Und hier Kapitel 10. Nur als kleine Vorwarnung. Es ist KEIN Cliffhänger am Ende. Ich konnte nur nicht weiterschreiben ohne dass das Kapitel doppelt so lang wird, wie die anderen... Da das nächste auch bereits zu einem drittel geschrieben ist, wirds auch nicht so lang dauern, bis es kommt. Wohow! Ich hab 4 Kapitel fertig und ein fünftes kommt die Tage. Ich möchte keine Abschätzung abgeben, wie viele noch kommen, bevor mein Semester startet... Aber ich bin momentan echt irgendwie ein klein wenig stolz auf mich, dass ich es doch noch weiterschreiben konnte =) Okay, die FF werde ich in den nächsten Tagen kaum komplett fertig kriegen, aber zumindest gings voran, hahaha ^^ +ganz lieb gugg+

Revieeeews:

Lily Lea: James tut mir schon auch oftmals Leid, aber ich belohn ihn dafür auch sehr ^^ Ich mein, hey, seine Freunde stehen zu ihm durch dick und dünn. Ich find irgendwie, dass das viele Leid die schönen freundschafts- bzw. Liebesszenen dann um ein vielfaches noch schöner machen =). Voldemort fand ich schon in den HP-Büchern eiskalt und übel. Wenigstens kriegt er am Ende auch irgendwie sein Fett ab ^^ Vll. schaff ichs ja ihm seinen Mord an James und Lilli ein wenig schlechter für ihn selbst zu gestalten?! Er ist schließlich der böse =/ Wenn James die Schmerzen nicht aushält, haben wir den Todesser James zurück. Er sollte es also besser aushalten +nicknick+ Thx fürs Review =) Hab mich riesig gefreut.

Mannequin: Ich konnts auch nur erklären, weil ich Black Heart noch mal frisch durchgelesen habe. Gern gemacht =) James und Lily sind auch meine absoluten Lieblinge. Sirius, Remus und Anna kamen schon in Btf immer nur an zweiter Stelle. Und so lange das anhält, sollte ich guggen, dass ich die FF zu Ende schreibe Öö Ich kann nämlich nur dann gern eine Geschichte über jemanden schreiben, wenn ich sie auch mag und bei mir wechselt es sich immer so... (Eine kleine Erklärung, warum ich 3 Jahre lang im Nichts versunken war).

Der Heiratsantrag in James Version ist wirklich so abgelaufen. Voldemort hat lediglich Lilli's Erinnerungen manipuliert.

James hat das Rätsel schon gekannt. Sonst wäre er nicht um sovieles früher fertig geworden, als seine Freunde.

Mal nachgrübeln... Ich glaube, hätten die Jungs nicht schon vorher gelauscht und Anna hätte ihn gefragt, wäre er auf der Stelle disappariert +g+ Zur Zeit ist er ja gerade erst 18 geworden und denkt noch nicht mal ansatzweise an die Ehe. Ich denke, dass er erst nach Lilli's Schwangerschaft und der Hochzeit mit James einsehen würde, was es bedeutet, sich an jemanden zu binden.

Danke fürs liebe Review =) Freu mich immer über Feedback zu lesen.


Chapter 10 - The meaning of guilt

Maria Potter war eine angesehene Aurorin und sie war immer außergewöhnlich in ihrem Job gewesen. Sie wäre sonst nicht so weit im Zaubereiministerium gekommen. Am Anfang ging es ihr nur darum, die Aufmerksamkeit von Michael Potter, ihrem späteren Ehemann, zu bekommen, in den sie sich verliebt hatte. Mit der Zeit aber wollte sie in ihrem Beruf sehr gut sein, um die Menschen zu beschützen, die ihr mit das Wichtigste auf der Welt waren. Wichtiger als der Erfolg jedoch waren ihr ihre Kinder. Patricia und James hatten für sie stets Vorrang vor allem anderen. Für sie beide, hätte sie ihr Leben gegeben. Und mit der Zeit hatte sie auch die junge Anna White ins Herz geschlossen und für sie mütterliche Gefühle entwickelt. Genau so sehr wie sie sich um Patricia und James sorgte und kümmerte, tat sie das auch mit der Tochter eines Todesser Ehepaares. Es war die Beerdigung ihrer lieblichen Tochter, die Maria Potter zeigte, dass man manchmal zu härteren Mitteln greifen musste, um diejenigen zu beschützen, die einem wichtig waren. Und es war der Tod ihres Ehemannes, der sie dazu bewegte, diesen Schritt zu gehen und den weißen Auroren beizutreten.

„Maria," sagte eine männliche Stimme. Sie hatte sich zu einem großen Zauberer mit kurzem Ziegenbart umgedreht. Er trug eine Brille und hatte schwarze kurze Haare.

„Wir können auch früher beginnen und schon mal alles vorbereiten, um James zu holen?"

Sie lächelte sanft, schüttelte jedoch den Kopf.

„Nein, lassen wir ihm die Woche Zeit."

„Sicher?"

„Ja... Sicher."

„Wie du willst," sagte er, hatte ebenfalls sanft gelächelt und sie wieder in ihrem Zimmer alleine gelassen.

Nein, sie würde ihm die Woche geben. Sie würde niemals wollen, dass man ihren Sohn zu irgendetwas zwang und noch glaubte sie daran, dass ihm nichts passiert war. Entgegen aller Gerüchte, die sie in der letzten Zeit zu hören bekam.


James saß auf dem Bett, seine Hände stützten seinen Körper etwas ab, da er sich leicht nach vorne gebeugt hatte. Anna saß hinter ihm und hatte das Mal an seinem Rücken untersucht. Es dauerte eine Weile, bis sie seinen Pulli wieder hinabzog.

„Fertig," sagte sie lächelnd und stand vom Bett auf.

„Und? Wars das wert oder nicht?"

Lilli, Sirius, Remus und Frank standen nicht unweit von ihnen entfernt und hatten sie gleichfalls ungeduldig angesehen.

„Es sieht gut aus," antwortete sie sanft und bewirkte damit ein erleichtertes Lächeln auf dem Gesicht der Freunde, selbst auf dem von Frank.

„Du weißt aber schon, was das heißt, oder?" fragte sie nicht ganz so glücklich wie die anderen. Auch wenn sie ebenfalls erleichtert war, dass die Tränke zu helfen schienen, so hieß dies nicht, dass der zweite oder dritte Trank weniger schlimm durchzustehen waren, als der Erste und sie konnte an James Zustand erkennen, dass ihm der erste Trank bereits sehr viel Kraft gekostet hatte durchzustehen. Es waren die Kleinigkeiten, die ihr aufgefallen waren, wie z.B. die Tatsache, dass er nicht wie die anderen auf den Beinen stand, sondern auf dem Bettrand sitzen blieb.

„Bitte nicht noch mal so ne Motivationsrede, ja?" bat er mit gequältem Gesicht. „Ehrlich, An, du solltest niemals bei ner Beratungshotline arbeiten, oder es gäb Massenweise Suizidversuche."

„Ray," verbesserte sie ihn, doch James hatte weder die Kraft, noch großartig Lust dieses Mal darauf einzugehen.

„Ich sollte mich bei meiner Mum melden," sagte er schließlich, was bewirkte, dass ihn alle verwirrt ansahen. „Meadows sagte doch, wenn ich mich nicht innerhalb einer Woche melde, geht die Welt unter, oder so ähnlich."

„Jah – genau," sagte Anna und zuckte mit dem Mundwinkel. „Oder so ähnlich."

Er blickte seine beste Freundin eine Weile lang an, so wie auch sie ihn, bis er schließlich die Augenbraue verzog.

„Krieg ich Feder und Pergament, wenn ich schwöre mit der Feder nicht auf jemanden loszugehen und das Pergament niemanden in den Mund zu stopfen?" fragte er belustigt, woraufhin sie ebenfalls amüsiert den Mund verzog.

„Natürlich," sagte sie schließlich und wandte sich ab, um ihm die Sachen zu bringen. Lilli hatte sich indessen zu James aufs Bett gesetzt und ihn so fest sie konnte umarmt. Sirius und Remus hatten ihrem besten Freund jeweils mit der rechten Hand im Klammergriff in den Klammergriff des Freundes eingehakt und freundschaftlich gezogen. Frank zögerte einen Moment, doch als James auch ihm die Hand reichte, tat er mit einem Grinsen dasselbe.

„Wo sind Wormtail und Alice?"

„Zutaten besorgen," antwortete Remus. „Bin auch gerade erst seit kurzem zurück."

„Wie geht's dir?" fragte Lilli leise. Sowohl ihre Stimme wie auch ihr Gesicht drückten große Besorgnis aus, aber James nickte zuversichtlich.

„Keine Sorge, Unkraut vergeht nicht."

