Hallo hier kommt das nächste Kapitel - Zum Beantworten euerer Fragen werde ich leider erst morgen kommen.
Herzlichen Dank an Jörg und Windtänzer, die wie immer die Fehler im Geist und in den Buchstaben bereinigt haben. Danke.
Von hier aus grüße ich auch ganz herzlich Lea!
Allen viel Spaß
Rückblick auf Kapitel 9 Kyrills Buch
Ein bekanntes Hüsteln erschreckte die Mutter von Hermine.
„Oh! Ich wollte sie nicht schon wieder erschrecken, leider kann ich mich nicht anders bemerkbar machen."
Phineas Nigellus winkte der Mutter von Hermine zu.
„Gibt es etwas Neues?"
„Ja Harry, auf Hogwarts läuft alles wie geschmiert. Dumbledore deckt euer Schauspiel, er hat Tonks erkannt und er ahnt, wie alles verlaufen ist. Du solltest zurück, sollte es zu einem Besuch des Ministers kommen, kann das Mädchen dich nicht vertreten. Außerdem sorgt sich Felicitas um den Meister der Zaubertränke!"
Kapitel10 Lauschendes Feuer
„Snape, warum so unruhig? Stört meine Gegenwart?"
„Entschuldigt meine Ungeduld Eure Lordschaft. Es sind alleine die Gedanken, die ich mir über die Ausführung eurer Pläne mache."
„Du wagst es meine Pläne in Frage zustellen?"
„Nein natürlich nicht, wie käme ich dazu. Ich frage mich allerdings, ob die beauftragte Person die Richtige ist."
„Du wirst nicht sagen wollen, dass Goyle die Sache in dem verdammten Schloss verpatzt. Ich habe ihm genaue Anweisungen gegeben."
„Mit Nichten Sir, ich befürchte nur, dass er die Pläne perfekter ausführen will, als er sie erhalten hat."
„Danke für den Hinweis, ich weiß selbst, dass mir die fähigsten Todesser abhandengekommen sind. Er wird doch in der Lage sein dem Alten so viel Geld zugeben, dass er das Buch herausrückt. Würde ich den Kastellan umlegen lassen, wüsste sofort Dumbledore Bescheid. Spätestens dann ahnt er, um welches Buch es geht und durchkreuzt meine Pläne."
Snape sah den dunklen Lord fragend an.
„Ein Buch, das dich auch interessieren könnte. Ein alter weiser Druide soll darin über die Reise der Seelen, nach dem Verlassen des Körpers geschrieben haben."
Scheinbar desinteressiert schaute der Zaubertränkelehre aus dem Fenster in die Dunkelheit der Nacht. Nach irgendwas hatte er Sehnsucht. Nein diesen Begriff billigte er sich nicht zu. Ihm fehlte etwas. Es war müßig darüber nachzudenken. Alle Gedanken, die seinen normalen Schulalltag und seine Arbeit für den dunklen Lord nicht betrafen, fehlten ihm. Ein Packen Aufsätze der sechsten Klasse fiel ihm ein, komischerweise der ganz besonders.
Neben ihm explodierte etwas, schnell drehte er sich zum dunklen Lord um.
„Severus Snape! Ich kenne dich lange genug, merke dir das. Du kannst mir nicht vorspielen, dass du wirklich das große Verlangen hast Schülerarbeiten zu korrigieren. Du willst wissen, woher ich von dem Buch des Druiden Ioan Cioaba erfahren habe. Der Verräter Regulus Black hat mir ein Buch besorgt, aus dem habe ich von dem Buch auf Orvasky erfahren."
Wütend schleuderte der dunkle Lord ein Holzstück in den Kamin. „Ich war kurz davor, dass er mir das Buch aus diesem verdammten Schloss besorgte. Diese scheiß Familienehre der Blacks verpatzte mir alles. Der alte Black hatte das Schloss versiegelt und keiner seiner Söhne konnte es mehr betreten. Aber jetzt!" Seine Stimme überschlug sich beinahe. „Aber jetzt kommt das Buch endlich in meine Hände!"
Mit einer lässigen Handbewegung beschwor er eine Flasche Wein, sowie zwei Gläser herauf. Großzügig goss er ein und ließ Snape die Wahl: „Ein Giftmischer wie du, lässt sich kein Getränk geben, wähl aus."
„Auf meinen Sieg über den Tod!"
Fragend sah Snape sein Gegenüber an, der den ersten Schluck genommen hatte.
„Der Tod ist nicht in der Flasche, schau ich trinke auch. In dem Buch von Ioan Cioaba, soll ein Weg aufgezeichnet sein, wie man das Totenreich wieder verlassen kann. Eine Rückkehr der Seele über eine der Brücken nach Hel. Niflheim, wie es die Germanen nannten."
