Disclaimer: Alle nix meins….
Autorin: Neurotica
Übersetzer: GefallenerEngel
Beta: Gugi…danke Schatzl
Zehn
Drei Fußpaare trafen auf dem Fußboden von Albus Dumbledores Büro auf. Der Schulleiter schaute genau in dem Moment auf, als Sirius einen kleinen Jungen auffing - Das kann nur Harry sein; er sieht genauso aus, - wie James, dachte er mit einem Lächeln - bevor dieser mit dem Gesicht voran, auf den Boden fiel.
Harry sah zu Sirius auf und fragte mit einer schwachen, beinahe ängstlichen, Stimme: „Was war das?"
Sirius grinste, während er Harry zurück auf seine Füße stellte. „Das, Harry, war Magie!"
Harry senkte seinen Blick und betrachtete seine Schuhe. „Es gibt nichts dergleichen wie Magie…", murmelte er.
Remus kniete sich neben ihn mit einem kleinen, finsteren Blick. „Gewiss gibt es sie, Harry", sagte er. „Wer hat dir erzählt, dass es nichts dergleichen wie Magie gibt?" Harry schob seine Füße herum und murmelte etwas, das nur „Onkel Vernon" heißen konnte.
Remus blickte zu Sirius auf, welcher seine Augen fest geschlossen hatte. Er versuchte sein aufbrodelndes Temperament zu kontrollieren und brachte seine Aufmerksamkeit zurück zu Harry. „Nun, Onkel Vernon liegt da sehr falsch", erklärte Remus nüchtern. „Es gibt so etwas wie Magie, Harry. Und ich will es dir beweisen."
Remus holte seinen Zauberstab aus seiner hinteren Tasche und entnahm ein Buch aus dem nahe gelegenen Bücherregal - es war ein Muggelbuch mit dem Titel Wie man zaubert. (Auf dem Deckblatt war ein schwarzer Zylinder mit einem flauschigen weißen Kaninchen, dessen Kopf aus dem Zylinder ragte.)
„Darf ich?", fragte er den Schulleiter. Dumbledore deutete ihm fortzufahren - seine Augen glitzerten wieder. Remus klopfte zweimal mit seinem Zauberstab auf das Buch, murmelte einige Worte die Harry nicht hören konnte und sofort wuchsen dem Buch Beine und es begann vor dem Kamin zu steppen.
Harrys Mund stand offen. „Wow", flüsterte er, „Wie hast du das gemacht?"
Remus grinste, mit einem zusätzlichen Zwinkern zu Sirius. „Magie", sagte er einfach.
„Wenn du älter bist, Harry", sprach Dumbledore hinter seinem Schreibtisch, „wirst du selbst Bücher zum tanzen bringen."
Harry schaute vom Buch weg, welches jetzt einen Square Dance aufführte, blickte nun hoch zu dem alten Mann. Er schloss seinen Mund.
„Harry, ich möchte dir Albus Dumbledore vorstellen. Er wird dein Schulleiter sein", grinste Sirius ihn an. „Willkommen in Hogwarts, Schule für Hexerei und Zauberei", fügte er mit einem breiten Lächeln hinzu.
Harry blickte erneut auf seine Schuhe - seine dreckigen und zerrissenen Schuhe - und murmelte, „Hallo", ignorierte dabei Sirius Erklärung, wo sie waren.
Die drei Zauberer tauschten Blicke aus - Dumbledores war ein wenig verwirrt, Sirius und Remus wütend. Der Schulleiter deutete den neuen Ankömmlingen an Platz zu nehmen. Sirius setzte sich zuerst, dann Remus (nachdem er das verzauberte Buch gestoppt hatte, welches mitten in einem Einzeltango war), ließen Harry so in der Mitte sitzen. Der 5-jährige setzte sich leise, schaute nicht das prunkvolle Büro an, welches ausgewachsene Männer faszinierte - sondern wieder einmal seine Schuhe. Er fing an mit einem Loch in seiner Jeans zu spielen, wirkte eher abwesend.
