10. Kapitel: Versteckspiel
Das Schiff erreichte Naboo etwas eher als es nach dem Landeplan angesetzt war. Sie erhielten aber sofort die Landeerlaubnis und dann senkte sich das Schiff, durch die Atmosphäre stechend, hinab und in Richtung Theed. In der Messe, darauf wartend, dass sie endgültig angekommen waren, warteten der Kanzler und die Senatorin. Palpatines Gardisten hatten sich bereits mit den örtlichen Sicherheitsbehörden in Verbindung gesetzt.
Da es spät war, Mitternacht nicht mehr in weiter Ferne, wurde auf das Begrüßungskomitee verzichtet, stattdessen fand am frühen Morgen ein offizieller Empfang im Palast statt, zudem sie die Königin gebeten hatte Dort würden dann alle Minister, Industrielle, Adlige und sie zusammentreffen. Padme Amidala würde vom Landeplatz direkt in den Palast gebracht, während er nachhause fuhr. Erstmalig, nach über 2 Jahren. Ihm hatte sein Haus in Theed schon immer gut gefallen, er hatte sich dort stets wohl gefühlt. Jetzt dort fast eine Woche bleiben zu dürfen, fand sein Wohlgefallen und ließ seine Aufgaben auf Naboo angenehmer erscheinen.
Padme würde bereits übermorgen, nach der Einweihungszeremonie, mit ihm gehen und als sein Gast 2 Tage bei ihm bleiben, bis er für einen Tag ins Hinterland zu fliegen plante und Padme zu ihren Eltern. Danach hatten sie beide diverse Termine in und um Theed.
Das Schiff setzte auf. Padme hörte ihn seufzen, als sie sich aus der Sitzecke in Richtung Gangway in Bewegung setzten. Sie hatten sich vor einer halben Stunde im Lagerraum voneinander verabschiedet, wie sie sich nicht in der Öffentlichkeit verabschieden durften. Sie konnte es kaum erwarten, in den nächsten Tagen sein Gast zu sein, denn dann würden se sich, zumindest auf seinem Grundstück und in seinem Haus frei und offen bewegen können und waren nicht gezwungen, ihre Gefühle füreinander zu verstecken.
Nachdem sie die Gangway hinunter gegangen waren, hatten sie beide wieder festen Boden unter den Füßen.
Ihr Heimatplanet Naboo war im Tiefschlaf. In der Nähe erhob sich Theed, dort brannten noch Lichter. Aber hier auf dem Landeplatz war es abgesehen von einigen Scheinwerfern fast schon düster; wenn sie nach oben blickten, konnten sie hier und da einzelne Sterne funkeln sehen. Es war kalt, bitterkalt. Der Frühling hatte wohl noch nicht Einzug gehalten oder machte gerade eine Pause.
Palpatine fröstelte und zog seinen Mantel noch enger um seinen schlanken Körper; die neben ihn stehende und auf ihr Gepäck wartende Padme klapperte bereits mit den Zähnen. Beide waren müde und wünschten sich nichts anderes, als zu ihrer Bleibe aufzubrechen. Zwei Gleitertaxis erschienen; eines für ihn, eines für die Senatorin. Das Gepäck wurde entsprechend verteilt, dann war es an der Zeit für sie beide, sich auch offiziell zu verabschieden.
Er wünschte ihr freundlich eine gute Nacht und neigte seinen Kopf. Sie tat es ihm gleich, ihre Augen blickten offen in die Seinen. Sie wünschte sich, ihn hier und jetzt zu küssen, doch das war unmöglich.
Vielleicht irgendwann einmal…
Sie bestiegen ihr jeweiliges Gleitertaxi und das brachte sie dann fort. Eine zeitlang flogen die Gleiter hintereinander her, dann jedoch, kurz nachdem durch ein Tor nach Theed hinein gekommen waren, bog Palpatines Gleiter links ab, während Padme weiter geradeaus geflogen wurde, direkt auf den Palast zu.
