WICHTIGE ANMERKUNG DER AUTORIN: Wenn ihr den Teil lest, in dem Draco außerhalb des Gryffindor-Gemeinschaftsraum ist, bis er das Badezimmer der Drei Besen betritt solltet ihr die Titelmusik von Pink Panther in eurem Kopf spielen. Es bringt 10% mehr Humor in die Geschichte. Ehrlich!

DRACO.

Ich vermute, ihr habt die Neuigkeiten gehört.

Harry... Harry würde- würde... nein, ich konnte es einfach nicht sagen. In Ordnung. Ich versuche es. Harry ging auf ein Date mit diesem... diesem Ding. Diese kleine... kleine verdammte hyperaktive Schlampe, die immer so fröhlich herumrannte, mit Harry liebäugelte und ihn anlächelte, als wäre es selbstverständlich, oder so!

Erst hatte ich es nicht geglaubt. Dass Harry zusagen würde, mit dem straßenköterblonden, unreifen kleinen Hohlkopf irgendwo hinzugehen, war fast außerhalb meiner Fassungskraft. Er sah nicht einmal gut aus! Na ja... vielleicht schon. Aber ich war ungefähr tausend mal besser als er! Warum hatte Harry ihm zugesagt? WARUM?

In Ordnung, um ehrlich zu sein wusste ich die Antwort. Es war, weil Finnigan nicht fies zu ihm war.

Aber trotzdem...!

Bei Morgengrauen war es in der Schule rum. Einige Mädchen aus den unteren Klassen weinten sogar. Meistens Hufflepuffs, die die naive und widerlich romantische Vorstellung von Date = Heirat und Wahre Liebe für Immer und Ewig hatten.

Ha!

Ich bewerkstelligte es, die Wahrheit aus einem Ravenclaw-Erstklässler herauszubekommen (und nein- ich machte keine meiner Drohungen wahr- ich wollte schließlich nicht von der Schule verwiesen werden, nicht wahr?), anscheinend hatte Finnigan Harry ausgetrickst, sodass er zusagen musste und sich dann weigerte, Harry wieder aussteigen zu lassen. Das klang ziemlich plausibel, weil Harry erstens so gutgläubig war, dass es nicht schwierig war, ihn bei irgendetwas zustimmen zu lassen und er zweitens, weil er Harry und ein großmütige Gryffindor war und niemals auch nur im Traum daran denken würde, bei etwas zurückzuziehen, zu dem er zunächst zugestimmt hatte.

Das Frühstück erhellte meine Geister beträchtlich. Harry kam spät und hielt plötzlich inne, als alle still wurden und ihn anstarrten. Dann, als er Finnigan am Tisch entdeckte bekam er einen verzweifelten Ausdruck in die Augen und setzte sich so weit wie möglich von ihm fort. Dann, als Seamus ihm näher kam und versuchte, ihn nicht-so-subtil zu begrapschen, versuchte Harry ihn jedes Mal wegzustoßen und als das nicht klappte, floh er aus dem Raum.

Heh heh heh. Jetzt warst du nicht mehr so großspurig, was Finnigan? Stirb du Scheißkerl! STIRB!

Ich hatte bereits mit meiner sehr umfassenden Liste von Hundertundein Weg Seamus Finnigan Umzubringen begonnen. Nun ja, bei dem Tempo, das er vorlegte, musste ich es in Tausendundein Weg umbenennen. Ich hatte mit den normalen Arten begonnen- so was wie Verbrenne ihn in einem Kessel voll kochendem Öl, und Schmeiße ihn in eine Schlangengrube, bevor du ihn zwingst, seine eigenen Augäpfel zu essen. Ich fing jetzt an, mich mit den weniger zahmen Todesarten zu befassen.

HERMIONE.

Ich hatte mich gerade hingesetzt, um mich schön in Ruhe bei 'Hogwarts: Eine Geschichte' zu entspannen, als Ron an meiner Seite erschien.

„'Mione", murmelte er, „wir brauchen deine Hilfe. Unser Schlafsaal- JETZT."

Ich wollte ihn gerade daran erinnern, dass ich nicht wirklich in seinem Schlafsaal erlaubt war, aber ein Blick in sein Gesicht sagte mir, es nicht zu tun. Er sah eindeutig gestresst aus.

Ich folge ihm hinauf in den Raum und als ich eintrat keuchte ich auf.

