Und? Hattet Ihr auch ein schönes Wochenende?
Ja?
Schön für Euch! Und jetzt ist wieder Montag?
Ätsch!
Aber immerhin gibt's, dem Rudel sei Dank, was Tolles zu lesen.
Heute gibt's den ersten Teil von Kakyuus Crossover: Harry Potter x Neon Genesis Evangelion
www. fanfiktion. de/u/Kakyuu
(Nehmt bitte die Leerzeichen nach www. und nach fanfiction. raus)
Disclaimer: Mir nix, sondern der Rowling. Na ja zumindest ein bisschen. Viel mehr davon gehört aber mein persönlichen Gott: Hideaki Anno. Folgerichtig ist mein Crossover Beitrag Neon Genesis Evangelion X Harry Potter. Tatsächlich funktionieren die Timelines von EVA und HP ziemlich gut zusammen. Zumindest in meinem Kopf. Für die EVA „Insider". Ich liebe die Originalserie und ich vergöttere Rebuild of Evangelion, aber ich weigere mich, Asuka den dämlichen Beinamen Shikinami zu verpassen. Wo kommt der überhaupt her? Für mich bleibt sie Soryu Asuka Langley und basta.
Zu Neon Genesis Evangelion:
Die Welt, wie wir sie kennen wurde am 13. September 2000 durch ein Ereignis verändert, dass sich Second Impact nennt. Ein Krieg zwischen Pakistan und Indien vernichtet Tokyo beinahe völlig, der Meeresspiegel steigt drastisch und überschwemmt weite Teile des Landes. Forscher haben am Nordpol, durch einen missglückten Test mit einem nicht näher identifizierten Objekt namens ADAM, dieses Ereignis ausgelöst, etwas in Gang gesetzt, dass sie nicht mehr stoppen können. Die Invasion der Engel. Kurz darauf wird die Organisation SEELE gegründet, die sich zur Aufgabe macht, diese Engel zu erforschen und den Third Impact aufzuhalten. Eigentlich hat SEELE ganz andere Ziele, aber zumindest deren Geheimprojekt GEHIRN, später NERV, soll diese Aufgabe formal erfüllen. Zu diesem Zweck werden die Evangelions erschaffen, riesige mechanische Krieger, die jedoch nicht, wie man so denken könnte, Maschinen sind, sondern ihren Panzer mehr zum Schutz vor sich selber tragen. Denn sie sind Klone des ersten Engels ADAM. Na ja, nicht ganz, Einheit 01 ist dann doch noch mal spezieller und ein Lilith Klon und wenn ihr euch jetzt fragt:
Verdammt, warum sind das so viele kranke Fakten, dann kann ich nur sagen: Das war erst der Anfang. Eigentlich ist die EVA Handlung so komplex, dass sie allein objektiv betrachtet 3 Seiten füllen würde. Also raffen wir das ganze jetzt noch ein bisschen dramatischer.
Evangelions lassen sich nur von Teenys steuern, fragt nicht, das ist so. So ein EVA braucht nämlich eine Seele und die der jugendlichen ist noch formbar. Für die EVA Insider erspare ich jetzt mal die Vermutungen warum das so ist, ebenso setze ich die „Regeln" die es für die Children gibt ein wenig außer Kraft. Müssen ja nicht alle tote Mütter haben. Außerdem muss man grenzwertig geisteskrank dafür sein. Okay, sehr geisteskrank!
Da hätten wir also Shinji Ikari, dessen Vater Kommandant von NERV ist und ein ganz schönes Arschloch obendrein. Dann gibt's da noch Asuka Langley, die olle Egomanin und Rei Ayanami, die eigentlich nur ein Klon ist und mindestens drei Mal in der Serie stirbt und wiederkommt. Ja, Rei ist äußerst ersetzbar und seit Rebuild noch Mari Makinami, die ein wenig Evageil ist, um das mal auf den Punkt zu bringen.
Zum Start der Geschichte sind die Evangelions bereits in Planung, bzw in Serienproduktion, effektiv in Betrieb sind aber natürlich nur EVA 00, EVA 01 und EVA 02.