„Genau deswegen mach ich mir Sorgen," sagte sie sanft lächelnd. „Du bist nämlich kein Unkraut."

James hatte ein wenig gelächelt und wollte gerade etwas sagen, als Anna mit Pergament und Feder zurück kam.

„Wir lassen dich dann mal allein," sagte sie und drückte alle Freunde mit sich hinaus. James musste lachen als er sah, wie Padfoot sich extra schwer machte, damit seine Freundin ihn nicht so leicht raus bekam. Nicht, dass es Anna gestört hatte, die mittlerweile ein genug großes Repertoire an Zaubern kannte, um das zu machen, was sie wollte. Ein „Wohowwww!" von Sirius ließ ihn schließlich erkennen, dass sie einen Zauber angewandt hatte, um ihren Freund raus zu schaffen. James atmete einmal tief ein, bevor er sich mit dem Pergament auf seinen Knien an die Wand lehnte, die Knie halb an seinen Körper gezogen und mit der Feder in seiner Hand den Brief an seine Mutter begann.


Sirius und Remus hatten gewartet, bis James mit dem Brief fertig war, und sich die Zeit damit vertrieben sich zu duellieren. Lilli und Frank wollten sich im Zaubereiministerium melden während Anna sich noch mal die Bücher durchlas, mit dessen Hilfe sie James dunkles Mal beseitigen wollte. Sie hatte schon eine Menge in den Büchern gelesen und ab und zu wunderte sie sich, dass in ihr Hirn tatsächlich noch mehr Informationen passte, als James schließlich aus dem Zimmer heraus kam und sich zu ihr auf die Couch setzte.

„Fertig," sagte er und wedelte mit dem Pergament in seinen Händen vor ihr rum. Sie legte das Buch, was sie gerade gelesen hatte, beiseite und gähnte ausgiebig auf.

„Ich brings zur Eulenpost."

„Kann ich doch auch tun?"

„Nicht ohne sofort einen Todesser an deinem Hintern kleben zu haben... und womöglich auch nen weißen Auror und wären wir noch in Hogwarts würd ich sagen: Und eine Horde kreischender Tussies."

Er zuckte gleichgültig mit den Schultern und grinste amüsiert. Diese Zeiten waren zum Glück vorbei.

„Glaubst du das, was Meadows sagt?"

James sah verwirrt auf. „Hm?"

„Dass dein Vater die weißen Auroren gegründet hat."

Er pustete die Luft zwischen seinen Lippen hervor und zuckte erneut mit den Schultern.

„Sinn würds machen. Wieso sollte meine Mum ihnen sonst beitreten?"

„Würde es wirklich? Ich meine, die weißen Auroren töten ohne zu zögern schwarz-magische Hexen und Zauberer und sie benutzen durchaus den Todesfluch, wenn nicht sogar brutale Gewalt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dein Vater das zugelassen hätte. Es fällt mir schon schwer, mir deine Mutter in dieser Vereinigung vorzustellen."

„Wir werden die Geschichte hören, wenn ich sie sehe und dann erfahren wir auch den wahren Grund. Bis dahin sollten wir besser mit den Vermutungen aufhören. Bringt eh nichts."

Sie musterte ihn einen Moment lang, bevor er bemerkte, dass er beobachtet wurde und zurück zuckte.

„Jah?" fragte er verunsichert, denn sie sah ihn ein wenig streng an. Ein bisschen erinnerte ihn dieser Blick an Dumbledore, der ihn in Hogwarts stets so angesehen hatte, wenn er glaubte, James habe etwas ausgefressen und wolle es verbergen.

„Ich würde gern mit dem zweiten Trank etwas warten, weil der erste schon so anstrengend für dich war, aber ich befürchte, dass wir das nicht können. Wenn wir zu lange warten, könnte das die Wirkung des ersten Trankes aufheben. Zudem weiß ich nicht, wie schnell die Antwort deiner Mutter kommt und wenn sie kommt, dann bin ich mir sicher, dass sie dich sofort treffen möchte. Wir haben nen sehr engen Zeitrahmen."

„Ich bin bereit," sagte James zuversichtlich und lächelte auf. „Foltere mich!"

So witzig wie er das fand, tat sie es offensichtlich nicht, denn ihr strenges Gesicht hatte sich kein einziges Mal verzogen.

„Okay," sagte er schließlich und wurde ebenfalls ernst.

„An, komm schon. Ich weiß, dass unsere Lage alles andere als gut aussieht. Aber wenn du es jetzt noch ernster machst, hilft das Niemandem etwas. Ich weiß, du glaubst, du musst Dumbledore ersetzen, aber das musst du nicht. Du bist du, du bist Anna White, nicht Albus Dumbledore. Ich glaube, dass ist der Grund, warum er sich aus allem raus hält."

„..."

„Vielleicht kann er das hier gar nicht lösen oder beenden oder was auch immer, aber du kannst es und du könntest es nicht, wenn du nur das tust, was auch Dumbledore getan hätte. Mach das, was du tun würdest, nicht das, was du glaubst, das Dumbledore getan hätte."

Damit stand er müde auf und wandte sich zum gehen.

„Und bitte, könnte ich meine beste Freundin wieder haben und nicht Dumbledore 2.0?" fragte er fast schon flehend. Sie bekam daraufhin ein ernstgemeintes Lächeln im Gesicht. Es war das erste seit längerer Zeit, welches nicht von Unmengen an Sorgen und Verantwortung begleitet war und so nickte sie sanft.

„Danke," sagte er und ging zu seinen beiden Freunden in den Garten. Sie hatte zwar genickt, aber noch war sie sich nicht sicher, ob sie das wirklich tun konnte. Wusste ihr bester Freund eigentlich, was hier auf dem Spiel stand? Dass es sein Leben war? Seines und das von all seinen Freunden? Ihr tat es um ihr eigenes Leben nicht weh, aber sie würde es sich niemals verzeihen, wenn sie das Leben eines ihrer Freunde dabei ruinierte. Sie wandte sich wieder ihrem Buch zu und verzog mürrisch das Gesicht. Der nächste Trank war da, um seinen Körper von der schwarzen Magie zu befreien und die Durchführung, die sie sich da durchlas, klang noch schlimmer als beim ersten Trank. Konnte sie ihm das wirklich zumuten, wo ihm bereits der 1. Trank so viel Energie gekostet hatte? Hatte er überhaupt noch genug übrig, um den zweiten Trank zu überstehen?

„Du machst dir zu viele Gedanken," sagte Remus. Überrascht sah sie ihn an der Tür zum Garten stehen. Er hatte leicht gelächelt, bevor er zu ihr herkam und sich da hinsetzte, wo vorher James saß.

„Was machst du hier?"

„Prongs meinte, du bräuchtest moralischen Beistand. Padfoot hat daraufhin seinen Gefallen von mir eingelöst."

Daraufhin lachte Anna kopfschüttelnd auf, da auch Remus amüsiert zurück sah. „Brauchst du Hilfe, Ray?" fragte er vertrauensvoll. Sie musste zugeben, dass sie eher Remus Hilfe gebrauchen konnte als die von James oder Sirius und bemerkte, wie froh sie darum war, dass Remus ein Teil ihrer Gruppe war.

„Ja, ich weiß nicht, ob ich das hier richtig verstehe. Lies dir das bitte durch und sag mir wie du es verstanden hast."

Er nickte und nahm das Buch an sich. Währenddessen ließ sie sich nach hinten fallen und schloss ein wenig die Augen. Für einen Moment brauchte sie Pause und Ruhe. Es würde schnell genug wieder hektisch vor sich gehen.

„Okay," sagte Remus nach, wie es ihr vorkam, einigen Sekunden. Tatsächlich hatte sie sich eine halbe Stunde ausgeruht. Sie setzte sich wieder aufrecht hin und sah ihn aufmerksam an.

„Der Trank wirkt nur mit dem Zauberspruch zusammen vollständig und es muss auf einem Friedhof passieren."

„Ja, so hab ich ihn auch verstanden," sagte sie nachdenklich.

„Das ist der 2. Trank, den Prongs einnehmen muss, nicht wahr?"

„Ja."

„Auf einem Friedhof."

„Auf einem Friedhof," wiederholte sie frustriert.

„Auf einem Friedhof liegen die toten," sagte James, der gerade mit Sirius in das Zimmer schritt.

„Auf einem Friedhof sind auch ganz viele Grabsteine," sagte Sirius. Die beiden Jungs setzten sich heiter auf die gegenüberliegende Couch. „Auf einem Friedhof könnten wir Snievellus verbuddeln."

„Und auf einem Friedhof wirst James seinen Trank einnehmen, während ich einen Zauber ausspreche und dann wird er da eine Zeit lang bleiben und seinen Körper von der dunklen Magie bereinigen lassen!" sagte Anna gespielt heiter. Daraufhin verging Sirius und James das Grinsen.

