Es gibt was Neues, jawohlja.

Eigentlich hatte ich was anderes geplant, aber meine Hauptdarsteller spielen momentan einfach nicht so mit, smile. Dafür haben sie mir versprochen, beim nächsten Kapitel genau das zu machen was ich will. Mal sehen ob ich ihnen das glauben kann, smile.

Snape126: Das mit den falschen Vermutungen musste einfach sein, hab mir selbst dabei einen weggegrinst. Ich hoffe, die beiden brauchen nicht mehr soo viel Zeit. Das mit dem Vergnügen, jep da geht bestimmt noch was. Silvertrust: Moin, Jep Harry hat ein feines Händchen und Tonks keine soo dicke Haut, wart mal ab, smile. Zack, zack tja soo schnell gehts bei mir leider nicht, aber ich geb mir Mühe, versprochen. Cissylein: Mein lieber Schwan, es wird noch viel schlimmer, hihi. Das mit der Meise, die war auf einmal da und wollte mit rein, war wohl noch ne Winter-Verarbeitung von mir, smile. Powl: Cool, das gefällt mir. Du kennt NT/HP-fics? Jetzt neugierig bin. Ich kenne nur einen genialen englischen One-Shot. Aber ich habe mich auch schon längst in die beiden verliebt.

Katraka: Du hast eine dumpfe Vorahnung? Immer nur her mit Deinen Vermutungen. Ich bin da sooo was von neugierig drauf. Ein paar Hinweise habe ich nämlich schon versteckt, aber auf das wirkliche Geheimnis kann man eigentlich fast nicht draufkommen, also immer her damit. Seidenschnabel, der hat wohl vielen gefallen, hihi, versprochen dies war nicht sein letzter Auftritt. Cookie: Ja das war einer der Gründe, mal was anderes zu schreiben. Schön, wenn es die Leser auch so sehen, smile. Über ihre eigene Füsse stolpern, passend ausgedrückt. Lass Dich überraschen und jep das Rating hochsetzen, dafür habe ich meine Gründe. Maxine: Ich hab da ne ganz tolle Beraterin, die mir immer den Kopf wäscht und dann liest sich das alles danach viel besser, smile. Wirst Du auch bei diesem Kapitel erkennen, hoffe ich doch. Hab nicht nur bei dem Einem, sondern auch noch beim Andern noch was dazugefügt, zwinker. Danke. Und es fliieegt mal wieder.

Hier kommt die nächste Runde:

X X X X X X X X X X X

10. Knocking on heavens door.

Unbeholfen stieg Seidenschnabel auf der Veranda über den Absatz der Balkontür. Das glatte Parkett machte ihm offensichtlich mehr zu schaffen, als der kalte Schnee.

Harry reichte Tonks die Hand, als sie den Schnee von ihren Schuhen abklopfte und sie ergriff diese dankbar.

Schweigend begaben sich die drei zur Bibliothekstür. Gerade als er sie öffnen wollte, hielt Harry inne.

Vor der Tür ging etwas sehr seltsames vor sich. Auch wenn die wattierte Eichentür die meisten Geräusche verschluckte, war es offensichtlich. Es waren deutlich laute Stimmen zu hören, die sich aufs heftigste anschrieen. Alleine was gedämpft durch diese alte Tür drang, hörte sich nicht gut an. Da draußen schien ein Riesen-Tumult zu herrschen.

Seidenschnabel zog nervös an seiner Leine, auch ihm schien diese Situation nicht zu behagen.

Harry warf Tonks einen kurzen Blick zu. Er sah in ihren Augen, dass sie das gleiche dachte wie er. Irgendetwas stimmte hier absolut nicht.

Eine kurze Bewegung und beide hielten ihre Zauberstäbe gezückt.

Tonks war mit einer katzenhaften Bewegung an der Türklinke und warf ihm einen fragenden Blick zu. Er holte tief Luft und nickte ihr in einem stillen Einverständnis zu. Die junge Aurorin öffnete entschlossen, mit einer ruckartigen Bewegung die Tür.

