Children Of Tomorrow
Kapitel 10: Besondere Kinder
The Center
Blue Cove, Delaware
Januar 2004
SL-9
Sim Lab 16
Die Littluns saßen auf dem Boden des Sim Labs und sahen sich einen Film über autistische Menschen an (ohne zu wissen, dass drei andere Kinder, die damals ein bisschen älter waren als sie, den Film ebenfalls schon gesehen haben). Aidan saß zwischen Alex und Damien. Alle drei Kinder hatten den Rücke steif aufgerichtete und sogen die Informationen mit ihren Augen und ihren Ohren förmlich auf, die der Film ihnen gab. Alex biss auf dem Fingerknöchel ihres linken Zeigefingers herum während sie einen Jungen beobachtete, der bunte Bonbons nach Farben sortierte und anfing unkontrolliert zu schreien, als jemand seine Ordnung durcheinander brachte.
„Mir ist noch nie aufgefallen, dass es solche Farben gibt", meinte das jüngste Mitglied des Schwarzen Akten überrascht.
„Na und?" Aidan zuckte mit den Schultern. „Es gibt ja auch Pflanzen und Tiere, die wir noch nie gesehen haben außer auf Bildern. Zum Beispiel das Zebra aus dem Buch letzte Woche."
„Und woher willst du dann wissen, dass es so ein Zebra wirklich gibt, wenn wir es nur im Buch gesehen haben und nicht in echt?", konterte seine Schwester. Natürlich war es logisch, dass es Zebras gab – genau so wie die anderen Dinge, die die Kinder noch nie wo anders als auf Bildern gesehen haben, und das wusste Alex genau und normalerweise spielte sie dieses Spiel mit ihrem ältesten Bruder auch nicht oft, oder ließ sich dann zumindest schnell überzeugen, aber heute war das aus irgendeinem Grund anders. „Vielleicht ist alles, was es von Zebras gibt, Bilder." Wenn sie genau darüber nachdachte, konnte sie sich zwar ziemlich viel theoretisch vorstellen, aber sie hatte das Gefühl, dass es bei solchen Dingen noch eine andere Ebene des Erlebens geben musste, auf die sie nicht gelangen konnte nur durch Vorstellungskraft.
„Weil Lyle das gesagt hat", erwiderte Aidan.
„Lyle lügt oft", sagte Alex schlicht. „Und das wissen wir doch genau. Seine Pupillen werden dann immer klein. Lyle lügt oft, nicht wahr, Damie?"
Damie nickte und wollte etwas sagen, aber dann fiel ihm etwas bei dem Film auf, den sie sich angesehen hatten: ein autistisches Kind, vielleicht vier Jahre alt, wurde von einer Frau auf den Arm genommen und auf die Stirn geküsst. Dann saß derselbe Junge mit der Frau und einem Mann auf einer Couch und begann schwerfällig zu reden und die beiden „Mommy" und „Dada" zu nennen.
Alex und Aidan hatte der Szene wegen ihrer Diskussion keine große Beachtung geschenkt (die Simulation war für die Verhältnisse der Drillinge recht einfach und keine große Schwierigkeit).
„Der Junge hat Eltern!", sagte Damien fasziniert. Vor einer ganzen Weile hatten die Kinder natürlich gelernt, dass rein bio-/logisch gesehen jeder Mensch und jedes Tier einen Vater und eine Mutter hatte. Aber bisher, bis zu diesem Augenblick, als Damien die Szene mit dem Jungen und seinen Eltern sah, wurde ihm bewusst, dass Kinder auch bei ihren Eltern sein konnten, sie auch „Mutter" und „Vater" nannte. Keines der Schwarzen Akten kannte „Eltern", aber bisher hatten sie Sam gehabt, der nett gewesen war und mit ihnen gespielt hatte. Sie hatten sich keine Gedanken gemacht und gedacht, dass es normal war, so zu sein, wie sie waren.
Damien erkannte, dass der Junge ein bisschen jünger war als er selbst; aber als er noch vier Jahre alt gewesen war – letzten Monat – hatte er seine Eltern nicht gehabt.