„Ihr meint durch den Bogen in der Mysteriumsabteilung?"
Unwillig schüttelte der dunkle Lord seinen Kopf. „Denk nach! Die Seele verlässt die irdische Hülle. Nur gut vorbereitete Menschen schaffen es den eigenen Körper zu retten. Potter hätte mir beinahe meinen Körper geraubt. Nur durch ein uraltes Ritual konnte ich ihn zurück erhalten, sonst hätte ich warten müssen. Warten, bis jemand neben mir sein Leben aushaucht. Nur in dem Moment hätte ich von dem Körper ganz Besitz nehmen können."
Verächtlich schniefte Voldemort durch die verbliebenen Nasenöffnungen.
„Sir, eine Frage?"
„Nur zu, heute bin ich in Festtagslaune!"
„Hättet ihr nicht früher zurückkommen können? Im Haus des Vaters starb doch der Gärtner vor euren Augen!"
„Wenige haben davon erfahren, Snape. Aber was sollte ich mit einem alten, verbrauchten Körper Sollte ich in eine Hülle zurückkehren, die von Gicht und Rheuma geplagt war"
„Beim trimagischen Turnier..."
„Snape, eine Frage wolltest du eigentlich nur stellen. Der Körper des Unnützen wäre ansehnlich gewesen, da hatte ich aber meine Vorbereitung so gut wie abgeschlossen. Ein Zurück wäre nicht mehr möglich gewesen. Bevor du mir mit der Jorkins aus dem Ministerium kommst, nein! Wer hätte mir geglaubt, dass ich Lord Voldemort bin, wenn ich als leichtlebiges Flittchen aufgetaucht wäre?"
Im zweiten Kamin, am anderen Ende des Raumes loderten die Flammen hoch. Snape hörte nur noch das Rauschen von Voldemorts Umhang und schon stand er vor dem Kamin. Noch bevor Stimmen zu vernehmen waren, stand auch Snape neben dem Kamin.
Rote Haare wurden sichtbar. Rot, wie nur ein Weasley sie haben konnte. Der dunkle Lord sah Snape warnend an und bedeutete ihm ruhig zu sein. Irgendeinen Spruch murmelte er. Snape verstand ihn nicht, aber als sein Gegenüber ein Glas fallen ließ, wusste er es. ‚Silentium' war der Spruch gewesen, das Glas zerbarst geräuschlos am Boden. Als Snape Geräusche aus dem Kamin hörte, erkannte er die Genialität des Zaubers. Nur die Geräusche im Raum wurden unterdrückt.
Percy Weasley, der Möchtegern Professor sah an ihnen vorbei, als ob er sich auf jemand anderes konzentrierte. Nun hörte man auch seine unangenehme Stimme: „Der Herr Unterstaatssekretär hat gerufen?"
„Weasley, wo ist Potter und diese Granger? Wo waren sie den ganzen Abend?"
„Sie waren im Gemeinschaftsraum von Gryffindor!"
„Sicher?"
„Ja, ganz sicher! Mein Informant hat nichts Gegenteiliges gemeldet. Wenn der Herr Staatssekretär wünscht, kann ich die Person kontaktieren?"
„Machen Sie das, Weasley! Ich brauche Informationen, was jetzt passiert. Machen Sie einen Rundgang!"
„Mister Walker, auf was soll ich besonders achten? Sir gibt es einen Anlass? Professor Dumbledore könnte mich wegen meines unüblichen Kontrollganges befragen."
„Es gab einen Todesserangriff auf das Haus der Eltern von dieser Granger. Durch die Vorsichtsmaßnahmen von Dumbledore und auch von Potter wurde dieser abgewehrt. Die Angreifer konnten nicht durch die Schutzzauber kommen. Kingsley hat mit seinen Auroren gekämpft, als ob sie ein magisches Haus verteidigen müssten. Einen Todesser hat er verhaftet."
„Wen?"
„Tut Nichts zur Sache, außerdem haben wir ihn nicht mehr."
„Wie konnte das passieren, Sir?"
„Ein weiterer Überfall der Todesser, kurz bevor das Schiff nach Askaban ablegte. Mehr weiß ich auch nicht, Weasley! Ich kann nur hoffen, Kingsley hält sein Maul! Und sie auch!"
„Selbstverständlich, Herr Unterstaatssekretär! Ich werde jede Besonderheit über diese sichere Verbindung melden."
Die Gestalten in den Flammen wurden immer schwächer, kurz darauf sank das Feuer in sich zusammen. Der dunkle Lord schwenkte seinen Stab.
