Erebor 3022: Kinseekers – Tochter des einsamen Berges

Von summerald – übersetzt aus dem Englischen von jessie152


Disclaimer: ''Der Hobbit'' und ''Der Herr der Ringe'' als auch sämtliche Figuren darin sind Eigentum von Tolkien Estate und Wingnut Films. Diese Geschichten dienen ausschließlich der Unterhaltung und weder der Autor noch der Übersetzer profitieren in irgendeiner Weise davon oder erheben irgendwelche Ansprüche auf ''Der Hobbit'' oder ''Der Herr der Ringe''.


Kapitel 10

Kíli, Prinz von Erebor, war bis auf die Knochen durchgeweicht.

''Da braut sich etwas zusammen,'' sagte Kìli, während er in seinen durchnässten Kleidern mit den für ihn typischen ausladenden Schritten das große Wohngemach des Annex betrat und sich mühsam seine aufgeweichten Handschuhe von den Fingern zerrte. Es war schon lange nach der Mittagszeit und Nÿr und Dwalin hatten eine alte Schriftrolle auf dem großen Eichentisch ausgebreitet. Daneben lagen mehrere aufgeschlagene Bücher. Sie sahen beide erstaunt auf, sehr überrascht darüber, wie Kíli aussah.

''Was ist denn mit dir passiert?'' fragte Nÿr verwundert. Sie stand vom Tisch auf und half ihm, sich aus seinen nassen Kleidern zu befreien.

Dwalins und Kílis Blicke trafen sich. Dwalin wusste augenblicklich, was los war. ''Schneeschmelze,'' sagte er nur.

''Genau. Meine Kadettenschüler haben den Treppenlauf heute in einer richtig guten Zeit absolviert, aber das Scheingefecht auf dem Gipfel war wieder ein Unentschieden. Da war nichts als Schneematsch. Man konnte einfach keinen anständigen Schneeball mehr formen.''

''Wie viel liegt denn oben noch?'' fragte Dwalin. Er klang ernstlich beunruhigt.

''Viel zu viel. Und die Wetterwachen sagen eine Woche mit sonnigem und warmem Wetter voraus,'' sagte Kíli und versuchte, sich aus seinem vom Wasser schwer gewordenen Übermantel zu winden.

''Es ist höchste Zeit, eine Flutwache aufzustellen und das Haupttor mit Sandsäcken zu sichern.''

Dwalin nickte. ''Wirst du den Rat einberufen?''

''Gleich als Erstes morgen früh. Ich werde die Nachtmannschaften Sandsäcke füllen und verteilen lassen.''

''Ich verstehe nicht, was das Problem ist,'' sagte Nÿr und drapierte Kílis tropfnassen Übermantel über einen Haken neben dem Kamin.

''Der Schnee ist hier unten auf Niveau des Haupttores schon lange getaut,'' erklärte Kíli ihr. ''Aber in den größeren Höhen liegt er zum Teil noch zwanzig Fuß hoch. In einem normalen Frühjahr schmilzt er nach und nach. Aber gelegentlich kriegen wir im Frühling einen Wärmeeinbruch zur völlig falschen Zeit.''

''Und?''

''Die ganze Schneedecke schmilzt auf einen Schlag,'' sagte Dwalin. ''Das gesamte Schmelzwasser stürzt den Berg hinab.'' Er schüttelte den Kopf bei dem Gedanken. ''Und wir hatten diesen Winter besonders heftige Schneefälle.''

''Das gibt eine gewaltige Überschwemmung,'' sagte Kíli, während er seine durchgeweichte Weste abschüttelte. ''Die Wasserfälle treten über die Ufer und es bilden sich neue an Stellen, wo wir sie nicht erwarten würden. Das Wasser sickert sogar einfach durch das Gestein. Der Fluss wird ein einziges, enormes, reißendes Wildwasser.''

''Es wird Unterspülungen und Felsstürze geben,'' fügte Dwalin hinzu. ''Du solltest Raben nach Thal schicken und die Straße sperren.''

