Disclaimer: Ich besitze keine Rechte an den Büchern und Geschichten J.R.R. Tolkiens oder seinen Charakteren. Ebenso wenig verdiene ich Geld mit dieser Geschichte. Mir geht es alleine um den Spaß am Schreiben. Die Charaktere und Orte die ihr nicht in Tolkiens Werken findet sind meiner Phantasie entsprungen.
Kapitel 10: Vergangene WahrheitDas Erste, was Elena wahrnahm, waren ihre Kopfschmerzen, die sich dröhnend durch ihre ganze Stirn zogen. Sie fühlte sich, als hätte ein Panzer sie übersehen. Langsam wand sie ihren Kopf von links nach rechts und öffnete vorsichtig ihre Augen. Überall war helles Licht, was sie beinah blendete. Sie erstarrte, als sie sich weiter im Zimmer umsah. Es bestand aus hellem Stein und herrliche Bäume waren zu sehen, wenn man aus dem Fenster sah. Sie selbst lag in einem großen Bett, mit weissen Bezügen.
Gerade, als sie sich aufrichten wollte, nahm sie jemanden wahr. Ein Mann in einem silbernen Gewand saß an einem kleinen Tisch und las gerade ein kleines Buch mit hellbraunem Einband. Er hob den Kopf, als Elena ihn ansah und lächelte gütig. Sein Gesicht war wunderschön. Es schien weder alt noch jung zu sein. Um seine Stirn zog sich ein einfaches, silbernes Diadem, dass im Sonnenlicht aufblitzte. Er hatte lange braune Haare, die sehr ordentlich zum Teil zu komplizierten Zöpfen gebunden waren. Unverkennbar war er ein Elb, denn seine spitzen Ohren verrieten ihn sofort.
Er lächelte, legte das Buch zur Seite und stand auf. Würdevoll kam er zu Elena ans Bett und setzte sich auf die Bettkante.
„Ihr seid wach Milady?" fragte er mit ruhiger Stimme.
„Ich... ich glaube schon. Aber mir tut alles weh."
Der Elb schmunzelte und legte Elena vorsichtig eine Hand auf die Stirn.
„Aber Fieber habt ihr keines mehr. Ihr könnt vom Glück sagen, dass wir euch gefunden haben."
„Dafür bin euch auch äußerst dankbar."
Da traf Elena die Erkenntnis. Legolas! Wo war er? Wie ging es ihm? Lebte er noch? Was war mit den Reitern? Waren Aragorn, Gandalf und Gimli noch am Leben? Waren sie vielleicht sogar hier? Als könne der Elb ihre Gedanken lesen, antwortete er auf ihre Fragen.
„Beruhigt euch Milady. Legolas geht es wieder gut. Ich habe mich um ihn gekümmert. Er ist wieder wohl auf und lässt schon die ganze Zeit nach euch fragen. Und was eure Freunde betrifft. Sie sind auf dem Weg hierher."
„Vielen Dank Herr. Bitte. Nennt mich Elena."
„Sehr gerne Elena. Mein Name ist Elrond. Herr von Bruchtal."
„Ihr... ihr sagtet, Legolas hat nach mir gefragt?" fragte Elena errötend und spielte beschämt mit ihrer Kette.
Elrond lächelte.
„Ja. Er ist vor drei Tagen schon aufgewacht und er hat als Erstes nach eurem Befinden gefragt. Möchtet ihr zu ihm?"
Den letzten Absatz hatte er nur noch gemurmelt, da sein Blick auf Elenas Kette gefallen war. Ernst betrachtete er sie. Elena entging das nicht und sie sah ihn fragend an.
„Stimmt etwas nicht?"
„Was? Nein, nein. Alles in Ordnung. Möchtet ihr nun zu ihm Elena?"
„Äh. Ja. Gerne."
Vorsichtig versuchte Elena aufzustehen und bemerkte, dass sie ein silbernes Gewand mit hellblauen, weiten Ärmeln trug. Verwundert begutachtete sie sich.
„Ich habe mir die Freiheit genommen euch andere Kleidung zu geben. Ich hoffe, dass sie euch gefallen."
Elena sah Elrond an und bekam den Mund nicht mehr zu.
„Das Kleid ist wunderschön!"
„Das freut mich. Wollt ihr mir folgen? Ich führe euch zu Legolas. Er erwartet euch auf der Veranda."
„Oh, oh! Er erwartet mich?" dachte sich Elena und ihr Herz schlug innerlich Purzelbäume.
Langsam folgte sie Elrond hinaus ins Freie. Dort erblickte sie zum ersten Mal die schöne Umgebung Bruchtals. Sie war verzaubert von diesem Anblick. Wie schön die elbischen Bauten mit der Natur um sie herum in Einklang waren. An einer kleinen Treppe blieben sie stehen und Elrond bedeutete ihr mit einer Geste hinunter zu gehen. Schon auf der Treppe erkannte Elena Legolas. Er saß, in Gedanken versunken, auf einer steinernen Bank und schaute hinaus in die Ferne. Während Elrond in einem anderen Gebäude verschwand, stand Elena unschlüssig da. Sollte sie zu Legolas gehen? Warum eigentlich nicht? Warum scheute sie sich so?
Immer noch zögerte sie, jedoch wurde ihr die Entscheidung augenblicklich abgenommen, denn Legolas sah auf und bemerkte sie. Auch er schaute für einen Moment erstaunt drein, über Elenas neue Erscheinung, lächelte aber dann und sah sie gütig an.