„Severus, ich brauche keinen Geheimrat, um an die Informationen dieses Wichtigtuers zu kommen. Eine unzufriedene Mitarbeiterin des Ministeriums war zu dem kleinen Gefallen bereit. Letztes Jahr unterstütze sie diese Umbridge – jetzt hat sie eine wichtigere Aufgabe."
„Sir, es liegt natürlich an euch, mich in die Pläne einzuweihen, dennoch bin ich überrascht über die Befreiungsaktion."
„Severus, ich auch! Ich nehme an das war wohl ein Alleingang vom kleinen Malfoy. Wie der Vater, so der Sohn! Wenn ich solche Geister zu sehr einschränke, suchen sie vielleicht andere Wege ihre Begabung einzusetzen."
Im Korridor waren Schritte zu vernehmen. Ein zaghaftes Klopfen folgte. Aus unerklärlichen Gründen reagiert Voldemort ungehalten. Die Türe flog krachend auf.
„McNair, was war das! Ich erwartete mindestens die Zerstörung des Hauses! Noch mehr hätte ein grauenvoller Tod der Bewohner meinem Ziel gedient."
„Sir!" Der Henker des Ministeriums fiel auf die Knie.
„Sir! Sir! Ihr seid alle Versager! Crucio! Crucio!"
Nachdem sich McNair vor Schmerzen, vor den entsetzten Blicken seiner drei jungen Begleitern, auf dem Boden gewälzt hatte, hob Voldemort den Fluch auf.
„Wir konnten nichts ausrichten. Schutzzauber überall. Dumbledores und auch das Wappen des Potters zeigten sich über dem Haus, als wir angriffen. Die Auroren gaben uns den Rest."
„Elender Versager. Zwei Tote, ein zerstörtes Haus ist das zuviel verlangt?"
McNair lag noch regungslos am Boden. Wütend schaute Voldemort Draco Malfoy an. Seine Blicke schienen ihn zu durchbohren.
„Raus! Raus!", schrie Voldemort. Malfoy wies mit einem Kopfnicken auf McNair. Crabbe und Goyle nahmen ihn unter den Achseln und zogen ihn aus dem Raum.
„Snape kotz aus was du denkst!"
„Nun Sir, es war doch ein Erfolg. Der Orden war dort gebunden. Somit war der Alte von Eurem eigentlichen Vorhaben abgelenkt!"
Irgendetwas schien den dunklen Lord zu beunruhigen.
„Snape, wie richtig von dir mir etwas über den ungewöhnlichen Fluch zu erzählen!"
„Ungewöhnlicher Fluch?"
„Stell dich nicht dumm. Du nicht! Der Fluch den Malfoy auf 9 ¾ getroffen hat. Spätestens jetzt wäre alles aufgeflogen. Du solltest Draco mehr Okklumentik beibringen."
„Was kann ich ihm schon beibringen, gegen Euch hat es keinen Bestand."
„Das würde in der Tat sehr schwierig sein und ich warne dich, soweit darf es nicht kommen! Er sollte lediglich seine Gedanken gegen den alten Muggelfreund und Potter verbergen können. Mehr nicht."
Eine gewisse Erleichterung verspürte Snape, er strengte sich an, dass man es ihm nicht anmerken konnte. Es war die reine Flucht nach vorn gewesen. Draco hatte im Gemeinschaftsraum mit seinen Wunden angegeben. Er dachte, dass er mit Goyle und Crabbe alleine sei. War er aber nicht gewesen, mindestens er, Snape war im Raum. Er stand neben eine Säule, wie auch andere hätten stehen können.
„Snape, ich habe das Geschehen auf dem Bahngleis mehrfach durchdacht. Zuerst dachte ich an Dumbledore, aber der würde nie jemanden foltern. Jedenfalls nicht einen seiner Schüler. Dann spielte ich die Sache mit Potter als Täter durch. Geschützt durch seinen Umhang, hätte er es sein können. Nur traue ich ihm die Fähigkeit nicht zu, jemanden derart verletzen zu wollen. Schockfluch, Fesselfluch das wären die Methoden dieses Neunmalklugen gewesen. Woher sollte er ihn auch kennen? Es war eine Erfindung von Lucius, in keinem Buch der Blacks ist er zu finden."
„Lucius?"
„Auch ein Verdacht, der widerlegt wurde. Lucius war definitiv in Askaban. Ein Mitgefangener hat mir dies bestätigt – einer den Lucius an das Ministerium verraten hatte. Er hat keinen Grund die Unwahrheit zu sagen. Wir haben es hier mit irgendwem zu tun, der sich gegen alle Gewohnheiten verhält!"
