Kapitel 10 – Der Abendstern
„Du bist ein sehr böses Tier.", informierte Ginny ihr graubraunes Pferd. Die rostrothaarige Hexe stand am Kopf des Tieres, umklammerte das Lederzaumzeug und starrte böse in eins der friedlichen, braunen Augen. Die große Stute stampfte auf und schnaubte ihren nach Pferd riechenden Atem gelangweilt in Ginnys Gesicht.
„Und ich dachte, du liebst Tiere.", neckte Draco als er geschmeidig abstieg. Er klopfte liebevoll den Hals seines eigenen Fuchses.
„Ich liebe kranke und verletzte Tiere.", gab die Hexe schmerzerfüllt knurrend zurück. „Nicht die, die die Unerfahrenheit eines anderen ausnutzen."
„Hör schon auf, Weasley." Dracos Vokale streckten sich träge um die Zunge des Zauberers herum, so verdreht und so süß wie das Salzwasser-Toffee, das Ginny am Kiosk verkaufte. „Gib nicht Bella die Schuld für deine katastrophale Pferd-Hexe-Beziehung." Graue Augen tanzten, als er zusah, wie sie Bella in die Fürsorge eines ungeduldig schwebenden Stallelfen übergab, ehe sie humpelnd, O-beinig und steif auf das Haus zuging. In sich hineinlächelnd gab er seine Zügel einem zweiten Elfenen und holte die leidende Miss Weasley mit Leichtigkeit ein.
„Sag mal", zog er seine Begleitung auf, „hattest du wirklich vor, die Abkürzung durch den Melkstall und die Kornkammer zu nehmen?"
„Die Bestie ist mit mir weggerannt.", klagte Ginny, ihre Wangen waren rot von dem hüpfenden Ritt und der daraus resultierenden Peinlichkeit. „Egal wie hart ich an den Seilen..."
„Zügel.", unterbrach sie Draco und grinste sie überlegen an. „Und wenn mein Gedächtnis mich nicht täuscht, ist Bella nur getrabt." Die süße Erinnerung an Ginnys runden, kleinen Hintern, der hart auf den Sattel aufschlug, als ihre Stute absichtlich all die tollpatschigen Befehle ihrer Reiterin ignorierte, war sein ewiger, persönlicher Schatz, den er gut aufbewahren würde. Er hatte keine Angst gehabt, dass Ginny von ihrem ungraziösen Hochsitz auf dem reulosen Tier herunterfallen könnte, da er einen Klebezauber auf den schimmernden Ledersattel platziert hatte, also konnte er die Show schuldfrei genießen.
„Ist doch egal.", schnippte der Rotschopf. Das Paar hatte die Steintreppe, die steil zum Hintereingang von Snapes Landhaus hinaufstieg, erreicht und Ginny knurrte noch einmal, als sie die vielen flachen Stufen betrachtete, die den grünen Hügel hinaufkletterten. „Dummes Pferd."
Dracos lautes Lachen erfüllte die spätmorgendliche Luft und Ginny funkelte ihn böse an, als er versuchte, es zu unterdrücken und die Kontrolle über sich zurück zu gewinnen. Er hatte sein blondes Haar in einen schicken Zopf gebunden und das Sonnenlicht lag wie eine Krone auf seinem schimmernden Kopf. Während Ginny sich mit den verblassten, lavendelfarbenen Roben, die aus Mollys Gabenkoffer stammten, zufrieden geben musste, beinhaltete Dracos Klamottenschrank ein Arsenal feinster Kleidung, und er sah aus wie ein junger Lord. Sein Reiterstaat war aus gelbbraunem Leder und umhüllte seine Gestalt, als wäre es um seinen Körper herumgenäht worden. Hohe, braune Lederstiefel ummantelten seine Beine bis zu den Knien und seine cremefarbene Reithose war ordentlich in die Schäfte gesteckt worden. Seine Reiterjacke umarmte seine Schultern, betonte ihre Breite, ehe sie sich zu seinen schmalen Hüften hin verjügte und den langen, schwalbenschwanzartigen Enden erlaubte, glatt auf der harten Kurve seines Hinterns zu liegen. Ginny hatte sich furchtbar für ihr schäbiges Aussehen geschämt, als Draco gekommen war, um sie zu den Ställen zu geleiten, hatte sich wieder einmal an die große Kluft erinnert, die zwischen ihren Welten lag, aber im Moment gruben ihr schmerzendes Hinterteil und sein gemeines Lachen alte Rivalitäten der Hogwartsart aus und alle sozialen und ökonomischen Grenzen verschwanden vor ihrem Ärger.
„Du hast das geplant!", schimpfte sie und stellte sich auf die Zehenspitzen, um ihre sommersprossige Nase auf die Höhe seiner zu bringen. „Du hast wahrscheinlich der verhexten Ziege ein Schmiergeld angeboten."
Draco lächelte in ihre blitzenden braunen Augen. „Du zollst mir zu viel Anerkennung, aber ich wäre ein Narr, wenn ich einen solch glücklichen Moment unbemerkt vorbeiziehen lassen würde."
Ginny wirbelte frustriet und schmerzerfüllt knurrend von ihm weg. Sie hob hochmütig ihre Nase und näselte durch den sommersprossigen Hügel: „Sooo, Weaslay, raitest dü?" Draco duckte sich, als die Hexe spöttisch die wohlerzogene Sprechweise der oberen Schicht zerstümmelte. Sein Schaudern bemerkend, knurrte sie: „Du bist mir gewaltig was schuldig, Malfoy!" Er sah zu, wie sie sich einige Stufen hinaufquälte, ehe das Ziehen ihrer inneren Oberschenkel sie zum Stehen bleiben brachte. „Au, au, au!", zischte sie und hob den Saum ihres Rockes, um auf ihre aufgeschürfte Haut zu blicken. „Ich habe circa 15 cm Haut auf dem verdammten Sattel verloren."
„Ich habe dir gesagt, du solltest Reithosen tragen.", erinnerte sie Draco, während er an ihre Seite kam und versuchte, unter ihren gelifteten Rock zu spähen. Ginny ließ das schwere Material mit einem empörten, sittsamen Keuchen fallen.
„Hör auf, mich anzuglotzen. Und Mum hat keine Reithosen mitgeschickt, erinnerst du dich? Gute kleine Hexen tragen Kleider!" Dracos Lippen kräuselten sich, als sie leise hinzufügte: „Egal, wie alt und schäbig sie sind."
Der Zauberer musste zugeben, dass das Kleid, das Ginny trug, völlig hoffnungslos aus der Mode und geschmacklos war. Ihn würde man selbst tot nicht in so einem Gewand sehen. Er hatte beinahe angeboten, der Hexe etwas Schmeichelnderes für ihre Farben und Kurven zu finden, da die Schränke des Hauses voll mit fein genähten Hexenkleidern gefüllt waren, die von den vorherigen Eigentümern zurückgelassen worden waren, aber er gedachte ihres Mittelklassestolzes und widerstand dem Drang. Natürlich hätte er ihre Sachen in ein passendes Reitkostüm verwandeln können, aber diese Art der Hexerei war nicht seine Stärke, und obwohl die Vorstellung einer nackten Ginny ihn maßlos erfreute, war die Realität einer solchen Situation und ihre daraus resultierende Rage es nicht wert.
„Komm schon, Wiesel.", kicherte er und bot seinen Arm an. "Ich weiß etwas, dass dein Unbehagen lindern und deinen ehemaligen Humor wiederherstellen wird."
Ginny runzelte die Stirn, was den Schweiß, der sich auf ihren Augenbrauen gesammelt hatte, über ihren Nasenrücken laufen ließ. Sie wischte den unverschämten Tropfen mit dem Handrücken weg und fragte misstrauisch: „Was?"
Er starrte in die schmalen braunen Augen, kämpfte gegen das Begehren, die Hexe einfach zur Besinnungslosigkeit zu küssen, und sagte ohne nachzudenken: „Vertrau mir einfach."
Ginny wich leicht zurück und scannte sein Gesicht, suchte nach ... etwas, irgendetwas, das ihr seine Absicht verraten würde, fand aber nur die Offenheit, die sie früher schon bemerkt hatte, dieselbe klare, unbelastete Einladung zu spielen, die sie so oft in ihren letzten Jahren in der Schule gesehen hatte. Langsam nickte sie und legte ihre Hand auf seinen Ärmel. „Okay."
Ihr Spaziergang, der von Ginnys Schmerzenslauten und Vergeltungsschwüren gegen ihn und alle Pferdearten begleitet wurde, war dankenswerter Weise kurz, und sie erreichten bald die Tür eines bescheidenen, mit Glas umgebenen Raumes. Draco zwinkerte seinem zischenden Partner zu und klopfte mit seinem Zauberstab gegen die Klinke. Die Tür schwang leise auf und Draco führte Ginny in die warme, feuchte Luft eines privaten Schwimmbades. Gefiltertes Sonnenlicht tanzte auf der Oberfläche des Wassers und sandte lange gelbe und weiße Bänder hinein, die auf einem kobaltblauen gefließten Boden herumwirbelten. Hölzerne Liegestühle waren an einem Ende des Pools aufgestellt, daneben lag ein Berg fluffiger Handtücher.
