So, ich melde mich auch mal wieder zurück! Ja, es hat lange gedauert... Aber denkt daran, ihr bekommt hier mein aktuelles Schreibverhalten mit. Also, ich bin immer genauso weit wie die Kapitel... Von daher kann ich euch auch nie mehr zum Lesen geben als dieses Stückchen. Wobei das Stückchen diesmal ziemlich groß geworden ist :D
Ich danke wie immer meinen wunderbaren Reviewern, die mir trotz meines langsamen Schreibens tapfer die Treue halten:
Ach, und PS: Hätte das schon gestern on gestellt, aber mein Internet hat das nicht zugelassen! Beschwerdebriefe an die deutsche Telekom!
XXX
Draco war sich ziemlich sicher - bei ihm setzte die Wirkung des Elfenstaubs zuerst aus. Sie küssten sich immer noch - auf die wohl leidenschaftlichste Weise, auf die er jemals geküsst worden war, und wie jeder weiß will das schon was heißen - und er hockte auf dem Gryffindor, seine Beine rechts und links zu den Seiten des Anderen. Dieser hatte seine Arme um Dracos Taille geschlungen und ließ diese nun auf und ab wandern, immer an der Wirbelsäule des Blonden entlang, was Draco ganz wahnsinnig machte.
Sein Verstand klärte sich langsam, sehr langsam, aber irgendwann war er einfach wieder zurück, registrierte seine mehr als merkwürdige Position und er erstarrte etwas in der Bewegung.
Harry hingegen schien noch völlig unter dem unheiligen Einfluss des Staubes zu stehen - was auch immer das für ein Zeug war, vermutlich verabreichte man es Zuchtbullen in Spanien - und zog den von der Situation völlig überforderten Slytherin wieder zu sich, seine Hände tief in den feinen silberblonden Haaren vergrabend und Dracos Kopf zu sich hinunter ziehen. Ihre Lippen trafen sich erneut in einem heißen, hungrigen Kuss und Draco bemerkte geistesabwesend, wie sein Blut vom Kopf in tiefere Körperteile zu wandern begann.
Just in diesem Moment beschloss er, dass er diese Situation - so schön es auch wäre - unmöglich ausnutzen konnte. Der Gryffindor würde sich alsbald wieder zurückbesinnen und höchstwahrscheinlich nicht unbedingt davon begeistert sein, nackt mit seinem Erzfeind herumzuknutschen. Viel eher würde er Draco von sich stoßen, ans andere Ende des Zimmers flüchten und ihn verfluchen. Und danach stand ihm nun wirklich nicht der Sinn, mal ganz davon abgesehen, dass er sich auf diese Weise höchstwahrscheinlich auch jede noch so winzige Chance nehmen würde, jemals eine wirkliche Beziehung zu dem Dunkelhaarigen aufzubauen.
Also tat er etwas, was er noch nie getan hatte - er machte nicht das, was er wollte, sondern er tat das, von dem er annahm es sei das, was der Andere wollte. Diese ganze Gefühlssache mit Potter machte ihn anscheinend wirklich schwach.
Den Gedanken von sich schüttelnd befreite er sich also aus den ihn umstrickenden Armen, rutschte von dem schwer atmenden Harry herunter und trat schnell ans Fenster, auf dessen Fensterbank ein kleiner, ihm ähnlich sehender Elf vor ein paar Minuten in einen tiefen, wohlverdienten Schlaf gefallen war. Rasch stieß er das Fenster auf und ließ die kühle Nachtluft hereinströmen, darauf hoffend, dass die frische Brise sowohl ihm wie auch Harry zu klaren Gedanken verhelfen würde.
Warme Hände schmiegten sich plötzlich an seinen Bauch und zogen ihn an einen anderen Körper und warmer Atem streifte sein Ohr. Anscheinend war hier nicht viel los mit Klarheit.
"Geh nicht", schnurrte Harry leise hinter ihm, und seine Stimme jagte Draco prickelnde Schauer über den Rücken. Oh Gott, was für eine Versuchung... Aber einer musste hier bei klarem Verstand bleiben. Auch wenn ihm der Gedanke, dass ausgerechnet er das sein musste, überhaupt nicht gefiel.
"Lass das, Potter", sagte er sachlich, schob Harrys Hände von sich und drückte sich noch näher an die Fensterbank, so noch mehr Abstand zwischen sich und den Gryffindor bringend, "das passt nicht zu dir."
