Bevor wir das nächste Türchen öffnen, schauen wir uns noch den Wichtelwunsch zur vorherigen Story an:

Wem verdankt es EW eigentlich, dass die Wörter immer länger wurden?

Sie hat sich ja auch geoutet, die Liebe Gaia war's:

"Lieber Wichtel,
ich hätte gerne einen OS, Länge (bis dato) wurst, mit folgenden Stichworten:

- Klauenfußbadewannensuperputzmittelteufel
- Bananeneiscreme mit Minzgeschmack
- rosa Puschelpumps
- ein Thestral namens Rhabarberbarbara

Luna MUSS drin vorkommen, Romantik wäre wundervoll, Humor ebenso, aber kein Zwang und vielleicht gibt es sogar einen Kuss unterm Mistelzweig!
Bitte keine Schnarchkakler!

Ich danke dir und wünsche viel Erfolg beim Umsetzen!"

o0o0o0o0o0o0o

Nun haben wir schon 10 Türchen.
14 noch bis Heiligabend und 21 noch bis Sylvester.

Seid ihr auch gespannt was als nächstes kommt?

Viel Spaß mit Kiamara's 10 Tür!

Mehr von Kia?

www. fanfiktion. de/u/Kiamara

(Nehmt bitte die Leerzeichen nach www. und nach fanfiction. raus)

Kopfweh

Kaum hatte sich die Wand zum Slytheringemeinschaftsraum hinter Draco geschlossen, kamen die Kopfschmerzen zurück.
Draußen, vor den anderen Häusern, waren sie eine Einheit, immer ruhig, beherrscht, überlegen. Niemals verlor ein Slytherin außerhalb der eigenen vier Wände die Fassung. Nun ja, mal von gelegentlichen Ausrutschern von den Erstklässlern oder Pansy abgesehen, aber zumindest die Erstklässler waren verzeihbar.
Hatte man das Reich der Schlangen jedoch erst einmal betreten, erinnerte nichts mehr an die kalten, hochmütigen Gesichter, die sie sonst alle aufsetzten. Hier war vermutlich – Draco hatte das natürlich nur aus zweiter Hand – genau das Gleiche los wie in den anderen drei Gemeinschaftsräumen.

Gespräche flogen durch den Raum, in einer Ecke spielten einige Erstklässler explodierendes Mau-Mau, in einer anderen saßen sich zwei Siebtklässler beim Schach gegenüber, an den Schreibtischen flimmerte die Luft von den Schweigezaubern, die sich in Blasen um diejenigen hüllten, die arbeiteten oder lernten, ein offensichtlich verliebtes Pärchen, die es sich beide nicht eingestehen wollten, rief sich quer über den Raum Dinge zu, und am Kamin stritten sich einige Jungs um die besten Plätze, während die Mädchen sich einfach quer über das Sofa gelegt hatten, um jederzeit noch einen Platz für die beste Freundin freimachen zu können.
Alles wie immer, und wie immer zu laut, wenn man einfach nur sein Ruhe wollte wie Draco.

Er ergatterte einen Sessel, weit weg vom Kamin, aber dadurch auch vom größten Trubel, holte sich ein Buch aus seiner Schultasche, die er neben dem Sessel abgestellt hatte. Er wollte gerade einen Schweigezauber um sich herum wirken, als es direkt vor ihm laut krachte und ein Hauself erschien. Ein neuer, stechender Schmerz schoss durch seinen Kopf.
Er stöhnte. „Musst du ausgerechnet jetzt hier aufkreuzen? Mach das gefälligst heute Nacht, wenn wir schlafen."

Der Hauself drehte sich mit großen Augen zu Draco um. Er war noch kleiner, als es für Hauselfen typisch war, sah sehr jung und fast hilflos aus und hatte bestimmt zehn Christbaumkugeln in allen Farben in den Armen.
Draco rümpfte die Nase. „Was willst du denn mit denen? Hier hängen nie Christbaumkugeln. Scher dich fort damit!"

Der kleine Elf zuckte zusammen, begann zu zittern, und eine der Kugeln rutschte verdächtig nah an den Rand des wackligen Stapels auf seinen Armen. Er versuchte, danach zu greifen, und einen Moment später klirrte und blitzte es vielfach, als die Kugeln zu Boden fielen und eine nach der anderen zersprang.
Draco kniff die Augen zusammen. Kleine Doxys schienen in seinem Kopf zu lärmen und an seinen Nerven zu zerren – wörtlich. Als er die Augen wieder öffnete, war sein Blick mörderisch.
„Verschwinde", fauchte er. „Aber sofort! Und wag es nicht, dabei Lärm zu machen!"