Er sah ständig auf die Uhr. Snape, der sich eigentlich schon längst zurückziehen wollte, hielt es für angebracht zu bleiben. Die Türe öffnete sich wieder und Malfoy trat vorsichtig herein.
Er kam auf Snape zu: „Sir, haben sie ein Schmerztrank?"
„Soll er doch Schmerzen haben, der Versager", tobte der dunkle Lord.
„Nun... es... ist..nicht für McNair, Sir!" Malfoy wusste von seinem Vater, dass es gefährlich war, Voldemort zu widersprechen.
„Für wen dann? Hast du dich beim Äpfelschälen geschnitten, Jammerlappen!"
„Sir, es ist für Mister Goyle! Ein Mister Milosevics bat darum. Er konnte ihn retten, aber transportieren geht ohne Schmerzmittel nicht." Draco hatte leise, aber deutlich gesprochen. Auch wenn er zum Ende hin immer schneller war, hatte man den ganzen Satz verstanden.
Gebannt sah er nun auf den dunklen Lord, dessen Haut noch fahler wirkte als sonst. Spannung lag knisternd in der Luft. Noch bevor der dunkle Lord reagieren konnte, hatte sich Snape schützend vor Malfoy gestellt. Widerstandslos lies der sich von seinem Lehrer in eine Fensternische schieben.
Zu allem Überfluss war aus dem besonderen Kamin schon wieder die nervende Stimme von Percy Weasley zu hören.
„Draco ich warne dich, du wirst den gewissen Fluch bis zum Ende auskosten, wenn etwas über diesen netten Überwachungszauber herauskommt." Voldemort hatte seine Drohung geflüstert, aber sie wurde verstanden.
„Unterstaatssekretär Walker, Sir!", Percy versuchte die Verbindung zu seiner Kontaktperson im Ministerium aufzubauen.
„Weasley", knurrte der Angesprochene etwas verärgert. „Ist schon wieder eine Fliege von der Decke gestürzt?"
„Nein Sir, ich sollte melden, wenn etwas außer der Reihe passiert. Potter hatte wieder einen Albtraum. Er hat so laut geschrieen, dass alle aus seinem Haus ihn gehört haben. Mein Informant sagt, er habe zwei Worte verstanden: Kyrill, Orvasky und irgendwelches Feuer."
„Und jetzt?"
„Nun ich bin hingeeilt, wurde aber von Dumbledore weg geschickt. Danach habe ich einige Schüler befragt. McGonagall hat ein Schlafmittel holen lassen. Jetzt herrscht wieder Ruhe."
„Schreiben Sie das in ihren Bericht, Weasley. Wie lange will Dumbledore diese ständigen Störungen noch zu lassen. Gute Nacht Weasley!"
Die Gesichter in den Flammen verschwanden wieder.
„Snape gib Malfoy das Schmerzmittel! Er soll Goyle mit dem Zeug abfüllen. Wenn er versagt hat, wird er mehr brauchen, als jetzt schon.
Der Zaubertränkemeister übergab dem blonden Jungen ein verschlossenes Glas. Er lies ihn seine Anweisung genau wiederholen. „Und auf gar keinen Fall mehr Malfoy!"
Draco Malfoy beeilte sich, den Raum zu verlassen.
„Feuer! Goyle verletzt! Was soll das? Was konnte den schiefgehen? Sie sollten dem Alten das Buch abhandeln – wie kann man sich dabei verletzen?"
Snape hob fragend die Schulter, am liebsten würde er an seine Bemerkung erinnern. Sein Verstand hielt ihn zurück.
„Crucio! Lass das selbstgefällige Grinsen Snape! Ich glaube ich bin nur von Idioten umgeben."
Der Fluch hatte ihn total unerwartet getroffen. Dem entsprechend war die Wirkung gewesen. Überrascht von den plötzlichen Schmerzen hatten seine Knie nachgegeben und er war rücklings über einen Stuhl gefallen. Die Schmerzen des Fluches und die große Beule an seinem Hinterkopf, trieben ihm beinahe die Tränen in die Augen. Bei seinem Sturz hatte er sich den Kopf an der massiven Tischkante angeschlagen. Es war knapp an einer Bewusstlosigkeit vorbei gegangen. Sein Schädel brummte. Snape hatte die Warnung verstanden und nahm sich noch mehr zurück. Unbeteiligt beobachtete er den dunklen Lord, wie dieser Veränderungen im Raum vornahm. Eine Wand trennte sie nun von dem Kamin zum Ministerium. Seinen hohen Stuhl hatte er, umgeben von weiteren Stühlen so verschoben, dass er direkt vor der neuen Wand saß. Gleich neben der Türe, die es ihm ermöglichte gleich in den Raum zu verschwinden.
