Erst mal meinen Dank an Eskaria, die mit ihren tollen Vorschlägen für den verbalen Schlagabtausch in diesem Kapitel gesorgt hat. Ohne sie wäre es nur halb so lustig geworden…*tief verbeug und hand küss*

@Swunz: Danke dass du mal wieder einen Kommentar hinterlassen hast. Ich schreibe ja weiter, es wird noch viele Kapitel geben.

@Lady-Rosha: Schön dass du mir treu bleibst. Die beiden streiten noch ein bisschen…weil ich noch was auf Lager habe…mit beiden. Aber ließ selbst und lass dich überraschen…*g*

@Soobin: Und Se-chan lehnt weiter am Baum und amüsiert sich…

Was ist denn mit meinen Lesern passiert? Kaum einer meldet ich noch…*schniff* Ich hoffe, es geht euch allen gut und ihr habt Spaß, auch weiterhin meine Geschichte zu lesen…

Rivalen

Kouga rannte auf Inu Yasha los. „Für einen Hundewelpen hasst du eine ganz schön freche Klappe, Inukurro. Statt rumzumeckern solltest du besser auf Kagome aufpassen. Du bist ja wirklich zu nichts zu gebrauchen, um alles muss man sich selbst kümmern."

Mit einem Satz sprang er in die Luft und versuchte dem Halbdämonen von oben gegen seinen Oberschenkel zu springen, was mit der verstärkten Kraft durch die Splitter in seinen Beinen einen durchaus gefährlichen Ausgang nehmen konnte. Inu Yasha zog sich mit einem Salto rückwärts aus der Bahn und fiel den vor ihm landenden Kouga von hinten an. Schon schoben die beiden sich hin und her, jeder zerrte und zog am Körper des anderen.

"Hört auf damit!", kreischte Kagome erfolglos wie immer. Es schien so, als hätte die beiden sie schon vergessen. Sie warf hilflose Blicke zu Sesshoumaru, der, Rin neben sich, immer noch gegen seinen Baum gelehnt etwas abseits saß und das Ganze nur mit einem spöttischen Blick beobachtete.

"Was für nette Streitereien mein eifersüchtiger, kleiner Bruder doch hat. Da gibt es wohl einen Konkurrenten. Soll er sich doch ruhig ein paar Beulen holen...", meinte er nur amüsiert.

Inu Yasha und Kouga kämpften bereits verbissen miteinander, flogen durch die Luft und rannten, kaum dass sie mit Getöse in den Boden gekracht waren, sofort wieder wild schreiend aufeinander zu.

"So geht das doch nicht weiter, hört auf!!!", brüllte Kagome, aber keiner der beiden beachtete sie auch nur in irgendeiner Weise. Sie tobten schon wieder ineinander verschlungen auf der Wiese hin und her.

„Sitz!" Verzweifelt griff Kagome zur letzten Möglichkeit um Inu Yasha zur Vernunft zu bringen. Der Hanyou wurde mit aller Macht von seiner Kette zu Boden gezogen und  landete mit dem Gesicht voran unsanft im Gras. Ein gereiztes Knurren drang  aus seiner Kehle. Diese Demütigung vor seinem Konkurrenten ertragen zu müssen, verbesserte nicht gerade seine Laune. Er hob den Kopf und funkelte wütend zu Kagome hinüber. „Kagome, halt dich da raus!".

Lässig schaute Kouga auf Inu Yasha herab, der nur wenige Schritte vor ihm im Gras lag.

„Na, bleib nur gleich im Dreck liegen, da gehörst du nämlich hin!"

Diese Blamage machte Inu Yasha nicht gerade bereit, vernünftig zu werden. Die Kette hielt ihn nicht lange und ohne Kagome zu beachten sprang er gleich wieder auf die Beine. Mit gesenktem Kopf stand er da, seine wirren Haare verbargen teilweise sein Gesicht, aber das drohende Knurren war deutlich zu hören.

„Ha, was knurrst du denn so gefährlich, du kleiner Schoßhund? Soll ich mich jetzt schon vor einem mickrigen Halbdämon fürchten? Dass ich nicht lache!"

„Das Lachen wird dir bald vergehen, du räudiger Wolf. Der ‚mickrige' Halbdämon wir dir nämlich zeigen, wer hier der Stärkere ist."

„Ach ja? Na, da bin ich ja mal gespannt. Siehst du, wie ich schon zittere?" Kouga hielt Inu Yasha eine seiner Hände hin und schüttelte sie leicht. Dann begann er spöttisch zu lachen. Inu Yashas Wut wuchs.

„Na warte, du! Die Klappe aufreißen kann jeder, der zwei Juwelensplitter in seinem Körper hat. Viel Luft und nichts dahinter!"

Nun verengten sich auch Kougas Augen zu Schlitzen.

"Na, du kleiner Köter! Du bist ja doch nicht in der Lage mich zu besiegen, also gib endlich auf. Du bist es eh nicht wert diese Frau zu erobern. Bei deinem Gestank muss sie ja gleich die Flucht ergreifen!"

"Ha, das sagt ein stinkender Wolf wie du...ich schick dich baden, komm nur her", knurrte Inu Yasha zurück und stürmte gleich wieder auf den jungen Wolfsführer los.

„Und du kommst mit!", brüllte Kouga. Er macht einen gewaltigen Satz auf Inu Yasha zu. Diesmal war er so schnell dass es ihm gelang, im Flug kräftig gegen Inu Yashas Bein zu treten.

