Kapitel 9: Halloween II

„Sie kennen sich besser aus als jeder andere Professor in Hogwarts, den wir in diesem Fach je gehabt haben", fuhr James fort. „Sie machen das alles mit so einer Leichtigkeit, als würden Sie das jeden Tag machen, als würde es für Sie Routine sein."

„Worauf willst du hinaus?", fragte Frank, der innerlich nervös war, aber es nicht nach außen zeigen wollte.

„Genau", sagte Sirius. „Worauf willst du eigentlich hinaus?"

„Sie sind eigentlich ein Auror", sagte James mit fester Stimme. Frank blieb wie angewurzelt stehen und sah seinen Schüler an. Sein Blick war fest und seine Stimme so entschlossen, wie er sie noch nie vorher gehört hatte.

„Quatsch", sagte er.

Sirius sah seinen Freund an, als würde der gerade durchdrehen.

„Ich habe Ihnen gesagt, wie ich auf diese Vermutung kommen", sagte James. „Auch fand ich es merkwürdig, dass Sie sofort gewusst haben, wie Sie in dieser Situation zu reagieren haben, in der wir uns eben befunden haben."

Frank wusste nicht was er darauf sagen sollte. Der Junge hatte Recht und das wusste auch er. Frank konnte mit keinem Argument dagegen treten.

„Ja", antwortete er schließlich.

„Was ja?", fragte Sirius verblüfft.

„Ich bin ein Auror", gab er zu. Sirius klappte der Mund auf. Dann starrte er seinen Freund an, dann wieder Longbottom, dann wieder James.

„Mach den Mund zu, sonst fliegt noch was rein", forderte James ihn auf.

„Ich hätte nicht gedacht, dass mich jemand enttarnt", sagte Frank ehrlich.

„Sie haben meine Vermutung gerade eben nur bestätigt", sagte James.

„Du scheinst ein gutes Gespür dafür zu haben", lobte er, worauf James nur milde lächelte. „Versprecht mir eins", sagte er zu Sirius und James. „Sagt niemandem etwas über meinen eigentlichen Beruf. Ich sollte eigentlich Undercover bleiben."

„Geht klar", antwortete Sirius. „Ehrlich, jetzt wundert es mich nicht mehr, warum Sie sich so gut in Verteidigung gegen die dunklen Künste auskennen", sagte Sirius und grinste. „Wäre ein wenig blöd, wenn Sie in so einer Situation stecken würden und nicht wüssten was zu tun ist."

„Das wäre in der Tat nicht gut", antwortete darauf.

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Die Schüler wurden alle zurück nach Hogwarts geschickt, wo jeder einmal ein Stück Schokolade bekam und sich aufwärmen sollte. Einigen stand der Schock ins Gesicht geschrieben.

Ein Teil der Auroren kam mit nach Hogwarts, um mit dem Schulleiter über den genauen Verlauf zu sprechen, ein anderer Teil blieb in Hogsmeade, um die Gegend noch gründlicher zu durchsuchen. Nach der Anzahl der Dementoren, mussten es mindestens zwei Nester gewesen sein, die sich in Hogsmeade befanden.

Das Merkwürdige daran war aber, dass sich kein starker Nebel gebildet hatte, was dann wieder darauf schließen lies, dass die Dementoren durch einen guten Schutzzauber von der Außenwelt abgeschnitten waren, dass man sie nicht finden konnte.

Auch suchten die Auroren nach Hinweisen, welche Todesser sich hier aufgehalten hatten. Sie befragten sogar die Bewohner des Dorfes, um etwas zu erfahren. Es stellte sich bald heraus, dass niemand eine hilfreiche Aussage machen konnte. Jeder sagte das Gleiche!

Sie hörten Schreie, sahen dann Schatten, die auf sie zugeschwebt kamen, dann spürten sie stechende Kälte und dann sahen sie schon, wie die Patroni die Dementoren zurück drängten.

Ein weiterer Teil der Auroren, hatte sich der Dementoren angenommen und sie mit Hilfe eines Transportzaubers ins Ministerium gebracht, wo sie in speziell eingerichtete Räume gebracht wurden.

Die Räume waren gut isoliert, so dass die Dementoren keinem die Gefühle aussaugen konnten und somit keine Gefahr für die Ministeriumsangestellten darstellten. Auch war es von Vorteil, dass die Dementoren im Ministerium waren, denn so konnten die Auroren und auch andere Mitarbeiter der AMS ein gutes Auge auf sie werfen und die Todesser hatten keine Möglichkeit unbemerkt an sie heranzukommen, geschweige denn sie aus dem Ministerium zu bekommen.

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In Hogwarts herrschte eine gedrückte Stimmung. Kein Stimmengewirr war zu hören und keine Schüler schlichen auf den Gängen umher, so wie sie es sonst immer taten. Nicht einmal die große Halle war mit Schülern gefüllt, die sich auf das Festmahl an Halloween immer freuten.

Die Professoren hatten dann in einer kurzen Sitzung besprochen, dass es keinen Sinn hatte, die Schüler in die große Halle zu zwingen. Deshalb blieben die Schüler in ihren Gemeinschaftsräumen und konnten dort das Essen genießen, soweit dies eben möglich war.

Die Schüler hatten es sich gerade auf das Buffet gestürzt, als im selben Moment die Türen zur großen Halle aufgingen. Herein traten einige wichtige Personen des Ministeriums.