„Sobald du was hörst", der dunkle Lord zeigte auf die Türe, „gib mir ein Zeichen."
Ein lautes Klopfen an der anderen Türe unterbrach sie.
„Eure Lordschaft, Mister Milosevic!"
„Draco, wo ist Goyle?"
„Sir, Mister Goyle ist auch da, nur eben nur da."
Fragend sah der dunkle Lord Snape an. Die Tür öffnete sich und ein ungewöhnlicher Auftritt, bot sich dem dunklen Lord.
Auf dem Bettlacken, welches an jeder Ecke von den drei Jugendlichen und Mister Milosevic festgehalten wurde, lag apathisch der Vater von Gregory Goyle. Blut überströmt, aber regungslos. Fassungslos stellte sich Snape dem Eingetroffenen entgegen. Sein Blick trafen vorwurfsvoll den Sohn von Lucius Malfoy. „Nicht mehr hatte ich gesagt!"
„Sir er litt so, ich dachte drei Tropfen mehr!?", flüsterte Draco.
Schnell griff Snape nach dem Arm des Verwundeten. „Er lebt ... noch!"
Unberührt von dieser Szene, fuhr Voldemort Milosevic an: „Das Buch!"
Unbeeindruckt von der Erscheinung Voldemorts, den er scheinbar nicht richtig kannte, begann der Unglückliche eine endlose Geschichte zu erzählen. Viel hatte er von Verwandten und Bekannten zu berichten.
„Das Buch! Wo ist das Buch?", unterbrach in Voldemort ungeduldig. Zuvor war er zu dem auf den Boden liegenden Goyle gegangen. Seine Blicke durchbohrten die total entstellte Gestalt.
„Sir, das Buch ist nicht mehr. Aber ich kann ihnen ein ähnliches Buch besorgen. Zumindest in dem gleichen Alter."
Milosevic hatte wohl den Ernst der Lage nicht erkannt. Die Mine des dunklen Lords verfinsterte sich, die Anwesenden sahen bangend auf ihn. Er fixierte sein Gegenüber.
„Verdammter Lügner!", brach es aus dem dunklen Lord heraus. Snape sah, dass er vor Wut bebte. Eine solche geballte Ladung an Emotionen mussten Harry wohl aus dem Bett heben.
„Potter ist mir total egal! Soll er ruhig mit ansehen was ich mit denjenigen mache die sich mir widersetzen. Ihr alle werdet Zeuge der Rache von Lord Voldemort! Crucio!!!"
Milosevic krümmte sich auf dem Boden, während Voldemort vor ihm stand und voller Verachtung auf ihn herabschaute. „Ich wollte, dass ihr das Buch abkauft. Ihr habt nicht einmal einen Versuch gemacht. Ihr habt den alten Narren gleich erpresst!"
„Sir! Ich dachte und er", Milosevic zeigte auf den immer noch am Boden liegenden Goyle. „Er hat nicht widersprochen. Wir wollten das Geld für Euch sparen, eure Lordschaft. Der Kastellan war gleich misstrauisch, mit Geld hätten wir nichts ausrichten können. Sir! Er war so vernarrt in die Bücher!"
„Er hatte auch allen Grund dazu!", erwiderte der dunkle Lord zornig. „Du elendiger Wurm, du hast es nicht einmal versucht! Du hast ihm gleich mit Gewalt gegen ihn und seine Familie gedroht. Ich wollte das Ganze so leise wie möglich geregelt haben. Niemand sollte etwas erfahren, warum habt ihr ihm nicht eueren Willen aufgezwungen?"
Plötzlich fing Crabbe an auf einem Bein zu hüpfen und drehte eine Pirouette.
„So macht man das!"
„Wir haben es versucht. Er, Goyle war der ausgebildete Zauberer. Ich habe keine höhere Schule besucht. Goyle hat es vermasselt", jammerte Milosevic.
„Was ist mit dem Dorf? Habt ihr es auch noch angezündet? Als leuchtender Hinweis an Dumbledore – sieh der dunkle Lord wollte hier etwas!"
„Wir nicht Sir. Ein Vetter von mir. Er und seine Bande wollten sich darum kümmern, sollten wir nicht rechzeitig an unserem Treffpunkt sein."
„Wer wurde denn noch alles eingeweiht, nächstens schreibe ich es in den Tagespropheten! Sag Elender! Sag wer weiß noch alles davon? Crucio! Crucio!"
Das Schreien des Gefolterten füllte den Raum. Mit einem Wink nahm der dunkle Lord den Imperio-Fluch von Crabbe. „Seht es euch genau an, das ist der Dank des dunklen Lords für Unfähige wie den da!"