„Okay, kapiert. Wir bleiben ernst," sagte James.

„Lilli und ich haben den zweiten Trank fertig gebraut, aber er wirkt nur auf dem geweihten Boden eines Friedhofes."

„Ist die Wirkung derselbe wie beim 1. Trank?" fragte er kurz. Sie schüttelte den Kopf.

„Nein." Da ihr Blick nicht beruhigend wirkte, verstand er, dass das nicht unbedingt etwas Gutes war. „Der Trank bereitet dich auf den dritten Trank vor. Die Reinigung deiner Seele von der schwarzen Magie des dunklen Mals. Es hat durchaus eine ähnliche Wirkung, aber ich kann es nicht abschätzen. Es wird deinen Körper schwächen, aber auch deinen Geist und wieder gilt, dass du es fühlen musst. Keine Betäubung."

Sirius hatte seinen besten Freund besorgt angesehen, doch James nickte lediglich verstehend.

„Wann sollen wir damit beginnen?"

„Da du auf dem Friedhof dafür sein musst, brauch ich wieder alle Hilfe, die wir kriegen kann. Denn sobald du die Schutzzauber hier verlässt, kann Voldemort dich aufspüren und ich weiß nicht, wie lange der Zauber andauert. Wir können jedoch verschiedene Zauber anwenden, um sie in die Irre zu führen, aber ich weiß nicht, wie lang der Trank braucht. Für den Fall der Fälle hab ich es lieber, wenn wir alle da sind, um sie davon abzuhalten, dich zu killen."

„Moment, kommt nicht in die Tüte," protestierte James sofort. „Ich werde nicht zulassen, dass ihr euch meinetwegen in Gefahr begebt. Wenn Voldemort und seine Todesser da auftauchen, dann seid ihr mehr in Gefahr als ich. Er will mich schließlich lebend."

„Ich hab nachgerechnet," sagte sie. „Mit den Zaubern, die ich vorgesehen habe, müssten wir dir auf jeden Fall 8 Stunden verschaffen können, damit er dich nicht findet. Aber alles was drüber geht, kann gefährlich werden. Die 8 Stunden stehen im Buch ebenfalls als Durchschnittsdauer für den Vorgang drin. Wenn du weniger brauchst, perfekt! Wenn du mehr brauchst, scheiße. Aber wir sollten da sein."

„Nein, ihr begebt euch nicht in diese Gefahr!"

„Das ist nicht deine Entscheidung," sagte sie felsenfest.

„Deine ist es auch nicht!"

„Nein, aber wir haben uns geeinigt, dass wir das tun werden," versuchte Remus zu vermitteln, der weder laut noch ungeduldig, so wie die Stimmen seiner beiden Freunde, klang.

„Komm schon, Prongs. Es ist gefährlich, aber wenn wir bedenken, was wir dafür bekommen, ist es die Gefahr wert."

„Was ihr dafür bekommt?" fragte James Sirius sarkastisch. „Padfoot, nichts ist es wert, dass ihr euer Leben aufs Spiel setzt!"

„Dein Leben ist es sehr wohl," antwortete er ernst. James hatte gezögert etwas zu erwidern, aber da die Flammen im Kamin aufflammten und Lilli ausstieg, verkniff er sich weitere Wiederworte.

„Alles okay?" fragte sie verwirrt aufgrund der plötzlich herrschenden Stille.

„Ja," sagten alle vier gleichzeitig.


Anna hatte alles für den bevorstehenden Abend vorbereitet und noch während sie die nötigen Sachen für den Zauber zusammenpackte, hatte James sie dabei aufgesucht.

„Wieso tust du das?" fragte er und in seiner Stimme lag durchaus etwas aufgebrachtes.

„Was?" fragte sie nebensächlich, während sie weitere Sachen suchte und in den Sack packte.

„DAS! An, komm schon -"

„RAY!"

„Ray, das ist total bescheuert. Es muss einen anderen Weg geben."

„Es gibt keinen," sagte sie wieder beiläufig.

„ANNA!" donnerte James, woraufhin sie endlich aufhörte die Sachen zu packen und ihn leicht genervt ansah.

„James," begann sie schließlich mit leicht genervtem Blick. „Ich hab Schutzzauber nicht nur für dich, sondern auch für uns, okay?"

„Du hast?" fragte er ungläubig, was ihr ein Augenrollen und Kopfschütteln entlockte.

„Glaubst du nicht, ich wünschte, es gäbe einen besseren Weg? Glaubst du, ich bürde dir gerne diese Qualen auf? Glaubst du, ich weiß nicht, was ich Sirius, Lilli und den anderen damit zumute? Glaubst du, ich habe mich leichtfertig dafür entschieden, das zu tun? Ich mag nicht unbedingt so großartig talentiert und super in allem sein, wie du und Sirius, aber ich glaube, dass ich Gefahren besser einschätzen und mich darauf vorbereiten kann als ihr, damit am Ende nicht die Welt untergeht. "

„Err..."

„Die Welt ist durch euren Scheiß nur noch nicht untergegangen, weil stets jemand da war, der die Sintflut nach euch verhindert hat."

Er hatte nicht darauf geantwortet, sondern mürrisch zurückgeblickt.

„James, jeder von uns weiß, worauf er sich einlässt. Wir wollen das tun und ich verspreche dir, ich sorge dafür, dass wir auch geschützt sind. Alles was du tun musst, ist, dich mit der Reinigung der Magie zu beeilen."

„..."

„Wir sind deine Freunde. Lass uns das für dich tun, was du auch für uns tun würdest." Sie hatte ihm ein letztes Mal am Arm gedrückt, bevor sie den Rest an Sachen, welche ihr gefehlt hatte, in den Sack packte. Er hatte ihr eine Weile lang zugesehen, bis sie die Treppen hoch ging und aus seinem Blickfeld verschwand. Er hatte einen Blick zurück in den Wohnzimmer geworfen, wo Sirius, Remus und Lilli saßen und sich unterhielten. Er wusste nicht über was, aber sie sahen zumindest zufrieden aus. Er hoffte inständig, dass sie alle wirklich wussten, worauf sie sich einließen und dass ihnen allen nichts passieren würde, nur wegen ihm.


Am Abend war es soweit. Alice, Peter und Frank waren wieder zurückgekommen, so dass sie gemeinsam zum Friedhof apparieren konnten. Dort angekommen legten Alice und Peter die Sachen so hin, wie Anna es ihnen beschrieben hatte, während sie selbst mit Lilli, Sirius, Remus und Frank die Schutzzauber um den Teil des Friedhofes legten. James dagegen blieb am Grabstein seines Vaters und wartete darauf, dass seine Freunde zurück kamen. Es war Anna, die als erstes wieder zurück kam und sich zu ihm an den Grabstein stellte.

„Er wird dein Schutzpatron sein," informierte sie ihn, doch auf sein verwirrten Ausdruck hin, ließ sie sich zu einer längeren Erklärung hinreißen. „Ich nehme an, dass deine Seele Fantasien erleben wird. In dieser Phase wird der Todesser aus dir raus getrieben und nachdem ich ihn kennen gelernt habe, bezweifle ich, dass er sich so einfach... töten lässt. Halte dich an deinen Vater und am besten nur an deinen Vater. Er zeigt dir den Weg nach draußen."

Nicht, dass er jetzt mehr verstanden hätte, aber da aus ihr wohl nichts mehr heraus zu bekommen war, gab er sich damit zufrieden. Auch die restlichen Freunde kamen zurück und teilten mit, dass sie fertig mit den Zaubern waren. Frank und Alice wünschten James Glück, dann gingen sie weg. Wahrscheinlich, so glaubte James, gingen sie an den Ort, den Anna ihnen zugeteilt hatte, um Wache zu stehen.

Danach hatten sich auch Remus und Peter mit einem Handschlag verabschiedet, so dass nur noch Sirius, Lilli und Anna mit ihm vor dem Grab seines Vaters standen. Anna reichte ihm die Phiolen, deren Trank diesmal schwarz war.

„Schwarz?" fragte er leicht irre. „Ironie. Ein schwarzer Trank gegen schwarze Magie."

„Viel Glück, James," sagte sie amüsiert und hatte ihn kurz am Arm gedrückt, bevor sie die drei verließ.

„Ach, hab ich mir genug Vertrauen erkämpft, damit ich ohne Aufpasser die Teile schlucke?" fragte er amüsiert an Lilli und Sirius gewandt.

„Nicht ganz, Kumpel. Wir bleiben kurz."