Er atmete die kalte, aber frische Luft ein, die so ganz klar und rein war im Gegensatz zu Coruscant. Die letzten Minuten bis zu seinem Anwesen dehnten sich zu Ewigkeiten. Doch dann fuhr er vor, konnte mit seinen Gardisten aussteigen und während die Serviceeinheiten das Gepäck übernahmen, betrat er sein Privathaus. Die Serviceeinheiten hatten die Räume gut in Schuss gehalten. Ihm wurde ein Begrüßungstrunk zugetragen, ganz wie es die Gastfreundschaft auf Naboo gebührte und es Tradition war. Und mit dem Weinglas in der Hand zog er sich in sein Schlafzimmer zurück, welches sich im ersten Stockwerk befand. Er wollte nur noch schlafen.
In der letzten Nacht war er dazu erneut nicht lange gekommen, zumal er sich bis drei Uhr mit Padme im Lagerraum getroffen hatte. Auch sie hatte den ganzen Tag über müde ausgesehen. Er stellte das Glas auf seinen Nachttisch ab, zog sich im Ankleidezimmer um und wusch sich im Bad, um dann unter seine Bettdecke zu kriechen und ins Reich der Träume zu flüchten. Das Bett war kalt, niemand wärmte es. Es war so still hier; er konnte seinen eigenen Atem hören.
Ein…
Aus…
Ein…
Aus…
Ein…
Aus…
Er zog die Bettdecke bis unter sein Kinn. Und dieses Mal, heute Nacht, schlief er tatsächlich sofort ein. Dorthin, wo seine Alpträume bereits auf ihn warteten.
Der Empfang am nächsten Morgen war die erste Bewährungsprobe für ihre junge Beziehung. Sie war bereits zugegen, als er, pünktlich, wie es seine Art war, im Beratungssaal eintraf. Er wurde freundlich und respektvoll von Knigin Jamillia begrüßt, ihre Berater schlossen sich ihr an. Es wurden Getränke gereicht, sie nahmen auf gepolsterten Sesseln im Halbkreis um den großen repräsentativen Schreibtisch der Königin platz. Padme erinnerte sich nur zu gut daran, wie sie einst dort gesessen hatte. In einer formalen Robe mit verfremdenden Make-up. Die Miene kontrolliert, umgeben von ihren Dienerinnen. Es war noch gar nicht solange her, aber doch trennten sie Welten und Ewigkeiten von ihrer Vergangenheit. Ein Blick in Palpatines Richtung verriet ihr, dass er sich scheinbar nur bedingt in diesen Räumlichkeiten wohl zu fühlen schien. Auch er hatte in diesem Saal unter König Veruna ganze Jahre verbracht, während er zeitgleich sogar kurz an der Universität gelehrt hatte.
Man besprach die Zeremonie, die am folgenden Tag stattfinden sollte. Die Feierlichkeiten würden sich über mehrere Stunden hinziehen. Er, die Senatorin und die Königin würden je eine Rede halten. Sein Hoffen war, dass die Einweihung bis zum Nachmittag vorüber war und er sich in sein Anwesen zurückziehen konnte. Mit seinem Gast. Padme. Seiner…Freundin…
Seltsam, dass ich nicht einmal die richtige Bezeichnung dafür kenne. Irgendwie entzieht sich dies meinem Wortschatz. Ich müsste sie fragen, wie sie mich nennt…
Während der Mittagszeit löste sich der Empfang auf, jeder konnte nun seinen Aufgaben nachgehen. Sein Terminkalender quoll vor Terminen über, dennoch nahm er sich die Zeit, einen kurzen Spaziergang mit Padme zu unternehmen. Sie spazierten in aller Ruhe durch die Säulengänge des Inneren Palastplatzes, nur begleitet von seinen Gardisten, die allerdings auf Abstand gegangen waren, um ihnen den nötigen Platz für ein privates Gespräch zu garantieren. Und dennoch mussten sie auf Abstand zueinander gehen, da sie sich in aller Öffentlichkeit befanden: Kein Kuss, kein Halten der Hand des anderen, nur ein leises und auch nur kurzes Gespräch. Ihr beider Zeit war kostbar.