Dumbledore bot den üblichen Tee sowie die üblichen Zitronenbonbons an, bevor er sich selbst setzte. Harry akzeptierte beides, obwohl er sichtlich überrascht war, über die Behandlung, die er erhielt. Diese Leute - Leute die er gerade getroffen hatte (hatte er sie schon vorher getroffen?) - waren so nett zu ihm. Sein Onkel Vernon und seine Tante Petunia würden ihm niemals seinen eigenen Becher Tee geben, geschweige denn irgendwelche Süßigkeiten…
Dumbledore blickte nachdenklich zu Sirius und Remus. Die zwei Zauberer beobachteten Harry, der aufmerksam an seinem Tee nippte. „Es gab keine Probleme, vermute ich", meinte er leise, brachte sie so zurück in die Gegenwart.
Sirius schnaubte leise, beobachtete weiterhin Harry, so dass Remus antwortete. „Außer der Tatsache dass diese Muggel ihn wie einen Sklaven behandelten, ihn zwingen in einem Schrank unter der Treppe zu schlafen und ungehindert Beleidigungen herumwerfen…Nein. Nein, keine Probleme, Sir." Dumbledore spürte die Wut und den Sarkasmus, was selten von Remus Lupin zu hören war.
Das Glitzern in seinen Augen verschwand und seine weißen Augenbrauen erhoben sich, als er Harry betrachtete. „Ich verstehe", war die einzige Reaktion von ihm. Sie würden diese Diskussion für einen anderen Zeitpunkt aufheben.
„Genießt du deinen Zitronenbonbon, Harry?", fragte Dumbledore freundlich. Harry nickte schüchtern, schaute aber niemanden an. „Ich habe es immer genossen mich Muggelsüßigkeiten hinzugeben. Einige sagen es grenzt an einer Besessenheit." Dumbledore warf Sirus und Remus einen gezielten Blick zu. Beide Männer mussten stark kämpfen, um nicht zu lächeln.
„Was ist ein Muggel?", fragte Harry mit schwacher Stimme, sah zögernd zu Dumbledore. Ihm wurde immer erzählt niemals Fragen zu stellen; Leute würden einem Freak wie ihm keine Antworten geben - aber Dumbledore lächelte.
„Ein Muggel, Harry, ist jemand der nicht zaubern kann", erklärte er.
„Also bin ich ein Muggel", antwortete Harry, nicht als Frage, sondern als ein festes Statement. Dumbledore seufzte missbilligend.
„Nein, Harry, du bist kein Muggel", erwiderte er. In Harry's Blick lag Verwirrung, er fügte hinzu, „Du bist ein Zauberer."
Harry's Gesicht hätte Sirius und Remus amüsiert, wenn nicht die Tatsache wäre, dass Harry all dies schon lange Zeit wissen sollte. Was wusste er sonst nicht?
„Was?", fragte Harry ehrfürchtig.
Dumbledore lächelte nochmals. „Ja, du bist tatsächlich ein Zauberer. So wie Sirius und Remus. Deine Mutter und dein Vater waren zwei der Besten Magier, die je durch Hogwarts Türen gegangen sind (Ich bin mir sicher, Sirius und Remus würden dir alles erzählen, wenn du sie fragst)." Sirius und Remus nickten Harry zu. „Und wenn du alt genug bist, wirst du ebenfalls hier lernen."
„Wirklich?", fragte Harry erstaunt.
Dumbledores Lächeln weitete sich bei Harry's begierigen - aber weiterhin schüchternen - Gesicht. „Ja, Harry, wirklich", nickte er ihm zu. „Nun, gibt es da irgendwas, was du uns fragen möchtest, Harry?"
Harry schrumpfte weiter in seinem Stuhl zusammen, beäugte die drei Männer um ihn herum mit geringem Interesse. Da war nur eine Sache, die er fragen wollte. Mit einer sehr kindlichen Stimme stolperte die aufkommende Frage aus seinem Mund. „Warum habt ihr mich geholt?"