Millicent Bagnold, die mit Dumbledore über die von ihr gedachten Schutzmaßnahmen sprach. Benjamin Potter, der alles leiten sollte und einige seiner Auroren dafür bereitstellte. Darüber begeistert war er nicht, denn er brauchte jeden einzelnen Auroren in der Zentrale.

Dies hatte er auch Bagnold gesagt, die ihm versichert hatte, dass, wenn etwas Schlimmes passieren sollte oder ein wirklicher Notfall eintrat, dass er die Auroren zurück beordern konnte.

Marvin McDougal, ein untersetzter Mann mit stechendem Blick und grauem Haar begleitete sie auch. McDougal war Vorsitzender des Schülerrates.

Auch Timothy Golding, der Leiter des AMS war bei ihnen. Gemeinsam gingen sie Richtung Büro des Schulleiters, wo sie bereits erwartet wurden.

„Der Sicherheitsrat hat beschlossen", begann Millicent Bagnold sofort. „Dass für die Schüler, Hogwarts und Hogsmeade ein gewisser Schutz bestehen muss. Deshalb hielten wir es für angebracht, dass wir einige Auroren bei ihnen lassen, die Patrouille gehen und auf jede kleinste Merkwürdigkeit achten."

„Meinen Sie nicht, Ministerin", sagte Dumbledore. „Dass es ein wenig viel des Guten ist, dass Sie einige Auroren in Hogwarts zurück lassen. Ich bin nämlich der Meinung, dass die Auroren und die gesamte AMS mit den Todessern schon viel zu tun hat."

„Gewiss, Dumbledore. Aber was denken Sie, werden die Eltern dem Ministerium schreiben, wenn sie erst erfahren haben, dass Hogsmeade von Dementoren heimgesucht wurde? Einige Eltern werden der Ansicht sein, dass es besser für ihre Kinder wäre, wenn sie sie von Hogwarts nehmen." Bagnold schwieg einen kurzen Moment. „Es wäre genau das Falsche. Hogwarts gehört, meines Erachtens nach, noch immer zu den sichersten Orten die es gibt. Und wenn den Kinder Schutz geboten werden kann, dann in Hogwarts, wenn auch noch Auroren hier anwesend sind."

„Die letzten Aktivitäten lassen auch darauf schließen, dass Voldemort etwas größeres plant", sagte Benjamin. „Wir wissen nicht genau nach was er sucht, aber wir haben Hinweise, dass sich ein Teil dessen, was er haben will, sich in Hogwarts befindet. Ich bin selbst nicht gerade begeistert so viel Auroren zu entbehren, aber ich habe mich mit den Anwesenden hier auf etwas geeinigt, also gibt es kein Problem, dass sich einige Auroren hier aufhalten."

„Wir möchten nämlich, wie die Ministerin bereits erwähnt hat, den bestmöglichen Schutz der Kinder in diesen Mauern gewähren", fuhr Golding fort, der zwar von der Idee an sich nicht viel hielt, aber was sich nicht vermeiden ließ, ließ sich eben nicht vermeiden. „In letzter Zeit war Voldemort selbst nicht stark präsent, aber durch Dementoren und einige wenige Angriffe handelt er dennoch. Da er meist in kurzen Abständen zuschlägt, bereitet es und starkes Kopfzerbrechen, warum er keine großen Angriffe mehr gewagt hat. Es lässt darauf schließen, dass er etwas Großes geplant hat und mit dem was wir wissen, müssen wir eben handeln. Sie verstehen?"

Dumbledore nickte. „Gewiss verstehe ich. Es ist mir nur wichtig, dass unter den Schüler keine Panik ausbricht."

„Wie ist das zu verstehen?", fragte Bagnold verwirrt.

„Auroren treten immer im Bezug mit schwarzer Magie und Todessern auf, wie in den Propheten zu lesen ist. Wenn jetzt plötzlich Auroren in Hogwarts sind, auch noch Rundgänge machen und sich in allen Ecken und Kanten umsehen, dann könnte es für die Schüler den Anschein haben, dass sich in Hogwarts etwas abspielt, was ihnen niemand sagen möchte."

„Natürlich", sagte Bagnold verstehend. „Was schlagen Sie also vor?"

„Ich weiß nicht, ob alle dazu bereit wären diesem Vorschlag nachzukommen", sagte Dumbledore nachdenklich. Die vier Gäste sahen ihn abwartend und gespannt an.

„Das man den höheren Klassen, fünften, sechsten und siebten, nur wenn Sie es erlauben und mit diesem Vorschlag einverstanden sind, das Duellieren beibringt."

Gewiss machte Frank mit den UTZ-Klassen duellieren, aber mit einem gezielten Duelltraining und Auroren konnten sich ausgezeichnet duellieren, konnten die Schüler noch etwas lernen. Es war nur mehr die Frage, ob die Vier damit einverstanden waren.

„Ich weiß nicht", sagte Golding nachdenklich. „Meinen Sie wirklich, dass es den Schülern hilft, sich mit Auroren zu duellieren?"

„Gewiss."

„Sie sind nicht zufällig sehr optimistisch oder Dumbledore?", fragte McDougal.

„Doch sehr und es würde den Schüler etwas bringen", fuhr Dumbledore fort. „Sie können auch nur die UTZ-Klassen übernehmen, wenn Sie meinen, dass es ihnen mehr bringen würde."

„Sie haben sich das Ganze anscheinend gut überlegt, wie ich so sehe!", fragte Golding.

„Nein", sagte Dumbledore schmunzelnd. „Es war eher ein spontaner Gedanke, der sich erst kurz bevor Sie angekommen sind, in meinem Kopf gebildet hat."