Sie standen mit hocherhobenen Zauberstäben im Gang und Harrys Blick schweifte sekundenschnell über die Situation die sich ihnen bot. Der Gang lag wie immer im halbdunkel und er brauchte kurz, bis sich seine Augen an diese Düsternis gewöhnten.

Ron stand vor dem Bild von Sirius Mum und zerrte mit aller Kraft an dem staubigen Vorhang. Hermione saß zitternd auf der Treppe und die alte Frau schrie gellend die unflätigsten Worte durch den Flur. Obwohl Harry dieses Bild immer nur als böse und schreiend erlebt hatte, war es diesmal noch viel schlimmer.

„Du bist nicht nur ein elender Blutsverräter, Du bist Abschaum!", überschlug sich die geifernde Stimme lauthals. „Ausgelöscht gehörst Du und Dein freches unwürdiges Schlammblut, das sich getraut hat mir in die Augen zu sehen und auch noch wagt mir diese ungehörige Fragen zu stellen. NICHTS, NICHTS werdet ihr von mir erfahren."

Die Frau auf dem Bild war total außer sich, ihre Augen quollen hervor. Harry hatte das Gefühl, als würde sie gleich aus dem Bild springen. Das gemalte Gesicht hatte sich in eine hässlichen Fratze verwandelt.

Rons Gesicht war hochrot und er schrie so laut er konnte zurück. „Du alte Vettel, halt endlich Dein Schandmaul. Kein Mensch will wissen, was Du zu sagen hast..."

Die alte Mrs. Black schien jedoch davon wenig beeindruckt und ließ ihn nicht einmal aussprechen.

„Man sollte Euch verbannen, einsperren in den tiefsten Keller. Dieses minderwertige Weibstück meint alles zu wissen. Bäh," spuckte sie auf den Boden, „dreckiges Blutpack. Geht mir aus den Augen, weg mit Euch, verflucht seid ihr alle miteinander."

Mit schnellen Schritten kam Harry Ron zu Hilfe und mit aller Kraft zerrten sie entschlossen an dem Vorhang, der heute noch widerspenstiger schien als sonst.

Aus den Augenwinkeln sah Harry Tonks, die sich neben die verschreckte Hermione auf die Treppe setzte, beruhigend auf sie einsprach und sie in ihre Arme zog.

Mit vereinten Kräften schafften er und Ron es endlich. Der zugezogene Vorhang verbarg das Bild und das Geschrei verstummt endlich. Der Spuk war vorbei, nur Hermiones unterdrücktes Aufschluchzen war noch zu hören.

Harry holte tief Luft und senkte langsam seinen Stab. „Kann mir mal jemand sagen, was hier gerade los war?"

Ron ließ sich erschöpft auf den Boden sinken. „Hermione hatte die grandiose Idee Sirius Mum mit ihren neuesten Erkenntnissen zu konfrontieren", erklärte er leise.

Harry sah Hermione fragend an, während ihr Tonks beruhigend über den Rücken strich.

„Ich, ich..", stotterte Hermione und schnappte nach Luft, „ich dachte mir, wenn es doch jemand weiß, dann Mrs. Black. Ich hab gehofft, wenn ich ihr das mit Merlin sag, dann gibt sie vielleicht irgendwas zu."

Harry starrte sprachlos zu seiner immer noch zitternden Freundin. „Mione, das ist jetzt aber nicht Dein Ernst, Du hast doch nicht wirklich geglaubt, dass dieses Bild Dir irgendwas preisgibt."

„Du hättest das alte Weibstück erleben sollen," mischte sich Ron ein. „Als meine Süße ihr das mit Merlin gesagt hat, da ist sie komplett ausgerastet. Habt das ja gerade gesehen, die Alte wäre ja fast aus dem Bild gehüpft."

„Getroffene Hunde bellen," warf Tonks trocken ein. „War aber wirklich eine blöder Einfall von Dir", wandte sie sich zu Hermione, „das hätte ich Dir gleich sagen können, aus Tante Agatha wirst Du im Leben nichts vernünftiges rausbekommen."