Sie meisterten die Öffentlichkeit recht gut, zufrieden stellend. Niemand stellte ihre Spaziergänge, Gespräche und auch ihren Aufenthalt in seinem Haus als sein Gast in Frage oder unterstellte ihnen gar eine Affäre. Allein der Gedanke, dass sich die junge Senatorin mit einem viel älteren Mann einlassen würde oder könnte, mit dem sie seit ihrer Ernennung zur Königin ein freundschaftliches Verhältnis pflegte, erschien ihnen unsinnig. Somit viel auch jeglicher Verdacht von ihnen,…sofern sie der Gesellschaft keine Anhaltspunkte oder durch verräterische Beobachtungen Grund zur Annahme gaben, dass da doch mehr zwischen ihnen war.
„Ich habe den Serviceeinheiten bereits aufgetragen ein Zimmer für dich herzurichten. Mit Blick auf den Garten. Ist dir das recht?"
Sie nickte: „Vielleicht bilde ich mir das nur ein, aber…etwas irritiert erschien mir Königin Jamillia schon, als ich ihr vorhin sagte, dass du mich zu dir eingeladen hättest, und dass ich bereits zugesagte."
„Ich muss gestehen, dass ich in den letzten Jahren eigentlich nie Gäste eingeladen habe, mich in meinem Haus in Theed zu besuchen,…was zweifellos aber auch daran liegen mag, dass ich selten in Theed weilte. Und wenn dem so war, dann nur recht kurz."
„Auf jeden Fall wissen nun auch die Sicherheitskräfte, dass ich ab morgen Nachmittag…"
Stille. Sie ließ den Satz unvollendet. Einen Moment lang blieben sie stehen und betrachteten den Palastplatz. Kaum jemand war hier unterwegs, es schien, als schliefe der Palast noch oder wieder. Aber dass dem so nicht war, war ihnen bewusst. Sie würden wahrscheinlich sofort in dem Moment entdeckt, in dem sie sich dazu entschließen würden, aufgrund der Leere des Platzes, sich einem Kuss hinzugeben.
Und wenn er sie nun einfach zu ihren Räumen begleitete? Wäre das zu auffällig? Oder einfach nur aufmerksam von ihm? Padme verwarf diesen Gedanken wieder. Darum konnte sie ihn nicht bitten.
„Was wirst du heute noch unternehmen?", erkundigte er sich neugierig, „Oder ist dein Terminkalender auch sehr strapaziert."
„Nun", sie lachte, „Es geht. Die meisten Leute, die sonst intensiv um Termine bitten, nutzen die Gunst der Stunde und haben sich einen Termin beim Kanzler besorgt, weißt du?"
Sie grinste ihn an, er musste leise lachen.
„Oh? Wirklich?"
„Allerdings. Also, ich habe heute nur noch drei Termine; einer davon ist ein Diner mit dem Obersten Minister Sio Bibble. Da bist du doch auch eingeladen, oder?"
„In der Tat", er lächelte, „Dann sehen wir uns heute Abend ja noch. Du, ich, Bibble…und dessen Frau."
Seine Frau ist bekannt dafür, der Ursprung der Herd der Gerüchteküche zu sein. Sie wird sehr aufmerksam sein und auf jeden noch so winzigen Hinweis einer nicht-professionellen Beziehung anspringen! Und wenn sie etwas ahnte, würde es bald die Runde machen. Wir müssen also unsere Anstrengungen diesbezüglich verdoppeln…
Es war an der Zeit für ihn, sich zu verabschieden, nachhause zu fahren und die ersten Termine abzuhandeln. Das Gleitertaxi wartete doch sicher schon auf ihn.
