Kapitel 10: In welchem Lily Nicht besessen ist oder In welchem Lily besessen ist
Ich setzte mich im Bett auf und streckte meine Arme über meinem Kopf aus.
Es ist ein weiterer neuer und glorreicher Tag. Neue Tage sind immer so reizend, da sie immer das Potenzial haben, zu einem großartigen und verblüffendem Tag zu werden, an die man sich für immer erinnern wird.
Vielleicht werde ich heute etwas Fantastisches tun, wie die Welt von Krankheiten zu heilen oder einen Weltrekord in durch den englischen Kanal schwimmen aufstellen oder James bitten mich zu heiraten oder meinen eigenen Zauber erfinden oder… was war das über James?
Habe ich das gedacht?
Weißt du ... da stimmt etwas mit mir wirklich nicht. Ich weiß, das bin nicht ich, die diese Dinge denkt. Es kann einfach nicht sein. Ich würde nie solche Dinge denken! Ich bin eine normale Person. Normale Personen denken nicht darüber nach James Tristan Potter zu heiraten! Das tun sie einfach nicht!
Ich werde das Frühstück auslassen und Madam Jeffries sehen gehen…
„Ich bin krank." Es ist wahr. Mein Verstand ist fürchterlich, fürchterlich verwirrt.
„Ich verstehe, Liebes. Was für Symptome hast du?", fragte Madam Jeffries freundlich. Sie ist sehr nett, oder?
„Ich habe diese Gedanken, die nicht meine sind.", sagte ich ihr nüchtern. Sie sah mich seltsam an, also lächelte ich mein süßestes, beruhigendes Lächeln. Ich will nicht, dass sie sich zu sehr sorgt.
„Beeinflussen… diese Gedanken deine… Entscheidungen?"
Ich dachte darüber nach. „Nein, nicht wirklich. Sie nerven mehr als alles andere ... warte ...", sagte ich, meine Augen weiteten sich. „Sie denken nicht, die Gedanken sind für die unsichtbaren Seile verantwortlich, oder?" Das wäre eine wundervolle Erklärung. Es würde alles was ich getan habe so viel mehr… erklärlich machen.
Madam Jeffries zappelte, blickte über ihre Schulter als wäre sie beängstigt oder besorgt. „Kannst du eine Sekunde hier bleiben, Liebes?" Wieso nennt sie mich immer ‚Liebes'? Sehe ich aus, wie ein ‚Liebes'? Ich denke nicht, ich bin die ‚Liebes' Sorte Person. Oh gut.
„Eine Sekunde.", betonte sie, und hielt einen Finger hoch als wäre ich zu dumm um sie ohne Handbewegung zu verstehen.
„In Ordnung…", sagte ich langsam, „Ich werde hier sein.", ich gestikulierte auf den Boden um sicher zu stellen, dass sie den Punkt verstand.
Sie nickte. „Nur eine Sekunde.", rief sie über ihre Schulter als sie in ihr Büro wuselte. Sie ist irgendwie seltsam, oder? Ich meine, ich bin nicht das hellste Kind der Schule, aber ich bin auch keine Pfeife. Verflixt… sie haben mich nicht zur Schulsprecherin gemacht, weil ich nicht sagen kann, was eine Sekunde ist.
„Ein Ein-Tausend." Nun, dass war eine Sekunde. Nun, man, ich habe eine Sekunde gewartet und Madam Jeffries ist noch nicht zurück. Hmmm… ich schätze, das bedeutet, ich sollte gehen.
Ich weiß, ich weiß, ich sollte vermutlich bleiben, aber es ist einfach so verlockend. Sie machte so eine große Sache aus der eine Sekunde Sache. Ich grinste als ich rausging. Sicher, ich will wissen was mit meinen Gedanken nicht stimmt, aber jetzt, wo ich darüber nachdenke, wäre Madam Jeffries sowieso vermutlich nicht fähig mir so viel zu helfen. Sicher, sie ist nett, aber sieh sie dir an... sie ist der Inbegriff der ziemlich dummen Blondine. Und denk mal, was sie Potters Bein angetan hat. Ich meine, Peroxid! Das muss stechen!
Nebenbei, ich fühle mich jetzt viel besser. Ich habe seit Jahren nicht mehr an Potter gedacht.
Außer gerade, aber das zählt nicht!