Harry empfand mittlerweile nur noch Mitleid mit Hermione. Sie musste ihren übereifrigen Alleingang augenscheinlich bitter bezahlen. Für ihn war es auch eine Schnapsidee, aber durch die Reaktion von Sirius Mutter schien Hermione wohl mehr als genug gestraft.

Hermione saß immer noch wie festgewachsen auf dieser Treppe. Dieser Versuch musste ihr wohl mehr zugesetzt haben, als sie vor sich selbst zugeben wollte. Kreidebleich starrte sie vor sich hin.

Tonks hakte sich bei Hermione unter und zog sie entschlossen nach oben.

„Ron, wie wärs, ich glaube Hermione könnte jetzt ein wenig frische Luft gebrauchen. Geht doch in den Garten, vielleicht zu den Gräbern?"

Ron warf Tonks einen genervten Blick zu. Harry konnte ihm förmlich ansehen, dass der Rotschopf nicht schon wieder Lust auf die beerdigten Elfenköpfe hatte.

Auf Hermione hatte der Vorschlag die von Tonks gewünschte Wirkung. „Klasse Idee, komm Ron, ich möchte hier raus." Mione konnte nicht schnell genug vom Bild der alten Mrs. Black wegkommen, straffte ihre Schultern und zog den leicht widerstrebenden Ron hinter sich her in den Garten.

Harry gesellte sich zu Tonks in die Küche, die an der Arbeitsplatte die Vorbereitungen für das Abendessen traf. Sie versuchte das Brot dazu zu bringen sich selbst in einigermaßen gleichgroße Scheiben zu schneiden.

„Hermione tut mir wirklich leid, aber aus meiner alten Tante Agatha hätte sie doch nie was rausgekriegt. Dazu ist die alte Schachtel doch viel zu sehr von ihrer Reinblütigkeit besessen."

Harry nickte ihr zustimmend zu. „Das ist etwas, was ich bis heute noch nicht verstehen kann. Warum sind alle reinblütigen Zauberer so versessen darauf?"

Tonks zuckte mit ihren Schultern. „Gute Frage! Sie glauben wohl an die pure Magie, welche durch ihre Adern fließt. Wenn man sich mit einem Muggel einlässt wird ihr magisches Blut in ihren Augen wohl irgendwie,...", Tonks hielt inne und fuchtelte hilfesuchend mit dem Messer in der Luft herum, "...verwässert. Gibst Du mir mal die Butter?"

Harry reichte Tonks gedankenverloren die Butterschale.

„Wie erklären sie sich dann die muggelstämmigen Zauberer und Hexen? So wie Hermione eine ist? Sie ist die Beste in unserer Jahrgangsstufe. Nicht einmal Draco Malfoy kann ihr das Wasser reichen."

Tonks hielt beim bestreichen der Brote inne und schaute ihn an, „ich glaube das ist das Schlimmste für die Reinblütler. Das ist etwas was sie sich absolut nicht erklären können. Magie die von nirgendwo herzukommen scheint."

Tonks strich sich mit dem Handrücken eine verirrte Haarsträhne aus den Augen, dabei schmierte sie sich ein kleines Butterflöckchen ins Gesicht.

„Du hast da was!", vorsichtig näherte er sich mit seiner Hand ihrem Gesicht und wischte ihr die Butter vorsichtig von der Wange. Es fiel ihm erneut auf, wie weich sich ihre Haut anfühlte, seine Fingerspitzen kribbelten.

Tonks lächelte ihn dankbar an, er kannte niemanden bei dem dies so offen und ehrlich war. Sie bekam dabei immer so kleine Grübchen und sein Herz machte unwillkürlich einen kleinen Hüpfer.

Ron kam kurz darauf polternd in die Küche. Harry war darüber nicht verwundert, es war einfach nicht Rons Art sich lange bei dem Wetter draußen und dann auch noch bei Elfengräbern aufzuhalten. Hermione folgte ihm kurz darauf, sie hatte rote Wangen und sie hatte offensichtlich ihre Fassung widergewonnen.

Das Abendessen verlief recht ruhig. Hermione war immer noch nicht sehr gesprächig, während Ron ihr immer wieder beruhigend über die Hand strich.