Ein „Ooooooooooohhhhhh!" der Anerkennung tropfte von Ginnys Lippen, als sie Dracos Arm los ließ und sofort anfing, die Knöpfe ihrer drückenden Klamotten aufzumachen. „Danke Draco!", rief sie über ihre Schulter. „Bis später."
„Oh, nein, nein, Wiesel. Hat dir nie jemand gesagt, das es gefährlich ist, alleine zu schwimmen?" Mit übertriebener Trägheit zog er die Jacke von seinem Körper. Ginnys Augen wurden rund, als sie zusah, wie er vorsichtig seine Kleidung über dem Arm, faltete. Das zahnweiße Grinsen, das er ihr zukommen ließ, war sowohl spielerisch als auch räuberisch, während er seine gekrümmten Daumen unter seine Hosenträger schob und die dünnen Lederstücke über seine Arme rutschen ließ.
„Du glaubst doch nicht, also, ich meine, ", stammelte Ginny. „Du glaubst doch nicht, dass ich dich mit mir zusammen in den Pool lasse?"
Draco hatte an seinen eigenen Knöpfen begonnen und blickte von seiner Aufgabe auf, seine Augen waren mit Unschuld gefüllt. „Und das wäre...?" Er ließ die Frage verlockend zwischen ihnen hängen.
„Absolut unangebracht.", schnippte Ginny. „Ich habe nicht mal einen Badeanzug." Sie biss sich bei dem innernen Bild der beiden, die nackt im Pool herumtollten, auf die Unterlippe.
Draco zuckte nur mit den Achseln, genoss ihre Unbehaglichkeit und sah ihr Rotwerden voraus. „Du trägst Unterwäsche, oder etwa nicht?"
Die Nasenflügel der Hexe weiteten sich vor Empörung. „Natürlich trage ich Unterwäsche! Was für eine Hexe wäre ich – verdammt, ich kann nicht glauben, dass ich tatsächlich mit dir über meine Schlüpfer rede!" Sie kreuzte ihre Arme trotzig über ihrer bebenden Brust, fühlte wie das kratzende Material über ihre glatte Haut schliff, und streckte ihr Kinn in Richtung Ausgang. „Du wirst einfach gehen müssen."
Ihr Unterkiefer fiel förmlich auf den Boden, als Draco ans andere Ende des Raumes ging und sein Shirt auszog. „Sorry. Geht nicht." Er warf seine Klamotten auf den nächststehenden Stuhl, setzte sich selbst hin und fing an, an einem Stiefel zu zerren.
Ginnys Augen ähnelten Untertassen, als sie widerwillig den Anblick des halbnackten Malfoy Erben in sich aufnahm. Die flackernden Bänder des reflektierten Sonnenlichtes lagen auf seinen entblößten, gebräunten Schultern, rutschten hin und her und verbanden sich mit den glatten Muskeln, die sich unter seiner Haut bewegten. Sein Oberkörpre war spärlich mit feinen, goldenen Haaren bedeckt, und die Hexe konnte nicht anders als zu bemerken, dass das Haar um jede flache Brustwarze ein wenig dunkler und von dem Schweiß gekräuslelt war. Er warf seinen Lederstiefel auf die Fliesen. Ginny hüpfte ein wenig auf bei dem Geräusch. Ihre trockene Zunge klebte am Gaumen in ihrem Mund als Draco seinen Strumpf auszog und seine befreiten Zehen entspannt beugte. Sogar seine Füße sind schön anzusehen, stöhnte Ginny leise.
Draco war sich Ginnys Aufmerksamkeit bewusst und ein kleines Grinsen zog an einem seiner Mundwinkel. „Es ist unhöflich, zu starren, weißt du das, Weasley?"
Ginny schluckte trocken. „Bisschen hart, es nicht zu tun, Malfoy. Außerdem ist es auch unhöflich, in Gegenwart von jemand anderem zu strippen.", anwortete sie, wie sie hoffte, mit fester Stimme.
Draco zog auch den zweiten Stiefel und die Socke aus, ehe er durch seinen Pony die großäugige Hexe anblickte. Eine silberne Augenbraue hob sich zum Zeichen der Provokation: „Oh, wirklich?", fragte er, erhob sich zu seiner vollen Größe. Seine nackten Arme hingen locker an seinen Seiten. Er fühlte den Blick der Hexe über ihn wandern wie ein Streicheln. Ihre Augen waren nicht mit Lust gefüllt (an DEN Blick war er gewöhnt), sondern mit unschuldigem Staunen und Schock und sein Magen verdrehte sich vor Erregung, die ihre Reaktion auf seinen Körper auslöste. Würde sie die Gefährlichkeit ihrer Situation erkennen und fliehen oder würde sie bleiben? Die Stille vertiefte sich, als Ginny endlich ihre rehbraunen Augen zu seinem Gesicht hob und seinem Blick begegnete.
„Findest du mich hübsch?" Draco brach die Stille mit seiner ruhigen und doch sehr bestimmten Frage.
Ginny nickte. Was könnte sie sonst tun? Lügen? Um Circes Willen, der Zauberer war einfach wunderschön! „J – Ja.", flüsterte sie. „Das finde ich."
„Gut.", antwortete er, seine Nervosität verschwand leicht. Wenigstens hatte die Hexe nicht Reißaus genommen. „Das macht mich froh." Seine Hände bewegten sich zu dem Verschluss seiner Reithose und öffneten einfach den ersten Knopf.
Ginnys Gesicht brannte und sie drehte sich um. Sie versuchte ihre Atmung und ihre Fassung wieder unter Kontrolle zu bringen, während die Geräusche des sich ausziehenden Zauberers ihre pink angelaufenen Ohren kitzelten. Ich kann nicht glauben, dass ich das zu ihm gesagt habe!, klagte sie innerlich. Ich glaube, ich verliere meinen Verstand! Ein lautes Spritzen ließ sie über die Schulter blicken. Draco glitt unter der glitzernden Oberfläche des Wassers entlang, bekleidet mit einem Paar dunkelblauer Boxershorts. Seine langen Beine waren zusammengepresst und sein gesamter Körper bewegte sich anmutig, als er zum anderen Ende des Pools schwamm. Es sah aus, als wäre er im wässrigen Element zu Hause, so wie die Meermenschen, die den dunklen See in Hogwarts bewohnten, sein Haar strömte über seinen sich biegenden Rücken, während er seine geschmeidige Form auf meisterhafte Weise durchs Wasser zog. Als er das flachere Ende erreichte, stellte er seine Füße auf den Boden und schüttelte die Nässe von seinem Gesicht. Er runzelte die Stirn, als er bemerkte, dass sie noch immer vollständig bekleidet war.
„Kommst du nicht rein?", fragte er scharf.
„Ich habe dir schon gesagt, dass ich keinen vernünftigen Badeanzug habe!", antwortete Ginny genauso heißblütig.
Draco schaute frustriert. „Schwimm halt in deiner verdammten Unterwäsche!", betonte er. „Ich tu's doch auch!"
„Das ist nicht dasselbe!", jammerte Ginny. „Männer können in ihren Unterhosen schwimmen, ohne dass es auffällt."
Er schlug mit einer ungeduldigen Faust auf das Wasser und begann in ihre Richtung zu waten. Seine Gesichtszüge waren entschlossen. Ginny wich vom Rand des Beckens zurück.
„Weasley.", sagte Draco fest. „Wenn du nicht im Wasser bist, bis ich bis fünf gezählt habe, werde ich dich reinwerfen, mit schäbigem Umhang und allem!"
Ginnys Augen verengten sich zu Schlitzen und sie knurrte leise: „Das würdest du nicht wagen!"
„Eins." Er echote ihr Knurren und fühlte, wie der Spaß am Ärger der Hexe wuchs.
„Ich habe meinen Zauberstab! Bring mich nicht dazu, dich zu verhexen, Malfoy!"
„Zwei." Draco betonte seine Drohung, indem er seine nassen Hände auf die Fliesen legte und seinen tropfenden Körper halb aus dem Wasser hob.
„OKAY!", schrie Ginny, drehte sich um, zog ihren Zauberstab aus dem Ärmel und schob ihn in den kaputten Kragen ihres Umhangs. „Gib mir nur eine Sekunde, du gemeiner, hinterhältiger…"
„Drei."
„Oooohhhh!" Sie verdrehte ihre Augen, schloss sie und konzentrierte sich auf ihr Gedächtnis. Sie und Hermine hatten sich vor ein paar Monaten Muggel-sale-Kataloge angeschaut, als Ginny bekannt gegeben hatte, sie würde wieder einmal ihren Sommer arbeitend in der Strandstadt Bognor Regis verbringen. Hermine hatte darauf bestanden, Ginny einen Badeanzug zu kaufen und die beiden Mädchen waren tief in eine Diskussion über Farbe und Schnitt vertieft gewesen, als Molly Weasley den Flyer aus ihren überraschten Händen gerissen hatte. Die hitzigen Worte, die über die Lippen ihrer Mutter kamen, waren es nicht wert, erinnert zu werden. Irgendetwas über Unmoral, wertlos, unschicklich, und du holst dir darin doch den Tod...