Inu Yasha dachte mit Schrecken an den gebrochenen Arm, den er bei einem früheren Kampf nach einem solchen Treffer davongetragen hatte. ‚Mist!!' dachte er, ‚ich darf ihn nicht so nahe an mich heran lassen. Er ist aber auch zu schnell und zu stark!'

Wieder rannten sie aufeinander los und wieder traf Kouga im Vorbeirennen sein Bein.

‚So darf das nicht weiter gehen', schoss es Inu Yasha durch den Kopf. Er wollte es nicht riskieren gegen den mit Juwelensplittern ausgestatteten Wolfdämon zu verlieren. Nicht dieses Mal! Nicht vor Kagome! Und schon gar nicht vor seinem Bruder!

Er wollte den Wolfsdämonen endgültig sein freches Maul stopfen. Er konnte die Male, in denen er es versucht hatte schon gar nicht mehr zählen. Nein, hier und heute würde das alles ein Ende haben. Seine Wut auf Kouga wuchs von Sekunde auf Sekunde und die Bilder, die vor seinem inneren Augen vorbeiflitzten und in denen er Kagome sah, die Kouga im Arm hielt und die ihn pflegte, verringerten das Gefühl nicht! Hinzu kamen die Angst, die er während der vergangenen Tage um Kagome ausgestanden hatte und das amüsierte Gesicht seines arroganten Bruders. Dies alles führte dazu, dass er sich selbst vergaß, bereit alles zu geben, um diesen Kampf zu gewinnen.

"Na, wart's nur ab! Schau mal wer ich wirklich bin, da hast du keine Chance!", knurrte er wütend. Ein leises Rauschen begann, um seine Gestalt begann eine rote Aura zu schwirren, die langen Haare fingen an zu wehen. Er senkte seinen Kopf so dass die inzwischen rot gewordenen Augen nur ab und zu durch die Haare blitzten. Ein tiefes Grollen drang aus seiner Kehle. Seine Gestalt wurde langsam größer, die Schultern breiter, das Gesicht verwandelte sich zu einer leichten Schnauze mit gewaltigen Reißzähnen, die Krallen wurden länger und härter, bereit, den Wolf zu zerfetzen.

"Nicht, Inu Yasha, nicht verwandeln! Und schon gar nicht wegen so eines dummen Streites", schrie Kagome. Aber Inu Yasha hörte sie nicht, er kochte vor Wut.

"Pah, das macht mir doch nichts aus. Ich habe 2 Juwelenscherben in mir, dagegen kommt er auch als richtiger Dämon nicht an!", meinte Kouga frech und stellte sich dem verwandelten Halbdämonen. Inu Yasha versuchte mit seinen langen Krallen auf Kouga loszugehen, aber der war schneller weg als er ihn treffen konnte. Seine Schnelligkeit war immer noch enorm, obwohl Inu Yasha durch die Verwandlung ebenfalls schneller geworden war.

"Na, Hundeschnauze, ist das alles was du drauf hast?" fragte er nur provozierend, während er geschickt den Schlägen Inu Yashas auswich. Er schien völlig unbeeindruckt zu sein von dem drohenden Gesicht mit den rotglühenden Augen und dem kraftstrotzenden Körper des verwandelten Dämons.

"Jetzt hört doch endlich auf, was soll denn das!", brüllte Kagome den beiden zu. Sie fühlte sich absolut hilflos.

„Halt dich raus, das geht dich nichts an!", knurrte Inu Yasha nur kurz mit tiefer Stimme zu ihr herüber. „Ich will das ein für alle mal klären!"

Kagome horchte überrascht auf. Immerhin reagierte Inu Yasha in seinem Zustand noch und gab ihr sogar eine Antwort, wenn auch nicht die, die sie hören wollte. Früher war er in seiner Dämonenform nur noch eine wandelnde Kampfmaschine ohne Verstand gewesen. Etwas schien sich verändert zu haben. Ob es daher kam dass sein Leben nicht unmittelbar bedroht war und er die Verwandlung freiwillig vorgenommen hatte? Seit wann konnte er sich überhaupt freiwillig verwandeln?

Sie hatte ihn lange nicht mehr in dieser furchterregenden Gestalt gesehen. Seit ihm klar war, dass er den Verstand verlieren würde, wenn er dem viel zu starken Dämonenblut in sich zu oft die Oberhand  lassen würde, hatte er die Verwandlungen vermieden. War seine Kraft in der Zwischenzeit gewachsen? Aber was würde dann aus Kouga werden?

"So tu doch was, dein Bruder wird Kouga noch umbringen", flehte Kagome den immer noch unbeteiligt sitzenden Sesshoumaru an.

"Es interessiert mich nicht mit wem er sich prügelt. Das ist seine Sache. Wenn es dich so stört, dann unternimm doch selbst etwas."

"Aber was denn?" fragte sie verzweifelt. "Alles was du willst, vergiss nicht, wer du bist…", meinte er nur ruhig und gelassen und schaute sie dabei nicht einmal an. Er sah nur leicht gelangweilt dem Kampf auf der nahe gelegenen Wiese zu ohne sich zu rühren.

Die beiden ließen nicht voneinander ab. Inu Yasha wurde immer schneller und Kouga hatte langsam doch Mühe, ihm auszuweichen, so erschöpft wie er inzwischen schon war. Mit der schier unerschöpflichen Kraft des vollen Dämons konnte Kouga in seiner fast menschlichen Form nicht mithalten. Wie lange würde er noch durchhalten?