Alle Anwesenden seufzten. Dumbledore war hinsichtlich solcher Dinge sehr einfallsreich.

„Meinetwegen", sagte Bagnold.

„Was?", fragte Golding verwirrt. „Sie können doch nicht -"

„Doch, kann ich", meinte sie. „Es ist wirklich eine hervorragende Idee. Vor allem wenn man sich ansieht, was in letzter Zeit alles passiert ist …"

„UTZ-Schüler haben das Basiswissen, was das betrifft", meinte Golding. „Was meinst du, Potter?"

Benjamin wirkte nachdenklich und wählte seine Worte mit Bedacht. „UTZ-Schüler sind daran ja wirklich interessiert und das Basiswissen besitzen sie auch … würde ihnen auch mehr bringen."

„In Ordnung", sagte Dumbledore und lächelte sie alle an. „Dann besprechen wir noch den genauen Ablauf … aber erst essen wir etwas und anschließend können wir dann die Details besprechen."

„Benjamin und ich, müssen aber noch mit den Auroren reden", warf Golding ein. „Dann können wir Ihnen auch sagen, welche Auroren dafür zuständig sind. Auch werden wir darüber reden müssen, was passiert, wenn wir sie für einen Einsatz brauchen."

„Gewiss", sagte Dumbledore und nickte.

Timothy Golding und Benjamin Potter erhoben sich und verließen den Raum.

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Benjamin und Timothy hatten die Auroren zu einer Besprechung einberufen. Die Beiden erklärten ihnen, was sie sich gedacht hatte, um keine zu große Aufmerksamkeit darauf zu lenken, dass sie jetzt für Hogwarts' Sicherheit zuständig waren. Dumbledore war zwar ein mächtiger Mann, aber Eltern vertrauten den Auroren genauso viel. Waren diese zwei Einheiten miteinander verbunden, dann hielten es die Eltern für sicherer, ihr Kind in Hogwarts zu lassen.

Insgesamt fanden sich sechs Auroren, die für das Duelltraining der UTZ-Schüler zuständig waren. Darunter Donald O'Malley, Melanie Arnold, Charles Nixon, Benjy Fenwick, Gideon Prewett und Mike Truland.

Da aber Gideon Prewett der Mentor von Claudia Reynolds war, wurde auch sie dafür eingeteilt. Zuerst war sie von dieser Sache nichts sehr begeistert gewesen, aber wenn sie sich an die Sache von Bone Garden erinnerte, schien es ihr sehr verlockend zu sein.

Für die Sechstklässler waren zuständig: Claudia Reynolds, Gideon Prewett, Donald O'Malley und Mike Truland.

Für die Siebtklässler waren es Melanie Arnold, Charles Nixon und Benjy Fenwick.

Diese Einteilung teilten Benjamin und Timothy auch Dumbledore mit, der begeistert war, dass sein Vorschlag angenommen wurde. Jetzt waren nur noch die Details wichtig und die wurden auch schnell zusammengestellt. Anschließend, als Potter, McDougal, Golding und Ministerin Bagnold sein Büro verlassen hatten, ließ Dumbledore die beiden Schulsprecher kommen, die auf den schwarzen Brettern, von drei Häusern, je einen Informationszettel hinzuhängen. Da sich ja niemand aus Slytherin in den UTZ-Kursen für Verteidigung gegen die dunklen Künste befand, musste auch kein Informationszettel ausgeteilt werden.

Zwar war sich Dumbledore bewusst, dass sich die Slytherins bei dieser Sache ausgeschlossen fühlten, aber Golding meinte: „Wofür brauchen sie einen Informationszettel, wenn sie doch nicht einmal in diesem Kurs sind? Wäre doch nur Zeitverschwendung, meinen Sie nicht?"

Es war nicht zu übersehen, dass Golding Slytherins nicht ausstehen konnte, was auch daran lag, dass viele potentielle Todesser waren und es nur noch eine Frage der Zeit war, bis sie das dunkle Mal auf ihrem linken Unterarm hatten. Auch waren einige Schüler Kinder von bekannten und gesuchten Todessern.

Es hieß ja, dass man niemanden nach seinem Namen beurteilen sollte, aber wenn sie sich dann auch noch so benahmen, dann gab es auch einen Grund.

Dumbledore war am Ende von dieser Lösung zwar noch immer nicht begeistert, konnte aber nur zustimmen. Auch wenn er diesen Informationszettel in ihren Gemeinschafsraum hängen ließe, würden sie sich nicht einmal durchlesen, was auf diesem Zettel stand.

Dumbledore saß noch länger nachdenklich in seinem Büro und dachte darüber nach, was heute geschehen war. Dementoren waren in Hogsmeade aufgetaucht. Auroren hatten sich in und um Hogwarts stationiert. Voldemort wurde kaum noch gesehen und es war ein sicheres Zeichen, so wie es die Vier ihm gesagt hatten, dass Voldemort etwas Großes geplant hatte. Man wusste zwar was er geplant hatte, aber was es war und wann das Ganze stattfinden sollte, davon hatte keiner eine Ahnung. Voldemort ging immer vorsichtiger vor und schien jeden seiner Schritte genau zu planen, um ja nicht erwischt zu werden. Was hatte er bloß vor? Was suchte er?