„Vier." Oh Gott, kam er etwa näher?
„Halt den Mund, Malfoy! Ich versuch mich hier zu konzentrieren!", brüllte sie. Da war ein Bikini gewesen... Ginny fühlte das Kitzeln der Magie, als ihre Unterwäsche sich verwandelte. Schnell blickte sie an ihrem Körper hinunter. Na ja, das war – anders. Die Farbe war ein wenig zu grell und die beiden Teile des Bikinis überließen wenig der Vorstellung, aber sie verdeckten SCHON all die äh – richtigen Stellen.
„Fünf."
„Ich bin fertig, du lästige Laus! Lass mich den hier nur noch schnell aufknöpfen." Ginny riss an den Verschlüssen ihres Umhangs, wirbelte herum und ließ das Kleidungsstück auf den Boden fallen.
„HEILIGE SCHEIßE, WEASLEY!", schrie Draco, fuchtelte wild mit den Armen herum, stürzte und verschwand unter dem spritzenden Wasser. Eine Sekunde später brach er durch die Oberfläche wie ein Wal, schnaubte Wasser aus der Nase und deutete mit einem anklagenden Finger auf das Mädchen. „Du solltest wenigstens den Anstand haben, einen Zauberer zu warnen!"
Ginny starrte an ihrem Körper herunter, der nun in einem neon – zitrongelben French – cut Bikini steckte. „Was?", fragte sie.
Draco taumelte zum Beckenrand. „Kein einziges Zeichen, das deine Absicht verraten könnte, einfach POW! Direkt in mein Gesicht! Ich meine, Brüste, ein kleiner süßer Bauch... Beine und... mehr Beine. Oh Merlin, Ginny!", stöhnte er, ehe sein Gesicht aufstrahlte und er sich begierig vorbeugte. „Dreh dich um. Ich will deinen Hintern sehen."
„Ich werde mich ganz sicher NICHT umdrehen!" Ginny kickte den Umhang von ihren Füßen und wüschte sich, es wäre das jetzt grinsende Gesicht ihres Peinigers. Sie trat näher und zischte: „Du warst doch derjenige, der darauf bestand, dass ich meine Unterhose verwandle, zum Teufel noch mal. Was glaubst du, hatte ich drunter? Tante Tessies Liebestöter?"
Seine Antwort war, seine Arme um ihre Knie zu wickeln und sie über seine Schulter ins Wasser zu werfen.
Als sie wieder hochkam, kreischte sie wie eine nasse Katze. „Du abscheulicher Dummkopf!", schimpfte sie durch die rostigen Strähnen, die in ihrem Gesicht hingen. Sie strich sich die Haare aus den Augen und näherte sich dem glucksenden Zauberer mit einem wütenden Blick. „Ich habe noch meine Schuhe an, du Idiot!"
Draco lehnte seine Schulter an die Wand und legte seine Arme auf die geflieste Kante. Sein Lächeln war so strahlend wie der Funke in seinen Augen. „Sie trocknen schon, Weasley."
„Sie sind aus Leder, du Idiot!"
Er ernüchterte ein wenig. „Okaaay. Sie werden trocken – aber steif werden?"
„Aaaaagh!", schrie die Hexe, pflügte durchs Wasser und bespritzte großzügig das Gesicht ihres Begleiters. Sie erreichte die Wand und schubste Malfoy zur Seite, um sich aus dem Wasser zu ziehen. Als sie auf dem Rand saß, versuchte sie ihre vollgesogenen Schuhe in ihren Blick zu bekommen.
„Komm.", sagte Draco leise, aber bestimmt. „Lass mich dir helfen." Über ihren murrenden Protest hinweg ergriff er einen schlanken Knöchel, hob ihren Fuß und platzierte die Sohle ihres tropfenden, schwarzen Turnschuhs auf seiner Brust. „Ich hatte nicht die Absicht, deine Schuhe zu ertränken.", erklärte er und g rinste, als sie zur Erwiderung nur schnaubte. Er zog an den durchnässten Schnürsenkeln und fuhr fort: „Schau, es tut mir leid. Vergibst du mir?" Er hob seine Augen zu ihren.
Ginny kochte leise vor sich hin, als Draco ihre Schnürsenkel bearbeitete. Sie wollte den nervigen Zauberer ausschimpfen, ihn auf seinen arroganten, silbernen Schädel schlagen, aber als sie seinen weichen, bittenden Augen begegnete, stoppte sie und ihre Braue runzelte sich. „Wie machst du das?", seufzte sie verärgert, während er ihr endlich den ersten Schuh auszog. Er strich die tropfende Socke von ihrem Fuß und warf beide Teile auf die Fliesen.
„Wie mach ich was?"
„Diese riesigen Hundeaugen. Welpen haben keine silber-blauen Augen, aber du schaffst es trotzdem, diesen Ausdruck perfekt zu erzeugen." Sie erlaubte Draco ihren anderen Fuß auf seine Brust zu heben. „Ziemlich ärgerlich ist das."
Draco zuckte mit den Achseln und ein Grinsen zupfte an seinen Lippen, während er die Schnürsenkel aufzog. „Übung an meiner Mutter, denke ich." Er konnte seine Augen nicht davon abhalten, an den Schienbeinen der Hexe hinaufzugleiten. Die Haut war glatt und leicht gebräunt. Er traf auf ein Meer von Sommersprossen und bemerkte, dass sie eine Narbe auf dem Knie hatte, wahrscheinlich vom Toben in ihrer Kindheit. Er wollte auf ihrem Knie verweilen, er wollte wirklich, aber seine umherstreifenden Augen hatten andere Pläne. Er verlangsamte das Zupfen seiner Finger, um seinen südigen Augäpfeln Zeit zu geben, noch weiter hinaufzuwandern, dahin wo ihr Schoss sicher wartete. Nur noch ein paar Zentimeter...
Ginny fühlte sich, als brannten ihre Beine! Sie hatte niemals bemerkt, dass klitschnasse Sachen so brennen konnten, aber Draos Hände entfachten ein Feuer auf ihrer nassen Haut, ließen sie erstaunt vor Überraschung und Freude aufkeuchen. Sie wollte ihre Augen schließen und sich in der Wärme und der kribbelnden Süße seiner Berührung räkeln, aber die Gewohnheit, besessen vorsichtig zu sein, die sie sich über die Jhre angeeignet hatte, kämpfte gegen die aufsteigende Begierde. Seine Stimme brach durch ihre wirren Gedanken.
„Bei Merlin, Ginny!", flüsterte er, ließ ihren Fuß ins Wasser sinken und trat zwischen das offene V ihrer Beine. Seine Aufmerksamkeit war von dem Anblick der hervorgewölbten, gefährlich aussehenden, roten Striemen, die auf den Innenseiten ihrer Oberschenkel aufgetreten waren, gefangen genommen. Ginny blickte nach unten und berührte die Stellen behutsam. Blödes Pferd!
„Ja, brennt ein bisschen. Vielleicht hilft ja das Wasser."
Draco schüttelte den Kopf, als er sprach. „Nein, du brauchst etwas anderes. Das könnte sich entzünden. Fetcher!"
POP! „Ja, Master Draco?"
Ginny hüpfte hoch, als ein verhutzelter Hauself, der ein schäbiges Paar Kinderunterhosen auf seinem kahlen Kopf trug, an ihrer Seite erschien.
„Bring mir Professor Snapes Heilsalbe.", befahl Draco
„Sofort, Master Draco.", antwortete der Elf und verschwand. Er erschien auf der Stelle wieder, ein blaues Porzellantöpfchen an seine knochige Brust gepresst.
„Warum hat das solange gedauert?", schnappte der Zauberer und ergriff den Topf. Seine Stimme war schneidend, aber Ginny konnte den größer werdenden Funken Vergnügens in seinen Augen sehen, als er seinen Diener ansprach. Draco schraubte den Deckel ab und tauchte seine Finger tief in den cremigen, weißen Inhalt des Gefäßes. Er blickte zu Ginny auf, fragte sie im Stillen um Erlaubnis, bevor er die beruhigende Salbe auf ihre Haut auftrug. Er fühlte und sah das Schaudern, das von dem Punkt ausging, an dem seine Finger sie berührten, und sich von dort in beide Richtungen über ihre Figur zog. Ihre körperliche Antwort war wie ein Tritt in seine Eingeweide, aber das tiefe, unhörbare Stöhnen, das ihren Lippen entwich, stahl sich sofort in seine Leistengegend.
