Ähm ja.. Neues Chater. Ein paar Reviews wären sehr nett.

Disclamer: Wie immer gehört mir nichts, außer die Handlung dieser Geschichte, mit der ich übrigens auch kein Geld verdiene.


Kapitel 10: Lass es Liebe sein...

Nach dem Frühstück ging Draco wieder in mein Zimmer und schloss sich dort ein. Ich wartete auf den Rest meiner Familie.

Erst gegen Abend kamen sie eingetrudelt. Dad, Fred und George trugen die Rucksäcke und ich sah bei einem noch den Zipfel unserer großen Picknickdecke rausgucken. Sie hatten also einen Ausflug gemacht. Ich war froh, dass sie kamen –ein wenig Ablenkung konnte ich gut gebrauchen.

Und meine Familie behandelte mich wieder ganz normal –darüber war ich am Allerfrohsten. Aber ich habe bis heute nicht herausgefunden, warum sie sich beim Abendessen so merkwürdig verhalten hatten.

Den ganzen Nachmittag hatte ich an Draco gedacht, mich aber nicht getraut, zu ihm hoch zu gehen. In meinem jetzigen Zustand würde ich doch nur Quatsch reden –und dann wäre mein halbwegs guter Eindruck (den er hoffentlich von mir hatte) futsch gewesen. Also ließ ich es lieber und half meiner Familie nun beim Auspacken der Sachen.

„Ich habe an deine Zimmertür geklopft, aber du hast noch geschlafen! Den Zettel hast du doch sicher gefunden, oder?", rief mir Mum in dem ganzen Trubel zu.

„Welchen Zettel?", fragte ich und versuchte mich an irgendeinen zu erinnern. Hatte ich einen Zettel gesehen?

„Guck mal ins Wohnzimmer!", sagte meine Mutter.

Tatsächlich! Dort, auf dem Tisch, lag ein kleiner, gelber Zettel.

Wir machen einen Ausflug!

Du warst nicht wach zu kriegen!

Mach dir nichts draus, Ginny-Schatz!

Mum!

Ich war nicht im Wohnzimmer gewesen, also hatte ich diese Nachricht auch nicht gefunden.

Pech gehabt!, dachte ich. Du hast auch eine sehr schöne Zeit gehabt, Ginny! Mit Draco.

Bei dem Gedanken an ihn fing mein Herz schon wieder an, schneller zu schlagen. Verliebt in den Erzfeind! Im Grunde genommen war es lächerlich, aber das Schicksal wollte es so. Ob Draco auch in mich verliebt war? Ich konnte ihn nicht einschätzen.

Ich schmierte mir beim Abendessen nur wieder ein paar Brote, erklärte, ich hätte im Moment keinen Hunger, dann würde ich eben später essen, die paar Brote dürften reichen und ging auf mein Zimmer, wo Draco schon sehnsüchtig auf etwas Nahrung wartete. Wir teilten uns die Stullen.


Es war spät. Bestimmt schon fast Mitternacht, so lange hatten Draco und ich noch geredet. Man konnte wirklich gut mit ihm über alles Mögliche sprechen –selbst, wenn man verliebt war.

„Ich lese noch etwas!", beschloss ich schließlich, als uns die Gesprächsthemen ausgingen.

„Mach das!", meinte Malfoy nur und legte sich auf sein Kissenbett. Er lag mit dem Rücken zu mir, er schlief immer in seinen Boxershorts. Bisher hatte ich das gar nicht so richtig wahrgenommen, aber nun... Mir wurde heiß und ich spürte, wie mir das Blut in den Kopf schoss, als ich ihn da so halbnackt daliegen sah. Schnell starrte ich wieder auf mein Buch. Doch die Worte ergaben keinen richtigen Sinn mehr.

„Kann ich bei dir schlafen?", fragte Malfoy.

„Was?" Ich versuchte, halbwegs entrüstet auszusehen.

„Wir lagen zusammen unter einem Umhang, ich wird dich schon nicht... Bitte, Ginny, der Boden ist wirklich ungemütlich!", flehte er.

„Na gut!", brummte ich und mein Herz erreichte seine Rekordzahl: Mindestens eine Million Schläge in der Sekunde!

Er stand auf und kam in mein Bett und unter die Decke gekrochen. Ich las weiter und probierte mich an äußerster Ignoranz, spürte aber, wie er mich beobachtete. Jede Bewegung, jedes Umblättern der Seite verfolgte er mit, deren Inhalt nicht in meinen Kopf wollte. Irgendwann konnte ich nicht mehr anders: Ich sah ihn an, in seine grauen Augen. Fast schien ich darin zu versinken und plötzlich nahm er das Buch, packte es auf seiner Seite auf die Holzdielen und strich mir sanft über die Wange. Unsere Münder kamen sich immer näher und dann küssten wir uns. Am Anfang begann es zart, vorsichtig. Unser Kuss wurde immer leidenschaftlicher und ich fühlte, wie sich seine Hand unter mein Nachthemd schob.


Die Sonne stand schon relativ hoch am Himmel, als ich erwachte.

Ich rief mir die letzte Nacht in mein Gewissen. Sie war wunderschön gewesen.

Ich stand auf, Draco schlief noch und ich ließ ihn weiterschlafen, und machte mich erst einmal daran, mein Nachthemd anzuziehen –Schließlich konnte ich schlecht nackt in die Küche kommen, um etwas zu frühstücken.

Nur noch Percy saß verschlafen am Frühstückstisch.

„ Guten Morgen!", rief ich ihm gut gelaunt zu.