Dann gäbe es da noch Misato Katsuragi, kommandierender Offizier der Children und natürlich Ritsuko Akagi, mein Hassobjekt. Die ist Wissenschaftsuschi und nervt.
Die Children haben nun die Aufgabe, mit Hilfe der Evangelions die Engel zu stoppen, die versuchen an das heranzukommen, das im NERV Hauptquartier, tief unter der Erde, verborgen ist. Die Children selbst werden oftmals leider im Dunkeln gelassen und sind für Kommandant Ikari ziemlich ersetzbar. Auch die Nichtklonkinder. Und hier beginnt mein Berührungspunkt mit Harry Potter ;)
God's in his heaven
All's right with the world
Der Mann, der vor ihr stand, gefiel ihr nicht. Wäre es nach ihr gegangen, hätte er ihre Schule nie betreten, doch der Zaubereiminister hatte sie regelrecht angefleht, diesem schweigsamen Muggel und seiner Begleitung Einlass zu gewähren, sodass sie es schlecht hatte verweigern können.
Dennoch fragte sich Minerva McGonagall, was es damit auf sich hatte, der Mann saß seit mehreren Stunden in der großen Halle, wo die meisten Schüler ihre Hausaufgaben machten und sprach hin und wieder ein oder zwei Worte mit seinem Begleiter.
Sie behielt ihn genau im Auge, auch wenn sie seine Sprache nicht verstand, so war sie dennoch in der Lage, sein Verhalten ein wenig zu deuten. Er suchte etwas. Nur was? Und was, wenn er es gefunden hatte? Denn sie hatte eine Anweisung bekommen, die sie beunruhigte. Diesem Mann, der sich nur knapp als Gendo Ikari vorgestellt hatte, war Zugang zu jedem Geheimnis der Schule gewährt worden. Warum bloß? Nie hatte ein Muggel Hogwarts betreten dürfen. Zornig knirschte sie mit den Zähnen und beobachtete ihn weiter.
Sein Begleiter trug eine militärische Uniform, vermutlich ein hohes Tier bei den Muggeln in irgendeiner Armee, auf die sie alle so heiß waren. Minerva schnaubte verächtlich, sodass sogar der unfreundliche Mann seinen Blick hob und sie böse anstarrte. Ach, vermutlich nicht einmal böse, er konnte wahrscheinlich gar nicht anders schauen, deswegen war sein Gemütszustand immer hinter diesem bösen Blick verborgen.
Ja, guck du nur, dachte sie. Deine Armee und dein Militär machen Kriege. Kriege gegen die selbst Zauberer machtlos waren. Kriege in denen ganze Städte vom Antlitz der Erde gefegt wurden. Sollte es dem Mann nicht zu denken geben, dass seine eigene Heimatstadt durch so etwas zerstört worden war? Vermutlich sah er diesen Zusammenhang nicht.
Ein Ruck ging durch den Fremden, der da dreist am Lehrertisch seinen Platz beanspruchte. Er hatte etwas gesehen.
Die beiden tuschelten nun, beinahe schon aufgeregt.
Minerva folgte seinem Blick. Er fiel auf den Tisch der Gryffindors.
Der Begleiter des unfreundlichen Mannes besaß noch die Unverfrorenheit, dorthin zu zeigen.
Die zwei Zauberer von Zaubereiministerium, die die Muggel begleiteten wurden nun gerufen.
Minerva konnte nicht verstehen, was der Übersetzer der beiden sprach, doch die Worte des anderen umso mehr.
„Ich... das geht nicht."
Hektisch begannen nun die zwei Japaner auf den Übersetzer einzureden, der ganz blass geworden war.
Um was feilschten die vier dort? Wieso besaß der Muggel die Macht, die Schulleiterin von Hogwarts wie ein ungezogenes Kind an einen weit entfernten Tisch zu verbannen.