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Als die Schüler die Information auf dem schwarzen Brett sahen, waren sie Feuer und Flamme, aber die Enttäuschung war groß, als sie sahen, dass es nur für UTZ-Schüler möglich war. Jeder hatte gerne mitgemacht. Es klang sehr interessant, was auf dem Pergament stand:

Allen Schülern der sechsten und siebten Jahrgänge, bietet sich die einmalige Möglichkeit mit den Auroren ein wenig ihre Duellkünste zu trainieren. Für jeden Jahrgang sind drei Auroren zuständig, dazu erfahrt ihr in Verteidigung gegen die dunklen Künste mehr.

Zweimal in der Woche bietet sich die Gelegenheit euer Können unter Beweis zu stellen und euch bei etwaigen Fragen an die Auroren zu wenden, was natürlich auch für die übrigen Schüler gilt.

Was das Duellieren speziell betrifft, so werdet ihr zu erst Trockentraining machen und alle Flüche durchprobieren und dann in einem Duell verwenden.

Auch werden alle Schüler darauf hingewiesen, dass die Auroren auch Rundgänge machen und wenn jemand von den Schülern außerhalb der erlaubten Zeit sich in den Gängen aufhält, wird sofort zu seinem oder ihrem HauslehrerIn gebracht.

Dieses ‚Projekt' beginnt am kommenden Montag.

Ich wünsche allen noch einen schönen Samstagabend und einen erholsamen Sonntag.

Albus Dumbledore.

„Ich freu mich", sagte Amy begeistert. Sie war die ganze Zeit sehr hibbelig. Kaum einer konnte es glauben, dass sich die Auroren Zeit nahmen, um ihnen das Duellieren beizubringen.

Einzig und alleine James kam es ein wenig komisch vor. Von seinem Vater wusste er, dass die Auroren massenhaft zu tun hatten und kaum eine freie Minute. Die Auroren waren sicher nicht in Hogwarts um sich mit ihnen zu Duellieren, es war ein anderer Grund. James dachte sich, dass er seinen Vater bei Gelegenheit darauf ansprechen musste. Sirius schien das Selbe zu denken wie James, denn er wohnte seit seinem fünften Schuljahr bei James' Eltern und kannte die Situation, in der sich die Auroren befanden.

Jeder, der den Tagespropheten verfolgte, konnte sich auch so denken, dass etwas anderes der Grund sein musste, wieso sich plötzlich einige Auroren in Hogwarts aufhielten.

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In Hogwarts war es Gesprächsthema Nummer eins, dass die UTZ-Schüler das Privileg hatten, sich mit den Auroren zu duellieren und auch etwas zum Thema Verteidigung gegen die dunklen Künste zu fragen. Nur hatten viele Angst, dass die Fragen, die sie stellen wollten, einfach zu blöd war und die Auroren sie auslachten.

Auch waren die Dementoren noch ein großes Gesprächsthema in Hogwarts. Gestern saß der Schock noch zu tief, als das sie hätten darüber reden können, aber jetzt hatten sie sich ausgeruht und waren am Reden. Viele dichteten einfach was dazu, dass ein Dementor zum Beispiel versucht hatte, sie oder ihn zu küssen.

Über eines waren sich die Schüler aber einig und zwar, wie es sich angefühlt hatte, als die Dementoren immer näher kamen. Keine Glücksgefühle mehr, einfach alles weg und die plötzlich herein stürmenden, schrecklichen Erinnerungen, die einen zum Verzweifeln brachten.

Dumbledore hielt am Sonntag beim Essen eine Rede, um den Schülern noch einmal alles genau zu erklären, die ab Montag diesen Unterricht hatten. Für ihn war es auch wichtig, dass die Schüler wussten, was sich in und um Hogwarts abspielte.

„Wir ihr sicher wisst", begann er seine Rede. „Wurde Hogsmeade gestern von Dementoren heimgesucht. Zum Glück wurde kein Schüler ernsthaft von dem Angriff der Dementoren in Mitleidenschaft gezogen. Ihr habt zwar alle die Wirkung der Dementoren gespürt, jedoch konnten die Meisten rechtzeitig fliehen. Andere wiederum hatten Angstanfälle, sodass sie die Nacht über im Krankenflügel verbracht haben, zumindest die, die wirklich nicht mehr wussten was vor sich ging. Für die Freunde der Betroffenen gilt: Ihr könnt sie heute abholen, sie werden nach dem Abendessen entlassen." Dumbledore machte eine kurze Pause und sah sich erneut in der großen Halle um. Einige Auroren standen an den Wänden und zum Eingang der großen Halle und behielten alles im Auge.

„Auch sind sein gestern einige Auroren in Hogwarts stationiert und werden mit den Lehrern auch Rundgänge machen", erklärte Dumbledore. „Ich möchte, dass ihr alle die Schulregeln einhaltet." Dabei warf er einen Blick auf die Marauder, die ihn nur unschuldig ansahen, worauf alle Beteiligten ein wenig lächeln mussten. „Die Liste der verbotenen Gegenstände wurde wieder um ein paar Gegenstände erweitert … erwähne ich jetzt, bevor ich es vergesse … wo war ich eigentlich genau? Ach ja, ich weiß schon wieder." Er lächelte milde. „Für unsere beiden UTZ-Klassen in Verteidigung gegen die dunklen Künste, gibt es dieses Jahr eine Sonderregelung. Da es ja zweimal drei Stunden und zweimal zwei Stunden, werden in einer Doppelstunde und in einer dreifachen Stunde die Auroren in euren Unterricht kommen und … das nähere werden dann einige morgen schon erfahren."

