Als Draco stehen blieb, sah Ginny zu einem Mann auf, den sie nicht kannte. Sein Gesicht verwandelte sich in ein diabolisches Grinsen. „Hast du Potter´s Gör als Opfer mitgebracht?" fragte er in einem bösartigen Ton.

Draco schien nicht antworten zu wollen, sondern richtete seinen Zauberstab auf den Mann. Mit kalter, emotionsloser Stimme sagte er bloß „Crucio."

Ginny musste erkennen, dass sie von Draco´s Fähigkeit, rücksichtslos von diesem Spruch Gebrauch zu machen, mehr irritiert war, als von dem Anblick des Mannes, der sich zuckend auf dem Boden bewegte. Als Draco den Zauber aufgehoben hatte, sagte er:"Wenn du jemals wieder meinem Kind zu nahe kommst, werde ich gern dein Leben beenden."

Der Mann verschwand schnell in der Menge. Draco schob Ginny weiter vorwärts. Sie ließ ihre Augen auf Leo ruhen und blendete die lauten Stimmen in ihrer Umgebung aus. Als Draco stehen blieb, überkam sie eine Welle aus Furcht.

Eine tiefe, kratzige Stimme sagte:"Mr. Malfoy, es sieht so aus, als seien Glückwünsche angebracht."

Draco´s Antwort kam gedehnt und emotionslos. „Ich hatte auf Ihren Segen gehofft."

Ginny sah Draco von der Seite an. Sie sah, wie er die Zähne zusammen biss und sich Schweiß auf seiner Stirn bildete. Sie verstand, dass er Schmerzen hatte. Angst schien sie zu übermannen, als sie zu dem Mann hinüber sah, der diesen Schmerz auslöste. Als ihr Blick sein Gesicht berührte, wandte er dieses Ginny zu.

Ginny versteifte sich bei dem Anblick des dunkelhaarigen, vornehmen Mannes. Er sah aus wie eine ältere Version von Tom Riddle.

„Ich sehe, Sie erinnern sich an mich", stellte Voldemort mit kalter Genugtuung fest.

Ginny biss sich auf die Lippe und nickte. Sie begann zu zittern, als Voldemort seine Hand ausstreckte und sie an ihre rechte Schläfe legte. Plötzlich spürte sie seine Präsenz in ihrem Geist. Ihre Erinnerungen zogen an ihren Augen vorbei. Voldemort hielt an der Stelle, an der er Leo´s Geburt und Empfängnis sah. Als er seine Hand fallen ließ, sagte er:"Du wurdest betrogen. Warum bist du hier?"

Ginny sprach mit brechender Stimme, die kaum lauter war als ein Flüstern. Sie erzählte die Geschichte, die Draco und sie zusammen ausgeheckt hatten. „Er hat mich entführt. Ich dachte, ich bekomme das Kind eines anderen. Nachdem Leo geboren wurde, erfuhr ich die Wahrheit, aber ich konnte ihn nicht aufgeben. Er sagte, er würde Bella Leo erziehen lassen, wenn ich ihn verlassen würde."

Voldemort lachte. Ginny´s Nackenhaare stellten sich auf. „Was wäre, wenn ich sagen würde, dass ich das Kind Bella überlasse?"

Ginny streckte ihren Rücken durch und starrte ihrem bösen Gegenüber ins Antlitz. „Ich würde dafür sterben, um sicherzugehen, dass das nicht passiert."

Voldemort lachte wieder. Er richtete seine Aufmerksamkeit auf Draco. „Sie haben gut gewählt. Sie haben meinen Segen."