Hi, ich hoffe das Kapitel gefällt euch.

schnabeldame: Stimmt schon, die Einschübe von mir sind manchmal echt sch... Aber, wenn ich auf die Schnelle so was mache, kommt oft etwas echt bescheuertes heraus... tschuldigung... werd versuchen mich zu bessern. Versprochen. Danke, danke, danke für dein Lob rotanlauf Ach, ja ich schreibe dir heute ENDLICH eine Antwort auf deine Mail! Na, wie heißt's so schön: besser spät als nie ggg

Honigdrache: Ich hoffe das Kapitel überzeugt dich, dass es das Warten wert ist :D

Jo Lizard: Hab gleich deine andere Rev noch mal gelesen und du hast Recht. GANZ GROSSES SORRY! Das hab ich wohl überlesen, tut mir leid: Zu Harrys "Bewusstheit" seiner Vision: Naja, ich weis ja nicht ob man die bei der Geschichteprüfung als solche zählen kann... Abgesehen davon, wer sagt dass es nicht möglich ist? (Ich versuche zwar mich so nah wie möglich an die Bücher zu halten, aber irgendwo muss ich manche Sachen verbiegen, oder fortführen, um meine Geschichte zu schreiben). Zu deinem anderen Teil: Richtig, Fast völlig. Aber die Dinge, die du nicht exakt erraten hast, konntest du nicht wissen, kommt heute dran. Und Voldie: naja, er ist echt sauer und, ach er lernt es halt nie :b

laser-jet: stimmt, echt gemein. gggg


Kapitel 10: Vision

Nachdem Snape seinen Bericht – genüsslich schadenfroh – beendet hatte herrschte für lange Sekunden Totenstille.

Zögernd brach Mr Weasley die Stille. „Sie meinen – Du-weißt-schon-wer ist ohnmächtig geworden?"

Snape hatte sich unterdessen einen weiteren Becher voll Wein eingeschenkt, die Flasche verkorkt und auf einem Regal abgestellt. Jetzt kam er wieder zum großen Tisch herüber und fixierte Harry. Der Tränkelehrer nippte an seinem Becher und nickte grimmig.

Bevor die anderen noch etwas sagen konnten, fuhr er mit seinem Bericht fort.

„Ja, der dunkle Lord wurde ohnmächtig. Vielleicht 15 bis 20 Sekunden lang, aber schon das ist für ihn unglaublich. Denkt daran, er hat einen Fluch benutzt, der so mächtig ist, dass selbst der beste Zauberer ihn nur unter allergrößten Anstrengungen abwehren, geschweige denn selbst angreifen kann. Man kann sich vorstellen, wie entsetzt die Todesser waren, als das passiert ist."

Der schwarz gewandete Zauberer schien Harry mit den Augen durchbohren zu wollen. Dieser wich dem stechenden Blick aus und rutschte unruhig in seinem Stuhl. Er selbst hatte eigentlich gar nichts gemacht, das Voldemort hätte umkippen lassen.

Snape wandte sich mit einem kurzen Schnauben wieder an die völlig perplexen Ordensmitglieder.

„Wie auch immer. Nachdem er wieder aufwachte, hat er die Todesser alle davongescheucht. Deshalb bin ich schon hier."

Nach dieser Erklärung richtete er seine schwarzen Augen wieder auf Harry.

„Also, Potter, wie haben sie das angestellt?"fragte er mit leiser Stimme.

„Ich..." begann Harry, der nicht wusste, was er sagen sollte. Er runzelte die Stirn, dachte nach. Harry schüttelte den Kopf. „Keine Ahnung. Wirklich nicht." Fahrig strich er sich durch die Haare. „Bis sie es gesagt haben, war mir nicht mal klar, dass Voldemort – umgekippt ist."Seine Stimme klang verwirrt und ungläubig.

Der dunkle Zauberer starrte Harry wütend an. Der Junge befürchtete, dass sein Tränkelehrer einen seiner berüchtigten Wutanfälle bekommen würde. Doch mit einem kurzen Auflachen brach dieser den Blickkontakt ab und meinte: „Das glaube ich ihnen sogar, Potter. Na schön. Berichten sie uns eben was sie gesehen haben."

Eine andere Stimme mischte sich ein. „Nun, Severus, genau das wollte Harry gerade tun, als du so plötzlich hereingeplatzt bist." Green. Er hatte ein leichtes Lächeln auf seinem Gesicht.

Snape schien diese Bemerkung zuerst nicht gehört zu haben, doch dann drehte er seinen Kopf sehr langsam in Darius Greens Richtung. Er fixierte den blonden Zauberer mit einem undeutbaren Blick. Nach einem langen angespannten Moment wandte sich Snape wieder Harry zu und fragte, als ob nichts gewesen wäre: „Nun? Berichten sie jetzt endlich?"

