9. Kapitel – Say hello to Mr. and Ms. Monster aus dem Moor
Claire rollte mit den Augen. Das war doch nicht zu fassen! Wurde sie Alex heute gar nicht mehr los? Scheinbar war dieser Tag wirklich verflucht. Zumindest kam es ihr so vor. „Andere Leute würde ich auch nicht mit Schuhen bewerfen, aber bei dir mache ich eine Ausnahme. Du solltest dich wirklich geschmeichelt fühlen, Alex Ryan." sagte sie, nahm ihre Schuhe und entfernte sich von ihm. Sie wusste zwar noch nicht wie sie nach Hause kommen würde, aber das war ihr egal. Eher würde sie die ganze Stecke nach Drovers Run zu Fuß gehen, als länger bei diesem Idioten zu bleiben!
„Nun warte doch, Claire!" rief Alex und schüttelte den Kopf. Wie konnte jemand nur so schrecklich stur sein? Manchmal hatte er das Gefühl, dass sie sogar Harry übertreffen könnte, wenn sie es wirklich wollte. Und der Gedanke war irgendwie ziemlich erschreckend. Seufzend schob er sein Motorrad in ihre Richtung und als sie nicht stehen bleiben wollte, schob er es weiter und ging neben Claire her.
„Claire McLeod...ich nehme nicht an, dass du taub bist...also ignorierst du mich nun einfach?" fragte er, schien dabei aber nicht sonderlich genervt zu sein. Eher belustigt. Claire achtete nicht auf Alex. Natürlich bemerkte sie ihn! Wie könnte man diesen nervenden Kerl einfach übersehen...und das meinte sie nun eher schlecht, als irgendwie anders. Aber wieso musste er ihr nun auch noch hinterherlaufen? Ihre Schuhe hielt Claire in den Händen und überlegte schon, sie wieder nach ihm zu werfen, aber irgendwie war das doch eine ziemliche Verschwendung. Barfuss zu laufen war kein Problem für Claire. Angenehm war es nicht gerade, doch besser als mit diesen Schuhen den ganzen Weg zu gehen.
Der Sand und die Steine waren nicht gerade angenehm und pieksten sie. Doch Claire ließ sich nichts anmerken. Nicht, solange Alex neben ihr war und jeden Schritt den sie machte, verfolgte. Solange würde sie das über sich ergehen lassen. Am liebsten hätte Claire Alex nun samt seinem dummen Motorrad in einen See geworfen – schade, dass keiner in der Nähe war. „Gott, Alex!" fuhr sie ihn nun auf einmal an und drehte sich mit vor Wut funkelnden Augen zu ihm um. Es war ihr egal, was er nun sagen würde, aber wenn er sie nervte, dann musste er auch mit den Folgen leben! Alex fuhr zusammen, als Claire auf einmal doch reagierte. Fasst hätte er sein Motorrad auf den Weg fallen lassen, so überrascht war er davon.
„Was ist los, Claire? Hast du mich jetzt erst bemerkt, oder..." Alex war sich natürlich im Klaren darüber, dass sie ihn sehr wohl bemerkt hatte und ihn nun scheinbar nicht mehr ignorieren wollte. Zumindest unterbrach sie das, um ihn anzuschreien. Das war eindeutig ein Fortschritt!
Claire murmelte irgendetwas vor sich hin und kniff die Augen zusammen. „Nein du Trottel! Ich habe dich bemerkt, aber wie dir bestimmt aufgefallen ist, war ich von deiner Anwesenheit nicht gerade angetan und habe dich aus diesem Grund ignoriert! Oder geht das nicht in deinen kleinen Kopf, mein Schatz?" fragte sie und klopfte einmal gegen seine Stirn. Das war vollkommen sarkastisch gemeint und anschließend rollte sie noch einmal mit den Augen.