Harry hatte auch keine große Lust auf leichte Unterhaltung, alles was er hätte sagen können, wäre doch viel zu verkrampft gewesen.

Vor allem waren seine Gedanken immer noch bei diesem Nachmittag und immer wieder suchte er, möglichst unauffällig, Tonks Blick.

Die junge Aurorin war jedoch viel zu sehr mit dem Auf- und Abtischen des Abendessens beschäftigt und versuchte dazwischen immer wieder Hermione ein paar beruhigende Sätze zuzuwerfen.

Einmal hatte er kurz das Gefühl, Tonks Fuß hätte seine Wade gestreift. Als er ihr einen Blick zuwarf, zwinkerte sie ihm auch kurz zu. Ein erneuter Zitteranfall von Hermione zerstörte jedoch diesen kurzen Moment.

Erst bei ihrem allabendlichen Butterbier entspannte sich die Situation.

Ron war es dann, der das Gespräch wieder auf Merlin lenkte, ihnen allen schien diese Sache nicht aus dem Kopf zu gehen.

„Vielleicht ist das was wir suchen gar nicht mehr hier. Vielleicht ist es längst in Gringotts, oder an irgendeinem verborgenen Ort?", gespannt schaute Ron in die Runde.

Harry hatte sich diese Frage auch schon gestellt. Er dachte wieder an Hagrids Worte: Der sicherste Ort auf der Welt sei Gringotts, abgesehen von Hogwarts.

Tonks schüttelte energisch ihren kurzen lila Haarschopf, „die Kobolde sind berühmt dafür, dass sie sorgfältig das ihnen anvertraute Geld verwalten. Aber eine reinblütige Zaubererfamilie würde ihnen trotzdem niemals ihre wirklichen Schätze anvertrauen."

Harry gab ihr innerlich Recht, selbst Dumbledore hatte damals den Stein der Weißen von Gringotts holen lassen, obwohl er bestimmt wesentlich mehr Vertrauen zu den Kobolden hatten, als die alten Zaubererfamilien.

Tonks erhob ihr Butterbier. „Auf Hermione, der ich allen Grund habe zu danken." Harry und Ron erhoben ebenfalls ihre Flaschen. Harry fand es nett, dass Tonks Hermione aufmuntern wollte.

„Durch Hermione weiß ich jetzt mit Bestimmtheit, dass ich nicht abartig, sondern dank ihrer Entdeckung sogar etwas Besonderes bin."

Harry lächelte Tonks an. Oh ja, Tonks war auch für ihn etwas ganz Besonderes und das hatte garantiert nicht nur damit zu tun, dass sie ein Metamorphmagus war.

Als ihre Flaschen aneinanderklangen, hatte Harry das Gefühl, dass fast alles wieder beim Alten war. Hermione war sogar wieder in der Lage über ein paar Witze von Ron zu lachen.

Es war noch recht früh als Tonks aufstand und die leeren Flaschen zur Spüle räumte. „Leute, seid mir nicht böse, ich bin müde und geh ins Bett," verabschiedete sie sich.

Harry sah verblüfft hoch, eigentlich hatte er gehofft noch Zeit mit ihr alleine zu verbringen. Er sah ihr nach, wie sie zur Tür ging. Erst als die Tür ins Schloß schnappte, schreckte er hoch und wandte sich wieder seinen Freunden zu. Tonks hatte sich nicht noch einmal umgedreht.

Irgendwo in sich drinnen fühlte er eine große Enttäuschung. Was hatte er denn erwartet? Er war einige Jahre jünger als sie. Was sollte Tonks mit ihm denn auch anfangen? Aber dieser plötzliche Abgang der jungen Aurorin, als ob nichts zwischen ihnen gewesen wäre, das irritierte ihn mehr, als er vor sich selbst zugeben wollte.

Die nächste Stunde verlief schleppend. Trotz Rons Versuche die Situation ein wenig aufzulockern, wollte keine unbekümmerte Stimmung mehr aufkommen. Dies lag nicht nur an Hermiones angeschlagener Stimmung. Auch Harrys Gedanken gehörten immer noch einer gewissen temperamentvollen, unberechenbaren jungen Aurorin mit lila Haaren, die ihn wohl offensichtlich verhext hatte. So kam es ihm zumindest vor.