Nun, ich wusste, dass Jungen nicht berühmt für ihre Ordentlichkeit waren, aber das war einfach lächerlich. Absolut alles war mit Kleidung von jeglicher Farbe, Größe und Machart übersät. Von 'zerknüllt auf dem Boden liegend' bis hin zu 'Hängend über den Vorhangschienen' war alles dabei. In der Mitte dieses Bombenanblicks saß ein sehr deprimiert aussehender Harry.

„Was um Himmels Willen...", sagte ich.

„Wir versuchen, etwas für Harry auszusuchen, das er in Hogsmeade anziehen kann, wo Harry Seamus offensichtlich abschrecken möchte", erklärte Ron. Seine Stimme wurde leicht hysterisch, als er fortfuhr, "aber nichts, was Harry anzieht, sieht schlecht aus, 'Mione! NICHTS! Sogar mein kastanienbrauner Pullover! Wie kann das sein?"

„Ich brauche wirklich deine Hilfe, 'Mione", sagte Harry und sah mich verzweifelt an.

Ich seufzte. Meine zwei Jungs brachten sich immer in solche Situationen, und ich musste ihnen jedes Mal heraushelfen!

„Okay", sagte ich und setzte mich behutsam auf ein klamottenüberströmtes Bett. Ron setzte sich neben mich. „Ich vermute, ihr habt eine engere Auswahl getroffen. Dann lasst uns mal anfangen."

„Naja", sagte Harry und hielt ein graues T-Shirt hoch, „das ist mein ältestes Kleidungsstück. Ich habe es seit ungefähr zehn Jahren und es passt mir nicht. Hier- ich ziehe es mal gerade an..."

Dann zog Harry das blaue Hemd aus, das er anhatte. Hätte er mich nicht warnen können? Ich mochte seine Ersatzschwester sein, aber trotzdem... Ich stieß ein leises wimmern aus.

„'Mione?", sagte Ron ungläubig, „hast du gerade... gequietscht?"

„Nein!", rief ich. Harry hatte jetzt das graue T-Shirt an- Gott sei DANK.

Ich sah es ein paar Sekunden an. Dann tauschten Ron und ich Blicke aus.

„Also, was meint ihr?", sagte Harry betreten.

„Ähm... es ist ziemlich eng Harry, oder?", bekam ich heraus.

Harry sah an sich hinunter. „Oh, ja", sagte er. „Seamus wird das wahrscheinlich mögen..."

Er zog es wieder aus. Ich schlug die Hand über den Mund, um einen weiteren Quieker daran zu hindern, meinem Mund zu entfliehen. Ron starrte mich böse an. Nun, es war nicht mein Fehler! Ron war daran gewöhnt- er sah Harry jeden Tag in einem unangezogenen Stadium! Vielleicht sogar, wenn er aus der Dusche kam... oh mein. Ich hätte das wirklich nicht denken sollen. Ich merkte, wie mein Gesicht heiß wurde, als ich meine Hand vom Mund zog und Ron schwach anlächelte. Dann versuchte ich, überall hinzugucken, nur nicht zu Harry. Ron sah nicht so begeistert aus, gelinde gesagt.

Harry knöpfte sich jetzt ein schwarzes Hemd zu. Das hieß, dass ich seine Brust doppelt so lang wie normal sehen konnte. Oh lieber Gott.

Das Hemd hatte nicht den erwünschten Effekt, schlecht auszusehen. Hölle. Ron hatte recht. Nichts sah schlecht an Harry aus. Die meisten Menschen hatten mindestens eine Farbe, die sie nicht tragen konnten, die sie schlechter als gewöhnlich aussehen ließ. aber Harry... blasse Farben sahen nett aus. Kräftige Farben sahen nett aus. Schwarz ließ seine Haut nur noch mehr scheinen. Und Grün unterstrich definitiv die Farbe seiner Augen.

„Harry", sagte ich nach einer Weile, „zum ersten Mal seines Lebens hat Ron absolut recht-" („Hey!", sagte Ron) „- nichts sieht schlecht an dir aus." Als Harry anfing zu protestieren fügte ich an, „nein, wirklich. Trag einfach was du möchtest- es wird keinen Unterschied machen."

Harry zuckte mit den Schultern und fing an, das weiße T-Shirt, das er trug, auszuziehen.

„Um Gottes Willen!", kreischte ich, „Harry, kannst du bitte deine Klamotten anlassen?"

Ich floh aus dem Raum.

DRACO.