Es war ganz einfach früh morgendliche Panik, die mich dazu gebracht hat, zum Krankenflügel zu gehen. Yep, früh morgendliche Panik, kein anderer Grund. Jetzt, dass es später am Morgen ist, fühle ich mich so viel ruhiger.
Ich ging leise pfeifend in den Verwandlungsraum. Ich fühle mich wirklich fantastisch. Vielleicht bin ich von diesen Gedanken über Potter geheilt… Potter und seinen knabenhaften Charme. Ich wünschte er wäre hier; ich würde eine guten Morgen Umarmung und einen Kuss mögen.
Warte! NEIN! Ich schätze, ich bin nicht so geheilt wie ich dachte. Vielleicht stoppe ich nach Verwandlung beim Krankenflügel. Dennoch, das wird ein guter Tag; ich weiß es.
Ich begann rüber zu gehen um den Platz neben Ally zu nehmen als ich realisiert, dass jemand schon seine Sachen neben sie gelegt hatte. Ich stoppte verwirrt.
Oh ... richtig, Sirius. Ich hätte es fast vergessen. Das muss bedeuten, sie machen ihre Beziehung ‚publik'. Es ist irgendwie süß ... schätze ich. Wenn es nicht so… seltsam wäre. Aber wenn sie glücklich sind, bin ich auch glücklich. Aber wo soll ich sitzen?
Ich sah mich um, in dem Versuch einen leeren Sitz zu lokalisieren. Da ist einer neben einem Slytherin Mädchen, aber der Blick den sie mir geschickt hat, lässt mich in die andere Richtung rennen wollen. Ich wollte gerade die andere Seite des Raumes auschecken als ein Arm sich um meine Taille schlang und mich runter zog.
„Ahh!", schrie ich und griff verzweifelt nach meinem Angreifer. Ich scharrte ein bisschen, schmiss meine Tasche meinem Angreifer an den Kopf und endete in seinem Schoß… mit meinen Lippen auf seinen (aber das war ein Unfall).
„Potter.", schrie ich und schubste mich von ihm weg indem ich gegen seine Schulter drückte.
„Ich dachte, du suchtest nach einem Platz.", sagte er, betäubt klingend.
„Was?", fragte ich. Dann bemerkte ich den leeren Platz auf den er mich hatte ziehen wollen. Ok… ich könnte ein wenig überreagiert haben… nur ein bisschen.
„Oh.", sagte ich, errötend als er auf den Stuhl zeigte. Von seinem Schoß steigend, setzte ich mich auf den Stuhl, mich ziemlich dumm fühlend. Zumindest ist es besser als die Slytherin Option (irgendwie).
„Ich habe dir etwas vom Frühstück aufgehoben. Du solltest keine Mahlzeiten auslassen.", sagte James und setzte zwei Brötchen vor mich hin.
„Danke.", sagte ich und riss ein Stück des halb warmen Brötchens ab.
„Also wo warst du?"
„Krankenflügel."
„Bist du in Ordnung? Fühlst du dich nicht gut? Brauchst du etwas?", sagte er, wobei er beunruhigend wie eine ärgerliche Mutter Henne klang. Eine sehr süße und sexy ärgerliche Mutter Henne, aber eine Mutterhenne dennoch.
„Mach dir keine Sorgen. Mir geht es… Mir wird es gut gehen." Ich kann ihm nicht gut sagen, was mit mir nicht stimmt, da es ihn betrifft. Schließlich scheinen die Gedanken nur über ihn zu sein.
Ich aß die Brötchen auf und wischte die Krümel auf den Boden. Ich weiß, ich weiß, nicht sehr höflich von mir, aber ich bezweifle, dass ein Blitz mich treffen wird weil ich Krümel auf den Boden gekehrt habe, nur einmal, statt sie in den Mülleimer zu tun.
Die Zeit für den Unterrichtsbeginn kam und ging... und McGonagall tauchte nicht auf. Ich wechselte einen verwirrten Blick mit James. Ein besorgtes Gemurmel ging durch die Klasse. Ich kann mir vorstellen, was sie denken, hauptsächlich weil ich es auch denke.
Was ist wenn etwas passiert ist, jemand verletzt wurde oder sogar schlimmeres… McGonagall ist nie spät. Das kann nur schlecht sein.
„Mach dir keine Sorgen.", wisperte James, nahm meine Hände vom Tisch weg, und fasste sie in seine. Gott, ich liebe seine Hände. Das seltsame ‚ganz' Gefühl ist auch zurück. Es waren die Brötchen! Ah ha! Ich wusste, es war etwas, was ich gegessen habe. Ich werde einfach Brötchen von jetzt an vermeiden müssen.