„Und nun geh mir aus den Augen. Ich hab heute schon genug von deiner Anwesenheit genossen..." fauchte sie genervt. Alex lächelte und zwinkerte Claire zu. Sie konnte ja so komisch sein wenn sie wollte... "Ach, ich denke du hast heute noch nicht genug von mir bekommen. Das hab ich vorhin sehr genau gemerkt und du auch." sagte er und dachte daran, wie sie vorhin ihren Verstand verloren hatte, als die beiden sich geküsst hatten. Oh ja, sie hatte ihn gewollt und wegen einem dummen kleinen Schritt, der ihr nicht gefallen hatte, hatte sie das ganze beendet. Sehr schade! „Komm schon, Claire. Wieso musst du immer so verdammt stur sein?", fragte er und seufzte.
Auf seinen ersten Satz sagte Claire gar nichts. Sie selbst wusste, dass er damit vollkommen recht hatte und wenn es nur ein paar weitere schwache Momente gegeben hätte, dann hätte sie vermutlich noch mit ihm geschlafen. Dabei zog sich alles in ihr zusammen. Einerseits war es eine schöne Vorstellung und zum anderen machte es ihr einfach nur Angst. Was, wenn sie nur ein Mädchen für heute Nacht war? Was wenn das alles ein verdammtes Spiel war? Was, wenn er es wirklich ernst meinte und sie vielleicht sogar mochte?
„Ich bin nun mal stur. Hast du irgendetwas dagegen, oder wurmt es dich nur, weil du mich nicht flachlegen konntest?" fragte sie noch in einem sehr normalem Tonfall, sah ihn dabei aber nicht an. Claire ging geradeaus weiter und klackerte mit ihren Schuhen. Wenigstens waren sie dazu gut! Der Weg nach Hause war noch sehr lange und mit Alex würde er noch viel länger werden. „Willst du nicht endlich verschwinden? Du gehst mir auf die Nerven. Das tust du schon den ganzen Tag, nein, warte...mein ganzes Leben lang, aber du schnallst es einfach nicht!", schrie sie und fuchtelte mit ihren Schuhen in der Luft herum. Erneut überkam sie der Wunsch Alex damit zu bewerfen...
„Gott, nein! Claire...denkst du wirklich, dass ich dich da nur flachlegen wollte? Sag mir falls ich mich irre, aber du wolltest das doch genauso wie ich...also gib mir nicht die Schuld daran! Es ist sowieso nicht soweit gekommen, also..." er zuckte mit den Schultern. Alex wünschte es sich, ja, mit Claire zu schlafen würde wirklich wunderbar sein, aber wenn sie es nicht wollte, dann würde das nichts werden. Ihre nächsten Worte taten wirklich weh...ihr ganzes Leben lang hatte er sie also genervt? Wenn sie das wirklich so sah...
"Tut mir Leid, dass du das so siehst, Claire..." Als wollte sich das Wetter der Stimmung der beiden anpassen, fielen langsam die ersten Regentropfen vom Himmel. Nur Sekunden später hatten sich diese Tröpfen vervielfacht und es schüttete wie aus Eimern. Alex fluchte und fuhr sich durch die feuchten Haare. „Toll...nun regnet es auch noch!", fluchte er und sah zu Claire. „Nun steig schon auf. Oder willst du bei dem Sauwetter nach Hause gehen? Das hast du doch vor, oder?"
Es regnete! Claire konnte es nicht glauben. Harry würde sich bestimmt riesig darüber freuen. Immerhin wurde die Feier von seinem Sohn dadurch unterbrochen und ihr gefiel es auch nicht. Nun hatte sie neben Alex noch das Wetter am Hals. Wieder sah sie Alex an und schüttelte den Kopf. „Ich denk ja gar nicht daran, auf dein dummes Motorrad zu steigen! Eher würde ich auf die Arche Noah gehen, falls sie hier vorbeikommt.", blaffte Claire und ging weiter. Der Regen prasselte weiter auf die beiden herab und inzwischen waren sowohl Alex, als auch Claire durchnässt. Alex seufzte laut und das Motorrad landete mit einem unschönen Knall auf dem Boden.
Wie konnte ein Mensch allein nur so verflucht stur sein? Eher wollte sie also auf die Arche Noah gehen. Pff, so ein Spruch konnte ja nur von Madam McLeod kommen! „Claire..." sagte er und ging ihr hinterher. So war es wesentlich leichter. Der Weg unter ihnen verwandelte sich langsam in einen kleinen See und teilweise waren schlammige Stellen zu erkennen. Sein Blick fiel auf ihre Füße, die vollkommen dreckig waren. Das musste ja sehr angenehm für sie sein...