„Vielleicht- vielleicht muss man ja alt genug sein, damit man bei seinen Eltern sein kann", meinte Aidan langsam. „Man muss klug werden und alles lernen, damit man alles weiß um bei ihnen zu sein." Aber er glaubte selbst nicht an seine Erklärung; trotzdem wollte er seine beiden jüngeren Geschwister nicht aufregen.
„Red' keinen Mist, Aidan! Der Junge ist viel jünger als wir!", rief Alex.
Für einen Moment schwiegen die drei Kinder während der Film weiter lief; aber keiner sah mehr auf die Leinwand. Die Drillinge hatten den Blick gesenkt und sahen betreten auf den Boden.
„Fragen wir Sam", beschloss Aidan leise.
Alex und Damien nickten folgsam, doch Alex befürchtete, dass Sam gerade in Europa war und sie nicht so lange würde warten können. Die Frage brannte ihr auf einmal auf der Seele und sie musste sich zwingen, ruhig zu bleiben.
The Tower
Konferenzraum 3
Lyle nahm das Wasserglas auf dem langen, dunklen Holztisch, an dem vor fünf Minuten noch Raines und die Botschafter der Triumvirats gesessen hatten, in die Hand und hielt es vor sein Gesicht, als wolle er es betrachten. Er hielt es gegen das Fenster und die strahlende Januarsonne und beobachtete, wie die Welt durch das verzerrte Wasser. Sein Griff wurde festern und er machte auf dem Absatz scharf kehrt und warf das Glas gegen die Wand, so dass das Wasser schon spritzte, bevor das Glas mit der Wand kollidierte und in tausend Scherben zersprang. Die ganze Zeit über blieb seine Miene ausdruckslos, aber danach wirkte er leicht befriedigt.
Er würde Jarod alle Knochen brechen, er würde ihn zerschmettern! ER wollte ihm Schmerzen zufügen und ihn leiden lassen, genau so wie er es mit ihm getan hatte! Er würde ihm alles nehmen, alles!
Sogar der Pretender schien Lyles Zwillingsschwester zu bevorzugen! IHR schickte er Hinweise, von denen Lyle immer erst zu spät erfuhr. Es war ein Wettkampf, und dank Jarod und Parker würde er ihn verlieren. Raines – sein Vater – hatte es deutlich werden lassen, dass er nur Sieger wollte, keine Verlierer. Genau so, wie das Triumvirat. „Warum sind sie hier, Mr. Lyle, und gehen nicht Jarods Spur in Russland nach?", konnte er die schleimige Stimme des Triumviratsabgesandten noch in seinen Ohren hören.
Er würde Jarod schon noch vor ihr erwischen! Und dann würden der Pretender und seine Schwester dafür büßen, dass sie schon sein ganzes Leben lang alles getan hatten, damit es ihm miserabel ging!
Mit diesem Entschluss stürmte er aus dem Konferenzraum.
SL 9
Sim Lab 16
Aidan, Damien und Alex hatten gerade ihre Simulation beendet und Cox schien zufrieden gewesen zu sein, denn er hatte sie nicht mehr angefahren als sonst, vielleicht sogar ein bisschen weniger. Beruhigt dachten die drei, für heute fertig zu sein, aber gerade als Cox gegangen war, um den Bericht der Simulation abzugeben und Willie bescheid zu sagen, dass er die Drillinge zurück auf ihr Zimmer bringen konnte, öffnete sich die Tür erneut und Lyle erschien.
Die drei Kinder waren augenblicklich in Abwehrstellung, denn sie wussten, dass mit Lyle nicht zu spaßen war.
„Seid ihr fertig?", wollte Lyle in gereiztem Tonfall wissen.
„Ja, Sir", antworteten die Drillinge simultan. Aidan und Damien sahen auf den Boden, aber Alex' Blick hob sich langsam und sie sah Lyle in die Augen Er erwiderte ihren Blick arrogant und feindselig, aber das kleine Mädchen hatte schon zum Sprechen angesetzt.
Ihre Stimme klang schüchtern und war kaum mehr als ein Flüstern als sie fragte: „Mr. Lyle, wo sind unsere Eltern?"
Aidan und Damien sahen erschrocken auf und glaubte, sich verhört zu haben. Einen Moment war es totenstill. Aber Mr. Lyle war nicht von der Frage überrascht sondern sammelte lediglich seine Wut, um sie auf die drei Fünfjährigen vor ihm schleudern zu können.
