10. Kapitel – Erste Aussprache
Anm.: Ich habe einige Heuler erhalten, die alle den gleichen sinngemäßen Inhalt hatten. Ich sollte nicht so sehr auf die Reviewsbeharren. Also werde ich nun nicht mehr auf eine entsprechende Anzahl von Reviews warten, bevor ich die neuen Kapitel rein setzen werde. Hier nun das nächste. Viel Spass
„bla, bla, bla." Gesprochene Worte
# bla, bla, bla. # Gedankenübertragung
‚ bla, bla, bla.' Nachdenken
Übergang aus dem vorherigen Kapitel:
… Nach einer kurzen Pause fuhr er fort: „Wenn Sie noch Fragen haben, stellen Sie sie bitte, wenn nicht, dann war es das von meiner Seite!" Harry meinte, es gebe keine weiteren Fragen, genau so ging es Evelyn.
Dann sah der Kobold Mehurian noch mal auf: „Ach, und Harry, Evelyn; da Sie wohl jetzt eine gewisse Zeit hier sein werden, haben wir uns erlaubt ihnen es etwas wohnlicher ein zu richten!"
Damit erschienen in den beiden Verliesen jeweils ein Bett, eine Couch, ein Tisch mit mehreren Stühlen, ein schöner Kamin und alles was ein Leben angenehm machte. Beide hatten auch ein separates Bad.
Mehurian erklärte noch: „Wenn sie Essen oder Trinken möchten, dann sagen sie nur was sie was sie wünschen und schon steht es auf dem Tisch, der ihnen am nächsten ist! Schönen Abend noch!" damit war er auch schon verschwunden.
Nun saßen Evelyn und Harry alleine in einem der Räume und mussten erst einmal alles zumindest ein Wenig verarbeiten.
Harry schaute dann Evelyn nachdenklich an und fragte dann: „Und was machen wir nun?"
Evelyn zuckte nachdenklich mit ihren Schultern.
Harry fragte dann: „Weist du was mich am meisten beschäftigt ist, wieso haben wir nun nicht mehr das Blut der Potters in uns? Ich meine halt nur noch zu drei Prozent! Und warum glauben uns die Kobolde? Was ist es worüber sie nicht sprechen wollen oder können? Und warum nicht?"
Nun nickte Evelyn und sagte: „Das ist es was mir auch die ganze Zeit so durch den Kopf geht. Ich finde aber auch keine Antworten darauf!"
„Und was machen wir nun?" wollte Harry wissen.
„Vielleicht sollten wir etwas von unserem Leben erzählen! Also ich wäre dazu bereit! Und du?" fragte Evelyn vorsichtig.
„Vielleicht hilft es uns, wenn wir los werden, was wir so schreckliches erlebt haben! Wer erzählt zu erst?"
„Bitte du!" bat ihn Evelyn mit einem lieben Hundeblick.
„Wollt du wirklich alles wissen? Also ab dem ersten Jahr, als ich nach Hogwarts kam?"
Evelyn schüttelte ihren Kopf: „Nein eigentlich interessiert mich auch die Zeit davor, also auch was du in den 11 Jahren vor Hogwarts so gemacht hast, bei unserer lieben Tante…"
Unendlich traurig schaute Harry seine Schwester Evelyn an.
„Du wollt also davon hören, wie der große allmächtige und weise Professor Albus Dumbledore, den Jungen-der-Lebt umsorgt und in Sicherheit gehalten hat?", er rollte mit den Augen.
„Sicher in dem Haus, der Schwester unserer Mutter, in dem er missbraucht wurde und die ersten zehn Jahre in einem Schrank unter der Treppe leben musste, mit niemanden als Freund außer Staub und den Spinnen?"
Evelyn keuchte entsetzt auf, nie hatte sie auch nur die blasseste Ahnung davon gehabt. Sie sich ihre Hände vor ihren Mund und versuchten ihre ersten Tränen zu unterdrücken.
„Du siehst geschockt aus? Oder eher überrascht! Was für ein Wunder. Das hätte auch nicht in das Image des wunderbaren Dumbledores gepasst!" sagte Harry.
