Kazui und Ichika kamen aus ihrem Versteck hervor und lächelten. Keigo wusste nicht ob er wütend oder besorgt sein sollte. Es gab einfach zu viele Gedanken die er jetzt hatte. Am liebsten hätte er die beiden sofort angeschrien das sie verschwinden sollten, bevor sie jemand sehen könne, was ja eh Unsinn war, schließlich waren sie ja unsichtbar. Der Wärter direkt neben den beiden wich erschrocken und ängstlich einige Schritte davon.
Die inzwischen 33 Millionen Fernsehzuschauer starrten gebannt auf Ihre Fernseher. Immer mehr Menschen eilten zu den Apparaten oder schalteten um. In einigen Bereichen, kam alles zum Stillstand, weil alle Menschen sehen wollten was los war.
Keigo verschränkte wütend seine Arme und sah die beiden Kinder an. Er fragte sich warum sie ausgerechnet jetzt hier auftauchen mussten.
„Was macht ihr hier?" fragte Keigo.
„Geht es dir gut?" fragte Kazui zurück.
„Warum wollt ihr das wissen? Hat dein Vater dich geschickt um sicherzugehen das ich schon tot bin?"
„HEY!" brüllte Ichigo als er das hörte. Orihime musste ihn festhalten.
„Nein, deswegen sind wir nicht hier!" erklärte Kazui und hielt den Helm den er geklaut hatte fest in beiden Händen. „Wir wollen dir nur helfen?"
„Mir helfen?! Pah... Nichts für ungut ihr beiden, aber ihr hättet zwei Monate früher kommen sollen wenn ihr mir wirklich helfen wollen wolltet. Und was ist das für ein Ding das du da in der Hand hältst?"
Vor den Fernsehgeräten, sowohl in der Welt der Lebenden als auch in der Soul Society, konnten die Zuschauer natürlich nur sehen, was Keigo tat und sagte. Deshalb wurden alles von der Moderatorin Makoto Hirabata kommentiert.
„...er scheint mit jemandem zu reden! Das ist sicher. Er nannte zwei Namen: Kazui und Ichika! Es könnte sich um Kazui Kurosaki handeln, den Sohn Ichigo Kurosakis..."
„Onkel Keigo, wir müssen dir was sagen!"
„Was denn, das ihr mir auch die Schuld für Yuzus Tod gibt. Ich hätte dieses Zeug weg kippen sollen als ich noch bei Sinnen war."
„Tante Yuzu geht es übrigens gut! Sie ist froh bei uns zu sein." erklärte Kazui lächelnd.
„Dachte ich mir das die froh ist. Sie wollte schon von meiner Terrasse springen um sich umzubringen..."
„...Asano spricht gerade über Yuzu Kurosaki. Sie scheint wohl in diese Shinigami Welt gegangen zu sein. Von einem Sprung von der Terrasse wussten wir noch nichts..."
„Jetzt kann die mit diesem Yamada ein neues Leben nach dem Tod beginnen. So wie die auf meiner Couch rumgemacht haben, würde mich das nicht wundern..."
„Was haben du und Yamada auf Keigos Couch gemacht?" fragte Ichigo geschockt und sah die ebenfalls überraschte Yuzu mit großen Augen an.
Yuzu erinnerte sich nicht daran und war ebenso überrascht. „Ich... ehm... was erzählt der da..."
„...doch doch... schaut mich nicht so an." sagte Keigo im Fernseher weiter. „Deine Tante und der Typ von der 4. Kompanie haben einige Zärtlichkeiten ausgetauscht während ich nicht da war..."
„DU HAST WAS GEMACHT?" brüllte Ichigo jetzt lauter.
„DAS IST NICHT WAHR!" flehte Yuzu. „Das glaube ich zumindest!"
„SSSCCHHHHH... SEID RUHIG... Seht nur..." zischte Isshin und wies auf den Bildschirm auf dem Keigo von seinem Stuhl aufstand und wütend auf und ab ging.
„Das dein Vater so weit geht hätte ich nicht gedacht! Schickt seinen Sohn vor, nur damit er mir nicht unter die Augen treten muss. Wirklich... dein Vater könnte wenigstens jetzt endlich mal endlich sagen was Sache ist. Aber so war es doch immer mit ihm."
„Was soll das heißen?" fragte Ichigo.