Harry starrte seinen Zaubertränkelehrer an – Snape musste wirklich darauf brennen, zu erfahren, was sich zwischen Voldemort und Harry abgespielt hatte, denn der Tränkemeister hatte noch nie eine so dreiste Herausforderung ignoriert, oder es lag an Green. Harry klappte seinen offenen Mund zu und nickte schnell.

„Also", begann er, „es fing ganz langsam an..."

Harry rekapitulierte die Ereignisse noch einmal in seinen Gedanken, als er erzählte.

Flashback Anfang

Zuerst ein Jucken. Dann ein Brennen wie Feuer.

Bilder die vor seinem geistigen Auge vorbeiwirbelten.

Düsterkeit.

Licht und Schatten huschen hin und her.

Grabmäler.

Ein Halbkreis schwarz vermummter Gestalten.

Menschliche Umrisse, die sich auf dem Boden winden.

Schreie, Schmerzensschreie.

Schrilles, höhnisches Lachen, das schneidend in den Ohren klingt.

Zwei Schlangen, eifrig ihre Kreise um die Anhänger ihres Meisters ziehend.

Harry spürt, wie Lupin versucht ihn zurück zu holen, ihn schüttelt, ihn anbrüllt. Harry antwortet. Irgendetwas.

Plötzlich rauscht flüssiges Feuer durch seine Adern, die Vision reißt ihn jetzt völlig mit. Er wehrt sich dagegen, fühlt sich hilflos, er will nicht wieder aus Voldemorts Augen blicken müssen.

Ein alter Friedhof. Lange Schatten fallen über die Grabsteine. Es dämmert.

Voldemort und seine Todesser.

Nur langsam wird das verschwommene Bild klarer. Er sieht von oben aus zu.

Das menschliche Monster hat den Fluch von seinem Gefolge genommen und befragt einen Zauberer mit weißblonden Haaren, der vor ihm auf dem Boden kauert.

Malfoy.

Harry sieht dem Verhör zu. Die Worte hört er, doch erreicht ihn ihr Sinn nicht. Was geht hier vor? Er konzentriert sich.

Seltsame Gefühle wallen in ihm auf.

Brodelnde Wut.

Abgrundtiefe Verachtung.

Mörderischer Zorn.

Und ein alles überlagernder, bodenloser, giftiger Hass. Hass! HASS!

Harry zuckt zurück. Voldemorts Gefühle sind die eines Ungeheuers, nicht die eines Menschen!

Der rotäugige Schwarzmagier hebt den Zauberstab. „CRUCIO!"

Schreie.

Irres Lachen.

Harry windet sich. Er fühlt wie Voldemort sich an den Qualen der anderen ergötzt. Seine krankhafte Befriedigung anderen Schmerz zuzufügen und sie zu erniedrigen.

Etwas Neues wallt auf.

Dieser Drang ist genauso krank, verdreht und böse, nur viel, viel stärker.

Giftige, blutrote, grausame Mordlust.

Harrys Geist schreit auf. „Neeeiiiin!"

Voldemorts Lachen ebbt ab und er stoppt den Fluch. Seine nächsten Worte sind schmerzhaft laut und deutlich. „Aber in einem hast du Recht, Lucius. Der Kundschafter hätte sich mehr Mühe geben müssen. Er trägt die Schuld daran, dass euch Potter wieder entkommen konnte!"

Einer der Todesser zuckt heftig zusammen.

Voldemort beginnt wieder zu lachen.

Harry spürt, wie die Mordlust in seinem Erzfeind schmerzhaft stark wird und ihn zu überschwemmen droht. Er windet sich und versucht das Band zu zerreißen. Es geht nicht.

Voldemort spricht wieder. „Wurmschwanz! Du hast schon wieder versagt!"

Der Todesser wimmert und quiekt. „Vergebt mir mein Lord! Es kommt nie wieder vor. Ich werde euch nie wieder..."

Er wird unwirsch von seinem Meister unterbrochen. „Da hast du Recht. Es wird nie wieder vorkommen und dafür werde ich sorgen!"

Voldemort hebt langsam seinen Zauberstab. Ein Gefühl von purer Macht und schon schmerzhafter Freude durchströmt ihn. Er weidet sich an der Angst und dem Flehen seiner Opfer.

Harry versucht sich zu befreien, dem Schrecken von Voldemorts Wahnsinn zu entkommen.

Es zerreißt in fast als die unmenschliche Kreatur den tödlichen Fluch beginnt.