„Gnade Eure Lordschaft", winselte der Rumäne. „Sie werden schweigen, sie haben das Geld dafür bekommen!"
„Gnade für Versagen, für Untreue, für Unfähigkeit? Nein! Ava... ." Der dunkle Lord brach den Todesfluch ab. „Zu gnädig für dich winselndes Nichts!" Sein Gesicht verzog sich zu einer hässlichen Fratze. Er murmelte einen Spruch und der Betroffene wand sich auf dem Boden.
Sein Hemd färbte sich rot, Draco Malfoy wandte sich ab. Goyle und Crabbe sahen irritiert auf das Opfer. Snape zwang sich, das Schauspiel anzuschauen. Schwäche vor dem dunklen Lord, wäre das Letzte was er zeigen würde.
„Nun spürst du den Fluch den Goyle erlitten hat – ihn hat es mehr erwischt. Das kann sich ändern!", drohte der dunkle Lord. „Wer hat den Fluch auf abgeschossen? Sprich Versager!"
Der Angesprochene wimmerte und Voldemort befahl Snape, ihm ein Schmerzmittel zu geben.
„Sir!" Der Verletzte kniete vor Voldemort. „Sir! Ich weiß es nicht. Wir sind in die brennende Bibliothek gestürzt, um nach dem Buch zu suchen. Der alte Spinner hat es uns noch durch das Fenster gezeigt. Er hat es auf das Pult vor dem Fenster gelegt. Plötzlich stieg Rauch auf. Goyle geriet in Panik. Wir versuchten das Buch durch ‚Accio' zu bekommen, aber es war an einer Kette festgebunden."
„An einer magischen Kette?"
„Ja, Herr! An einer Kette. Wir stürmten auf das Tor zu, welches nach ein paar Flüchen nachgab. Durch dichten Nebel mussten wir den Weg finden. Erst auf dem Hof war die Sicht frei. Wir sahen dicken Rauch aus dem Fenster aufsteigen. Ich kämpfte mich durch das Treppenhaus in die Bibliothek. Das Buch war verbrannt und die ganze Bibliothek brannte. Goyle folgte mir. Wir sammelten die Reste schnell ein. Es war die Hölle. Voller Wut verfluchten wir den leblosen Körper des Kastellans."
„Wie originell, was sollte das bringen? Goyle von dir höre ich keinen Ton!"
Goyle auf seinem Lager antwortete nicht. Snape war sich nicht sicher, ob sein Mittel so lange anhielt. Fragend schaute er nach Draco. In seinen Gedanken sah er, wie dieser Goyle ein Mehrfaches an der angewiesenen Menge gab. Ein Wunder, dass dieser noch lebte. Sollte er ihm ein Gegenmittel geben, damit er aus dem Koma erwacht? Dann würde er der Gefängnisarzt sein, der den Delinquenten fit für die Hinrichtung macht. Nein! Das Geschehen lief wie ein Albtraum vor ihm ab. Nur nichts zu nahe an sich ran kommen lassen. Milosevic kniete noch immer vor Voldemort, welch unehrenhaftes Anbiedern.
„Das war der große Fehler, aus dem Nichts wurden wir geschockt. Eine wutverzerrte Stimme folterte mich."
„Wer war es. War es die Stimme eines Jungen, eines Mädchens oder eines alten Mannes?"
„Sir, überall brannte es. Balken brachen ..."
„Crucio! Crucio!"
„Was für eine Stimme? Hast du etwas gesehen, eine Gestalt, einen Schatten!"
„Nein Sir. Die Stimme kam aus dem Nichts! Sie erpresste euren Namen!"
„Crucio! Du hast deinen Auftraggeber preisgegeben. Du hast mich verraten!"
„Sir, die Umstände!"
Voldemorts Augen glommen gefährlich, er streckte seinen Zauberstab aus und alle erwarteten den Todesfluch, doch der dunkle Lord hatte sich für ‚cicatrix rescindo' entschieden.
Vor den entsetzten Augen der Anwesenden verendete Milosevic laut schreiend an den schmerzhaften Folgen, welche die aufbrechenden Narben ihm verursachten.
Der dunkle Lord genoss die Angst der Anwesenden. Zu einem Zeitpunkt, wo jede Hilfe für das Opfer zu spät war, verschwand er in dem Raum hinter seinem erhöht stehende Lehnstuhl.
Es herrschte eine beklemmende Stille, alles schien angesichts dieses grausamen Todes zu schweigen. Es schien als würden selbst die Balken des alten Hauses nicht mehr wagen zu knarren. In diese Stille hinein hörten sie die Stimme des dunklen Lords. Er zischte voller Verachtung den Familiennamen von Harry.
