Herzlichen Dank an wickienchen für die liebe Review. Ich hoffe, ihr seid bei diesem Kapitel wieder etwas reviewfreudiger, denn andere alte Bekannte tauchen wieder auf. lasst mich wissen, was ihr darüber denkt.
Eure Abraxania
Kapitel 9
„Was willst Du eigentlich mit Percy besprechen, Ron?" fragte Harry seinen Freund so beiläufig wie möglich, als sie das Zaubereiministerium betraten. Ron räusperte sich verlegen und schien zu zögern. Dann wandte er sich um, ob auch niemand Ihnen zuhörte.
„Nunja, ich wollte mit ihm über die Sache mit Malfoy sprechen."
Harry blieb überrascht stehen. „Denkst du, dass das eine gute Idee ist?" fragte er zweifelnd.
„Harry, irgendwie müssen wir Malfoy wieder loswerden! Oder willst Du ihn in Hogwarts lassen?"
Harry musste grinsen, als ihm ein seltsamer Gedanke in den Sinn kam. „Ich dachte mir, vielleicht braucht Dobby ja eine neue Küchenhilfe… Vielleicht könnte Malfoy…."
Harrys Grinsen verstärkte sich, als er sich vorstellte, wie Dobby seinen ehemaligen Herren schikanieren würde.
„Oh, Harry! Sei bitte ernst, Mann. Das ist nicht witzig!"
Harrys Grinsen verschwand. Er seufzte: „Du hast Recht. Irgendetwas muss geschehen. Aber ganz ehrlich, mein Freund. Vertraust Du Percy?"
Ron lachte trocken auf: „Percy vertrauen? Nein, niemals. Aber wenn Du meinst ob er uns verrät… Percy ist Politiker, Harry. Er würde niemals verraten, dass sein Bruder und dessen bester Freund, beide bekannte Auroren für das Ministerium, behilflich waren, einem gesuchten Todesser das Leben zu retten. Sowas könnte ihn seine politische Karriere kosten. Kein Wort wird über seine Lippen kommen. Da bin ich mir sicher."
Harry lachte leise. Er wusste nur zu gut wie sehr Rons Einschätzung seines Bruders zutraf. „Hat Percy etwa immer noch nicht aufgegeben, auf den Posten des Ministers zu spekulieren?"
Ron grinste und schüttelte den Kopf. „In seiner verblendeten Eitelkeit sieht er nicht, dass er der ewige Zweite sein wird."
Plötzlich kam Harry ein ganz anderer Gedanke. „Hast du schon mit Hermine darüber gesprochen, was du vor hast?" fragte er seinen Freund und warf ihm einen forschenden Blick zu.
Ron schüttelte den Kopf. „Ich mache das nur für sie, Harry. Sie bringt sich noch mal in verdammt große Schwierigkeiten mit ihrem Helfersyndrom. Ich will ihr doch nur zur Seite stehen."
Ron scharrte nervös mit seinem Schuh auf dem Boden. Harry blickte ihn mitfühlend an. Er wusste genau, wie viel seinem besten Freund an Hermines Wohl lag. Harry seufzte. Der Krieg hatte alles so kompliziert gemacht.
„Ich hoffe sie sieht das genauso wie Du, mein Freund." erwiderte Harry und klopfte Ron aufmunternd auf die Schulter. Die beiden Freunde blieben an einem Empfangstisch stehen, eine dürre junge Hexe mit eckiger Brille und verbissenem Gesichtsausdruck hob nicht mal den Kopf, als Harry sich räusperte.
„Harry Potter und Ronald Weasley. Wir sind mit dem Vizeminister verabredet."
Der Kopf der Hexe schnellte nach oben, ein übertrieben freundliches Lächeln lag auf ihren Lippen: „Entschuldigen Sie bitte, die Herren. Ich habe sie nicht sofort erkannt. Wenn die Herren Auroren mir bitte folgen würden. Der Vizeminister, ihr Bruder…" sie warf Ron ein süßliches Lächeln zu. „… erwartet sie bereits im Aurorenbüro."
