Leben. Das Studentenleben würde bestimmt spannend werden, aber sie wollte als Mensch, als Person und Individuum angesehen werden, nicht als Kriegsheldin. Ihr Ruf eilte ihr weit voraus und war ihr zum Hindernis geworden. Unzählige Jobangebote im Ministerium hatten sie erreicht, nur weil sie Harry Potters beste Freundin war und man sich so einen besseren Zugang zu dem Jungen, der überlebt hatte, erhoffte.
Seufzend betrat die junge Frau das Schloss. Es wurde langsam Zeit, sich für den heutigen Abend fertig zu machen.
Acht Stunden später
Die große Halle war zum Bersten gefüllt. Wie beim Weihnachtsball vor vier Jahren waren die großen Haustische kleinen, runden Tischen gewichen, die etwa sechs Personen Platz boten. Lange Blumengirlanden schmücken die Wände und auf den einzelnen Tischen hatten kleinere Gestecke Platz gefunden.
Das Podium, wo sonst der Lehrertisch stand, war geräumt worden, sodass die Abschlussklasse sich dort zur feierlichen Zeugnisübergabe versammeln konnte.
Gerade wurde Ron aufgerufen und lief mit vor Stolz geschwellter Brust nach vorne, wo ihm Professor McGonagall, wie immer nur schmal lächelnd, sein Abschlusszeugnis überreichte.
"Gleich haben wir es geschafft und sind endlich frei. Nie wieder lernen. Party!", meinte Ron, als er zurückkam, und lächelte seine Freundin an.
Sie lächelte nur schwach zurück. Der Krieg hatte anscheinend nicht alle verändert, manche hatten lernen müssen, ganz schnell erwachsen zu werden, so wie Neville, Harry und sie selbst. Andere, so wie Ron, flüchteten sich zurück. Er war immer noch genauso kindisch und albern wie vor drei Jahren.
Sämtliche Schülervertreter hatten ihre Reden schon gehalten, einschließlich Hermione selbst. Größtenteils kamen sie ihr vor wie hohle Worte: Dankesbekundungen an Lehrer, Eltern und die Zaubererschafft im Allgemeinen und das goldene Trio im Besonderen. Ein Hoch auf diesen Jahrgang, er sei der beste von allen und so weiter...
Hermione kann sich nicht wie die beste von allen vor, hatte sich noch nie so gefühlt. Eine Generation feierte sich selbst, das war bestimmt nichts für sie, denn hatte nicht auch dieses Gedankengut zum letzten Krieg geführt?
Die Zeugnisübergabe war mit dem Grußwort der Schulleiterin beendet und der Abschlussjahrgang dufte sich wieder setzen.
Nun betrat Filius Flitwick das Podium und ließ seinen Blick über die versammelten Schüler schweifen.
Dieser kleine Mann auf der Bühne hätte bestimmt witzig ausgesehen, wenn Hermione ihn nicht im letzten Krieg hätte kämpfen gesehen. Der kleine Professor hatte es mit vier Totessern zur gleichen Zeit aufgenommen, um zwei seiner Ravenclaw-Schüler zu schützen.
Ein Sonoruszauber verstärkte seine Stimme, als er begann:
Was ich wollt Euch lange sagen,
Nun kann ich es endlich wagen.
Zeit vergangen, Zeit mag kommen,
Euch zu Lasten oder Wonnen.
Ich bin dem ab heut nun fern
Und gedenke Euer gern.
Seid ihr auch so jung an Jahren,
Gefiel mir Euer Kampfgebahren.
Mutig, tapfer und auch treu:
Gryffindor, Ihr macht die Feinde scheu.
Klug und sanft das Adler-Haus,
Schlaue Köpfe - hoch hinaus!
Gegensatz und doch nicht fremd:
Der, der Dachs und Schlange kennt.
Wenn Mitleid trifft auf harte List,
Mancher Streit zu erwarten ist.
Und dennoch Häuser, alle vier,
Wie Ihr seid versammelt hier,
Gedenket immer, dass Ihr seid,
Was Ihr macht zu Eurem Leid,
Zu Eurer Freud und Eurer Lieb,
Gerade im vergangenen Krieg.
Adler, Dachs, Schlang und Leu,
Bleibt vor allem Euren Herzen treu.
Vergesst, was andere zu Euch sagen,
Denn Ihr allein dürft und könnt nur wagen.
Eine Totenstille herrschte im Raum, bevor ein tosender Applaus los brach. Dass der Zauberkunstprofessor reimen konnte, hatte keiner erwartet.
Lächelnd verbeugte er sich in die Runde. "Ihr hab es gehört: Das hier war mein letztes Jahr auf Hogwarts. Ich wünsche Euch alles Gute! Die Party ist eröffnet", sagte er und verließ das Podium.
Dort erschienen wie aus dem Nichts zahlreiche Instrumente und die Schicksalsschwestern stürmten die Bühne.
Lächelnd erhob sich Hermione mit ihren Mitschülern, als sie von Neville zum Tanzen aufgefordert wurde.
Professor Flitwick hatte recht: Jeder sollte sich selbst treu bleiben.
Am folgenden Tag, als sie zuhause bei ihren Eltern angekommen war, schickte sie eine Eule mit lauter Absagen an die Zaubereruniversitäten und bewarb sich stattdessen an der magischen Universität in Rom, wo sie keiner als Kriegsheldin kannte.
Sie würde jetzt zwar vor Semesterbeginn Italienisch lernen müssen, aber es gab schließlich nichts, was eine Hermione Granger nicht schaffen konnte.
