Na ihr?? Puhh, nach zwei Monaten und ein paar Zerquetschten mal wieder ein Update von mir. Bin grad heute wieder hier in Augsburg und dachte mir, ich könnte doch, bevor ich wieder ins heißgeliebte Allgäu fahr, euch einen klitzekleinen Gefallen tun… Jep! Mit einem neuen Kapitel!! (Ich hoffe, ihr seid zahlreich genug vertreten, damit ihr mir genügend Reviews schreiben könnt! 'g') Wobei ich es euch nicht übel nehmen würde, wenn ihr bei dem Sauwetter hier in Germany irgendwo in die Karibik geflogen wärt. Warum muss es immer schütten, wenn man Ferien hat?? 'nerv' Nun ja, ich bleibe Optimist und hoffe auf baldige Wetteränderung. (Und damit meine ich keinen Hagel oder Arktismäßigen Schneefall!). ;-)
Jetzt halte ich euch nicht mehr länger auf. Genießt dieses Chapter mit ein wenig Aufklärung, einen Schuss Humor und neuen, grausigen Rätseln…
Film ab!! 'ähh' Ich meine natürlich Kapitel ab…
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Gedanken,
wie immer: kursiv
Und diese Linien --- bedeuten Perspektivwechsel, also die Szene aus der Sicht einer anderen Person. (Oh! Mal was Neues!! 'smile')
Widmung: Für Pat, denn du
bist was GANZ BESONDERES!!! 'küss'
(Ach ja! Ich hab
übrigens die Szene mit Sauron so stehen lassen. Ich geh das
Risiko einfach mal ein, denn so übertrieben find ich's ned und
außerdem braucht ich einfach mal was zum Auflockern der
düsteren Stimmung... Sorry!)
beffi: Leider hab ich keine E-Mail-Adresse von dir! Deshalb hab ich meine Antwort auf dein Review einfach auf mein Profile gestellt. Schau doch mal vorbei! Liebe Grüße, Liderphin
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Mittag des 3. Tages nach Gefangennahme des Orks10. Kapitel: Irrungen und Wirrungen
Im Lager der Elben herrschte ein reges Durcheinander. Alle rannten wie aufgescheuchte Hühner hin und her, mal hier und mal dort was tragend. Denn kurz nach der Richtungsangabe des Orks hatte sich jeder daran gemacht ihr provisorisches Lager so schnell wie möglich abzubauen. An dieser Reaktion erkannte man, wie sehr die Elben sich eine Antwort ersehnt hatten und nun ohne der nötigen Sicherheit, ob die Worte des Gefangenen der Wahrheit entsprachen, drauf und dran waren weiter zu ziehen. Gen Süden…
Taurlass konnte es immer noch nicht fassen. Die ganze Zeit zuvor hatte sich Tirgîl gegen die Befragungen gesträubt und kein einziger Laut war über seine Lippen gedrungen. Und nun? Plötzlich schien er sich wieder zu erinnern. Auf einmal wusste er den Weg nach Utumno. Hatte er ihnen bisher alles nur vorenthalten? Hatte er sie und somit auch ihn selbst an der Nase herumgeführt?
Aufgebracht musterte der blonde Wächter den Diener Melkors. Der saß wie die Ruhe selbst an den Baumstamm gefesselt und betrachtete belustigt das schreckliche Gewühl der Erstgeborenen.
Taurlass wusste nicht, was er davon halten sollte. Einerseits war natürlich auch er froh, endlich nach Utumno aufbrechen und seinen Bruder samt Freunden rächen zu können, doch andererseits kam die Antwort des Orks so unvorhergesehen.
„Tirgîl, weshalb konntest du dich plötzlich wieder an den Weg erinnern?", fragte der Elb skeptisch.
Der Angesprochene wirkte zuerst verwirrt, als wüsste er nicht, wovon der andere sprach. Dann wurde er ernst und entgegnete:
„Mir scheint, der Einfluss meines Meisters verliert an Kraft. Nur langsam und bruchstückhaft vermag ich es, mich zu erinnern. Doch der dunkle Schleier lichtet sich. Außerdem musste ich es doch sagen, denn sonst hätten mich deine Artgenossen sicherlich gelyncht!"