„Hast du eigentlich meine Privatnummer? Ich meine, die Nummer von meinem Haus in Theed?"
Als sie verneinte, drehte er sich um und bat seine Gardisten um einen Stift. Padme fragte sich, warum seine Gardisten einen Stift bei sich hatten, vermutete allerdings, dass er sie nicht das erste Mal danach fragte. Und in der Tat hatte einer von ihnen einen Stift, den er dem Kanzler auch bereitwillig lieh. Sogar ein Zettel hatte sie. Rasch schrieb er einige Zahlen nieder, gab dann den Stift zurück. Den Zettel offerierte er ihr.
„Meine Privatnummer. Ruf mich heute nach dem Diner an, ja?"
Sie nickte, lächelte und versteckte den Zettel in ihrem Kleid. Dann musste er sich von ihr verabschieden. Sie standen etwas abseits; zwischen der letzten Säulenreihe und dem Gebäude; etwas geschützter. Er gab seinen Gardisten ein Zeichen. Ein Kopfnicken, worauf sich diese umdrehten und nun von ihnen weg blickten, auf den Platz hinaus, die Lage sondierend.
„Was hast du vor?", fragte sie etwas verwundert. Sie befanden sich hier in der Öffentlichkeit. Er wollte sie doch nicht etwa doch…?
„Scht!", er legte seinen rechten Zeigefinger über seine Lippen, lächelte. Und dann küsste er sie. Nur kurz. Aber in aller Öffentlichkeit!
Und das gefällt ihr…
Padme hatte lange überlegt, was sie anziehen sollte. Dank ihrer eingeschränkten Auswahl aber, waren nicht besonders viele Möglichkeiten offen. Sie entschied sich für ein langes, schwarzes Kleid. Schulterfrei, aber nicht allzu offenherzig. Darüber eine Stola, es war kalt draußen. Dazu eine schöne, schlichte Kette. Die Haare zu einem einfachen Dutt hochgesteckt. Dezentes Make-up. Hohe Schuhe. Mit dem Ergebnis ihrer Bemühungen war sie mit einem erneuten Blick in den Ganzkörperspiegel zufrieden. Sie war spät dran. Mal wieder.
Ich muss wirklich noch etwas an meiner Pünktlichkeit arbeiten. Ich komme zwar nicht zu spät, aber auf den Punkt genau…
Ein Gleitertaxi würde sie zu Sio Bibbles Privatwohnung unweit des Palastes bringen. Dort würde sie dann auch wieder mit Palpatine zusammentreffen. Und wieder würden sie nur Senator und Kanzler sein, sich nicht duzen dürfen und auf angemessenen Abstand zu gehen hatten. Das störte sie eigentlich nicht weiter, da die Aussicht auf den morgigen Tag…und die nächsten Tage, alles in ein schönes, rosarotes Licht rückten. Sie war verliebt. Zweifellos. Und er war es auch. In diesem Zustand nahm man alles auf sich. Wirklich alles!
Sie verließ ihre Räume, verschloss sorgfältig die Tür und machte sich auf den Weg nach draußen. Den Korridor hinab, mit dem Repulsorlift in die große Eingangshalle hinunter, von dort über die große Treppe auf den Vorplatz, wo bereits ein Gleitertaxi für sie bereit stand. Die Sicherheitskräfte des Palastes sah sie selten, aber sie wusste aus Erfahrung, dass diese immer da waren, sich aber stets im Hintergrund hielten.
Die Luft war wieder sehr kühl, sie zitterte. Besonders, als das Fahrzeug sich in Bewegung setzte. Die Stola wärmte sie nur notdürftig und war eher Accessoire denn Kleidungsstück. Einige Minuten Fahrt vergingen, dann erreichte sie Sio Bibbles Haus. Ein Diener stand am Eingang, begrüßte sie und nahm ihre Stola entgegen. Dann wies er ihr den Weg in den nahen Salon und begleitete sie dorthin. Die beiden rot gewandeten Gardisten, die unweit des Salons warteten oder verharrten, zeigten ihr, dass Palpatine bereits anwesend war. Padme war bereits einige Male bei Minister Bibble zu Gast gewesen, kannte die großzügigen, luxuriösen Räumlichkeiten und auch seine Gattin Anée.