Meine Augen trafen seine und ich war gefangen. Es war wie die unsichtbaren Seile, aber in einer magnetischeren Weise. Meine Augen wurden von seinen gefangen gehalten, aber nicht von ihnen angezogen. Ich begann als ich seine Lippen auf meiner Hand fühlte und ich zog meine Augen von seinen weg um ihn sanft meine Hand küssen zu sehen.
„Lily.", wisperte er, „Wirst du ..."
Es gibt so viele Möglichkeiten diesen Satz zu beenden.
Wirst du...
... mir paar Pommes kaufen?
... ein Loch für mich graben gehen?
... meine Bücher tragen?
... mich küssen?
... mich heiraten?
... für den Rest unseres Lebens an meiner Seite bleiben?
... meinen Rücken kratzen?
... mir mit diesem Zauberkunst Aufsatz helfen?
... mit mir in der Besenkammer neben George dem Großen heute Nacht rummachen?
Ähm ... ja, nun, da gibt es viele Möglichkeiten diesen Satz zu beenden und er bekam nicht die Chance einen von ihnen zu benutzen, da in der Sekunde die Tür aufflog.
James' Worte wurden unterbrochen und ich wirbelte herum um zu sehen, wie Madam Jeffries, McGonagall, Dumbledore und Vittles durch die Tür kamen.
Was ist los? Wieso gucken die so besorgt, so ernst?
McGonagall ging zu der Vorderseite des Klassenraums und blickte uns an. Das ist es; sie würde die schrecklichen Neuigkeiten, die sie für uns hatte, sagen. Ich setzte mich auf den Rand meines Stuhls, bestrebt zu hören was sie zu sagen hatte und mich gleichzeitig davor fürchtend.
„Klasse.", ich erstarrte in vorrausschauendem Terror. „Heute werden wir an der Verwandlung von Menschen in Tiere arbeiten." Ich stieß meinen Atem aus. Das war nicht das, was ich erwartet hatte.
„Miss Evans.", ich sprang nervös auf meinem Stuhl als sich eine gebrechliche papierähnliche Hand auf meine Schulter legte. Meine Nerven sind so schlecht. Ich meine, falls Dumbledore meinen Namen sagend genug ist mich zu Tode zu erschrecken… nun, das sagt wohl was.
Potter wackelte mit den Fingern und ich realisierte, dass ich sie in einem festen Todesgriff hatte.
„Sorry.", wisperte ich und löste meinen Griff. Dann drehte ich mich Dumbledore zu. „Professor, gibt es etwas wobei ich ihnen helfen kann?"
„Ja, Miss Evans, das gibt es. Sie müssen bitte mit uns kommen." Er sah uns todernst an. Vittles stand hinter ihm wie eine Art Bodyguard mit seiner Hand auf seinem Zauberstab. Ich blickte zu Madam Jeffries, die bei der Tür stand und nervös mit den Händen wrang.
„Wohin?", fragte ich langsam. Jetzt war es James' Hand, die meine fester hielt, aber ich hatte nicht das Herz ihn zu bitten es zu lösen. Um die Wahrheit zu sagen (und die Wahrheit ist wirklich überbewertet) war ich dankbar für die hinzugefügte Bestätigung.
„Zum Krankenflügel, fürchte ich."
„W… wieso?", stotterte ich.
Das macht mich irre. Wieso in aller Welt brauchten sie mich im Krankenflügel? War etwas falsch? War jemand verletzt? Was ist, falls Ally verletzt war? Warte ... Ally ist in dieser Klasse ein paar Tische vor mir. Ok ... Ich muss mich beruhigen.
Deswegen muss man nicht ausflippen… außer das es wirklich ist.
Ich konnte McGonagalls Stimme im Hintergrund dröhnen hören als Dumbledore mir einen sympathischen Blick zuwarf.
„Madam Jeffries muss einfach nur ein paar Tests an ihnen durchführen."
„Jaaah und sie dann ins St. Mungos stecken.", hörte ich Vittles murmeln.
Was? Was meinte er mit ‚mich ins St. Mungos stecken'?
Ich sah James panisch an und sah, dass er Dumbledore mit einem kalkulierenden Blick ansah. Er blickte zu mir und gab mir ein warmes Lächeln, dann drehte er sich zurück.