„Dazu brauchen wir die Erlaubnis der Schulleiterin", versuchte der eine möglichst würdevoll zu sagen, doch unter dem stechenden Blick Gendo Ikaris schmolz sein letztes bisschen Würde wie Eis in der Sonne.
„Professor?", rief er zu ihr hinüber.
Minerva tat so als habe sie nicht gehört, nur um zu demonstrieren, dass sie entschied, wann es Zeit war, sich einzumischen. So ließ sie noch einige Sekunden verstreichen, bevor sie sich nun vollends von ihrem Stuhl gleiten ließ und mit langsamen Schritten zu den Vieren hinüber.
„Was kann ich für Sie tun?", fragte sie argwöhnisch.
„Die Herren wollen Victoire mitnehmen", sagte der eine Ministeriumszauberer mit nervösem Blick.
„Wohin wollen Sie Miss Weasley mitnehmen?", fragte sie streng den bärtigen Mann, der sich Ikari nannte.
Sie wusste, dass er ihre Worte verstand.
„Sie eignet sich perfekt für unsere Bedürfnisse", antwortete er sogleich mit einem unangenehmen Akzent.
„Miss Weasley bereitet sich gerade für die ZAGs vor, ich glaube nicht, dass sie viel Zeit haben wird, mit Ihnen zu plaudern", entgegnete sie eisern.
Keiner ihrer Schüler sollte auch nur ein Wort mit diesem schrecklichen Mann sprechen.
„Professor, ich fürchte das geht so nicht. Der Zaubereiminister hat deutlichst zu verstehen gegeben, dass Mr. Ikari dazu befugt ist, Schüler dieser Schule für einen Test mitzunehmen."
„Warum wird mir das nicht mitgeteilt?", fuhr Minerva auf. „Niemand wird einen meiner Schüler mitnehmen.
„Professor", antwortete der Ministeriumszauberer versöhnlich. „Wir haben die Order bekommen, uns notfalls gegen ihren Willen durchzusetzen." Er sah betreten aus. „Wir würden es jedoch vorziehen, das nicht tun zu müssen."
Minerva sah den Mann fassungslos an. Schweigend wandte sie sich zum Gryffindortisch um, wo Victoire immer noch nicht gemerkt hatte, dass es hier vorne um sie ging. Sie plauderte stattdessen im Flüsterton mit ihrer Tischnachbarin und kicherte hinter vorgehaltener Hand, so wie es ein Mädchen in ihrem Alter tun sollte.
„Was werden Sie mit ihr tun?", verlangte sie von Ikari zu wissen.
„Sie erhält ein Stipendium von NERV, wenn sie sich gut anstellt", antwortete er in seinem wundersamen Englisch.
..::~::..
Victoire konnte gar nicht fassen, was da mit ihr geschehen war. Die Muggel, die ein bisschen merkwürdig, aber sonst recht freundlich zu ihr gewesen waren, hatten sie an ein merkwürdiges Gerät angeschlossen, dafür hatte man sogar eigens einen Raum in Hogwarts gefunden, an dem diese Maschine funktionierte, kurz darauf waren sie ganz aus dem Häuschen gewesen und der Mann, der sich als Fuyutsuki vorgestellt hatte, hatte sie überschwänglich gelobt.
Warum Professor McGonagall so böse ausgesehen hatte, verstand sie nicht, denn die beiden Herren hatten ihr ein Stipendium in Deutschland angeboten. Wer bekam das schon? Offenbar hatten sie sonst niemanden getestet, sie war die einzige gewesen und das schmeichelte ihr natürlich.
Dann hatten die zwei Herren sie in einem Muggelauto herumgefahren, den ganzen weiten Weg bis Shell Cottage, damit sie ihre Eltern um Erlaubnis bitten konnte.
Was sie wohl mit einem Stipendium für Muggel sollte, das fragte sie sich nicht. Offenbar war es ja etwas, das sowohl Muggel als auch Zauberer lernen konnten. Vielleicht wurde sie dadurch ja sogar berühmt?
