Carlisles POV:
Ich verlor fast meinen Verstand. Ich hatte auf Bella gewartet, seit sie die Schule aushatte, annehmend, dass sie um ca. 15.00 Uhr nach Hause kommen würde. Doch jetzt wurde es schon langsam dunkel und sie war immer noch nicht zuhause. Ich war schon unten bei Newtons gewesen um zu sehen ob sie arbeitet, aber ich habe sie weder gehört noch gerochen. Ich hatte Angst, dass Laurent doch beschlossen hatte früher zurückzukommen und irgendetwas Alice Visionen blockierte, aber ich wollte sie noch nicht anrufen. Ich wollte nicht überreagieren, wenn ich keinen Grund dazu hatte.
Ich bedauerte, dass ich sie nicht anrufen konnte, aber Edward hatte gesagt, dass sie kein Handy hatte. Ich hab Bella Swan gegoogelt, aber ich konnte sie und ihre Nummer nicht finden.
Vielleicht war sie im Reservat? Der beste Freund von Charlie, Billy lebte dort und es wäre nicht ungewöhnlich, wenn sie einen Tag dort verbringen würde. Wenn man davon absah, das heute Dienstag war und das die beiden morgen Früh aufstehen mussten.
Ich schaute wieder auf meine Uhr. Es war fast zehn und ich wusste, dass Bella für gewöhnlich um ca. 11 Uhr ins Bett ging. Vielleicht sollte ich Alice anrufen um zu sehen ob etwas geschehen war? Ich zog mein Handy aus meiner Tasche und wählte die Nummer von Alice.
"Hallo Carlisle!"
Sie klang gelangweilt und ich nahm an das das ein gutes Zeichen war.
"Du bist dabei, nach Bella zu fragen, aber ich werde dir sagen, dass es nicht Neues gibt. Ich war nicht im Stand sie heute zu sehen."
Vielleicht ging es ihr doch nicht gut.
"Du hast nichts gesehen? Wie ist das möglich?"
"Normalerweise ist es auch nicht möglich, für gewöhnlich kann ich jede Entscheidung sehen. Ich habe wirklich versucht sie zu sehen, aber es funktionierte nicht. Ich sehe nur schwarz."
Was konnte das bedeuten? Wurde Bella verletzt? Oder noch schlimmer,- Tod? Ich war zurückgekommen um sie zu schützen, ihr in der schweren Zeit zu helfen. Könnte ich gescheitert sein?
"Ich denke nicht, dass irgendwas nicht stimmt. Ich sah nicht das irgendetwas schlimmes passiert, aber Charlie verschwand ungefähr eine Stunde nach ihr. Vielleicht ist zu viel Zeit vergangen, seit ich sie das letzte Mal gesehen habe."
Ich machte mir nicht die Mühe, den Rest ihres Selbstgespräches anzuhören. Ich war besorgt. Alice war immer im Stande gewesen, jeden zu sehen, denn sie jemals getroffen hatte. Sie musste sich nur konzentrieren und sie war so konzentriert auf Bella gewesen, dass sie häufig tägliche Ereignisse von ihr sah.
"Was ist los Alice?"
Sie sprach so schnell und so hoch, dass ich keine Chance hatte ein einzelnes Wort zu verstehen.
"Alice. Sag schon!"
"Sie sind zurück!"
"Wer ist zurück?"
"Bella und Charlie. Ich hatte gerade eine Vision von ihnen. Ich frage mich, was geschehen ist."
Ich versuchte sie zu fragen was sie gesehen hatte, aber sie Dibattierte schon wieder mit sich selbst. Es konnte nichts Schlimmes gewesen sein, trotzdem. Alice war vielleicht gerade aufgelöst, aber sie würde mir erzählen, wenn sie etwas Schlimmes gesehen hätte. Ich legte auf und schaute aus Bellas Schlafzimmerfenster.
Ich sah sie nicht, aber als ich schloss meine Augen und lauschte. Alice hatte Recht, ich konnte den Truck von Bella hören, der die Straße hoch fährt. Das Auto dahinter war ruhig. Ich konnte keine Worte finden, wie erleichtert ich war, das alles gut war.
Ich setze mich auf ihr Bett, sodass ich entspannter aussehen würde wenn sie ins Zimmer kam. Ich wollte nicht das sie wusste, wie beunruhigt ihre Abwesenheit mich gemacht hatte.
Ich konnte die Autos hören, die vor dem Haus vorfuhren und das Öffnen und Schließen der Türen. Ich wurde nervös, aber ich konnte mir nicht erklären warum. Ich konnte hören wie der Schlüssel ins Schlüsselloch glitt und er umgedreht wurde und Bella die rein ging.
"Ich denke ich werde gleich in Bett gehen, ich bin todmüde."
"Okay Bella, gute Nacht."
Ich konnte die Schritte hören. Sie gähnte und öffnete die Tür. Sie hörte auf die Tür zu öffnen, als sie sah, das ich auf ihrem Bett saß.
"Hallo Bella." Ich sagte es gerade so laut, dass sie es hören konnte.
"Carlisle! Was tust du hier?"
"Ich versprach, dass ich zurückkommen würde, Stimmts?"
Sie schloss die Tür und ging zu ihrem Schrank rüber.
"Ich sagte Charlie, dass ich ins Bett gehen würde, also nimmt er an, dass ich ins Badezimmer gehen werde." Erklärte sie, weil sie die Badezimmertasche nahm.
"Sicher, ich werde nirgendwo hingehen."
