Review responses:

Woran lag es, dass du Kapitel 8 und 9 nicht lesen konntest? Formatfehler? Für mich lesbar, bitte um Rückmeldung, wenn es ein technisches Problem ist.

Nunja, die beiden haben eine Geschichte, in der es schon immer auf die eine oder andere Art geknistert hat. Sie lernen um, aber es wird keine einfache Lösung geben, das halte ich aufgrund der Vorgeschichte und ihrer Sturheit für unmöglich.

Generell: Danke, ich freue mich über Feedback, dann setze ich mich sogar 3Uhr morgens noch hin um neue Kapitel einzustellen.


10 Atempause

In Grimault Place 12, dem ehemaligen Hauptquartier des Ordens, war für Notfälle eine Zelle eingerichtet worden. Die verbleibenden Ordensmitglieder nutzten das Haus kaum noch. Manchmal trafen sie sich hier. Aber jedes Ordensmitglied konnte jederzeit hierher kommen und das Haus nutzen. Während die Weasleys gelegentlich Gäste hier unterbrachten, nutzten die Auroren des Ordens das Haus, um sich auszuruhen, Verhöre zu führen oder sich zur Beratung zurückzuziehen.

Harry hatte sich mit Kingsley über den aktuellen Fall beraten. Sie hatten abgesprochen, dass es nicht klug wäre, die Information zu streuen, dass Runcorn und Dawlish erwischt worden waren, wenn sie eigentlich noch eine Rolle zu spielen hatten, um Parkinson zu überführen. Also schnitten sie den beiden eine Strähne Haar ab, sperrten sie ein, versahen sie mit Schweigezaubern und umgaben auch die Zelle noch mit Schutz- und Dämmzaubern. Kingsley hatte die wichtigsten Zauber schon gelegt, falls die Gefangenen sich noch wehrten und es schnell gehen musste.
Harry klärte Draco nebenbei über das Hauptquartier auf. Er hatte das Haus bisher noch nicht gesehen, wusste aber, dass es die alte Villa der Blacks sein musste. Er hatte von seiner Mutter von dem Haus gehört. Es hätte eigentlich in der Malfoyfamilie landen müssen, nachdem Bellatrix gestorben war, aber einmal mehr war Harry Draco zuvor gekommen. Draco ließ sich nichts anmerken und half Harry bei den Vorsichtsmaßnahmen.

Nachdem sie alles eingerichtet hatten, verabredeten sie sich für den frühen Abend, damit beide noch etwas schlafen konnten. Harry beschloss vor Ort zu bleiben, weil noch keine Wache da war und bat Draco, Kingsley über den Sachstand zu informieren. Er fand es komisch, dass er zu seinem geschäftsmäßigen Ton zurückgefunden hatte, aber es passte ihm ganz gut. Er wollte sich jetzt wirklich nicht damit beschäftigen, was wohl in Draco vorging und was sich Harry zwischen ihnen wünschte. Er legte sich vor die Zelle und schlief ein.

Einige Stunden später stand er auf, kontrollierte die Gefangenen und den Schutz, ging duschen und setzten sich wartend in die Küche. Ihm fiel ein, dass Kreacher heute bei ihm Dienst hatte. Dieser sollte ursprünglich in Harrys Abwesenheit das Haus in Schuss halten. Er rief den Hauselfen. Kreacher erschien mit einem lauten crack und verbeugte sich tief.

»Hallo Master Harry. Zurück in Master Regulus Haus.«

Harry rollte mit den Augen.

»Ich habe dir gesagt, du sollst mich nicht mehr Master nennen. Kreacher, ich habe seit Stunden nichts mehr gegessen. Könntest du mir bitte etwas zubereiten und bringen? Ich bin noch drei Stunden hier und erwarte Besuch, also wenn es dir nichts ausmacht, gern für fünf Leute.«

Kreacher nickte und verbeugte sich.

»Gern Master –«, er brach ab und versuchte sich das Tischbein zu greifen.

Harry hielt ihn fest.

»Ich habe dir auch untersagt, dich zu strafen. Du bist ein freier Elf. Kann ich dich loslassen?«

Kreachers Augen waren groß geworden und er nickte.

