Hallo da draußen.
Ich hoffe, das letzte Kapitel hat euch gefallen und ihr hattet kein Problem mit der langen Wartezeit der Letzten.
Und noch ein Hallo an die vielen Schwarzleser da draußen, ganz ehrlich: Ich würde mich über einen Kommi freuen. Es ist nicht so schön, so viele Klicks zu bekommen, aber nie ein Feadback … :'(
Eure Sea
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"Ist er weg?"
"Kann sein", sagte Draco leise und spähte über ihren Kopf hinweg. Moment - ihr Kopf? Er drehte langsam sein Gesicht zu ihr und bemerkte, wie nahe sie sich waren. Sie berührten sich nicht, aber trotzdem wäre er am liebsten noch etwas von ihr abgerückt. Doof nur, dass da eine Wand war, die Seitenwand des einen Standes, zu dem er mit dem Rücken stand. Der andere ragte hinter Granger auf.
"Granger-", begann er, als auch sie zu ihm sah. Eigentlich wusste er nicht einmal, was er sagen wollte, aber das war auch gar keine Überlegungen mehr nötig.
"Malfoy", unterbrach sie ihn, in ihren Augen ein Blick, der sagte, dass sie auch gerne eine Zauberstablänge zwischen ihnen gehabt hätte, "ich glaube, mir ist übel ..." Sie sprach es so leise und nachdenklich aus, wie eine Antwort auf ein recht kompliziertes Verfahren, sodass Draco kurz nur schwieg, bis er begriff, was sie gesagt hatte.
Grangers Miene verzog sich langsam von normalem Zustand, der allerdings leicht angetrunken war, bis zu einem echt üblen Ich-muss-kotzen. "Moment mal, pass auf meine Schuhe auf!", sagte er hastig und versuchte von ihr abzurücken, indem er sich auf der anderen Seite, von wo aus sie nicht gekommen waren, herauszuschieben versuchte.
"Okay", machte sie nur und beugte sich an ihm vorbei.
Seine Versuche waren vergeblich gewesen, denn seine Hose hatte es trotzdem getroffen. Er schluckte hart. "Oh verdammt", fluchte er und besah sich angeekelt die Bescherung. Die sehr unappetitlich riechende Bescherung.
"Tut mir leid", nuschelte sie und wischte sich mit gerunzelter Stirn den Mund ab.
Draco atmete einmal tief durch, um sich zu beruhigen - er hatte schon mit dieser Anspielung auf das Wiesel einen Volltreffer im Bereich Finger-weg gelandet, da musste er sich nicht auf noch wegen ein paar ... Flecken aufregen. "Ich glaube, wir sollten verschwinden. Komm schon, Granger, bevor du noch einmal loslegst."
"Mhm", machte sie und ließ sich von ihm aus dem engen Spalt dirigieren. Sie hielt sich zugegebener Maßen ganz gut, obwohl sie leicht wankte.
"Wie viel hast du getrunken?", fragte er und betrachtete sie irritiert. Er hielt viel mehr aus, das wusste Draco aus persönlicher Erfahrung von den vielen Partys im Slytheringemeinschaftsraum.
"Nicht so viel", murmelte Granger und rieb sich müde über die Stirn. "Ich glaube, ich vertrage einfach nicht besonders viel. Oder jemand hat Wodka und Schnaps in die Bowle geschüttet."
"Ja klar, als ob dich jemand betrunken machen wollte", grinste Draco.
"Möglich wäre es ja wohl", schnappte sie beleidigt. Draco verdrehte nur die Augen.
"Komm schon, ich bringe dich nach Hause, bevor du mich noch anbrüllst, Löwin", sagte er und zog sie weiter. Es war leichter durch die Menge zu kommen, als er gedacht hatte, denn die meisten wichen bei ihrem Anblick zur Seite und machten einen großen Bogen um sie.
Nun ja, wenigstens hatte er heute Abend ein Laserschwert gewonnen ...
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Als Hermine und Malfoy endlich ankamen, war es schon fast Mitternacht und von außen konnte war alles dunkel. Sobald sie es jedoch betraten, konnte man Musik aus dem Wohnzimmer hören.