In den schillernsten Farben malte sich Victoire aus, wie sehr sich ihre Eltern freuen würden, sie, die älteste Tochter, im zarten Alter von 15 Jahren, eine Stipendiatin. Das würde sicher Eindruck machen.
„Maman", rief sie, als das Haus in Sichtweite kam. „Maman!"
Unter dem Vordach sah sie die vertraute Gestalt ihrer Mutter, die sich offenbar gerade mit einem Buch auf die Veranda zurückgezogen hatte und nun erschrocken aufsah.
„Victoire?!"
„Maman!", rief sie erneut und stürmte auf ihre überraschte Mutter zu.
„Was machst du denn hier?", fragte ihre Mutter verwundert blinzelnd, dann erst nahm sie sie in die Arme.
Lachend löste sich Victoire aus der Umarmung. „Ich bin auserwählt worden?"
„Mon Dieu, was bist du?", fragte ihre Mutter verwirrt.
„Ich habe ein Stipendium bekommen. In Deutschland."
„Was?"
Ihre Mutter sah nicht halb so begeistert aus, wie Victoire sich das in ihrem Tagträumen ausgemalt hatte.
„Wo ist Papa?", wechselte Victoire diplomatisch das Thema. Vielleicht würde sich ihr Vater ein wenig mehr freuen.
„Der ist in Tunesien, mein Schatz, das habe ich dir erst letzte Woche geschrieben", sagte ihre Mutter leise und starrte sie nun aus großen Augen, die den ihren so ähnlich waren, an.
„Also", machte Victoire nun ihrerseits ein wenig verwirrt. „Ich bin ausgewählt worden für ein super geheimes Forschungsprojekt."
„Von wem?", verlangte ihre Mutter zu wissen.
Wieso lief das hier alles so schief? Wieso reagierte ihre Mutter nur genauso, wie Professor McGonagall? Dieser merkwürdige Blick.
„Ja, also", stammelte Victoire nun in Erklärungsnot. Was genau diese Leute dort in Deutschland taten, wusste sie auch nicht so recht. Es klang alles so wissenschaftlich. Und der mürrische Mann hatte etwas von Piloten erzählt. Victoire kannte Piloten, die steuerten Muggelflugzeuge. Vielleicht sollte sie so etwas auch lernen. Vielleicht hatten sie irgendetwas an ihr gemessen, das ihnen sagte, sie sei eine gute Pilotin.
„Von NERV", begann sie erneut. „Die forschen seit dem Second Impact..."
„Und wozu brauchen sie dich?", unterbrach ihre Mutter erzürnt. „Victoire, das ist Irrsinn. Schlag dir das aus dem Kopf. Du solltest in Hogwarts sein und dich auf deine ZAGs vorbereiten."
„Aber Maman", jammerte Victoire. „Ich brauche doch keine ZAGs, wenn sie mir ein Stipendium geben. Ich könnte meinen Abschluss dort machen, das haben sie mir gesagt. Und ich könnte euch auch alle paar Monate besuchen kommen. Das ist doch nicht schlimm. Papa hat mir erzählt, dass du selbst beim Schüleraustausch warst, als du am trimagischen Turnier teilgenommen hast und... du bist auch nach England gekommen, was gar nicht dein Heimatland ist und..."
Ihre Mutter stand auf.
„Muss ich das jetzt entscheiden?", fragte sie streng.
„Ja", erwiderte Victoire trotzig.
Einmal in ihrem Leben war sie die „Auserwählte". Die Muggel hatten sie gefordert, nicht irgendwen anders. Jetzt konnte sie zeigen, was in ihr steckte. Warum verstand das niemand? Jeder sah nur das hübsche Mädchen in ihr, ihre Noten waren gut, aber nie sehr gut. Nie wurde ihr Aufsatz besonders bedacht. Beim Quidditch war sie ebenfalls gut, aber nicht gut genug für die Hausmannschaft. Also warum wollte ihre Mutter diesen Erfolg nur rauben?
„Ich werde mich mit deinem Vater besprechen", antwortete ihre Mutter nachdenklich.