„Wieso müssen sie ein paar Tests an Lily durchführen?", fragte er höflich. Gute Frage! Ich nickte, betonend, dass ich die Antwort auf seine Frage auch gerne wissen würde.
„Wir haben Gründe zu glauben, dass Miss Evans besessen sein könnte…", antwortete Dumbledore und sprach direkt James an, als wäre ich nicht einmal da.
„Besessen!", schrie ich und schnitt ihm in grauen das Wort ab.
Besessen!
Was verflixt meinte er… BESESSEN?
Und wieso hat er über mich gesprochen als wäre ich nicht hier? Hatte er vergessen, dass ich hier war oder so? Dachte er, ich könnte ihn nicht hören, wenn er mit James sprach? Dachte er nicht, dass ich an dem Fakt, dass er denkt, ich wäre besessen, leicht interessiert sein könnte?
Ich. Lily Evans. Besessen. Ach wie lustig.
„Ich bin nicht besessen! Ist das irgendeine Art Witz? Denn es ist NICHT sehr lustig.", verlangte ich und sprang Dumbledore zugewandt von meinem Stuhl hoch.
James stand auch auf… vermutlich weil ich immer noch seine Hand hielt. Ich zog es in Erwägung sie loszulassen, damit ich mit den Händen wild umherschleudern konnte, entschied aber, dass mich das tatsächlich besessen aussehend lassen könnte und es war beruhigend zu wissen, dass James bei mir war.
Ich starrte Dumbledore an und fragte wortlos ob er nicht mehr alle Tassen im Schrank hatte. Er starrte zurück mit einem traurigen, ernsten Blick in seinen Augen. Oh Gott. Er meint das ernst. Er denkt ehrlich, ich bin besessen. Ich bin nicht besessen! Glaubt mir jemand?
Ich widerstand dem Verlangen panisch im Klassenraum umherzublicken. Ich konnte Leute wispern und murmeln hinter mir hören. Ich könnte mir vorstellen was sie sagten…
„Die Schulsprecherin hat endlich den Verstand verloren. Ich wusste, dass Potter sie verrückt machen würde."
„Vom Schulleiter weggebracht zu werden, nicht weniger."
„Fünf Galleonen, das sie in spätestens zwei Stunden im Mungos ist."
„Sie war so ein nettes Mädchen; es ist eine wirkliche Schande."
Ja, ist es nicht eine Schande? Ich fühlte mein Gesicht erröten und meine Augen begannen zu tränen. Ich nahm einen Schritt auf Dumbledore zu und er rückte zurück. Ich war überrascht.
Hat er… Angst vor mir?
Vittles drückte sich vor Dumbledore, stand vor ihm und zog seinen Zauberstab… wie ein richtiger Bodyguard. Ihn vor mir schützend? Ich bin nicht besessen! Ich würde Professor Dumbledore nie verletzten! Was ist mit diesen Leuten los?
James fasste meine Taille und mit einem flüssigen Ruck zog er mich hinter ihn und sich so zwischen Vittles und mich.
„Aus dem Weg, Mr. Potter. Ich werde sie nicht verletzen. Sie muss sich nur beruhigend und mit uns kommen."
„Ich werde mich ganz sicher nicht beruhigen!", bellte ich zurück und versuchte mich um James herum zu schieben, damit ich in Vittles' hässliches Gesicht schreien konnte. „Sie haben mich gerade bezichtigt besessen zu sein! Das ist nichts worüber man RUHIG ist!"
James riss seinen Zauberstab aus seiner Tasche und hielt ihn schützend vor sich. „Sie ist nicht besessen.", sagte er langsam, gefährlich.
Hallelujah! Jemand zurechnungsfähiges! James denkt nicht, dass ich besessen bin. Gott, er ist der beste. Ich könnte ihn küssen!
„Das ist keine kindische Fehde, von welcher Sie sie beschützen können, Mr. Potter. Gehen sie entweder freiwillig aus meinem Weg oder ich werde Sie aus dem Weg fluchen!"
„James, beweg dich.", sagte ich und drückte seinen Arm.
Ich will nicht, dass die einzige Person, die nicht glaubt, dass ich besessen bin, von Vittles von der Erdoberfläche geblasen wird. Ich meine, Vittles ist keiner den man achtlos behandeln kann. Man kann ihn nicht schlagen. Ich habe ein Gerücht gehört, dass er einst Dumbledore (Dumbledore!) in einem praktischen Duell geschlagen hat. Ich würde mir nie verzeihen wenn Potter wegen mir verletzt würde… schon wieder.
