Hallo ihr Lieben,
entschuldigt bitte das es mal wieder so lange nicht weiter ging, aber ich bin im Augenblick durch die Uni etwas stark eingespannt und im Lernstress.
Auch auf der Arbeit war in letzter Zeit einiges zu tun und im Argen, so dass ich leider nicht zum Schreiben gekommen bin.
Wie immer gilt mein herzlicher Dank den Review-schreibern^^!
Es ist schön zu wissen, dass jemand die Story liest und sie denjenigen auch gefällt.
*Lach*
Wie immer gilt natürlich, dass ich auch für konstruktive Kritik zu haben bin und mich darüber auch freuen würde.
Ich hoffe mich dadurch zu verbessern.
Fühlt euch also nicht gehemmt mir zu sagen, wenn euch mal etwas unlogisch oder blöd erscheint^^
Tja wie immer lange Vorrede ;OP
Viel Spaß mit dem neuen Kapitel!
Kapitel 9
Es war genau so wie Joey es erwartet hatte. Es war erschreckend schnell dunkel geworden und zusammen mit der Dunkelheit, kroch ihnen auch die Kälte in die Glieder.
Selbst das entfachte Feuer, welches auch jetzt noch rötlich durch die Zeltwände schimmerte, vermochte es einfach nicht, ihnen genug wärme zu spenden.
Sie hatten sich recht früh in das kleine Zelt zurückgezogen und noch immer hatte der Blonde Setos unterdrückte Schmerzlaute im Ohr.
Seto war schweißnass gewesen, als er schließlich im Inneren gelegen hatte und war gleich darauf wieder in einen tiefen Schlaf geglitten.
Vielleicht war es auch eine erneute Ohnmacht, Joey konnte es nicht mit Bestimmtheit sagen.
Obwohl er selbst Mitlehrweile auch jeden Knochen, jede Prellung und jeden Kratzer deutlich spürte, stellte sich der Schlaf einfach nicht ein und so war er bemüht, zumindest ruhig zu liegen, um den Firmenchef nicht doch noch zu wecken.
Das Ganze hatte zumindest etwas Gutes, da er diesen, wie schon am Nachmittag, ungestört beobachten konnte. Er liebte es Seto zu beobachten.
So war es schon immer gewesen, ob im Klassenzimmer oder wenn sie sich sonst begegnet waren. Viele behaupteten Seto wäre kühl, kalkulierend und gefühllos wie ein Computer, doch Joey wusste, dass das nicht stimmen konnte.
Ein Blick in dessen blauen Augen genügte meist, um Joey genau Setos Stimmung zu zeigen. Auch der Umgang den dieser mit Mokuba, seinem kleinen Bruder pflegte zeigte, das Seto ein gefühlvoller Mensch war, der nur verlernt hatte, dies auch Anderen zu offenbaren und sich hinter eine Maske der Ausdruckslosigkeit verbarg.
Auch dies war ein Grund, dass sich Joeys Hoffnung jedes Mal aufs Neue entfachte.
Er wusste Seto würde nicht mit jedem schlafen und nicht mehrmals mit jemanden, für den er nichts empfinden würde, aber er konnte einfach nicht sagen was zwischen ihnen war.
Seto verstand es, den aufflackernden Funken immer und immer wieder mit seiner Kälte zu ersticken und Joey wusste nicht, wie lange er das noch aushalten würde.
Der Blonde rieb sich mit seiner Hand über seine brennenden Augen. Er würde am liebsten etwas trinken, aber ebenso wusste er, dass sie dafür nicht genug Flüssigkeit hatten und vor allem, das Seto diese mehr brauchte, als er selbst.
Ein Murmeln riss ihn aus seinen trübsinnigen Gedanken und ließ ihn den Blick wieder auf den Schlafenden werfen. Seto hatte seine Stirn leicht gerunzelt und sein Atmen hatte sich beschleunigt, auch jetzt murmelte er wieder etwas Unverständliches und Joey richtete sich vorsichtig auf, um diesen verschwommen Lauten zu lauschen.