"Hmmm", machte der Andere hinter ihm nur auf eine träumerische Weise und platzierte seine Lippen unpassender Weise auf Dracos Nacken, diesen so mehr und mehr an die Ränder seiner Beherrschung bringend, "du kennst mich nicht sehr gut." Noch ein Kuss, und dann die mit rauer Stimme gehauchten Worte: "Noch nicht."
Das Versprechen, das in diesen zwei kleinen Worten mitschwang, entging Draco natürlich nicht und er musste krampfhaft schlucken und seine Hände um das Fensterbrett krallen, um nicht in den ihn umstrickenden Armen herumzufahren und den Dunkelhaarigen auf alle ihm bekannten Arten - und das waren eine Menge - zu verführen. Aber er durfte nicht. Er war ein Malfoy, gottverflucht, und er würde sich dieses eine Mal beherrschen können. Einmal, wenigstens einmal, würde er nicht andere Teile seines Körpers das Denken übernehmen lassen sondern seinen Verstand benutzen. (Und, so kitschig es auch klingen mag, sein Herz.) Er würde widerstehen und Harry so vor großem Unglück bewahren - und wenn er dafür nicht einen Orden Merlins Erster Klasse verdient hätte, wofür dann bitte sonst?
"Potter", sagte er angestrengt, und seine Stimme zitterte ein wenig, "lass mich los."
"Ich will aber nicht", schnurrte der Dunkelhaarige hinter ihm und fuhr mit seinen Lippen an Dracos Hals entlang bis zu seinem Ohrläppchen, "und du willst doch eigentlich auch nicht."
Er zwang sich, gleichmäßig zu atmen und flehte um mehr Beherrschung als er in den letzten Jahren zusammen gehabt hatte. Das hier war pure Folter, nicht mal Voldemort würde ihn auf so grausam süße Weise quälen können. "Doch, ich will", fauchte er mit letzter Kraft, streckte seinen Rücken durch und richtete sich zu seiner ganzen Größe auf - er war immerhin zwei Zentimeter größer als der Andere - während er sich abermals von Harrys Armen befreite und sich gleichzeitig fragte, warum in Gottes Namen er sich dieses Abenteuer nur entgehen ließ, "also behalte deine Hände gefälligst bei dir, Potter!"
Der Gryffindor stolperte von ihm weg als hätte Draco ihn ihm ein Dutzend Flüche auf den Hals gehetzt. Seine grünen Augen, die ein paar Sekunden zuvor noch vor Verlangen dunkel geglüht zu haben schienen, klärten sich plötzlich und eine tiefe Röte kroch von seinem Halsansatz langsam über sein Gesicht. Draco drehte sich wieder zum Fenster um und saugte die Kälte der Nacht in der völlig unbegründeten Hoffnung in seine Lungen, so seine innere Ruhe wieder zu finden, um die ihn Potter da so fröhlich gebracht hatte.
"Elfenstaub", meinte er und deutete auf den schlafenden Elf auf der Fensterbank, "hat große magische Kräfte. Er hat uns verhext. Wir sagen einfach nichts mehr dazu, in Ordnung Potter?" Er wandte leicht den Kopf um den Anderen zumindest aus seinen Augenwinkeln heraus zu beobachten. Dieser schluckte, sah kurz auf den Boden zu seinen Füßen und nickte dann langsam.
"Gut", sagte er mit etwas belegter Stimme, "kein Wort dazu." Er zog seine Robe aus - darunter trug er ein Gryffindor-rotes Hemd mit schwarzer Krawatte und auf seiner Gürtelschnalle prangte ein goldener Löwe - und schlüpfte in dieser Montur auf das auf dem Boden ausgebreitete Lager. Anscheinend hatte er keine Lust mehr, dass Bett mit Draco zu teilen, was in Anbetracht der Umstände durchaus verständlich war.
Draco nickte ebenfalls noch einmal und schlüpfte dann ebenfalls ins Bett, auch er noch völlig angezogen. Sich jetzt vor dem Gryffindor auszuziehen wäre aber vermutlich nicht unbedingt die allerklügste Idee. "Gute Nacht", murmelte er noch, bevor er fest die Augen zusammenkniff - und ungefähr drei Stunden brauchte, um dann tatsächlich einzuschlafen.
Ein lautes Plärren weckte ihn am nächsten Morgen, und als er mit noch verschlafener Tapsigkeit auf den Rücken rollen wollte um die Störungsquelle zu suchen rollte er überaus peinlicher Weise aus dem Bett und landete - wie sollte es auch anders sein - auf einem ebenfalls noch schlaftrunkenen Harry Potter.