Harry grinste schon wieder. Er hatte sich in all den Jahren, die er nun schon als Auror im Zaubereiministerium ein- und ausging noch nicht an diesen seltsamen Umgang gewöhnen können. Er war ein Mann der Taten und kein Mann der Politik. Wirklich wohl hatte er sich in diesem Gemäuer noch nie gefühlt. Er vermutete, dass es an den schlechten Erfahrungen lag, die er hier bereits gemacht hatte: seine Gerichtsverhandlung wegen unerlaubten Gebrauch von Magie als Minderjähriger außerhalb der Schule und… Sirius Tod. Sein Patenonkel war der erste von vielen gewesen, der ihm wirklich nahe gestanden und in diesem Krieg sein Leben gelassen hatte. Harry folgte der jungen Empfangsdame in Gedanken. Er versuchte nicht, sich den Weg zu merken. Es war eine dieser zahlreichen Sicherheitsmaßnahmen zu Kriegszeiten, dass das Aurorenbüro jeden Tag seinen Platz im Ministerium wechselte. Da Harry und Ron hauptsächlich im Außendienst als Auroren tätig waren, bekamen sie auf Grund des hohen Risikos, dass die Eule abgefangen werden könnte, keine Nachricht an welcher Stelle des Gebäudes sich das Büro der Auroren momentan befand. Die kleine dürre Hexe trippelte beflissen schnatternd vor ihnen her, um ihnen den Weg zu weisen.
Sie blieben vor einem Fenster stehen. Sonnenstrahlen fielen durch das Glas herein. Harry wusste, dass es sich um ein verzaubertes Fenster handeln musste, denn draußen goss es in Strömen. Die junge Hexe tippte drei Mal mit ihrem Zauberstab auf den Fenstergriff. Der Fensterrahmen verlängerte sich bis auf den Boden und die Flügel schwangen auf. Mehrere schwarzgekleidete Personen in Umhängen drehten sich nach den Eintretenden um.
„Harry!" rief einer der Männer aus und eilte auf den Angesprochenen zu.
Harry traute seinen Augen kaum. Das war doch… das konnte doch nur…
„Bei Merlin, Lupin!" Freudig umarmte er den älteren Mann, der ihm herzlich auf den Rücken klopfte und sich dann Ron zuwandte.
„Ron." Remus Lupin schüttelte dem großen rothaarigen jungen Mann energisch die Hand.
„Lupin." grüßte Ron angenehm überrascht seinen ehemaligen Professor und langjährigen Freund zurück.
„Lupin! Das ist Jahre her seit wir dich das letzte Mal gesehen haben! Ich hatte schon befürchtet…" Harry zögerte und wischte dann seine negativen Gedanken bei Seite. „Ach egal, ich freu mich jedenfalls riesig Dich zu sehen! Bin ich deinetwegen herbeordert worden?"
Lupins gute Laune schien schlagartig zu verfliegen, als hätte Harry ihn an etwas erinnert.
„Nicht nur meinetwegen." Er winkte einer kleineren Gestalt zu, die in einen Mantel gehüllt war. „Du erinnerst Dich doch sicher an Nymphodora, Harry?"
Die kleinere Gestalt nahm die Kapuze ab, eine Stupsnase und schwarzes leicht bläulich schimmerndes Haar kamen unter der Kapuze hervor. Ihr Ausssehen war leicht verändert im Vergleich zudem, was Harry in seiner Erinnerung hatte. Aber wen wunderte es, schließlich war die Hexe vor ihm ein Metamorphmagus. Aber es war eindeutig Nymphodora Tonks, die nur einige Jahre älter als Harry oder Ron war, die nun Harry anstrahlte und nach seinen Händen griff.
„Tonks!" war das einzige was Harry sagen konnte, bevor er sich in den Armen der jungen Frau wiederfand.
„Bei Merlin, Harry! Aus dir ist ein stattlicher Mann geworden!" lachte die Hexe ihn an und gab ihm einen Kuss auf die Wange.