„Also, weiß er, Master Draco, Fetcher musste erst Leo finden und dann mussten die beiden das Schloss an Professor Snapes Medizinschrank öffnen. Ein grässliches Stück Arbeit war das." Der Elf stieß einen trostlosen Seufzer aus. „Das hat alles ein wenig gedauert." Er wandte seine hervorstehenden grünen Augen der jungen Hexe zu, die auf dem Beckenrand saß. „Hat die junge Miss sich verletzt?"
Ginny wandte ihre Aufmerksamkeit von Dracos zärtlich streichelnden Fingern ab. „Ähm, ja Fetcher, richtig?"
Der alte Elf lächelte ein faltiges Lächeln und beugte seinen Kopf eifrig vor. „Er heißt Fetcher, ja, Junge Miss. Er ist der persönliche Hauself des Jungen Master Dracos." Offensichtlicher Stolz sprach aus diesen Worten. „Wenn er so frei sein darf, Miss, aber wie hat sie sich verletzt?"
„Blödes Pferd."
„Inkompetenter Reiter."
Ginny und Draco antworteten gleichzeitig, ihre Augen trafen sich kurz, dann flogen sie überstürzt voneinander weg. Draco entfernte seine Hände von ihren Oberschenkeln und wich langsam vonihren offenen Beinen zurück. Er wusch seine Finger im Pool und hielt seine Augen auf diese Tat gerichtet, während Ginny auf ihre Unterlippe biss und über die Reaktion ihres Körpers auf die Berührung des blonden Zauberers nachdachte.
Fetcher, dessen schon gekräuselten Augenbrauen sich noch höher zogen, nickte langsam. „Hmm, gut, er hofft, dass es ihr bald besser geht, Junge Miss. Will er noch etwas anderes von Fetcher, Junger Master? Essen? Trinken? Leo erlaubt Fetcher nicht, etwas in seines Masters Haus zu tun und Fetcher langweilt sich."
Der Junge Master warf das Töpfchen Heilsalbe zu dem knochigen Elfen. „Langweile? Wer hat dir erlaubt, dich zu langweilen?", zischte er. „Nimm Miss Weasleys Schuhe und kümmer dich um sie. Sie ist dummerweise ins Wasser gesprungen ohne ihr Schuhwerk vorher auszuziehen." Beide Männer ignorierten Ginnys irritiertes Schnauben.
Fetcher verbeugte sich tief. „Er ist hocherfreut, den Schaden der Jungen Miss zu beheben." Er ergriff den einen Turnschuh und drückte ihn fest an die Brust, zusammen mit dem blauen Gefäß. Der Elf blickte sich suchend um. „Entschuldige er Fetcher für seine Vermutung, aber normalerweise gibt es mehr als einen Schuh, ja?"
„Ja, in der Tat.", stimmte Draco zu, fischte im Wasser herum und fasste noch einmal nach Ginnys schlankem Knöchel. Er öffnete die Schnürsenkel sehr schnell und zog Schuh und Strupmf ohne viel Federlesen vom Fuß. Draco schob die Sachen zu dem wartenden Elf und fügte hinzu: „Eine leichte Mahlzeit wäre angenehm. Vielleicht auch etwas Obst. Miss Weasley und ich werden hier speisen. Das ist dann alles."
„Sehr wohl, Sir.", antwortete Fetcher und verschwand mit einem leichten pop!
Das Klima im Poolhaus war wie die feuchte Stille vor einem Regenguss.
„Du solltest das lieber ein bisschen einziehen lassen." Dracos Stimme grollte wie weit entfernter Donner. Er deutete auf Ginnys gespreizte Beine und ließ die Hexe plötzlich verlegen über ihre Pose werden. Sie brachte ihre Oberschenkel näher zusammen, erinnerte sich aber immer noch an Dracos verweilende Berührungen.
„Also,", begann Ginny nach einer peinlichen Stille, „habe ich wirklich ein paar Jungenunterhosen auf dem Kopf des Elfen gesehen?"
Draco grinste verschmitzt, glitt zum Beckenrand und hob sich aus dem Wasser. Er setzte sich neben die Hexe, ließ seine langen Beine nahe neben ihr ins Wasser hängen und antwortete: „Du hast richtig gesehen."
„Und darf ich fragen, warum er die Unterwäsche eines Jungen als Hut trägt?" Ginny blickte den Zauberer an ihrer Seite aus den Augenwinkeln an, ein Lächeln breitete sich auf ihren rosafarbenen Lippen aus.
„Du darfst.", neckte Draco und sah von der Hexe weg, während seine eigenen Lippen um die Kontrolle seines Gesichtsausdrucks kämpften.
Ginny wartete geschlagene drei Herzschläge, ehe sie den verärgerten Zauberer hart mit de Ellbogen anstieß. „Also?", fragte sie.
Draco drehte sich in ihre Richtung, sein silberblauer Blick verdeckte kaum seine zurückgehaltene Heiterkeit. „Ich habe versucht, ihm Kleidung zu geben."
Ihr Mund öffnete sich kurz, ehe sie als Antwort anfing zu lachen und ihn mit beiden Händen brutal wegschob. „Ach komm! Du nimmst mich doch auf den Arm!"
„Nein, wirklich, es ist wahr.", verteidigte sich Draco glucksend. „Der kleine Wichser hatte mich wieder einmal an Vater verpfiffen, also entschied ich, dass ich ihn ein für alle mal loswerden wollte."
Ginny legte ihre Handflächen auf den kalten Boden hinter ihr und streckte sich so, dass Dracos Hoden aufstöhnten.
„Erzähl mir doch nichts! Ich soll also glauben, dass Draco-ich-schwitze-nicht-ich-glänze-nur-Malfoy einen Hauselfen befreien wollte?"
„Na ja, ich war erst drei damals und musste mir meiner Stellung in der Welt erst noch bewusst werden." OOOH, wie er wünschte, sie würde sich nich einmal strecken!
„Okay, Malfoy, ich entledige mich meines Unglaubens über deine Sicht der Realität mal für einen Moment. Also, erzähl mir, was passiert ist."
Draco rutschte auf seinem Hintern näher an die zurückgelehnte Hexe und seine Augen fixierten sich auf ihre Braunen. Er lehnte sich vor, als würde er ihr ein schreckliches Geheimnis anvertrauen. „Na ja, Fetcher war Vaters persönlicher Kammerdiener in der Ausbildung. Sein alter Elf wurde langsam zu alt, also holten sie diesesn neuen Rekruten aus der Küche. Die Beförderung muss ihm schnell zu seinem knubbeligen, haarlosen Kopf gestiegen sein, weil der kleine Petzer immer versuchte, Vaters Wohlwollen zu erlangen, indem er mich verriet. Ich konnte keinen Finger krümmen, ohne dass Lucius davon wusste."
„Du warst nur drei!", betonte Ginny. „Wie viel Unsinn konntest du denn schon anstellen?" Draco runzelte neckend die Stirn. „Okay, doofe Frage. Du wurdest böse geboren. Fahr bitte fort."
Der Blonde rollte mit den Augen. „Egal.", seufzte er, als wäre er verwundet. „Nach einer besonders schmerzhaften Zurechtweisung entschied ich, dass der Elf gehen musste. Ich besaß noch keinen Zauberstab, also stand Verfluchen außer Frage und alle scharfen Gegenstände im Haus waren mit einen gemeinen Zauber vor mir verschlossen, nach dem Vorfall mit dem Klingelzug und Mutters Pudel. Tränke waren unsicher. Mit drei war ich mir nicht absolut sicher, was für einen Effekt sie auf Hauselfen haben würden."
Ginny starrte ihn schockiert an: „Du hast mit drei schon Zaubertränke gebraut?"
„Natürlich. Ich bin ein Malfoy. Musst du mich immer unterbrechen?"
„Tschuldigung."
„Angenommen. Die Lösung zu meinem Problem fand ich eines Abends, als ich mein Bad hatte. Ich erinnere mich, dass ich meine dreckigen Kleider auf dem Badezimmerboden entdeckte, und da traf mich die Erkenntnis. Ich kletterte aus der Wanne und rief nach Fetcher. Sobald er erschien, warf ich mich auf ihn." Draco verstummte, sein Gesicht war entspannt bei dem Gedanken an die Erinnerung.
Ginny beobachtete ihn für eine Sekunde, sah, wie Wasser aus seinen hellen Haaren tropfte und langsam über die schmalen Wangen lief. Sie stubste ihn leicht mit der Schulter an, um ihn zum Reden zu bringen. „Also hast du gewonnen?"
„Man könnte vielleicht sagen, es war unentschieden. Die Geräusche unseres königlichen Kampfes hatten Vater und Mutter auf den Plan gerufen. Kannst du dir ihren Schrecken vorstellen, als sie ihr einziges Kind und Erben nass und nackt vorfinden, während selbiger versucht, einem schreienden Hauselfen eine dreckige Unterhose anzuziehen?"
Ginny warf ihren Kopf zurück und brüllte vor Lachen.
Draco konnte sein Grinsen nicht unterdrücken. „Ja, ich wette, du kannst es dir vorstellen."