Es war... Samstag. Und ihr wisst, was das hieß. Harry Potter und Seamus Finnigan gingen aus. Auf ein Date.

Was sie nicht wussten, war, dass ich ihnen natürlich jeden einzelnen Schritt ihres Weges hinterher spionieren würde.

Na, was hattet ihr denn erwartet? Ich hatte Harry nicht von Leuten wie Blaise Zabini misshandeln lassen und ich würde diese kleine Schlampe sich garantiert nicht in ihm verkrallen lassen.

Bevor ich das tat musste ich natürlich meine Spionierkleidung heraussuchen. Nur, weil es eine verdeckte Ermittlung war, musste das nicht heißen, dass die Kleiderordnung über den Haufen geworfen würde. Was habt ihr denn geglaubt, wer ich bin?

Ich war am Vortag in die Bibliothek gegangen und hatte dieses Mugglebuch von diesem Kerl namens Chandler oder so ausgeliehen. Also, sein Privatdetektiv trug diese Art Mantel und eine Art komischen Hut. Ich entschied, dem Beispiel zu folgen. Ich verwandelte ein paar meiner Kleidungsstücke in gesagte Gegenstände, aber machte sie natürlich schwarz, statt diesem furchtbaren braun auf den Bildern. Manche Menschen haben einfach keinen Sinn für Stil. Also wirklich!

Um genau zehn Uhr vier morgens war ich außerhalb des Gryffindorgemeinschaftsraum, als ein hüpfender Seamus Finnigan und ein sehr viel abgeneigterer Harry Potter aus dem Portraitloch kamen. Sie gingen den Gang hinunter. Ich wollte ihnen gerade folgen, als die durchtrieben aussehenden Wiesel und Granger ebenfalls aus dem Gemeinschaftsraum kamen und die Rücken von Harry und Finnigan anstarrten. Sie hatten offensichtlich die gleiche Idee wie ich. Verdammt. Ich liebte es, originell zu sein. Sah so aus, als könnte ich es heute nicht.

Nachdem sie ebenfalls den Gang hinuntergegangen waren, fuhr ich fort, ihnen zu folgen.

HERMIONE.

Es war ungefähr ein Uhr nachmittags, als ich ihn entdeckte.

Ron und ich schlenderten durch Hogsmeade und versuchten so auszusehen, als würden wir alles machen, nur nicht Harry und Seamus in diskretem Abstand zu folgen, wie Harry uns angefleht hatte. Harry sah allerdings aus, als hätte er nicht die schrecklichste Zeit seines Lebens. Er lachte über ein paar Sachen, die Seamus sagte.

Als wir am Honigtopf vorbeikamen sah Ron mit einem verwirrten Gesichtsausdruck hinter sich.

„'Mione", sagte er, „liegt es an mir oder folgt uns irgendjemand?"

Ich sah mich schnell um und sah gerade noch ein Stück schwarzen Stoffs um die Ecke flitzen.

Wir liefen weiter, aber ich war mir der Person hinter uns mehr bewusst. Wir hielten an und täuschten Interesse an einer Ladenauslage vor und ich konnte durch das glänzende Glas des Fensters erkennen, wer es war.

„Ron", zischte ich, „ist das... Malfoy?"

„Verflixt, ich glaube auch", flüsterte Ron zurück, „aber was hat er an?"

Ron hatte recht. Als Malfoy sich hinter Mauern versteckte und sich unter nützliche Bauwerke auf der Straße duckte und offensichtlich dachte, sehr diskret zu sein, sah ich seine Kleidung. Anscheinend trug er einen schwarzen Trenchcoat und... einen Filzhut.*

Sie standen ihm aber irgendwie gut. Und wenigstens tippte er ausnahmsweise nicht mit dem Fuß.

„Ignorier ihn einfach", sagte ich. Meine Augen glitten zu Seamus und Harry, die dabei waren, die Drei Besen zu betreten. „Schnell! Sie gehen weg!", zischte ich. Wir rannten ihnen nach.

DRACO.

Als ich den Pub betrat, saßen Harry und Finnigan an einem Tisch in der Ecke und hielten beide Butterbier in den Händen. Weasley und Granger saßen ziemlich nah bei ihnen und versuchten offensichtlich, nicht bemerkt zu werden. Ha! Sie machten schlechte Arbeit. Sie sollten von einem Profi wie mir lernen.

HERMIONE.