„Na toll! Jetzt muss ich gehen. Gibt's denn hier kein Loch, wo ich rein verschwinden kann? Irgendwo, wo er mich nicht finden kann. Irgendwo, wo ich nicht seine wunderschönen Augen sehen muss?" dachte sie und tapste vorsichtig die Treppe hinunter.
Legolas stand auf und begutachtete Elena von oben bis unten. Sie senkte den Kopf, damit er nicht sah, wie rot sie wurde. Auch er sah unverschämt gut aus, nach Elenas Meinung. Er trug eine graufarbene Hose und darüber eine moosgrüne Tunika. Seine Haare waren gekämmt worden und zu wunderschönen Zöpfen geflochten. Seine Wunden waren alle verheilt. Nicht mal eine kleine Narbe war von ihnen geblieben. Nur um seine Handgelenke schlangen sich noch weisse Verbände.
„Elena. Ich bin so froh, dass es euch wieder gut geht. Ihr seht sehr schön aus." sagte er und schaute dabei Elena, so gut es ging, in die Augen.
„D... danke. Ich freue mich auch, dass es euch besser geht."
„Ihr habt mir wahrscheinlich das Leben gerettet Elena. Dafür bin ich euch auf Ewig dankbar."
„Ach was. Das hätte jeder andere auch getan."
„Nein. Hätten sie nicht. Ihr kanntet mich noch nicht einmal richtig. Ihr wusstet nichts von mir und außerdem habe ich versucht euch und Aragorn umzubringen. Bitte verzeiht mir. Ich konnte mich nicht gegen den Einfluss des Zauberers wehren."
„Legolas. Ich finde, ihr solltet euch nicht damit quälen. Schuld ist nur dieser Saruman! Nicht ihr!"
„Es ist sehr nett von euch, dass ihr das sagt. Und es tut mir auch gut. Ihr seid sehr freundlich zu mir. Ich wünschte, ich könnte auch etwas für euch tun."
„Vielleicht könnt ihr das sogar. Erzählt mir von euch Legolas. Von eurem Zuhause, eurem Volk. Ich... ich würde gerne mehr über euch wissen."
Legolas lächelte gütig und setzte sich mit ihr auf die Steinbank und begann zu erzählen. Diese Unterhaltung tat ihm gut. Es lenkte ihn von seinen vorigen Taten ab und von seinen schrecklichen Erlebnissen. Elena lauschte ihm gespannt und so bemerkten sie nicht, wie Elrond ernst auf die beiden herabblickte.
Er beobachtete sie schon eine Weile aus seinem Studierzimmer heraus und wusste nicht, was er mit der neuen Situation anfangen sollte. Konnte es wirklich sein? War sie vielleicht wirklich... ?
Er brauchte Gewissheit! Plötzlich trat ein braungekleideter Elb herein.
„Herr Elrond? Der Zauberer Gandalf ist eingetroffen. Zusammen mit Gimli, Gloins Sohn und König Elessar."
„Danke. Bitte bringe Gandalf herauf zu mir. Ich möchte dringend mit ihm reden."
„Jawohl mein Herr."
Der Elb verschwand für einige Momente aus dem Raum, um später mit Gandalf wieder aufzutauchen. Der Elb verbeugte sich und verließ erneut den Raum. Gandalf trat zu Elrond ans Fenster und sah lächelnd zu Elena und Legolas hinunter.
„Sie scheinen sich sehr zu mögen." meinte er und schmunzelte.
„Ja. Das tun sie. Jedoch wollte ich euch wegen etwas anderem sprechen."
„Und das wäre?"
„Habt ihr schon die Kette des Mädchens bemerkt, Gandalf?"
„Ja. Habe ich."
„Und das wundert euch nicht?"
„Sagen wir, es beunruhigt mich nicht, Elrond."
„Gandalf! Diese Kette stammt aus Mittelerde. Es ist elbische Schmiedekunst! Wie kann es sein, dass sie im Besitz dieses Mädchens ist?"
„Ich weiß, worauf ihr anspielt Elrond und ich bin der Meinung, ihr habt Recht."
„Aber wenn das die Wahrheit ist, dann wäre das ein Wunder."
„Warum? Wir wissen nicht, was mit dem Kind damals geschah. Aragorn erzählte mir, dass sie ihre Eltern nicht kennt. Kann es nicht sein, dass sie es ist? Sie verhält sich auch anders, als es andere tun würden, die sich plötzlich in einer anderen Welt wiederfinden. Sie scheint keine große Angst zu haben und ihr Mut ist beachtenswert. Und ihre Freundlichkeit. Wie ihre Mutter."
„Wir wissen nicht, ob Elenath 1 ihre Mutter war? Ob sie wirklich das Kind von Ihr und Brandir 2 ist und die kleine Schwester Ninglors 3."
„Ich weiß, dass euch diese Familie sehr viel bedeutet hat Elrond. Aber warum wehrt ihr euch so gegen die Wahrheit?"
„Weil die Familie meines Freundes tot ist! Und zwar alle!"
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1. Elenath – Sternenhimmel
2. Brandir – erhabener Mann
3. Ninglor - Wassergold
Danke für eure tollen Reviews und danke für die Genesungsgrüße. Fühle mich gleich viel besser und an Morenka. Danke für das Angebot. Komme gerne drauf zurück.
Chibi Anitschka
