Danke wie immer und viel Spaß!
Kapitel zehn
Die Gruppe hatte nach dem Massageworkshop eine Stunde frei und Sherlock und John gingen mit dem Rest der Gruppe hinüber in den Salon, um Tee zu trinken. John selbst hatte schrecklichen Teedurst, und er wusste, dass Sherlock an diesem Tag weder genug gegessen noch getrunkenen hatte, weshalb er ihm nun eine Tasse Tee und ein paar Scones anbot, wobei er ein ernstes Gesicht aufsetzte. „Hier, bitte."
„Ich sollte wohl danke sagen." Sherlock machte ein genervtes Gesicht, aber immerhin hielt er sich an diesen Teil ihrer Abmachung, der die Nahrungsaufnahme beinhaltete.
„Das ist der Preis, den du dafür zahlen musst, wenn du dich mit einem Arzt einlässt", antwortete John selbstgefällig.
Sherlock sah ihn stirnrunzelnd an. „Du weißt, dass mich das nur unnötig langsamer macht."
„Das ist nur eine verschrobene Idee von dir. Ein Motor kann auch nicht nur mit Luft laufen. Dein Gehirn braucht Nährstoffe."
Sherlock öffnete seinen Mund zu einer Antwort, blieb dann aber stumm, als er Johns ärztlichen „Du-wirst-tun-was-ich-dir-sage"- Gesichtsausdruck sah.
John nahm seinen eigenen Tee und setzte sich zufrieden neben Sherlock. Während der Detektiv an seinem Tee nippte und scheinbar in Gedanken versunken war, flackerten Johns Augen in Richtung Anne, die zwei Tische entfernt von ihnen saß. Anne hatte für den Rest des Workshops nicht aufgehört zu weinen. Nichts hatte sie beruhigen können und Ben war am Ende seines Lateins gewesen. John hätte Sympathie für sie gefühlt, wäre er nicht mit der kontinuierlichen und unerwünschten Aufmerksamkeit von Howard beschäftigt gewesen. Falls möglich, interesseierte sich Howard dank Sherlocks Intervention nun wohl eher noch mehr als weniger für John. Glücklicherweise hatte der auf der anderen Seite des Zimmers gesessen. Sherlock war daraufhin einfach noch näher an John herangerückt und hatte wieder einmal seine persönliche Distanzzone invadiert. Ihre Oberschenkel hatten sich dabei berührt, doch in Anbetracht der Situation hatte John nichts dagegen einzuwenden gehabt. Er hatte versucht, Howards Blicke zu ignorieren und seine Aufmerksamkeit auf Sherlock zu konzentrieren, der seinerseits damit beschäftigt gewesen war, ihre Kommilitonen zu beobachten, ihre Charaktere weiter zu deduzieren und die Liste der Verdächtigen einzuengen. Es faszinierte John noch immer auf welche Art und Weise Sherlocks Augen sich auf die Umgebung konzentrierten und jedes Detail wahrnahmen. Diese absolute Konzentration und Entschlossenheit gefielen John so an ihm. Diesen Zug an Sherlock empfand er irgendwie als richtungsweisend und er machte es leicht, ihm zu folgen. Von Zeit zu Zeit hatte der Detektiv ein kurzes Schnauben von sich gegeben oder geseufzt, wenn jemand in seinen Augen etwas völlig langweiliges gesagt hatte.
Ihre aktuelle Situation hätte tatsächlich recht amüsant sein können, hätte es nicht die Tatsache gegeben, dass sich ein Mörder in ihrer Mitte befand.
„Komm schon, John. Sonst werden wir wieder zu spät kommen."
Sherlock Stimme rüttelte John abrupt aus seinen Tagträumen. „Was haben wir denn jetzt?"
„Kuschel-Therapie", sagte der Detektiv ungerührt und stand auf.
"Wie bitte?" zischte John so leise wie möglich Richtung Sherlock, als sie den anderen aus dem Raum folgten, wobei sie einigen Abstand einhielten.
„Gib mir bitte nicht diesen Blick, John. Wir nehmen ganz einfach nur den Platz der Smiths ein. Ich habe die Kurse nicht ausgewählt."