»Danke. Ich übe noch. Ich bin in einer halben Stunde zurück.«

crack

Harry musste einmal mehr Hermione bewundern. Sie hatte angefangen, Kreacher Unterricht in Englisch zu erteilen. Hermione war der Meinung, dass eine gleichberechtigte Verwendung von Sprache, auch eine Ebene der Hierarchie zwischen Hauselfen und Zauberern abbauen würde. Sie hatte Kreacher den Unterricht nicht aufgezwungen, sondern ihm die Vorteile erklärt. Als Ausgleich lernte sie die von Hauselfen genutzte Form des Elfisch, eine rein gesprochene Sprache. Das Hauptargument, mit dem sie Kreacher überzeugt hatte, sich Englischunterricht geben zu lassen, war der Zugang zu englischer Schriftsprache. Kraecher wollte in der Lage sein, die Biografien seiner Zauberfamilie zu lesen und vielleicht die von Regulus weiter schreiben. Nicht nur, dass Kreacher große Fortschritte machte, Hermione hatte ihn nach einigen Jahren sogar dazu gebracht, von sich selbst in der ersten Person zu sprechen. Hermione hatte sich fast überschlagen vor Freude, als sie es das erste Mal hörte. Für sie war es ein wichtiger Teil von Selbstbewusstsein und Selbständigkeit, sich als Individuum zu begreifen und zu benennen. Kreacher war zwar manchmal überfordert von Hermiones Aufmerksamkeit, aber er schien die Zuwendung auch zu genießen und gewöhnte sich daran. Mittlerweile war er auf »ich« ziemlich stolz und betonte es kaum merklich.

Kingsley und Draco erreichten Grimmault Place 12 kurz bevor Kreacher allen etwas zu essen servierte. Die beiden anderen Portionen hoben sie für die Gefangenen auf. Kingsley holte eine Flasche Veritaserum heraus.

»Ich denke, wir sollten die Befragung hier machen. Aber danach sollten wir die beiden erst einmal an einem anderen Ort unterbringen. Seitdem Yaxley hier war, und dadurch auch andere Death Eater das Hauptquartier kennen, ist es nicht mehr sicher.«

Harry nickte. Sie weckten die Gefangenen mit »Enervate!« und fingen unter Veritaserum an, sie zu befragen. Sie fanden Ort und Zeitpunkt der Übergabe heraus, auch dass sie mit Umbridge und Parkinson zusammenarbeiteten und was sie über das Ziel des Schmuggels wussten.

»Parkinson will die verbleibenden Eier alle in seinem Besitz wissen. Vermutlich teilen sich er und Umbridge den Gewinn am Ende. Aber sie werden erst verkaufen, wenn der Hornschwanz ausgestorben und die einzigen Eier auf dem Markt die ihren sind. Sie dürften mittlerweile an die 60 Eier unter Verschluss haben.«, erzählte Dawlish teilnahmslos.

»Wie sehen die Eier aus, nachdem ihr sie mit der Frierpaste eingerieben habt?«

Draco und Kingsley vermerkten die detaillierte Beschreibung. Nachdem die Gefangenen gegessen hatten, brachte Kingsley sie fort und Draco und Harry planten die Übergabe der Eier. Erst nach den restlichen Festnahmen wollten sie ein offizielles Verfahren eröffnen.
Draco schaute sich die Liste der anstehenden Termine der beiden an.

»Einer von uns muss morgen Dawlish spielen. Allerdings hat der Auror nur ein Treffen mit Kingsley, er hatte sich anscheinend für die Aktion frei genommen. Dennoch sollte einer von uns als Dawlish durch das Büro laufen, um kein Misstrauen aufkommen zu lassen. Runcorn hat nur übermorgen eine Verabredung mit Umbridge in der Schlucht. Ansonsten bleibt uns nur der Übergabetermin."

Er sah Harry an und sie entschieden, dass Harry den Auror spielte, da er in Umbridges Nähe so schnell die Beherrschung verlor. Harry war überrascht, dass seine Anspannung gewichen war. Er schaffte es, nicht über Dracos Lippen nachzudenken und war froh darüber. Der Slytherin hatte bewiesen, dass er sich schon melden würde, wenn er eine Wiederholung im Kopf hätte. Harry hatte nicht vor, um Dracos Körperkontakt zu betteln. Aber er war sich sicher, dass seine Neugier noch lange nicht befriedigt war. Draco sah Harry eindringlich an, bevor er sprach:

»Ich muss mit dir noch etwas klären. Hast du noch einen Moment Zeit?«

Harry schluckte und nickte. Hatte Draco erraten, worüber er gerade nachgedacht hatte?