„Wie wir dir schon vorher mitteilen, Harry", sagte Sirius geduldig, „Wir kannten deine Eltern; sie waren unsere besten Freunde. Und als du geboren wurdest, haben sie mich zu deinem Paten gemacht." Bei Harry's verwirrten Blick, fügte er hinzu, „Weißt du, was ein Pate ist?" Harry schüttelte seinen Kopf, Sirius Augen kreuzten sich mit denen von Remus - wie erklärst du einem 5-jährigen was ein Pate ist?
Remus nahm die geistige Aufforderung, die Sirius sendete, an. „Ein Pate, Harry, ist eine Person, die auf ein Kind aufpasst, wenn seine Eltern es nicht können", erklärte er einfach. „Sirius ist dein Pate, deswegen hat er dich geholt und wird auf dich aufpassen. Verstehst du?" Harry nickte langsam und Sirius warf Remus ein kleines dankbares Lächeln zu.
Dumbledore schaltete sich wieder in die Unterhaltung ein. „Nun, ich bin mir sicher, ihr drei habt eine Menge nachzuholen und ihr wollt sicher nicht einen so herrlichen Nachmittag wie diesen mit einem alten Mann wie mir verbringen." Sirius und Remus grinsten ihren ehemaligen Schulleiter an und standen auf, Harry folgte ihrem Beispiel. Dumbledore nahm einen alten Briefbeschwerer auf, murmelte „Portus" und händigte den Portschlüssel Sirius aus.
„Ihr drei seid jederzeit in Hogwarts willkommen! Harry, es war mir eine Freude dich wieder zu sehen.", wandte er sich mit einem Lächeln an den kleinen Jungen.
Harry lächelte. „Sie auch, Sir", sprach er leise. Dumbledore kicherte bei seiner Höflichkeit.
„Okay, Harry, fass den Briefbeschwerer an", bat Sirius. Harry gehorchte und zehn Sekunden später fühlte er den Sog in seinem Bauchnabel.
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Sirius Füße krachten auf den Teppich in Remus Wohnzimmer und instinktiv streckte er seine Arme so, um Harry aufzufangen, bevor er fiel.
Remus saß auf dem Sofa und seufzte zufrieden. „Ah, home sweet home" Sirius grinste. „Setz dich Harry. Mach es dir gemütlich."
Harry setzte sich zögernd in einen alten Lehnstuhl nahe dem Kamin. Sirius nahm ihm gegenüber auf dem Boden Platz. Lange Stille herrschte zwischen ihnen, während Sirius zum hundertsten Mal an diesem Tag ins Grübeln verfiel.
Das Kind war sehr dünn - obwohl dies wahrscheinlich mit der zu großen Kleidung zusammenhängen könnte, in die es gekleidet war. Sirius notierte sich gedanklich Harry bald mit in die Winkelgasse zu nehmen. Sein schwarzes, unordentliches Haar war unverkennbar von James, vom Haaransatz bis zu den Spitzen. Jetzt wo Sirius darüber nachdachte, sah er genauso aus wie James; sogar die runde Hornbrille war dieselbe, obwohl Harry's von Klebeband zusammen gehalten wurde. Obwohl - diese Augen, - die waren Lily's. Sie bildeten ein Schwerpunkt in Harry's blassem Gesicht; der Ort, welcher alle Emotionen durchscheinen ließ - Wut, Traurigkeit, Angst, Freude. Zurzeit zeigten Harry's Augen einen Mix aus Verwirrtheit und leichter Angst.
Sirius wusste, dass die Geschehnisse wahnsinnig schnell für das Kind kamen. Alles war in einigen Stunden passiert und ließ Harry's Gedanken wahrscheinlich herumschwirren. Er war sehr schüchtern - etwas, was Lily und James niemals waren. Vom Leben mit diesen Muggeln, dachte Sirius wütend.