Sollte Seto beginnen sich im Schlaf zu bewegen, würde er ihn wohl oder übel wecken müssen, denn für seine zahlreichen Wunden, wäre dies sicher alles andere als förderlich.
Obwohl der Blonde wirklich bemüht war, das Gemurmel zu entziffern, blieb ihm das Gesagte ein Rätsel. Als Seto jedoch nach einigen Minuten begann, seinen Kopf von einer Seite auf die andere zu bewegen, strich Joey ihm vorsichtig über die Wange, vielleicht ließ der Firmenmogul sich ja beruhigen.
Doch gerade, als Joey, Setos Haut berührte war es an ihm, besorgt die Stirn zu runzeln. Seto glühte förmlich.
„Nicht das noch!", murmelte Joey resignierend.
Als hätten sie nicht schon jetzt mehr Probleme, als sie bewältigen konnten! Wie in Herrgottsnamen sollte er mit einem verletzten, fiebrigen Kaiba umgehen?
Joey versuchte das ganze nüchtern zu betrachten.
Was wusste er über Fieber? Wieder warf Joey Stirn Falten, doch dieses Mal, waren sie seiner Nachdenklichkeit zu verdanken.
Fieber entstand, wenn der Körper eine Infektion bekämpfte. Joey biss sich auf seine Lippen, konnte das so schnell gehen? Seit ihrem Sturz waren gerade Mal ein paar Stunden vergangen. Hatte Seto sich vielleicht zuvor schon etwas eingefangen? Joey stöhnte auf.
Diese Überlegungen waren einerseits sinnlos und andererseits, brachten sie ihn nicht weiter. Was musste man also tun, wenn jemand Fieber hatte? Denjenigen warm halten und dessen Stirn kühlen und außerdem sollte derjenige genug trinken. Joey wusste nicht genau, ob sein Wissen hierbei nicht Lückenhaft war, aber zumindest kam es ihm so logisch vor und stellte ihn gleichzeitig vor ein Problem, bei dem er sich nicht sicher war, wie er es lösen sollte.
Sie hatten kaum noch Wasser!
Er hatte die Flasche mit ins Zelt genommen und obwohl er nicht genau wusste, sah er in die Richtung, in die er sie vermutete.
Wenn es hoch kam, hatte sie noch einen Liter und wenn er mit seiner Schätzung richtig lag, so mussten sie noch ungefähr zwei Tage damit auskommen, was nicht funktionieren würde!
Schon jetzt hatte er das Gefühl zu verdursten, wie müsste es dann erst Seto gehen? Er hatte diesem vor ein paar Stunden ein wenig Flüssigkeit aufgezwungen, aber das war sicherlich nicht ausreichend, vor allem nicht, wenn dieser jetzt auch noch Fieber hatte.
Um einen Anhaltspunkt für die Temperatur zu bekommen, legte er jeweils eine seiner Hände auf Setos und seine eigene Stirn. Gleich darauf senkte er die Hand von seiner Stirn wieder, da diese sehr kalt war und ihm Setos Hitze gleich noch beängstigende vorkam.
Wieso bekam dieser Idiot jetzt auch noch Fieber?
Er war sich sicher, der Kerl machte das, um ihn in den Wahnsinn zu treiben!
Joey tat also das einzige, was er im Augenblick machen konnte.
Er schnappte sich die Kleidungsstücke, die in einer Ecke des Zeltes lagen und breitete diese über den Schlafenden aus. Zumindest konnte er Seto so noch ein wenig besser warm halten. Er ließ seinen Blick wieder zu der Wasserflasche gleiten, sollte er Seto wecken damit dieser etwas trinken konnte? Joey überlegte lange, doch entschied er sich letztendlich dazu, den Brünetten schlafen zu lassen. Schlaf war schließlich die beste Medizin und er würde Seto auch am Morgen noch etwas Wasser einflössen können.