„Und ich dacht immer, das „der-Junge-der-lebt" in Saus und Braus, wie ein verhätscheltes Kind, auf gewachsen ist!" antwortete Evelyn ehrlich.
Evelyn stand auf und ging zu Harry und nahm ihn in ihre Arme. „Bist du sicher, dass du es jetzt und hier erzählen willst Harry?"
Er hatte seinen Blick nicht von Evelyn abgewandt. „Ich denke ja, dass hilft vielleicht dies hier und jetzt aber nur dir alles zu sagen. Vielleicht werde ich dadurch damit etwas besser fertig. Die einzige Frage ist nur, wo beginne ich? ... ah ich könnte damit beginnen, wie ich fast täglich, von unserem sauberen Cousin verprügelt worden bin. Er hatte ziemlich viel Spaß und besonders perverse Fantasie dabei, genauso wie seine Freunde, wenn es darum ging mich zu quälen und zu verletzen. Wenn ich dann am bluten war oder gar Knochen gebrochen waren, dann steckten sie mich in den Keller, damit niemand meine Jammerei hörte…"
Nun war Evelyn schon absolut geschockt!
„Oder noch besser, wie ist es damit, das ich jedes Jahr zusehen musste, wie unser Cousin Dudley jedes Mal mehr als zwanzig Geburtstagsgeschenke, von unserem Onkel und unserer Tante bekam plus eine riesengroße Party, während ich einen neuen Weg suchte mich umzubringen. Oh wie dumm von mir. Ich vergaß, normalerweise bekam ich zerbrochene Kleiderbügel, gebrauchte Putzlappen oder sonst etwas in der Art zum Geburtstag. Ich muss gestehen das mein bester Geburtstag das Jahr war, in dem ich die Schlaftabletten entdeckte... so viel einfacher und angenehmer, als sie schrecklich schmeckenden Gifttränke."
Evelyn war nun endlich in Tränen ausgebrochen und versuchte ihn stoppen.
„Hey kleiner Bruder, komm lass uns aufhören..." begann Evelyn liebevoll.
„Nun, es scheint Schwesterchen, es liegt mir so viel auf der Seele. Nein jetzt erst recht! Du wollt etwas aus meinem Leben hören... Ich werde es dir nun erzählen. Ich bin dir auch gar nicht böse, wirklich nicht. Ganz im Gegenteil ich habe das Gefühl als würde mir das helfen."
Er gab ein merkwürdiges, abgehacktes Lachen von sich. „Zuerst dachte ich, dass es schwer fallen würde, aber je mehr ich erzähle, je einfacher wird es. Wirklich!"
Er machte noch eine kleine Pause: „So wie ging es weiter? Oh ja... Weihnachten lief es nicht anders ab, als an den Geburtstagen, man gewöhnt sich an alles. Wenn ich besser in der Schule war als Dudley, wurde ich geschlagen und wenn ich viel Glück hatte, musste ich eine Woche ohne Essen in meinen Schrank verbringen. Oh... Was ein Glück, das ich nicht so gemästet wurde wie mein fetter Cousin! Mann, da gibt es so viel, es würde den Tag sprengen."
Dann fuhr er fort: „Wie wäre es, wenn wir alles bis nach Hogwarts überspringen? Da war ich so sicher, dass ich einen Bergtroll bezwingen muss, um meine, bis vor kurzem, beste Freundin zu retten, die mich nun ablehnt und wie der letzte Dreck behandelt. Im gleichen Jahr war ein Lehrer, der Voldemort in seinem Körper beheimatete, den ich auch bekämpfen musste, nur weil Dumbledore den Stein der Weisen bei mir versteckt hatte."
„Im zweiten Jahr bekämpfte ich die Erinnerungen von Voldemort und einen Basilisken. Rettete eine Mitschülerin, und zwar die, in die ich mich letztes Jahr sogar verliebt hatte, nur um vor kurzem zu erfahren, das ich auch für sie nur Mittel zum Zweck war."