Die Drillinge sahen ihn mit gemischten Gefühlen an. Parker… Jarod… Lyle spürte den Drang, ihnen wehtun zu wollen und dabei war es ihm egal, wem genau er wehtun würde. Aber irgendjemand würde leiden müssen!
Er packte das kleine Mädchen vor ihm grob an den Oberarmen und schüttelte es. „Ihr habt keine Eltern, verstanden?" Alex' Kopf wurde hin und her geschleudert und sie konnte nichts tun außer aufzuschreien. Aber das machte Lyle nur noch wütender. „Hör auf damit!"
„Mr. Lyle, bitte nicht!" Aidan wollte seiner Schwester helfen und griff nach Lyles Hand, die Alex dünnen Arm umklammert hielt.
Lyle jedoch holte mit der Hand aus und schlug Aidan mitten ins Gesicht, worauf der Junge zu Boden geschleudert wurde wie eine Puppe. Auch Alex wurde hart zu Boden geworfen und landete auf der Schulter. Lyle trat nach den beiden Kindern am Boden traf beide an den Rippen. Damien hielt sich ebenfalls die Seite wie seine Geschwister, obwohl kein Schlag ihn getroffen hatte. Lyle packte den Mittleren an den Haaren und drückte seinen Kopf zurück. Damien riss seine Augen weit auf und sah direkt in Lyles Gesicht.
Der Mann sah die Angst in den Augen des Jungen und den Schmerz und es tat gut. Mit einem Schlag lag auch Damien auf Boden mit einer blutenden Nase. Auch Aidan und Alex lief ein Blutstrom aus den Nasenlöchern.
Lyle fühlte sich zusehends besser und auch seine Wut auf Jarod und Parker verflog, als er auf die drei Kinder losging. Er griff nach Alex, die zwischen ihren Brüdern am Boden kauerte und presste ihren Kiefer zwischen seinem verbliebenen Daumen und Zeigefinger zusammen. „Ihr gehört dem Center, verstanden? Das war immer so, das ist so, und das wird auch immer so bleiben! Also hört auf Fragen zu stellen und kooperiert lieber, oder ich muss etwas tun, was ihr hinterher bereuen werdet." Ohne auf eine Antwort zu warten warf er Alex wieder auf den Boden. Aidan beeilte sich und legte seinen Arm um seine kleine Schwester, um zu verhindern, dass Lyle sie wieder einfach so packen konnte.
Lyle machte auf dem Absatz kehrt gerade als Cox zur Tür hereinkam. Es schien den anderen Mann nicht zu überraschen, dass die Drillinge mit Schmerz verzerrten Gesichtern am Boden lagen und Lyles Mund zufrieden zuckte.
„Fotografieren, Cox!", befahl Lyle bevor der den Raum verließ.
Alle drei hatten blaue Flecken auf Brustkorb, Bauch und Rücken; Aidan hatte außerdem eine Beule an der Seite, Alex' zwei blaue Ringe um die Oberarme, wo Lyle sie gepackt hatte und eine leichte Gehirnerschütterung. Damiens Nase sah am schlimmsten auf, war aber nicht gebrochen. Cox fotografierte gewissenhaft die Verletzungen der drei, bevor er sie zu den anderen zurück schickte.
SL 18
Zimmer der Schwarzen Akten
Victor lief beunruhigt im Zimmer auf und ab. Maddie und Mason hatten auf einmal blaue Flecken auf dem Oberkörper und Kopfschmerzen gehabt und lagen nun auf ihrem Bett während Jenna daneben saß und den beiden Jüngeren beunruhigt über den Kopf streichelte. Nur Liam, Nicholas und Tabitha waren außer ihnen im Zimmer, weder Logan und Laney, noch Caden und Nathalie oder der Rest der Littluns war da. Aber wegen den Verletzungen der beiden jüngsten Zwillinge machte Victor sich Sorgen.
Schließlich kamen Aidan, Damien und Alex ziemlich angeschlagen ins Zimmer und setzten sich wortlos auf ihr Bett neben dem ihres Cousins und ihrer Cousine. Auch Mason und Maddie setzten sich wieder auf.
„Lyle?", fragte Victor.