„Morgen!", murmelte mein Bruder. Er war das, was man einen Morgenmuffel nannte. Ja, das war genau das richtige Wort, um ihn zu beschreiben. Morgenmuffel. Mir ging es normalerweise nicht immer viel besser, aber heute –heute ging es mir besonders gut.

Es war mein erstes Mal gewesen. Man las und hörte so allerhand darüber, aber ich hatte nie gewusst, ob ich das wirklich glauben sollte, oder ob es alles erstunken und erlogen war. Mein erstes Mal war wunderschön gewesen. Ich hatte zwar bis jetzt viel geflirtet, den ein oder anderen Freund gehabt und manchmal auch heftig geknutscht, aber viele weiter war ich noch nie gegangen. Und jetzt war ich unendlich glücklich.

Ich aß ein Brötchen, ein anderes nahm ich für Draco mit nach oben.

Vor meiner Tür hatte sich eine ganze Schar von Leuten versammelt: Mum, Fred und George, Ron und auch Hermine. Sie sah mir entgegen mit einer Mischung aus Mitleid und Erschrockenheit.

Ich ahnte, was passiert war, stellte das Brötchen einfach auf der Treppe ab, drängelte mich durch die Menge, vorbei an meinen Geschwistern, Eltern und Harry, die mich alle geschockt anstarrten.

Draco saß mit nacktem Oberkörper auf meinem Bettrand, ein Hauch Rosa war über seine Wangen gezogen. Aber größer war die Erschrockenheit darüber, dass man ihn entdeckt hatte.

„Ginny! Was hat das zu bedeuten?", fragte meine Mutter mit bebender Stimmung. Sie rang sichtlich um Fassung.

Für mich war es, als stürzte eine Welt ein. Und ich war Schuld. Ich hatte vergessen, die Tür hinter mir abzuschließen. Ich hatte ihn verraten, auch, wenn es nur aus Versehen war. Ich war so eine verdammte Idiotin! Was hatte ich nur getan?

Ich wusste nicht, was ich sagen sollte. Dass Draco mich erpresst und sich so Eintritt in mein Zimmer verschafft hatte? Es wäre eine Lüge gewesen. Und das konnte ich ihm nicht antun, dazu war ich viel zu verknallt in ihn. Ich blieb stumm.

„Ich wusste ja, dass da irgendetwas im Busch ist. Aber mit dem da?" Erbost blickte sie von Malfoy zu mir.

„Na los, sag schon was, Frettchen, oder hat es dir die Sprache verschlagen?", höhnte George. Ja, es hatte ihm ganz offensichtlich die Sprache verschlagen.

„Lass ihn!", sagte ich, aber ich selbst hörte, wie sehr meine Stimme zitterte. Die Wut und Enttäuschung und auch die Angst hatten sich in meinem Herzen eingenistet. Er war entdeckt. Entdeckt, entdeckt, entdeckt!

„Warum verteidigst du ihn, Ginny?", wollte Ron wütend wissen. „Er ist ein verdammter Bastard!"

„Ist er nicht!", schrie ich mit schriller Stimme.

„Wenn du nicht gleich verschwindest, Malfoy, und unsere Schwester in Ruhe lässt, dann geht's dir an den Kragen!", drohte Fred, er ging nicht weiter auf meine Worte ein.

„Haut ab!", brüllte ich. „Haut alle ab!"

Sprachlos sah eine Familie mich an, ich schlug ihnen die Tür vor der Nase zu. Die Stille in meinem Raum war unendlich. Sie war so drückend, dass es mir die Tränen in die Augen trieb. Draco zog sich weiter an, packte seine Sachen in den kleinen Koffer, den er mitgehabt hatte und den ich hinter der Tür versteckt hatte und dann stand er vor mir.

„Wir werden schon einen Weg finden!", flüsterte er.

Er sah mir tief in die Augen und hoffte, dass er Recht behielt. Und dann küssten wir uns –wahrscheinlich das letzte Mal in diesen Ferien. Wir küssten uns lange. Irgendwann kam Ron herein und Draco wollte mich schnell loslassen, aber ich hielt ihn fest. Sollte Ron doch alles sehen, sollte er doch!

„Bis bald. Hoffentlich.", sagte Malfoy.

„Hoffentlich nicht!", sagte Ron sauer.

Die Tür fiel hinter ihm und meinem Freund ins Schloss, da fiel mir der Besen ein. Ich schloss ihn schnell aus meinem Schrank und rannte damit die Treppe hinunter.

Er war gerade aus der Tür hinausgegangen.

Ich wollte ihm folgen, aber George riss mir ungeduldig den Nimbus aus der Hand und rannte selber damit los.

Warum wollten sie mich alle von ihm fernhalten? Warum gönnten sie mir diesen letzten Augenblick nicht? Warum?, schoss es mir immer wieder durch den Kopf. Unsere Familien waren zwar verfeindet, aber war es da nicht gut, wenn endlich zwei den ersten Schritt taten und sich versöhnten, ja, sogar verliebten? War das denn nicht schön?

Ich kam mir vor wie Julia. Julia und Romeo hatten sich auch nicht lieben dürfen. Ich konnte nur hoffen, dass Dracos und mein Schicksal nicht eben so tragisch endete. Nämlich mit dem Tod.

Wir würden gegen die kämpfen, die uns auseinander haben wollten, nahm ich mir vor. Wir würden kämpfen!

Oh, Draco, warum musste ich so dumm sein und vergessen, die Tür abzuschließen?

Es hätte so ein schöner Tag werden können.