„Im dritten Jahr befreite ich einen Gefangenen, es war Sirius meine bis dahin einzige Verbindung zu meiner oder genau genommen unserer Familie und entdeckte das Peter Pettigrew, der am Tod unserer Eltern maßgeblich beteiligt war, noch lebte."
„Im vierten Jahr wurde ich gezwungen an einen Turnier teilzunehmen, ich kämpfte gegen Drachen, Meermenschen, unzählige andere Kreaturen und half Voldemort unfreiwillig seinen Körper auf den Friedhof wieder zu bekommen. Und wenn Sie denken, dass es eine nette kleine Geschichte ist, dann sollten sie wissen das ich direkt von Barty Crouch jr. dort hingeschickt wurde, Voldemorts beliebtester Günstling. Das dabei vor meinen Augen ein Mitschüler einfach so abgeschlachtet wurde… #Töte den Überflüssigen# … war der Befehl Voldemorts an Pettigrew."
„Dann der dritte Kampf gegen Voldemort. Da unsere beiden Zauberstäbe den gleichen Kern haben, kam es zum Priori Incantatem Phänomen. Alle von Voldemorts Zauberstab getöteten erschienen als Geister, also Cedric und natürlich auch meine Eltern…Letztendlich entkam ich dadurch! Nun das wird niemals wieder geschehen, da die Dursleys meinen Zauberstab zerstört hatten!"
„Ah noch eine Sache, mein fünftes Jahr... Umbridge, eine Ministeriums Angestellte, ließ mich mit einer Blutfeder schreiben, die jeden Satz in meine Hand ritzte." Er zeigt ihr seine Narben. „Es gab einige Kreaturen, die mich hätten töten können, Visionen, Todesser, bla, bla, bla. Glaub ja nicht, das wäre genug oder. Nein noch lange nicht."
„Schlussendlich das sechste Jahr. Die Suche gemeinsam mit Dumbledore nach den Horkruxen. Ich war felsenfest überzeugt einen väterlichen Freund an meiner Seite zu haben. Dort kämpfte ich unter anderem gegen Dutzende von Inferi. Um dann mitzuerleben, wie angeblich mein Protege von dem am meisten gehassten Lehrer umgebracht wird…!"
„Doch dann kamen die Ferien und es passierte das Schlimmste überhaupt. Denn, nachdem letzten heftigen Konflikt, den ich, verursacht durch die abartige Schwester von unserem Lieblingsonkel, wurden meine gesamten wenigen Sachen die ich besaß verbrannt und vorher meine geliebte Eule Hedwig bestialisch, unter dem gehässigen Gelächter unseres Cousins Dudley, ermordet und dann ebenfalls ins Feuer geworfen. Hilflos musste ich das mit ansehen!"
Evelyn biss sich in ihre Faust. Anders konnte sie sich nicht mehr beherrschen, doch dann fragte sie Harry: „Was war denn das für Sachen?"
Harry nickte und zählte auf: „Mein geliebter Feuerblitz, das einzige, was mir noch von Sirius geblieben war. Der Tarnumhang, das von unserem Vater. Dann war da mein Zauberstab!"
„Dann hatte man mich in einen dunklen, kahlen Raum im Keller gezerrt, wo nur zwei dünne Wolldecken auf dem Boden lagen. Dort hatten sie mich fast vier Wochen eingesperrt. Ohne Essen. Ohne Trinken. Nur irgendwelche Spritzen gaben sie mir immer wieder, die mich irgendwie total schwächten, ihn aber nicht einschlaffen ließen. Täglich kam unser fürsorglicher Onkel und prügelte mich grün und blau. Brach, so hoffte er sicherlich, Körper und langsam auch meine Seele in Stücke. Anfangs hatte ich noch an Rettung durch die Mitglieder des Ordens geglaubt. Doch bald musste ich feststellen, dass niemand mich retten kommen würde. Das es niemanden zu interessieren schien."