Mit einem letzten besorgten Blick auf den Firmenchef legte sich Joey wieder hin und rutschte nahe an den Anderen heran. Er hoffte zumindest durch diese Nähe etwas Trost zu bekommen und so vielleicht doch noch schlafen zu können.
XXX
Die Schüler waren hungrig, müde, abgekämpft und nervlich aufgerieben.
Herr Takawa hatte es nicht geschafft, die Nahrungsmittel aus dem Verschlag zu holen. Die Hornissen flogen noch immer aufgeregt darin herum und er konnte nun wirklich darauf verzichten, ebenso wie die Schüler, zerstochen zu werden.
Sie hatten schließlich die Zelte aufgebaut und auf die Verpflegung zurückgegriffen, welche die Schüler in ihren Rucksäcken aufbewahrten.
Die verschiedenen Lagerfeuer brannten hell und die müden Kinder hatten sich darum herum gruppiert. Im Allgemeinen hätte das hier ein schöner Aufenthalt werden können, doch wie beinahe alles bei diesem Ausflug, so war auch das anders verlaufen.
Der Lehrer selbst fühlte sich ausgelaugt und war froh, wenn er in seinen Schlafsack kriechen und der Welt für ein paar Stunden entfliehen konnte.
Tristan stocherte mit einem langen Ast in der Glut des Feuers herum.
Schon als kleines Kind hatte er Feuer faszinierend gefunden und es gerne beobachtet.
Rot schimmernde Glut, leises Knistern und Knacksen, das Glimmen der Äste und die Funken die zum Himmel empor stiegen, nur um dort zu verglühen.
Ob es Kaiba und Joey wohl gelungen war, ein Feuer zu entfachen? Tristan konnte es nur hoffen, denn nachts wurde es noch empfindlich kalt und ohne ein wärmendes Feuer wirklich ungemütlich.
Neben sich hatte der Brünette die Tasche seines besten Freundes stehen. Er hatte sie den ganzen Tag mit sich herum geschleppt, weil er es nicht über sich gebracht hatte, sie zurückzulassen, obwohl Herr Takawa es für das Beste gehalten hatte.
Unnötiger Ballast hatte er es genannt, doch Tristan war das egal gewesen.
Er wusste, das Joey nicht viel besaß und er hatte es als seine Pflicht angesehen, die Sachen mit zu nehmen.
Im Zuge der Nahrungsmittel Zusammenlegung und Verteilung, hatte er auch in Joeys Tasche hinein geguckt, obwohl er das unter normalen Umständen nie gemacht hätte und dabei war ihm schließlich auch der Zeichenblock seines Freundes unter gekommen.
Seit er Joey zum ersten Mal hatte zeichnen sehen, hatte es ihm schon in den Fingern gejuckt, mal einen Blick auf eines der Bilder zu werfen, doch Joey hatte es immer wieder verstanden von sich und seiner Zeichnerei abzulenken und das Thema zu wechseln.
Tristan hatte das bisher immer akzeptiert, doch nun juckte es ihm wirklich in den Fingern und was war schließlich so schlimm daran einen Blick auf Joeys Zeichnungen zu werfen? Sicher war es dem Blonden bloß peinlich. Tristan hörte auf sich Gedanken zu machen und hob schließlich das Deckblatt bei Seite und schon auf dem ersten Bild wurde eines klar.
Joey war wirklich talentiert!
Das Bild war wohl am Meer entstanden.
Das Wasser war aufgewühlt und der Himmel Wolkenverhangen. Doch am beeindruckendsten war die große Welle, welche sich hoch auftürmte und wohl nur wenige Sekunden später an den Klippen brechen würde.
Das Bild war einfach einmalig. Tristan kam sich einen Moment so vor, als stünde er selbst an dieser Klippe, die salzige Luft einatmend und die tosende See beobachtend.