„Lass mich endlich in Ruhe Alex!", schrie sie und damit setzte die McLeod ihren Weg fort. Inzwischen war es nicht mehr wirklich angenehm. Im Gegenteil sogar. Das Wasser und der Schlamm klebten und ihre Füße waren eiskalt. Doch sie würde das durchhalten...sollte Alex doch den ganzen Weg nach Drovers neben ihr hergehen, sie würde nicht kleinbei geben! Als Alex wieder etwas sagen wollte warf Claire die Schuhe auf den Boden und steckte sich beide Zeigefinger in die Ohren. „Row, row, row the boat" ohne auf Alex zu achten fing Claire auch noch zu singen an. Aktion Alex vollkommen ignorieren hatte angefangen... Langsam wurde das ganze ja wirklich albern. Alex war inzwischen eindeutig genervt und nun fing Claire auch noch an zu singen? Gott, sie wollte ihn wirklich in den Wahnsinn treiben, oder?
„Gently down the stream" kam es nun wieder von Claire und Alex schlug die Hände über dem Kopf zusammen. Lange würde er das nicht mehr aushalten, aber um zurück zugehen, war es nun auch schon zu spät. Claire schien ihn wirklich ganz und gar zu ignorieren! „Claire...du führst dich wie ein kleines Kind auf! Und soweit ich das sagen kann, bist du keines mehr!", teilte Alex ihr mit. "Merrily, merrily, merrily, merrily, Life is but a dream." Claire erhob ihre Stimme dabei und sang so laut sie nur konnte. Im Moment würde sie wirklich alles tun, um ihn vergessen zu können. So leicht war das alles natürlich nicht.
Doch in diesem Moment war es doch ganz okay. Claires Haare klebten an ihrem Kopf und der Rest klebte auch. Ihre Sachen waren vollkommen durchweicht und von ihrem T-Shirt setzten sich ihre Brustwarzen ab. Das wieder rum entlockte Alex ein breites Grinsen. Nun reichte es! Das Fass war voll und das nicht nur im wörtlichen Sinn! Ohne irgendetwas zu sagen, packte Alex Claire und sah in ihre Augen. „Wie lange willst du dieses kleine Spielchen noch spielen? Ist es besonders lustig? Ja, macht es dir Spaß mich zu ignorieren und zuzusehen, wie ich mich zum Affen mache?" fragte er und schrie sie dabei nicht gerade leise an.
„Hör auf damit...Claire. Wir sind doch keine kleinen Kinder. Zumindest einige Tage im Jahr sind wir es nicht...und du scheinst deine Tage zu haben, oder wieso führst du dich wie eine Gewitterziege auf?" diesmal fragte er sie ruhig und etwas entspannter. Als Alex Claire auf einmal packte, hörte sie auf zu singen. Davon war sie überrascht worden und sah Alex wie ein kleines Reh an. Doch dann kehrte die alte Claire wieder zurück. „Was soll das, Alex?" fragte sie und seufzte. Sein Griff war etwas fest und Claire versuchte sich aus seinem Griff zu befreien. Wutentbrannt stieß sie Alex von sich, aber diesmal hatte sie die Rechnung ohne ihn gemacht. Alex hatte eine Hand immer noch auf Claires Schulter und er packte zu. Claire und Alex flogen Richtung Boden, machten in der Luft eine kleine Drehung und mit einem platsch landeten die beiden im Schlamm.
Claire spürte wie ihr Rücken auf den Boden gepresst wurde und keuchte kurz auf. Das hatte wehgetan, sehr sogar. Nur zwei Sekunden später landete Alex auf Claire und sie keuchte das zweite Mal innerhalb einer Minute auf. Kurz blieb ihr die Luft weg und ihr wurde Schwarz vor Augen. Alex stützte sich auf seinen Armen ab und sah Claire an. Irgendwie sah sie etwas weggetreten aus? Ihre Augen waren geschlossen und sie machte ein Gesicht, als würde sie gerade künstliche Fingernägel verpasst bekommen. „Claire?" fragte Alex sanft und sah sie besorgt an. Als diese nicht reagierte, bekam er wirklich Angst.