Kíli nickte. ''Ich erinnere mich noch,'' sagte er zu Nÿr und schälte sich aus seinem durchnässten Überhemd. ''Als es das letzte Mal passiert ist, hat der Berg unter der Wucht der herabstürzenden Wassermassen buchstäblich gebebt. Die Wasserfälle neben dem Haupttor überfluteten die Straße, der Sprühregen wurde überall hingeweht. Die Haupthalle stand einen Fuß tief unter Wasser. Alles war überschwemmt — von der Königlichen Halle bis nach Thal — Lieferungen konnten den Berg nicht verlassen, Nachschub konnte nicht herein…''

''Ganz zu schweigen von der Überflutung der unteren Ebenen,'' fügte Dwalin hinzu. ''Ich kann die Bergleute warnen.''

''Nein,'' erwiderte Kíli rasch. ''Ich habe jede Menge Hilfe. Ich möchte, dass du bei Nÿr bleibst.'' Er wies mit einer Kopfbewegung auf die riesige Fensterfront des Annex, den sie ja erst seit Kurzem bewohnten, und auf den ungeschützten offenen Sims davor. ''Behalte das im Auge. Ich denke, keiner von uns kann sagen, ob wir hier drin auch mit einem Wassereinbruch zu rechnen haben oder nicht.'' Ihm war natürlich klar, dass Nÿr nicht wirklich Hilfe brauchte… doch Dwalin war zu krank, als dass er überall in Erebor herumrennen sollte. ''Ich werde euch ein paar Jungs mit Sandsäcken raufschicken… Du kannst ihnen zeigen, wo sie die aufstapeln sollen.''

Der alte Zwerg sah aus, als ob er widersprechen wollte. Doch dann schien er einzusehen, dass es besser war, wenn er an Ort und Stelle blieb. Kíli wartete, dass Dwalin die Aufgabe, die er ihm aufgetragen, hatte akzeptierte. Der zögerte noch einen Moment, doch dann nickte er.

''In Ordnung, ich werde mich benehmen,'' grummelte er. ''Aber sag mir, wo dieser Elb abgeblieben ist,'' verlangte er.

''Abgereist, um seinen Königlichen Vater zu besuchen. Gimli und Glóin sind in Thal.'' Kíli zog sich sein feuchtes Unterhemd über die Ohren.

Nÿr fing es auf, bevor er es auf den Boden werfen konnte. Sie sah ihn an und hob eine Augenbraue. ''Zieh dir wenigstens trockene Sachen an, bevor du wieder losrennst.''

Er sah sie einem Moment an. Ihm war klar, was für eine Wirkung er mit bloßem Oberkörper auf sie hatte. Er grinste bei dem Gedanken. ''Gute Idee.'' Er machte sich in Richtung des Bades auf und bemerkte, dass sie ihm folgte und im Gehen seine durchgeweichten Kleidungsstücke aufsammelte.

Was er nicht bemerkte, war der kurze Blick, den Nÿr und Dwalin austauschten, erleichtert darüber, dass ihm die Karten mit den Mithril-Zaubern nicht aufgefallen waren, die auf dem Tisch ausgebreitet lagen.


Einen halben Glockenschlag später war Kíli in trockenen Kleidern auf dem Weg durch die unteren Ebenen, besprach sich mit den Anführern der Wache und veranlasste, dass man sich auf Überflutungen vorbereitete. Auf dem Weg machte er in den großen Schmieden Halt, in denen Tag und Nacht gearbeitet wurde. Die Schmiede vom Arbeiten abzuhalten, war beinahe unmöglich. Es lag ihnen sozusagen im Blut.

Doch er warnte die Schmiedemeisterin und befahl, dass die Wasserräder bei Sonnenaufgang angehalten, geschlossen und gesichert würden. Die Meisterin verstand sofort. Das Letzte, was sie gebrauchen konnte, war zu viel Wasser, das die Öfen der riesigen Schmiede umspülte.

Weiter unten in den Minen fand Kíli den Speisesaal gefüllt mit handfesten, lautstarken Bergleuten, die tranken und rauchten. Anders als die Leute in der Schmiede hatten die Bergleute ihre Arbeit vermutlich wie gewöhnlich zum fünften Glockenschlag beendet, manchmal taten sie das auch schon zum vierten Glockenschlag, wenn ihnen danach war.

