Disclaimer: Die Charas gehören mir nicht, ich benutze sie nur... besonders Edward xD
Mein (bis dato) Lieblingskapitel!
Ich werd jetzt wahrscheinlich einige von euch ganz schön schocken.
Trotzdem viel Spass
Konsequenzen
Ich fuhr am kommenden Tag absichtlich früher zur Schule, um mich auf die erste Stunde mit Edward vorbereiten zu können. Und wie es der Zufall so wollte, oder sollte ich sagen das Schicksal, traf ich gleichzeitig mit Angela ein. Wie immer eben. Sie gesellte sich an meine Seite und wir liefen gemeinsam zum Klassenzimmer. Aus dem Augenwinkel konnte ich sehen, dass sie mir immer wieder Blicke zuwarf, fragende Blicke. Schließlich konnte sie es nicht länger zurückhalten.
„Wie war dein Wochenende?", fragte sie und ich konnte hören, dass sie mehr als neugierig war.
„Gut", sagte ich nur und nickte.
„Gut? Wie... einfach nur... gut?", fragte sie ungläubig. Ich dachte an Jacob. Jepp, definitiv gut.
„Sehr gut", versicherte ich ihr. Sie warf mir einen Blick zu, den ich nicht deuten konnte, da zu viele Emotionen ineinander vermischt waren. Zuletzt gab sie nur ein frustriertes Seufzen von sich. Wir setzten uns an unsere Tische und ich drehte mich wie gewohnt mitsamt Stuhl zu ihr um. Aber das war es auch schon. Ich redete nicht mit ihr, ich bereitete mich vor. In meinen Gedanken spielte ich die Möglichkeiten durch, die ich hatte, begrenzte auf die, die mir logisch erschienen und blieb schließlich bei der einzig Vernünftigen hängen. Ich würde gar nicht mit ihm reden. Ich hatte ihn schon davor meiden wollen, nur ließ er mich nicht. Aber jetzt... jetzt hatte er keinen Grund mehr mit mir zu reden. Im Gegenteil. Er hatte endlich einen Grund seine Klappe zu halten. Ich schmunzelte kurz. Aber... würde er sich jetzt an die Abmachung halten? Falls er mich ansprechen sollte, blieb mir nur, ihn zu ignorieren. So zu tun, als gäbe es ihn gar nicht.
Das gestaltete sich einfacher, als erwartet. Ich musste mir nicht vorstellen, dass er nicht da sei. Edward kam nicht. Als Mr. Mason den Raum betrat, war er noch immer nicht da und auch während der Stunde traf er nicht ein. Es kam mir gelegen, so hatte ich jedenfalls meine Ruhe. Meinetwegen brauchte er gar nicht mehr zur Schule kommen. In der dritten Stunde stieß Jessica zu uns. Neugierig, wie sie nun mal war, fragte sie gleich nach, was passiert war, jedoch versuchte Angela sie davon abzuhalten, näher auf das Thema einzugehen, indem sie sagte, dass es nichts zu berichten gäbe.
„Nichts zu berichten?", fragte Jessica ungläubig und sah dann mich an. „Nichts zu berichten?! Bella, du warst mit Edward Cullen aus. Mit dem Edward Cullen! Weißt du, wie viele Mädchen davon träumen?" Sie meinte das sicher rhetorisch, aber ich konnte mir meinen Kommentar nicht verkneifen.
„Keine außer dir." Sie sah mich kurz böse an.
„Du könntest uns wenigstens sagen, was gelaufen ist. Auch wenn es nicht... spektakulär sein sollte, was ich eigentlich bezweifle, immerhin ist er der Edward Cullen, aber trotzdem", beharrte sie weiterhin.