Nebenbei… was ist das schlimmste, das passieren kann, falls ich mit ihnen gehe? Sie werden mich für den Rest des Lebens ins St. Mungos werfen. Oh shit!
Sicher, ich habe mich immer gefragt, ob ich verrückt bin, aber ich fühlte mich nie geisteskrank. Aber dann wieder, bin ich mir nicht sicher, ob ich weiß, wie geisteskrank zu sein sich anfühlt. Vielleicht bin ich wirklich geisteskrank und ich bin einfach immer so geisteskrank gewesen, dass ich nicht einmal weiß, was nicht geisteskrank zu sein sich anfühlt! Nein… nein, ich bin nicht geisteskrank! Bin ich nicht!
„Ich bewege mich nicht. Ich werde Sie nicht sie verletzen lassen." Gott, er ist so süß, aber er wird sich nicht umbringen lassen.
Vittles schaute bei seiner Antwort überrascht (zusammen mit allen anderen im Raum). Ich frage mich, ob jemand anderes ihm je die Stirn geboten hat. Vielleicht, aber sicher nicht in der ganzen Zeit wo er in Hogwarts war.
James ist irgendwie auch wie sein Schützling. Das muss an beiden nagen.
„Mr. Potter.", begann Dumbledore, wurde aber unterbrochen als Vittles einen Entwaffnungszauber auf James warf.
Da war keine Warnung, nur ein Schwenker von Vittles' Zauberstab, aber ich konnte die raue Kraft auf James und mich zufliegen fühlen genau so klar als hätte Vittles ‚Expelliarmus!' geschrien.
Ich kreischte. Ich bin beschämt es zuzugeben, aber ich tat es. Ich habe es einfach nicht erwartet! Ich bin kein Jammerlappen oder so (die meiste Zeit).
Ganz im Gegenteil dazu war James vorbereitet, vielleicht wegen all der Zeit die er mit Vittles verbracht hat. Er riss seinen Zauberstab hoch und mit einem schnellen Schnitt, beschwor er ein Schild, das Vittles' Entwaffnungszauber harmlos in die Wand abprallen ließ.
Der ganze Raum war mit einer überirdischen Stille erfüllt als Vittles James erstaunt anstarrte. Auch mir fiel es schwer meine Gesichtszüge vom entgleiten abzuhalten.
James hat gerade einen von Vittles Zaubern abgeblockt! Vittles! Wie, der unmöglich zu besiegen/auszutricksen/bester in allem auch wenn du James Potter bist, Vittles!
Da war so viel Kraft hinter diesem Spruch, aber James hat ihn abgeblockt als wäre er nichts. Der einzige Weg, das er das tun könnte, ist, wenn er Tonnen mehr Kraft in sein Schild getan hat als Vittles in seinem Spruch genutzt hat. Wow. Einfach wow. Habe ich erwähnt, wie glücklich ich bin ihn an meiner Seite zu haben?
„Ich habe einen anderen Vorschlag, Professor.", sagte er, ein kleines bisschen spöttisch, aber verflixt, er hat das Recht sich zu brüsten. Ich würde auch mich ergötzen wenn ich Vittles' Sprüche umleiten könnte (was ich nicht kann, aber hypothetisch gesprochen). „Wie wäre es, wenn ich Miss Evans zum Krankenflügel eskortiere und bei ihr bleibe um sicher zu stellen, dass sie keine… Schwierigkeiten erleidet?"
Er drückte es als Frage aus, aber es war offensichtlich ein Befehl. Ich hasse es, wie er so gut darin ist. Etwas höflich vorschlagen, mit einem Lächeln, wenn er die ganze Zeit weiß (und du auch), dass du nicht nein sagen kannst.
Das war eine Stille, ich denke nicht, dass überhaupt jemand atmete, dann sagte Dumbledore, „Das ist akzeptabel, Mr. Potter. Ich versichere ihnen, dass es keine Schwierigkeiten geben wird, solange Miss Evans uns ihre volle Kooperation gibt." Er spricht schon wieder als ob ich nicht hier bin! Wieso macht er das immer? Es beginnt zu nerven.