Einige sahen Dumbledore erwartungsvoll an und warteten darauf, dass er ihnen sagen würde, was die UTZ-Schüler morgen erwartete, aber er lächelte nur geheimnisvoll. Als warteten die Schüler noch darauf, dass Dumbledore noch etwas sagte, war es noch immer still und alle Blicke auf ihn gerichtet. Er schien es zu bemerken, denn er überlegte kurz, was er noch sagen konnte. „Ich weiß nicht, wieso ihr mich alle noch so erwartungsvoll anseht … es gibt nichts mehr zu berichten. Alles was wichtig für euch wäre und ist, habe ich bereits gesagt. Dann Haut rein!"

Mit diesen Worten setzte er sich auf den größten Stuhl am Lehrertisch.

Einzig und alleine die Slytherins schienen von Dumbledores Rede nicht soviel gehalten zu haben, denn sie sprachen während der ganzen Zeit miteinander. James hatte einen kurzen Blick zu ihrem Tisch geworfen und konnte sehen, dass Snape ihm ein hinterhältiges Grinsen zuwarf. James ballte seine Hand unter dem Tisch zu einer Faust.

Seit ihrem ersten Tag in Hogwarts waren Snape und er zerstritten. Anfangs hatte sich James nicht einmal mit Sirius vertragen. Ihre Freundschaft hatte erst angefangen, als dieser Vorfall an Halloween vor sieben Jahren stattfand.

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Rückblick

1970 – Schulbeginn 1. September

Auf dem Bahnhof in King's Cross tummelten sich viele Menschen. Eltern verabschiedeten sich von ihren Kindern. Schüler schleppten ihre Koffer in den Zug und einige starrten den Zug einfach nur an. Für viele Erstklässler war diese Lokomotive einfach nur atemberaubend, wenn sie sie zum ersten Mal sahen.

So stand auch James Potter am Bahnhof. Seine Eltern konnten ihn nicht begleiten, da sie auf einer Mission waren, die sich sehr zu ihrem Bedauern nicht verschieben lassen konnte. Also war James mit seinem Großvater und seiner Großmutter zum Bahnhof gefahren.

„Pass auf dich auf und stell nichts an", sagte seine Großmutter und drückte ihn kurz, ehe sein Großvater ihn ebenfalls umarmte und ihm zuflüsterte, sodass es seine Frau nicht hören konnte: „Den Tarnumhang hast du dabei?"

James nickte und lächelte seinen Großvater an. Benjamin hatte James erklärt, dass dieser Tarnumhang seit Generationen in der Potterfamilie weitergegeben wurde. Mit einem gezwungenen und nicht wirklich ehrlichen: „Stell nichts an!", hatte Benjamin James den Tarnumhang überlassen.

James war überaus froh gewesen, als der Brief aus Hogwarts endlich angekommen war, dass er sogleich alle benachrichtigen musste. Seine Eltern schleppte er noch am selben Tag in die Winkelgasse, wo sie seine Schulsachen kauften. Aber die Warnung seiner Mutter nahm er nicht gerade erst: „Wenn du zauberst, dann sperre ich deinen Zauberstab weg und die bekommst ihn erst wieder, wenn du nach Hogwarts fährst."

Sein Vater lächelte nur mild und meinte: „Lass ihn doch! Was das Ministerium nicht weiß, macht es nicht heiß."

„Du weißt schon, dass zaubern außerhalb der Schulzeit für minderjährige Zauberer verboten ist?", fragte Susan.

„Aber er ist ja noch nicht einmal in Hogwarts", gab Benjamin zu bedenken. „Und da kann er doch einige Zauber ausprobieren, die in seinen Büchern stehen. So gefährlich sind die nicht."

„Aber du hilfst ihm nicht", stellte Susan klar.

„Natürlich nicht", sagte er, doch im Inneren lächelte er hinterhältig. Seine Frau warf ihm aber einen mahnenden Blick zu, den er zwar registrierte, aber sein Sohn hatte ihn vorhin gefragt, ob er ihm nicht den ein oder anderen Fluch zeigen konnte. Natürlich durfte er seiner Frau davon nichts sagen, weil sie sonst eine Möglichkeit gefunden hätte, dies zu verhindern.

Als dann der 1. September kam, war James sehr gespannt auf die Erzählungen seiner Eltern und Großeltern. Sie meinten, dass er die Fahrt nach Hogwarts in seinem ersten Jahr nicht vergessen würde. Sie sollten Recht behalten.

James suchte sich einen Platz im Zug und konnte ein leeres Abteil finden. Dort machte er es sich gemütlich und zog seinen Zauberstab heraus und ließ einige Funken durch die Luft schweben.

Plötzlich hörte James wie sich die Abteiltür öffnete und ein hagerer, krank wirkender Junge hereinschaute. „Ist hier noch Platz?", fragte er ein wenig schüchtern.

James nickte und der Junge trat dankbar ein. „Remus Lupin", stellte er sich vor.

„James Potter", antwortete James. „Erstes Jahr."

„Ja, deines auch?"

„Klar", sagte James.

Dann blickte James noch einmal auf die Uhr, die am Bahnsteig hing und winkte seinen Großeltern zu, die dann verschwanden, als sich der Zug in Bewegung setzte.

Der Zug konnte gerade einmal ein paar Minuten gefahren sein, als sich auch schon wieder die Abteiltür öffnete. Ein schwarzhaariger, arrogant wirkender Junge blickte herein. Ohne auch nur ein Wort zu sagen, geschweige denn zu fragen, nahm er ganz außen Platz und schob die Türe wieder zu.

