Mir gehört nichts von alledem und ich verdiene kein Geld damit.

Dies sind alles Aussagen und Gedanken der handelnden Personen und nicht meine persönliche Meinung.

Ich habe aufgrund dieses Kapitels beschlossen, das Rating hochzusetzten. Nur zur Sicherheit.

Für C.

9. Kapitel

Nächtlicher Besucher

All work and no play makes Jack a dull boy.

Sprichwort

James wachte mitten in der Nacht auf, ohne den blassesten Schimmer, warum er aufgewacht war. Er blinzelte ein, zwei Mal und richtete sich auf. Um ihn herrschte Dunkelheit, bis auf einen Streifen Mondlicht, der durch einen Spalt im Vorhang auf seine Decke fiel. Ein leiser Wind spielte mit den Vorhängen. Hatte jemand das Fenster offen gelassen? James wollte sich wieder hinlegen, wollte weiterschlafen, aber –

Etwas huschte durchs Mondlicht, nur kurz, zu kurz um es zu sehen.

„Sirius?", fragte er die Nacht. Er erhielt keine Antwort.

Mit zwei Fingern schob er den Vorhang auseinander und warf einen vorsichtigen Blick in ihr Zimmer. Der Mond war fast voll, groß und rund schien er durch das offene Fenster ins Zimmer und tauchte alles in ein gespenstisch-silbernes Licht. Kleine Staubkörnchen tanzten in seinem Schein. Vor dem Kamin stand Remus' Sessel, eine Hand hing über die Armlehne, Remus' kleine, verletzliche Hand und etwas war falsch.

Gegen alle gute Vernunft stand er auf, stand so leise auf wie er konnte und tappte durch das silberne Licht zum Sessel. Etwas war falsch und er musste wissen was. Er musste, es war das einzige, das noch von Bedeutung war. Ein seltsam modriger Geruch lag im Zimmer. Wieder fuhr der Wind durch den Raum, stärker diesmal, und James fröstelte. Sein Herz pochte ihm zum Hals und sein Atem kam in Stößen. Er wusste nicht was ihm Angst machte, aber es war da, war so nah ...

Auf dem Sesselpolster war ein langer, schmutziger Streifen, von der Armlehne bis hinunter zum Boden, ein rot-brauner Streifen. James ging um den Sessel herum und blieb stehen, wie vom Blitz getroffen.

In diesem kurzen Moment vergaß James alles was er wusste. Er vergaß wer er war oder woher er kam, was er hier machte, er vergaß sogar zu atmen und starte nur noch in stummen Grauen auf die zusammengesunkene Gestalt vor ihm im Sessel.

Remus schlief nicht. Seine Augen stierten gläsern aus seinem schneeweißen Gesicht, sein Mund vor Verblüffung geöffnet. Der Pyjama des Kleineren glänzte silbrieg im Mondlicht, glänzte, war durchtränkt, durchtränkt mit –

Blut.

James würgte. Irgendwer – Irgendetwas hatte die Brust des anderen aufgeschlitzt, vom Brustbein bis hinunter zum Nabel, und das Blut sickerte langsam aus drei langen, feinen Schnitten in den Teppich. James starrte seinen toten Freund an, ohne zu verstehen, was er sah, und Remus starrte zurück, starrte mit diesen toten gläsernen Augen. James wusste, auch Malcom war tot. Tot.

Und in diesem Moment bewegte er sich.

Langsam, wie in Zeitlupe, hob die Leiche einen Finger, einen kalkweißen Finger an der Hand die so schlaff über die Sessellehne baumelt, und formte ein – nein zwei – Worte mit den Lippen. Zwei Worte. Am Fenster.

James fuhr herum.

Vor dem Glas zeichnete sich im Schein des Mondes ein hagerer Schemen ab. Die Gestalt wirkte deformiert, nicht menschlich. Hals und Arme schienen zu lang und der Brustkorb war seltsam schief. Schwarz-graue Schwaden ringelten sich von dem Punkt, wo seine Füße sein sollten, aber sie waren nicht da, da war, da war … er konnte es nicht sehen, die Gestalt verschwamm, verschwamm immer wieder bis –

„Sirius!", hauchte James, aber erkannte sofort seinen Fehler. Das war nicht Sirius. Niemals. Nicht dieses grauenhaft Wesen, das sich vor ihm erhob, mit den schmale Lippen und den schwarzen Zähnen, mit dem verschlissenen Umhang, wie er seit Jahrhunderten nicht mehr getragen wurde, mit der aschgrauen Haut und den tiefliegenden Augen. Wie dunkle Sterne glänzten sie im Mondlicht, wie schwarze Löcher, die drohten alles zu verschlingen, das ihnen zu nahe kam. Niemals war es Sirius und gleichzeitig war er es doch. Er war es.

Seine Hände hingen locker neben dem Körper, bis zum Ellenbogen dunkel vom Blut, das an seinen Händen hinab lief und stetig von den Fingern in den Teppich tropfte. Er legte den Kopf etwas schief, als wolle er James genauer beobachten und lächelte ein diabolisches Lächeln. Da wo Sirius' weißen, ebenmäßigen Zahnreihen hätten sein sollen sprossen schwarze, spitz zulaufende Fänge aus dem dunklen Zahnfleisch. Die Haare des Wesens wehten sacht im Wind. James Atem gefror in der plötzlich kalten Luft und von irgendwo her drang sehr leise ein schauerliches Kreischen und Klappern an sein Ohr, wie von eine rostige Tür oder einem schlagenden Fenster und jagte James Schauer über den Rücken.

Die Gestalt kam auf ihn zu, mit ausgebreiteten Armen jetzt, als wolle sie ihn umarmen, kam so schnell das James nicht zur Seite treten konnte, nicht fliehen konnte. Kein Entrinnen.

Aber es war Sirius dessen Hände das Messer hielten, seine Hände, wie Krallen, mit langen, schwarzen Fingernägeln, seine Hände, die James das lange, steinerne Messer in die Brust trieben und sein Blut über die leuchtenden Runen am Griff ergossen …

Und James schrie.

xXx

Sehr kurz diesmal. Passiert mir eigentlich nicht so häufig, ich versprech's!

Das ist nicht das Ende ...