„Was willst du hören, Jess?", fragte ich genervt. „Dass er mit einem großen Strauß roter Rosen vor meiner Tür stand? Dass er mich in seiner Stretch-Limousine abgeholt hat? Dass er mich in ein französisches Nobelrestaurant eingeladen hat? Dass wir Kaviar gegessen und Champagner getrunken haben, den ganzen Abend über?" Ihre Augen leuchteten bei meiner Aufzählung vor Begeisterung auf. Ja, genau so hatte sie sich einen Abend mit ‚dem Edward Cullen' vorgestellt. „Dann muss ich dich enttäuschen, Jess. Nichts davon ist passiert. Und deshalb gibt es nichts zu berichten." Jessica blinzelte mich kurz irritiert an.
„Nichts davon...?", fragte sie noch immer verwirrt.
„Nein, Jess. Auch wenn du das vielleicht gern so gesehen hättest, aber er ist kein Märchenprinz", sagte ich bestimmt. Davon war er Lichtjahre entfernt. Nein, nicht nur, es waren Lichtjahrtausende! Jessica schien noch immer verwirrt. Sie hatte ihre Vorstellungen vermutlich von Erzählungen Anderer, besser gesagt anderer Mädchen. Ich erinnerte mich wieder an den Tag im Lodge. Ja, er konnte höflich und zuvorkommend sein, wenn er es wollte. Und ja, er hatte mir die Tür aufgehalten und die Jacke abgenommen. Aber das waren auch schon alle Aufmerksamkeiten. Die Frechheiten, die er sich erlaubt hatte, überwogen alle Höflichkeit. Besonders die Letzte. In der Mittagspause versuchten andere Schüler, noch ein paar Neuigkeiten aus mir rauszuholen, aber Jessica und Angela wimmelten sie geschickt ab.
Wir unterhielten uns gerade, als Edward plötzlich vor uns stehen blieb. Ich war kurz überrascht, da ich nicht damit gerechnet hatte, ihn heute noch zu sehen. Unterbewusst war ich davon ausgegangen, dass er krank sein musste. Aber da stand er an unserem Tisch und sah mich an. Sein Blick war nicht zu deuten, emotionslos. Dafür zeigten mir die Ringe unter seinen Augen, dass er nicht bzw. sehr schlecht geschlafen hatte. Und auch sonst wirkte er unausgeschlafen. Sein Haare waren ein noch schlimmeres Chaos als üblich. Er stand einfach nur da, sagte nichts. Schön. Dann blieb es eben an mir hängen.
„Lass mich in Ruhe!", giftete ich ihn an und warf ihm einen finsteren Blick zu. Ganz kurz weiteten sich seine Augen ein wenig, als wäre er überrascht von meiner Antwort. Dann wurde sein Blick wieder ausdruckslos und er starrte mich weiter an. Nach endlosen Sekunden schließlich drehte er sich um und ging zu seiner Clique. Wenigstens hielt er diesmal Wort. Vier Augenpaare sahen mich irritiert und fragend an. „Die Abmachung", sagte ich nur. Angela brauchte einen Moment, bis sie verstand. Sie nickte wissend und grinste mich dabei an.
„Du hast es also geschafft", sagte sie und ich grinste zurück. Angela wusste zwar nicht, um was es bei der anderen Sache ging, aber sie hatte begriffen, dass ich sie erfüllen konnte. Die anderen sahen Angela jetzt genauso fragend an und sie erklärte bereitwillig die Abmachung, ließ aber die zweite Bedingung aus. Sie kannte mich wirklich gut. Das hätte nur noch mehre Fragen aufgeworfen und ich war froh, diese nicht beantworten zu müssen. Ich hätte sonst lügen müssen. Ich warf einen Blick in Richtung Edward und seiner Clique. Er saß am Tisch, die Arme darauf, die Augen geschlossen und ließ den Kopf hängen. Er musste ziemlich fertig sein. Hatte er gestern noch gefeiert? So sah er zumindest aus, wie nach einer durchzechten Nacht. Ich widmete meine Aufmerksamkeit wieder den Gesprächen an unserem Tisch.