"Ich - gehe mal meine Hose wechseln", sagte Malfoy, als er ihren Blick sah.
Hermine nickte und rang etwas mit sich, doch als er schon auf die Treppe zuging, rief sie ihn zurück. "Ich wollte mich noch bedanken, Malfoy", meinte sie vorsichtig.
Er nickte ihr nur zu und sagte: "Nacht, Granger. Aber glaub nicht, dass ich dir die Sache mit deinem Geschwisterchen abnehme, klar? Bring das in Ordnung." Und so verschwand er nach oben, eine sprachlose, sich ein bisschen schuldig fühlende Hermine zurücklassend.
Kurz zögerte sie, dann ging sie der Musik nach und ins Wohnzimmer. Im Schein des Kamins saß ihre Mutter und hielt ein Buch in der Hand. Sie legte es weg, als sie Hermine hörte, und sah auf.
"Hemine, ihr seid zurück?"
"Ja. Ich habe Malfoy die Hose versaut, da wollte er wohl nicht mehr. Du willst es besser nicht wissen."
"Das glaube ich auch", meinte ihre Mutter und lächelte sie schief an. Sie klopfte neben sich auf den Boden: "Komm, setz dich."
Hermine nickte und näherte sich Jean. Sie ließ sie sich neben ihr nieder und lauschte dem Knistern des Kamins, was sie leicht schläfrig machte. "Mum, es tut mir leid. Ich war nicht besonders einfühlsam oder ... na ja", entschuldigte sich die Gryffindor plötzlich. Sie hatte das Gefühl, dass sie irgendetwas sagen, es wiedergutmachen musste.
"Schon gut, Minchen", sagte Jean und strich ihr über das Haar, wie früher, als Hermine noch klein gewesen war. "Aber - wieso? Wir dachten, dass du dich freuen würdest."
"Das tue ich auch", flüsterte Hermine und sah zu ihrer Mutter, die sie mit besorgtem Gesichtsausdruck musterte.
"Was ist es dann?"
"Ich ... an dem Tag, als ich den Amnesia bei euch angewandt habe, da habe ich etwas gesehen. Weißt du, ich hatte Angst, dass ihr vielleicht auch euch vergessen würdet. Nachdem ich es getan habe, habe ich noch eine Stunde gewartet, bis ich zum Fuchsbau aufgebrochen bin und da habe ich", hier zögerte sie unsicher und biss sich auf die Lippe, bevor sie fort fuhr, "beobachtet wie du dich mit einem anderen Mann getroffen hast. Mum - ist dieses Kind wirklich meine Schwester oder mein Bruder?"
"Ja, natürlich. Wie kommst du nur darauf?", fragte ihre Mutter bestürzt und sah sie verwirrt an.
"Du und Dad habt euch viel gestritten, ich dachte damals wirklich, ihr würdet euch trennen. Verdammt, ich weiß auch nicht. Es tut mir jedenfalls leid."
"Hermine, hör mir zu: Wir haben uns damals nur gestritten, weil wir Angst um dich hatten. Du dachtest immer, wir wüssten nicht, in wie viele Gefahren du im Laufe der Jahre geraten bist, aber das wussten wir." Sie lächelte leicht, was ihr Gesicht in hellem Schein aufgehen ließ, und das nicht nur dadurch, dass das Licht des Feuers es beschien.
"Ihr ... wusstet es?"
"Ja. Und ich glaube, du auch. Und Hermine, dieser Mann wollte sich mit mir treffen, weil er nicht wusste, dass ich verheiratet war. Ich habe ihn abgewiesen."
"Das heißt, er war an dir interessiert?"
"Ja, er war ein Geschäftspartner."
Hermine überlegte eine Weile still, dann nickte sie. "Mum, wisst ihr schon, was es wird?"
"Nein, aber wir werden es morgen erfahren", lächelte Jean glücklich und sah ihre Tochter warm an. "Freust du dich?"
"Ja", erwiderte Hermine erleichtert. "Schlaf gut, Mum."
"Du auch", grinste Jean und sah Hermine lächelnd nach, wie diese nach oben ging. Dann schlug sie ihr Buch wieder auf.