Malfoy saß in einer abgedunkelten Ecke nicht weit von uns entfernt. Da bemerkte ich, dass er eine Sonnenbrille trug und über den Rand eines Tagespropheten zu uns sah, bevor er schnell den Kopf einzog.

Ron flippte völlig aus. Er starrte ständig mit ungläubigem Gesicht zu Malfoy rüber. „Was zu Hölle tut er?", hörte er nicht auf, leise zu fragen.

Ich schüttelte den Kopf. Dann traf es mich. Es war unübersehbar. Malfoys Getappe, das Gezupfe, das Mit-sich-selbst-reden, das Uns-folgen konnte nur eins bedeuten.

Draco Malfoy hatte einen Nervenzusammenbruch. Mit sechzehn.

Ich hatte aber keine Zeit, meine Gedanken auszuweiten, weil Seamus plötzlich aufstand und sich unserem Tisch näherte.

„Ach, seht nicht so schuldig aus", sagte er zu uns, „Ich wusste den ganzen Tag, dass ihr da ward. Ihr könnt genauso gut zu uns kommen und uns Gesellschaft leisten."

Verlegen nahmen wir unsere Krüge und folgten Seamus zu Harry hinüber.

DRACO.

Finnigan berührt Harry.

Er berührte ihn, verdammt noch mal!

Oh, ich wusste, dass seine List, Weasley und Granger zu seinem Tisch einzuladen, nur Tarnung gewesen war. Jetzt glaubte er, eine Entschuldigung zu haben, sich an Harry zu lehnen. Ich war bereit gewesen, Seamus nur mit Weg Nummer zweihundertdreiundzwanzig zu töten. Jetzt verdiente er wirklich Weg Nummer dreihunderteinundsechsig.

Plötzlich jaulte Harry leise auf und sprang beinahe einen Meter in die Luft.

Diese kleine Drecksau befummelte ihn unter dem Tisch! Alles klar, ich würde ihn umbringen, UND er hatte sich soeben Weg Nummer vierhunderzweiundvierzig verdient. Ohne Kompromisse...

Plötzlich sprang Harry vom Tisch auf und rannte zu den Toiletten.

Nun, normalerweise ging ich nicht in öffentliche Einrichtungen. Der Gedanke an hunderte von anderen Leuten, die die gleichen sanitären Anlagen benutzten ließ mich wirklich schaudern. Überall tausende von Bakterien... uärks!

Aber... Harry war da drin. Allein.

Solange ich nichts anfasste, würde ich in Ordnung sein.

HARRY.

Oh Gott. Ich musste da einfach weg.

Seamus hörte nicht auf, mich zu begrapschen. An einem öffentlichen Ort! Mit meinen zwei besten Freunden gegenüber am Tisch! Der Junge hatte überhaupt kein Schamgefühl.

Egal, ich wusch gerade meine Hände im Waschbecken und versuchte, so lange wie möglich zu trödeln um von Seamus weg zu bleiben, als die Tür plötzlich aufgestoßen wurde und eine Gestalt im Türrahmen erschien.

Ich dachte natürlich, es wäre Seamus und zuckte zusammen. Das sah ihm einfach ähnlich, hier reinzukommen und zu versuchen, mich in eine der Kabinen zu bekommen. Aber er war es nicht. Es war Malfoy. Er trug einen schwarzen Mantel und einen schwarzen Hut, die ziemlich... nett an ihm aussahen, und hatte einen wütenden Gesichtsausdruck. Gott, er machte mich manchmal wirklich nervös. Seit dem... Kuss-Unfall wusste ich nicht, wie ich mich in seiner Gegenwart benehmen sollte. Er starrte mich an und ging dann zu den Waschbecken, um sich gelassen die Hände zu waschen.

DRACO.

Ich war immer noch sehr, sehr wütend über die ganze Finnigan-tatschte-Harry-am-Tisch-an-Sache. Zu wütend, sogar, um mit Harry nicht darüber zu zanken.

„So, du bist also mit dem scharfen Finnigan hier, Potter?", schnarrte ich, „Wie süß. Wann ist die Hochzeit, wenn ich fragen darf?"

Er runzelte die Stirn. „Halt den Mund, Malfoy", schnappte er, „Und Seamus ist nicht scharf. Nja... vielleicht schon... aber nur ein bisschen. Und wenigstens ist er eine nette Person!"