Snape wunderte sich. Er hatte keine Stimmen aus dem Kamin gehört und trotzdem hatte sich der dunkle Lord in den Raum zurückgezogen. Er begab sich in den Raum sah den dunklen Lord fragend an: „Potter?"
„Ich habe ihm Einblick in meine Gedanken gewährt. Warum komme ich nicht mehr in seine Gedanken, er aber in solchen Momenten in meine? Ich weiß Snape, ich hatte mich nicht unter Kontrolle." Missmutig stampfte er mit dem Fuß auf.
„Hat er wieder ganz Hogwarts zusammen gebrüllt?"
„Nein, dieses Mal war es typischer für ihn. Ich habe ihn nur bemerkt wie einen Schatten. Kein Aufstand auf Hogwarts und kein schmieriger Weasley im Kamin – reicht das Snape?"
Snape nickte nachdenklich: „Ja Sir! Der Morgen graut – wir sollten."
„Schick aber vorher Malfoy herein und las mich mit ihm alleine."
Die ersten Sonnenstrahlen erreichten die Spitze des Astronomieturmes. Sie beendeten eine Nacht auf Hogwarts, in der viele keine Ruhe gefunden hatten.
Seine Vermutung, dass Harry und Felicitas in dem Inferno nicht untätig waren, beschäftigte Dumbledore sehr. Er hatte schon genug gesehen in seinem Leben, mehr als ihm lieb war. Der kurze Einblick in Felicitas Gedanken zeigte ihm, dass die grauenhaften Bilder des brennenden Kastellans etwas in den Jugendlichen verändert hatte. Zerstört hoffentlich nicht, aber ganz bestimmt verändert. Der schmerzverzerrte Gesichtsausdruck des Todesser wollte ihm am Anfang nicht dazu passen. Je mehr er darüber nachdachte, desto sicherer wurde er sich. Der Todesser war vermutlich von ihnen gefoltert worden. Das war die Wahrheit, darum wollten sie nicht, dass jemand von ihrem Besuch erfuhr. Was hat der Krieg aus den Kindern nur gemacht? Er schüttelte nachdenklich den Kopf. Was wollte Voldemort dort? Es musste etwas mit den Büchern zu tun haben.
Die Flammen im Kamin loderten auf. Der Nachfolger von Karkaroff als Schulleiter von Durmstrang meldete sich. Dumbledore hatte Istvan Modrakovic noch in der Nacht erreicht und ihn um Informationen gebeten. Wollte er sie wirklich wissen, der Spruch von Felicitas machte ihn etwas nachdenklich. Nun wartete der Kollege auf seine Aufmerksamkeit und er würde es sowieso erfahren. Je früher desto besser.
Der Schulleiter von Durmstrang reichte ein dickes Kuvert durch die Flammen. „Albus, bei uns sagt man gesprochene Worte können auch von dem gehört werden, den wir nicht sehen. Geschriebene können nur von dem gelesen werden, dem wir das Schreiben geben."
Dankbar nahm Dumbledore das Kuvert entgegen: „Übertreibst du es nichtetwas? Wir benützen die Flohnetzwerke unserer Ministerien."
„Du wirst das Misstrauen gegen die Mächtigen nie aus mir vertreiben können. Ceausescu hat seine Spuren hinterlassen, Albus! Ich würde gern einmal wieder wie früher etwas reinigendes tun, du wirst dich noch daran erinnern."
Dumbledore nickte: „Augenblick noch. Phineas Nigellus! Phineas Nigellus ist bei Harry alles in Ordnung?"
„Wie in Ordnung?"
„Nun plaudert niemand am Kamin?"
„Nein. Alles in den Betten! Nicht alle in ihren, aber ..."
„Danke Phineas Nigellus, mehr Details brauche ich nicht." Er wandte sich wieder dem Wartenden im Kamin zu. „Bitte, es steht dem alten Brauch nichts im Wege!"
Istvan Modrakovic, der Schulleiter von Durmstrang lächelte. „Albus die Vorzeichen sind nun anders."
„Für dich freut es mich!" Dumbledore stellte sich vor den Kamin und mit überraschender Entschlossenheit und Härte donnerte er: „Accendo!" Eigentlich war er gegen diesen Spruch, überraschte dieser doch alle nicht Eingeweihten. Sie würden jetzt mit etwas konfrontiert, das sie nicht erwartet hatten.
Ein Aufschrei, der nicht zum Einordnen war, überraschte Dumbledore dennoch. Er hatte es nicht für möglich gehalten, abgehört zu werden. War es vielleicht sein Gesprächspartner?
„Istvan! Istvan?"
„Aufregungen sind nichts für Männer in deinem Alter", bemerkte sein Gesprächspartner. „Da war wohl mindestens eine Person am Mithören. Ich glaube es waren mehr. Wir werden uns treffen, du solltest den jungen Lord begleiten, Albus!"