Es war fast die gleiche Position wie gestern abend - wieder lag er auf Harrys Bauch, ihre Gesichter nur Millimeter voneinander entfernt, und Harry hatte aus Reflex seine Arme um seine Taille geschlungen.
Und weil es noch so früh am Morgen war und daher durchaus unter die Sektion "Traum" fallen konnte, erlaubte Draco sich eine momentane Schwäche und senkte seine Lippen auf die des Anderen, sanft und tastend, fast unschuldig.
Dann erklang das Plärren erneut, und der Zauber des Augenblicks zerbarst mit der Wucht einer Atombombe. Draco fuhr von Harry herunter als hätte ihn eine Schlange gebissen. "Was..." fing Harry an, als sich ein gut gelaunter Elf in ihr Gesichtsfeld warf und somit jeglichen Blickkontakt unterband - zu Dracos immenser Erleichterung.
"Morgen!" krähte Darry fröhlich und warf beiden vielsagende Blicke zu, "na, eine angenehme Nacht verbracht? Du siehst müde aus, Frettchen - nicht viel geschlafen?"
Draco hätte den kleinen Kerl nur zu gern aus dem Fenster geworfen und die einzige Sache, die ihn davon abhielt, war, dass das dem dummen Ding nicht mal etwas ausmachen würde - schließlich hatte er Flügel. "Halt die Klappe, Elf", knurrte er daher nur wütend, stand auf und tigerte ins Badezimmer. Was wäre es schön wenn man den berüchtigten "Morgen danach" einfach wegzaubern könnte.. Aber nein, dafür taugten ihre magischen Fähigkeiten natürlich nichts und er musste wie ein blöder Muggel damit leben. Nervig.
Seufzend stellte er sich unter die Dusche und ließ kaltes Wasser - ein Malfoy brauchte kein warmes Wasser zum Duschen - auf seinen Körper prasseln. Seine Gedanken klärten sich und er wünschte sich wohl zum ersten Mal in seinem Leben, nicht ausgerechnet Draco Malfoy zu sein. Wie schön das wäre, wenn er so jemand wäre wie Ginny Weasley, die sogar ihren älteren Bruder nutzen konnte um Harry nah zu sein! Aber für ihn, den bitterbösen Slytherin, blieb natürlich im Potter-Universum nur die Feindrolle übrigen, vermutlich gleich nach Voldemort und Snape. Ganz großartig.
Und was tat er? Beziehungsweise was tat sein ihn im Stich lassender, unverlässlicher Körper? Er stürzte sich auf jede sich bietenden Gelegenheit und wortwörtlich gesprochen einfach immer auf Harry! Na toll.
Aber immerhin hatte der Gryffindor ihn gestern zurückgeküsst. Und eben gerade hatte er ihn auch nicht von sich gestoßen.
Vielleicht war ja doch noch nicht Hopfen und Malz verloren.
Durch diesen Gedanken ein wenig getröstet trat er schließlich aus der Dusche heraus, trocknete sich gründlich ab und beschäftigte sich dann, wie jeden Morgen, eingehend mit seinem Aussehen. Es muss zwar eigentlich kaum erwähnt werden - aber eigentlich gab es an seinem umwerfenden Äußeren kaum noch etwas zu verbessern. Auch in Lumpen gekleidet und völlig verdreckt wäre er immer noch eine Augenweide und vermutlich würden bald im ganzen Lande Draco-Puppen verkauft werden, aber auch dem schönsten Menschen konnte man noch etwas extra Glanz verleihen. Und so frisierte er sich mit gewohnter Sorgfalt und suchte sich aus dem an das Badezimmer angrenzendem Ankleideraum - in dem durch was auch immer für einen Zauber seine sowie Harrys Kleidung gelangt war - ein frisches Hemd (natürlich dunkelgrün) nebst schwarzer Krawatter heraus, das er mit einer schwarzen Hose kombinierte. Wie immer eben. Aber wieso auch mit der Tradition brechen, wenn diese ihm so außerordentlich gut stand? Er warf eine seiner zahlreichen, pechschwarzen Schulroben über, strich sich einen nicht vorhandenen Fussel von dem silbergrün leuchtenden Slytherin-Emblem und befestigte dann sein Prefekt-Abzeichen an seiner Schulter. Ein letzter prüfender Blick in den Spiegel - perfekt. Nicht zu toppen. Der helle Wahnsinn. Eine Wohltat für die Augen.
Er lächelte siegesgewiss und ging zurück ins Badezimmer, an dessen Tür Harry von außen lauthals anklopfte. "LASS MICH JETZT GOTTVERDAMMT NOCHMAL ENDLICH INS BAD, WIR MÜSSEN IN FÜNF MINUTEN UNTEN SEIN!"