Nach der Pause verabschiedete ich mich von allen und ging, wie üblich, allein zu Bio. Das würde eine interessante Stunde werden, so viel stand fest. Edward war noch nicht da, als ich mich an unseren Tisch setzte, allerdings dauerte es keine zwei Minuten bis er eintraf. Er setzte sich und es sah eher aus, als hätte er sich auf den Stuhl fallen lassen. Vorsichtig spähte ich zu ihm rüber. Er hatte den Blick auf die Tischplatte gerichtet, der Ausdruck in seinen Augen schien leer, sein Mund stand etwas offen und sein Kopf wippte immer leicht vor und zurück, als würde er... jeden Moment... einschlafen? Er atmete ein Mal tief ein und dann wieder langsam aus.
Und mich traf beinahe der Schlag! Die Alkoholfahne, die dabei von ihm ausging, war absolut widerlich. Was zum Henker hatte er nur letzte Nacht getrieben? Warum war er nicht zu Hause geblieben, hatte sich krank gemeldet? Wie konnten seine Eltern zulassen, dass er so zur Schule ging? Was hatte er sich dabei nur gedacht? Wahrscheinlich gar nichts. Er war ja nicht mal wirklich zurechnungsfähig. Ob ich ihn melden sollte? Für seine Gesundheit wäre es besser, aber... nachdem, was er mir erzählt hatte, könnte vielleicht schon allein das einen erneuten Rausschmiss bedeuten. So sehr ich ihn verachtete, ich konnte einfach niemanden verpfeifen.
Bella, du bist zu gut für diese Welt.
Das sagte Renee ständig zu mir. Ich seufzte und rutschte mit meinem Stuhl ganz nach außen, möglichst weit weg von dem Alkoholgestank. Edward schien nicht mal zu registrieren, was um ihn herum vorging. Ich hoffte tatsächlich inständig, dass Mr. Banner nicht auf seinen Zustand aufmerksam wurde. Als es zum Ende des Unterrichts läutete, drehte ich mich um und packte meine Sachen zusammen, bis mich ein dumpfer Aufschlag zusammenzucken ließ. Ich sah zu Edward. Sein Kopf lag auf der Tischplatte, seine Augen waren geschlossen. Noch bevor ich reagieren konnte, standen die Jungs aus seiner Clique neben ihm. Zwei von ihnen hakten sich unter seinen Armen ein und hievten ihn hoch.
„Mensch, Alter, reiß dich zusammen. Nur noch eine Stunde," sagte einer der beiden. Sie würden ihn jedenfalls nicht ins Krankenzimmer bringen. Sie hatten wohl eine ungefähre Ahnung davon, was ihm dann blühen würde und versuchten ihn noch vollends durch den Unterricht zu schleppen, im wahrsten Sinne des Wortes. So verließ das seltsame Trio den Raum und ich starrte ihnen hinterher. Wie man sich so betrinken und dann noch zur Schule gehen konnte, oder besser gesagt, wie man sich so besaufen konnte, wenn man am nächsten Tag zur Schule musste, war mir schleierhaft. Aber hier bot sich mir eine gute Gelegenheit, Jessicas Bild ihres ‚Märchenprinzen' gerade zu rücken. In den Umkleiden setzte ich mich neben sie und starrte sie an, wartete auf eine Reaktion.
"Was ist?", fragte sie leicht verwirrt. Ich warf ihr einen verschwörerischen Blick zu.
„Du wirst es nicht glauben", fing ich an. „Cullen ist sturzbetrunken." Ihre Augen weiteten sich geschockt.
„Ist nicht dein Ernst...", sagte sie und versuchte es zweifelnd klingen zu lassen.
„Ich saß neben ihm, ich muss es wissen." Ich rümpfte angewidert meine Nase, um ihr zu bedeuten, dass ich es riechen konnte. „Und er wurde von seinen Freunden aus dem Zimmer getragen", fügte ich an mit Betonung auf das letzte Wort.
„Oh mein Gott!", sagte Jessica jetzt deutlicher lauter. Sie glaubte mir und das war gut so. Je mehr dunkle Seiten von ihm bekannt werden würden, desto weniger Mädchen mit gebrochenem Herzen gab es. „Aber warum?", fragte sie, enttäuscht über diese Entdeckung.