''Bofur!'' rief Kíli. Die Bergleute, die ihn hörten, hoben ihre Krüge zum Gruß und wiederholten den Ruf, der sich unter das dröhnend schallende Gelächter mischte. Kíli suchte die Halle mit seinen Augen nach seinem alten Freund ab.

''Kíli, mein Junge!'' Unverwechselbar Bofurs Stimme und Kíli entdeckte ihn schließlich auf der linken Seite des Speisesaales, unweit eines lodernden Feuers in einem übergroßen Kamin.

Kíli bahnte sich den Weg zu Bofurs Sitzbank und umarmte den zähen alten Bergmann.

''Trink eine Runde mit uns, Junge!'' Bofur hatte schon einiges von seinem abendlichen Ale intus.

''Das würde ich zu gerne,'' antwortete Kíli. ''Doch ich bringe schlechte Neuigkeiten.''

Bofurs Gesichtszüge sackten herab. ''Nicht das Ale! Geht es uns aus?''

''Nee,'' grinste Kíli. ''Du weißt es besser.'' Er klopfte Bofur auf den Arm. ''Schneeschmelze. Bereite deine Leute auf Hochwasser vor.''

Bofurs fröhliches, erleichtertes Lächeln verflog sofort wieder und sein Gesicht erstarrte in fassungsloser Besorgnis. ''So… so wie letztes Jahr…?''

Kíli schüttelte den Kopf. ''Nein, mehr so wie die Flut im Jahre 3004.''

''Ich glaub', ich seh' Mahals Hammer und all seinen Zangen…'' fluchte Bofur, doch tatsächlich sah er auf sein Ale, betrachtete die letzte Neige, dann warf er den Kopf in den Nacken und stürzte den Rest unter allgemeinem Gebrüll der Zustimmung von den anderen Bergleuten hinunter. Er hob den leeren Krug, drehte ihn herum, um zu beweisen, dass er tatsächlich leer war und lachte laut über den brausenden Applaus.

''Jetzt besser?'' Kíli grinste ihn an.

''Nein, aber es wird mir über das Schlimmste hinweghelfen, während ich die Flutmaßnahmen in Gang setze.'' Er klopfte Kíli auf den Rücken. ''Tust du mir einen Gefallen, mein Junge?''

''Was denn?'' Kíli legte kameradschaftlich einen Arm um Bofurs Schultern.

''Tauch doch mal auf, wenn du gute Nachrichten hast. Du bist dieser Tage ein regelrechter Vorbote des Leids. Ich denke, du verbringst zu viel Zeit mit diesen verdammten Raben. Dieses Mädel, das du jetzt hast,'' er zuckte vielsagend mit den Augenbrauen. ''Verbringe deine Zeit mit ihr…''

Kíli lachte, aber er ließ seinen Arm um Bofurs Schultern und manövrierte ihn zur Tür.

Es war eine Sache, Bofur eine Warnung zu überbringen. Aber es war eine völlig andere Geschichte, ihn von den Ale-Fässern fernzuhalten und in Bewegung zu setzen.


Fíli, König unter dem Berge, war im Begriff, sich in Fíli, Schwiegersohn, der seine Verpflichtungen gegenüber der Familie und Sippe seiner Frau Gemahlin vernachlässigte, zu verwandeln. Er erwartete mit ziemlicher Sicherheit, von Ans Eltern wegen der mangelnden Familienbesuche mit einem gehörigen Maß an Missbilligung empfangen zu werden, … auch wenn er die letzten zehn Jahre vollständig damit beschäftigt gewesen war, die nördlichen Lande gegen die Legionen Saurons zu verteidigen.

Er hatte sich längst mit ihren Unmut darüber abgefunden. Der Hurmelgang würde die Königlichen Hallen der Eisenberge gegen Mittag erreichen und er wusste, dass nun die Zeit gekommen war, sich der Verstimmung seiner Schwiegereltern zu stellen, die ihm die Jahre des Krieges eingebrockt hatten. Immerhin hatte er Iri als seine persönliche Schildmaid bei sich. Ans Eltern hatten ihre Jüngste noch nicht kennengelernt und Fíli zählte auf ihr bezauberndes Wesen, um ihn aus der Angriffslinie zu bringen. Es war ein wenig so, als ob man einen Hobbit ausschickte, um einem Drachen entgegenzutreten.