„Was das heißen soll fragst du,..." sagte Keigo und drehte sich mit dem Rücken zur Kamera. „Dein Vater hat mich immer beiseite geschoben. Ich habe mir Sorgen gemacht, er könnte getötet werden oder sonst was und ich musste so tun als ob nichts wäre. Sogar nachdem Vorfall mit diesem Aizen oder wie auch immer der Kerl hieß der die halbe Stadt in Schutt und Asche gelegt hat... weißt du was dein Vater zu mir gesagt hat: Ich solle die Sache schlucken und vergessen! ICH HABE MIT ANSEHEN MÜSSEN WIE MENSCHEN ZU STAUB ZERFALLEN UND SOLL ES VERGESSEN!"
„ICH WOLLTE DICH NICHT IN DIE SACHE HINEINZIEHEN DU IDIOT!" schrie Ichigo.
„Ich musste diese brutalen Typen bei mir Wohnen lassen, wurde in dieses blöde Raizer-Team hineingezogen und gegen diese Monster antreten, gegen die du und dein Vater kämpft und wurde beinahe von diesem Kerl den dein Vater besiegt hat getötet. Ich konnte mich mit Müh und Not auf den Beinen halten während um mich herum alle zu Boden gedrückt und fast umgekommen sind. Und nach all dem sagt er mir ich solle es schlucken. Das dein Vater ein Shinigami ist habe auch nur über Umwege erfahren..."
„...wir wissen nicht ob er wirklich mit zwei Shinigami redet, oder ob er uns nur etwas vorspielt. Er ist ja schließlich Schauspieler. Aber er weiß nicht das unsere Kameras laufen und hat keinen Grund uns etwas vorzumachen... aghhh... der Stuhl hat sich bewegt..."
Kazui rückte einen Stuhl heran und setzte sich gegenüber Keigo. Der sich bewegende Stuhl sorgte mal eben für zwei Millionen weitere Zuschauer...
„...meine Damen und Herren. Ich will sie darauf hinweisen das das was sie sehen Live ist. Wir haben nichts vorbereitet und das sind keine Spezialeffekte. Was sie sehen ist echt!" langsam war in der Stimme der Moderatorin die Angst zu hören...
„Wieso bist du nicht mehr zu Besuch gekommen?"
„Weil ich keine Lust mehr hatte jedes mal wenn ich bei euch zu Besuch war von deinem Vater oder von Tatsuki eine geknallt zu bekommen... Meine Mutter hatte recht!"
Tatsuki war drauf und dran wieder den Fernseher zu attackieren. Doch diesmal hielten Mizuiro, Chad und Orihime sie fest als sie am ausrasten war.
„Meine Eltern und ich haben uns ständig gestritten. Sie wollten das ich mich von deinem Vater und besonders von Tatsuki fernhalte. Sie seien gewalttätig und ein schlechter Einfluss haben sie gesagt. Pah... Meine Schwester war viel gewalttätiger und die haben angeblich nie was mitbekommen. Dein Vater war ein notorischer Einzelgänger. Aber er war nicht gewalttätig! Ich sah das. Ich sah wie dein Vater wirklich war. Deshalb habe ich auch zu ihm gehalten. Als ich das mit der Shinigami-Sache erfahren habe wäre ich im ersten Moment ehrlich gesagt vor Angst weggerannt. Aber selbst da habe ich zu ihm gehalten..."
„Hey, das Stimmt!" erkannte Ichigo. Es stimmte, nicht jeder hätte das so einfach akzeptiert.
„...ich habe es aufgegeben deinem Vater wie ein Hund immer hinterher zu laufen. Ich habe gemerkt, wenn er seinen merkwürdigen kleinen Club haben will, dann lasse ich ihn. Ich war nicht einmal zur Hochzeit deiner Eltern eingeladen, wieso sollte ich da weiter hinterherlaufen..."
„Hä?! Du warst doch eingeladen!" schimpfte Ichigo und drehte sich fragend zu Orihime um. „Wir haben ihn doch eingeladen?"
„Ja! Natürlich!" Orihime war sich ziemlich sicher, sie stand auf und eilte zu einer der Kisten. Das Hochzeitsalbum war eine der wenigen Dinge die sie gerettet hatte. Während sie nach der Gästeliste suchte starrten alle anderen weiter in den Fernseher.
„...ich will deinen Vater, deine Mutter, Tatsuki oder sonst wenn nicht schlecht reden. Das dein Vater so einen schlechten Ruf hatte war ja nicht sein vergehen. Er musste sich ja gegen Typen verteidigen die wirklich schlecht waren. Und Tatsuki... hmm... sie hat nur andere Beschützt. Ich war der Klassenclown. Ich bin allen auf die nerven gegangen..."