"Das würde ich auch gerne wissen", gab ich zu. In meinem Kopf spukten schon länger Möglichkeiten herum, die das erklären würden. Aber jetzt waren sie besonders deutlich und gefielen mir gar nicht. Eventuell hatte er gewettet, dass er mir diesen Kuss abluchsen konnte und daraufhin gefeiert. Oder er hatte um mehr, als das gewettet, die Details wollte ich mir gar nicht ausmalen, und da klar war, dass er nicht mehr kriegen würde, musste er sich wegen verlorener Wette betrinken oder so ähnlich. Jedenfalls hatte ich Jessica ziemlich aus der Bahn geworfen. Während unseres Basketballspiels, stand sie immer wieder gedankenversunken einfach nur da und verpasste eine Ballabgabe nach der anderen. Der Coach meckerte jedes Mal, bis er sie auf die Bank setzte.
Nach der Schule ging ich wie üblich zum Lodge. Schon als ich auf den Parkplatz fuhr, war mir, als ob sich drinnen irgendetwas Komisches abspielte. Als ich schließlich ausstieg, zuckte ich zusammen, da am oder im Gebäude laut Glas zersplitterte. Ich machte mir nicht die Mühe zum Hintereingang zu gehen, sondern rannte gleich nach vorne, das war der kürzere Weg, nur um erschrocken stehen zu bleiben, als ich um die Ecke lief. Das Bild das sich mir bot, war unbegreiflich. Ein großer Teil der Glasfassade war zerbrochen. Abertausende Splitter lagen vor dem Gebäude auf dem Boden. Und ein einziger Stuhl. Was zur Hölle war hier los?
Dann hörte ich mehrere wütende Stimmen, die sich gegenseitig drinnen anbrüllten. Ich ging ein paar Schritte weiter, um sehen zu können, was da vor sich ging. Nur Zentimeter von meinem Gesicht entfernt flog ein weiterer Stuhl nach draußen. Zu Tode erschrocken, sank ich auf meine Knie. Mein Herz schlug so laut, dass selbst das Gebrüll darin untergegangen wäre. Ich dankte Gott, dass die Scheibe an dieser Stelle schon nicht mehr vorhanden war, sonst wären mir die Glassplitter um die Ohren geflogen. Als ich mich wieder halbwegs gefangen hatte, hörte ich Polizeisirenen. Bestimmt war Charlie auch dabei. Vorsichtig rappelte ich mich auf, als mir eine helfende Hand unter den Arm griff. Ich hatte niemanden kommen gehört, wohl der Schock, und sah das Gesicht eines jungen Mannes, blaue Augen, blonde Haare. Er hatte einen weißen Kittel an mit einem Namensschildchen: Dr. Carlisle Cullen... Cullen?! Entsetzt sah ich ihm wieder in die Augen. Das war Edwards Vater? Er wirkte viel zu jung. Und was machte er hier? Ob es Verletzte gab? Hoffentlich nicht Mr. Whitters.
„Geht es Ihnen gut?", fragte er mich und erst jetzt merkte ich, dass wir standen und er mich noch immer stützte.
„Ja... ja, nichts passiert", sagte ich noch immer leicht geschockt.
„Entschuldigen Sie mich", sagte er traurig lächelnd, ließ mich los und ging eilig nach drinnen. In diesem Moment machten die zwei Streifenwagen halt vor dem Gebäude. Ich sah Charlies Wagen an und er kam natürlich gleich auf mich zugestürmt, während die anderen drei Polizisten rein gingen.
„Bells, bist du in Ordnung?", fragte er sichtlich besorgt.
„Ich bin gerade erst angekommen. Ich war noch nicht mal drinnen", beruhigte ich ihn. Charlie nickte kurz und sah dann an mir vorbei zum Parkplatz. Sein Blick wurde finster und er drehte sich zum Gebäude um.