John hielt seinem Blick stand, sagte aber nichts.
„Wir sind verpflichtet, diesen Fall zu lösen, John. Ich werde nicht vor diesem Kuschelunsinn zurückschrecken", erklärte Sherlock mit einem strengen Blick. „Komm schon, Kopf hoch! Wir müssen mit niemandem sprechen, und ich kann die Zeit dazu benutzen, den Rest zu beobachten. Je früher wir den Mann finden, desto eher werden sind wir wieder aus der Sache raus. Und wenn wir wieder zu Hause sind, kannst du eine deiner romantischen Geschichten daraus machen, wie du es normalerweise tust."
„Ich kann dir eine Sache mit Bestimmtheit sagen: Ich werde ganz sicher nicht über diesen Fall bloggen."
„Warum nicht?"
„Darum!"
„Ah, John. Lass niemals zu, dass dein Ego in deine Arbeit verwickelt wird", neckte Sherlock ihn.
„Hört, hört", murmelte John kaum hörbar. Allerdings konnte er ein Grinsen nicht unterdrücken, denn glücklicherweise war das Ego des Detektivs diesem bei der Arbeit noch nie im Weg gewesen.
Sherlock beobachtete ihn mit einem schwachen Lächeln. „Und was noch wichtiger ist: Das Kuscheln schien dir vor einer Stunde noch nichts auszumachen."
„Das war eine Umarmung, Sherlock. Kuscheln ist strikt privat und nicht für andere Augen bestimmt. Das ist ein Unterschied", erklärte John und dachte ungläubig, dass ihn vielleicht weniger der öffentliche Aspekt davon beunruhigen sollte, sondern mehr das Kuscheln mit seinem besten Freund an sich.
„Du und ich kuscheln jeden Morgen miteinander, John. Ich wage zu behaupten, dass du inzwischen genug geübt hast, um es zu versuchen."
Was er genau mit dem „um es zu versuchen" meinte, sollte ihm jedoch ein Rätsel bleiben, da sie in genau diesem Moment den Raum erreichten, in dem sie an der Kuscheltherapie teilnehmen sollten.
Dr. Martin erwartete die Gruppe bereits ungeduldig. Ihr Aussehen vermittelte John eine Ahnung davon, warum David Jones nicht gut mit ihr auskam. Sie war eine kleine, blonde Frau, die es offensichtlich gewohnt war, das Sagen zu haben und strahlte einen Hauch von Herablassung aus, was nicht die beste Attribute für einen Therapeuten waren.
„Ich konstatiere, dass der Massage-Workshop wieder einmal viel zu lange gedauert hat und wir nun wieder zu wenig Zeit haben werden. Das ist mal wieder ganz typisch. Ich schlage vor, wir werden mit einer kurzen Einführung beginnen. Sie finden Namensschilder an den Tischen. Bitte schreiben Sie Ihren Namen auf und nehmen Sie Platz. Ich will, dass Sie mir dann erzählen, was Sie am meisten an Ihrem Partner mögen. Wir wollen schließlich eine einladende Atmosphäre schaffen. Uhrzeigersinn, bitte."
Sherlock verzog das Gesicht. „Oh, bitte, nicht schon wieder", stöhnte er leise und zog das „e" im „bitte" dabei dramatisch in die Länge.
John stieß ihn an.
„Also, Ben ist ... ein guter Zuhörer", sagte Anne leise. Glücklicherweise hatte sie inzwischen aufgehört zu weinen.
Ben rutschte unruhig auf seinem Stuhl hin und her. „Anne ist sehr aufmerksam."
„Mein Bruder ist auch ein guter Zuhörer und sehr aufmerksam. Ich würde allerdings nicht sagen, dass das für ihn spricht", raunte Sherlock John mit ausdrucksloser Miene zu.
John versuchte, ein ernstes Gesicht zu bewahren, und schaute aus dem Fenster. „Ich glaube nicht, dass sie ihn überwachen lässt."
„Das ist zu hoffen."