„Oh, das stimmt!" meinte Ichigo.
„Also ich finde du nervst nicht!" sagte Kazui. „Ich finde dich lustig!"
„Danke, das ist lieb von dir!" sagte Keigo zu dem Stuhl.
„...wir wissen nicht worüber sie sich unterhalten aber wie es scheint können wir davon ausgehen das die Gerüchte die wir gehört haben stimmen und Keigo Asano und Ichigo Kurosaki wirklich keine Freunde waren..." drang die Stimme der Moderatorin aus dem Hintergrund.
„Was soll das?" fragte Ichigo der langsam das Gefühl hatte mehr und mehr verleumdet zu werden.
„...Ich bin ihnen nicht böse. Ich bin es nur auf mich selbst. Weil ich mich nie gewehrt habe..." murmelte Keigo dem langsam aber sicher die tränen kamen. „Ichigo, Tatsuki, meine Schwester... jeder Schmerz den mir diese Leute zugefügt haben... Ich hatte nie jemanden den ich mich anvertrauen konnte. Mizuiro schien in Ichigos komische Geheimniskrämerei eingeweiht zu sein, so hatte ich jedenfalls das Gefühl, weil er nichts von dem was ich erzählte ernst genommen hat..."
„Es klang aber auch wirklich zu unglaublich um wahr zu sein!" erklärte Mizuiro kopfschüttelnd und sah die anderen an. „Damals wusste ich doch nicht das er..."
Mizuiro wurde unterbrochen als sich im Fernseher eine Tür öffnete und Makoto in den Raum eintrat. Sie wollte gerade fragen was vor sich ging als sie erschrocken innehielt und es ihr eiskalt den Rücken hinunter lief.
„DAS IST DIE FRAU DIE UNS IM FERNSEHEN VERRATEN HAT?" schrie Kazui erschrocken und zeigte auf Makoto der es eiskalt den Rücken runter lief.
„Aww... Was geht hier vor?" fragte diese verängstigt als sie dieses eigenartige Gefühl überkam.
„MAKOTO, RAUS! Die Kinder sind ziemlich wütend auf dich."
In diesem Moment öffnete sich die andere Tür wie von Geisterhand. Kaneda war eingetroffen.
„Oh, Keigo! Ich habe versucht die beiden aufzuhalten." jammerte Kaneda und eilte zu ihnen zu.
„KANEDA, SCHAFF DIE BEIDEN HIER RAUS! KAZUI SIEHT SO AUS ALS WOLLE ER MAKOTO GLEICH IN STÜCKE SCHNEIDEN!" schrie Keigo worauhin Makoto vor Angst anfing zu schreien.
„WAS? ABER... Was habe ich ihm den getan?"
„DAS FRAGST DU NOCH?!" brüllte Keigo. „DU HAST IM FERNSEHEN ÜBER SIE BERICHTET!"
„ICH HABE NUR VERÖFFENTLICHT WAS IN DEM PAKET WAR." brüllte diese zurück bevor sie sich wieder fing. „Asano, tut uns leid wenn wir dich unterbrechen. Aber würdest du den Zuschauern bitte erklären was hier gerade vor sich geht?"
Keigo wurde kreidebleich im Gesicht und sah nun direkt in eine der Kameras. Geschockt und wütend richtete sich sein Blick direkt in die Linse und erst jetzt sah er das die kleine rote Lampe brannte. Er war auf Sendung.
„Jetzt... jetzt sag nicht das das Ding die ganze Zeit an war?!"
„Doch! Wir sind Live auf Sendung!" jammerte Makoto leicht verängstigt.
„So so... Wir sind also Live auf Sendung?" stammelte Keigo und ging einen Schritt näher auf die Kamera zu. „Die Leute wollen also wirklich wissen wie ich durchdrehe. Wollt ihr das wirklich sehen? WOLLT IHR..."
Mit diesen Worten ging Keigo auf Kaneda zu, entriss diesem wieder sein Zanpakutou und ging auf die Kamera los...
„HEY, MEIN ZANPAKUTOU!" schrie Kaneda erschrocken, konnte aber nicht verhindern wie Keigo die Kamera zertrümmerte...