Die Schwätzerin…
Bibble war ebenso ein Kunstsammler wie Palpatine, und so überraschte es sie nicht im Mindesten, dass sich die Herren im Salon über seine Sammlung unterhielten, und Bibble es auch als nötig erachtet hatte, dem Kanzler seine neusten Schätze zu zeigen und zu beschreiben. Diese befanden sich schließlich großzügig im Salon selbst. Seine Frau hingegen wartete geduldig darauf, dass die beiden sich wieder zu ihr setzten.
Oder dass ich endlich eintreffe und sie mich auf den neusten Stand der Gerüchteküche bringen kann.
„Senatorin Amidala!", Anée hatte sie sofort entdeckt, war aufgesprungen und auf sie zugekommen, um sie freundlich zu begrüßen, „Ihr seht hinreißend aus, Milady."
„Vielen Dank, Madame Bibble."
Sie trat ein und nun kamen auch der Minister und Palpatine heran. Der Minister beugte sein Haupt, hieß sie herzlich willkommen. Palpatine tat es ihr gleich. Auf seinen Lippen lag ein natürliches, unverfälschtes, weiches Lächeln. Unverfänglich. Sie nahmen noch eine Weile in der Sitzecke auf den Sofas Platz. Ihnen wurde eine Erfrischung serviert. Padme entschied sich vorerst für Wasser.
Im beginnenden Gespräch kristallisierte sich rasch heraus, dass am heutigen Abend die Politik nur wenig Raum einnehmen würde. Der Kanzler aber hielt sich mit Gesprächsbeiträgen sehr zurück, zumal es wirklich leicht zu bemerken war, dass Anée Bibble auf Privates zielte. Und Palpatine war von je her ein Buch mit sieben Siegeln gewesen. Keine Affären, keine gescheiterten Ehen, keine illegitimen Kinder…nichts. Ein Grund mehr für Anée skeptisch zu sein. Niemand, ihrer Meinung nach, konnte so eine reine Weste haben wie der Kanzler, ergo musste es auf dieser Weste einen Fleck geben! Und den würde sie nur zu gerne finden. Aber der Kanzler wehrte die Fragen bestimmt, aber freundlich diplomatisch ab. Auch Padme entkam Anées Fragen nicht, die so ganz geschickt vorging, um nicht respektlos zu wirken. Sie hüllte sich nicht ganz so ins Schweigen wie Palpatine, verriet aber auch nur sehr wenig über sich selbst oder ihr Privatleben. Sie berichtete Anée aber bereitwillig von ihren ersten Schritten auf dem Senatsparkett und den Partys, Bällen und sonstigen Festivitäten, die sie bereits besucht hatte. Der Minister erkundigte sich nach dem Befinden einiger Bekannter von ihm und seiner Frau, gerade als ein anderer Diener das Auftragen des Diners bekannt gab.
So erhob man sich nun also, nahm sein jeweiliges Getränk mit sich und wechselte mit den anderen in das exklusive Esszimmer. Der lange ovale Esstisch war aus teurem, dunklem Holz gestaltet, das Geschirr aus antikem Porzellan, das Gesteck aus Silber.
Palpatine und Padme nahmen nebeneinander Platz, da das Ehepaar Bibble es vorzog, an einer Seite des Tisches Platz zu nehmen. Das Diner wurde aufgetragen und von zwei Dienern serviert. Drei Gänge.