„Lassen Sie mich nachdenken", erklärte Emily und machte eine lange Pause, bevor sie antwortete. „Frank ist pflichtbewusst. Er ist Anwalt."
Während John dachte, dass das sicherlich ein oder zwei Dinge erklärte, schnaubte Sherlock - offenbar über den Teil mit dem Denken.
„Emily ist eine gute Liebhaberin", rief Frank lachend aus. „Ich denke, dass ist der Grund, warum Fernando bei uns bleibt."
Die Gruppe beobachtete ihn zutiefst schockiert. Frank war das jedoch schnurzegal.
„Frank!", rief Emily entsetzt aus.
Frank verdrehte jedoch nur die Augen und heftete seine weit aufgerissenen Augen auf die Dozentin. Entweder langweilte er sich ebenfalls oder aber er versuchte ihr schöne Augen zu machen.
„Cameron ist sehr einfallsreich", erklärte Diana eifrig. Sie machte den Eindruck, bereits seit einer ganzen Weile sehr daran interessiert zu sein, zu Wort zu kommen.
Wenn sie einen Blick zu ihrem Mann geworfen hätte, hätte sie jedoch gesehen, dass er seinerseits Emily zuzwinkerte, die offenbar nicht dagegen einzuwenden hatte.
Cameron antwortete, dass Diana sehr häuslich wäre.
John konnte sich angesichts Camerons Verhalten vorstellen, dass ihm das gerade recht kam und schüttelte den Kopf.
„Ja, meine Grace ist auch sehr häuslich." Howard tätschelte seine Frau auf den Arm und lächelte breit in Richtung John.
Offenbar kam der häusliche Charakter seiner Frau Howard auch nur gerade recht.
„Leider bist du das überhaupt nicht und außerdem lässt du die Zahnpastatube immer offen."
„Nein, bitte, keinen Zahnpastatuben- Vortrag", seufzte Sherlock laut auf. Dieses Mal war es jedoch hörbar. „Beantragt einfach die Scheidung."
Alle Augen waren auf ihn gerichtet. Howard und Grace sahen ihn empört an und auch John betrachtete ihn stirnrunzelnd.
„Gib mir bitte nicht diesen Blick, John. Zahnpastatuben- Diskussionen sind das Ende der Liebe. Wenn man nichts anderes mehr zu besprechen hat, ist es an der Zeit, die Beziehung zu beenden."
„Ach so und ihr diskutiert sicherlich nie über diese kleinen Dinge? Ihr seid schließlich auch aus irgendeinem Grund hier", fragte Howard schnippisch.
Sherlock funkelte ihn an. „Nein. Nie."
„Nein, tun wir nicht", versicherte John ihm. Das war nicht einmal eine Lüge, denn er zählte die Körperteile nicht zwingend zu den kleinen Details.
Dr. Martin beschloss, dass es Zeit war, die Diskussion zu beenden.
Grace war an der Reihe, etwas Nettes über Howard sagen. „Nun, er ist sehr fürsorglich", antwortete sie zögernd und blickte dabei immer noch wütend in Sherlocks Richtung.
Jack räusperte sich und verkündete, dass Iris sehr gehorsam war. Anscheinend war das eine gute Sache für Jack.
„Jack ist sehr gut zu mir", antwortete Iris antwortete und blickte verschämt zu Boden.
John hatte Mitleid mit ihr.
„Nicht", flüsterte Sherlock und blickte John offen an. „Jeder Mensch ist seines eigenen Glückes Schmied."
Johns Augen begegneten denen von Sherlock. Er hatte einen genervten Gesichtsausdruck auf dem Gesicht des Detektivs erwartet, aber Sherlock schaute ihn freundlich an, und Johns anfänglicher Ärger verebbte sofort. „Nicht jeder Mensch ist qualifiziert, um sein eigenes Schicksal zu formen, Sherlock. Einige Leute haben nicht gelernt, ihre eigene Verantwortung zu übernehmen."
„Das Glück ist mit den Tapferen, John."