Der Blonde wollte schon etwas erwidern, aber der Ork unterbrach ihn:
„Nein, nein, nein. Bestreite es nicht! Sie stierten mich an, als wäre ich ihr zweites Mittagessen und dabei schürten sie ihre Waffen. Es war eindeutig! Ich hatte Todesangst! Und nur, weil wir täglich Drohungen an den Kopf geworfen bekommen, heißt es noch lange nicht, dass wir es gewöhnt sind und den Tod willkommen heißen würden!"
Taurlass hatte geduldig zugehört und schließlich verstehend genickt. Mit Letzterem hatte der Gefangene Recht. Nur weil die Geschöpfe Melkors stets gefoltert wurden und um ihr Leben fürchten mussten, waren sie es noch lange nicht gewöhnt.
Sie als Elben konnten sich das nicht vorstellen. Sie lebten nicht in einer solchen Diktatur. Sie wurden niemals gleichermaßen unterdrückt. Zwar konnte man ihr Zusammenleben auch nicht als gleichberechtigt bezeichnen, denn immer schon hatte es diejenigen gegeben, denen mehr Achtung geschenkt wurde. Doch diese Führer hatten ihre Stellung nie missbraucht, waren nicht in ihrer Arroganz und in der Gier nach Macht versunken.
Trotzdem konnten nur diejenigen eine derartige Position einnehmen, wenn sie sich auch als würdig erwiesen. Dafür wurden ihnen die schwierige Aufgabe erteilt, Mitglieder ihres Volkes aus unmittelbarer Gefahr zu befreien. Welche Art von Gefahr war von Mal zu Mal verschieden, doch das Ziel blieb immer gleich.
Um die Personen, die einem selbst nicht nahe stehen, zu retten, musste man Führerqualitäten beweisen: Selbstbewusstsein, Mut, Stärke, Hoffnung spenden, Durchsetzungsvermögen, Sensibilität gegenüber des Volkes und Vertrauen.
Wer dies alles gezeigt und die Aufgabe erfolgreich gemeistert hatte, durfte als Anführer favorisiert werden. Doch die endgültige Entscheidung wurde von den Erstgeborenen selbst gefällt. Sie mochten es nicht, wenn das Schicksal das letzte Wort behielt. Grundsätzlich lehnten sie sich dagegen auf und wollten frühere Zeiten am liebsten konservieren.
Also beriet sich das Volk und wählte schließlich den Geeignetesten. Dabei spielte jedoch auch das Verhalten und Aussehen eine große Rolle. Die Elben waren ein Ideal, das es noch nie zuvor auf Arda gegeben hatte. Wer dem nicht entsprach, wurde sofort als minderwertig angesehen. Ein wesentlicher Fehler. Somit musste der Anführer Adel, Stolz, Anmut, Alterslosigkeit und makellose Schönheit ausstrahlen.
Wer dies nicht hundertprozentig besaß, schied aus. Verwundert hatte es Taurlass nicht, als letztendlich Elloth als Auserwählter feststand. Doch hatte er inzwischen die wichtigsten Führerqualitäten verloren.
Mit Schrecken hatte der junge Elb mit ansehen müssen, wie aus Elloth mehr und mehr der Wille, seine Freunde zu befreien und nun zu rächen, herausfloss. Seine ansonsten erhobene Gestalt hatte sich der Ausweglosigkeit dieser Situation gebeugt, der Hoffnungsschimmer in seinen Augen erlosch.
Mittlerweile gab das Volk ihm mehr Halt, als er ihnen, wie es eigentlich bestimmt war.
Traurig beobachtete der Wächter den dunkelhaarigen Erstgeborenen, der soeben energisch Befehle zum Aufbruch gab.
Was hatte er wohl mit der Anklage gemeint, Taurlass hätte durch Lalaith Elloths Vertrauen geschadet? Er verstand es einfach nicht! War dies der Grund gewesen, warum der Ältere sich immer mehr von ihm entfernt hatte?
Während er die Gestalt Elloths, so zerbrechlich wie eine Eisblume, betrachtete, entschwanden seine Gedanken in längst vergangene Zeiten…
FLASHBACKEs war der 03. März, traditioneller Maskenball.