»Bis zur Verhandlung gegen Umbridge werde ich nicht offen auftreten. Im Moment können wir meine Kontakte noch gut nutzen, solange die Leute denken, wir stehen weiter auf dem Kriegsfuß miteinander. Sollte es zu einer Verhandlung gegen Umbridge kommen, werde ich gegen sie aussagen. Wir können danach entscheiden, ob sich das unter meiner Tarnung noch aufrecht erhalten lässt.«

Er machte eine Pause. Er schien darüber nachzudenken, wie viel er Harry sagen musste.

»Falls wir uns in der Öffentlichkeit begegnen, heißt das, wir werden nicht freundlich zu einander sein. Ich bitte dich auch niemandem zu erzählen, dass wir miteinander arbeiten.«

Harry schüttelte den Kopf.

»Ich denke nicht, dass das ein Problem ist. Aber Ron und Hermione und Kingsley wissen schon Bescheid.«

Draco seufzte, aber er grinste auch.

»Das ist schon okay, ich hätte ohnehin nicht gedacht, dass du den beiden etwas verheimlichst. Solange ich nicht nett zu ihnen sein muss, macht mir das nichts aus.«
Nach einer Pause fügte er noch hinzu.
»Wir werden auch noch zusammen zu George und Lee gehen müssen. Wir brauchen einige ihrer Spezialanfertigungen. Mir werden sie ohne deine Begleitung keine verkaufen. Aber wir können die Informationen, die wir ihnen geben ja gering halten.«

Harry sah ihn überrascht an. »Ich könnte alleine gehen?!«

Draco schüttelte den Kopf.

»Ich weiß nicht genau, ob sie uns geben können, was wir brauchen, und würde es ihnen gerne selber erklären. Glaubst du, sie können den Mund halten?«

Harry nickte. »Aber um einen anzüglichen Kommentar zu der Art unseres Kontaktes werden wir nicht herum kommen. Ich könnte mir vorstellen, dass sie uns eine sexuelle Bondage Beziehung unterstellen.«

Draco hob die Augenbrauen und zog die Schultern hoch.

»Damit habe ich gerechnet. Eigentlich schön zu erfahren, dass George wieder Witze dieser Art macht. Heißt das, dass George langsam über den Verlust seines Zwillings hinwegkommt?«

Harry wusste genau worüber Draco sprach, war aber überrascht, dass es ihn interessierte.

»Er war ein paar Jahre unterwegs, um sich an Death Eatern zu rächen. Bisher kann er auch immer noch nicht weiter Scherzartikel entwickeln. Das kommt ihm wie Verrat an Fred vor. Außerdem schwört er, er könne es alleine nicht. Stattdessen steckt er seine ganze Energie in Schutzartikel gegen Schwarze Magie. Lee hat solange den Shop übernommen. Er entwickelt und überwacht den Verkauf der harmlosen Sachen und schafft es in letzter Zeit wieder öfter, George in ihren Radiosender zu involvieren. Ich glaube nicht, dass George je wieder der Alte sein wird. Aber einen gewissen zynischen Humor hat er wieder gefunden.«

Draco nickte. Er hatte sich so etwas gedacht. Schließlich musste es für George wirklich schmerzhaft gewesen sein. Die Zwillinge schienen für ihn immer nur zusammen als eine Person funktioniert zu haben. Sie waren die ersten Gryffindors gewesen, denen er Respekt entgegenbringen konnte. Sie waren gewitzt, schnell, überheblich und loyal. Die perfekte Mischung aus Slytherin und Gryffindor. Draco hatte es damals nicht zugeben können, aber er fand sie ambitioniert und bewunderte ihre kreative Rebellion. Besonders in Zeiten, in denen Lucius Erwartungen an Draco ihn zu überwältigen schienen, hatte er voller Achtung zu den Zwillingen aufgeschaut. Draco wandte sich mit einem unterdrückten Seufzen wieder Harry zu.

»Ich mache mich dann los. Wann treffen wir uns?«

Harry zuckte mit den Schultern. Eigentlich war es nicht nötig sich vor ihren beiden Terminen wieder zu sehen, aber der Gedanke gefiel ihm nicht. Zugeben wollte er das aber nicht.

»Ich schätze, nach deinem Termin mit Umbridge, um uns ins Bild zu setzen und den Plan für die Übergabe noch zu Ende durchzugehen. Oder musst du vorher in den Shop?«

Das letzte war versucht beiläufig formuliert, damit er nicht zu engagiert wirkte.

»Nein, erst danach. Aber vor dem Einsatz. Was machst du morgen Abend?«

Es gab keine Anzeichen darauf, dass das eine delikate Frage war, also gab sich Harry Mühe, ebenso gleichgültig zu wirken.