Als das Signal der Kamera verloren ging schaltete die Regie automatisch auf die andere Kamera über die der Zuschauer sehen konnte wie Keigo mit einem Unsichtbaren Gegenstand auf die am Boden liegende Fernsehkamera einschlug und diese in kleine Stücke zerhackte.
„SCHNITT AUF WERBUNG! SCHNITT AUF WERBUNG!..." schrie Makoto, doch die Regie in der Sendezentrale hielt weiter drauf. Die Zuschauerzahl stieg auf über 40 Millionen. „KEIGO BITTE, LASS DAS! DAS IST EIGENTUM DER TOKIO-BROADCASTING-ORGANISATION!"
„Gib mir mein Zanpakutou wieder!" flehte Kaneda und versuchte Keigo zu beruhigen und ihm die Waffe abzunehmen.
„Kaneda, las mich los! Du kriegst dein Zanpaktuo gleich wieder..." schrie er während der Zuschauer sehen konnte das Keigo sich gegen etwas oder jemanden wehrte während er weiter auf die Kamera eindreschte. Keigo entriss sich Kanedas Griff, stieß diesen zu Boden und hielt ihm das Zanpakutou an die Brust. „Das du mir so in den Rücken fällst hätte ich nicht gedacht!"
„WER IST KANEDA? Und was ist ein Zan-pa-was-auch..." fragte Makoto erschrocken. „Wie viele Shinigami sind hier eigentlich?"
„Wenn du es genau wissen willst... Da hätten wir Kazui Kurosaki, Ichika Abarai... und der Tpy hier ist Kaneda Ochi. Und in meiner Hand halte ich eine magische Katana die ihren eigenen Willen hat..." sagte Keigo und wies auf die für die Fernsehzuschauer unsichtbaren Shinigami. „Kazui kennt ihr bereits. Ichika ist die Tochter von Rukia. Das ist die mit deren Auftauchen das ganze Drama 2001 angefangen hat..."
„Drama?" Rukia verstand das nicht. Ichigo zischte sie an ruhig zu sein.
„...und das ist Kaneda. Er ist der Bruder meiner ehemaligen Klassenlehrerin. Ist 1985 beim Nihon-Air-Unglück ums leben gekommen und hat daraufhin ne Ausbildung zum Shinigami gemacht... Kinder, Kaneda lächelt mal und sagt Hallo zu den Zuschauern!" sagte Keigo mit einem übertrieben breiten Grinsen und wies mit dem Zanpakutou auf die Kamera.
Kazui lächelte begeistert in die Kamera und winkte. „Hallo! Mama, Papa guckt mal... Ich bin im Fernsehen!"
„WAS DEINE ELTERN SEHEN DAS IN DER SOUL SOCIETY AUCH!" schrie Keigo erschrocken und blickte lapidar in die Kamera. „Ichigo... was hab ich dir angetan das du kleine Kinder losschickst um mich zu demütigen?..."
„ICH HABE KEINE KLEINEN KINDER LOSGESCHICKT UM DICH ZU DEMÜTIGEN!" schrie Ichigo wütend. „DU HAST UNS DOCH VERRATEN!"
„Glaubst du ich hätte dich an die Presse verraten?!" fragte Keigo schwer atmend. „Du hasst keine Ahnung was ich durchmachen musste als das raus kam?"
„Aber deswegen sind wir doch hier! Wir wollen herausfinden was du an dem Tag gemacht hast." erklärte Kazui nahm Keigo an der Hand.
Schwer atmend beruhigte sich Keigo und sank schluchzend auf die Knie. Das Zanpakuto knallte mit lautem Peng auf den Boden, der sogar von den Zuschauern gehört werden konnte. Makoto, Ihr Kameramann und die beiden Wärter verkrochen sich, von der Kamera ebenfalls festgehalten, hinter einem der Tische und beobachteten die Szene besorgt.
„Hirabata-san, können Sie mich hören?" drang plötzlich die Stimme des eigentlichen Moderators aus dem Off.
„Shhh... Nicht jetzt... Sie machen die Shinigami wütend!" flüsterte Makoto ängstlich.
Keigo war kurz davor in tränen auszubrechen als Kazui ihm vorsichtig den Helm aufsetzte. „Hä? Was ist das für ein Ding?"
Kazui drückte den Start-Knopf... und von da an war die Kacke wirklich am Dampfen...