Alle ihres Volkes waren gekommen, um sich bei dem Spektakel zu amüsieren. So auch Taurlass mit seiner Familie und Elloth. Letzterer hatte vor einigen Monaten eine hübsche Elbin kennen gelernt, die zu Recht ihren Namen „Lalaith" trug.
Ihr helles Lachen klang wie das unbeschwerte Plätschern eines Baches im Frühling. Sie verkörperte das Ideal der Erstgeborenen und war nicht auf den Kopf gefallen! Sie war intelligent und witzig und man konnte mit ihr ernste und tiefgründige Gespräche führen.
Überall war sie beliebt, doch sie schenkte nur Elloth ihr Herz, das jeder Elb nur einmal in seinem langen Leben jemandem entgegenbrachte. Sie waren das nahezu „perfekte" Paar und standen kurz vor der Hochzeit.
Nun an diesem Tage hatten sie sich dazu entschieden, ebenfalls zu dem Maskenball zu kommen. Verkleidet, versteht sich. Jeder trug eine Art Ganzkörpermaske, meist aus Tierfellen oder Baumrinde gefertigt, und lud zum Tanz ein.
Für Verliebte galt eine ganz besondere Regel. Sie mussten gesondert voneinander eintreffen und versuchen seine/n Liebste/n zu finden. Durch die Maskerade wurde das Gesicht vollkommen verdeckt und es war auch strengstens verboten zu reden, damit man den jeweiligen nicht an der Stimme erkannte.
Somit blieb ihnen nichts anderes übrig, als die Bewegungen und das Verhalten seines Gegenübers zu studieren und somit herauszufinden, ob es der/die Gesuchte ist. Gelang dies schließlich, durfte man miteinander plaudern und mit Hilfe des Endtests feststellen, ob es wirklich die/der Richtige ist.
Durch dieses Ritual wurde bewiesen, dass das Pärchen wirklich zusammen gehörte und für bereits Verheiratete oder Singles bot sich jede Menge Spaß.
Taurlass war damals mit Elloth gut befreundet gewesen und kannte Lalaith daher sehr gut. Er freute sich für die beiden, kam er doch auch mit der Elbin problemlos aus, trotz dem Wissen, dass sie führ ihn tabu war.
Während dem Fest war die Stimmung phänomenal und kurz vor Schluss trafen sich Taurlass und die Geliebte Elloths. Sie bat ihn darum, ihr bei einer Überraschung für ihren Freund zu helfen, und so verabschiedeten sie sich und verließen zusammen das Fest.
Einen Tag darauf schien der ältere Elb merkwürdig kühl und abweisend zu seinem jungen Freund zu sein. Taurlass versuchte jegliche Art von Aufmunterung, fragte ihn immer wieder, was denn los sei, doch stets bekam er die wütende Antwort: „Das weißt du ganz genau!"
Aber genau das war das Problem. Der Blondhaarige hatte keine Ahnung, was er denn falsch gemacht hatte, zerbrach sich wochenlang den Kopf und kam auf keine Lösung. Irgendwann kam ihm in den Sinn, dass er vielleicht wegen dem gemeinsamen Verlassen des Maskenballs sauer war, sprach es an, aber Elloth blockte immer wieder ab, rannte aufgebracht davon.
Auch gegenüber seiner Verlobten blieb er verschlossen und ihre Hochzeit war weniger fröhlich wie gedacht. Wenig später geschah das Unglück mit dem „Dunklen Reiter" und seinen Raubzügen und der dunkelhaarige Erstgeborene wurde dazu auserwählt, die „Befreiungstruppe" anzuführen.
Bei seinem Abschied würdigte Elloth Taurlass keines Blickes und auch seiner Ehefrau hauchte er nur ein liebloses „Ich komme wieder." ins Ohr, küsste sie kurz und streifte ihren leicht gewölbten Bauch – das Zeichen einer beginnenden Schwangerschaft – mit einem verbitterten, niedergeschlagenen Ausdruck in den Augen.
Dieser Moment hatte sich auf ewig in Taurlass' Herz gebrannt. Ebenso wie der Schmerz über ihre zerbrochene Freundschaft, wofür er nichtmals den Grund kannte.