Erneut fiel Padme auf, dass Palpatine recht wenig aß; ausreichend, aber auffallend wenig. Auch auf dem Flug hierher war ihr dies bei den gemeinsamen Mahlzeiten aufgefallen. Mit ihm darüber gesprochen hatte sie allerdings nicht und sie wusste auch nicht genau, ob es nicht anmaßend wäre, ihn darauf anzusprechen, oder ob es ihre Sorge um sein Wohlergehen zeigte.
Nach dem Essen wechselte man erneut in den Salon und unterhielt sich. Bibble erkundigte sich freundlich danach, ob sie bereits wisse, wie lange sie beide sprechen würden, wie lang ihre jeweilige Rede morgen auf der Eröffnung wäre, da er eine grobe Vorstellung vom zeitlichen Ablauf der Zeremonie bekäme.
„Ich bin mir nicht ganz sicher", gab Padme zu, „Vielleicht 10 Minuten?"
„Kanzler?", Bibble wandte sich nun an Palpatine.
„Etwa achteinhalb Minuten. Ich könnte aber auch eine 10 minütige Version anbieten."
Allgemeines Lachen. Für Anée ein kleiner Sieg. Soeben hatte sie erfahren, dass der Kanzler oft mehrere Versionen für eine Rede bereithielt. Angeblich schrieb er auch jede Rede selbst und beschäftigte nicht, wie sonst oft üblich Redenschreiber. Er lernte diese sogar auswendig und konnte improvisieren, eine beeindruckende Fähigkeit.
Gegen 2330 wollte sich Palpatine dann verabschieden. Sein Tag sei lang gewesen und der morgige Tag würde bereits sehr früh für ihn beginnen. Padme nahm sein Aufbrechen als Anlass auch den Abend für beendet zu erklären.
„Würdet Ihr mir erlauben, Euch zurück zum Palast zu bringen, Milady? So müsst ihr nicht mit einem Gleitertaxi vorlieb nehmen."
Er ist also mit seinem privaten Gleiter hier.
„Wenn es keinen Umweg für Euch bedeutet."
„Es liegt auf meinem Weg."
„Dann nehme ich Euer Angebot gerne an, Kanzler."
Die beiden ließen sich in die Eingangshalle begleiten, wo Padme ihre Stola ausgehändigt bekam und er seinen Mantel. Einer der Gardisten war bereits dabei den Gleiter vorzufliegen, der andere hielt sich dezent im Hintergrund. Der Kanzler verabschiedete sich freundlich von Anée mit einem Lächeln und einer leichten Verbeugung. Bibble wurde ein Kopfnicken zuteil. Ebenso verabschiedete sich Padme mit einem Kopfnicken. Dann verließen sie das Privathaus des Paares Bibble. Ganz gentlemen-like half er ihr in den Gleiter, der sich kurz darauf in Bewegung setzte.
Kaum waren sie fort, wandte sich Anée Bibble an ihren Mann.
„Ich versichere dir, Sio, zwischen den beiden läuft etwas!"
„Unsinn. Er ist 55, sie gerade 20. Die beiden kennen sich seit 7 Jahren."
„Dennoch…"
„Was macht dich so sicher, dass zwischen ihnen mehr besteht als eine lange Freundschaft?", fragte er fast schon desinteressiert. Manchmal brachte ihn die Tratschsucht seiner Frau an den Rand des Wahnsinns, aber um des häuslichen Friedens Willen, hörte er sich des Öfteren ihren Klatsch an.
„Weibliche Intuition."
Bibble schnaufte verächtlich. Ihre weibliche Intuition hatte ihn schon mehrmals fast sein Amt gekostet. Er beschloss, jeglichen Tratsch zu unterbinden, den Anée zweifellos schon morgen loswerden wollte.
„Wag es nicht, morgen…oder irgendwann sonst, derartiges verlauten zu lassen. Sollte ich dennoch solch lautende Gerüchte hören, die dann von dir und nur dir stammen können, meine liebe Frau, so werde ich daraus endgültig meine Konsequenzen ziehen!"
Und damit ließ er sie draußen in der Kälte stehen.
Eine Review wäre wirklich nett...