Sie tauschten einen langen Blick aus. Bedeuteten Sherlocks Worte mehr? Wollten sie ihm noch etwas anderes außer dem Offensichtlichen sagen; das jeder Mensch das bekommt, was er oder sie verdient, bis er die Kontrolle über sein Leben übernimmt? Bezog sich die ganze emotionale Achterbahnfahrt nicht nur auf den Fall? Wollte Sherlock wirklich mehr als nur Freundschaft und überließ John die Wahl? Und was vielleicht noch wichtiger war: Was zum Teufel wollte John selbst? Bohrenden Fragen surrten in seinem Kopf und ließen ihn sich benebelt fühlen. Eins war sicher: Der Fall warf Fragen auf.
„So, und was ist mit euch beiden?", wandte sich Dr. Martin an sie.
„John ist ... John", Sherlock erklärte sachlich-nüchtern.
John hustete, um ein Kichern zu unterdrücken. Sie würde ein „John ist John" nicht verstehen. Sie würde wohl auch nicht davon ausgehen, dass „John ist nicht langweilig" als ein Kompliment gemeint war.
Dr. Martin war verwirrt und sah ihn durchdringend an. „Ich denke, Sie sollten Ihre Erklärung erweitern."
Sherlock gab ihr seinen gefälscht netten Gesichtsausdruck. „John ist einfach ... fan-tas-tisch." Seine Stimme war dabei ein Singsang.
Diese Taktik funktionierte allerdings nicht.
Sherlock seufzte und holte tief Luft. „John ist vieles. John ist mutig. John ist clever. John ist zuverlässig. John ist vertrauenswürdig. John ist geduldig. Er ist mein Lichtleiter. Ich mag seinen Sinn für Humor." Er blickte sie durchdringend an. „Oh, und er macht großartigen Tee."
Sherlock kehrte zu seinem falschen Lächeln zurück. „John ist die Liebe meines Lebens."
„Sehen Sie, das war doch gar nicht so schwer", Dr. Martin antwortete. Sie machte allerdings noch immer einen leicht verwirrten Eindruck. „Nun, John?"
John war ebenfalls verwirrt. Soweit er wusste, konnte Sherlock meinen, was er sagte. John wurde zusehends nervöser. „Zunächst einmal ist Sherlock brillant und scharfsinnig. Er ist einfallsreich, dynamisch und selbstbewusst. Er hört nie auf, mich zu überraschen."
Er schwieg einen Augenblick und hielt inne, bevor er antwortete. John blickte in Richtung Sherlock, der ihn ernsthaft anlächelte. Er erwiderte das Lächeln, und erinnerte sich daran, dass er ihm an diesem Tag zweimal gesagt hatte wie erstaunlich er war. „Er ist ein guter Mensch. Sherlock ist mein Leben ... Er stellt meine Welt auf den Kopf."
„Ich nahm die Abkürzung, indem ich ihr von meinen Gefühlen für dich erzählt habe", flüsterte Sherlock als Dr. Martin ihre Aufmerksamkeit von ihnen abwandte. „Wenn ich unnötig gezögert hätte, wären wir jetzt wieder in einer dieser langweiligen Diskussionen über die Natur unserer Beziehung verwickelt, die ewig dauern."
John wünschte, er könnte diese Diskussion ebenfalls langweilig finden. Die Stimme in seinem Kopf feuerte Fragen auf ihn ab, auf die er keine Antworten hatte. Es gab niemanden, an den er sich bezüglich ein paar Ratschläge zu diesem Thema hätte wenden können. Sein einziger Ausgangspunkt in Bezug auf die Gefühlswelt des Detektivs waren Hinweise oder zweideutige Bemerkungen von seinem Freund. Ein Meer von offenen Fragen blieb und die Unsicherheit trieb ihn in den Wahnsinn.
„Guter Punkt", antwortete John leise und fügte nach einer Weile hinzu, „Sag mal, willst du mir damit in einer netten Art und Weise sagen, dass du nicht meinst, was du gesagt hast?" Er hatte dies in einem leichten Tonfall fragen wollen, aber er hatte insgeheim Angst vor der Antwort, uns so klang er doch gepresster als erhofft. Er wusste nicht, warum er überhaupt fragte, aber es passierte einfach von ganz allein.
