Danke Rena – du weißt, wofür...
Kapitel 9
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Oh! How can I describe the longing, that fills my heart and my soul?
It is a dark cloak that lies heavy over me, and I cannot shake it of.
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Hermine schwankte zwischen Wut, Trauer und Hilflosigkeit, als sie Arm in Arm mit ihm im Labor stand. Es grenzte an ein Wunder, daß er diese Umarmung zuließ. Aber er schien einfach keine Kraft mehr gehabt zu haben, sich dagegen zu wehren, also ergab er sich ihr.
Jedenfalls für eine Weile.
Irgendwann hob er den Kopf, richtete sich wieder zu seiner vollen, beeindruckenden Größe auf und löste sich von ihr.
„Ich muß hier weitermachen.", ließ er sie kühl wissen.
Verflucht. Die Kraft, die sie ihm gerade eben erst gegeben hatte, nutzte er nun wieder für den Rückzug. So war es nicht gedacht gewesen!
Aber sie gab sich mit dem zufrieden, was er zugelassen hatte – auch wenn es ihr weh tat, daß es nur so wenig war...
„Gut, dann gehe ich jetzt.", erwiderte sie stockend, bevor sie sich abwandte und das Labor verließ.
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Als Silvian sie in ihrem Wohnzimmer fand, weinte sie zwar schon längst nicht mehr, aber ihre roten Augen verrieten, wie es in ihr aussah.
„Was ist geschehen?", fragte er besorgt und setzte sich zu ihr auf den Boden vor dem Kamin.
Die junge Gryffindor blickte einen Moment in die Flammen vor sich, bevor sie ihn ansah und antwortete.
„Deine schlimmsten Befürchtungen in Bezug auf euren Vater haben sich bewahrheitet, Silvian."
Er schien nicht einmal erstaunt zu sein.
„Wer?"
„Rochus."
„Oh mein..." er pfiff leise die Luft aus.
Hermine nickte zustimmend.
„Weiß Sev es?"
Hermine nickte erneut.
„Und das Schlimmste ist, daß er es durch Zufall mitbekommen hat, als ich Albus gerade die Wahrheit ins Gesicht geworfen habe. Noch unvorbereiteter hätte er es nicht erfahren können. Er hat sich sofort wieder völlig abgeschottet und läßt nicht einmal mich wirklich an sich heran."
Sie zog einmal leicht die Nase hoch.
„... nicht einmal mich."
Silvian zog sie in seine Arme und streichelte ihr über die Schulter.
„Er kommt schon wieder auf den Teppich. Warte ab, wenn ihr zwei heute abend erst wieder beieinander liegt, sieht die Welt gleich nicht mehr ganz so düster aus. Severus hat schon ganz andere Sachen geschafft."
Hermine schüttelte den Kopf.
„Nein, Silvian. Das hier ist etwas anderes. Es ist der schlimmste Vertrauensbruch, den Albus begehen konnte, ihm nicht zu sagen, was mit seinem Vater passiert ist. Wenn Severus irgendjemandem vertraut hat, dann war das immer Albus. Aber jetzt..."
Die Tür öffnete sich und Snape kam herein. Er warf einen kurzen Blick auf Hermine und seinen Bruder, und ging ohne jeden Kommentar an ihnen vorbei, in die Küche. Eine Hermine wohlbekannte, geradezu agressive Aura von Unnahbarkeit umgab ihn.
Silvian sah Hermine mit verstehendem Entsetzen an, als Snape aus ihrem Blickfeld verschwunden war.
Die zwei standen auf und gingen ebenfalls zur Küche hinüber.
Severus setzte gerade Wasser auf und stellte wortlos Kaffeepulver bereit.
Dann sah er zu seinem Bruder hoch.
„Hast du es gewußt?"
Silvian schüttelte den Kopf.
„Gut.", sagte Snape kurz, bevor er das Feuer unter dem Wasserkessel wieder löschte und abrupt erst die Küche und dann die Wohnung wieder verließ.
Im Gehen rief er noch: „Silvian, pack bitte deine Sachen aus dem Gästezimmer, du mußt morgen abreisen, da übermorgen die Schüler zurückkommen."