„Es war meine Schuld", murmelte Alex, „ich hab ihn wütend gemacht, weil ich nach unseren Eltern gefragt hab."
„Es war nicht deine Schuld, Maus", meinte Aidan und legte den Arm um seine Schwester. „Er war schon vorher wütend, du warst nur die erste Gelegenheit, seinen Ärger an jemandem raus zu lassen."
„Wie – Eltern?" Victor setzte sich zu den Drillingen aufs Bett. Und auch Mason, Maddie und Jenna, die auf dem Bett der jüngeren Zwillinge saßen, horchten auf.
„Na, unsere Eltern. Wir müssen doch auch welche haben. Das ist doch logisch!" Alex seufzte. „Oh Mann, Victor, dafür, dass du ein Genie bist, verstehst du manchmal die einfachsten Dinge nicht!"
Victor schien in diesem Moment ein Licht aufzugehen, genau wie Jenna, Liam, Nicholas, Tabitha, Mason und Michelle. Aber keiner von ihnen sagte etwas.
„Jedes Säugetier braucht Erbmaterial von zwei anderen Artgenossen um zu entstehen", sagte Tabitha, „auch wir!" Der Satz klang in ihren Ohren wie Musik; ein Außerstehender verstand das nicht, aber für diese Kinder bedeutete das: „Wir haben auch eine Mommy und einen Daddy!"
„Ja, und?", fragte Liam patzig. „Dann haben wir eben Eltern, was ändert das?"
„Eltern kümmern sich um ihre Kinder, das haben wir heute bei der Simulation gesehen", erklärte Damien. „Sie… sie wollen sie immer bei sich haben, egal was sie tun und egal was kommt; sie wollen, dass ihre Kinder glücklich sind und alles haben, was sie brauchen und immer in Sicherheit sind; und wenn Gefahr kommt, dann würden sie alles für sie tun um sie zu beschützen, damit sie nicht verletzt werden. Es ist- Genau das fühle ich auch bei Aidan und Alex, und Mason und Maddie und euch anderen."
„Aber dass ein Erwachsener so fühlen kann?" Jenna runzelte die Stirn. „Dass es einen Erwachsenen gibt, der uns genau so beschützen und mit uns zusammen sein will, wie wir untereinander?"
„Sam", sagten Liam sofort wie aus der Pistole geschossen. „Sam fühlt so! Und Amy auch!"
„Ja, aber Sam ist nicht unser Vater", erwiderte sein Bruder altklug. „Wir haben nicht die gleichen Gene."
„Aber er fühlt trotzdem so für uns!", beharrte Liam.
„Na schön, aber was macht das für einen Unterschied?", unterbrach Victor sie Diskussion. „Wir haben Eltern, aber die fühlen anscheinend nicht so für uns, Sie sind nicht hier, um uns zu beschützen, oder? Also ist es sinnlos, darüber nachzudenken. Versteht ihr? Sam kann uns auch nicht beschützen, wenn er nicht da ist, oder wenn das Triumvirat oder Raines es ihm verbieten. Also denken wir nicht mehr daran. Wir haben doch uns – und ich werd' euch beschützen!"
„Nein, du entscheidest immer nur, was wir tun, Victor, und glaubst, du hast recht. Das ist ein himmelweiter Unterschied!", beklagte sich Alex und zog eine Schnute. Die Bilder – die Sehnsucht nach dem, was sie heute gespürt hatte, als sie simuliert hatte, der kleine autistische Junge zu sein – ließ sie nicht mehr los, und sie wusste, dass es ihren Brüdern genau so ging, als diese je einen Arm um ihre Schwester legten.
„Seht euch doch mal an! Lyle ist auf euch losgegangen und er wird er wieder tun, wenn ihr weiterhin solche Fragen stellt, also lasst es." Victor klang besorgt. „Es ist zu eurem eigenen Besten."
„Vielleicht", erwiderte Aidan ruhig, „ist die Zeit einfach noch nicht so weit. Aber eines Tages, Victor."
Obwohl Aidan fast der Jüngste war, war er genau so vernünftig wie Victor und hatte einen ausgeprägten Instinkt wenn es darum ging, seine Familie zu beschützen – und die Schwarzen Akten waren seine Familie. Und mitunter waren er und Jenna die einzigen beiden, die Victor beeinflussen und ihn umstimmen konnten.