Avada..."

Die ganze Pein bricht aus Harry heraus, als sein Geist aufschreit. „Neeeeeiin! Hör auf! HÖR AUF!!"

Und tatsächlich, Voldemort bricht ab. Einen seligen Moment lang herrscht Ruhe, Frieden. Kein Laut. Keine Bewegung. Keine Gedanken.

Dann fühlt Harry das endlose Staunen seines Gegners. Seine Wut.

Harry weiß nicht wie, doch Voldemort hat ihn gehört. Hat ihn bemerkt.

Als das, was von Tom Riddle übrig ist, seine Aufmerksamkeit auf Harrys körperlose Präsenz richtet durchzucken ihn wieder feurige Schmerzen.

Die Stimme Riddles ertönt und grausame Angst wallt in Harry auf

Potter. Du hörst mit?"

Harry nimmt nichts mehr wahr, außer Schmerz, Angst und dieser Stimme.

Ungezogen von dir. Aber du kommst gerade Recht."

Schmerz explodiert in ihm. Das Bild verschwimmt hinter einem feurigen Wirbel und er hört noch ein letztes Mal Voldemorts Stimme.

Ich werde dich an seiner Stelle töten!"

Eisige Klauen versenken sich in Harrys Geist und reißen an seinem Sein.

Er brüllt als ihn ein Schmerz überwältigt, den er erst ein Mal in dieser Stärke erfahren hat. Voldemort will ihn dieses Mal nicht beherrschen, sondern vernichten.

Jede Faser von Harrys Geist windet sich unter Qualen und er versucht sich zu wehren.

Bildfragmente zucken auf.

Der Spiegel Nerhegeb. Quirrel. Voldemort.

Parselsprache. Der Basiliskenzahn in seinem Arm. Riddle.

Dementoren. Grüner Lichtblitz. Irres Lachen. Voldemort!

Ein Portschlüssel. Cedric Diggory. Wurmschwanz. Ein Kessel. Voldemort!!

Das Ministerium. Der Raum der Prophezeiungen. Ein wallender Schleier. Duellierende Schatten. Der Schleier. Sirius. Voldemort!! SIRIUS! VOLDEMORT!!!

Abrupt stoppt der Wirbel und die Bilder werden klar.

Harry steht im Raum der Prophezeiungen den Todessern gegenüber. Er flüstert seinen Freunden zu: „Zerschmettert die Kugeln."

Wechsel.

Er läuft durch die Gänge. Wütende Stimmen hinter ihm.

Wechsel.

Der Raum mit dem Schleier. Todesser, die ihm folgen. Der Orden taucht auf.

Wechsel.

Sirius duelliert sich mit Bellatrix. Er ruft etwas, spottet über seine Cousine. Ein Fluch, der ihn trifft und zurückstößt. Der Schleier wallt. Ein Triumphschrei. Harrys Stimme. „Neeiiin! Sirius!"

Wechsel.

Voldemort. Dumbledore, der ihn schützt. Die Stimme des Direktors. „Bleib wo du bist, Harry!"Voldemorts Klauen, die nach seinem Geist greifen.

Harrys Geist schreit. Er will nicht länger diese Erinnerungen sehen. Er wehrt sich. Schiebt den Schmerz fort. Schiebt die Bilder fort.

Ein lauter Schrei gellt in seinen Ohren. Seine eigene Stimme.

Selige Ruhe durchströmt ihn. Erleichterung.

Er fühlt sich, als ob nichts geschehen wäre.

Zwei Arme halten ihn fest. Madam Pomfrey. Harry ist wieder wach.

Flashback Ende

Als Harry geendet hatte, schaute er die Erwachsenen an. Die Weasleys sahen erschrocken aus. Lupin schaute ihn verwirrt und besorgt an. Die zwei Medihexen begannen an ihrem Tisch hektisch herumzuwerkeln. Moody wirkte skeptisch und Greens Gesichtsausdruck war undeutbar. Snape hatte seinen Kopf abgewandt und eine Stuhllehne umklammert.

Green war der Erste, der sprach.

„Das war – mehr als ungewöhnlich."Er zögerte bevor er fortfuhr.

„Hast du schon vorher in einer Vision mit Du-weißt-schon-wer gesprochen? Oder war das heute das erste Mal?"

„Ich habe noch nie so mit Voldemort gesprochen." meinte Harry langsam. „Und überhaupt war es dieses Mal völlig anders als sonst."

Snape hob den Kopf und schaute Harry aus zusammengekniffenen Augen an. Green warf dem Spion des Ordens einen schnellen Blick zu und fuhr mit der Befragung fort, als dieser nichts sagte.