Dann fiel die Tür hinter ihm ins Schloß.
Silvian griff Hermines Hand, die sie dankbar nahm.
Die Kaffeekanne und das Kaffeepulver standen ungenutzt auf der Anrichte. Das Wasser im Kessel blieb kalt.
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Drei Stunden schon lag Hermine wach im Bett.
Er kam nicht.
Und etwas sagte ihr, daß er in dieser Nacht überhaupt nicht kommen würde.
Mehrfach war sie schon fast aufgestanden, um ihn zu suchen, aber dann hatte sie sich gefragt, ob ihm das Recht wäre, und war liegengeblieben.
Letztendlich übermannte sie jedoch trotz aller Sorge und Überlegungen die Müdigkeit, die sich gemeinsam mit der geistigen Erschöpfung durch die Geschehnisse der letzten Stunden wie ein bleiener Mantel über sie gelegt hatte.
Als sie wieder aufwachte, waren zwei weitere Stunden vergangen. Die Nacht war bald herum. Sie war hellwach und sie lag noch immer allein im Bett.
Sie stand auf und machte sich mit den Utensilien die vom Abend noch in der Küche standen einen starken Kaffee und setzte sich damit aufs Sofa.
Während sie den Kaffee Schluck für Schluck trank, streichelte sie mit der freien Hand ihren noch ganz und gar flachen Bauch.
„Na du? Ich hoffe, der Kaffee ist in Ordnung für dich. Und ich hoffe sehr, daß du da drin den Ärger hier draußen nicht mitbekommst. Ich muß unbedingt Poppy fragen, wie lange du schon unterwegs bist, damit ich weiß, wann ich mit deiner Ankunft zu rechnen habe."
Sie trank wieder ein wenig und lehnte sich in die Kissen zurück. Die Hand noch immer auf ihrem Bauch.
„Deinem Vater geht es nicht gut. Und ich weiß nicht, was ich tun soll, damit es ihm besser geht."
Sie überlegte eine Weile, bevor sie weitersprach.
„Dein Vater hatte schon einmal ein Kind – ein Mädchen. Angeblich ist es gestorben, aber ich bin nicht sicher, daß das wirklich wahr ist... Stell dir doch mal vor, du hättest eine Halbschwester. Und stell dir doch mal vor, ich könnte sie finden! Das wäre sicher gut für deinen Vater. Er wäre zwar entsetzt, daß man ihn auch in Bezug auf sie belogen hat, aber ich glaube daß die Freude überwiegen würde. Meinst du nicht auch?"
Sie streichelte ihren Bauch ein klein wenig.
„Was meinst du? Sollen wir sie suchen? Sollen wir herausfinden, was damals wirklich geschehen ist?
Sie wartete einen Moment, als könne sie eine Antwort hören, dann lächelte sie und sagte leise und mit sehr bestimmter Miene: „Ganz deiner Meinung..."
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Der Morgen des letzten stillen Tages in Hogwarts brach an. Am nächsten Tag würden die Schüler wieder die Hallen, Gänge und Räume füllen. Morgen würden die neuen Erstklässler unter den Sprechenden Hut gesetzt werden. Morgen würden alle den Feierlichkeiten des ersten Tages beiwohnen.
Hermine konnte nicht dabei sein, da sie nicht zum Lehrerkollegium gehörte. Aber Severus würde wie gewöhnlich seinen Platz an dem Tisch auf der Empore einnehmen.
Jeder andere würde sich vielleicht von dieser Pflicht entbinden lassen, aber sie wußte inzwischen, rückblickend, in welchen Situationen er schon an dieser Tafel gesessen hatte, ohne daß man ihm auch nur eine einzige Regung, außer seiner fast sprichwörtlichen schlechten Laune, angesehen hatte und das gab ihr die Gewissheit, daß er auch morgen wie all die Jahre zuvor an dieser Tafel sitzen würde, als sei nichts Ungewöhnliches geschehen.
Hermine wusch sich und zog sich an.
Er war nicht gekommen.
War er ihretwegen fortgeblieben? Weil er die Nähe zu ihr nicht ertragen hätte? Weil er im Moment die Nähe zu niemandem ertragen hätte?