„Ja, eines Tages", sagte Victor langsam, „aber bis dahin müssen wir eben warten."
Alex legte ihren Kopf auf Aidan Schoß und Damien kroch auf die andere Seite seines Bruders, um seinen Kopf auf dessen Schulter zu legen. Mit einer Hand hielt der älteste Drilling nun seine Schwester fest, den anderen Arm hatte er um seinen Bruder gelegt. Auch Mason und Maddie, die bisher geschwiegen hatte, kuschelten sich wieder aneinander. Man konnte den Littluns ansehen, dass sie alle fünf erschöpft waren. Für Mason und Maddie war es unheimlich gewesen, Schmerzen zu spüren, ohne den Grund zu kennen und nur ahnen zu können, dass es ihren Cousins und ihrer Cousine schlecht ging, aber sie nicht wussten, was genau passierte.
Alex wollte nicht weinen, aber als sie wieder an den wütenden Lyle dachte und daran, wie hilflos sie alle drei gewesen waren, liefen ihr stumm ein paar Tränen die Wangen hinunter, genau so wie ihren Brüdern.
SL 5
Technik Raum
Der Lärm der Computer im Technik-Raum, die rauen Stimmen der Angestellten und die Fachbegriffe über Computer die hier fielen vermittelten Caden und Nathalie eine feierliche Atmosphäre. Die beiden Sechsjährigen waren wohl die einzigen, die hier so empfanden und sich sicher fühlten, aber das störte sie nicht. Die Zwillinge kauerten unter einem leeren Tisch in der Hecke, von dem die Kabel kaputter Geräte hinunter hingen, die auf dem Tisch standen, und so den beiden eine Art Schutzvorhang boten. Seit zwei Jahren kamen sie regelmäßig in den Technik-Raum und in dieses Versteck und noch keiner hatte sie bemerkt, auch wenn Victor es immer befürchtete und ihnen schreckliche Vorhaltungen gemacht hatte, als er vor einem Jahr erfahren hatte, wo die beiden sich immer herumtrieben.
„Hey, Chris, hast du schon von dem neuen Wettersatelliten gehört? Den haben sie nach der Frau des Präsidenten benannt!" – „Wie geht's deiner Frau?" – „Mensch, am Wochenende soll am Lake Green perfektes Angelwetter sein!"
Die Geschwister kauerten dicht aneinander und hörten den Erwachsenen zu, die sich auch übers Wetter, Fernsehserien und alltägliche Dinge unterhielten. Das gefiel den beiden am meisten: Menschen zuzuhören, die über eine andere Welt sprachen – die Welt da draußen. Und keiner hackte hier auf ihnen herum, hier waren sie unsichtbar.
Einer der Techniker kam zu dem Tisch herüber. Die Zwillinge konnten nur seine grünen Hosenbeine sehen, aber sie wussten, dass er etwas auf dem Tisch abgestellt hatte, als ein abgenagtes neues Kabel vor ihren Gesichtern auf den Boden hing nachdem der Mann wieder gegangen war. Die Gummiummantelung des Kabels war am Ende abgezogen worden und darunter waren Drähte zum Vorschein gekommen.
Interessiert griff Caden nach den Drähten des Kabels und umschloss sie mit seiner Faust. Aber in Sekundenschnelle ließ er wieder los und schrie laut auf als ein knisternder Elektrofunke über seiner Hand erschien. Nathalie erschrak und bevor sie klar denken konnte, riss sie aus Versehen an en paar der anderen Kabeln bei dem Versuch, ihrem Bruder zur Hilfe zu eilen, und ein alter Anrufbeantworten und zwei kaputte Modems fielen mit einem Mark erschütternden Geräusch auf den Boden.
Der Aufprall der Elektrogeräte und Cadens Aufschrei hatte inzwischen die ganze Aufmerksamkeit der Anwesenden im Technik-Raum auf die Zwillinge gelenkt… Sie waren entdeckt worden!
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Das Triumvirat will Caden und Nathalie sehen; währenddessen sehen Logan und Laney eine alte Center-DSA.
P.S.: Was muss man hier eigentlich machen, um mal ein bisschen Feedback zu bekommen? Jemanden umbringen?