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"Okay, und jetzt musst du ganz langsam vor- und zurückgehen, ja, genau so. Aber vorsichtig, sonst schneidest du dich!", warnte Granger ihn und begutachtete kritisch die Zwiebeln, die er gerade schnitt.
"Hör auf, mich so anzustarren. Ich bin kein neuer Besen im Schaufenster", schnauzte er unfreundlich und warf ihr einen genervten Blick zu. "Oder ein Buch."
Sie zuckte nicht mal mit der Wimper, sondern blieb nur ungerührt in der Küche stehen und betrachtete seine Arbeit. "Da hast du vielleicht Recht, aber du bist ein Malfoy der gerade zum ersten Mal im Leben eine Zwiebel schneidet - du kannst dir also denken, wieso ich dir nicht gerade freie Hand lasse."
"Was soll denn an Zwiebeln bitteschön so gefährlich sein? Das ist ein nicht bewegungsfähiges Obst, falls du es vergessen haben solltest!"
"Eigentlich werden Zwiebeln nicht zu Obst, sondern-", fing sie schon an, unterbrach sich dann aber selbst, bevor er auch nur den Mund aufmachen und Einspruch erheben konnte. "Egal. Pass einfach auf deine Finger auf."
"Ja, zum tausendsten Mal, Mum", murrte er und schaute eingeschnappt zu ihr. "Und außerdem - autsch!" Er hatte sich doch in den Finger geschnitten, als der Dampf der Zwiebeln seine Augen hatte Tränen lassen - tat ganz schön weh.
Granger kam grinsend zu ihm und besah sich seine Hand prüfend. "Nicht schlimm, nur ein kleiner Schnitt", tat sie ab und nahm sich ihren Zauberstab. Draco zuckte leicht zurück als er das Ding sah. Es war noch immer etwas beängstigend, besonders wenn er daran dachte, dass dieser Zauberstab ihn noch vor einem Jahr hätte töten können. "Episkey!", sagte sie nun energisch und tippte etwas grob auf seine Hand. Der Schnitt an seinem Finger heilte sofort.
"Nett von dir, hätte ich aber auch so gekonnt", brummte er und machte ihr Platz, damit sie mit den Zwiebeln weitermachen konnte.
"Wirklich? Ich dachte immer, dass ihr Malfoys bei solchen unnötigen Unterrichtsstunden mit Flitwick nur schlafen würdet ...", stichelte Granger feixend und warf ihm einen belustigten Blick zu.
"Crabbe und Goyle vielleicht, aber ich bin durchaus in der Lage, zu erkennen, wann es besser wäre, aufzupassen und wann nicht", brüstete sich Draco und zog eine arrogante Grimasse.
"Ja ja", murmelte die Gryffindor. "Komm, ich zeige dir jetzt Schach auf Muggel-Art. Solange der Auflauf noch im Ofen ist und die Knoblauchsoße kocht, können wir uns damit die Zeit vertreiben. Außerdem kommen Mum und Dad sowieso erst zurück in ... puh, zwei Stunden vielleicht. Was hältst du eigentlich von Rummikub?"
Wenig später hatte er eine Einführung in ungefähr alle Brett-, Würfel- und Kartenspiele bekommen, die Granger auf die Stelle finden konnten. Es waren vielleicht nur fünf gewesen und den größten Teil der Zeit hatten sie nicht gespielt, sondern hatte die Gryffindor ihm die Regeln erläutert.
Und zu Dracos Überraschung hatte es ihm sogar immer mehr Spaß gemacht und irgendwie hatte er das Gefühl, dass sie beide das empfanden. Granger war auch aufgeschlossener, obwohl sie etwas zögerlich mit ihm umging. Es gefiel ihm, mit ihr auf dem weichen Teppich im Wohnzimmer zu hocken, ein Chaos aus Würfeln, Karten und Figuren zwischen ihnen.
Gerade amüsierte er sich über einen von seinen Spielzügen, bei dem Draco einen Kniffel gelandet hatte - mit sechs Würfeln, der eine stellte sich als Versehen heraus – da fragte Granger: "Malfoy"
"Hm?", machte er und schob ihr den Becher mit den Würfeln hin, nachdem er seinen Wurf vermerkt hatte.