Mit einem Seufzen strich er sich durch seine widerspenstigen Haare, was ihm jedoch sofort einen forschenden Blick von Hermione einbrachte.

Er war fast erleichtert, als sich seine Freunde erhoben um ins Bett zu gehen.

Mit einer knappen Handbewegung löschte Harry mit seinem Zauberstab das Feuer. Dann weckte er Seidenschnabel auf, der es sich am Kamin gemütlich gemacht hatte und schon vor sich hindgedöst hatte.

Langsam ging er mit dem müden Hyppogreif nach oben und brachte ihn zu seinem Lumpenlager im Schlafzimmer der alten Mrs Black. Als er die Türe leise schloß, fiepte ihm Seidenschnabel zum Abschied noch hinterher.

In Gedanken ging er den Gang entlang. Was war das nur für ein Tag gewesen. Hermiones Entdeckung, die Situation mit Tonks im Garten und dann noch dieses unglückliche Zusammentreffen mit der alten Black.

Vor allem die Sache mit Tonks, genaugenommen war es hauptsächlich sie, die ihm nicht mehr aus dem Kopf gehen wollte.

Mit entschlosseneren Schritten ging er den Gang entlang. Bis er vor dieser Tür stand.

Eine alte unscheinbare braune Tür. Das einzig Besondere an ihr, es war nicht die seinige.

Langsam erhob er seine Hand. Er konnte jetzt nicht ins Bett, er musste mit Tonks sprechen. Genaugenommen wollte er sie spüren und ja, er wollte sie auch wieder küssen.

Nur eine kleine Bewegung. Er müsste nur mit seiner Hand an diese Tür klopfen und er wäre im Paradies. Er wäre bei Tonks.

Kurz bevor seine Faust das braune Holz berührte, hielt er inne.

Was sollte er zu ihr sagen? „Hallo Tonks, kannst Du auch nicht schlafen?", sie würde ihn nur irritiert ansehen. „Hey, wollen wir da weitermachen wo wir im Garten aufgehört haben?", er konnte förmlich ihr herzhaftes Lachen hören.

Langsam wandte er sich ab und schüttelte resigniert seinen Kopf. Harry Potter, der berufen war die Zauberwelt zu retten, aber an Tonks Tür schien er wohl gnadenlos zu scheitern.

Frustriert, mit hängenden Schulter begab er sich in sein Zimmer. Die Tür schnappte mit einem Klacken ins Schloß.

Missmutig schaute er sich in der halbdunkeln Kammer um. Heute erschien es ihm unerträglich ruhig zu sein.

Hastig zog er sich seinen Schlafanzug an und warf sich auf sein Bett. Er spürte seinen schnellen Herzschlag und das Blut, welches pochend durch seine Adern floß.

Sein ganzer Körper war in Aufruhr.

Unruhig wanderte sein Blick durch das Zimmer, er zog seine Beine an und wippte mit einem Bein nervös auf und ab.

Es war eindeutig, er war viel zu aufgewühlt. Er spürte förmlich wie das Adrenalin seinen Körper aufpeitschte.

Seine Augen blieben an Phineas Bild hängen. Ein paar Minuten starrte er darauf. Dann warf er mit einer wütenden Bewegung seinen Umhang über den leeren Rahmen an der Wand. Aber die erwartete Genugtuung blieb aus. Es war nicht das, was er wollte. Er wollte sich jetzt nicht selbst Erleichterung verschaffen, auch wenn sein Körper danach verlangte.

Unmutig schwang er sich vom Bett und ging auf und ab. Nach der fünften Runde setzte er sich frustriert auf die Bettkante. Mit einem tiefen Aufseufzen ließ er sich nach hinten sinken und verschränkte die Arme über seinem Brustkorb.