Ruhig öffnete er die Tür und Harry stolperte förmlich in seine Arme. Grüne Augen glitten einmal über seine Gestalt und schienen jede noch so kleine Feinheit seines Erscheinungsbildes in sich aufzunehmen, und Draco war wieder einmal dankbar für sein makelloses Aussehen. Hallo, Potter, hier bin ich - der bestaussehenste Magier der Schule, schoss es ihm durch den Kopf, und er grinste. "Na denn würd ich sagen, dass du dich beeilen solltest!"
Harry riss sich von seinem Anblick los, schnaubte wütend und stieß ihn aus der Tür. Energisch drehte er den Schlüssel im Schloss herum und kurz darauf hörte Draco die Dusche rauschen. Er warf einen kurzen Blick auf die Uhr und stellte fest, dass sie tatsächlich nicht mehr sonderlich viel Zeit für ein Frühstück hatten... Aber warum auch unten frühstücken, wo sie sowieso nur von allen dumm angestarrt werden würden und außerdem bestimmt nach letzter Nacht gefragt wurden? Draco wollte diese Frage bestimmt nicht beantworten, und wenn es nach ihm ging musste auch Potter das nicht tun. Wo wäre sein guter Ruf hin, wenn jemand erfahren würde dass er die einmalige Gelegenheit, den heiligen Harry Potter zu vernaschen nicht genutzt hatte?
Er schüttelte den Kopf, murmelte "Mangiosum!" und kurz darauf erschien vor seiner Nase ein Tisch nebst zwei Stühlen, der überreich mit Brötchen und verschiedenen Aufstrichen beladen war. Dieser nette kleine Zauber hatte wirklich etwas für sich - auch wenn er ihn meistens anwendete, wenn er nach einer langen, anstrengenden Nacht mit seiner neuesten Liebschaft zu erschlagen war, um in den Speisesaal zu gehen... Was ihn wieder zu seinem eigentlichen Problem zurück brachte. Potter, an den er lieber nicht denken sollte, zumindest nicht solange noch der Geist der letzten Nacht über ihm schwebte wie ein Damokles Schwert.
"Willst deinen Gryffindor wohl nicht mit der Meute teilen, was?" fragte da ein Stimmchen neben seinem Kopf, und ein frech grinsender Elf tauchte in seinem Gesichtsfeld auf, "sehr weise. Und zu deiner Information, er will dich genauso wenig teilen. Merk dir das."
Bevor Draco zu diesem unsinnigen Kommentar irgendetwas sagen konnte, kam Harry auch schon wieder aus dem Bad gestürmt - die Haare noch vom Duschen nass und die Robe nur unachtsam über sich geworfen, genauso wie die restliche Kleidung.
Es sah verdammt gut aus, dieser out-of-bed-Look stand Harry ausgezeichnet, und Draco fragte sich dumpf wie Ron bloß noch hetero sein konnte, wenn er Harry in dieser Aufmachung schon sechs ganze Jahre sehen musste. Denn das der Rotschopf nicht schwul war, war offensichtlich - so wie er dieser alleswissenden Schlaubirne Granger hinterherschmachtete.
"Das ist ja... Frühstück", brachte Harry langsam hervor und starrte den ihm unbekannten Tisch mit großen Augen an. Draco schürzte die Lippen.
"Gut erkannt, Potter, du bist wirklich ein cleveres Kerlchen", erwiderte er schnippisch und machte eine auffordernde Bewegung auf den Stuhl ihm gegenüber.
"Wo kommt das her?" fragte Harry, ohne auf Dracos Kommentar einzugehen und sank etwas ermattet auf den Stuhl.
"Ein Bienenschwarm hat es hier hereingetragen", antwortete Draco ironisch und rollte genervt mit den Augen, "was glaubst du wohl, Potter! Ich habe es hierher gezaubert!"
"Gezaubert?" echote Harry leicht dümmlich, und hing dann an: "Aber wie denn?"
Draco schnaubte. "Weißt du, Potter, ich habe magische Fähigkeiten, toll was?"
Unmut blitzte in Harrys Augen auf und er errötete etwas. "Halt die Klappe, Malfoy", fauchte er zurück, "du weißt, wie das gemeint war. Musst du eigentlich immer so bissig sein?"
"Ich bin ein Slytherin", war Dracos einzige Antwort, und Harry gab ein leises "Ts!" von sich.
Darry derweil saß auf dem Brötchenkorb und schüttelte deprimiert den Kopf. "Trottel", murmelte er leise.