Er erinnerte sich, an Harry als Baby, als wenn es gestern war. Harry hatte über alles gelacht: seine Augen leuchteten, als er gelächelte hatte und er hatte die ganze Zeit in der Babysprache gesprochen. Nein, das war nicht derselbe Harry den Sirius vorher gekannt hatte. Und Sirius würde das ändern.
Remus unterbrach Sirius Gedanken. „Ich weiß nicht, wie es euch beiden geht, aber ich verhungere. Bist du hungrig, Harry?"
Harry nickte sachte, schaute dabei Remus nicht an. Remus ging zu ihm, streckte seine Hand zu Harry hin und führte ihn in die Küche, Sirius folgte.
Remus zog einen Stuhl vom Tisch ab, hob Harry hoch und setzte ihn sachte hin. Harry's kleiner Körper erlaubte ihm nicht über den Tischrand zu sehen.
Remus hob eine Augenbraue. „Nun, das geht so jetzt nicht, oder?" Er nahm seinen Zauberstab aus seiner Hosentasche und deutete auf Harrys Stuhl -. Harry schreckte zurück. „Es ist okay Harry, das wird dich kein bisschen verletzen", sagte Remus schnell. Es schien so, als wenn Harry sich ein wenig beruhigte, Remus murmelte ein paar Wörter, die blaue Funken aus der Spitze veranlassten. Sofort wuchs Harry's Stuhl einige Zentimeter, was es für Harry möglich machte mehr als die Tischkante zu sehen. „Viel besser", meinte Remus mit einem zufriedenen Lächeln.
Sirius kicherte und setzte sich neben Harry. „Angeber", murmelte er.
Remus schlug Sirius vorsichtig auf den Hinterkopf, als er an ihm vorbei ging, um zum Kühlschrank zu gehen. „So, in welcher Stimmung wären wir denn heute, meine Herren?", fragte Remus.
Sirius schaute zu Harry. „Was würdest du gerne essen, Harry?" Harry, weiterhin verwirrt wegen seinem Stuhl, der gewachsen war, zuckte schüchtern mit den Schultern.
Remus lief zurück zum Tisch und setzte sich auf die andere Seite wo Harry saß. „Nun wir können Sandwichs essen, oder Pasta oder aber Pizza…was auch immer du haben möchtest, Harry."
Harry murmelte etwas Unhörbares.
„Was war das, Harry?", fragte Remus freundlich.
"K-könnten wir C-cornflakes h-haben?", stotterte er leise.
Remus und Sirius grinsten breit. „Natürlich, Harry!", ereiferte er sich.
Harry lächelte ihnen leicht zu, als die zwei Zauberer Schüsseln, Löffel (natürlich nicht aus Silber), Milch und Cornflakes herbei zauberten.
Die drei aßen im Stillen; jeder war in seine eigenen Gedanken vertieft. Als Sirius sein Frühstück/Mittagessen beendet hatte, blickte er die Runde, erst zu Harry und dann zu Remus. Ich könnte mich definitiv daran gewöhnen, dachte er glücklich.
Als jeder seine Cornflakes gefrühstückt hatte, beschloss Remus, dass es Zeit war Harry die große Führung durch die kleine Hütte zu geben. Sie beendeten diese in kurzer Zeit; da waren nur 4 weitere Zimmer, die Harry sehen musste: das Badezimmer, Remus Schlafzimmer, ein Gästezimmer, welches in Sirius Schlafraum umgewandelt wurde und Remus kleines Büro - jetzt Harry's Schlafzimmer.
Während der letzten Wochen, während Dumbledore und Moody die Schutzsprüche rund ums Haus verteilt hatten, hatten Remus und Sirius sich selbst beschäftigt, in dem sie in der Winkelgasse und in Hogsmeade Sachen gekauft hatten, die ein 5-jähriger unbedingt brauchte.
„Und das, Harry, ist dein Raum…", sagte Sirius.
Die Tour endete vor einer Eichentür, an der mit einem roten Schild, auf dem mit goldenen Buchstaben Harry's Zimmer stand.