„War ja klar," sagte er und grinste gleichfalls kurz bevor er die Phiolen alle drei entkorkte und eins nach dem anderen schluckte. Angewidert kniff er seine Augen zusammen. „Echt, wie wärs mit ein wenig Zucker in den Teilen! Die sind ja noch ekliger als beim letzten Mal. Manchmal glaub ich, Anna macht das absichtlich so widerlich."

Er reichte alle drei Phiolen an Lilli, die ihm ihre Handfläche entgegen gestreckt hatte als Zeichen, dass sie die leeren Behälter an sich nehmen würde.

„Und?" fragte Sirius und musterte seinen Freund. Es kamen keine Krämpfe, noch zog ein Schmerz über ihn her.

„Sirius," sagte Lilli schließlich, woraufhin er nickte.

„Wir sehen uns wieder, Prongs," sagte er, hatte mit ihm die Fäuste freundschaftlich aneinander gestoßen und war noch stehen geblieben, bis Lilli James fest umarmt hatte.

„Pass auf dich auf, ja? Ich will dich morgen heil wieder in meinen Armen sehen."

„Das sollte wohl eher ich sagen, oder?" witzelte James, hatte sie aber zuversichtlich angesehen. Lilli presste ihm daraufhin ihre Lippen auf seine und drückte ihm einen so tiefen und leidenschaftlichen Kuss auf den Mund, dass er nicht anders konnte, als Angst zu bekommen, dass dies vielleicht das letzte Mal sein könnte, dass er sie in den Armen halten durfte.

„Padfoot?" begann er, nachdem sie ihn wieder los ließ und auf Sirius zugegangen war.

„Du passt auf sie auf."

„Versprochen," sagte dieser mit einem Augenzwinkern, dann rannten auch die beiden weg. James sah sich ein wenig um. Er war umringt von Kerzen in allen möglichen Farben und allen möglichen Größen, die auch genau so seltsam rochen, wie sie aussahen. Ja, Zauberei war schon was tolles. James ließ sich an einem Baum nieder und wartete darauf, dass irgendetwas passierte. Es sollte ja irgendetwas passieren, denn laut Anna, sollte er nur seinem Vater trauen, der ihm den Ausgang wies. Hörte sich total logisch an. Genau. Aber gut, nach 7 Jahre Hogwarts mit seinen Freunden hatte er ein absolut offenes Ohr für unlogische Geschehnisse, denn wenn er ehrlich war, dann war es auch absolut unlogisch, dass Lilli mit ihm zusammen blieb.

„James?" Er schreckte auf, als er die bekannte Stimme seiner Schwester hörte. Er war sofort wieder auf seinen Beinen und sah sich verwirrt um.

„Trishia?" fragte er unsicher in die Dunkelheit hinein, in der er nun einen Körper ausmachen konnte. Einen Körper, aber er konnte das Gesicht unter der Kutte nicht erkennen.

„Trishia, bist du's?"

„James," sagte die Stimme seiner Schwester aufs Neue und sie kam definitiv von dem, der einige Meter vor ihm stand.

„Das ist dieser Zauber nicht wahr?" Es kam keine Antwort. „Okay, was soll ich tun?"

„James? Vertraust du mir?"

„Ja, natürlich," hatte er ohne lange zu zögern geantwortet.

„Du vertraust den falschen, James Potter," kam nun eine andere tiefere Stimme und sie kam von derselben Person. Er zuckte erschrocken zusammen und war die Schritte nach hinten gegangen. Diese Stimme kam ihm genau so bekannt vor, denn es war seine eigene. Die Person nahm die Kutte ab und er sah sich selbst mit blonden Haaren und finsteren Augen, umringt von dunklen Augenringen. Sein Zauberstab streckte sich ihm entgegen, so wie auch James seinen ziehen wollte, jedoch erschrocken feststellte, dass er gar keinen hatte.

„AVADA KEDAVRA!"

Der grüne Strahl hatte ihn vollständig eingehüllt und war durch seinen Körper gefahren. Ein Herzschlag, ein Schmerz, ein Pulsschlag, ein Schmerz, ein Atemzug, ein Schmerz.


„Glaubst du, er packst?" fragte Remus Anna, während sie vorsichtig auf dem Friedhof umher schritten, immer darauf bedacht, alles im Auge zu behalten.

„Wenn ich's ihm nicht zutrauen würde, hätte ich nicht mal den Vorschlag gebracht."

Remus nickte bedrückt.

„Für den dritten Trank, könnte ich Diana gebrauchen," sagte sie, woraufhin er stehen bleib und sie verwirrt ansah. Sie meinte das wirklich ernst.

„Wozu?"

„Sie ist eine Phowlyris. Sie hat die Gabe zwischen den Welten zu wandern."

„Jah?"

„Es geht im dritten Trank um seine Seele. Das dunkle Mal ist etwas von Voldemort Erschaffenes. Ich denke, dass er seelisch gegen ihn kämpfen wird, und wenn wir bedenken, wie geschwächt er vom ersten Trank war und vom zweiten sein wird, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Voldemort diesen Kampf in seinem Kopf gewinnen wird und es wird ihn töten."

Remus nickte als Zeichen, dass er es verstanden hatte.

„Die Phowlyris können nicht nur zwischen ihrer und dieser Welt reisen."

„Ich weiß, aber Diana sagte deutlich, dass die Phowlyris sich aus dem Krieg in dieser Welt raus halten."

„Sie soll auch nicht in den Krieg eingreifen, sondern einem Freund helfen. So wie ich das von euch mitbekommen habe, hat James ihr geholfen, sich von der Gewalt der gefallenen Phowlyris zu befreien. Sollte sie da nicht eine Schuld begleichen?" Er verstand, worauf sie hinaus wollte. „Nur wenn Diana ihm hilft, hat er eine Chance."


Er hörte Stimmen. Bekannte Stimmen. Seine Schwester, sein Vater, seine Mutter, sein Großvater...

„James?" Er schlug seine Augen und erkannte, dass er sich im Haus der Potters auf seinem Bett in seinem Zimmer befand. Er hätte schwören können, die Stimme seiner Schwester zu hören. Was immer das auch für ein Psychospielchen war, dass der Trank oder der Zauber mit ihm trieb, noch kam es nicht an ihn ran. Es würde ihn nicht bezwingen. James stand von seinem Bett auf und ging vor die Tür. Sein Haus sah aus wie immer, genau so, wie er es kannte: Warm und ordentlich eingerichtet. Er öffnete die Tür zum Wohnzimmer in der Erwartung jemanden aus seiner Familie zu sehen, doch das tat er nicht. Er sah Remus.

„Moony? Was tust du hier?"

„Prongs," sagte der Freund schuldbewusst und blickte zu Boden. „Prongs, ich brauch deine Hilfe."

„Klar!" sagte James ohne zu zögern. „Worum geht's?"

Er hatte sich zu seinem Freund auf die Couch gesetzt. Es standen 2 Butterbierflaschen auf dem Tisch. Wieso standen da 2 Butterbierflaschen auf dem Tisch? Moment, James erinnerte sich an dieses Geschehen, aber hatte er das Butterbier nicht selbst geholt gehabt?

„Diana ist in Gefahr. Ich kann ihr nicht alleine helfen. Ich muss ihr helfen, bitte hilf mir."

James hatte damals keine Sekunde gezögert, sofort zuzusagen, denn sein Freund war normalerweise niemand, der jemanden gern um Hilfe bat, noch im selben Zug seine Schwächen eingestand. Zudem wusste James, größtenteils durch Lilli und Anna, dass Remus nach wie vor in seine Jugendliebe aus Hogwarts verliebt war.

„Moony -" Doch sein Freund hatte sich auf einmal in den Todesser James verwandelt, woraufhin James auf der Stelle von der Couch aufgesprungen war und einige Meter auf Entfernung in Sicherheit sprang.

„Das Vertrauen in deine Freunde ist deine Schwäche, Potter! AVADA -"

Aber James war diesmal schneller als seine böse gespaltene Persönlichkeit und raus gerannt. Er schmiss die Tür hinter sich mit voller Wucht zu und rannte die Treppen hoch zurück in sein Zimmer. Er riss die Tür auf und –

„Das ist doch wohl ein schlechter Scherz?" stieß James aus, denn er befand sich im Zaubereiministerium. Im Büro seines Großvaters. Grimmig fragte er sich, warum ihm nicht zumindest ein Zauberstab gegeben wurde, oder wie sollte er sonst einen Todesser bekämpfen, der ihm ständig den Todesfluch auf den Hals hetzen wollte? Nun gut, wenn er sich schon im Zaubereiministerium befand, dann sollte er doch mal den Grund herausfinden, warum er hier war.

Es war leer. Zu leer für ein Gebäude, welches von Zauberern und Hexen nur so wimmeln sollte.