Es dauerte einen Moment, ehe er sich von dem Bild losreißen konnte und die nächste Zeichnung aufblättern konnte, doch gerade als er dies tat, rutschte etwas aus dem Rücken des Zeichenblockes.
Es war Tristans schneller Reaktion zu verdanken, dass die beiden zusammengefalteten Blätter nicht zu Boden gefallen waren. Warum die wohl dort hinten zwischen gesteckt worden waren? Tristan ging dieser Frage gleich auf den Grund und faltete das Erste auseinander, nur um gleich darauf erschrocken die Augen aufzureißen.
Aus kalt blitzenden Augen sah ihm Seto Kaiba entgegen und Tristan lief ein Schauer den Rücken hinab.
Warum zum Teufel hatte Joey Seto Kaiba gezeichnet? Die Zeichnung war gut, keine Frage, aber hatte Joey kein besseres Motiv gefunden? Warum hatte er ausgerechnet Seto Kaiba auf Papier gebannt? Tristan konnte nicht anders, als auch die Zweite Zeichnung zur Hand zu nehmen und auseinander zu klappen und hier fiel er beinahe vom Glauben ab.
Das konnte nicht wahr sein! Er schüttelte seinen Kopf und blinzelte einige Male, doch das Bild blieb das Gleiche. Ein Aktbild von Seto Kaiba, das nichts, aber wirklich gar nichts der Phantasie überließ!
Tristan war gelinde gesagt verstört.
Ganz objektiv betrachtet war Kaiba zwar ansehnlich und irgendwo hatte der Brünette auch noch die erste Zeichnung nachvollziehen können, doch das was er hier in den Händen hielt war einfach grotesk.
Joey hatte einen nackten Seto Kaiba gezeichnet und das ganze wirkte so detailgetreu, das er sich einfach nicht vorstellen konnte, dass es ohne Vorlage entstanden war, doch was bedeutete das dann?
Zu welcher Gelegenheit hatte Joey, Kaiba dermaßen unbekleidet gesehen und anscheinend so ausgiebig betrachten können, um ihn so genau zu Papier zu bringen?
Tristan hob schnell seinen Kopf und sah sich um, genauso schnell packte er die beiden Bilder wieder zusammen und steckte sie dahin zurück, wo sie hergekommen waren.
Tristan wusste das Joey schwul war, aber Kaiba?
Konnte er tatsächlich etwas mit Kaiba gehabt haben? Das erschreckendste war, dass er es nicht mit Bestimmtheit verneinen konnte.
Joey hatte sich in der letzten Zeit etwas von seinen Freunden entfernt und sie hatten geglaubt, dass er jetzt wo sein Vater im Gefängnis saß, einfach ein wenig Zeit für sich braucht und hatten ihn gelassen, doch hatte das alles vielleicht einen ganz anderen Grund gehabt?
Hatte Joey diese Zeit gebraucht, um sich mit Seto Kaiba zu verabreden?
Tristan gab es auf, seine Phantasie reichte einfach nicht, um sich das ganze überhaupt nur vorzustellen.
Seine Gedanken schlugen Purzelbäume, als er sich an die vergangenen Wochen erinnerte, an die Gelegenheiten, bei denen die Beiden aufeinander getroffen waren. Doch egal an welches Ereignis er sich zurückerinnerte, nichts hatte darauf schließen lassen, dass sich das Verhältnis zwischen den Erzfeinden verändert hatte.
Machte er sich vielleicht um sonst verrückt? Doch da waren noch immer die Zeichnung und das, was den Schüler schon den ganzen Tag über im Kopf herumgegeistert war.
Warum war es Kaiba gewesen, der zu der streitenden Gruppe getreten war und schließlich Joey gehalten hatte, bevor Beide in die Tiefe gestürzt waren.
Niemals zuvor hatte sich der Firmenleiter um Klasseninterne Streitigkeiten gekümmert, wenn es nicht die gewesen waren, die Seto selbst mit Joey ausgefochten hatte. Warum also, hatte er sich dieses Mal einmischen wollen?