„Bitte beeil dich", flehte sie nun regelrecht. „Die warten auf mich."
„Ich werde mich dennoch mit deinem Vater besprechen", wiederholte ihre Mutter. „Ich traue fremden Muggeln nicht, die mir nichts, dir nichts meine Tochter nach Deutschland entführen wollen."
..::~::..
Knapp vier Wochen später wünschte sich Victoire, dass ihre Mutter ihr verboten hätte, mit den Männern von NERV nach Deutschland zu gehen. Das lag nicht an diesen Männern selber, auch wenn sie dort nur selten mit ihnen zu tun hatte und es lag auch nicht an ihrer merkwürdigen Arbeit, die so gar nichts mit Zauberei oder irgendetwas zu tun hatte, das sie kannte, nein es lag an ihr.
Diesem furchtbaren kleinen Mädchen, das sich ständig über sie beklagte. Soryu Asuka Langley war eine Nervensäge. Nicht nur, dass sie bereits seit ihrer Kindheit ein Stipendium von NERV besaß, nein, auch dass sie schon viel mehr wusste und sich gerade auf ihren Abflug nach Japan vorbereitete, das hielt sie Victoire ständig unter die Nase, während Victoire gerade mal einen rudimentären Überblick hatte, um was es hier genau ging.
Und der Blick war wirklich beschränkt. Gab es zwar Kaji, der sich tatsächlich ein wenig Zeit für sie nahm und ihr sogar ein paar Fragen beantwortete, die sie eigentlich gar nicht hätte stellen dürfen, doch dabei blieb es dann auch, während Asuka über das Gelände spazierte, als habe sie die Weisheit mit Löffeln gefressen.
Normalerweise hätte Victoire ihr mit einem Wink ihres Zauberstabs gezeigt, was sie von so aufgeblasenen Gören hielt, doch das strikte Verbot, ihren Zauberstab zu benutzen, hielt sie davon ab, denn hier ging es sehr militärisch zu. Man hatte ihr versprochen, dass wenn sie sich gut anstellte, sie schon in zwei Monaten nach Japan fliegen durfte, um im NERV Hauptquartier in Neo Tokyo 3 zu lernen, aber bis dahin hatte sie sich an die Spielregeln zu halten und schon gar nicht zu zaubern.
Doch Asuka erfand ständig neue Geschichten darüber, wie Victoire ihren Zauberstab gebraucht hatte, als man jedoch einen hohen Ministeriumszauberer aus Deutschlands Hauptstadt Berlin einfliegen ließ, fand er nicht die geringste Spur eines Zaubers an ihrem Zauberstab.
Danach war Asuka zwar eine Weile stiller gewesen, wohl auch deswegen, weil man sie unter Arrest gestellt hatte, aber lange hatte das nicht gehalten.
Als Victoire eines Abends gedankenverloren im Umkleideraum saß, stürmte Asuka wutentbrannt herein und warf ihr einen Zettel vor die Füße.
„Da hast du es!", tobte das rothaarige Mädchen.
„Was?", fragte Victoire verwundert und sah auf.
„Du bist schuld, dass sich mein erster Einsatz verzögert!", kreischte Asuka den Tränen nahe.
„Was habe ich denn damit zu tun? Ich weiß doch gar nichts von deinem Einsatz."
„Da steht es, schwarz auf weiß!", behauptete Asuka. „Wegen der geäußerten Bedenken, wird sich die Abreise des Second Children, Soryu Asuka Langley, um vier Wochen verzögern. Wir ordnen an, dass... bla bla bla!", schnappte das Mädchen beleidigt. „Das hier ist allein deine Schuld."
„Warum sollte es das?", entgegnete Victoire bedächtig. „Wenn du deine Arbeit nicht ernst nimmst, ist das nicht mein Problem. Ich halte mich an meinen Kram, was du ja offenbar nicht kannst."
Asuka funkelte sie böse an und knallte die Tür ihres Spinds zu.