„Nun komm schon, Albus," hörte er plötzlich die vertraute Stimme seines Großvaters im Flur. Er ging die paar Schritte zur Tür und sah seinen Großvater mit seinem ehemaligen Schulleiter auf dem Flur stehen.

„Du müsstest am besten wissen, dass ich nicht einfach einem Ehepaar das Kind wegnehmen kann, selbst wenn alle Welt weiß, dass sie Todesser sind."

„Das Kind musste mitansehen, wie ihr Bruder stirbt. Sie wäre selbst beinahe getötet worden und das von ihren eigenen Eltern."

„Ich kann keine Ausnahmen machen, Albus. Nicht mal für dich... Es tut mir Leid," sagte sein Großvater aufrichtig und sah frustriert zu Boden.

„Ich weiß, du willst das nicht hören, aber wir können nichts tun als weiterhin zu hoffen, dass sie es unbeschadet nach Hogwarts schafft. Es wird nicht mehr lange dauern."

„Der Schaden ist bereits angerichtet, Harold."

James erinnerte sich an diesen Augenblick. Er war mit seiner Schwester zu seinen Eltern ins Zaubereiministerium gegangen, um sie damals zu besuchen. Nachdem sie sie nicht fanden, hatten sich die beiden in das Büro ihres Großvaters verzogen, weil sie dann eben ihn sehen wollten. Sie hatten beide das Gespräch der beiden älteren Männer mit angehört und sie wussten damals nicht, dass sie über Anna gesprochen hatten. In diesem Moment verstand James, dass Trisha wahrscheinlich früher als er herausgefunden hatte, dass Anna diejenige war, von denen ihr Großvater und Dumbledore hier gesprochen hatten. Das war womöglich auch eines der Gründe, warum auch Trisha Anna so in ihr Herz geschlossen hatte.

„Sie hat dir deine Familie genommen, Potter."

Es war wieder der Todesser und da die Stimme von hinten kam, zögerte James, sich umzudrehen. Die Sicht auf seinen Großvater war schöner und vertrauter gewesen.

„Sie ist das pure Böse."

„Was?" fragte James nun verwirrt und hatte sich plötzlich zu seinem Todesser-Ich umgedreht.

„Anna White. Sie ist das pure Böse, das versucht so zu tun, als ob sie es nicht wäre."

Du bist das pure Böse, nicht sie."

Der Todesser lachte sarkastisch, aber das heizte James aufkeimende Wut noch mehr an.

„Sie ist ein Black Heart, Potter."

„So wie Lilli auch, aber du findest keinen größeren Engel als sie auf dieser Welt."

„Evans Black Heart ist von dir geweckt worden. White aber ist als Black Heart geboren worden. In ihr strömt so viel schwarze Magie wie-"

Und James hatte sich auf den Todesser gestürzt und zu Boden gerissen. Er holte aus, um ihn mit aller Kraft seine Faust in sein Gesicht zu schlagen und den dämlichen überheblichen Ausdruck zu nehmen, da sah er den Zauberstab gegen seine eigene Brust gerichtet.

„AVADA KEDAVRA!"

Und wieder durchfuhr der grüne Strahl seinen gesamten Körper. Er hatte sich auf den Schmerz vorbereitet, doch was dieses Mal kam, war stärker und schlimmer. Es fühlte sich an, als ob Messer auf ihn eingestochen hätten und das an den am schmerzvollsten Stellen. Er fiel seitlich zu Boden und schrie qualvoll auf. Sein Herz, es durchbohrte sein Herz! Qualvoll, langsam und grausam spürte er jeden Millimeter, den das Messer durch sein Herz hindurch schnitt.

„Hör auf!" hörte er sich schreien.

Flach atmend wachte James auf seinem Rücken liegend wieder auf. Er atmete viel zu schnell. Sein ganzer Körper fühlte nichts als Kälte und dennoch war er nicht tot. Okay, das war schlimmer. Er beschloss eine Weile lang liegen zu bleiben, bevor er sich auf das nächste Psychospielchen einließ. Nur ein paar Minuten.


In Wirklichkeit waren Lilli und Sirius gar nicht soweit gekommen, wegzugehen. James hatte vorher das Bewusstsein verloren und war in Lilli's Armen zusammengeklappt. Hätte Sirius ihr nicht geholfen und hätte seinen besten Freund gestützt, er hätte Lilli unter sich begraben. So konnten sie ihren Freund gemeinsam auf die Wiese gleiten lassen. Sirius zog seinen Umhang aus, knüllte ihn zu einem kleinen Knödel zusammen und legte ihn unter James Kopf.

„Ich bleib bei ihm," sagte Lilli an Sirius gewandt. Er hatte nicht versucht sie zu überreden, obwohl Anna's Plan anders hieß. Wenn er ehrlich war, dann war es ihm auch lieber, wenn jemand bei seinem besten Freund bleib, wo er praktisch wie auf nem Silbertablett serviert dran lag.

„Okay," sagte er schließlich. „Verschaff dem Kleinen ein paar süße Träume, Lils."

Und mit einem breiten Grinsen hatte er sich auf den Weg gemacht, um ihre Seite alleine zu sichern. Lilli indessen blieb bei James liegen und hielt ihm besorgt die Hand. Er sah aus, als ob er Schmerzen hätte und sie hätte sie ihm so gerne genommen. Sie war sich sicher, dass sie es hätte aushalten können. Für James hätte sie es ausgehalten.


Es waren die letzten Tage auf Lambokar Beach. Lilli hatte die letzten 2 Wochen so viel Spaß und Freude, dass sie am liebsten gar nicht mehr weg wollte. Sie wäre am liebsten jeden Tag neben James aufgewacht und hätte jeden Tag mit ihm und den anderen den Tag verbracht. Sirius schaffte es tatsächlich immer wieder mit etwas neuem aufzutauchen und ihm wurde auch nie langweilig, denn James machte absolut alles mit. Anna hatte sich ab und zu raus winden können und hing sich dann an Alice und Frank oder an Remus, der sich ebenfalls ganz gut ihren Spielchen entziehen konnte. Peter hatte da weniger Glück und ließ sich stets überreden mitzumachen. Ab und zu hatte aber auch er Glück und ein wenig Frieden genießen können, zumindest dann, wenn Sirius und James lieber zweisam mit ihren Freundinnen bleiben wollten. Lilli hingegen stand unter James Schutz und musste nur mitmachen, wenn sie auch wirklich wollte und so gönnte sie sich an diesem Abend noch mal eine Zeit für sich alleine. Sie lehnte an der Wand auf der Terrasse ihres Ferienhauses und genoss die warme Brise des Sommerwindes.

Sie war sich die letzten Jahre stets sicher gewesen, Aurorin zu werden und es gab nie auch nur einen Moment einen ernsthaften Zweifel an ihrer Entscheidung. Nie... bis zum heutigen Abend. Wenn sie diese Insel verließen und sie ihre Ausbildung begann, dann würde sie von der heilen Welt dieser Insel wieder in den Krieg eintauchen, der von Tod und Leid geprägt war. Jetzt, wo sie diese Freundschaft hatte und diesen Menschen an ihrer Seite, da wollte sie das Gefühl einfach nicht mehr hergeben. Es war das was sie tun würde, sobald sie die Insel verließen. Anna und Sirius begaben sich auf eine Weltreise und James verließ England zu den Chudley Cannons.

„Alles Gold der Welt für deine Gedanken," sagte James. Lilli lächelte als sie sich zu ihm umdrehte und ihn am Geländer des Strandhauses stehen sah. Er lächelte charmant und liebevoll zu ihr rüber, bevor er auf sie zuging und seine Hände um ihre Hüfte schlang.

„Du wirkst so gedankenverloren. Muss ich mir Sorgen machen?"

Sie aber lehnte sich lediglich an seine Brust und schloss sehnsüchtig ihre Augen. Sie liebte seine Nähe so sehr. Der Gedanke ihn nun Wochen lang nicht mehr zu sehen, schmerzte mit jeder Sekunde, in der sie daran dachte, mehr.

„James?"

„Ja?"

„Ich habe irgendwie Angst..."

„Vor was?" fragte er einfühlsam.

„Wenn wir zurückkommen... Was wird dann aus uns?" Sie hatte es ausgesprochen. Nun war es raus.

Sie wartete gespannt darauf, was er dazu sagen würde. Ihre Augen waren offen und starrten ins Leere. Sie lauschte ihrem eigenen atmen, weil es sie von dem schrecklichen Gedanken einer schlimmen Antwort ablenkte. James aber hatte sie sanft ein wenig von sich gestoßen, um sie ansehen zu können. Da blickten amüsierte, aber zuversichtliche Hasselnussbraune Augen in verängstigte Mandelgrüne Augen.