Für Tristan gab es nur eines das er tun konnte, sobald sie Joey gefunden hatten, würde er diesem Mal ordentlich auf den Zahn fühlen und ganz sicher würde er dieses Mal keine Ausflüchte gelten lassen!
Er ließ seinen Blick zu Yugi und Téa gleiten, sollte er mit den Beiden darüber sprechen? Tristan beschloss genau das nicht zu tun, schließlich könnte er sich ja auch irren und dann hätte er ganz um sonst die Pferde scheu gemacht.
Nein, er würde erst Joey fragen und dann weiter sehen.
Yugi war so müde! Der ganze Tag hatte erheblich an seinen Kräften gezerrt und im Nachhinein war er einfach nur froh, das Ganze mit anstand hinter sich gebracht zu haben. Sein Alterego hatte ihn machen lassen und Yugi war dankbar dafür.
Téa lag schon, in ihrem Schlafsack eingekuschelt, neben ihn und schlief, doch er war einfach zu aufgewühlt. Er machte sich schreckliche Sorgen und nicht einmal sein Yami konnte diese beruhigen.
Yugi ließ seinen Blick hoch zum Firmament gleiten und betrachtete sich die ersten Sterne.
Lichtpunkte der Hoffnung am ansonsten dunkeln Himmel.
Yugi würde diese Hoffnung nicht aufgeben und mit diesen Gedanken entschloss er sich, sich schlafen zu legen und beugte sich zu Téa herunter, um diese zu wecken, damit diese auch in ihr Zelt verschwinden konnte.
XXX
Joey erwachte erstaunlich früh. Im Zelt war es noch leicht dämmrig und auch wenn er einen kleinen Moment braucht, ehe er wieder wusste was passiert war, so war er doch gleich darauf hell wach und setzte sich auf.
Ein Stöhnen entkam ihm, als er sich seines schmerzenden Körpers bewusst wurde.
Sein Rücken schien ihm die Nacht auf den Waldboden nicht zu danken und sein Brustkorb brannte bei jedem Atemzug wie Feuer, was Joey gleich dazu veranlasste sich noch ein wenig gerader zusetzen, um seine Rippen zu entlasten.
Seine nächste Handlung galt Seto. Schnell ließ er seinen noch leicht verschwommenen Blick zu dem Firmenleiter gleiten und sah diesen schwer atmend daliegen.
Setos Lippen waren trocken und schon leicht rissig. Seine Wangen gerötet und sonst lag er blass wie der Tod da.
Erneut legte er jeweils eine Hand auf Setos und seine eigene Stirn und zu seinem Entsetzen schien der Temperaturunterschied noch gravierender, als in der vergangenen Nacht.
Wieder glitt Joeys Blick zu der Wasserflasche und obwohl es noch so früh war, griff er dieses Mal nach ihr und holte sie sich in Reichweite.
Gleichzeitig rückte er wieder etwas näher an den Schlafenden heran und beugte sich etwas zu diesem herunter.
„Seto aufwachen! Du musst etwas trinken!" Keine Reaktion, doch Joey wäre nicht Joey, wenn er sich davon entmutigen lassen würde.
„Seto komm schon, wach auf!", sagte er daher gleich etwas energischer und begann den Firmenschef leicht an der Schulter zu rütteln, was allerdings auch nur bedingten Erfolg brachte. Zumindest hatte Seto schon mal ein Brummen von sich gegeben und Joey war doch etwas erleichtert, überhaupt eine Reaktion zu bekommen.
„Komm schon du Geldsack! Du kannst gleich weiterschlafen, aber du musst jetzt etwas trinken!" Tatsächlich, als wäre diese Beleidigung ein Zauberwort gewesen, hoben sich langsam und schwerfällig Setos Augenlieder.