„Anders? Inwiefern?"

„Es hat sonst immer ganz plötzlich angefangen, nicht so langsam wie heute. Und – ich weiß sonst nicht wo ich eigentlich bin. Heute wusste ich immer, dass mein Körper hier war, außerdem... Ich habe doch nur ein einziges Mal geschrieen, oder nicht?"fragte Harry unsicher und schaute zu Remus Lupin.

Dieser nickte.

„Und weiter? Gab es sonst noch Unterschiede?"wollte Harrys ehemaliger Lehrer wissen.

Harry bewegte sich unruhig bevor er antwortete. Wie viel wussten die Mitglieder von seinen Visionen?

„Ja. Ich ... habe sonst immer alles aus Voldemorts Perspektive gesehen. Heute war es nicht so."Die anderen Hexen und Zauberer schauten sich unruhig an. Vielleicht hatte Dumbledore diesen Aspekt verschwiegen, vielleicht auch nicht.

„Und..." fuhr Harry hastig fort. „Und ich hatte noch nie Visionen von der Vergangenheit. Diese Bilder waren so echt ... ich dachte fast, ich wäre wieder im Ministerium."

Beunruhigtes Gemurmel erklang als Harry endete.

„Aber..." begann Lupin verwirrt. „Was ist dann der Grund, dass Voldemort ohnmächtig wurde?"

Ratlose Stille.

Die Erwachsenen warfen einander verwirrte, fragende Blicke zu. Snape hatte sein Gesicht wieder abgewandt und starrte auf den Boden. Er schien über etwas nachzudenken und mit sich zu kämpfen. Lupin beobachtete den Tränkemeister.

„Severus", begann er langsam, „hast du eine Ahnung, was da wirklich los war?"

Der Kopf seines Ex-Kollegen ruckte hoch und er starrte Lupin aus brennenden Augen an.

„Ich meine, du hast ja alles aus nächster Nähe mit angesehen", versuchte der Werwolf hastig den anderen Mann zu beschwichtigen.

Snape presste die Kiefer aufeinander und bleckte die Zähne. Nach einem Moment schloss er die Augen und atmete tief durch.

„Möglicherweise habe ich eine Vermutung", sagte er zögernd. Er durchbohrte Harry noch ein Mal mit seinen pechschwarzen Augen und fragte plötzlich: „Wie fühlen sie sich, Potter?"

Harry blinzelte.

„Äh..." machte er. Diese Frage hätte er jetzt am Allerwenigsten erwartet. Schon gar nicht von seinem verhassten Tränkelehrer. „Ganz in Ordnung..."fuhr er fort, wurde aber von Mrs Weasley übertönt.

„Professor Snape. Was soll diese Frage? Wie soll Harry sich nach einem solchen schrecklichen Erlebnis schon fühlen? Er wird völlig fertig sein!"

Sie machte keinen Hehl daraus, dass sie diese Frage für überflüssig hielt. Snape betrachtete die wütende Hexe spöttisch. Seine Oberlippe kräuselte sich als er abwartete, bis sie sich beruhigt hatte. Dann ergriff er wieder das Wort. Er klang ruhig und selbstbeherrscht.

„Vielleicht haben sie Recht, Mrs Weasley, aber ich habe nicht sie gefragt, sondern Potter. Also?"Snape blickte Harry auffordernd an.

Harry wusste noch immer nicht, was er davon halten sollte, genauso wenig wie die anderen.

„Ich fühle mich ganz Okay, so..."sagte er. „Warum wollen sie das eigentlich wissen?"fragte Harry vorsichtig.

Snapes Oberlippe kräuselte sich wieder und er zog seine Augenbraue hoch. „Wie Mrs Weasley schon sagte, dieses Ereignis war – ziemlich heftig. Sie wurden von Voldemort angegriffen und sahen noch ein Mal zu, wie Black durch den Schleier fiel. Jetzt möchte ich einfach nur wissen, was sie direkt danach gefühlt haben."

Harry schaute seinen Lehrer verständnislos an. Diese Frage ergab für ihn immer noch keinen Sinn.

„Kommen sie schon, Potter. So schwer ist diese Frage auch nicht. Wie haben sie sich gefühlt?"wiederholte Snape. „Verwirrt? Wütend? Aufgewühlt? Ängstlich? Oder gänzlich anders? Beantworten sie einfach meine Frage."

Harry runzelte die Stirn. Im Unterricht war der Zaubertränkemeister bei Weitem nicht so geduldig...


Ich hoffe die Vision war verständlich. Ein Tipp: geht die fünf Bücher nacheinander durch.

Und, ja, wieder mal ein gemeiner Cliffhanger...

Thaia