FLASHBACK ENDE„Hey! Wollt Ihr hier ewig sitzen bleiben und ins Leere starren?"
Durch diese rhetorische Frage wurde Taurlass wieder in die Gegenwart zurückkatapultiert. Vor ihm stand ein junger Elb, er kannte ihn nur vom Sehen, der den Wächter amüsiert musterte. Der Blonde sprang abrupt auf, schnappte sich seine wenigen Habseligkeiten und blickte seinen Gegenüber scharf an:
„Ich habe verstanden. Ich komme gleich." Daraufhin grinste der Jüngere noch breiter und gesellte sich zu der Menge, die bereits aufbruchbereit war.
Taurlass indes band sich das Säckchen mit seinen Wertsachen auf den Rücken und nahm schließlich ein Tuch zur Hand. Dann schnürte er den gefangenen Ork los, wand ihm den Stofffetzen um ein Handgelenk und wickelte danach das Seil darum. Dieselbe Prozedur führte er bei sich durch, zum Schluss waren sie beide durch ein Seil miteinander verbunden. Auf den fragenden Blick Tirgîls, murmelte der Elb:
„Damit deine Haut von dem rauen Material nicht aufgerissen wird. Außerdem dient es zu unserer Sicherheit, somit kann ich jeden deiner Schritte kontrollieren."
„Ihr habt also doch Angst, dass ich fliehen könnte?", knurrte der Ork.
„Du bist immer noch unser Gefangener", entgegnete sein Wächter und beendete somit das Thema.
Bald befanden sie sich an der Spitze der Truppe. Vor ihnen lief nur noch Elloth, ansonsten hielten sich alle dicht hinter ihnen und die Flanken der Armee wurden durch Bogenschützen abgesichert.
„Nun ist es also soweit", flüsterte der Blonde mehr zu sich, als zu jemand anderem. Sie marschierten gen Süden…
Oft drehte sich ihr Anführer zu ihnen um und erkundigte sich bei dem Ork nach dem Weg. Dieser gab bereitwillig Auskunft, während er seine Umgebung aufmerksam beobachtete.
Nach einigen Stunden gab Elloth den Befehl, Rast zu machen. Sie waren zügig gelaufen, man merkte die Erleichterung der Erstgeborenen, nun endlich ein Ziel vor Augen zu haben und ihren Freiheitsdrang ausleben zu können.
Einige schafften Brennholz herbei und brachten ein Lagerfeuer in Gang. Sie hatten sich einen geschützten Platz gesucht. In ihrem Rücken waren Felsen, die unbesteigbar waren und deshalb auch kein Plateau für mögliche Angreifer bildeten. An ihren Seiten waren ebenfalls glatte Steinwände und vor ihnen lag eine offene Lichtung. Dadurch hatten sie uneingeschränkten Blick auf Feinde.
Taurlass setzte sich etwas abseits der Menge mit Tirgîl an seiner Seite nieder. Dort band er ihn von sich los und benützte einen Baumstamm als unbeweglichen Pfeiler. Als nächstes gab er dem Gefangenen etwas zu trinken und zu essen, während er selbst den dunkelhaarigen Elben betrachtete.
Seit Elloth die Sache mit Lalaith angesprochen hatte, geisterte dieser Teil seiner Vergangenheit immer und immer wieder in seinem Kopf herum. Nur schwer hatte er sich nach Monaten von der Erinnerung lösen können und nun war sie wieder präsent. Sie quälte ihn erneut mit der Frage, welcher Grund für den Bruch ihrer guten Freundschaft verantwortlich war. Er wollte es endlich wissen!
Energisch stand Taurlass auf, winkte einen Kollegen zu sich her und trug ihm auf, für kurze Zeit auf den Ork zu achten. Dann zogen ihn seine Schritte gezielt zu dem Anführer. Ganz unelbenhaft ließ er sich neben den Dunkelhaarigen fallen, griff sich als Vorwand ein Stück Lembas und taktierte ihn schließlich mit wütenden Blicken. „Was ist?", fragte Elloth arglos und ohne sich umzudrehen.