Der Raum war einfach unglaublich. Es beherrschte definitiv Gryffindor und Quidditch als Hauptthema. Ein großes Himmelbett stand an einer großen Wand, neben einem genauso großen Fenster. Der Bettbezug, Lacken und Kissen waren eine Mixtur aus Rot und Gold. Die Wände im Raum waren in einem tiefen rot mit goldenen Spritzern, bedeckt mit Postern von Quidditchmannschaften aus ganz Europa. In der gegenüberliegenden Ecke vom Bett war eine große hölzerne Kiste mit Spielsachen jeder Sorte - Zauberer oder Muggel - die sich ein Kind wünschte. An der Wand, die am nächsten zur Tür lag, befand sich ein kleines Buchregal - von Remus aufgefüllt - und ein kleiner Schreibtisch.
Auf Harrys Reaktion gespannt, schauten Remus und Sirius erwartungsvoll nach unten. „Was denkst du Harry?", fragte Remus eifrig.
Harry schaute, mit großen grünen Augen, hoch zu den zwei Zauberern. „Das gehört alles mir?", flüsterte er leise.
Sirius nickte. „Yep! Alles deins, Harry. Geh, schau es dir genauer an." Er schubste Harry leicht in den Raum hinein.
Harry blickte sich mit einer Faszination im Raum um, die nur ein Kind aufbringen konnte. Seine Augen fielen auf die Poster an den Wänden; die Spieler warfen sich den Quaffel zu. Der Chudley Canons Jäger fing ihn viele Male, grinste aber Harry unentwegt an. Harry's Mund stand offen. Er drehte seinen Kopf zu Sirius und Remus, die mit breitem Lächeln im Türrahmen standen, - und deutete auf die Poster.
„Sie bewegen sich!", erklärte er verwirrt und aufgeregt zugleich.
Sirius lachte. „Natürlich bewegen sie sich! Was hast du erwartet? Dass sie den ganzen Tag rumsitzen?"
Harry starrte erneut auf die Poster, gefesselt von der Tatsache, dass Bilder sich bewegten.
Den restlichen Tag verbrachten Harry und Sirius damit, die Schätze in der Spielzeugkiste zusammen zu suchen. Remus saß am Schreibtisch, amüsiert darüber, dass ein 26-jähriger Mann so viel Spaß an Mr Kartoffelkopf finden konnte. Nun, es ist Sirius über den ich hier nachdenke, bemerkte Remus mit einem Schmunzeln.
Remus war zufrieden zu sehen, dass Sirius und Harry zusammen so viel Spaß hatten. Der tote Ausdruck in Sirius Augen war ersetzt durch pure Freude, wenn Harry lächelte oder ein wenig lachte. Und Harry, war weiterhin sehr schüchtern und zurückhaltend, öffnete sich aber immer weiter, wie der Tag zur Nacht wechselte.
Bei dieser Geschwindigkeit, dachte Remus, wird in Nullkommanichts alles so sein, wie es sein sollte.
Aber als Remus zurück zu dem Paar schaute, wandelte sich sein Lächeln in ein trauriges Gesicht, wegen dem Gedanken, dass an diesem Bild etwas fehlte. Lily und James sollten dort sein, lachend und spielend mit Harry. Sirius hätte nicht 5 Jahre vom Leben seines Patensohnes verpasst. Alles war falsch, sie sollten in Godrics Hollow sein, Lily sollte James und Sirius ausschimpfen, nachdem sie ihm beigebracht hatten, wie man eine Stinkbombe baut.
Alles kam zurück auf Wormtail. Er hatte all diese Leben ruiniert - schickte Lily und James in ihren Tod, verwaiste Harry, brachte Sirius nach Askaban. Wormtail war der Grund, wieso Sirius den toten Ausdruck in den Augen besaß. Und noch einmal schwor Remus die Ratte zu finden und ihn, für all den Schmerz den er verbreitet hatte, bezahlen zu lassen.
„Remus, schau dir das an! Es ist Snivellus!" (schreibt man den nicht Schniefelus?)