„Dann aber kam das schlimmste überhaupt. Vernon und Dudley hatten mich, nachdem mich ihn wieder einmal bewusstlos geschlagen hatten, an eine „Homo-Party" verschachert. Dort wurde ich über Stunden das Opfer der perversesten Spiele, die diese Schweine sich ausdachten. Am Anfang waren Vernon und Dudley noch da geblieben und hatten hämisch grinsend zugeschaut. Dann aber als sie gingen, hinterließen sie noch den Wunsch, dass diese Bastarde mich, den Freak, nie mehr wieder sehen wollten.
Stunde um Stunde wurde mir übelstes angetan, ich wurde gedemütigt und erniedrigt und ein Spielball der perversesten Wünsche, die man sich nur vorstellen kann. Dann, als ich eigentlich mit dem Leben schon abgeschlossen hatte, kam mir der Gedanke dich, an meine Schwester, ob du noch lebtest und wenn ja wie es dir erging oder ergangen war. Mit diesen Gedanken und mit dem Nachlassen der Wirkung der Drogen, die mir von unserem Onkel eingeflösst worden waren, kam in mir der Wunsch auf zu überleben und zu fliehen. Ich erkannte dann, dass in dem Raum, in dem ich von den sechs oder sieben Schweinen so abartig gequält wurde, die Wand voller Waffen hing.
Mit einiger Anstrengung schaffte ich es, die Waffen durch den Spruch „Transportare" zu levitieren. Dann steigerte ich, wie ich es dir ja schon gezeigt hatte, die Geschwindigkeit und lies die Waffen, Schwerter, Säbel, Messer, Lanzen und Morgensterne auf die Peiniger einschlagen. Innerhalb kürzester Zeit verursachte ich damit mein erstes Blutbad und alle lagen kurz darauf wie tot am Boden. Dann bewegte ich noch ein Messer äußerst vorsichtig zu mir selbst und löste damit meine Fesseln. Dann kam ich auf meiner Flucht in die Nokturngasse und schließlich dazu, dich zu retten."
Evelyn versuchte ihn immer noch davon abzuhalten weiter zu erzählen, doch Harry ließ sich nicht beirren: „Ich hab noch etwas sehr wichtiges vergessen. Das Jahr vorher entschied sich dieser verdammte Dumbledore, nachdem ich einen Menschen verloren habe, der mir zu dem Zeitpunkt am meisten bedeutete, weil er meines Wissens nach der Rest meiner Familie war, mir von der Prophezeiung zu erzählen."
Er musste pausieren und sammelte seine Kraft um fortzufahren. Er drehte sich mit einen grimmigen Gesicht zu den anderen. „Hört zu... das ist worauf ihr die ganze Welt seit Jahren über wartet zu erfahren. Ich erzähle dir jetzt von der Prophezeiung, die nur mich und Voldemort betrifft. Die auch niemand außer Dumbledore, der Seherin, die sie aussprach und ich kenne."
„Der Eine mit der Macht, den Dunklen Lord zu besiegen, naht heran ... jenen geboren, die ihm drei Mal die Stirn geboten haben, geboren, wenn der siebte Monat stirbt ... und der Dunkle Lord wird Ihn als sich Ebenbürtigen kennzeichnen, aber Er wird eine Macht besitzen, die der Dunkle Lord nicht kennt ... und der Eine muss von der Hand des Anderen sterben, denn keiner kann leben, während der Andere überlebt ... der Eine mit der Macht, den Dunklen Lord zu besiegen, wird geboren werden, wenn der siebte Monat stirbt ..."
Es war mucksmäuschen still. Harry fühlte sich befreit, von all dem was bis eben noch auf ihm lastete.
„Harry möchtest du nun aufhören?" fragte Evelyn
„Nein. Es tut mir Leid, dass du es dir anhören musstest. Ich wollte dich nicht erschrecken. Ich denke nach allen, das ich dir Antworten auf eure Fragen schuldig bin." Sie starrten ihn alle an.
Evelyn fasste sich langsam. „Kannst du das? Kannst du ihn töten?"
„Ich weiß es nicht und wenn dann sicher nur mit dir zusammen." Sie nickte ihm zu.