Während sich Dumbledore vom Kamin zurückzog, beobachtete er die Uhr. Jetzt durfte es nicht mehr lange dauern. Nicht nur er wurde informiert, wenn mächtige Zauber im Schloss gesprochen wurden. Gleich müsste Alastor auftauchen.
Statt das Klopfen von Moodys Holzbein hörte er das Klingeln eines seiner Instrumente. Schnell begab er sich an seine Kristallkugel. Nachdenklich besah er sich die sichtlich angeschlagene Gruppe, welche Hogwarts betrat. Snape schien zu hinken, während die drei Schüler ihm müde folgten.
Nun aber kam endlich Moody hereingestürmt. „Albus nicht, dass ich mich erschrocken habe, aber warum in Merlins Namen jagst du gewaltige Flüche durch das Flohnetzwerk?"
„So gewaltig war ‚Accendo' nun auch nicht, Alastor. Zur Zeit verwendet man ihn kaum noch – was sicherlich ein Fehler ist. Du weißt ‚Accendo' diente zur Reinigung des Kamins und auch des Flohnetzwerkes. Die nicht Eingeweihten wurden mit einer Stichflamme aus dem Kamin konfrontiert. Sehr effektiv."
„Ich weiß, was ‚Accendo' ist, aber warum wendest du ihn mitten in der Nacht an? Ist irgendetwas vorgefallen?"
„Ich habe mich mit Madrakovic von Durmstrang unterhalten, der hatte vermutlich den Eindruck, dass wir nicht alleine waren. Auf jeden Fall war die Aktion erfolgreich."
Nachdem Dumbledore den alten Auroren über die Vorfälle unterrichtet hatte, zeigte er ihm das Kuvert. Sie erbrachen das Siegel und lasen die Nachricht von Modrakovic.
Moody pfiff beinahe anerkennend: „So viele – Albus, die Aktion im Wald muss jemand anderes durchgeführt haben. Harry und seine Freundin können sich nicht teilen. Selbst wenn ihnen das möglich wäre, könnte ich es nicht glauben."
„Ein interner Streit? Aber das wäre nicht so abgelaufen. Sie hätten sich doch nicht alle ..."
„Nein Albus, das war es nicht und die Zwei schließe ich auch mal aus. Es war jemand der auf Hogwarts bekannt ist, sonst wäre Michail ja nicht unbemerkt aus der Schule gekommen. Jemand dem dein Schüler Michail vertraut. Diesen Unbekannten haben sie zu Hilfe geholt, so musste es gewesen sein."
Dumbledore nickte zustimmend: „Nur wen haben sie gerufen, wer schlägt so zu?"
Beide alten Zauberer grübelten.
„Wo war eigentlich das Mädchen von den Weasleys?"
„Am Abend bei den Grangers, während dem Angriff dort, haben sie sich zurückgezogen."
„Vielleicht noch in die ominöse Villa der Blacks bei Hogsmeade. Dann hat sie ihren Liebsten um Hilfe gerufen. Dieser Nanda hat dann mit seiner Truppe reinen Tisch gemacht!"
„Meinst du?"
„Nun, wenn er mit zehn Mann dort eintraf, war die Sache schnell erledigt. Dazu passt auch der Spruch des Dorfältesten: Alle waren braun im Gesicht und hatten fantasievolle Kleider getragen."
„Wo hast du das gelesen?"
„Hier auf der Rückseite steht: Der Dorfälteste berichtete mir, dass er über einen Überwachungszauber in seiner Kugel Personen gesehen hatte. Dann kommt die ausführliche Beschreibung. Weiter schreibt Modrakovic, dass diese Unbekannte die Brände im Dorf gelöscht und die Täter in den Wald verfolgt haben. Er muss aber nichts von Michael gewusst haben."
„Das ist ja interessant, wir sollten uns mit den Dorfbewohnern mal unterhalten!"
„Bringt nichts Albus. Modrakovic berichtet, dass der Dorfälteste mit niemand über die Gestalten gesprochen hat. Er schreibt aber auch nichts von Michail, der wäre dem Dorfältesten doch aufgefallen?"
„Hoffentlich hat Michail nichts von den Kämpfen am Lagerfeuer der Todesser mitbekommen."
„Nun ich denke schon. Wer von den Fremden hat gewusst wer zum Dorf gehört und wer nicht? Vielleicht haben sie ihn abgelenkt, als es zur Sache ging. Es wäre eine zu große Gefahr gewesen, dass er etwas erzählt."
„Hoffen wir es. Alastor wir sollten zum Frühstück."