Die Mitreisenden des Hurmelgang waren noch nicht aufgestanden und reisefertig, doch Fíli war im frühen Morgendunst eine halbe Meile vorausgeritten. Er begleitete zwei Kundschafter, die mit einer Reihe von schriftlichen Botschaften auf dem Weg waren. Eine war von ihm selbst an Thorin Steinhelm, den König der Eisenberge, um ihn wissen zu lassen, dass fünf Mitglieder der Königlichen Familie von Erebor im Begriff waren, ihm plötzlich ins Haus zu schneien. Die andere Nachricht war von Frau An an ihre Eltern gerichtet und enthielt eine ähnliche Mitteilung.

''Gute Reise, Jungs,'' nickte Fíli den beiden mit der Hand auf dem Herzen zu. Sie erwiderten den Gruß gleichermaßen, wandten ihre Ponys nach Osten und schlugen ein scharfes Tempo an.

Er kehrte zum Lager zurück, seine kleine Eskorte von ''Jägern'' ritt in lockerer Ordnung neben ihm.

Er würde es vermissen, ein einfacher, unbekannter reisender Händler zu sein. König zu sein, wurde manchmal stark überbewertet, dachte er so bei sich. Wenigstens konnten sie noch alle zusammen am Lagerfeuer frühstücken, bevor er die geliebte, gut eingetragene bequeme Lederkleidung von Fíli, dem Jungen aus den Ered Luin, abwerfen musste, um die sehr viel formelleren Gewänder von Fíli, König von Erebor, anzulegen. Seine Wachen würde sich auch stark verwandeln… von dem bunt zusammengewürfelten Haufen von Jägern in die elegant gekleidete Königliche Wache, die sie tatsächlich waren.

Und dann würden sie alle diese wohltuende Freiheit aufgeben, im Austausch für ein strenges Protokoll und politisches Getue.

Doch Fíli war bereit dazu. Insgeheim war er auf der Jagd und seine ''Beute'' war ein junges Mädel, eine Halbwaise, welche irgendwo in Steinhelms Siedlungen lebte. Er fragte sich, wie es Dwalin inzwischen ging. Fragte sich, ob das Mädchen ihm sehr ähnlich war. Wer immer sie war, sie war eine Tochter aus Durins Geschlecht und damit etwas sehr, sehr seltenes unter Zwergen. Er fragte sich weiterhin, ob sie das wusste, ob es Steinhelm überhaupt wusste. Es würde sehr interessant werden, das herauszufinden.

Doch als Erstes musste er sie finden.


Bei Sonnenaufgang war Kíli mit dem Anführer der Wache und mehreren der Handwerksmeister draußen am Haupttor. Ein Damm aus Sandsäcken zog sich im Bogen zwischen dem Tor und der Rückseite des Wasserfalls oder dem Wasserschleier, wie er genannt wurde, und von da am Flussufer entlang. Ein starker Nebel aus aufgewirbeltem Wasser wehte wie ein Orkan zum Haupttor in den Berg hinein und auf der anderen Seite wogte er in immer neuen Wolken das gesamte Tal hinab. Es war einerseits beängstigend, doch zum anderen schimmerte der Nebel in der frühen Morgensonne in einem wunderschönen Lichtspiel von farbenfrohen Regenbögen — ein einzigartig schöner Anblick.

''Der Wasserstand ist jetzt am niedrigsten,'' brüllte der Meister der Steinhauer, damit man ihn bei dem donnernden Tosen des Wassers überhaupt hören konnte. ''Er wird zunehmen, wenn die Sonne höher steigt und die Gipfelregionen erwärmt. Wir erwarten die Spitze des Hochwassers um den vierten Glockenschlag am Nachmittag... vielleicht fünf- bis sechsmal so viel Wasser wie jetzt!''

Kíli nickte. Es war tatsächlich so ernst, wie er es erwartet hatte.