Remus und James warfen sich einen verwirrten Blick zu.

„Hi", sagte Remus.

Der Junge reagierte nicht.

„Ich bin Remus Lupin", stellte sich Remus vor.

„Lass ihn doch", sagte James und warf dem Neuankömmling einen abschätzigen Blick zu. „Vielleicht ist er sich einfach nur zu schade mit uns zu reden."

„Vielleicht habe ich einfach keine Lust zu reden und will nur meine Ruhe?", fauchte der Junge.

„Wer ist denn einfach so in unser Abteil gekommen, ohne zu fragen?", stellte James fest. Beide funkelten sich böse an.

„Was geht es dich an, was ich tue?", feixte der Schwarzhaarige.

„Du glaubst gar nicht wie viel", antwortete James.

Das Gesicht des Jungen verzog sich zu einem hämischen Grinsen. „Was willst du mit einem Zauberstab?"

„Zaubern."

„Wirklich? Du kannst so etwas?", feixte der Junge weiter.

„Vielleicht mehr als du", sagte James. Langsam aber sicher konnte James diesen Jungen nicht ausstehen, mit seiner arroganten und selbstgefälligen Art. Was bildete der sich eigentlich ein wer er war?

„Lust auf ein Duell?", forderte der Junge ihn heraus.

„Gerne."

Remus war dem Wortgefecht gefolgt, wie einem spannenden Spiel, aber ein Duell ging eindeutig zu weit. „Duelle sind verboten", machte Remus aufmerksam. „Ihr bekommt noch Ärger, bevor ihr Hogwarts überhaupt betreten habt."

„Wer hat denn dich gefragt?", fauchte der Schwarzhaarig und kniff seine Augen zusammen. „Kann sein, dass du einer schweren Krankheit unterliegst? Wenn nicht, dann siehst du einfach nur beschissen aus."

Remus ließ ein Schnauben von sich hören.

„Wie heißt du eigentlich?", fragte Remus erneut, da er einfach nur vom eigentlichen Thema ablenken wollte.

„Sirius Black", antwortete er nach kurzer Zeit.

„So schwarzmagisch wie der Name", sagte James, worauf er sich einen bösen Blick von Sirius einfing.

„Ein Problem mit meinem Namen?", fauchte Sirius.

James antwortete nicht, sonder lächelte nur stillschweigend vor sich hin.

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1970 – Auswahlzeremonie

Die weitere Zugfahrt verlief ohne Schwierigkeiten. Sirius und James hatten beschlossen sich gegen Ende anzuschweigen, weil sich noch zwei Siebtklässler zu ihnen ins Abteil gesetzt hatten, was die Beiden aber nicht davon abhielt sich immer wieder böse Blicke zuwerfen.

Als sie dann die große Halle betraten, gingen sie soweit von einander entfernt wie möglich. Vor dem Lehrertisch stellten sie sich auf und starrten den Hut vor sich an, der auf einmal zu singen begann.

Der damalige stellvertretende Direktor hatte ein Pergament entrollt und jeden Namen einzeln vorgelesen. Die erste, die Aufgerufen wurde, war „Black, Bellatrix!".

Der Hut hatte sofort seine Entscheidung getroffen und „Slytherin!" gerufen. Begeistert wurde sie empfangen, als auch schon Sirius auf die Bühne musste. Bei ihm brauchte der Hut ewig.

Deine Eltern würden dich gerne in Slytherin sehen", sagte der Hut.

„Das ist mir bewusst, danke das du mich darauf hinweißt", antwortete Sirius bissig.

Aber du lehnst dich auch gerne gegen deine Eltern auf und versuchst sie zu provozieren."

„Kann ich was dafür, wenn meine Eltern nicht einsehen wollen, dass ihre Einstellungen falsch sind?"

Dir scheinen Muggelgeborene nichts auszumachen", sagte der Hut.

„Gut erkannt. Wieso sollte es auch?", giftete Sirius.

Kein Grund gleich unhöflich zu werden", tadelte der Hut.

„Mir ist das jetzt rechtherzlich egal."

Deine Cousinen sind auch in Slytherin", redete der Hut weiter.

„Dann steck mich doch da hin."

Du würdest tatsächlich gut dorthin passen, aber mir scheint, als würdest du nicht dort hin wollen, sondern nur, weil es deine Eltern wollen."

„Kannst du dich endlich mal entscheiden? Ich habe nicht ewig Zeit."

Na so was", sagte der Hut. „So jemand ist mir noch nie untergekommen. Und ich dachte, die Blacks würden alle nach der Etikette leben."

„Tu ich ja meistens auch", gab Sirius trotzig zurück. „Aber wenn mir jemand blöd kommt, dann wehr ich mich eben."

Ich komm dir also blöd? Ja?", fragte der Hut.

„Kannst du dich jetzt endlich entscheiden … Bitte?", sagte Sirius mit Nachdruck. Plötzlich herrschte schweigende Stille. Sirius spürte die Blicke auf sich. Eigentlich war es schon vorherbestimmt, dass ein Black nach Slytherin kam. Wieso setzten sie dann auch noch den Hut auf?

Sirius schnaubte verächtlich und wartete ungeduldig darauf, dass der Hut wieder etwas sagte.

Warte noch einen Moment", sagte der Hut. „Ich muss noch überlegen, was für dich in Zukunft das bessere Haus sein wird. Für den Moment scheint es ja Slytherin zu sein, aber … ja, ich glaube ich weiß was ich mit dir tu."