„Lalaith." Nur dieses einzige Wort kam Taurlass über die Lippen, doch er wusste genau, dass sein Gegenüber ihn verstand.
„Nicht schon wieder…", stöhnte er genervt und wandte sich letztendlich doch noch um. Beinahe mitleidig schaute der Ältere den Wächter an.
„Ich habe es dir bereits tausend Mal gesagt. Du kennst die Antwort!"
„Nein, kenne ich nicht!", schrie der Blonde aufgebracht. „Geht das nicht in dein Spatzenhirn rein oder willst du es einfach nicht kapieren?!"
„Mäßige deine Stimme", entgegnete Elloth trocken.
Dann stemmte er sich hoch und rief:
„Wir brechen wieder auf!"
Mit einem vernichtenden Gesichtsausdruck musterte er Taurlass und entfernte sich anschließend, nicht willig auf ein Gespräch einzugehen…
OOOSein Umhang raschelte unheilverkündend, als er mit schweren Schritten die lange Treppe in die Tiefen Utumnos hinabstieg.
Seine Maske glühte bereits auf Grund der Hitze der Flammen, die unbezähmbar von der Schlucht aus in die Höhe schlugen. Doch genau in diesen todbringenden Ausdünstungen des Feuers fühlten sich die Ungeheuer, die Melkor seit kurzem beherbergte, sehr wohl. Sie schienen Gefallen an irgendeinem Spiel gefunden zu haben, das dem Schwarzen Herrscher gänzlich unbekannt war.
„Was tut ihr da?", fauchte er unter seiner Maske hervor und nur das böse Glitzern seiner Augen war zu erkennen.
„Wir spielen Balrog-ärgere-dich-nicht. Ist Euch dieser wunderbare Zeitvertreib nicht bekannt, Herr?", fragte der Oberste der Feuergeißler nichtsahnend.
Und tatsächlich. Sie benützten die Orks als Spielfiguren und das Ziel war es, alle fünf in das „Haus" (in diesem Falle der Felsvorsprung und letztendlich der Sprung in die Lava) zu bringen.
„Möchtet Ihr mitspielen, Meister?"
„Nein", entgegnete Melkor mit einem kalten Flüstern.
„Aber ich!", kam der Ruf von einer Person hinter dem Dunklen Herrscher. „Ich spiele mit! Ich bin grün!"
Daraufhin wandte Melkor sich um und musterte den Sprecher dieser unsäglichen Worte vernichtend. Dann drehte er sich wieder um und blickte in das Antlitz der Balrogs.
„Hört auf! Ich brauche eure Spielfiguren, die Orks, noch. Sie sind für die Schmiede zuständig und für Krieg brauchen wir bekanntlich Waffen. Außerdem sind ohnehin nur noch sehr wenige von meiner Schöpfung übrig."
„Natürlich", erwiderte eines der Ungeheuer heuchelnd.
„Und dies", setzte Melkor erneut an, machte einen Schritt zur Seite, um den Blick auf die bisher verdeckte Person freizugeben, „ist Sauron. Mein oberster Statthalter und Vertrauter. Er wird für den Aufbau und die Führung Angbands verantwortlich sein. Angband wird meine zweite Festung im Südwesten, um jeglichem möglichen Angriff der Valar standhalten zu können."
Neugierig wandten alle Balrogs ihre Köpfe in Richtung des Neuankömmlings. Erstaunt blickten sie auf eine hochgewachsene, muskulöse Gestalt in schimmerndem Grau. Es schien, als würde sie keine greifbare Existenz haben. Immer wieder verschwamm das Bildnis vor ihren Augen und glich mehr und mehr einem flüssigen Bach aus Silber.
Ungläubig beobachteten die Feuergeißler dieses Phänomen. Nach der vorigen Stimme zu urteilen, hätten sie ein Kind oder einen Knaben im Jugendalter erwartet, doch keine ausgewachsene, merkwürdige Gestalt. So etwas Undefinierbares hatten sie noch nie gesehen und sie wussten nicht, wie sie sich verhalten sollten.
Nervös stampften sie mit ihren Pranken auf, spielten mit ihren Peitschen und ihren Nüstern entfloh ab und zu eine kleine Rauchwolke.