Ginny wedelte mit einer Hand in seine Richtung und bat ihn fortzufahren, kaum in der Lage durch ihr Lachen hindurch zu sprechen: „Was ist dann passiert?"
„Es dauerte eine Weile, bis meine Eltern uns getrennt hatten, so leidenschaftlich wie wir dabei waren. Ich glaube, Vater musste hexen. Ich erinnere mich, dass mein Hintern fürchterlich brannte." Er stoppte dramatisch aufseufzend, was Ginny die Augen verdrehen ließ. „Natürlich wurde nach Erklärungen gefragt, von mir erfuhren sie aber eigentlich eher ausgedachte Lügen und Auslassungen. Vater quetschte schlussendlich die Wahrheit aus mir und Fetcher heraus.", fügte er selbstgefällig hinzu. „Als Strafe für seine Doppelzüngigkeit wurde Fetcher dazu gezwungen, MIR zu dienen, während er meine Hausfarben tragen musste, wie er es ja ohnehin schon tat." Sie war schockiert, als sie die leichte Rosafärbung in Malfoys Ohren sah.
„Und deine Strafe?", fragte Ginny beinahe etwas atemlos vor Erwartung.
„Da ich annahm, ich hätte die Autorität, einen Hauselfen zu entlassen, wurde ich gezwungen, seine Dienste zu akzeptieren."
Ginny zuckte mit den schultern, enttäuscht über das Ende der Geschichte. „Klingt nicht all zu schlimm. Ich meine, du bist mit einem an dich gebundenen Elfen davongekommen."
Draco wackelte mit dem Zeigefinger unter ihrer sommersprossigen Nase. „Ah-ah-ah, Weasley. Du vergisst, was wir für einander empfanden."
„Ah ja.", nickte Ginny. „Ähnlich wie zwei Katzen in einem Sack."
„Genau.", stimmte der Zauberer zu. „Hat ewig gedauert, bis wir zu einem einigermaßenen Einverständins kamen. Oh, ich konnte ihm befehlen, alle möglichen fiesen Dinge zu machen, aber es war ihm genau so möglich, mich in den ungünstigsten Momenten zu verhexen. Beschwerden bei Mutter und Vater wurden ignoriert. Fetcher war immerhin mein Eigentum."
„Was ist passiert?"
Draco immitierte Ginnys vorheriges Schulterzucken. „Wir haben uns darauf geeinigt, uns nicht zu einigen."
„Ähnlich wie wir beide.", murmelte die Hexe und bewegte ihre Beine in dem kühlen Wasser.
„Sind wir zusammen in einen Sack gebunden, Ginny?", fragte Malfoy, die dunklen, zinnfarbenen Ringe um seine Pupillen gaben seinem Blick eine tiefere Bedeutung.
„Das wünschst du dir wohl.", zischte Ginny, hob ihre Arme und tauchte ins Wasser. Draco bekam die daraus resultierenden Spritzer voll ins Gesicht und auf die Brust. Mit einem bösen Grinsen, das Rache versprach, folgte er ihr.
Ginny bewegte sich wie ein Otter durch das Wasser, ihre langen, roten Haare strömten hinter ihrer bliztenden Figur wie die brennenden Strähnen des Seetangs. Draco streckte sich, um ihren Knöchel zu packen, aber mit einem leichten Schlag ihrer Beine war die Hexe fort.
Verdammt, sie ist schnell!
Ginny hielt auf das tiefe Ende des Pools zu, ihre frühen Jahre rauen Draußenspielens und Herumtollens mit ihren Brüdern machte sich bezahlt, als sie Malfoy zurückließ, der nur auf die Luftblasen starren konnte. Sie kam kurz an die Oberfläche, um tiefeinzuatmen, dann schwamm sie auf den Grund zu. Ginny drehte ihren Kopf in beide Richtungen und scannte die blau und gelb verschwommene Welt. Geräusche vibrierten hohl an ihrem Trommelfell und sie konzentrierte sich, um die Quelle zu finden. Als sie Draco aus der azurblauen Düsternis auftauchen sah, grinste sie ihn an und tauchte noch tiefer.
Der Zauberer erkannte die Einladung zu spielen und folgte ihr, seine langen, schlanken Beine stießen hart ins Wasser, wirbelten seinen Körper hinunter, so wie sein Herz seine Begierde verwirbelte. Er erreichte die geschmeidige Hexe auf dem Grund, wo das Tageslicht gedämpft war, und die Strahlen, die den gefliesten Boden erreichten waren so dünn wie die Bänder, die die winzige Ausrede eines Bikinis an ihrem Körper hielten. Sie hing im Wasser, ein blasser, leuchtender Anhänger, ihr Haar schwebte in einer Krone um ihren Körper herum, ihre Zehen berührten kaum den Grund. Braune Augen glitzerten fremd, doch sie erlaubte ihm, näher zu schwimmen. Er umkreiste sie wie ein Hai, seine Zähne schienen weiß-blau, während sie langsam mit ihren Händen paddelte, um ihn im Blick zu behalten. In der Stille beobachteten sie einander, bis Ginny zögernd die Hand ausstreckte und über seine Wange strich. Wenn Draco unter Wasser hätte seufzen können, hätte er wohl alle Luft ausgestoßen. So lehnte er sich nur weiter in ihre Berührung und seine Augen shclossen sich, als er den Kontakt genoß.
Großer Fehler! ermahnte er sich, als er mächtig darum kämpfte, die Oberfläche zu erreichen ohne Wasser einzuatmen. Das Gefühl von Ginnys winzigen Füßen in seinem Solar Plexus, als sie ihn als Sprungbrett für ihre Reise nach oben nutzte, brannte auf seiner Haut und er verfluchte sich, so ein leichtgläubiger Dummkopf zu sein. Er durchbrach die Oberfläche mit einem erstickten Keuchen und schüttelte das Wasser aus seinen Augen. Ginnys lachendes Gesicht schwamm nicht weit enfernt von ihm. Das erfreuliche Geräusch echote von dem Glas, den Fliesen und dem Wasser, was ihre Selbstfreude noch zu steigern schien.
„Du Hexe!", keuchter er nass. „Ich hätte ertrinken können!"
„Bist du aber nicht, du Riesenbaby." Ginny zog einen hübschen Schmollmund. „Du musst immer aufmerksam sein." Mit einem weiteren frechen Grinsen verschwand sie.
„Aufmerksam." Draco nickte fest. „Muss aufmerksam bleiben." Er atmete tief ein und machte sich auf die Suche nach seiner Beute.
Fetcher kehrte einige Zeit später zurück, Ginnys frisch getrockneten, magisch weichgemachten Turnschuhe in seinen knochigen Händen haltend und Tablette voll mit umsichtig zubereitetem Fingerfood, eine Auswahl Sommerweine und einen Eimer niemals schmelzenden Eises neben sich schwebend. Mit den Schreien, dem Lachen und dem Kreischen der Empörung im Hintergrund deckte der dünne Hauself den Tisch für zwei, straffte das gestärkte Tischtuch vorsichtig und platzierte jedes Besteckteil wie es sich gehört. Er lächelte, als ein besonders verrückter Schrei aus dem Pool aufstieg, gefolgt von einem wilden Spritzen und einem Triumphgeheul, das die Glasscheiben des Schwimmbades wackeln ließ. Mit einem nachdenklichen Blick auf das miteinander ringende Paar im Wasser schnippte Fetcher mit den Fingern. Eine kristrallene Vase erschien in der Mitte des Tisches, eine Rose in der Farbe eines herbstlichen Sonnenuntergangs steckte in selbiger. Mit einem zufriedenen Nicken verschwand der Elf.
Ginny stieß einen weiteren Glaserschütternden Schrei aus, als Draco sie hoch in die Luft warf. Sie schlug mit einem brennenden Klatscher auf das Wasser auf und drehte sich schnell in einen kräftigen Kraulschlag, der sie wieder auf ihr Ziel zu rasen ließ. Draco sah sie kommen und aus ihrem letzten, verkürzten Schrei zu schließend, wusste er, dass die Hexe sehr wahrscheinlich auf Rache aus war. Sie war schnell Wasser, das musste er ihr lassen, und verdammt schwer einzufangen. Sie hatte sich nicht zurückgehalten, als sie seinen Kopf wiederholt getunkt hatte. Für ihre winzige Größe war die kleine Weasley so stark wie ein französisches Pony. Er fühlte wie ihre Nägel über seine Fußsohlen strichen, als sie nach ihm griff. Draco, der sich schnell und einfach umdrehte, schob das Wasser aus seinem Weg und tauchte schnurstracks auf den Grund. Ginny war jedoch zu schnell für ihn und sie ergriff eine Handvoll seines frei schwebenden Haares. Sie wickelte ihre Beine um seine Taille und ihre Arme um seinen Hals und ritt auf dem Slytherin wie auf einem Seepferdchen. Draco versuchte, seine Last loszuwerden, indem er plötzlich buckelte und an die Oberfläche strebte, aber sie klammerte sich beharrlich an ihn. Er wickelte seine Finger um ihre Handgelenke und schaffte es endlich, die Hexe um sich herum nach vorne zu ziehen, ihre Beine noch immer fest um seine Taille geklammert. Sie kämpften mächtig gegen einander, als sie an die Oberfläche schwammen, keiner wollte aufgeben. Draco hatte kaum Zeit tief Luft zu holen, bevor Ginnys Hände hart auf seine breiten Schultern drückten und ihn noch einmal trinken schickten.