Remus wurde von Sirius freudiger Stimme und dem bellenden Lachen aus den Gedanken gerissen. Er blickte rüber zu den zweien, die auf dem Fußboden saßen. Sirius hielt Mr Kartoffelkopf hoch, der offensichtlich mit einem Zauberstab verändert wurde. Sicher, das Spielzeug hatte lange, fettige Haare, eine Hakennase und ein blasses Kartoffelgesicht.
Remus schüttelte seinen Kopf und lachte. „Vorsichtig, Sirius", sagte Remus mit einem Grinsen, „wollen ja nicht, dass das hier Missbrauch von Muggleartefakten wird."
Sirius lachte, als Harry fragte, „Wer ist Snivellus?"
Sirius grinste nochmals. „Nur ein fetthaariger Schleimer. Niemand um den du dich sorgen brauchst, Harry." Er wuschelte durch Harrys Haar, machte es noch unordentlicher und stand auf.
„Kommt Jungs! Es ist Essenszeit! Ich bin in der Laune für Pizza. Wie sieht's bei dir aus, Harry?", fragte er und blickte die beiden freudig an.
Harry lächelte und nickte enthusiastisch. Sirius schrie, „Wettrennen!", und rannte zur Küche - Harry folgte ihm schnell. Remus lachte leicht und nahm den Weg zur Küche etwas langsamer.
In der Küche entdeckte Remus Sirius in einer Ecke mit Harry, das arme Kind kitzelnd. Harry rollte auf dem Linoleumboden herum und lachte laut.
Ja, ich könnte mich definitiv daran gewöhnen, dachte der Werwolf mit einem Lächeln. Er gesellte sich zu den zweien, um zu versuchen Harry vor Sirius zu „retten".
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Nach dem Essen, begleiteten Sirius und Remus Harry ins Bad. Es war nicht so hart, wie die zwei Männer erwartet hatten; alles was Harry brauchte war eine Wanne voll mit Schaum, um ihn glücklich zu machen.
Die zwei Erwachsenen warteten bis Harry gespielt, sich gewaschen und sich selbst abgetrocknet hatte und gaben ihm einen neuen Schlafanzug - einen der ihm passte - und brachten ihn ins Bett. Dann las Sirius Harry eine Geschichte über einen Muggeljungen und einen Drachen vor, drehte ein Nachtlicht an und verließ den Raum - Harry war in der Mitte der Geschichte eingeschlafen. Sirius ließ die Tür angelehnt, nur für den Fall.
Sirius wanderte durchs Haus, auf der Suche nach Remus und fand ihn letztendlich in einem kleinen Raum, im Keller (der Großteil war für Remus Verwandlung einmal im Monat umgebaut). Das Ergebnis von Sirius Suche war über eine lange Kiste gebeugt.
„Was guckst du da, Moony?", fragte er und setzte sich neben seinen Freund.
Remus lächelte leicht. „Das ist die Kiste mit Dingen, die ich aus Godrics Hollow retten konnte."
Sirius lächelte traurig und sah in die Kiste. Eine große Auswahl von Briefen auf Pergament, Muggelpapier und Bilder verschiedener Anlässe, waren datiert mit ihrem ersten Jahr auf Hogwarts. Ein alter, staubiger Spiegel lag auf dem Boden der Kiste.
„Gott, ich wusste gar nicht, dass er den noch hatte…", sagte Sirius leise, den Spiegel sorgsam untersuchend. Es war einer von zwei Spiegeln, die Sirius und James immer benutzten, wenn sie Strafarbeiten in verschiedenen Räumen hatten.
„Ja", sagte Remus lächelnd. „Hey, schau dir das an! Ich hatte vergessen, dass ich die noch habe…", fügte Remus hinzu. Er hielt zwei Stofftiere hoch: einen braunen Wolf und einen schwarzen Hund. Die Marauder kauften sie, als Harry geboren wurde.
Sirius lächelte als Erster, wechselte aber in Stirnrunzeln. „Was ist mit dem Hirsch?", fragte er leise.