Gerade als seine Hände sich doch frustriert auf den Weg zu seiner Hose machen wollten, um endlich den Wünschen seines Körpers nachzugeben, erweckte ein Knistern seine Aufmerksamkeit. Das Geräusch von raschelndem Papier. Suchend glitten seine Hände über seinen Oberkörper. Ein Papier in seiner Brusttasche. Das Testament von Sirius, er hatte es kurz nach ihrer Ankunft in die Tasche seines Pyjama-Oberteils gesteckt, als Ron damals überraschend ins Zimmer kam.

Harry richtete sich auf und entzündete die Kerze auf seinen Nachttisch.

Wort für Wort las er sich Sirus letzte Zeilen noch einmal durch.

Alles was der Familie Black gehört hat, soll mit all seinen Verantwortlichkeiten hiermit in Deinen Besitz übergehen.

„Sirius, wenn ich nur wüsste welche Verantwortung Du meinst," flüsterte er und starrte in die Dunkelheit.

Ich weiß Du wirst meine Ahnen nicht mit Füßen treten,

„Die treten eher uns," bemerkte Harry trocken.

du wirst hinter die Fassade schauen.

„Hab ich doch Sirius, ich weiß das mit Merlin. Aber es hilft mir nichts. Was verflucht geht hier ab?"

Harry starrte in die Dunkelheit, obwohl er wusste, dass er dadurch keine Antwort finden würde. Deprimiert verfolgte er die Schatten welche die Kerze an die Wand warf.

Niemand konnte ihm helfen. Tonks nicht, auch Andromeda hatte ihm nicht wirklich weiterhelfen können.

Tonks.

Er hatte ihr noch nicht das Testament gezeigt. Sie hatten sich dauernd über Sirius unterhalten. Aber er war bisher nicht auf die Idee gekommen, es ihr zum Lesen zu geben. Er hatte es einfach vergessen.

Tonks.

Er musste ihr die letzten Zeilen von Sirius unbedingt zeigen.

Jetzt.

Er würde nicht bis morgen warten, nein.

Selbst wenn sie schon schlafen würde, dies war ein triftiger Grund um sie zu wecken.

Die Erkenntnis war auf einmal da, die Erklärung warum er Tonks heute, jetzt sofort aufsuchen musste. Ein erleichtertes Lächeln huschte über sein Gesicht, als er entschlossen die Kerze löschte.

Irgendwie fühlte er sich befreit. Der Druck auf seinen Brustkorb war verschwunden, als er seine Tür öffnete. Das ganze Adrenalin in seinem Körper hatte sich in eine beschwingte Leichtigkeit verwandelt.

Ein flackerndes Gaslicht erleuchtete den Gang. Kurz meinte Harry, er hätte einen Schatten gesehen. Dieses Haus konnte einen wirklich verrückt machen, schoß es ihm durch den Kopf, als er rasch durch den zugigen Gang entlangging.

Der Boden war eiskalt, er hatte es viel zu eilig gehabt, als dass er auf die Idee gekommen wäre sich Hauschuhe oder einen Morgenmantel anzuziehen.

Die Kälte kroch ihm die Beine hoch und er beschleunigte seine Schritte. Durch das Gangfenster heulte der Wind, jemand hatte es wohl geöffnet und danach vergessen wieder zu schließen. Er würde garantiert nicht umkehren um es zuzumachen.

Wenige Schritte vor Tonks Tür verlangsamte er seinen Gang. Suchend glitt seine Hand über die Tasche seines Pyjamas. Er hörte das beruhigende Rascheln des Testaments, der Grund seines Besuches war noch da.

Hefitg atmend stand er wieder vor der alten Holztür, dabei war er nicht einmal besonders schnell gegangen. Eine freudige Anspannung hatte seinen Körper ergriffen.

Er würde das jetzt tun. Er würde Tonks stören, aber er hatte ja auch allen Grund dazu. Immer wieder sprach er diese Worte wie ein Mantra zu sich selbst. Er würde es jetzt tun.

Dann hob er seine Hand.

Diesesmal zuckte er nicht zurück. Es war ein seltsames befreiendes Gefühl, als seine Handknöchel gegen das alte Holz schlugen.

Dumpf hallte sein Klopfen durch das stille Haus.