„Warte hier", sagte er streng und ging ebenfalls rein. Ich drehte mich um, um zu sehen, was er gesehen hatte. In der Zufahrt des Parkplatzes stand eine schwarze Nobellimousine. Ich erkannte die Automarke an dem Stern. Ein Mercedes. Aber warum machte Charlie das Sorgen? Ich musste wissen, was passiert war und ging weiter vor, damit ich durch das zerbrochene Glas sehen konnte. Und dann erst vernahm ich auch wieder die Stimmen, die laut miteinander diskutierten.
„Er wird abgeführt!", hörte ich Charlie sagen.
„Sehen Sie nicht, dass er erst eine Behandlung braucht? Er muss ins Krankenhaus!" Ich erkannte die Stimme. Sie stammte von Dr. Cullen. Und dann sah ich das Szenario vor mir. Wäre es möglich gewesen, würde meine Kinnlade auf dem Boden liegen. Auf der einen Seite stand Dr. Cullen, sichtlich verärgert, auf der anderen Seite Charlie, fuchsteufelswild, etwas hinter ihm die drei anderen Polizisten und in ihrer Mitte Edward. Edward?! Zwei der Polizisten hielten ihn seitlich an den Armen fest, Edwards Hände waren auf seinem Rücken, vermutlich in Handschellen. Er ließ den Kopf so tief hängen, dass sein Kinn beinahe seine Brust berührte. An seiner Schläfe sah ich eine rote Spur, die über seine Wange bis an sein Kinn führte und bereits einige Tropfen auf dem Boden hinterließ. Er hat das getan? Warum? Langsam ging ich durch die zerbrochene Scheibe. Ich wollte wissen, was mit Edward los war.
„Er wird auf der Stelle abgeführt!", sagte Charlie erneut.
„Ich werde das der Aufsichtsbehörde melden, wenn ich ihn nicht sofort mit ins Krankenhaus nehmen kann!", hielt Dr. Cullen dagegen. Charlie grummelte vor sich hin und dann sah er mich.
„Du sollst draußen warten!", herrschte er mich an, aber ich beachtete ihn nicht weiter. „Bella!", rief er erneut. Ich ging noch immer stetig auf Edward zu. „Isabella!" Im Moment war mir egal, was Charlie sagte oder dachte. Ich blendete alles andere aus. Ich konnte Edward nicht leiden, aber gerade jetzt sah er so zerbrechlich aus und jedem anderen hätte ich auch geholfen. Nur weil ich eine Abneigung gegen ihn hatte, konnte ich mein Gewissen nicht damit belasten, dass ich ihm meine Hilfe untersagt hatte. Ich blieb vor Edward stehen und hob vorsichtig seinen Kopf an. Er sah mich nicht an, starrte durch mich hindurch, sein Blick war leer, seine Augen glasig, jeglicher Glanz verloren. Und ich roch Alkohol, schlimmer noch als in der Schule. Umsichtig strich ich die Strähnen, die ihm ins Gesicht fielen, zur Seite. Er reagierte nicht einmal auf diese Berührung. Er war wie... tot, innerlich gestorben. Eine leere Hülle. Wie konnte er nur so tief sinken? Warum hatte er sich das angetan?
„Idiot", murmelte ich für mich selbst und dieses Mal reagierte er. Sein Kopf stabilisierte sich selbst, ich musste ihn nicht mehr heben. „Edward?", fragte ich nach. Es war noch immer nur ein Flüstern. Hatte er mich gehört? Seine Augen wanderten umher, als ob er etwas suchte, aber er starrte noch immer durch mich hindurch. Plötzlich spürte ich eine Hand auf meiner Schulter. Ich drehte meinen Kopf und sah Dr. Cullen neben mir stehen.
„Reden Sie weiter mit ihm. Er reagiert auf Sie. Das ist gut. Auf mich wollte er vorhin nicht hören." Zuletzt klang etwas Traurigkeit in seiner Stimme mit durch. Ich sah mich weiter um und entdeckte Charlie, der mit verschränkten Armen und wütendem Gesichtsausdruck etwas abseits stand. Ich sah ihn entschuldigend an. Sollte er mir meinetwegen Hausarrest verpassen. Wenn ich die Einzige war, die jetzt noch zu Edward durchdringen konnte, würde ich das tun. Ich sah Edward erneut an und legte ihm meine Hände auf die Schultern.
