Erschöpft erreicht der alte Zauberer die Spitze des Turmes. Neben ihm steht Arthur und beiden folgt Sir Galahad. Gemeinsam sehen sie in die Unterstadt hinunter. Das Bild, das sie sehen ist entsetzlich. Eine riesige Feuerwalze frißt sich durch die gesamte Unterstadt. Überall laufen Menschen umher und versuchen ihr Hab und Gut zu retten. Dazwischen kämpfen Ritter und Wachen mit den Flammen und versuchen, die Menschen in Sicherheit zu bringen. Arthur legt seine Hand auf die Schulter des alten Zauberers. "Du kannst das. Rette sie Merlin. Rette sie." Jetzt klappt dem Ritter der Mund auf. Er starrt den alten Mann, der vor ihm steht an. Das ist Merlin?

Der Alte hebt die Hände. Augenblicklich zieht sich der Himmel zu und eine dicke Wolke nach der Anderen schiebt sich vor die Sonne. Fassungslos sehen Arthur und Sir Galahad zum Himmel hinauf. Innerhalb weniger Sekunden hat sich die Wolkendecke geschlossen. Es ist finster geworden in Camelot. Dafür leuchten die Flammen in der Unterstadt jetzt umso stärker.

Die Menschen und Ritter in der Unterstadt halten in der Bewegung inne und sehen ebenso zum Himmel. Nicht noch ein Gewitter! Nicht noch mehr Blitzeinschläge! Nicht noch mehr Flammen! Nicht noch mehr verbrannte Häuser! Ein alter in schwarz gekleideter Mann steht in der Menschenmenge. Er lächelt bösartig. In Gedanken ruft der Merlin. "So Merlin, hast du dich also entschieden, dem Volk zu helfen. Wollen wir doch mal sehen, ob es deine Hilfe überhaupt will.." Er grinst fies.

Merlin steht noch immer mit erhobenen Händen auf dem Turm. Die erneute Gedankenrede Mordreds hat ihn kurz verzagen lassen, aber ein vertrauensvolles Nicken seines Königs hat ihn wieder daran erinnert, was er hier tut und für wen er es tut.

Der alte schwarz gekleidete Mann in der Menschenmenge erhebt zitternd die Hand und zeigt zum Turm hinauf, zu dem dort oben stehenden Zauberer, zu dem dort oben stehenden Merlin. Mit gebrochenen Stimme schreit er so laut er kann. "Seht dort oben! Dort steht ein Zauberer! Er hat den Sturm gerufen! Er hat das Feuer verursacht!" Die Menschen und die Ritter drehen sich Augenblicklich in Richtung Schloss um und sehen zum Turm hinauf. Tatsächlich dort steht ein alter Mann mit erhobenen Händen und scheint dieses erneute Gewitter heraufzubeschwören!

Merlin ist inzwischen wieder voll konzentriert. Die Wolkendecke hat sich endgültig geschlossen. Es zucken bereits erste Blitze durch die Luft. Er erhebt seine Stimme und ruft das Wort "Tídrénas!" in den Himmel. Augenblicklich tropfen dicke Regentropfen aus den schwarzen Wolken. Erst wenige vereinzelte, dann mehr und mehr, schließlich gießt es in Strömen. Als Merlins Augen seine Farbe wechseln, ist er bereits vollständig durchnässt.

Die Flammen versiegen nach und nach. Stattdessen steigt jetzt weißer Wasserdampf in die Höhe und die Luft kühlt sich auch merklich ab. Die Menschen in den Straßen trauen ihren Augen kaum. Der Alte oben auf dem Turm hat tatsächlich einen Regen gerufen um die Feuer der Unterstadt zu löschen. Nach einen kurzen Moment der Stille brechen sie in Jubel aus und umarmen sich gegenseitig. Das Feuer ist besiegt, die restliche Unterstadt mit ihren Menschen gerettet. Die Ritter, allen voran Sir Leon, stehen noch immer fassungslos da und sehen zum Turm hinauf. Bereits völlig durchnässt sehen sie sich in der Unterstadt um. Große Teile sind vollständig abgebrannt. Langsam sammeln sich die Truppen und ziehen zusammen mit der jubelnden Bevölkerung zum Schloss in den Schloßhof hinauf. Der Alte, in schwarz gekleidete, ist ebenfalls unter ihnen. Aber er jubelt nicht. Stattdessen lächelt er bösartig. Er ruft Merlin erneut. "Gut gemacht Merlin. Wirklich gut gemacht. Ich wusste doch, dass du es kannst. Ich habe auch nichts anderes erwartet. Du tust immer genau das, was man von dir erwartet nicht wahr?"