Note: bin leider nicht Cornelia Funke...
Für Lola
Kapitel 10 : Und die Reise geht weiter..vielleicht
Als Resa am Morgen erwachte, fühlte sie sich seltsam erholt.
Vielleicht liegt es ja daran, dass ich keinen weiteren Alptraum hatte ?
Gerade wollte sie sich strecken und vielleicht noch einmal auf ihre andere Seite drehen, da fror ihr Blick an ihrer ausgestreckten rechten Hand fest.
Ein Wunder, dass sie es nicht früher bemerkt hatte in welcher Gesellschaft sich ihre Hand befand :
Als wäre es ihr normaler Platz, lag ihre Hand friedlich auf Capricorns.
Was sie dabei so erschrecken ließ, war die Tatsache, dass nicht Capricorn - wie eigentlich zu erwarten gewesen wäre - die Initative ergriffen hatte, sondern ihre Hand oben auflag, also sie diejenige war, deren Hand auf Wanderschaft gegangen war !
So vorsichtig wie möglich - damit er ja nicht aufwachte und irgendein Kommentar darüber loslassen konnte - zog sie ihre Hand weg.
Wie einen Fremdkörper starrte sie ihre Rechte nun an.
Konnte sie sie denn je wieder normal benutzen, nachdem sie etwas von Capricorns Körper berührt hatte ?!
Weitere Gedankengänge wurden ausgelöscht, da er nun ebenfalls erwachte.
Er gähnte ausgiebig, dann drehte er sich mit Schwung auf seine andere Seite - zu ihr gewandt.
Gerade wollte er nocheinmal die Augen schließen, doch er entdeckte früh genug ihre eigenen Augen, die ihn dezent beobachteten.
Ein diebisches Grinsen huschte an seinen Lippen vorbei.
"Wie schön, dass du mich noch weiterhin mit deiner Gesellschaft beehrst. Du bist also nicht aus dem Fenster gesprungen, nehme ich an ? Ansonsten tarnst du die Blätter in deinen Haaren und deine zahlriechen Knochenbrüche ziemlich gut.."
"Scheinbar wurde ich diese Nacht verschont. Vielen Dank auch für die Besorgnis." Raunte sie kalt und drehte sich mit einem genervten Seufzen herum, sodass sie ihm ihren Rücken präsentierte.
Woher diese plötzliche Wut kam wusste sie selbst nicht genau.
"So dankt man also heutzutage seinem Retter.."
"Du hattest doch schon deinen Dank !" Schnauzte sie ihn - immernoch den Rücken zugewandt - an.
"Du hattest mich mit dir in einem Bett, meine Hand-"
Sprudelte es aus ihr vor Empörung heraus.
"Ach, das war deine Hand, die ich plötzlich gespürt habe ?...Und ich dachte schon, ich hätte mir es nur eingebildet.."
Unterbrach er sie und der Schalk in seinen Augen fraß sich förmlich durch ihr Rückgrat.
Darauf erwiderte sie nichts, drehte sich aber auch nicht um.
Bevor sie wieder aufbrachen, kaufte Capricorn noch schnell von einem Teil des Restgeldes etwas Proviant bei dem Wirt.
Dann machten sie sich auf den Weg.
Gegen Mittag hielt es Capricorn scheinbar für angemessen den Kokon aus Schweigen, den Resa so fleißig um sich gewoben hatte, zu durchbrechen.
"Vielleicht interessiert es dich ja.." Begann er in einem für ihn ungewohntem Plauderton.
"Das Ziel, das wir als nächstes ansteuern werden, ist die Burg des Natternkopfs.
Es gibt einige Dinge, die ich mit ihm zu besprechen habe.."
Er brach in seiner Erzählung ab, seine Gedanken schienen um die bevorstehende Unterhaltung zu kreisen.
Resa dachten sich ihren eigenen kleinen Teil dazu :
Die Burg des Natternkopfs..es ist lange her..zu letzt habe ich sie in meiner Zeit als Magd gesehen..ab und zu hat uns Mortola dorthin geschleppt
...zu diesem ekelhaften Natternkopf....dagegen könnte man Capricorn ja fast nett finden-
Halt..was denke ich da ?
Sie stellte alles Denken und Reden ein.
....bis sie sich nach ein paar Stunden wünschte sie hätte ein bisschen mehr vorher nachgedacht.
Höllische Schmerzen breiteten sich in ihrem linken Bein aus und als sie daran herunterblickte erkannte sie, dass sie in eine Art Nest getreten sein musste.
Ein erschrecktes Keuchen entwich ihrer Kehle, was ihren Begleiter auf sie aufmerksam machte.
Sofort eilte er zu ihr.
Ohne große Vorreden packte er sie am Knie und zog ihren Fuß raus, der vollkommen in diese seltsame Masse eingehüllt war.
Resa derweil musste sich auf seiner Schulter abstützen und versuchte verbissen den pochenden Schmerz in ihrem Fuß zu verdrängen.
Auf diese Weise bewegten sie sich ein Stück von dem Nest weg und er half ihr sich hinzusetzen.
Suchend blickte er sich um, und, als er nichts Passendes fand, riss er einen Teil seinen Hemdes ab mit dem er ihren Fuß von der Masse reinigte.
Glücklicherweise befand sich eine Quelle in der Nähe, an der er den Stoff auswaschen konnte.
Das gereinigte Stück in der Hand ging er neben ihr in die Hocke und begutachtete abwechselnd ausgiebig ihren Fuß oder spähte nachdenklich zum Nest hinüber.
"Höchstwahrscheinlich Waldgeister...in dem Fall Feuergeister..das muss eines ihrer Lager für ihren Feuerhonig gewesen sein..." Dachte er nach einer Weile laut nach.
Dann legte er ihr den kühlen Stoff auf den geschundenen und noch immer stark geröteten und leicht geschwollenen Fuß.
Er schüttelte seinen Kopf mit einem halben Lachen.
"Resa, Resa, Resa..." Fing er an.
"Entweder fällst du aus deinem Bett, aus dem Fenster oder in Feuerhonig ! Was ist denn los mit dir ? Willst du meine Reaktionsfähigkeit testen, dann musst du es nur sagen.." Betrachtete er sie amüsiert und strich ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht.
Lass mich doch einfach in Ruhe...
Flehte sie in Gedanken, verschrenkte die Arme und sah weg.
So lange er da war, würde er sie nur weiterhin verwirren...
Würd mich über ein Kommentar tierisch freuen !!