„Du hast nicht zu viel versprochen", raunte die körperlose Stimme ihrem Herrn zu. „Wir werden siegen."
Plötzlich ertönte ein grausames Lachen, das jedem einen kalten Schauer über den Rücken jagte, und selbst die Balrogs vergaßen Feuer zu speien. Es erschallte hohl und doch voller Hass. Mit Leichtigkeit füllte es die gesamte Schlucht aus und brach sich an den steinernen Wänden.
Dadurch wussten die Ungeheurer, dass man Sauron auf die gleiche Stufe wie Melkor stellen konnte. Vielleicht gerade deswegen, weil er keine greifbare Gestalt annahm und ihn deshalb niemand einschätzen konnte, wirkte er unheimlich und unsagbar böse.
Dieses grässliche Gelächter schloss alle Zweifel aus, und doch meinte man, einen kleinen Jungen mit göttlichem Schimmer zu erkennen. Ein unschuldiges Wesen von höherer Natur. Aber mit dem nächsten Wimpernschlag war auch dieses Trugbild verschwunden und übrig blieb die seltsame grau schimmernde Gestalt.
„Wir werden unsere Pläne in Angriff nehmen", meldete sich Melkor zu Wort und unterbrach die ungewohnte Stille.
Wie aus Trance erwachten die Feuergeißler und schnaubten zur Antwort. Dann ertönte die Frage des Obersten von ihnen: „Wann können wir nun endlich in Erscheinung treten?"
„Bald. Eure Zeit wird noch kommen. Spart eure Kräfte für eine der größten Schlachten, die in die Geschichte Ardas eingehen werden", antwortete der Schwarze Herrscher stolz. Dann wandte er sich um und begann, gefolgt von Sauron, die Stufen wieder hinauf zu steigen.
Zurück blieben ungeduldige Balrogs, die sich nun wohl oder übel ein neues Spiel zum Zeitvertreib ausdenken mussten…
OOOWeiter im Süden ging ein wenig ereignisreicher Tag zu Ende. Und dennoch sollte in kurzer Zeit eine Begegnung stattfinden, die noch Jahrtausende später von Generation zu Generation erzählt werden würde…
Gut erholt, dank einem langen Gesundheitsschlaf , wachte Ithilborn auf. Es war wohl um die Mittagszeit, nach dem Stand Anors zu schließen.
Er blinzelte, drehte seinen Kopf und schaute – wie erwartet – in das Gesicht seiner Tochter.
„Alae, hen nîn."
„Alae, Ada!", kam die fröhliche Antwort der Kleinen.
„Wenn du so weitermachst, stellst du bald einen Rekord im Langschlafen auf", witzelte sie.
„So?", entgegnete der schwarzhaarige Elb mit hochgezogenen Augenbrauen.
„Wie viele Stunden war ich denn im Land der Träume?"
„Du weißt ganz genau, dass ich erst bis 10 zählen kann!", sagte Menelmîr beleidigt und zog eine Schnute.
„Wirklich? Na dann musst du schnell weiter lernen. Komm, ich zeig's dir!"
Mit einer einladenden Geste zeigte der Wächter neben sich auf sein Lager. Mit einem „Hops" saß seine Tochter wenig später dort, kuschelte sich zu ihrem Vater und sah ihn erwartungsvoll an. „Also gut. Mach mir mal vor, wie weit du schon zählen kannst."
„Eins, zwei, drei…", murmelte das Elbenkind und nahm dabei fleißig seine Finger zur Hilfe. Liebevoll betrachtete der Erstgeborene ihre Mühen. Doch bei 8 stoppte sie und blickte erstaunt mit leicht geöffnetem Mund aus dem Fenster.
„Man ce nich? (Was siehst du?)", fragte ihr Ada verwundert. Er hatte sich mit dem Rücken zur Wand gedreht und wusste daher nicht, was draußen geschah.
Zuerst antwortete Menelmîr nicht, sondern starrte weiterhin fasziniert in die Ferne. Ihre Augen weit aufgerissen, konnte man ein merkwürdiges Licht in ihren Pupillen schimmern sehen. Nach einer Ewigkeit setzte sie zum Sprechen an und stotterte:
„W… was ist das für ein Licht, Ada?"