„Dämlicher Köter, lass mich schlafen!" Seto klang mürrisch, müde, schwach und seine Stimme war kratzig, doch für Joey war es beinahe wie Musik.
„Ja, ja gleich! Komm schon du Idiot, du musst etwas trinken! Hey nicht wieder einschlafen!" Setos Stirn hatte sich leicht gerunzelt, doch gleich darauf waren ihm wieder die Augen zugefallen, welche er jetzt wieder leicht öffnete und zumindest versuchte seinen Blick auf den Blonden zu fixieren.
„Komm schon, das wird dir gut tun!" Mit diesen Worten hielt der Blonde, Seto die Flasche an die Lippen, während er gleichzeitig vorsichtig dessen Oberkörper etwas anhob, damit dieser sich nicht gleich verschluckte.
Seine Behandlung wirkte. Seto begann langsam zu trinken doch es dauerte nicht lange, ehe er seinen Kopf leicht abwandte und Joey die Flasche absetzen musste.
„Du solltest wirklich noch etwas mehr trinken!", gab Joey ruhig von sich. Das Wasser schien zu helfen, denn Seto wirkte, als sei er wieder etwas mehr bei sich und blickte Joey nun von unten her an.
„Du hast noch gar nichts getrunken!", stellte er leise und kratzig in den Raum.
Joey war verblüfft, obwohl es ihm so schlecht ging, war ihm das aufgefallen?
„Dir geht es schlecht und brauchst das Wasser dringender!", gab Joey schließlich von sich, doch Seto unterbrach ihn.
„Trink gefälligst auch was!" Obwohl er müde klang, war die Aufforderung klar und deutlich und Joey kam nicht umhin sich zu freuen, schließlich ging es Seto schlecht und dennoch dachte er an ihn.
„Ich will mir später nicht anhören müssen, ich hätte dich verdursten lassen!", setzte der Brünette gleich noch hintendran und Joey schüttelte innerlich über seine Dummheit den Kopf. Natürlich ging es dem Firmenleiter bloß um sein Ansehen und nicht um ihn, Joey.
Der Blonde räusperte sich.
„Ich werde mich mal nach einem Bach oder so etwas umsehen, du solltest noch ein wenig schlafen!" Ohne noch einen Blick zu Seto zurück zu werfen, verließ Joey das Zelt und so entging ihm der mürrische Ausdruck auf Setos bleichem Gesicht, ehe dieser wieder geschafft seine Augen schloss.
„Dummer Köter!", murmelte er noch, ehe er wieder in den Schlaf hinüber glitt.
Joey schlug wütend Äste bei Seite und fluchte leise vor sich hin. Als ob Seto Kaiba sich um ihn sorgen würde.
„Wach endlich auf Joey! Du bist für ihn nur ein Spielzeug. Du bist einfach gerade da und bequem geworden, mehr ist da nicht! Da wird nie mehr sein…" Mit Mühe unterdrückte er die Tränen die sich ankündigten. Warum zum Teufel tat er sich das überhaupt an?
Resignierend ließ er sich gegen einen der größeren Bäume sinken und atmete ein paar Mal tief durch. Normalerweise reagierte er auf Seto nicht so emotional.
Zumindest nicht mehr, seit er eingesehen hatte, dass er sich mit dem zufriedengeben musste, was der Firmenschef zu geben bereit war.
Eigentlich lebte er doch ganz gut damit!
Joey schob es auf die Situation, den Stress und vielleicht hatte er sich den Kopf ja doch irgendwo gestoßen und er könnte diese Ausbrüche auch darauf schieben.
Als er sich wieder gesammelt hatte und eigentlich auch schon wieder etwas ruhiger war, blickte er sich suchend um und hielt die Ohren offen, um vielleicht ein verräterisches Plätschern aufzufangen.
Er hatte unglaublichen Durst und auch Seto sollte mehr trinken, als das bisschen, was ihnen noch zu Verfügung stand. Joey war einige Schritte gegangen, als er auf etwas Glitzerndes aufmerksam wurde.