„Claire...wach auf!" er schlug ihr leicht auf die Wangen und war mehr als erleichtert, als Claire ihre Augen öffnete. Für einen Moment hatte Alex wirklich geglaubt Claire wäre Ohnmächtig. Lustig gefunden hätte er es nicht. Sie verstanden sich zwar nicht immer gut, aber deswegen wollte er noch lange nicht, dass ihr etwas passieren würde! Sanft strich Alex mit seinem Daumen über Claires Wange und sah dabei in ihre Augen, welche wunderschön waren. Und das fiel ihm nicht zum ersten Mal auf.
Claire hob ihren Kopf etwas an und sah, dass Alex praktisch auf ihr lag. Nein, er lag auf ihr...anders konnte man es nicht sagen und irgendwie war diese Position schon sehr verfänglich. Wenn sie nichts anhaben würden, dann...oh nein, daran sollte sie nun gar nicht denken! „Was ist passiert, Alex?" Claires Kopf und ihr Rücken taten schrecklich weh. Es war geradezu unerträglich. Ihre Hand fuhr zu ihrem Kopf und strich darüber. Kopfweh war nichts Tolles. Das Wetter hatte sich immer noch nicht gebessert. Es schien sich eher noch verschlechtert zu haben...
Alex erhob sich langsam und nahm Claires Hand und zog sie hoch. Ihr schien es wirklich nicht besonders toll zu gehen. Zumindest war sie nun ziemlich ruhig. „Alles okay bei dir? Hast du dir den Kopf angeschlagen?" dabei klang er wirklich besorgt und als er Claires Hand losließ, sackte sie fast wieder weg. „Oookay. Mir scheint meine Frage ist damit beantwortet." bestimmte Alex und zog Claire wieder an sich. „Keine Widerrede. Ich bring dich nun nach Hause..." fügte er hinzu. Diesmal beklagte Claire sich nicht. Im Moment ging es ihr wirklich nicht besonders gut. Ihr Kopf tat schrecklich weh und es kam ihr so vor, als würde er jeden Moment in zwei Teile zerfallen.
„Okay..." sagte sie leise und klammerte sich dann sogar etwas an Alex. Alex legte einen Arm um Claire und den anderen platzierte er auf ihrer Hüfte. „Dann komm mal mit...dummerweise steht mein Motorrad einige Meter weiter vorne..." Alex seufzte und eine halbe Stunde später waren sie wieder bei seinem im Schlamm liegenden Motorrad angekommen.
Weitere 30 Minuten später fuhr Alex mit Claire hinter ihm nach Drovers Run. Vor dem Haus hielt er an und stieg vorsichtig ab. Claire wirklich etwas blass und es gefiel ihm nicht sonderlich. Alex stützte Claire und zusammen machten die beiden sich auf den Weg ins Haus. In ihrem Zimmer angekommen, setzte er Claire zunächst auf ihrem Bett ab und sah sie dann an. Sie war vollkommen durchweicht und der Schlamm klebte überall. In ihren Haaren, in ihrem Gesicht und auf ihrem restlichen Körper.
„Claire?" er sah sie an und diese erwiderte seinen Blick. „Ich werde nun gleich etwas sagen und ich habe nicht vor dich anzubaggern!" meinte er und fuhr sich durch seine Haare. „Du musst aus den nassen Sachen raus. Sofort...die sind klatschnass und du triefst nur so vor Schlamm. Wenn ich nicht wüsste, dass du Claire bist, dann würde ich dich für das Monster aus dem Moor halten."
Ein kleines Lächeln erschien auf Claires Lippen und sie schüttelte den Kopf, wenn auch nur ganz leicht. Sie tat es. „Schon verstanden. Alex, ich bin mir durchaus darüber im Klaren, dass ich im Moment schrecklich aussehe und ganz ehrlich, du siehst nicht sehr viel besser aus.", meinte sie und blickte den groß gewachsenen Mann vor sich an. Alex war genauso wie sie vollkommen durchnässt und der Schlamm klebte in seinem Gesicht. „Wenn ich Ms. Monster aus dem Moor bin, dann bist du ganz eindeutig Mr. Monster aus dem Moor." sagte Claire und stand vorsichtig auf.