Sie drehte nervös den Becher in ihrer Hand ohne ihn wirklich zu beachten. "Wieso bist du so anders? Was hat dich verändert?", wollte sie wissen und musterte ihn.
Draco stutze und antwortete, ohne nachzudenken: "Ich habe mich doch nicht verändert! Jetzt mach schon, Granger, würfel."
"Doch. Du behandelst mich nicht wie der letzte Dreck und richtig beleidigt hast du mich auch nicht mehr", überlegte sie, ihre Stirn gerunzelt und den Themenwechsel ignorierend. "Hast du darüber schon mal nachgedacht?"
"Ich - du willst es wirklich wissen?" Draco wusste nicht ganz, was ihn da überkam, aber die Wahrheit war, so hatte er inzwischen gelernt, meistens der beste Ausweg.
Granger nickte, wobei ihre Locken leicht auf und ab wippten, die sie eigentlich nach hinten gebunden hatte. "Ja, es interessiert mich."
"Freiheit, Granger. Das Einzige, was ich versuche, ist mich von meinem Vater loszueisen und hier wegzukommen", erklärte er und lehnte sich mit nichtssagendem Gesichtsausdruck gegen die Sofakante. "Und wenn ich dafür zu denen nett sein muss, die mein Vater verabscheut hat, dann kommt mir das sogar entgegen. Also, Granger, überleg mal, solltest du ja eigentlich können."
"Oh, danke für das Kompliment", antwortete sie nun ebenso kalt. Ja, er hatte es wieder verdorben und ein bisschen bereute er es auch, aber das war immer noch Hermine Granger vor ihm, also machte es ihm - nicht so viel aus. "Es ist gut zu wissen, wo du stehst."
Kurz schwiegen sie beide. "Ja", machte er dann, nur um irgendetwas zu sagen und diese Stille zwischen ihnen auszufüllen. Sie war ihm deutlich unangenehm, zugegeben hätte er das aber in tausend Jahren nicht.
"Also Malfoy", sagte sie nun und faltete ihre Hände ineinander, wobei sie ihre Ellbogen auf ihren Knien abstützte, "ich mache dir einen Vorschlag. McGonagalls Plan war es, dich in der Öffentlichkeit gut dastehen zu lassen - es könnte dich unterstützen, wenn ich auch auf deiner Seite stünde, das ist uns beiden wohl klar."
Draco nickte nur misstrauisch. "Was willst du damit sagen, Granger?"
"Ich will nicht, dass wir uns weiter vor meinen Eltern streiten. Wir sind nett zueinander und hören auf, ständig gegeneinander … anzurennen. Soll heißen, zumindest, wenn sie dabei sind. Und wenn sie nach Harry und Ron fragen, dann sagst du nur, dass sie wüssten, du wärst bei mir."
"Warte, stopp", sagte er schnell und hob die Hand. Er war immer noch ein Slytherin und was sie da von ihm verlangte ließ ihn Interessantes erahnen. "Du hast ihnen nichts gesagt, oder? Wiesel und Potty, genau wie seine kleine Freundin Weaslette, sie wissen nicht, dass ich hier bin, stimmst?"
In Grangers Wangen stieg eine verräterische Röte auf. "Ja", knurrte sie unwirsch. "Aber darum geht es nicht."
"Kein Problem. Hätte ich wahrscheinlich sowieso gemacht, aber wenn du es unbedingt vertraglich haben willst ... schön", stimmte er zu und reichte ihr die Hand.
Sie nickte und legte ihre zierliche Hand in seine. "Gut.
In diesem Moment machte es Drinnnng aus der Küche und Granger sprang auf. "Der Auflauf ist fertig!", japste sie aufgeregt und rannte in die Küche.
"Warte, ist das dein Erster?"
"Ja!", kam es aus der Küche, was Draco ein Grinsen entlockte.
Dieses Mädchen war grauenerregend, aber sicher noch schlimmer, wenn man sie zum Feind hatte. Er war froh, dass es jetzt nicht mehr so war.
Draco folgte ihr schlendernd und beobachtete sie, wie sie ihm triumphierend ihren gemeinsamen Auflauf präsentierte.
"Tadaa", sagte Granger und strahlte ihn an. Die Kälte zwischen ihnen schien wieder verflogen.