Einige Etagen waren bereits überschwemmt.

''Ich habe Raben ausgeschickt!'' brüllte er zurück. ''Man soll die Straße nach Thal schließen!''

Der Oberste Steinhauer nickte.

''Was braucht ihr sonst noch?'' fragte Kíli ihn und hielt seine Kapuze fest, um sich gegen den herumwirbelnden Sprühregen zu schützen. Trotzdem tropfte ihm schon Wasser von der Nase.

''Mehr Sandsäcke!'' Der Steinhauermeister machte eine Geste in Richtung der Stelle, wo er einen weiteren Damm aufschichten wollte. ''Wenn wir das Wasser hier nicht aufhalten können, wird sich die erste Treppe hinunter in die Minen in einen reißenden Fluss verwandeln.''

Kíli nickte zustimmend. Ihnen blieben noch ein paar Stunden und Zwerge waren wohl bekannt dafür, dass sie schnell und hart arbeiten konnten. Doch ihm sank das Herz. Zwerge verstanden die gewaltige Kraft des Wassers. Sie nutzten sie sogar, um die großen Schmiedehämmer in ihren gewaltigen Werkstätten im Berg anzutreiben.

Doch sie wussten, dass Wasser — einmal entfesselt — auch die besten und willigsten Zwerge überwältigen konnte.

Es konnte gut sein, dass sie einen aussichtslosen Kampf führten.

Und die Zeit rannte ihnen davon.

...

..

.


Summer schreibt zu diesem Kapitel:

** Wasser und Erebor: Ja, ich nehme mir ein paar Freiheiten, um die Hydrologie von Erebor zu beschreiben. (Habe ich bereits erwähnt, dass dies ein alternatives Universum ist?!) Abhängig davon, wessen Zeichnungen des Erebors man betrachtet, befindet sich ein Wasserfall am Haupttor des Berges oder zumindest in dessen Nähe und der Fluss tritt durch oder gleich neben dem Tor aus dem Berg hervor. Für diese Geschichte habe ich den Wasserfall gleich rechts vor dem Haupttor angeordnet (wenn man davor steht und nach drinnen schaut). Der Fluss strömt dann vom Fuß des Wasserfalls nach Thal und die Straße verläuft am Ufer entlang. Der Abfluss der Wasserräder der Schmiede (so wie im Film gezeigt) erfolgt durch das Haupttor, doch diese Wasserräder können - wie im Film - je nach Bedarf an- oder abgestellt werden.

Meine Erfahrungen mit Wasserfällen rühren von vielen Jahren des Wanderns in Yosemite Valley in Kalifornien her. Für diejenigen, die niemals im Frühling nach einem besonders schneereichen Winter dort gewesen sind: Das Tal bebt förmlich von der Kraft des herabfallenden Wassers.

**Anmerkung des Übersetzers:

Ich habe Yosemite schon zu verschiedenen Jahreszeiten gesehen, allerdings nicht nach einem besonders schneereichen Winter. Aber schon die normale Schneeschmelze war beeindruckend. Was die Beschreibung der drohenden Flut im Erebor angeht, so kann ich die Darstellung wirklich nur vollständig bestätigen. Wasser im Berg kann lebensgefährlich werden und man muss das Wetter oberhalb des Einzugsgebietes eines Höhlensystems genau im Auge behalten, bevor man eine Höhle befährt. Ich habe an einigen kleinen Höhlenexpeditionen teilgenommen und die Gewalt des Wassers in unterirdischen Flüssen hautnah erlebt. Es ist beeindruckend, was die Natur erschaffen kann, und jeglicher Gedanke, sie vollständig zu beherrschen, ist vergeblich. Besonders gefährlich wird es, wenn man Höhlensysteme (hier die Minen der Zwerge) unterhalb des natürlichen Flussniveaus des Höhlengewässers anlegt. Hier ist wieder etwas künstlerische Freiheit gestattet. So eine Mine trocken zu halten wäre wahrscheinlich auch außerhalb der Schneeschmelze unmöglich.

Vielen Dank fürs Lesen, Kommentare sind wie immer willkommen, Summer & Jessie

..

.