Mit entsetzen sahen die inzwischen 47 Millionen Zuschauer allein in Japan und die zig Millionen Zuschauer anderer Fernsehanstalten im Ausland die sich in die Übertragung eingehängt hatten, wie Keigo sich schüttelnd auf den Boden warf und wild zitternd auf dem Rücken liegend über den Boden schlitterte. Erst jetzt begriff Kazui was er angerichtet hatte und erkannte das es ein Fehler war dieses Ding auf seinen Kopf zu setzten.
Keigo war der allererste Proband. Noch nie wurde das Gerät in vollem Einsatz eingesetzt. Während Keigo in Echtzeit den kompletten Tag von dem Moment als er aufwachte, bis zu dem Moment als er wieder einschlief, durchlebte spulte die Videokassette im Schnelldurchlauf vorwärts. Nichteinmal eine Minute, für einen so langen Film...
Keigos Gesicht verzog sich zu schmerzhaften Grimassen, er biss sich auf die Zunge und auf die Lippe, Blut spritzte aus seinem Mund. Die Zuschauer vor den Fernsehgeräten verfolgten mit Horror wie Keigos Körper sich vom Boden erhob, in der Luft schwebte und wild hin und her geschüttelt wurde...
Panisch versuchten Kazui, Ichika und Kaneda, Keigo den Helm vom Kopf zu nehmen. Keigo sah aus wie ein Epileptiker bei einem Krampfanfall. Ein schwebender mit Krampfanfall den drei Shinigami in verschiedene Richtungen zogen.
„SCHALTE ES AUS!" schrie Kazui verzweifelt.
„ICH VERSUCH ES JA!" schrie Kaneda zurück. „DER HELM GEHT NICHT AB!"
„ZIEHT FESTER!" schrie Ichika hinterher.
Die Kinder zogen an Keigos Beinen, während Kaneda versuchte den Helm abzunehmen. Der Fernsehzuschauer sah nur den wild durch den Raum fliegenden, laut stöhnenden Keigo der Blut spuckte und dessen Augen anfingen zu Leuchten.
„AGHHHHH... SIE VERSUCHEN IHN IN STÜCKE ZU REISSEN!" schrie Makoto panisch und sprang hinter dem Tisch hervor um mit zusammengelegten Händen zu beten. „Barmherzige Shinigami... wir unwürdigen Wesen bitten euch diese Arme Seele zu verschonen..."
„AU NEIN! DIE KAMERA LÄUFT NOCH!" rief Kaneda, der nun begriff das ein fliegender Keigo Live im Fernsehen zu sehen war. „RAUS HIER!"
Der sich immernoch schüttelnde Keigo wurde über den Boden in eine der Ecken aus dem Blickwinkel der Kamera gezogen und hinterließ eine Spur aus Blut auf dem weiß gestrichenen Beton. Die Fernsehzuschauer bekamen einen Horrorfilm zur Mittagszeit zu sehen. In der Soul Society konnten Ichigo und die anderen nicht hinsehen. Es war so grauenvoll. Keigo erlebte einen vollen Tag... schöne Erinnerungen, normale Erinnerungen und natürlich die schrecklichen Erinnerungen an diesen Tag.
Makoto, ihr Kameramann und die beiden Wärter krochen verängstigt, zur anderen Seite des Raumes um durch die Tür zu fliehen.
„Hirabata-san... was geht da vor? Wir sehen nichts mehr!" sagte der Moderator.
Makoto blickte voller Furcht in die noch stehende Kamera und fing an zu schreien: „DAS IST MIR ZU HEIß! UND SOLLTE DIE MENGE VOR DEM GEFÄNGNIS UNS GERADE SEHEN: STEHEN SIE NICHT TATENLOS RUM! RENNEN SIE UM IHR LEBEN!"
Einige Demonstranten sahen tatsächlich über ihre Smartphones oder Tablets was im Gefängnis vor sich ging. Eine Massenpanik war das was folgte...
Wild kreischend rannten die Menschen vor dem Gefängnis in alle Richtungen davon. Michiru Ogawa, die sich durchgerungen hatte aus ihrem Auto auszusteigen um ein paar Schritte zu gehen um sich zu beruhigen, sah die panische Menge auf sich zu rennen und musste nun selbst fliehen... sie fand sich plötzlich mitten in einer Meute panischer Menschen wieder und drohte nun niedergetrampelt zu werden...
Währenddessen hörte Keigo auf sich wie ein besessener zu schütteln. Mit einem lauten klicken löste sich die Videokassette aus dem Helm und fiel zu Boden. Keigo erhob sich schwer atmend vom Boden und sah sich irritiert um.