Plötzlich merkte er eine Hand auf seiner Schulter; er sah in das Gesicht von seiner Schwester. „Dann werde ich dir helfen Harry... so gut wie ich kann. Und wenn es meinen Tod bedeutet!"
„Danke, auch wenn ich das nicht gerne höre von Dir. Aber ja ich werde jede Hilfe annehmen, die ich bekommen kann, von dir am liebsten."
„Bist du in Ordnung?", fragte Evelyn.
Er nahm sie in seine starken Arme. „Mir geht es gut Schwesterchen ... ich habe das einfach nicht erwartet, wie hart es werden würde gerade dir davon zu erzählen."
„Was soll ich jetzt machen? Eigentlich wollte ich es mit niemanden teilen, ich wollte eigentlich noch nicht einmal dir davon erzählen."
Evelyn fragte ihn: „Hast du noch nie mit jemanden darüber geredet? Noch nicht einmal mit Ron und Hermine? Sie waren doch schließlich sechs Jahre deine besten Freunde?"
Harry schüttelte seinen Kopf.
Evelyn senkte ihre Schulter, als sie das realisierte: „Warum hast du das für dich behalten wollen?"
„Möchtet ihr wirklich einen Antwort?"
Sie nickte, obwohl sie sich der Antwort von Harry schon sicher war.
„Meine Leben war schon gedemütigt genug und dann komme ich in eine Welt, die mich als Helden bezeichnet und regelrecht verehrt. Wie würdet ihr damit umgehen? Es war schon schlecht genug, dass ich die abgetragene und löchrige Kleidung meines Cousins tragen musste, wenigsten im meiner Schuluniform war ich so gut wie jeder andere, die andere Zeit konnte ich mich hinter Roben und Mänteln verstecken. Aber was sagst man zu Menschen, die glauben, dass du sie retten wirst, aber du dir nicht mal selbst helfen konntest?"
Langsam begannen Evelyn zu verstehen. Nach einer längeren Pause atmete sie dann deutlich tief ein.
„So nun mach mal eine Pause und lass mich erzählen, ich möchte nämlich direkt weiter machen", sagte Evelyn, „wenn wir nun schon dabei sind, dann will ich dir meine Lebensbeichte auch gleich hier mit ablegen!"
Dabei setzte sie sich auf einen Stuhl gegenüber von Harry und drehte sie sich mit dem Gesicht zu ihm: „Brüderchen, setz dich bitte hinter vor mich und höre nun mir zu
„Nun dann solltest du erst einmal meine Geschichte hören. Aber eher in einer Kurzfassung."
Sie verschränkte die Arme vor ihrer Brust, als wollte sie sich selber schützen.
„Dir wird sicher bei meiner Geschichte auffallen, dass es sehr viele verschiedene Parallelitäten zwischen uns beiden gab, trotz unterschiedlicher Protagonisten. Fangen wir aber bei mir von mit dem Ende an, als du mich gerettet hast. Ich bin von den Malfoys an die Lestrangs verschachert oder besser verkauft worden, da ich mich geweigert hatte diesem Draco weiterhin willig seine perversen Wünsche zu erfüllen, mich weiterhin von im permanent vergewaltigt zu lassen."
Ein nie geahnter Zorn stieg in Harry auf. Er schrie: „Lass mich erst hier raus gehen, ich werde diesem Schwein ganz langsam den Schwanz ab schneiden, der soll verbluten diese Drecksau!"
Nun ging er um den Tisch auf Evelyn zu, die selber aufstand und ihn ruhig auf einen Stuhl setzte. Dann zur Überraschung beider setzte sie sich auf seinen Schoss.