„Wurde aber auch Zeit", sagte Sirius.

Ein wenig ungeduldig? Aber gut", sagte der Hut. „Du kommst nach …."

„Na sag endlich, dass ich nach Slytherin soll", forderte Sirius.

„… GRYFFINDOR!"

Sirius hielt den Atem an. Hatte der Hut das wirklich laut gesagt? Er musste sich verhört haben – eindeutig.

„Mr. Black", forderte der stellvertretende Direktor auf. „Wollen Sie sich nicht zu Ihrem Haus begeben?"

Langsam aber unsicher stand Sirius vom Hocker auf und blickte sich einmal in der Halle um. Alle Blicke waren auf ihn gerichtet. Verwirrte Blicke und alle starrten ihn mit offenem Mund an. Damit hatte anscheinend niemand gerechnet, am Wenigsten wohl Sirius selbst.

Er ging auf seinen Haustisch zu, wo ihn alle mal zuerst verwirrt anstarrten, aber dann in Jubel ausbrachen. Sirius war zu keinem Lächeln fähig, er wusste nur, dass seine Eltern ihm ab jetzt das Leben noch schwerer machen würden, als sie es ohnehin schon taten.

James stand einfach nur verwirrt da, als der Hut sein ‚Urteil' verkündete. Wie konnte es ein Black nach Gryffindor schaffen? Wieso war er nicht in Slytherin wie alle seine Verwandten? Es ergab für James einfach keinen Sinn.

Die Auswahl ging dann weiter und als dann alle aufgeteilt waren, erhob sich Dumbledore und hielt seine übliche Rede zu Schulbeginn, nur dass er auch darauf hinwies, dass er es bedauerte, dass Professor Dippet in Pension gegangen war, aber er versuchte, die Schule so gut wie möglich zu leiten.

Nach dem Essen folgten die Erstklässler den Vertrauensschülern. James und Sirius warfen sich immer noch böse Blicke zu und als sie dann im Schlafsaal waren, ging es erst richtig los.

„Werden dich deine Eltern freikaufen?", fragte James.

„Wie?", fragte Sirius und wandte sich ihm zu.

„Deine Eltern werden doch sichtlich nicht begeistert sein, dass sich ihr Sohn in Gryffindor aufhält. Sie würden dich ja viel lieber in Slytherin sehen und da werden sie wohl ein schönes Sümmchen springen lassen, meinst du nicht?" James grinste ihn einfach nur an.

„Ich weiß nicht wie es mit dir steht, Potter, aber ich weiß mich zu wehren. Setzen wir das fort was wir beginnen wollten?" Sirius zog seinen Zauberstab und zielte damit genau auf James. „Leg dich nie mit einem Black an."

James schien sich in dieser Situation nicht gerade unwohl zu fühlen. Er zog ebenfalls seinen Zauberstab und richtete ihn auf Sirius.

„Womit wollt ihr euch eigentlich duellieren?", fragte Remus. „Mit Zauberstabfunken?"

„Halt dich da raus", sagte Beide und Remus öffnete seinen Mund um etwas zu erwidern, ließ es dann aber bleiben. Er beobachtete weiterhin die beiden Schwarzhaarigen vor sich, wie sie voreinander standen und sich mit ihren Zauberstäben bedrohten. Sollte er einen Lehrer holen oder einen Vertrauensschüler? Er schien einen Moment handeln zu wollen, aber diese Situation löste sich wie von selbst. Denn genau in diesem Moment, kam ein Schüler mit einem großen ‚V' auf der Brust in ihren Schlafsaal und beäugte die Szene, die sich vor ihm abspielte, kritisch.

„Was ist hier los?", fragte er.

„Nichts", sagten Sirius und James wie einem Mund.

„Nach nichts sieht mir das aber nicht aus", antwortete der Vertrauensschüler. „Ihr wisst schon, dass Duelle verboten sind?"

„Ja und?", fragte Sirius.

„Wenn ich euch dabei erwische, dass ihr euch duelliert, dann ziehe ich euch Punkte ab und schleppe euch zu Professor McGonagall", drohte der.

James verdrehte nur genervt die Augen.

Dann verließ der Vertrauensschüler den Schlafsaal und Sirius meinte: „Wir sind noch nicht fertig, Potter", sagte Sirius.

„Worauf du dich verlassen kannst."

Die darauf folgenden Tage waren nicht besser. Bei jeder sich bietenden Gelegenheit machten sich die Beiden fertig. Die Professoren beobachteten das Ganze mit einem skeptischen Blick und hielten sie gut ihm Blick.

Am Anfang hing Sirius noch häufig mit den Slytherins zusammen, die es aber nicht gern sahen, dass er ein Gryffindor war, aber vom Verhalten her war er noch so wie vorher.

James hatte Recht, denn Sirius' Eltern schrieben, dass sie ihn nach Slytherin schicken wollten, er sollte mit dem Direktor darüber sprechen, wenn er darauf bestand, dass er ins falsche Haus gekommen war, dann hatte er die Chance zu wechseln … aber Dumbledore machte ihnen einen Strich durch die Rechung. Er meinte: „Die Entscheidung des Hutes kann man nicht anzweifeln. Er hat sich noch nie geirrt."

Sirius' Eltern waren wütend und hatten ihm einen wütenden Brief geschrieben. Ein Heuler kam für die Blacks nicht in Frage, weil sie ihr Ansehen behalten wollten. Sirius verzog keine Mine, als er den Brief von ihnen las.