Sie hielt an, als ob sie nicht überzeugt war, dass sie mir vertrauen konnte.
"Ich versprechs."
Sie warf mir einen flüchtigen Blick zu, bevor sie die Tür öffnete und ins Badezimmer ging. Ich konnte hören wie sie sich die Zähne putzte und alle anderen menschlichen Sachen machte. Nach ein paar Minuten kehrte sie ins Zimmer zurück. Ich stand auf, sodass sie im Stande war, sich ins Bett zu legen. Sie sah sehr müde aus.
"Ich nahm nicht an, dass du heute zurückkehren würdest" sagte sie mit schläfriger Stimme.
"Ich breche nie meine Versprechen, aber ich werde weg sein, bevor du am Morgen aufwachst."
Sie blickte mich mit ihren von den schweren Augenlidern fast bedeckten Augen an.
"Du arbeitest jetzt früh?"
"Ich sagte zu meinem Chef, dass er mir die Frühschichte geben sollte, sodass ich im Stande sein würde, mehr Zeit mit dir zu verbringen."
Sie sah erschüttert aus.
"Ich meinte wirklich nicht, dass du die ganze Zeit hier sein musst. Ich will dir dein Leben nicht wegnehmen und bekommst du für die Nachtschichte nicht mehr Geld als am Tag?"
"Ja, aber ich brauche das Geld wirklich nicht. Ich hatte lange Zeit Geld zu verdienen und du brauchst im Augenblick jemanden. Und ich tue das nicht, wegen der Schuld, wenn es das ist was du denkst. Du gehörst zur Familie und wir schützen unsere Familie."
Sie saß im Bett und hatte die Steppdecke um sich gewickelt. Ich setzte mich auf das Ende vom Bett, sodass ich nur meinen Kopf wenden musste um sie zu sehen.
"Ihre denkt wirklich ich gehöre zu eurer Familie? Selbst wenn ich für Edward nicht genug war? Was geschieht, wenn er ein anderes Mädchen findet?"
Sie hatte Angst davor, wieder verlassen zu werden, ich konnte in ihren Augen die Angst und den selben Schwermut sehen, wie ich es an dem Tag gesehen hatte, an dem ich zurückkam. Ich konnte ihr schlecht die Wahrheit sage, dass Edward sie verlassen hatte, weil sie zu gut für ihn war. Er wollte nicht, dass sie mit einem Ungeheuer zusammen war, aber er hatte wie eines gehandelt, bevor er sie in den Wäldern alleine ließ.
"Bella, du bist mehr als gut genug um zu unserer Familie gezählt zu werden. Edward hat nicht die Macht, das zu ändern. Und wenn er ein anderes Mädchen eines Tages findet? Wir werden dich nie ignorieren, wenn er es tut."
Sie lächelte mich an. Ich hatte ein solches Lächeln, seit ihrem 18. Geburtstag nicht mehr gesehen.
"Ich denke, ihr seid auch meine Familie geworden. Der erste Platz an dem ich sein konnte ohne mich ändern zu müssen. Ironisch nicht?"
Ich lachte über ihre Anmerkung, aber ich konnte sehen warum sie es sagte. Unsere Familie war von einer anderen Art und dennoch fügte sie sich ein, als wäre sie eine von uns.
"Du hast uns verändert. Wir hatten nie geahnt wie sehr."
Sie schaute zum Fenster in die schwarze Nacht hinaus. Ich konnte wegen dem gedämpften Licht in ihrem Zimmer sehen, dass sich ihr Gesicht entspannte. Sie schien nicht mehr so besorgt zu sein, wie sie es vor ein paar Tagen gewesen war.
"Ich freue mich, dass du zurückkommen bist."
Ich konnte sehen wie ihre Augenlieder zufielen, sie würde bald schlafen. Ich verstand nicht, warum sie sich zwang, wach zu bleiben.
"Vielleicht solltest du jetzt schlafen?"
Sie schaut mich mit ihren großen braunen Augen an.
"Aber wenn ich schlafen gehe, wirst du weg sein, wenn ich aufwache."
Ich würde am Morgen weg sein, aber ich würde jede Nacht zurückkommen. Ich wäre nicht im Stande ihr fernzubleiben.
"Und ich werde Morgenabend zurückkommen. Ich werde zurückkommen solange zu es willst."
Sie wechselte ihre Position und legte sich unter die Steppdecke.
"Du solltest versuchen zu Schlafen, Bella."
"Ich glaube, ich werde dich dann morgen sehen." sagte sie vor dem Gähnen.
Sie kippte zur Seite um und es dauerte nicht lange, bevor sie eingeschlafen war. Ich stand vom Bett auf und ging zum Schaukelstuhl, denkend, dass es ein gutes Ding war, das ich ein Vampir war, sonst wäre dieser Stuhl sehr schmerzhaft gewesen.
Ich blieb die ganze Nacht und schaute nie weg. Bella beim Schlafen zu beobachten ist eines der friedlichsten Dinge, die ich jemals gemacht hatte. Sie hatte keine Albträume, aber manchmal sprach sie im Schlaf oder drehte sich um. Ich wünschte, dass sie klarer sprechen würde, sodass ich wissen würde was sie träumt. Ich würde vieles geben um zu wissen was sie träumte, um zu wissen wo sie war, wenn sie der Wirklichkeit nicht gegenüberstehen musste. Ich verstand den Wunsch von Edward, im Stande zu sein ihre Gedanken zu lesen.