„Was meinst du", entgegnete der Elb nun ehrlich besorgt. Vorsichtig drehte er sich zum Fenster und wusste sogleich, was seine Tochter meinte.
Von seinem Zimmer aus hatte man einen wunderbaren Blick in Richtung des Haupthügels. Dort konnte er jeden Abend die Sonne untergehen sehen. Genau auf diesem grünen Hügel schien eine Gestalt zu stehen, die Quelle dieses gleißenden Lichts.
Nur schwer konnte man ein Reittier ähnliches Etwas erkennen, auf dem eine Person thronte. Oder war es das Geweih dieses riesigen Tieres? Geblendet schloss Ithilborn die Augen, das grelle Weiß des Lichts durchdrang sogar seine Lider.
„Ada, ich habe Angst", wimmerte das 6-jährige Mädchen, schlug die Hände vors Gesicht und kauerte sich an die Seite ihres Vaters.
„Dar-îdh.
(Bleib ruhig.) Uns wird nichts passieren.", flüsterte der
Schwarzhaarige.
Doch war er sich da ganz sicher?
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Wie gewöhnlich ritt er auf seinem edlen Ross Nahar, strich ihm geistesabwesend durch die goldene Mähne und der starke Wind zerzauste seine eigenen kupferroten Haare. Zufrieden atmete er tief ein, blickte sich aufmerksam um und grüßte den Wald. Dies war sein Revier. Hier ritt er am liebsten. Nur mit dem Zwitschern der Vögel, dem Rauschen des Windes, dem Knacken einzelner Zweige und dem genüsslichen Kauen der Rehe im Ohr.
Doch plötzlich stieß sein Pferd ein lautes Wiehern aus und seine goldenen Hufen galoppierten über den Waldboden. Trockene Erde wurde aufgewirbelt, Tiere aufgescheucht. Aber Orome ließ es gewähren. Wenn Nahar etwas witterte, hatte er Grund dazu.
Der Hengst flog regelrecht über die Ebene und blieb schließlich auf einem grünen Hügel stehen, der den Blick auf ein bebautes Tal freigab. Überrascht stieg Orome ab und musterte dieses Dorf samt Einwohner. Konnte es wirklich sein? Vor Erstaunen hielt er unbewusst die Luft an. Waren dies wirklich die Elben, Schöpfung Illuvatars?
Wie in Trance begann er den Abhang hinunter zu steigen, während er fasziniert die Wesen betrachtete. Sie waren wunderschön, edel und erhaben. Sie übertrafen alle seine Vorstellungen!
In seiner Bewunderung gefangen merkte er nicht, wie einige der Erstgeborenen zu ihren Waffen griffen. In ihren Gesichtern stand pure Angst geschrieben. Sie wollten nicht noch einmal solch eine grausame Schlacht erleben. Nicht erneut den süßen Geruch des Todes riechen, die Bitterkeit des Mordens schmecken, die gequälten Schreie der Verletzten hören.
Manche ihres Volkes nahmen blind Reißaus. Sie rannten in ihrer Verzweiflung und Panik in den heiligen See und ertranken. Andere wiederum schnappten sich ein Schwert oder eine Fackel und stellten sich dem Fremden entgegen.
Erst als sie erste hasserfüllte Kampfschreie ausstießen und mit ihren brennenden Fackeln wedelten, nahm Orome Notiz von seiner gefährlichen Lage. Beruhigend hob er seine Hände und erklärte mit seinen Worten, wer er sei und dass er nichts böses wolle. Doch die Elben verstanden seine Sprache nicht. Es klang zwar melodisch und schön, dennoch brachte es ihnen nichts.
Als er die verwirrten Gesichtsausdrücke sah, bediente er sich der Zeichensprache. Er deutete klar und deutlich auf sich, buchstabierte „Orome", seinen Namen, und zeigte auf die Erstgeborenen und sagte: „Eldar, Sternenvolk."