„Das habe ich damit nicht gesagt", grinste Sherlock.
Oh, gut. War es gut? Sollte es gut sein?
Dr. Martin klatschte in die Hände und John schrak aus seinen Gedanken hoch.
„Meine Damen und Herren, bitte aufstehen. Stellen Sie sich einander gegenüber. Wir werden mit einer einfachen Umarmung beginnen."
„ Das dürfte kein Problem sein", grinste Sherlock und zog John hoch. „Lass uns mit gutem Beispiel vorangehen, John."
„Ähm ... richtig. Wir haben einige ... ähm ... Umarmungserfahrung. "
Dr. Martin legte eine leise Instrumentalmusik auf und dämmte das Licht.
Das war allerdings überhaupt nicht hilfreich. Die Situation wurde John zu viel und er entschied sich, es schnell und einfach hinter sich zu bringen und zog Sherlock in eine Umarmung. Er schmiegte sein Gesicht an Sherlock Hals, wie er es zuvor getan hatte. Auf diese Weise musste er nichts sehen, nur fühlen.
Anfangs war Sherlock wie erstarrt. Er hatte nicht mit Johns schneller Bewegung gerechnet. Die Starre dauerte allerding nur Sekunden. Dann hielt Sherlock ihn fest und legte das Kinn auf Johns Kopf. Er streichelte John nicht und bewog sich auch auf keine andere Art, sondern überließ John die Führung.
Und John ließ das Fühlen zu – und spürte den schlanken, aber überraschend muskulösen Körper in seinen Armen, die Berührung ihrer Brust, das angenehme Gefühl von Wärme, die Ruhe und das stetige Heben und Senken ihrer Oberkörper, die im Einklang bewegten. Mittlerweile erwartete er das flaue Gefühl in seinem Magen, was es weniger überwältigend machte, und er war dankbar dafür.
John wusste nicht, ob sie beobachtet wurden oder nicht, und er achtete nicht auf die Anweisungen, die von Dr. Martin gegeben wurden. Er hatte keine Ahnung, ob Sherlock das tat oder nicht.
Wahrscheinlich hatte der Detektiv getan, was er in erster Linie zu tun beabsichtigt hatte - die Beobachtung ihrer Kommilitonen. John hatte keine Ahnung, was Sherlock in diesem Moment empfand, oder ob er momentan überhaupt ein Gefühl zuließ. Er atmete den vertrauten Eigenduft ein und begann sich erschreckenderweise zu fragen, wie es sein würde, den langen und blassen Hals mit seinen Lippen zu berühren. Er war lediglich wenige Zentimeter entfernt, aber er rührte sich nicht. Wenn er ehrlich war, musste er zugeben, dass er ihre körperliche Nähe genoss.
„Sherlock", flüsterte John langsam und war unwillkürlich darauf bedacht, sich nicht zu bewegen und die Intimität nicht zu zerstören.
„Hmm", antwortete Sherlock geistesabwesend.
„Hast du schon eine Theorie?"
„Acht, so weit."
„Gut." John hatte nicht erwartet, dass Sherlock ihm die Details erzählen würde. Er würde ihn einweihen, wenn Sherlocks Verdacht sich bestätigte und er einen Sparringspartner brauchte.
John war überrascht, als Dr. Martin das Ende der Sitzung ankündigte. Anscheinend hatte er jegliches Zeitgefühl verloren. Widerwillig löste er sich aus Sherlocks Umarmung und fuhr sich verlegen mit der Hand durch sein Haar. Die zweite Hand verweilte gedankenverloren auf Sherlocks Brust. Er schaute diese gerade nachdenklich an als Sherlock plötzlich bewegte.
Der Detektiv hob seine Hand und strich mit seinen Fingerspitzen schnell und sanft Johns Jochbein entlang, bevor er zwei Schritte zurücktrat und sich aus Johns Distanzzone zurückzog.
Zurück blieb ein Kribbeln auf Johns Wange. Alles war so schnell passiert, dass John sich fragte, ob es überhaupt geschehen war oder er sich die zärtliche Geste nur eingebildet hatte.