Er grub seine Finger in ihre Rippen und kitzelte seinen Angreifer wie verrückt, ihr Lachen erschallte über das Wasserspritzen, das ihre sich prügelnden Körper erzeugten. Nicht in der Lage seine Luft weiter anzuhalten, schubste der Zauberer Ginny zur Seite. Er hob eine Hand zum Zeichen des Waffenstillstands, als sie ihn wieder attackieren wollte. „Gib. Mir. Eine. Pause. Frau!", keuchte er.
"Du bist ein Weichei, Malfoy.", grinste Ginny schadenfroh, auch wenn sie ein wenig rückwärts paddelte. Ihre braunen Augen schimmerten. „Von einem Määäädchen geschlagen!" Sie drehte sich auf den Rücken und machte Toter Mann. „Ich wünschte, Ron könnte das sehen. Das würde dir ewig anhängen."
Aber Draco hörte ihren angeberischen Worten nicht zu, da sich, als Ginnys Körper aus dem Wasser aufstieg, seine gesamte Welt in Luft auflöste. Irgendwann während ihres spielerischen Kampfes hatte sich Ginnys Bikinitop dramatisch verschoben und eine blasse, mit korallenfarbener Spitze besetzte Brust konnte klar wie eine fantastische Feeninsel aus den Wellen aufsteigend gesehen werden. Er sehnte sich danach, hinüberzuschwimmen, sich auf die weiche Küste zu werfen und den Boden zu küssen. So wie es war, trieb er einfach im Wasser, wie ein von einer Illusion getroffener Schiffbrüchiger, sein Mund weit offen.
„Ich habe dich immer für einen Schwächling gehalten, mit all dem hellen Haar und den blauen Augen. Willste einen Blondinenwitz hören? Hab Millionen davon." Ginny stoppte kurz damit, ihn aufzuziehen, und wunderte sich, was Malfoy davon abhielt, sie auf den Grund des Pooles zu ziehen und sich auf ihr Gesicht zu setzen. Sie spähte unter einem Augenlid hervor. Jep, er war immer noch da und trat Wasser, aber was ihre Aufmerksamkeit einfing, war der abolut baffe Ausdruck auf seinem sonst zuversichtlichen Gesicht. Graziös drehte sie sich um und schwamm näher an ihn heran. „Malfoy?", flüsterte sie, während Besorgnis auf ihrer Stirn geschrieben stand. Hatte sie ihn bei ihrem letzten Manöver verletzt? Er verfolgte ihre Annäherung, seine Augen wurden größer und wilder, je näher sie schwamm. „Draco, bist du verletzt? Wenn du das jetzt nur vortäuschst, dann wird es dir verdammt leid tun. Weißt du was,..."
Draco schüttelte seinen Kopf, schüttelte das Blutrauschen aus seinen Ohren. Oooh, er steckte sooooo tief in der Scheiße. „Sieh mal, Ginny. Ich weiß, du wirst mir sowie so die Schuld geben, und egal, was ich sage, ich werde dir niemals glauben machen können..."
„Worüber REDEST du?", fragte Ginny.
„Also kann ich mich auch gleich weiter in die Scheiße reiten", gab er zu, „und dir sagen..."
„Was?", brüllte Ginny und keuchte dann, als der rauchige Glanz seiner Augen ihre verließ und unter das Wasser wanderte.
„Dass du die süßeste, kleine Titte hast, die ich jemals gesehen habe."
Ihre Augen flogen zu ihrem entblößten Oberkörper und mit einem angeekelten Schnauben wirbelte sie weg von dem grinsenden Draco. Ihr Gesicht und ihre Ohren brannten vor Peinlichkeit, als Ginny den nassen Stoff zurechtrückte, all die Weil leise schimpfend: „Zauberer! Sie sind doch ALLE gleich. Zeig ihnen nen Nippel und jeder Sohn Adams verliert das letzte bisschen Verstand, dass sie... DU.", zischte sie über ihre Schulter, „hättest viel früher etwas sagen sollen!"
Draco paddelte wie ein Hund zu ihr und, während er versuchte, nicht zu zeigen, wie sehr ihre unfreiwillige Peep-show ihn bewegt hatte, spähte über ihre Schulter. „Ooohh, alles wieder versteckt. Schade. Wie ich gesagt habe, das muss die süßeste, kleine…"
Sie stürzte sich beinahe auf ihn. „Sag es nicht!" Sie warf ihre klatschnassen Locken zurück und fügte stolz hinzu: „Und sie sind nicht klein."
Draco, den die Unverforenheit überrannte wie der sprichwörtliche Elefant im Porzellanladen, legte seine Hände leicht auf ihre Taille und zog sie näher, ihre Wasser tretenden Beine streiften, streichelten, glitten gegeneinander. „Du hast Recht. Dein Busen ist perfekt." Er grinste verschmitzt. „Ich könnte Gedichte über deine Brüste schreiben, Gedichte, die die Barden aus früheren Zeiten vor Neid erblassen lassen würden." Er beobachtete, wie ihre Lippen sich leicht kräuselten, auch wenn ihre Augen weiterhin Funken sprühten. „Wenn du es mir nur erlauben würdest, Ginny, würde ich einen Tempel zu Ehren deiner Brüste bauen. Nein! Ich würde ZWEI Tempel bauen, einen für jede." Seine Hände krochen über ihre vom Wasser glitschigen Rippen, die Daumen bewegten sich in kleinen Kreisen über ihre Haut. Ihre eigenen Hände hatten irgendwie ihren Weg zu seinen Schultern gefunden, verweilten dort, zuckten, als wären sie unsicher über ihren nächsten Schritt. Ihr Gesicht hob sich zu seinem, und als wäre er verzaubert, kam er näher. „Ich würde deine Brüste verehren, Ginny.", flüsterte er über ihre Wange. „Mit meinen Händen, meinen Lippen, meiner Zunge..."
Sie glitt durch seine Finger wie Öl und, zu spät, bemerkte er, wie Seide an seinen Beinen hinabglitt und von seinen tretenden Füßen gezogen wurde. „Du niederträchtige Hexe. Gib sie sofort zurück."
Ginnys Kopf und Schultern erschienen im flachen Wasser, der Bund von Dracos blauer Boxershorts saß auf ihrer Stirn. Die tropfenden Beine hingen von ihren Schläfen wie traurige, azurblaue Ohren. „Ooooh, schau mich an! Ich bin ein Hauself! Bitte, lass ihn nicht meine Hände bügeln, Junger Master!", jammerte sie in ihrer besten Dobby Stimme.
„Weasley.", sagte Draco, als er näher glitt. „Du trägst meine Unterhose auf dem Kopf."
„Ich weiß.", grinste Ginny anzüglich, ja tatsächlich anzüglich. „Und sie sind noch warm."
„Du bist krank." Er hatte die blau gekrönte Hexe erreicht und ging an ihr vorbei auf die Treppe zu. Er hörte beinahe, wie ihre Augen knirschten, als sie sich in ihrem Schädel ausbreiteten. Mit Anmut in jedem Schritt stieg Draco aus dem Pool und griff nach einem Handtuch, um sich dann energisch sein tropfendes Haar trocken zu rubbeln.
„Hast du kein Schamgefühl?", keuchte Ginny.
Draco warf das Handtuch über seine Schulter und drehte sich vollständig in die Richtung, aus der die Stimme kam. „Warum sollte ich?"
Ginny wusste, dass ihr Gesicht im Moment röter war als ihre Haare und sie fühlte, wie die Wassertemperatur sank, als die Hitze ihren gesamten Körper versengte. Trotz ihrer Kommentare wollten ihre verräterischen Augen sich nicht schließen oder den Blick von dem nackten Zauberer abwenden. Sie hatte vorher schon nackte Männer gesehen. JUNGS, bemerkte ihr sabberndes Gehirn, und sie sind deine Brüder. Du konntest schließlich nicht in einem Haus voll mit Zauberern aufwachsen, ohne von Zeit zu Zeit einen Blick auf nackte Männlichkeit zu erhaschen, aber dies..., dies war überhauot nicht so wie ihre Brüder anzugucken. Dracos Beine waren muskulös, schmal und lang und von feinem, goldenem Haar bedeckt. Schlanke Hüften umrahmten dunkelblondee Haare, die sich wild um sein schlaffes Glied lockten. Er ist unbeschnitten, bemerkte Ginny mit dem kleinen Rest Verstand, der wunderbarerweise noch funktionierte, und hübsch.