„Das werde ich.", mischte ich mich ein, Dumbledore von hinter Potters Arm ansehend, nur um zu beweisen, dass ich tatsächlich Ohren habe (gegenteilig zum verbreiteten Glauben, dass ich auf einem höheren Level der Hirnwäsche funktioniere und nur Gedanken lesen kann und, dadurch keinen Nutzen für hübsche Dinge wie Ohren habe… in Ordnung, das ist nicht ein weit verbreiteter Glaube, aber eine meiner interessanteren hust verrückten hust Fantasien).
„Sehr gut.", sagte er und gestikulierte uns beiden zur Tür zu gehen.
Ich beugte mich vor und nahm meine Tasche. Als ich mich aufrichtete sah ich Vittles an.
Er hatte sich nicht bewegt seit Potter seinen Spruch geblockt hatte. Er stand einfach nur mit einem seltsamen Blick auf dem Gesicht da. Als ich ihn anstarrte verhärteten sich seine Augen plötzlich und er schien die Paralyse abzuschütteln, die ihn gefroren hatte. Ich sah zu wie er seinen Zauberstab hob.
Was tut er? Es sieht fast so aus als wird er jemanden verfluchen. Ich blickte dahin wo sein Zauberstab hinzeigte ... James Potters Rücken.
James, der vorgebeugt war und loses Pergamentpapier in seine Tasche stopfte.
Ich kann es nicht glauben ... Vittles wird James verfluchen während dieser ihm den Rücken zudreht!
Das… dieser nichtsnutzige, mist schürfende, rücksichtslose, unsportliche, betrügende, schmutzige, hinterhältige Idiot!
Meine Augen schwangen zurück zu Vittles und ich konnte sehen, wie sein Zauberstab sich in Fluchbewegung zu bewegen begann.
„James!", rief ich warnend. Ich sah, wie er begann sich umzudrehen, aber ich konnte sagen, dass er nicht schnell genug sein würde.
Oh Gott, ich kann nicht zusehen, James wird verletzt werden!
Wie kann jemand zusehen, wie die Person, die man mag oder vielleicht sogar liebt, verletzt wird!
Warte ... was war das? Waren das schon wieder die Stimmen? Dumme Stimmen! Können sie mich nicht einfach alleine lassen? Ich meine, es wäre eine Sache, wenn sie meine Gedanken wären, aber… Oh ... mein ... Gott...
Das sind meine Gedanken.
Das war keine Stimme, oder? Das war ich.
Ohne einen zweiten Gedanken (offensichtlich, denn wenn ich es durchdacht hätte, hätte ich es nie gemacht), sprang ich vor James und nahm den Fluch auf mich.
Ich hatte recht, es schmerzte … sehr.
Es begann als ein brennendes Gefühl wo der Fluch meine Brust getroffen hatte und verbreitete sich nach außen, floss durch meine Venen wie Feuer.
Ich bin in meinem ganzen Leben noch nie durch so viel Schmerz gegangen (außer als ich durch die Verlobungsfeier meiner Schwester sitzen musst… verflixt, ich hatte gedacht, die Hochzeit würde schlimm, aber es war ein Stück Kuchen verglichen mit dieser Party. Ich habe immer noch Albträume davon).
Das ist ein fieser Fluch... Ich meine, wer kreiert Flüche, die so schmerzvoll sind? Wer, bei vollem Verstand, denkt sich solche Dinge aus? Nun, wer auch immer er (oder sie, aber um der Auseinandersetzung Willen, werde ich den Spruchmacher als einen er bezeichnen) ist, er ist ein kranker Typ.
Ich keuchte vor Schmerzen als das blind machende Licht, das in meinen Augen aufgeflammt war als der Fluch traf, verblasste.
Ich fühlte meine Knie unter mir wackeln und ich fiel hart auf den Boden.
Autsch! Gott verfluchter Boden!
Zumindest ist er nicht rau. Steine nerven, aber raue Steine… Ich will nicht einmal daran denken. Der Verwandlungsraum hat sehr nette Böden in dieser Hinsicht.
In der Distanz, hinter dem Schmerz, der der Fokus meiner Welt geworden war, hörte ich jemanden schreien (Ich denke, ich habe auch meinen Namen gehört, aber ich bin nicht sicher, sie könnten auch chilly oder hilly oder Billy oder silly oder Millie oder… gesagt haben, nun du verstehst was ich meine) und ich sah Lichtblitze, aber ich fühlte keine zusätzlichen Schmerzen (was eine gute Sache ist, da ich bereits genug fühlte).
Endlich wurde die Welt gnädigerweise schwarz.