„Edward", sagte ich leise. Seine Augen stoppten in ihrer Bewegung. Ich war mir nicht sicher, ob das jetzt gut oder schlecht war und sah Dr. Cullen an, der mir zuversichtlich zunickte. Ich probierte es erneut. „Edward. Weißt du, wer ich bin?", fragte ich. Ich wartete, ließ ihm Zeit. Schließlich öffnete sich sein Mund ganz leicht.
„...la.….Be...lla….. Be…lla...", wiederholte er immer wieder. Ich nickte hoffnungsvoll.
„Richtig. Edward. Dein Vater ist hier. Hörst du? Dein Vater. Er wird dich jetzt mitnehmen. Du musst mit ihm gehen, Edward."
„...nein...nein...Be...lla...Be...lla...nein...", murmelte er vor sich hin. Verwirrt sah ich zu Dr. Cullen, der nachdenklich die Augenbrauen zusammengezogen hatte. Er seufzte und sah mich bittend an.
„Können Sie mit ins Krankenhaus fahren?", fragte er mich. Er wollte, dass ich mitgehe? Oder... Edward wollte, dass ich mitgehe? War es das, was er zu sagen versucht hatte? Erneut sah ich Charlie an, aber Dr. Cullen ergriff das Wort. „Edward ist noch immer im Delirium. Ich muss so viel Stress wie möglich von ihm fernhalten, sonst verliere ich ihn wieder. Ihre Tochter ist die Einzige, die mir helfen kann", sagte er fast schon verzweifelt. Charlie schnaubte kurz und winkte dann ab. Dankbar lächelte ich ihn an. Dr. Cullen bedeutete den Polizisten, ihm zu folgen und Edward an sein Auto zu führen, aber kaum hatten Sie ihn zwei Schritte bewegt, packte Edward mich blitzschnell am Arm. Er wollte tatsächlich, dass ich mitgehe.
„Dr. Cullen?" Er drehte sich um und sah kurz verwundert auf Edwards Hand, die an meiner Jacke fest hing.
„Sagen Sie ihm, dass Sie mitgehen. Dass Sie ihn jetzt nicht allein lassen." Oh nicht doch! Gott, wie peinlich. Langsam kam ich mir vor, wie in einer drittklassigen Soap.
„Edward...", setzte ich an. Die folgenden Worte gingen mir nur schwer über die Lippen. „Ich bin ja da. Und ich gehe auch nicht weg, nicht... ohne dich." Himmelherrgottnochmal! Dafür war er mir einiges schuldig. Ich spürte wie sein Griff lockerer wurde, aber er ließ nicht los. Warum tat er mir das an? Zögerlich legte ich ihm eine Hand an die Wange. „Ich... bleibe bei dir." Heiligemariamuttergottes! Ich schauderte. Nie und nimmer hätte ich für möglich gehalten, dass ich jemals so etwas zu ihm sagen musste. Aber es wirkte. Ich konnte seine Hand von meinem Ärmel lösen und die Polizisten brachten ihn zum Auto. Sie setzten ihn auf die Rückbank und nahmen die Handschellen ab. Über Dr. Cullens Schulter sah ich, wie er ihn hinlegte. Also ging ich nach vorne auf die Beifahrerseite und stieg ein. Ich wollte gerade die Tür zumachen, als Charlie neben mir stand.
„Ich komme nach. Ich muss nur erst noch hier die Zeugenaussagen aufnehmen, Beweise und... du weißt schon. Pass auf dich auf." Ich sah Charlie fragend an. Aufpassen? Seine Sorgen waren manchmal ziemlich seltsam. Ich nickte nur, um ihn zu beruhigen und machte die Türe zu. Dr. Cullen war mittlerweile auch eingestiegen und fuhr los in Richtung Krankenhaus.
Jetzele bin ich mal gespannt, was für Reviews ich darauf krieg. Hauptsache es sind gute. ;)