„Nun, als erstes wirst du im Zaubereiministerium deine Ausbildung zur Aurorin beginnen und ich werde zu den Chudley Cannons ins super geheime Training gehen. Und 4 Wochen später werde ich wieder zurückkommen -" Ihr verängstigter Blick wurde traurig. 4 Wochen kamen ihr vor, wie eine Ewigkeit. Sie wusste nicht, ob sie das überhaupt aushielt. Sie konnte sich im Moment nicht mal vorstellen überhaupt einen Tag ohne ihn zu sein. „- Und dann hoffe ich, dass meine Freundin noch genau so verliebt in mich ist, wie ich zu Hundert Prozent noch immer in sie sein werde."

Er lächelte sie charmant an und sie lächelte zuversichtlich zurück. Langsam war er mit seinem Kopf zu ihr hinab gesunken, um seine Freundin leidenschaftlich zu küssen - „Schalalalalalala," kam es als Gesang aus ihrer Nähe. „Uuuuuuhuuuuuuhuuuuuuuuu" kam es singend aus einer anderen Richtung.

„Schalalalalala," machte es wieder aus der anderen Richtung, was bewirkte, dass James und Lilli beide zu lachen begannen, nur um Anna, Alice, Remus, Peter und Frank in der einen Richtung zu sehen, aus der es „schalalalalal" gesungen kam und in der anderen Richtung Sirius, der das andere gejault hatte.

„Außerdem sind wir unsere Stalker los, was nur Vorteile für uns beide hat," fügte James breit grinsend an die lachende Lilli gewandt hinzu.


James war derjenige, der ihr immer wieder die Zuversicht auf die Zukunft zurückgab und er war derjenige, der ihr die Kraft gab, stark zu bleiben. Wieso musste er das durchmachen? Lilli sah, wie er sein Gesicht vor Schmerzen verzog und es verursachte einen schmerzenden Stich in ihrem Herzen. Sie litt, wenn er litt.

„Ich liebe dich," sagte sie frustriert und hauchte ihm einen sanften Kuss auf die Lippen. Wenn sie ihm diese Schmerzen doch nur abnehmen könnte.


James befand sich diesmal in Hogwarts auf den Ländereien. Er erkannte das Schloss im Hintergrund und blickte schließlich entschlossen zum verbotenen Wald rüber. Der Todesfluch hatte sich beide Male tausend Mal schlimmer angefühlt, als die Zeiten, die er mit dem ersten Trank in seinem Blut im Zimmer verbracht hatte. Wenn es sich so anfühlte, von dem Todesfluch getroffen zu werden, dann verstand er, dass er verboten war. Keiner verdiente es, solche Qualen spüren zu müssen. Er dachte an seinen Großvater und seinen Vater, die diesen Fluch ebenfalls hatten spüren müssen und verzog grimmig das Gesicht. Er stemmte seine Hände zu Fäusten und drückte sie entschlossen ein letztes Mal, bevor er schließlich in den verbotenen Wald ging. Er sah Peter und Sirius da stehen. Sie hatten ihn merkwürdig besorgt und frustriert angesehen, als er auf sie zu schritt.

„Er ist da, Prongs," sagte Sirius ernst. „Diesmal ist es alles oder nichts."

„Wenn er dich tötet. Was wird dann aus mir?" fragte Peter und hatte ihn verängstigt angesehen. James legte seine Hand auf die Schulter seines Freundes.

„Padfoot und Moony sind da. Ihr drei werdet weiter machen," sagte er entschlossen und drückte seine Schulter zuversichtlich. Es schien Peter nicht zu erleichtern, denn sein Freund hatte weiterhin frustriert in seine Augen gesehen. James wusste schon immer, dass sein kleiner Freund nicht so mutig war, wie seine anderen Freunde. Genau so war es immer klar gewesen, dass er ohne sie alle den heutigen Tag kaum erlebt hätte. Aber James fand, dass sein Freund ihnen alles zurück gab, was sie ihm gaben. Vertrauen, Loyalität und Zusammenhalt, denn Peter war heute Abend bei ihnen. Trotz der Gefahr und seiner Angst, kämpfte er an ihrer Seite dafür, dass James sein Leben zurück bekam und das dunkle Mal endlich von seinem Rücken verschwand.

„Wormtail, ich habe keine einzige Sekunde lang bereut, dein Freund zu sein," sagte er stolz und hatte ihm einen letzten freundschaftlichen Klaps auf die Schulter gegeben, bevor er sich wieder Sirius zuwand.

„Du passt mir auf alle auf, ja, Padfoot? Ich zähl auf dich."

Sirius nickte und wieder hatten sie ihre Hände zu Klammergriffen geformt und ineinander verhakt.

„Du bist mein bester Freund und mein Bruder. Danke."

Dann schritt er weiter den ihm vorgegebenen Weg entlang tiefer in den Wald hinein. Er hatte kein einziges Mal zurückgesehen, sondern war entschlossen gewesen, dies endlich zum Ende zu bringen. Es fühlte sich wie ein Ende an, aber noch würde er nicht aufgeben. Seine Freunde vertrauten ihm und sie setzten ihr Leben aufs Spiel, damit er frei sein konnte. Es war das Geringste, was er für sie tun konnte, das hier zumindest erfolgreich durchzustehen.

„Was suchst du genau, Potter?"

Er blieb stehen, als er seine eigene bekannte Stimme hörte, wenn sie auch viel härter klang, als er gewohnt war. Nie hatte er selbst jemanden mit dieser Kälte adressiert, nicht mal die, die er nicht leiden mochte. Er wandte sich zur Seite und sah seinen Todesser Part mit dem Zauberstab gegen ihn gerichtet da stehen. Er hatte kein Zauberstab... Würde er wieder wegrennen? Dieses Spiel konnte er nicht ewig treiben.

„James, Junge," hörte er die vertraute Stimme seines Vaters und prompt begann sein Herz mit einem Mal leichter zu werden.

„Dad?" Er wandte sich zur anderen Seite und sah tatsächlich seinen Vater da stehen. Er wollte auf ihn zu rennen, doch Michael Potter richtete seinen Zauberstab auf ihn. Auf ihn? Nein, James erkannte, dass er auf den Todesser gerichtet war, der seinen Zauberstab gegen ihn, James, gerichtet hatte.

„James," begann sein Vater ohne den Blick vom Feind genommen zu haben. „Du musst den Ursprung deiner Dunkelheit finden. Du musst das finden, was dein dunkles Mal ernährt. So lange du das nicht erkennst und abschließt, wirst du hier niemals aufwachen."

„..." Er sah seinen Vater verwirrt an. „Ursprung? Ich versteh nicht."

„Das ist deine Fantasie, das was in deinem Kopf vor sich geht. Unterdrücke es nicht, sondern schließe damit ab, auch wenn es noch so schlimm ist. Du musst damit abschließen."

„Schluss jetzt!" fauchte der Todesser und schoss seinen Fluch ab. „AVADA KEDAVRA!"

„Protego!"

James hatte sich auf die Schmerzen gefasst gemacht, hatte seinen Körper zur Seite gedreht, um den Strahl nicht sehen zu müssen, aber nichts passierte. Er drehte sich ungläubig wieder zurück, sah den Todesser nach wie vor dastehen, der Zauberstab war weiterhin in seiner Hand. Dann drehte er sich zur anderen Seite, wo auch sein Vater noch immer dran stand und auch sein Zauberstab war weiterhin auf sie beide gerichtet. Der Protego-Zauber konnte doch niemals den Todesfluch aufhalten?

„Junge, das ist deine Fantasie. Du kannst alles tun, was du möchtest. Finde den Ursprung, dann kannst du endlich zu deinen Freunden und zu deiner Mutter zurück."

Es wurde hell um ihn herum. Weißes Licht hatte seine Sicht eingehüllt und er schloss reflexartig seine Augen. Es war nicht kalt, es war ein warmes Licht. Als er seine Augen wieder öffnete, befand sich James in der Winkelgasse. Winkelgasse?

„Potter!" Sein Todesser-Ich kam schnellen Schrittes mit seinem Zauberstab auf ihn zu. James zögerte einen Moment, um nach seinem Zauberstab zu greifen, doch er hatte auch weiterhin keinen.

„Accio Zauberstab?!" In der Hoffnung, dass ihm einer zufliegen würde, auch wenn er den Zauber ohne Zauberstab sprach, verflog schnell als nichts passierte. Doch während er sich umsah auf der Suche nach einem heran fliegenden Zauberstab, fiel sein Blick auf den Laden von Mr. Ollivander. James grinste spitz. Ja, es war unlogisch, aber in seinem Leben war sehr vieles unlogisch und in diesen Fantasien erst Recht. Und bevor der Todesser ihn erreichen konnte, war James die paar Schritte nach hinten zum Laden gelaufen und war durch die Tür hinein gegangen.