Draco musterte die Hexe genau so wie sie ihn. Ihre Wangen glühten vor bestürzter Hitze, aber diese Augen, ihre Kaffeebraunen Augen erzählten ihm die wahre Geschichte. Er wusste, dass er viel riskiert hatte, als er so aus dem Pool gestiegen war. Die Idee war plötzlich in seinem Kopf erschienen und er hatte gehandelt, ohne zu überlegen oder an Ginnys wahrscheinliche Reaktion zu denken. Er hatte sich verflucht, als er sich auf seine leichtfertige Antwort, um den Moment zu entschärfen verlassen hatte. Sie hätte sich in ihre Verrücktheit flüchten oder sich auf ihren Zauberstab stürzen können. Und trotzdem, sie hatte beides nicht getan. Sie stand einfach bis zur Hüfte im Wasser, seine Unterhose auf dem Kopf, ihr Gesicht flammendrot, während ihre Augen in neugieriger Faszination über seinen Körper streiften. Er zauberte einen fluffigen, weißen Bademantel herbei und wickelte ihn lässig um seinen tropfenden Rumpf, darauf bedacht, die Reaktion seines Körpers auf ihren großäugigen Blick zu verstecken.
Ginny zwinkerte. Ooh! Es ist weg!
Vorstellungen und Gefühle, die sie dachte, niemals erleben zu dürfen, strömten durch den Verstand und Körper der Hexe. Ein kribbelnder Schmerz war in ihrem geheimen Ort zwischen den Beinen aufgeblüht, dem Ort, den Tom Riddle missbraucht und den Ginny während ihrer Teenagerzeit heftig verflucht hatte. Seit einiger Zeit schon hatte Ginny einen hoffnungslosen Kampf geführt, um die Hitzewallungen zu ignorieren, die ihren Unterleib füllten, sobald ein gewisser Zauberer in Erscheinung trat. Jetzt breitete sich die kochende Flut ihres Blutes, die in ihren anschwellenden Schoß eilte, im Rest ihres Körpers aus und Ginny fühlte, wie ihr Herz schneller zu schlagen begann, nicht aus Angst, sondern wegen eines aufregenden, Atem beraubenden Gefühls, das der junge Rotschopf kaum verstehen konnte.
Während Draco sich damit beschäftigte, Wein einzuschenken, watete Ginny zu der Treppe und zog langsam die blaue Boxershorts von ihrem Kopf. Da sie unsicher über seine Reaktion war, biss sie sich auf ihre Unterlippe: „Umm, hier.", murmelte sie und streckte die Hand aus, die das durchweichte Seidenknäuel hielt.
Draco blickte über seine Schulter. „Leg sie da drüben hin. Die Elfen werden sich drum kümmern. Wein?" Sie zuckte nickend mit den Achseln. Er füllte einen zweiten Kelch und drehte sich um, um das kühle Getränk in ihre Hand zu geben.
„Danke." Sie blickte ihn wild an, dann seufzte sie frustriert. „Hör mal, es tut mir leid, dass ich deine Unterhose gezockt habe." Ginnys Augen flehten als ihre Stimme brach. „Ich weiß nicht, was ich gedacht habe. Also, eigentlich weiß ich, was ich dachte, weißt du, wir hatten so viel Spaß, als wir da rumgetobt haben und so, und du warst so nett, was echt merkwürdig ist, aber im positiven Sinne, also versteh mich jetzt nicht falsch, was ich versuche zu sagen, ist, denke ich, dass ich mich einfach zu wohl gefühlt habe, weißt du, wie mit meinen Brüdern, NICHT, dass du mich an SIE erinnerst, aber..."
„Du brabbelst Stuss, Weasley.", unterbrach Draco ihren verrückten Monolog.
„Yea.", gab sie zu, ehe sie sich hinter ihrem Glas versteckte. Der Wein war in einem weichen rosa gefärbt und ihre Zunge zog sich durch den sauren Biss zusammen. Ihr Begleiter sah zu, wie die Hexe überallhin blickte nur nicht zu ihm. Ihre Augen waren leicht gerötet von dem Chlorwasser und wenn seine Finger und Zehen ein Indikator waren, waren ihre ähnlich schrumpelig und blass. Draco, der über die kleine Frau hinausragte, nutzte den Blick auf Ginnys Dekollté aus, genoss die runde Festigkeit ihrer kleinen, kecken Brüste. Er sollte angeekelt sein über die Sommersprossen, die die cremigen Hügel bepunkteten, aber er konnte gerade so nur den Drang unterdrücken, seine Zunge über die Zimtfarbenen Streusel gleiten zu lassen. Ihre Schultern waren mit denselben kleinen braunen Flecken überzogen und der Zauberer fragte sich, ob er, wenn man ihm die Zeit gäbe, jemals in der Lage wäre, sie alle zu zählen.
„Du bist eine sehr schöne Frau, Ginny Weasley."
Ihr Kopf zuckte zurück, als sie seinem Blick begegnete. „Was?"
„Du hast mich schon verstanden.", antwortete er trocken. „Es ist wahr. Tu das NICHT!", befahl er, als Ginny ihren Kopf senkte und versuchte ihren entblößten Oberkörper mit ihrem Weinglas zu bedecken. Mit seiner freien Hand schob er ihr Kinn nach oben, bis sie keine Entschuldigung mehr hatte, ihn nicht direkt anzugucken. „Du bist eine schöne Frau. Trage deinen Kopf hoch und akzeptiere das Kompliment wie deinen rechtmäßigen Besitz."
„Es macht mich nur verlegen, wenn jemand solche Sachen sagt, weißt du.", sagte Ginny leise.
Draco schnaubte. „Das ist lächerlich." Er ließ sie los und pflückte die schimmernde Rose aus ihrer Vase. „Ist dies nicht eine schöne Blume?", fragte er Ginny.
Sie lächelte süß. „Ja, das ist sie."
„Siehst du, dass diese Blüte sich vor deiner Bewunderung und Anerkennung ihrer natürlichen Schönheit kleinmacht?"
Ginny verdrehte ihre Augen, antwortete aber: „Nein, Draco."
„Lass dir das eine Lehre von dieser zarten Blüte sein, Ginny." Er steckte die Rose zurück in die Vase, legte dann eine Hand hinter ihren tropfenden Kopf und zog die Hexe zu sich; sein Gesicht war so nah, dass sie seinen Atem schmecken konnte. „Du bist schön, Ginny Weasley.", flüsterte er über ihre Wange.
„Du auch.", erwiderte sie, während sie sich fragte, ob er sie küssen würde und wie ihre Reaktion sein sollte... äh wäre. Sie konnte ihr enttäuschtes Stöhnen gerade so unterdrücken, als Draco nur ihre Hand nahm und sie zu ihrem Platz an dem von Hauselfen gedeckten Tisch führte.
„Setz dich.", befahl der Blonde.
„Könnte ich wenigstens ein Handtuch für meine Haare haben?", nörgelte Ginny, ein wenig verletzt, dass er die Möglichkeit sie zu küssen, vorbeigehen hatte lassen. Ein flüchtiges Schwingen seiner Hand ließ einen voluminösen Bademantel und ein Handtuch in ihre Richtung fliegen. Erst als ihr Körper in mehrere Zentimeter absorbierender Baumwolle gewickelt war, folgte Ginny seinem vorherigen Befehl und stezte sich. „Ich meine, was ich eben gesagt habe, weißt du, über deine Badehose. Es tut mir leid."
Draco zuckte mit den Schultern, seine Augen untersuchten die verschiedenen Speisen. „Ich beklage mich garantiert nicht, Wiesel. Allerdings, wenn du einen Blick auf mein Allerheiligstes haben wolltest, hättest du bloß fragen müssen." Er spähte durch seinen feuchten Pony und grinste sie schalkhaft an. „Ich würde einer Lady nichts abschlagen." Er kicherte, als ihre Brauen sich zusammenzogen. „Hast du Hunger?"
„Du bist unmöglich."
„Ja, ich weiß.", antwortete der Zauberer und stapelte auf seinem Teller Chicken Wings. Er leckte den scharfen Saft von seinen Fingern und als er bemerkte, dass die Hexe nicht angefangen hatte, ihren Teller zu belegen, pflückte er einen Flügel von der Platte und ließ ihn auf ihren Teller plumpsen.
„Iiiiiiiieeeeh.", quiekte Ginny. „Du hast deine Finger abgeleckt und dann mein Essen angefasst!"
„Was willst du damit sagen?", fragte er gelangweilt, aber die silbernen Lichter in seinen Augen verrieten seine Stimmung.
„Was ich sagen will, ist", erwiderte sie ebenso gelangweilt, als würde sie ein besonders begriffstutziges Kind unterrichten, „dass mein Essen nun mit Malfoy Spucke kontaminiert ist." Sie pickte die Flügel mit einer Fingerspitze, als erwartete sie, dass sie plötzlich Sporen trieben.
Draco kreuzte seine Arme über der Brust und lehnte sich schnaubend zurück. „Ich sag dir was, Malfoy Speichel ist von höchster Qualität."