Als er schließlich näher getreten war erkannte er, dass es ein paar Wassertropfen waren, die durch die ersten Sonnenstrahlen beschienen wurden.
Er ließ schließlich seinen Finger über das feuchte Blatt gleiten und ließ diesen Finger dann zu seinen Lippen gleiten. Obwohl die Menge ein Witz war, führte diese Handlung dazu, dass Joey sich aufmerksamer in seiner Umgebung umsah.
Vielleicht würde er ja ein paar Pflanzen finden, auf denen sich ein wenig mehr Wasser gesammelt hatte?
Joey verbrachte eine ganze Zeit mit dieser Suche, doch letztendlich hatte er vielleicht zwei Schlucke Wasser erhalten und brach das Unterfangen ab. Er wusste es gab hier Bäche, schließlich gab es hier ganz in der Nähe einen Fluss der groß genug war, das sie mit Booten darauf hätten fahren können und wo ein großer Fluss war, waren immer auch kleinere Flussarme und Bäche die von diesem wegführten. Er musste diese nur finden!
Doch nachdem auch eine weitere halbe Stunde ins Land gezogen war, beschloss Joey zurück zu gehen, damit er mal einen Blick auf Seto werfen konnte.
Er kämpfte sich also wieder durch unzählige Büsche und Sträucher zurück und gerade als er den letzten Ast beiseite geschoben hatte, blieb er vor Schock erstarrt stehen.
Keine hundert Meter von ihm entfernt war doch tatsächlich ein Bär und hatte seine Schnauze bisher auch noch schnüffelnd am Boden gehaftet, so war sein Kopf bei Joeys Ankunft nach oben gepeitscht.
Joey hielt die Luft an und hatte die Augen weit aufgerissen.
Scheiße, Scheiße, Scheiße, Scheiße…
Der Blonde war zu keinem anderen Gedanken fähig und ein Zittern hatte seinen Körper ergriffen. Joey ließ seinen Blick zu dem Zelt wandern und war froh zu sehen, dass es noch vollkommen unversehrt war. Wahrscheinlich hatte Seto noch nicht einmal etwas von der Gefahr mitbekommen, in der sie Beide nun steckten.
Es verging ein langer Moment, in dem Bär und Mensch sich einfach nur ansahen und Joey unterdrückte einen erschrockenen Ausruf, als der Bär ein paar Schritten auf ihn zumachte.
„Bleib stehen, bleib stehen, bitte, bitte bleib stehen!" Die Stimme des Duellanten war dünn und leise, doch der Bär blieb tatsächlich stehen und legte den Kopf schief.
Joey dachte einen Moment daran wegzulaufen, doch er konnte auch nicht riskieren das, das wilde Tier zurück blieb und eventuell doch noch auf Seto aufmerksam wurde.
Joey merkte, das ihm trotz der kühlen Morgenluft, Schweiß den Rücken hinab rann.
„Du bist bestimmt ein ganz guter Bär, du willst nichts Böses!" Der Bär stieß ein tiefes Brummen aus und Joey blieben die Worte im Hals hängen.
Er war starr vor Angst und als er auch noch ausmachen konnte, dass das Tier sich in Bewegung setzte, war er drauf und dran doch noch zurück zu weichen, allerdings bewegte der Bär sich zur Seite und trottete beinahe gemächlich aus dem provisorischen Lager davon.
Joey stand lange noch immer vollkommen unbeweglich an Ort und Stelle und konnte sein Glück kaum fassen.
Er war gegangen. Der Bär war weg und hatte ihn nicht gefressen!
Als dieser Gedanke es endlich schaffte wirklich zu dem Blonden durchzudringen sank er kraftlos zu Boden.
Endlich wieder ein Kapitel geschafft^^
Wie hat es euch denn gefallen?
Würde mich wie immer über das Eine oder Andere Review freuen!
Bis zum nächsten Mal,
lg
Zauberlehrling