„Mr. Potter?!" sagte der alte Mr. Ollivander hinter seinem Tresen. Er hatte gerade offenbar einige Zauberstäbe begutachtet und verpackt.

„Jah, hi. Ich bräuchte einen Zauberstab."

„Zauberstab? Was ist mit ihrem alten Zauberstab passiert?"

„Err... Liegt bei meiner besten Freundin."

Der alte Mann hatte ihn so merkwürdig angesehen, dass James nicht anders konnte, als unschuldig zu grinsen.

„Nun denn... Wieder einen aus Mahagoni. Gut für Verwandlungszauber?"

„Ehrlich gesagt, hätt ich dieses Mal lieber einen aus Stechpalmenholz."

„Stechpalmenholz? Haben sie vor, sich mit etwas sehr bösem anzulegen?"

„Err... so ähnlich."

„Nun gut..." Mr. Ollivander suchte (James warf immer wieder einen Blick durch das Glasfenster um zu sehen, wie weit sein Gegner noch entfernt war. Er hatte noch Zeit.) und fand schließlich einen.

„Versuchen sie diesen hier, Mr. Potter."

James nahm den Zauberstab und schwang ihn.

„Perfekt!" sagten beide Männer gleichzeitig begeistert. Erst als Mr. Ollivander ihn erwartungsvoll ansah, fiel ihm auf, dass er gar kein Geld dabei hatte. Es dauerte keinen Augenblick, da fiel ihm wieder ein, dass sein Vater sagte, das sei seine Fantasie. Ein Versuch wars wert. Er hatte schließlich nichts zu verlieren.

„Ähm, Sir, leihen sie mir den Zauberstab kurz? Ich bringe ihn sofort wieder."

„Aber sicher, mein Junge."

„Danke," sagte er erleichtert und rannte mit dem Zauberstab in seiner Hand wieder raus. Es dauerte kaum eine Sekunde, da traf ihn der erste Fluch und stieß ihn mit voller Wucht an die Wand. Der Aufprall tat in der Tat weh und James fragte sich, warum er das nicht abstellen konnte, wenn das mit Ollivander gerade ging.

„James, du musst den Ursprung heraus finden," hörte er erneut die Stimme seines Vaters. Dieses Mal war sie jedoch nur in seinen Gedanken. Der Todesser hatte seinen Zauberstab wieder auf ihn gerichtet, doch James war schneller.

„Stupor!" Er wurde von den Beinen gerissen und weg geschleudert, zu weit weg. Er sah ihn nicht mehr.

„Was zum -"

Er spürte einen harten Schlag im Rücken und fiel keuchend zu Boden. Ein weiterer Schlag, diesmal direkt in seinen Bauch und wieder keuchte er. Der Todesser war über ihn und schlug diesmal immer wieder mit der Faust in sein Gesicht. Die Schmerzen der Schläge konnte er nicht einfach ausblenden und sie benebelten seine Sinne.

„Crucio!" Was der Todesfluch von vorher an Qualen über ihn herein brachten, tat nun dieser Fluch, nur weit aus schlimmer. James Hände krallten sich in den harten Steinboden, sein Körper zuckte unkontrolliert von den Schmerzen und selbst die Luft kam nur zerstückelt bei ihm an. Immer wieder wurde sie abgedrückt, bis er glaubte gleich zu sterben, nur um ihm dann wieder winzige Sekunden lang Zeit zu geben Luft einzuatmen. Der Fluch zog vorüber und der Todesser hatte sich ganz nah zu der elendig daliegenden, schlaffen und geprügelten Gestalt von James hinab gebeugt.

„Du willst gar nicht leben," zischte der Todesser. „Deswegen kannst du mich nicht besiegen."

Der Todesser stand auf, so dass er nun aufrecht über James stand und zielte mit dem Zauberstab aufs Neue auf seinen Körper.

„Diesmal ist es Aus und Vorbei. Ich gewinne."

James atmete langsam, entspannte seinen geschlagenen Körper und schloss seine Augen.

„Jetzt verstehe ich..."

„AVADA KEDAVRA!"

Dieses Mal kam kein Schmerz, kein grünes Licht, kein Fluch. James öffnete seine Augen und der Todesser war weg, sein Zauberstab lag auf dem Boden. Es war sein eigener Zauberstab aus Mahagoni. James beugte sich mit letzter Kraft auf und sah sein 12jähriges Ich mit dem Zauberstab da stehen. Nicht irgendein 12jähriges Ich, sondern sein 12jähriges Ich, dass von Voldemort gequält worden war und am ganzen Körper Verbände und Pflaster trug. Das 12jährige Ich, in das sich Lilli verliebt hatte.

„Du bist derjenige, der keine Ruhe geben kann, nicht wahr?" fragte James erschöpft. Sein Körper schmerzte von jeder Bewegung. Der Fluch hatte es ihm wirklich gerade gegeben.

Der Junge hatte sich neben ihm hingesetzt, da James nicht im Stande war, auch nur einen Millimeter zu gehen. Er hatte sich auf seinem rechten Arm aufstützen können, um sein 12jähriges Ich zumindest auf fast gleicher Höhe zu begegnen.

„Dad hat uns angelogen," sagte das Kind.

„Ja... das hat er," stimmte James ihm leise zu, denn an alles was sein 12jähriges Ich damals nach dem Angriff gefühlt hatte, konnte er sich an jedem Tag seines Lebens noch immer sehr gut erinnern und fühlen. Er hatte sich von seinem Eltern, ganz besonders von seinem Vater verraten gefühlt. Voldemort hatte ihn gequält und er war gerade mal 12 Jahre alt. Seine Eltern hatten ihn bis dahin immer beschützt und auch wenn er mit all seinen Freunden eine Menge gefährlichen Mist in ihrem 1. Jahr in Hogwarts bauten, was Voldemort mit ihm gemacht hatte, überstieg das Unvorstellbare in ihm. Damals gab er seinem Vater die Schuld an allem, weil er fand, dass dieser ihn auf eine Welt vorbereitet hatte, die es nicht gab. Er fand, dass sein Vater ihm eigennützig verschwieg, dass die Welt dunkler und schlimmer war.

„Und Lilli hat uns auch angelogen," fuhr der 12jährige fort. James atmete schwer ein und wieder aus.

„... Ja... das hat sie..." Er hatte es ihr nie gezeigt, hatte sich weiterhin jedes Jahr um sie bemüht. Selbst als er mit Melissa Kingcade zusammen kam, behielt er ein Auge auf Lilli und versuchte sie glücklich zu machen. Ihm war nie klar gewesen, wie wütend er tatsächlich auf sie war, dass sie ihn nicht erkannt hatte und all die Jahre von sich stieß, obwohl sie im Krankenhaus versprach, bei ihm zu bleiben. Konnte er ihr wirklich deswegen böse sein, dass sie ihn nach 15 Minuten Unterhaltung nicht erkannt hatte?

„Und Anna... Anna...Sie vertraut uns nicht!"

„Ja," sagte James leise. „Das hatte mich immer aufgeregt."

„Und Moony-"

„Aber sind wir perfekt?" fragte James, bevor der 12jährige weiter sprach. James wusste bereits, was er sagen wollte. Der Kleine sagte nichts.

„Wir haben Moony auch nicht gesagt, was mit uns im Sommer passiert ist."

„..."

„Und obwohl wir all die Jahre etwas vor ihm geheim hielten, blieb er unser Freund."

„Wir wurden ein Animagus für ihn!" sagte der Kleine trotzig.

„Weil wir Freunde sind. Wir zählen keine Punkte in einer Freundschaft," sagte James leise.

„Und Anna..."

Der Junge schien verzweifelt nach einer Erklärung für seine Enttäuschung ihr gegenüber zu suchen. Wieder war es James, der es erklärte.

„Anna ist Dumbledore ähnlicher als sie glaubt. Ich weiß jetzt, sie vertraut uns schon und hat das schon immer getan. Aber sie kann sich uns in Worten nicht mitteilen... Sie spricht Dinge nicht aus, von denen sie glaubt, dass sie nicht von Bedeutung seien. Witzig ist, dass sie das mit Padfoot gemeinsam hat. Sie können ihre Gefühle so schlecht ausdrücken, dass es bei beiden falsch ankommt. Aber beide würden jederzeit ihr Leben für uns geben. Ist es da nicht verschmerzbar, dass sie uns nicht ihre Seele ausbreiten?"

Der Ausdruck des Jungen schien nun milder zu sein.

„Und Lilli?" fragte er weiter.

„Hätte sie mich sofort in Hogwarts erkannt... Ich glaube, wir wären heute nicht zusammen. Erinnerst du dich noch daran, wie abweisend wir nach dem Angriff waren?"