Das war zu viel. „NETTE PERSON?", explodierte ich. „Er ist hyperaktiv, ohne jeden Sinn, wie man sich an einem öffentlichen Ort verhält, und um dem ganzen die Krone zu setzen hat er keinen Kleidungsgeschmack! Du solltest dich vor dir selbst schämen!"

Harry starrte mich mit verwirrtem Gesichtsausdruck an. „Warum zuckt dein Auge so?", fragte er neugierig.

Ich schlug eine Hand vor mein Auge und sah ihn böse an. Nun, obwohl Harry die meiste Zeit sehr naiv und ziemlich ahnungslos war, war er nicht dumm. Plötzlich leuchteten seine Augen auf.

„Ohhh", atmete er, „Du bist eifersüchtig, oder?"

„Was? Nein, bin ich NICHT!", stotterte ich.

„Du bist es wirklich, tatsächlich, Malfoy."

„Nein, bin ich NICHT!"

„Diese Unterhaltung hört sich bekannt an, nicht war? Hör auf, es zu leugnen! Du hast mich geküsst und es geleugnet. Jetzt bist du eifersüchtig und leugnest es. Du hast echt Probleme, Mafloy", endete Harry mit einem Tusch.

Ich starrte ihn an. Ich war vorher so sauer geworden, dass 'Ain't Non Sunshine' nicht angefangen hatte zu spielen. Jetzt tat es das. Und da war Harry und sah in einem alten Bad im Hinterzimmer eines Pubs absolut umwerfend aus.

„Sei still, Potter", murmelte ich. Ich lief langsam auf ihn zu und drängte ihn schrittweise an die Wand. Ich bemerkte mit Befriedigung, dass wir fast gleich groß waren.

Harry hatte einen besorgten, nervösen und ja, wunderschönen Gesichtsausdruck, als er die Wand im Rücken fühlte. „Malfoy, was tust du?", stotterte er.

„Ich sagte, sei STILL, Potter", murmelte ich. Harry machte eine Art erschrockenes 'Quiek'-Geräusch, als ich meinen Körper an seinen drückte und ihm in das Gesicht starrte. Ich hob langsam eine Hand und strich ihm das Haar aus den Augen, bevor ich sie wieder herunternahm und mit dem Daumen über seine Lippen und seine Wange strich. Ich fühlte eine Woge des Triumphs, als sein Atem leicht stockte und sich dann beschleunigte. Wenn ich von irgendwas Ahnung hatte, dann von Verführungsmethoden. Kommt schon. Ich war ein Malfoy, zum Teufel noch mal! Wenigstens war der Name für etwas gut!

Ich brachte mein Gesicht seinem näher, eine Hand in seinem Haar. Unsere Lippen berührten sich fast, unser Atem schmolz zusammen. Harrys Augen flatterten zu; er erwartete offensichtlich einen Kuss. Ich hielt inne und sah ihn an...

Und trat dann zurück...

Harry sah fassungslos aus, als er die Augen öffnete und mich ansah. Er sah noch entsetzter aus, als ich „'Tschuldigung", murmelte und aus dem Raum floh.

Ich konnte es nicht durchziehen. Ich konnte einfach nicht. Nicht, weil ich nicht wollte- ich hatte niemals etwas mehr gewollt- sondern weil es mir eben so viel bedeutete. Gott, ich konnte nicht glauben, dass ich das sagte. Ich konnte nicht glauben, dass ich 'Tschuldigung gesagt hatte! Malfoys entschuldigten sich nie bei niemandem! NIEMALS!

Die Wahrheit war, es bedeutete mir so viel, dass ich wollte... Gott, das ist so demütigend- ich wollte, dass es richtig war. Nicht gerade ein Wort, das normalerweise in einem Malfoywörterbuch vorkam, nicht wahr? Ich wollte, dass es besonders war. Ich wollte Harry nicht das erste Mal richtig in einer düsteren, schäbigen Toilette küssen. Es würde ihn irgendwie billig machen. Und Harry verdient das beste.

Aber, war ich derjenige, der es tun sollte?

Oh, mein GOTT.

Ich entwickelte Moralvorstellungen.

Und jetzt fühlte ich mich... schuldig. Ich empfand tatsächlich Gefühle der SCHULD!

Konnten die Dinge noch schlechter werden?

*Im Original ein Trilby, ein typischer Privatdetektivshut. Diese Art Hut, die man zu Trenchcoats einfach tragen muss, wenn man bei der amerikanischen Mafia arbeitet...