Der Elf wimmerte und disapparierte – das „keinen Lärm machen" klappte allerdings nicht gerade so, wie Draco sich das vorgestellt hatte. Das übliche Krachen blieb aus, doch stattdessen gab es einen durchaus nicht leisen Ton, der – nun ja. Die für die Beschreibung notwendigen Wörter waren im Wortschatz eines Malfoys nicht enthalten, doch einige Zweitklässler, die nicht weit von ihm entfernt saßen, blickten sich kichernd nach ihm um, und ein besonders vorlauter hielt sich, deutlich sichtbar, die Nase zu.
Draco schoss ein paar Todesblicke auf die Kleinen ab, bis diese sich erschrocken wegdrehten. Immerhin hatten sie kapiert, wie der Niffler hier lief.

In der Hoffnung, nun zumindest endlich seine Ruhe zu bekommen, wirkte er einen Schweigezauber um sich herum, griff wieder nach dem Buch und begann zu lesen.

Lange währte der Frieden nicht. Keine zehn Minuten später tippte ihn jemand auf die Schulter. Draco rollte mit den Augen. Es gab nur eine Person, die sich das traute, und die wollte er selten sehen. Und schon gar nicht war er scharf darauf, mit ihr zu reden.
Es reichte schon, dass sie seit Wochen dem gesamten Haus erzählte, dass sie mit ihm auf den verdammten Weihnachtsball gehen würde. Er hatte, bis er es bemerkt hatte, keine großartig andere Wahl gehabt, als ihr zuzusagen, wollte er nicht einen ganzen Monat ihr tägliches Geheule und Gezeter ertragen oder seinen Hauskameraden antun.

Dabei hätte er sich wirklich besseres vorstellen können. Viele der anderen, stillen Mädchen in Slytherin konnten im Gegensatz zu ihr WIRKLICH tanzen, und er hätte gerne getanzt. Mit ihr jedoch konnte er das vergessen. Sie konnte nicht wirklich tanzen, und sie würde den ganzen Abend nicht von seiner Seite weichen und ihm eine Szene machen, sollte er ein anderes Mädchen zum Tanzen auffordern.
Echt frustrierend, hätte er zumindest diese eine Gelegenheit doch gerne genutzt, um Potter zu ärgern – tanzen konnte Potter bestimmt kaum, darin wäre er – Draco – mit Sicherheit besser gewesen.
Ohne Pansy.

Jetzt seufzte er schwer, löste dann den Schweigezauber und sah dem Unheil entgegen. „Was ist los?"
Pansy deutete aufgeregt in die andere Ecke des Gemeinschaftsraumes. „Hast du den Elf vorhin nicht weggeschickt? Der treibt sich schon wieder hier rum!"
Draco stöhnte auf und rappelte sich aus seinem Sessel hoch. Das war ja nicht zum Aushalten heute!
„Und warum hast du ihm dann nicht gesagt, er soll sich verziehen?", schnappte er.
Pansy schenkte ihm einen Dackelblick. „Ich hab es versucht, ehrlich, Dracy. Aber er will einfach nicht gehen!"

Draco unterdrückte einen herzhaften Fluch. Musste man denn hier alles selber machen? Missmutig und mit immer noch pochendem Schädel durchquerte er den Gemeinschaftsraum, nur um am anderen Ende ebenfalls eine Masse aus zerbrochenen Weihnachtskugeln zu finden, die der Elf gerade mit einigen Zaubern beseitigte.
Draco baute sich über ihm auf. „Du, Elf! Ich hab dir doch gesagt, dass es hier keinen Weihnachtsschmuck zu geben hat! Was hast du schon wieder hier verloren?"
Der Elf wimmerte und kauerte sich am Boden zusammen. „Aber - aber Liri tut doch nur, was Winky sagt! Winky wollte doch nur, dass es hier schön ist und ihr Lieblingsmensch ein tolles Weihnachten hat!"

Draco verschränkte die Arme vor der Brust. „Wer ist Winky?"
Liri piepste nur noch bei Dracos Blick und eiskaltem Tonfall, die Augen größer, als es die Kugeln gewesen waren. „Winky ist – Winky ist eine Freundin von Liri und arbeitet mit Liri in Hogwarts, aber in der Küche."
Draco zog die Augenbrauen hoch. „Und wer ist dieser Lieblingsmensch von Winky?"
„Gregory."
Draco starrte Liri einen Augenblick an, dann prustete er los. „Goyle hat eine Hauselfenverehrerin? Ich fass es nicht!"
Liri wimmerte wieder, doch seine Augen wurden groß. „Goyle? Wer ist Goyle?"