„Ich... ich bin immer noch im Knast..." stotterte er benommen. Er hatte gerade eineinhalb Tage ganz woanders verbracht...
Der Helm löste sich letztendlich wie von selbst von seinem Kopf. Einige seiner Haare waren angesenkt und die Kopfhaut leicht gerötet. Hinzu blutete er aus dem Mund und der Nase, hustend spritze er die Kinder vor sich mit Blut voll...
Kazui war entsetzt über das was er getan hatte. Das alles hatte er nicht gewollt. Er war gekommen weil er ihm helfen wollte. Nicht um ihn zu verletzen.
„AGGHHH... DAS WOLLTE ICH NICHT! DAS TUT MIR LEID!" schrie Kazui beschämt und ging auf die Knie. „SO SCHRECKLICH LEI..."
„Schhhhh..." zischte Keigo ganz ruhig und spuckte dabei noch mehr Blut. Keigo schien nicht wütend zu sein. Im Gegenteil... ein beruhigtes Lächeln zeichnete sich auf seinem Gesicht ab. Kazui rutschte das Herz in die Hose während Keigo langsam und behutsam näher zu ihm kam, langsam einen Arm auf seine Schulter legte und seinen Kopf auf die andere...
„Das... Paket..." stotterte Keigo und besudelte Kazui noch mehr mit Blut. „...finde... das Paket..."
„Das Paket?" fragte Kazui irritiert.
Kurz darauf stürmte der Gefängnisdirektor in dem Raum. Im Schlepptau den Gefängnis-Priester... dem man die Angst deutlich ansehen konnte.
„HIER IST ES! EXORZIEREN SIE DIESE SHINIGAMI HIER RAUS!"
„Fassen... Sie... die... Kinder... nicht... an..." sagte Keigo mit drohender Stimme und erhobener Hand während er sich schützend vor die Kinder stellte. „Besser Ihr geht jetzt."
Nickend folgten Kazui und Ichika der Aufforderung, hoben Helm und Videokassette auf und ließen sich von Kaneda aus dem Raum führen während Keigo den Priester auf Distanz hielt...
Millionen von Fernsehzuschauern sahen wie Keigo der sich öffnenden und dann schließenden Tür hinterher sah und anschließend auf die Kamera zu torkelte.
„Ist das Ding... noch an?" fragte er und sah nach der kleinen roten Lampe die immer noch brannte. Mit einem breiten unheimlichen Grinsen, das es den Menschen nur noch mehr Angst machte. Keigo sah aus als spiele er die Hauptrolle in einem Horrorfilm, mit all dem Blut das aus seinem Mund floss hätte man ihn für einen Vampir halten können. „Ich weiß nicht wie viele Menschen das gesehen haben. Aber machen Sie sich keine Sorgen. Ich habe schon schlimmeres erlebt, he he he... Diese Arisawa hat mich schon schlimmer grundlos verprügelt. Und meine Schwester... seid froh das ihr die niemals in Aktion erlebt habt. Und meiner Schwester würde ich noch gerne Ausrichten: Mizuho... fahr zur Hölle, du gewalttätiges Miststück! Ich hoffe das Jugendamt nimmt dir das Kind weg... Mamas und Papas Liebling... Ihr beide seit echt das Letzte... Lasst eure Kinder ständig allein..."
Bevor Keigo noch mehr Menschen beleidigen oder erschrecken konnte zog der Gefängnisdirektor hastig das Stromkabel der Kamera aus der Steckdose. Das Bild fing an zu flimmern und das Signal war weg... auf Millionen von Fernsehgeräten wurde nun ein Standbild eingeblendet: „Technische Störung! Bitte bleiben Sie dran!" begleitet von einem lauten Dauerpiepton. Bis zu diesem Zeitpunkt war die Zuschauerzahl auf über 50 Millionen angestiegen...
In der Soul Society waren alle Anwesenden entsetzt...
„Ist es vorbei?" fragte Tatsuki aufgeregt. Sie hatte sich wie fast alle anderen auch weggedreht... der Anblick war einfach zu verstörend...
Ichigo war, neben Rukia, der einzige der immer noch auf den Bildschirm sah und kopfschüttelnd zu Rukia die ebenfalls kopfschüttelnd zu ihm rübersah. Wütend zeigten sie gegenseitig mit dem Finger auf den jeweils anderen und schnauzten sich gegenseitig wie aus einem Mund an...
„DAS WAR BESTIMMT DIE IDEE DEINES KINDES!"
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