»Da ich dann für einige Tage nichts zu tun habe, wahrscheinlich zu Ron und Hermione gehen. Ich habe mich Hermione lange nicht so nahe gefühlt. Ich würde sie gerne in Kenntnis über unsere Entdeckungen setzen. Aber dafür habe ich ja, wie gesagt, genug Zeit. Warum?«

Draco sah ihn abschätzend an.

»Ich treffe mich heute mit Pansy, um sie nach möglichen Verstecken ihres Vaters zu fragen. Wir könnten uns zum Essen treffen und ich berichte. Falls du die Aussagen von ihr ernst nehmen möchtest.«

Harry nickte.

»Bei dir oder mir?«

Jetzt grinste Draco.

»Da du mir ohnehin schon Zugang zu deinem Haus gewährt hast, bei dir. Ich komme um sieben Uhr.«

Mit diesen Worten drehte er sich um und ging. Harrys Herz hüpfte, da er an die Szene in seinem Schlafzimmer denken musste. Er musste sich sofort mit Hermione treffen. Harry ging zum Kamin und flohte sie an. Er konnte sie nicht gleich sehen, als er in ihrem Wohnzimmer aus dem Kamin schaute, also rief er nach ihr.

"Hermione. Bist du da?«

Ein Aufschrei aus der Küche beantwortete die Frage und wie erwartet, kam eine wuscheliger Kopf danach um die Ecke.

»Harry, du bist zurück. Hast du Zeit für einen Tee? Dann komm ganz rüber.«

Harry nickte und stieg aus dem Kamin.

Er hatte ihr alles erzählt und schaute sie erwartungsvoll an. Er war sich nicht sicher, was ihn mehr interessierte, ihre Meinung zu seinen Entdeckungen oder die zu seinen Erlebnissen mit Draco. Sie fing auf der Stelle an, die Namen der beiden Ministeriumsleute in ihrem Gedächtnis zu erforschen.

»Ich kann versuchen, mehr über die beiden heraus zu finden. Es ist gut, dass Malfoy die Akten besorgt, aber ich könnte mich umhören. Zumindest Patrik Garmig ist relativ oft bei Umbridge. Bei Mafalda ist mir noch nichts aufgefallen und seit dem ich in ihrer Haut steckte, habe ich sie gut im Auge behalten. Aber ich höre mich um.«

Harry fiel Dracos Warnung ein.

»Sei vorsichtig. Draco meinte, ihr würdet beobachtet werden. Also pass auf dich auf. Was denkst du sonst?«

Er wollte nicht zu offensichtlich drängeln, aber Hermiones Meinung hören. Sie schien das zu bemerken und lächelte.

»Willst du etwas mit Draco anfangen?«

Harry war überrascht, dass sie seinen Vornamen benutzte und lächelte. Der junge Slytherin hatte ihr in der Schule übel mitgespielt.

»Ich weiß nicht. Ich fühle mich zu ihm hingezogen, aber ich denke er hält mich auf Abstand. Ich habe keine Lust zu seinem Spielball zu werden. Ich mag ihn. Aber er ist immer noch Draco Malfoy und ich will nicht, dass er auf mir rumtrampelt. Andererseits, wenn ich mich nicht in ihn verliebe, würde ich zumindest gerne mit ihm ins Bett.«

Er zuckte zusammen, als hätte er etwas Unanständiges gesagt, aber Hermione lachte.

»Nun ja. Er ist sehr attraktiv. Er –«

»Waaas? Redet ihr über Malfoy? Attraktiv?« Ron kam in den Raum gestürzt und sah ehrlich schockiert aus. Hermione rollte die Augen.

»Nicht halb so anziehend wie du, Schatz. Aber du musst zugeben, er hat was. Wie auch immer, Harry. Wir reden ein anderes Mal darüber. Floh mich morgen gegen sechs Uhr an.«

Harry wusste, dass der unausgesprochene Teil des Satzes sagte, dann sind wir ungestört. Er nickte, und um den noch immer fassungslosen Ron abzulenken, fragte er:

»Wie lief dein Training?«

Hermione verließ den Raum und sie sprachen über Quidditch, dann erzählte Harry Ron, was er mit Malfoy entdeckt hatte. Sie spannen wilde Theorien, was alles hinter den Fassaden der braven Ministeriumsleute stecken könnte. Harry verabschiedete sich von beiden und grinste. Er hatte schon lange nicht mehr einen so schönen Abend mit den beiden verbracht und war froh, ihnen wieder näher zu kommen.