„Hmmm.", antwortete Ginny, immer noch das unglückselige Fleisch pickend. „Ist es scharf?"
„Mein Speichel?"
„Nein, du Widerling. Das Hühnchen!"
„Ziemlich."
„Na ja, vielleicht ist es scharf genug, um die Bakterien abzutöten." Ginny beendete das Gespräch, indem sie einen Flügel in die Hand nahm und abbiss.
Die restliche Mahlzeit wurde von ihrem so typischen Stil der höflichen Dinner – Konversation gefüllt.
„Du veräppelst mich doch. Ich weigere mich, das zu glauben.", bestand Draco und goss beiden ein weiteres volles Glas des wunderbar prickelnden Weines ein.
Ginny schluckte ein Stück Apfel und nickte ernsthaft mit dem Kopf. „Nein, es ist echt wahr. Lieblingssong." Sie ergriff ihr gefülltes Glas und hob es, um noch einmal mit Draco anzustoßen. „Ich stand immer schon auf Muggle Weihnachtslieder. Hab sie immer auf dem uralten Grammophon abgespielt, das Dad gefunden hatte. Hat meine Brüder wahnsinnig gemacht." Sie kicherte über ihre Erinnerung und nahm einen weiteren Schluck von dem exzellenten Wein.
Draco runzelte die Stirn und, seine Arme auf den Tisch legend, beugte er sich zu ihr. „Aber, ist das nicht das Lied, in dem der Sänger zugibt, zu beschränkt zu sein, um seine eigenen Weihnachtsgeschenke auszusuchen? Du sprichst mit dem alten Mann, hast seine ungeteilte Aufmerksamkeit und du sagst: ‚Weiß nicht, such DU was aus.' Eine vergebene Gelegenheit, wenn du mich fragst."
„Ich finde, es ist süß.", grinste Ginny, wedelte mit ihrem Finger in der Luft und begann ein wenig schief zu trillern: „Jolly Old St Nicho..."
„Nein." Draco wedelte mit einer bettelnden Hand. „Ich flehe dich an, sing NICHT."
Sie prustete in ihren Wein. Ginny, die sich das Gesicht mit einem fettbeschmierten Ärmel abwischte, blickte ihn ernst an. „Jetzt bist du dran." Ihre braunen Augen glitzerten so wild, wie der Wein, an dem sie sich so gütlich tat.
„Tut mir leid.", antwortete der Zauberer und stocherte sich durch die Reste ihres Essens, auf der Suche nach einem übersehenen Stückchen. „Ich habe kein Lieblingslied." Er zog die letzten beiden Worte in die Länge, als wären sie besonders eklig.
„Okay, Lieblingsfarbe."
„Grün."
Sie rollte mit den Augen. „Gesprochen wie eine richtige Schlange. Komm schon, du musst mir irgendetwas verraten. Woher hast du diese Narbe?"
Eine Augenbraue schoss beinahe an die Decke. „ Welche Narbe?"
Sie stand schwankend auf, legte eine Hand auf die Tischplatte und lehnte sich vor, um mit einem rotlackierten Fingernagel auf seine Schulter einzupieken. „DIESE Narbe. Genau HIER!", triumphierte sie. Sie hatte vorher ihr Handtuch von ihrem Kopf entfernt und die verhedderten Strähnen sahen aus wie Weinflecken auf dem weißen Tischtuch.
Draco wurde nüchtern. „Kampfnarbe."
„Komisch, dass sie vorne ist. Ich dachte immer, alle Kampfnarben, die du haben könntest, wären auf deiner Rückseite!" Ginny jauchzte über ihren eigenen Witz.
„Nur damit du es weißt, du nervtötende Hexe, ich habe gegen den Verschlagensten aller meiner Feinde um mein Leben gekämpft." Draco versuchte einen verwundeten Gesichtsausdruck, als Ginny benommen in ihren eigenen Stuhl zurück sank.
„Joa, klar! Und wer bitte ist dieser ‚Veeerschlaaagensteeee alleeeer Feiiiiiiiiinde?", heulte sie wie ein Gespenst.
„Die Rothaarige Gryffindorratte."
„Die Rothaarige..." Ginny brach ab. „Du verraschst mich doch!"
„Ich verarsch dich nicht.", antwortete Draco.
„Der Fledermaus-Dreh-Fluch?", schluckte sie großäugig.
„Genau der."
Sie war aufgestanden und um den Tisch herumgekommen, ehe er blinzeln konnte. Ginny kniete sich neben seinen Stuhl, zog das lose Ende seines Umhangs zur Seite und untersuchte die perlweiße, sternförmige Narbe, die die die ansonsten gebräunte und makellose Haut von Dracos Schulter ruinierte.Der Zauberer beobachtete sie, als ihre Augenbrauen sich verzogen und sie rot anlief. Sie blickte ihn kurz an, und es schockierte ihn, zu sehen, dass Tränen sich in ihren Augen sammelten. Ihre Lippe zitterte, als sie flüsterte: "Es tut mir so leid, Draco." Sie beugte sich weiter vor und drückte ihre Lippen auf seine Haut. Er spührte ihre Worte auf seiner Haut, als sie die Entschuldigung wiederholte.
Er raufte ihr verfilztes Haar, während seine Wangen durch eine unbeschreibare Emotion glühten. „Du hast offensichtlich zu viel Wein getrunken, Weasley."
Sie zog die Nase hoch und wischte mit dem Ärmel über ihr Gesicht. „Ja, vielleicht. Draco, ich wusste nicht, dass ich dich so schlimm verletzt hatte!"
„Na ja, du warst damals ziemlich angepisst.", sagte er, als er aufstand. Er berührte sie zärtlich an der Schulter und zog sie auf die Füße.
„Aber bei allen anderen Malen, wenn wir gekämpft haben…"
„Gespielt.", korrigierte er und starrte in ihr fleckiges, nach oben gewandtes Gesicht.
„Wir haben uns niemals wirklich weeehhh –getan!", heulte Ginny und vergrub ihre Nase in der Brust des Zauberers.
„Oh Merlin! Du bist echt besoffen.", bemerkte Draco als er gedankenverloren über ihre Locken strich.
„Ich bin furchtbar!", blubberte sie und Draco konnte fühlen, wie Tränen, jedenfalls hoffte er das inbrüstig, zwischen seinen Brüsten herunterrollten.
„Ich muss mich daran erinnern, dich nicht so früh am Tag trinken zu lassen. Du siehst einfach grässlich aus und DENK nicht einmal dran, deine pickelige Nase an meinem Umhang abzuwischen!"
Ginny zog die Nase hoch, während Draco angeekelt seine Lippen verzog. „Wie kannst du nur so nett zu mir sein, we-wenn ich dich so schlimm verletzt habe?"
„Du überschätzt dich, Wiesel. Es ist nur eine Narbe. Sieh mal, ich bin jetzt müde. Die lange Nacht, der Wein. Ich könnte echt ein Nickerchen gebrauchen. Was hältst du davon zurück ins Haus zu gehen und später weiterzureden, hmm?"
„Mach nur.", krächzte Ginny, als sie auf den Berg weißer Handtücher zuglitt. „Ich würde es niemals diese ganzen verdammten Treppen hinaufschaffen." Sie fiel auf den makellosen Haufen und drehte sich wie ein Welpe bis er eine komfortable Position fand.
Er seufzte. Sie konnte die verdireßlichste aller Hexen sein! „Du erzählst mir, dass du dich lieber auf diesen Stapel plumpsen lässt, als deinen Arsch hinauf zum Haus zu bewegen und in einem richtigen Bett zu schlafen?"
„Yep.", war ihre gedämpfte Antwort.
„Ich kann dich tragen.", bot er an, erschüttert über seine eigene Aufmerksamkeit.
„N...'", jammerte sie. „Bl...b hieeeeer."
Er schob seinen Stuhl hart unter den Tisch und stampfte da hinüber, wo Die Weasley lang ausgestreckt auf ihrem Frotteebett lag. „Ärgerliche, lästige, verdammt alberne Hexe!", grummelte er, als er zu ihrem teilnahmslosen Körper hinüberkrabbelte und sich selbst auf die Seite schmiss. Er leghte einen Atm um ihre Taile und zog sie grob an seinen Körper, ehe er hinter sich griff und noch mehr Handtücher über sie warf, um sie warm zu halten. Sich hin und her windend schaffte er es, eine angenehme Stellung zu finden. „Man hab ich ein Scheißglück. Habe dich nie für ein billiges Date gehalten, Wiesel." Dann keuchte er leise auf, als ihr Hinterteil gegen seine Leistengegend stieß.
„Du wirst noch mein Tod sein, Ginny Weasley. Mein Tod." Er strich ihr verfilztes Haar von einer Wange und küsste diese gründlich. „Gut' Nacht, Liebes."
Okay, ich weiss, was fehlt, ich hab einen Kuss auch vermisst, aber ich hab das hier ja schliesslich nicht geschrieben... g
Hoffe, es hat euch gefallen. Hinterlasst mir doch ein kleines Review. ;)