Draco runzelte die Stirn. „Na, Gregory. Gregory Goyle."
Jetzt sah Liri erst Recht erschrocken aus. „Aber – aber – dann… Liri hat nicht genau verstanden, was Winky gesagt hat, aber Liri dachte, dass er Gregory gehört hat, aber Goyle hat Winky bestimmt nicht gesagt."
Draco schloss einen Moment die Augen und zählte innerlich bis zehn. Dann funkelte er Liri an. „Heißt das, du hast, ohne wirklich zu wissen, wen Winky gemeint hat, einfach so aus Verdacht hier Weihnachtskitsch aufhängen wollen?"

Liri nickte eingeschüchtert. „Liri hat es nicht besser verstanden, Winky nuschelt immer so, wenn sie…" Er brach ab und schlug den Kopf gegen die Wand.
Draco stöhnte. „Hör sofort auf damit", bellte er. Irgendjemand schien ihn heute wirklich zu hassen.
„Wir gehen jetzt zurück in die Küche, und dann werde ich aus Winky schon rausbekommen, wen du mit deinen Kugeln beglücken darfst. Ich bezweifle nämlich, dass es einer von uns Slytherins ist."
Liri nickte stumm.

Draco marschierte ohne weiteres Federlesen auf die Tür des Gemeinschaftsraumes zu und trat in die mittlerweile komplett düsteren und nur mit Fackeln ausgeleuchteten Kerkergänge hinaus. Der Elf folgte ihm tapsend. Er hoffte nur, dass ihm niemand begegnete, das könnte er wohl kaum erklären, ohne sein Gesicht zu verlieren. Aber was tat man nicht alles für seine Ruhe…

Zum Glück schafften sie es dank einiger Geheimgänge, ungesehen bis zum Eingang der Küchen zu kommen. Liri führte ihn hinein und lotste ihn zu einem kleinen Tisch in einer dunklen Ecke ganz hinten.
Draco rümpfte die Nase, als ihm mit einem Schlag klar wurde, warum Winky genuschelt hatte. Sie nuckelte an einer Flasche Butterbier und starrte mit glasigen Augen ins Leere. Die Elfe war hackedicht!

Er holte tief Luft, verdrängte, auf was er sich da eingelassen hatte und was sein Vater dazu sagen würde, wenn er ihn jetzt sehen konnte, und ging vor der Elfe in die Hocke.
„Winky?"
Sie sah träge auf, ihre Augen weiteten sich allerdings, als sie ihn erkannte. „Master Maaaaffoy! Was – wwas kann Winky für Euch dun?" Sie hickste.

Draco knirschte mit den Zähnen, riss sich allerdings zusammen. „Liri sagt, du hättest einen Lieblingsmenschen, er hat aber den Namen nicht richtig verstanden. Und ohne den Namen kann Liri ihm keine Freude machen."
Winkys Augen wurden noch ein Stück größer und schienen ihr fast aus dem Kopf zu fallen. „Liri had üüü – über Seeeerick Degooory gereded?"
Draco hatte plötzlich das dringende Bedürfnis, seinen Kopf gegen die Wand zu schlagen. Doch ER konnte sich beherrschen.

„Ist schon gut, ich sag ihm, dass er das lassen soll", knurrte er, richtete sich auf und funkelte Liri an. „Du hast Cedric DIGGORY mit GREGORY Goyle verwechselt. Wie blöd bist du eigentlich?"
Liri wimmerte erneut. „Liri wusste doch nicht… heißt das, Cedric Diggory ist Winkys Lieblingsmensch?"
Draco brummte. „Offensichtlich. Geh und nerv die Hufflepuffs mit deinen Weihnachtskugeln, die werden sich sicher freuen, und da findest du auch Diggory. Und wag es nie wieder, bei uns im Gemeinschaftsraum etwas schmücken zu wollen, hörst du?"
Liri nickte eingeschüchtert.

Draco machte ohne weitere Worte kehrt und verließ die Küche. Seine Kopfschmerzen hatten mittlerweile ein Level erreicht, das kaum erträglich war. Lediglich der Gedanke an Ruhe ließ ihn seine Maske behalten, als er schnurstracks zum Gemeinschaftsraum zurück marschierte.

Doch anstatt dass sein Abend sich endlich zum positiven wandte, begrüßte ihn kreischendes Gelächter, als er den Gemeinschaftsraum betrat. Pansy stürzte auf ihn zu. „Endlich bist du wieder da, Dracy-Schatz! Eigentlich war das doch ein ganz süßer Kerl, oder?" Sie quietschte.

Draco wirbelte auf dem Absatz herum und floh. Er brauchte dringend ein Kopfschmerzmittel aus dem Krankenflügel. Das war ja nicht zum Aushalten.