A/ N: Und schon wieder beim letzten Kapitel angelangt. Ich kann es einfach nicht lassen. Irgendwie hält mich diese Story von meiner Arbeit ab.

Ich bete für ganz viele Reviews und hoffe, ich konnte mit meinem Ende, der Story und den Lesern gerecht werden. Noch mal vielen Dank, besonders an Chromoxid, iome und Cyberrat, die mich mit ihren vielen Reviews immer zum weiterschreiben animiert haben (klingt wie bei einer Oskarverleihung gg).

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Hermine ließ den Brief fallen, griff den Platinring vom Schreibtisch und rannte Richtung Schlosstor. Wenn er die Appariergrenze noch nicht erreicht hatte, gab es noch Hoffnung.

Sie stolperte am Treppenabsatz, achtete aber nicht auf den stechenden Schmerz in ihrem Fuß. In Askaban würden sie sie nicht mehr zu ihm lassen. Und auch wenn sie wütend auf ihn war, konnte sie ihn nicht dafür hassen. Vielleicht wäre es anders, hätte sie die Vergewaltigung zuerst gesehen. So wusste sie, dass er ein anderer Mensch war. Ein Mensch voller Wut und Selbsthass. Ein schwacher Mensch, der sich viel hatte zu Schulden kommen lassen. Aber kein Mensch ohne Liebe. Kein kalter Mensch, der hassen wollte.

Als sie aus dem Schlosstor auf die Wiese trat, knickte sie noch einmal um und blieb im, vom Tau nassen Gras liegen. Sie atmete heftig. Plötzliche Angst erfasste sie und schlug sie nieder.

„Severus?"

Nirgends war die schwarze Gestalt zu erkennen. Sie spürte, wie sich Tränen in ihren Augen sammelten. Sie hatte nicht gewollt, dass es so endet. Sie wollte ihn sehen, mit ihm sprechen.

„Severus!"

Keine Antwort. Wie lang würden sie ihn in Askaban gefangen halten. Zwanzig Jahre, vielleicht ein Leben lang. Oder würde sich alles aufklären? Aber selbst dann würde sie ihn Jahre nicht sehen, nicht mit ihm sprechen können. So viele unausgesprochene Worte, so viele Gefühle.

Sie schluckte, betrachtete ihren verstauchten Knöchel. Das nasse Gras begann ihre Kleidung aufzuweichen. Als sie aufschaute blickte sie in schwarze Augen.

„Ich konnte nicht gehen, ohne mich von Freedom zu verabschieden."

Er war vor ihr in die Hocke gegangen. Ohne Robe, nur in schwarzem Pulli und schwarzer Hose, sah er schmaler als sonst aus. In seinem Gesicht stand unverhohlene Trauer.

„Hat sie geweint?"

„Ja und es ist meine Schuld."

„Sie weint nicht wegen dir, Severus. Sie weint um dich."

„Aber warum?"

„Weil sie dich liebt, du Dummkopf."

Hermine sah ihn mit tränenverschleierten Augen an und er erwiderte ihren Blick.

„Sie weiß, dass ich gehen muss?"

„Lass sie nicht hinter dir herjagen, Severus. Selbst Tauben haben ihren Stolz."

„Das ist es nicht. Ich muss für das sühnen, was ich getan habe. Und es gibt von hier keinen Weg zurück."

„Dann wird sie auf dich warten. Sie ist ein Teil von dir, was immer du tust. Auch für sie gibt es keinen Weg zurück."

Hermine holte den Ring aus ihrer Tasche und steckte ihn an ihren Finger. Das Platin schmiegte sich sanft und kühl an ihre warme Haut. Es fühlte sich an, als habe der Ring schon immer an diesen Platz gehört.

„Ich wollte sie nicht einsperren. Sie soll frei sein."

„Sie ist frei in ihrer Entscheidung. Und ihre Entscheidung ist es, bei dir zu sein."

Hermine beugte sich ein Stück weit vor. Als ihre Lippen sich berührten war es, als träfen sie sich zum ersten Mal. Keine Lüge lag mehr zwischen ihnen, keine verhüllte Erinnerung. Und in diesem Kuss lag mehr als eine stille Zuneigung. Es lag ein versprechen darin. Ihre gesamte Vergangenheit, ihre ganze Zukunft.

Ende