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1970 – Halloween

Mit der Zeit hing Sirius nicht einmal mehr mit den Slytherins herum. Er hatte keine Lust, immer bei ihnen zu sein, wenn sie über die Reinblütigkeit diskutierten … es war ihm einfach zuwider das zu hören. In seinem Haus waren nur einige wenige, die sich mit ihm unterhielten, obwohl auch die ein wenig Angst vor ihm hatten und das nur wegen seines Namens. Manchmal konnte Sirius seinen Namen einfach nur verfluchen! Wieso machte er es ihm einfach so schwer, sich zu integrieren?

Der Einzige, der wirklich versuchte normal mit ihm umzugehen, war Remus Lupin. Anfangs hielt er ihn noch von sich fern, aber als Sirius merkte, dass es keinen Sinn hatte, ließ er ihn einfach machen. Irgendwann würde es ihn schon nerven, wenn Sirius nichts tat. Wie sehr er sich geirrt hatte.

Remus bezog ihn mit in Gespräche ein, wollte mit ihm reden, behandelte ihn normal, als würde er über seinen Familiennamen hinweg sehen. Sirius konnte kaum glauben, dass es jemand tat, aber er dachte sich, dass es sicher nur ein Trick war, um ihn vor den anderen noch schlechter zu machen. Um etwas aus ihm herauszubekommen, was ihn schlecht machten.

Zwei Monate in Hogwarts hatten Sirius keineswegs geholfen. Er zog sich vor allen zurück und wollte alleine sein. Als er dann an diesem Tag aus der Bibliothek kam, um dort wenigstens seine Ruhe zu haben, ging er einen anderen Gang entlang. Als er um die Ecke bog, konnte er mehrere ältere Schüler erkennen, die auf kleinere zielten.

Nach dem Wappen nach, waren es Slytherins, die bereits in der UTZ-Klasse sein mussten. Auf dem Boden konnte Sirius einen verwuschelten Kopf sehen, der anscheinend zu James Potter gehörte.

Mit schnellen Bewegungen schaffte es James sich aus der Umzingelung zu befreien und rannte auf Sirius zu. Die Slytherins wandten sich zu ihnen und blickten ihn ein wenig abwartend an. Als Sirius aber nichts der Gleichen tat, als James bei ihm vorbei rannte, schickten die Slytherins ihm auch einen Fluch auf den Hals.

Sirius beschloss, dass Potter keine schlechte Idee gehabt hatte und folgte ihm. Vergessend, dass sie sich eigentlich nicht ausstehen konnte, rannten sie alle Gänge entlang, als sie plötzlich vor einer Sackgasse standen. James hatte seinen Zauberstab in der Hand und blickte über seine Schulter.

Die Slytherins waren noch nicht zu sehen.

Plötzlich hörten sie schnelle Schritte und ein Rascheln von mehreren Umhängen. Am Ende des Ganges waren gerade die Slytherins aufgetaucht und kamen grinsend und mit erhobenem Zauberstab auf sie zu.

Nicht wissend was er tat, hatte James seinen Zauberstab immer noch auf sie Wand vor sich gerichtet, nur sein Kopf war nach hinten gerichtet. Plötzlich sah er, dass die Slytherins sie verwirrt anstarrten. Sirius und James wandten ihre Köpfe wieder zur Wand, wo keine mehr war, sondern ein Durchgang. Sie tauschten einen Blick aus und wandten sich dann zu den Slytherins, dann rannten sie hinein und hinter ihnen hörten sie nur noch einen Krach … die Wand war wieder erschienen. Sie hörten die Flüche, die auf der Wand abprallten.

Völlig fertig lehnte sich James an die Wand und atmete tief durch. Sirius hatte seine Hände verschränkt und starrte James verständnislos an.

„Was hast du eigentlich angestellt?", fragte er.

„Keine Ahnung", antwortete James. „Ihnen scheint es einfach zu gefallen, kleinere Schüler fertig zu machen."

„Kann sein, dass du das provoziert hast?"

„Wieso glaubst du, dass ich an allem Schuld bin?", fauchte James. „Vielleicht weil du glaubst, dass deine Slytherinfreunde zu so etwas nicht fähig sein? Wenn du das glaubst, dann bist du echt naiv."

„Wie hast du mich genannt?", fragte Sirius scharf.

„Naiv", wiederholte James selbstsicher.

„Nenn mich noch einmal ..:", sagte Sirius, hielt aber sofort inne, als er das Licht sah, das auf sie Beide einströmte. Es war so warm und erfüllte den ganzen Raum. Die ganze Aufmerksamkeit der Beiden richtete sich auf dieses Licht, das sie zu sich rief. Sie senkten beide ihre Zauberstäbe. Alles was bisher geschah, schien auf einmal vergessen zu sein. Langsam machten sie sich auf den Weg zu diesem Licht.


Hi!

Nur 2 Reviews? Hmm ... bin mehrere gewohnt, aber was soll's ... hinterlasst mir doch einfach ein Review. Ich bring euch ja schon nicht um, einfach nur sagen was euch gefallen hat und was nicht.

Jedenfalls ist das mein bisher längstes Kapitel und darauf bin ich besonders stolz. Hoffe, dass es euch auch gefällt und ich bin auch schon beim Weiterschreiben. Bin gerade wieder in einer tollen Schreibphase, wo ich vor Ideen einfach nur so strotze und einfach nicht weiß, wo ich was einbauen soll, aber dann entscheide ich mich und baue etwas später ein.

hdl
Magic