Mit dieser primitiven Verständigungsweise begannen die Elben zu verstehen und viele hörten dem Neuankömmling nun aufmerksam zu. Zwar saß der Schreck, als der Dunkle Reiter über sie hereinbrach, immer noch sehr tief und sie wussten, dass er verschiedene Gestalten annehmen konnte, aber bei diesem Fremden bemerkten sie eine helle, reine Aura. Er schien von gutem Willen erfüllt zu sein.
Einige senkten ihre Waffen, derweil setzte Orome seinen Vortrag fort. Er deutete abermals auf sich und anschließend nach oben in den Himmel. Dann kniete er nieder, ahmte Verbeugungen und Gebetshaltung nach und sprach:
„Ich bin einer der Götter."
Erstaunt sah das Volk ihn an und neigte schließlich ergeben und respektvoll den Kopf. Der Valar jedoch bat sie wieder aufzuschauen und verdeutlichte ihnen, dass er keine Huldigungen verlangte.
Dann zeigte er abermals auf die Erstgeborenen, wedelte mit den Händen, deutete einen Kreis an und zuckte mit den Schultern, was so viel bedeuten sollte wie: „Was ist hier passiert?"
Daraufhin gerieten seine Gegenüber in Aufruhr und untermalten ihre Erzählung durch furchteinflößende Drohgebärden, gefletschten Zähnen und wegschleifende Bewegungen. Somit klärten sie Orome über den rabiaten Abgriff Melkors, die Entführung zahlreicher Artgenossen und die Suchtruppe auf. Geduldig beobachtete der Fremde ihre Gesten und lauschte ihren ungewohnten Lauten.
Letztendlich verbeugte er sich vor der gesamten Schar und zeigte auf sich, öffnete und schloss seine Hand immer wieder und deutete wieder nach oben. Dabei sprach er deutlich:
„Ich werde es den anderen Göttern erzählen. Habt keine Angst. Ich komme wieder."
Danach drehte er sich um, nicht ohne ein letztes Mal seinen Blick über das Elbendorf schweifen zu lassen, und schwang sich auf sein Pferd.
Nahar wieherte zum Abschied, schüttelte seinen edlen Kopf, sodass seine Mähne graziös im Wind flatterte, und trab an. Sicher führte der Valar sein Ross den Unsterblichen Landen entgegen, und die Eldar sahen ihm mit neu entfachter Hoffnung auf Hilfe hinterher, bis er hinter den Hügeln verschwunden war…
TBC…-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Orome: Einer der Valar, ein großer Jäger
Valar: Ainur, in körperlicher Gestalt auf Arda wandelnd
Man ce nich? Was siehst du?
Ada: Papa
Hen nîn: Mein Kind
Dar-îdh: Bleib
ruhig.
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Hui! Da sind jetzt aber viele neue Charaktere und furchteinflößende Mächte aufgetreten, nicht wahr? ;-) Ich hoffe, ihr blickt noch durch! Is nur so, dass ich mich auch auf Fakten stützen möchte und mich deshalb ziemlich genau ans 'Silmarillion' halte. Und wer das gelesen hat, weiß wie verwirrend das ist! 'g'
So, nun gut. Ich lasse euch jetzt genügend Zeit, um über Lalaith & Co. nachzudenken. Schickt mir doch ein paar Reviews, hmm? 'Welpenblick aufsetz' Ich würde zu gerne wissen, was ihr vom momentanen Verlauf haltet! 'ich bin gar ned neugierig, gell?'
Und wenn ihr lieb seid (d. h. mich mit Kommis zumüllt) bekommt ihr in 2 Wochen (da bin ich wieder at home) eine neue FF auf dem Silbertablett serviert. Na? Wie findet ihr das? 'alle kreischend davon renn'
Ich war nämlich ganz fleißig! Hierbei geht's um Elrond, der sich so seine Gedanken über Arwens Entscheidung, ihre Unsterblichkeit für Aragorn aufzugeben, macht.
Aber Achtung! Ich bin zwar ein wahnsinniger Elrond-Fan, aber bei mir findet er sich nicht so leicht mit Arwens Entschluss ab, wie es im Film vielleicht rüberkommt und er ist auch mal 'n bisschen ungerecht zu unserem Waldläufer. 'g' Aber lasst euch überraschen!!
Und schickt mir Reviews!!!
Eure (im Moment schreibfanatische) Liderphin