„Du wirst mir meinen Platz nicht streitig machen", knurrte das jüngere Mädchen. „Oh nein, du nicht. Du hast ja noch nicht einmal den Hauch einer Ahnung, was wir hier tun."
Victoire verdrehte die Augen und stellte sich taub für den merkwürdigen Singsang, den Asuka Englisch schimpfte.
Ja, sie fühlte sogar eine eigenartige Euphorie, denn Kaji hatte ihr versprochen, heute mit ihr ihren zukünftigen Evangelion zu begutachten. Vermutlich rastete Asuka deswegen so aus.
Bisher hatte Victoire nur vage Andeutungen serviert bekommen, was sie als Pilotin eines EVAs zu erwarten hatte, doch sie war gespannt darauf. Nur dafür war sie doch hergeholt worden.
„Du brauchst gar nicht so blöd gucken", versuchte Asuka sie erneut zu provozieren. „Dein EVA wird sich kein bisschen bewegen! Und überhaupt, selbst wenn, gegen einen Engel hättest du keine Chance!"
Victoire hatte keine Ahnung, wovon das Mädchen sprach, hatte sie doch die letzten Wochen erst angefangen, die Arbeit von NERV ein wenig zu verstehen, das beinhaltete aber noch lange nicht das Wissen über die Evangelions.
„Guten Abend, die Damen", hörte Victoire Kajis wohlklingende Stimme von der Tür her. „Darf man eintreten?"
Asukas Wangen nahmen einen Hauch von Rot an, dann nickte sie.
„Victoire, ich glaube ich hatte dir etwas versprochen", fuhr Kaji unbeirrt fort.
Asukas Miene, wenn überhaupt möglich, verfinsterte sich noch mehr, während Victoire das Grinsen nicht unterdrücken konnte.
Ätsch, dachte sie. Selber schuld, verzogene Göre. Asuka war eben nicht der einzige Mensch, der gute Ergebnisse in irgendwelchen Tests erzielen konnte.
Doch zu ihrem Erstaunen zog Kaji eine Mappe aus seinem Mantel und reichte sie ihr.
„Das ist meine Überraschung."
Victoires Lächeln gefror und Asuka schnitt ihr eine Grimasse. Sie hatte fest damit gerechnet, dass sie ihren Evangelion heute zu Gesicht bekam. Und das sicherlich nicht auf einem unbeweglichen Muggelfoto!
„Danke", stammelte sie lediglich und klappte die Mappe auf.
„Humanoid Evangelion Production Model", las sie da.
Asuka versuchte von ihrem Standpunkt aus, in ihre Mappe zu spähen, doch Victoire zog blitzschnell die Bilder weg.
„Er ist silbern", sagte Kaji.
Die unbewegte Fotografie zeigte einen Giganten in seinem Hangar, Die Startrampe unter seinen Füßen war gesichert, die langen Arme des Evangelion hingen lose herab und die Augen waren erloschen. Unwillkürlich schoss ihr durch den Kopf, dass diesem EVA die Seele fehlte. Und das war sie. Das silbrige Metall reflektierte das Licht und die Maschine schien mit ihrem leeren Blick durch sie hindurch zu sehen.
Victoire fröstelte es. Das hier sollte ihr EVA werden. Modell 04. Das Serienmodell. Und dennoch fühlte sie sich urplötzlich sehr unwohl.
„Ich dachte rot wäre die Farbe des Serienmodells", brummte Asuka.
„Ich glaube dein Evangelion ist noch sehr individuell", antwortete Kaji diplomatisch.
Er schaffte es immer, Asuka zu beruhigen, doch auch bei Victoire gelang ihm das immer. Das ärgerte sie ein wenig, denn manches Mal wollte sie sich überhaupt nicht beruhigen, sondern ihren Zorn herauslassen, doch Kaji brachte ihn regelmäßig zum Verpuffen.
„Viel Spaß damit", sagte Kaji abrupt zu ihr und verabschiedete sich.
Asuka folgte ihm, nicht aber ohne Victoire noch einmal die Zunge herauszustrecken.
Tbc...