Remus seufzte stark. „Er wurde…zerstört…im Feuer…"
Sirius schloss fest seine Augen, in der Hoffnung, dass die Tränen, die sich bildeten verschwanden. Der Hirsch war Harrys Liebling unter den Stofftieren. Er war niemals ohne ihn; er hatte geweint, wenn er nicht in seiner Reichweite war.
Nach einer Minute in der er sich gesammelt hatte, öffnete Sirius seine Augen, schaute zu Remus und lächelte sanft. „Nun, dann müssen wir ihm wohl einen anderen kaufen, oder?"
Remus lächelte und nickte. „Ja, ich denke das werden wir."
„Er ist großartig, oder? Harry, meine ich. So ein großartiges Kind…"
„Ja, das ist er wirklich. Denk nur einmal daran, wir er sein wird, wenn er nach Hogwarts kommt."
Sirius lachte. „Genau wie James, vermute ich. Schlau, talentiert und ein bisschen großspurig."
Remus schnaubte. „James war mehr als "ein bisschen großspurig", Padfoot.", erklärte er lächelnd.
Sirius lächelte zurück. „Das stimmt. Aber Harry hat auch viel von Lily; das gleicht James aus. So kann er nicht zu eingebildet werden."
Remus nickte und stand auf, hielt weiterhin die Stofftiere im Arm. „Na dann komm. Wir brauchen etwas Schlaf. Nur Merlin weiß, wann ein 5-jähriger morgens aufsteht."
Sirius lachte und erlaubte Remus ihm vom Boden aufzuhelfen. Die zwei Freunde machten sich auf den Weg in ihre Schlafräume, aber nicht bevor sie noch einmal nach Harry gesehen hatten. Remus und Sirius schlichen leise zu seinem Bett und legten den Wolf und den Hund, jeweils auf eine Seite neben Harrys Kopf.
Das kleine Kind hatte nichts bemerkt; es schlief weiterhin in seinem neuen, warmen Bett, ein Lächeln lag auf dessen Gesicht, während es schlief.
„Ich frage mich, was er gerade träumt…", dachte Remus laut.
„Keine Ahnung, aber ich hoffe er ist glücklich", antwortete Sirius.
„Ich auch", seufzte Remus. „Nun, gute Nacht, Padfoot."
„Nacht, Moony."
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Harry erkundete verwirrt den tiefen Wald; er hatte keine Ahnung wie er hier her geraten war, aber er lief weiter in die vorgegebene Richtung.
Als seine Beine am Boden aufkamen, waren die einzigen Geräusche das Knistern der Blätter unter seinen Füßen, er bemerkte ein helles weißes Licht zu seiner Linken. Als er sich in die Richtung drehte, bemerkte er, dass das weiße Licht von einem Hirsch kam. Er war in Begleitung von einem braunen - leicht grauen - Wolf und einem großen schwarzen Hund.
Die drei jagten einander und spielten, wie die besten Freunde. Es war eine seltsame Kombination, ein Hirsch spielte mit einem Wolf und einem Hund - aber Harry beobachtete sie interessiert, wie sie sich in den Blättern rollten.
Etwas an ihnen kam Harry bekannt vor, aber er war nicht sicher was es genau war.
Was auch immer es war, Harry mochte es. Er mochte es die drei verschiedenen Tiere zusammen spielen zu sehen.
Harry konnte sich nicht daran erinnern wann er das letzte Mal so glücklich war; es war definitiv nicht mit seinem Onkel und seiner Tante. Die Bekanntheit mit diesen drei Tieren gab ihm etwas Freude und Hoffnung - und er verschwendete keine Zeit. Harry setzte sich auf einen Baumstumpf und beobachtete sie, was ihm wie Stunden vorkam.
Sein Lächeln wuchs weiter, je weiter die Nacht voran schritt. Harry kannte das Gefühl nicht, aber er konnte sich definitiv daran gewöhnen…
Danke für die lieben Reviews, aber im Augenblick habe ich leider keine Zeit genau auf alle einzugehen, das werd ich aber beim nächsten Chap nachholen.