Dann erzählte sie weiter: „Anfangs, also zu der Zeit als ich mich zu erinnern anfing, versuchte ich mit meinen Mitmenschen, den Malfoys, zu Recht zu kommen. Doch das war eigentlich nicht das Problem, denn ich war ja nie bei ihnen, sondern nur in einer winzigen Kammer bei den Hauselfen. Aber wenn ich dann mal gesehen wurde von denen kamen sie nicht mit mir zu Rande. Am angenehmsten war es, wenn man mich ignorierte. Wenn man mich wie einen Hauselfen jagte und schlug war das noch das harmlosere. Doch meistens wurde ich mit Knüppeln und Steinen beworfen, damit man mich vertreiben konnte. Einige Male wurde ich öffentlich ausgepeitscht. Lediglich Dobby half mir. Er hat mich dann auch jedes Mal gesund gepflegt…"
„Dann mit Vollendung meines 16ten Lebensjahres, also vor knapp einem Jahr, wurde ich zum persönlichen Sklaven von Draco Malfoy. Das erste war, das er mich entjungfert hat, natürlich mit Gewalt, man gönnt sich ja sonst nichts und dann war das mein täglich Brot, ihm zu Willen zu sein. Er hat mir angekündigt, das wenn ich mit ihm nicht machen würde, was er wollte, dann würde er mich auf dem Strich schicken."
Evelyn fuhr sichtlich emotional fort: „Schließlich landete ich dann tatsächlich bei den Lestrangs, an die mich an dieser Bastard Malfoy tatsächlich verschachert hatte, da ich dessen perverse Spiele nicht mehr mit gemacht hatte. Dort wurde ich dann ein Spielball der perversen Ideen von diesem Testrang und seiner Frau Bellatrix. Doch im wirklich aller letzten Moment konnte ich mich befreien und fliehen. Letztendlich hast du mich dann gerettet und ein Teil meiner Rache bereits ausführen lassen!"
„Das werden diese Bastarde büßen!" Harry war aufgesprungen.
Dann sprach Evelyn mit fester Stimme weiter: „Ein wenig hat es geholfen, dass ich mit dir darüber sprechen konnte!"
Jetzt wandte sich Evelyn direkt an ihren Bruder: „Harry, ich werde wohl nie wieder einen Mann an mich oder meinen Körper ran lassen!"
Fassungslosigkeit machte sich bei Harry breit, doch kurz darauf auch Verständnis: „Mir geht es genau so! Ich werde wohl nie wieder einen Menschen nah an mich heran kommen lassen!"
Dann blieben beide noch lange Zeit so sitzen, Harry mit Evelyn auf seinem Schoß und beide sich umarmend. Harry hatte auch seinen Kopf auf Evelyns Schulter gelegt genauso hatte es auch Evelyn gemacht und kuschelte sich regelrecht in Harry rein.
Dann nach mehr als einer halben Stunde hoben beide gleichzeitig ihre Köpfe und schauten sie verwundert an.
Evelyn fasste sich als erste und stellte die Frage: „Ähm, und was machen wir gerade?"
Auch Harry schaute sie fragend an. Ihm war der gleiche Gedanke gekommen. Er sagte dann noch: „Das zum Thema der guten Vorsätze!"
Nun kicherte Evelyn, wurde aber schnell wieder ernst, als sie fragte: „Ich hab da noch eine Frage … das mit dem Bluttest … ähm … ach ich weiß nicht wie ich es sagen soll?"
Harry erlöste sie aus ihrer unangenehme Situation und sagte nachdenklich: „Im Moment sieht es doch so aus, als hätten wir die gleichen Eltern, aber wir wären nicht mehr blutsverwandt!"
Evelyn nickte sehr ernst und Harry fuhr fort: „Also, wenn überhaupt glaube ich, das ich sowieso nur dir so vertrauen könnte… ähm … na ja … du weißt schon …"
Jetzt musste Evelyn schmunzeln und Harry grinste mit rotem Kopf. Dann sagte Evelyn: „Das ist tatsächlich alles sehr verwirrend. Aber es ist wirklich ein schönes Gefühl dir nahe zu sein. Und das mit dem Vertrauen, da stimme ich dir zu."
Dann gab sie ihm einen sanften Kuss auf den Mund, stand auf und sagte: „Dann lass uns erst einmal ins Bett gehen!"
Harry stand auch auf und wollte langsam und zögerlich aus dem Zimmer gehen, als Evelyn sagte: „Bleib hier, wir haben sonst sowieso nur Alpträume!"