„Und von Ron wollen wir gar nicht erst reden! Komm her, Du starker Mann!" und Tonks zog Ron in eine ebenso herzliche Umarmung, wie sie es bei Harry getan hatte.
Harry grinste, als er Rons verlegenes Gesicht entdeckte, das sich langsam rötete. Lupin räusperte sich. Tonks wirbelte herum und legte ihre Hand auf seinen Arm.
„Ach komm, Remus. Du musst nicht eifersüchtig werden! Für mich bist und bleibst Du der tollste!" schnell drückte sie einen liebevollen Kuss auf Lupins Mund.
Harry lachte, als er den peinlich berührten Blick seines ehemaligen Professors sah.
„Dann habt ihr es also endlich geschafft!"
Harry klopfte dem Freund anerkennend auf die Schulter. „Wurde auch Zeit, Lupin. Wie kann man so eine Frau nur so lange warten lassen."
Remus schaute auf den Boden, als sei er über die ganze Situation nicht allzu glücklich, aber Tonks schmiegte sich verliebt in seinen Arm, den er um die zierliche Hexe gelegt hatte.
Ein lautes Räuspern unterbrach Harrys Betrachtung. Percy Weasley in feinstem Stoff gekleidet, trat auf die kleine Gruppe hinzu. Mit geschäftsmäßiger Stimme näselte er:
„Da nun die Wiedersehensfreude ein wenig abgeklungen ist, möchte ich doch auf die wichtigen Fakten zu sprechen kommen. Mr. Potter, sie haben Miss Lovegood informiert?"
Harry hob belustigt die Augenbraue, warum ihn Percy siezte, war für ihn noch immer Rätsel.
„Ja. Luna wartet draußen. Weshalb sollte sie eigentlich kommen?"
„Wir benötigen Miss Lovegoods Hilfe bei einem Transport nach Hogwarts. Miss Tonks sieht sich leider im Moment nicht fähig zu fliegen, daher ist eine Kutsche nötig."
„Tonks! Dir geht es doch gut, oder?" rief Harry besorgt und betrachtete die junge Hexe in Remus Lupin Arm. Tonks nickte Harry lächelnd zu.
„Es ist alles in Ordnung, Harry. Mach Dir keine Sorgen."
Harry wandte sich mit gerunzelter Stirn an Percy Weasley, den Vizeminister. „Was hat das alles zu bedeuten, Percy?"
Percy zuckte zusammen, als Harry seinen Vornamen aussprach und warf ihm einen Blick zu, der eindeutig seine Missbilligung ausdrückte.
„Mr. Potter. Das Ministerium hat in den letzten Jahren für einen sicheren Aufenthaltsort der beiden hier Anwesenden gesorgt. Die Todesser schienen ein besonderes Interesse an dem Tod dieser beiden Mitbürger zu haben."
Harry hob fragend die Augenbraue. Remus Lupin wich seinem Blick aus.
„Bedauerlicher Weise wurde das Versteck von den Todessern in den letzten Tagen entdeckt und zerstört. Die beiden konnten entkommen und bitten nun um den Schutz des Ministeriums."
Rons und Harrys Blicke trafen sich verwirrt. Was genau ging hier vor?
„Da das Ministerium auf Grund des Krieges nun leider keine Kapazitäten zum Schutz von Mr. Lupin und im speziellen Miss Tonks, in ihrer gegenwärtigen Lage, zur Verfügung hat, haben der Zaubereiminister und ich beschlossen, die beiden Betroffenen in ihren Schutz zu stellen, nach Hogwarts." schloss Percy hochnäsig, als hätte er soeben seiner Sekretärin eine Eulenexpressnachricht diktiert.
Harry wandte sich Lupin und Tonks zu.
„Wir wollten Euch da nicht mit reinziehen, Harry." sagte Remus Lupin und starrte weiterhin auf den Boden.
„Ihr seid unsere letzte Hoffnung, Harry." flüsterte Tonks kaum hörbar.
Fortsetzung folgt
Bitte, bitte reviewed :)
Fo