„Mr. Monster aus dem Moor?" Alex lachte und verschränkte die Arme vor der Brust. Claire musste es wieder besser gehen, wenn sie schon solch dummen Sprüche von sich geben konnte. Als sie dann jedoch aufstand, sah er kritisch zu. Vor noch ein paar Minuten war sie fast zusammen gebrochen und nun wollte sie gehen? „Claire? Was hast du vor?" wollte Alex wissen und drehte sich zu Claire um, die inzwischen ihren Schrank erreicht und eine der Türen geöffnet hatte. Scheinbar wollte sie sich umziehen, oder deutete er das falsch?
„Ich will aus diesen Sachen raus...es ist nicht gerade sehr angenehm in nassen Klamotten zu stecken." sagte Claire und durchwühlte ihren Schrank. „Dreh dich um." Claire drehte sich zu Alex um und machte mit der Hand eine Bewegung, die wie ein Kreis aussah. „Los. Oder glaubst du, dass ich mich vor deinen Augen umziehe?" oh ja, das würde Alex gefallen, aber so viel Verstand hatte Claire noch! Alex tat wie ihm geheißen und drehte sich um. Claire warf vorsichtshalber noch einen Blick auf Alex und dann landeten ihr Rock, das T-Shirt und ihre Unterwäsche auf dem Boden.
Alex starrte die Wand vor seinen Augen an und schloss dann seine Augen. Claire zog sich hier gerade aus...er musste sich nur umdrehen und dann, könnte er Claire so sehen, wie Gott sie geschaffen hatte. Die Vorstellung allein ließ sein Blut in andere Körperregionen wandern und ein leises Seufzen kam über seine Lippen. Wusste Claire überhaupt, was sie ihm damit antat? „Du kannst dich wieder umdrehen." hörte er hinter sich und eben dies tat er. Da stand Claire, in einem gelben, mit Blümchen verzierten Bademantel. Alex konnte nicht anders als Lachen. „Oh mein Gott!" sagte er lachend.
Claire verschränkte die Arme und sah Alex sauer an. „Was?" fragte sie und schien auf einmal wieder sehr viel schlechter gelaunt zu sein. Sie ging zu ihrem Bett und sofort flog ein Kissen in Alex' Richtung. Dieser duckte sich und das Kissen prallte am Schrank ab. „Hey? Was soll das denn? Ich habe nur gelacht und du musst schon sagen, dass du in diesem Bademantel wie ein typisches Mädchen aussiehst."
„Ach? Und was war ich vor diesem Bademantel-Auftritt für dich? Ein Kerl?" fragte sie und war vollkommen empört darüber. Es mochte ja sein, dass sie sich nicht immer wie eines der typischen Mädchen aufführte und die meiste Zeit auf der Farm mit Männern verbrachte, aber deswegen hieß das ja nicht, dass sie keine Frau war! Vermutlich hatte Alex es auch nicht so gemeint, doch es hatte sich einfach so angehört, denn sollte er es doch so gemeint haben, dann hätte er nach seiner Logik heute einen Mann geküsst und das war doch eigentlich nicht in Alex' Interesse?
„Gott, Claire! Das du mich immer falsch verstehen musst? Machst du das mit Absicht, oder kommt es mir einfach nur so vor?" wollte Alex wissen und ging einige Schritte auf Claire zu. „Ich habe nicht gesagt, dass du keine Frau bist. Im Gegenteil...ich meinte einfach nur, dass ich dich noch nie in einem so bescheuerten Bademantel gesehen habe und weißt du was...eigentlich steht dir der wirklich." damit beendete Alex seinen Satz und grinste sie breit an.
„Mhh...okay" meinte Claire und sah zu, wie Alex noch einen Schritt auf sie zuging. Nun war er keinen Meter mehr von ihr entfernt und dieses Gefühl in ihrem Bauch erwachte sofort wieder zum Leben...