„Wir wollten in Ruhe gelassen werden... Aber Lilli wollte ich sehen."

„Nein..." flüsterte James leise. „Wir wollten das, was wir nicht haben konnten. Und das ist derselbe Grund, warum wir so wütend auf unseren Vater waren. Weil er irgendwann aufgegeben hatte, an uns heran zu kommen. Also gaben wir ihm die Schuld an allem."

„Er hat Schuld," sagte der Junge. „Er hätte uns retten müssen!"

„Er wäre dabei gestorben," antwortete James und plötzlich hatte sich der Ausdruck des Jungen komplett verändert. Er war nicht mehr frustriert oder ablehnend. Er war unangenehm überrascht und verängstigt.

„Dad hat uns nicht gesagt, wie die Welt tatsächlich ist, weil wir noch Kinder waren und er daran geglaubt hatte, dass er uns beschützen könnte. Ich glaube, er gab sich damals selbst die meiste Schuld an allem, was passiert war. Deswegen zog er sich schließlich zurück... Wir geben uns die Schuld daran, dass die schrecklichen Dinge passiert sind, nicht wahr?"

Am Augenwinkel des Jungen sah er die Tränen, die sich bildeten. Er war in sich eingesunken und begann zu zittern.

„Wenn wir damals nicht so trotzig reagiert hätten und jedem die Schuld gegeben hätten, dann wäre Trisha nicht gestorben, Mum und Dad hätten nicht 5 Jahre im Streit miteinander gelebt, Lilli wäre kein Black Heart geworden, Anna wäre nie in Voldemort's Fänge geraten, Moony wäre nie das Herz durch Ayenterro gebrochen worden, Sirius müsste sich nicht immer solche Sorgen um uns machen... Dad und Großvater wären jetzt nicht tot..."

Sein 12jähriges Ich hatte bitter geweint, sein Körper zuckte immer wieder, wenn er versuchte unter den Tränen nach Luft zu ringen, obgleich er immer wieder mit seinen Ärmeln versuchte, seine nassen Augen abzuwischen.

„Du bist nicht Schuld, mein Junge." Beide sahen zur Seite, wo sich nun Michael Potter zu ihnen niederkniete. Er hatte seinem 12jährigen Jungen die Tränen mit seiner Hand aus der nassen Wange gewischt und sie beide liebevoll angesehen.

„Keiner gibt dir die Schuld an dem, was passiert ist. Ich wünschte natürlich, dass ich mehr wertvolle Momente mit dir hätte erleben können, aber ich bereue nichts. Wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte, hätte ich Anna jederzeit wieder mit meiner Magie beschützt, trotz des Wissens, dass es mich das Leben kosten wird. Du wirst eines Tages verstehen, dass man friedlich stirbt, wenn man weiß, dass man das eigene Kind dadurch retten konnte und Anna war für mich wie eine eigene Tochter. Nachdem ich Trisha und dich nicht beschützen konnte, aber zumindest Anna, konnte ich los lassen."

„Es tut mir Leid, dass ich uns 5 Jahre geraubt habe, Dad," sagte James traurig. Aber sein Vater schüttelte liebevoll lächelnd den Kopf und hatte ihm väterlich die Hand auf die Schulter gelegt.

„Das hast du nicht getan, Champ. Ich habe dich trotzdem stolz aufwachsen sehen. Ich bin stolz auf dich. Ich habe mir für meine Fehler vergeben. Vergib du sie dir auch und lass dich glücklich werden."

James hatte die Hand seines Vaters, die er ihm gereicht hatte, angenommen und ließ sich von ihm wieder aufstützen. Beide Männer sahen einander lächelnd an.

„Dad!" hörten sie den 12jährigen James schreien. Erschrocken sah James, dass Voldemort den Jungen in seiner Gewalt hatte und seinen Zauberstab gegen sein Herz richtete.

„Black Heart gehört mir, James Potter!"


James blinzelte. Es waren die Strahlen der aufgehenden Sonne, die er in seinem Gesicht spürte. Sein Körper fühlte sich an, wie nach ner durchgemachten Nacht mit Sirius. Er stöhnte als er sich schließlich auf seinen Ellenbogen zur Seite aufstützte.

„Merlin sei Dank!" Und prompt hatte sich ein weiblicher Körper auf ihn gestürzt. Er wäre fast wieder nach hinten gefallen, wäre da nicht die Tatsache, dass Lilli ein Fliegengewicht war und sie nicht mal Anna hätte mit sich umreißen können.

„Hey," sagte er müde, hatte sie jedoch mit seiner anderen Hand gehalten. Hinter ihr sah er Remus, der ihm zulächelte und die Hand reichte. James nahm sie an und ließ sich von seinem Freund wieder auf die Beine ziehen.

„Danke," sagte er kurz, bevor sich ein wenig bückte und die Augen zusammenkniff. Das war eindeutig zu schnell gewesen, denn ihm wurde schwarz vor Augen. Er hatte es geschafft... Er hatte auch den zweiten Trank überstanden. James ahnte, was ihn beim dritten Trank erwartete. Voldemort.

„Wie lang war ich weg?" fragte er, nachdem er seine Fassung wiedergewonnen hatte.

„9 Stunden," antwortete Remus. „Padfoot und die anderen halten die Stellung. Anna meinte, dass Lilli und ich bei dir bleiben sollten, falls doch jemand durchkommen sollte."

„In dem Fall, nochmal danke."

Remus lächelte leicht.

„Wie geht es dir?"

„Ich lebe, das ist ein guter Anfang."

„HEY!" rief Sirius, der wie ein gehetzter auf sie zu gestürmt kam. „Seid ihr okay?!" fragte er vollkommen außer Atem.

„Ja?" sagte Lilli etwas verwirrt. „Wieso?"

„Weil Frank glaubt, Meadows für einen Moment gesehen zu haben."

„Die weißen Auroren?" fragte James grimmig. Sirius nickte.

„Bringen wir dich hier weg, Kumpel, bevor sie tatsächlich noch hinter einem Baum hervor springt."

Es dauerte nicht lange, da hatte Lilli den Portschlüssel aufgebaut und sie reisten zurück zu Dumbledore's Haus.


Lilli hatte sich darum gekümmert, James wieder aufzupeppen. Es dauerte nicht lange, da waren auch Frank, Alice und Peter wieder zurückgekommen. Eine jedoch fehlte.

„Anna?" fragte Alice verwirrt. „Wir haben sie schon seit einer Weile nicht mehr gesehen. Seit dem sie eben meinte, dass die 8 Stunden rum sind und die Schutzzauber nun nicht mehr wirken."

„Glaubst du, es ist etwas passiert?" fragte Remus besorgt. Sirius Gesicht verdunkelte sich.

„Meadows gehört zu den weißen Auroren, sie waren wegen Prongs da, nicht wegen Anna," erklärte er geduldig. „Sie ist Dumbledore's Urenkelin und kein Todesser. Wir sollten nichts überstürzen." Sein Blick wanderte zum Kamin in der Hoffnung, dass sie jeden Moment erscheinen würde, aber das war selbst Minuten später nicht der Fall, so dass Sirius beschloss zurück zum Friedhof zu gehen, um nachzusehen. Frank, Alice und Peter schlossen sich für die Suche an und waren wieder zusammen aufgebrochen. James wollte ursprünglich auch helfen, aber sowohl Lilli als auch Sirius waren dafür, ihn im Schutz von Dumbledore's Haus zu lassen. Er war schließlich die Zielperson gewesen, hinter der Voldemort und die weißen Auroren her waren. Noch während sie auf ihre Freunde warteten, erreichte sie eine Eule. James nahm ihr den Brief ab und setzte sich zurück zu seinen Freunden auf die Couch.

„Meine Mum," sagte er und riss ihn auf. „Sie will mich sehen."

Er hatte den Brief gerade fertig gelesen,als die Flammen im Kamin aufloderten und die Freunde einer nach dem anderen wieder heraustraten, noch immer ohne Anna, allerdings auch ohne Alice.

„Nichts," brummte Sirius grimmig.

„Und ihr habt auch noch Alice verloren?" fragte Lilli verwundert.

„Nah," antwortete Frank. „Sie ist im Zaubereiministerium und forscht da nach."

„Meine Mum hat sich gemeldet," teilte James ihnen mit. „Sie will sich treffen. Wenn Anna bei den weißen Auroren ist, dann werden wir das heraus finden, Padfoot. Meine Mum würde nicht lügen."

Dieser hatte seinen besten Freund nicht unbedingt zuversichtlich angesehen, was daran lag, dass ihn der Gedanke förmlich irre machte, dass seine Freundin bei Leuten ist, denen jedes Mittel Recht war, um ihre Pläne zu verwirklichen.