Wenn es so war, hatte sie ihn mit ihrem Hier-Sein von seinen eigenen Räumen ferngehalten – von seinem Bett – von dem Refugium, daß der Sessel seines Vaters ihm bot...
Der Sessel...
Was war das gestern abend gewesen? Hatte sie wirklich Simeon Snape gesehen? Hatte er wirklich zu ihr gesprochen? Die Erscheinung war sehr viel durchsichtiger gewesen, als sie es von den Geistern aus Hogwarts kannte.
Was wußte sie über Geister? Nun gut... daß bei ihrem Tode etwas nicht in Ordnung gewesen ist... und zwar so sehr, daß sie nach ihrem Tode zurückkommen. Dieses Kriterium erfüllte der Tod von Simeon ganz sicher. Aber wenn er ein Geist war, dann hätte Severus doch etwas davon gewußt, oder?
Allerdings blieb auch die Frage: Wenn er es gewußt hatte, hätte er es ihr auch gesagt?
Diesen letzten Gedanken verwarf sie sofort wieder.
Als er von seinem Vater erzählt hatte, hatte er dies so offen getan, daß er ihrein so elementares Detail sicher nicht vorenthalten hätte.
Warum fragte sie nicht jemanden, der in diesen Dingen vielleicht etwas mehr Ahnung hatte als sie?
Wenige Minuten später klopfte sie an die Tür der privaten Räume von Albus Dumbledore. Es dauerte nicht lange bis er, noch im Nachtgewandöffnete, innehielt, als er sah, wer zu so früher Stunde vor seiner Türe stand und dann wortlos eine einladende Geste hinein machte.
„Wie geht es ihm", fragte der Schulleiter ernst, als sie sich gesetzt hatten.
„Ich weiß es nicht. Ich habe ihn seit gestern nicht mehr gesehen. Er ist nicht in seine Räume gekommen."
Diese Neuigkeit bedrückte Albus sichtlich.
„Aber deswegen bin ich nicht hier."
Albus sah sie erstaunt an.
„Nicht?"
Sie schüttelte den Kopf.
„Nein. Ich bin hier, weil ich wissen will, wie man herausfinden kann, ob ein Verstorbener als Geist zurückgekehrt ist. Ob es überhaupt möglich ist."
In den Augen des Schulleiters standen Fragezeichen.
„Es ist zwar eine sehr aufwändige und schwierige Prozedur, aber es ist möglich. Warum wollen Sie das wissen?"
Hermine erzählte ihm von ihrer Begegnung. Sie gestand direkt, daß sie durchaus auch in Betracht zog, sich geirrt zu haben und einem Hirngespinst aufgesessen zu sein. Aber als sie den Mann beschrieb, nickte Albus.
„Der Beschreibung nach war es eindeutig Simeon..."
„Wenn er wirklich zurückgekehrt ist, kann es sein, daß das erst jetzt geschehen ist?"
Dumbledore schüttelte den Kopf.
„Nein, wenn es so ist, gehörte er sofort den Geistwesen an. Aber dann könnte er sich nicht weit von dem Ort entfernen, an dem es geschehen ist. Einen Geist an einen anderen Ort zu bringen bedarf sehr starker Magie und ist selbst dann nicht von Dauer."
„Wo ist Simeon gestorben?"
Albus Wangen bekamen wieder einen leichten Rot-Ton.
„Das weiß ich nicht."
Hermine stand auf und sah auf Albus herab.
„Können Sie in Erfahrung bringen, wo er gestorben ist und ob er dort als Geist umhergeht? Und wenn es wirklich so sein sollte – warum er dann hier in Hogwarts auftauchen konnte?"
Albus erhob sich ebenfalls und nickte.
„Ich werde tun was ich kann, Hermine."
Sie nickte zufrieden und begab sich wieder zum Ausgang.
Keiner von beiden hatte auch nur ein einziges Mal gelächelt.
In der Tür hielt Hermine noch einmal inne und wandte sich dem Schulleiter zu.
„Ich werde vermutlich für ein paar Tage fort sein. Da das Schuljahr beginnt, stünde ich hier sowieso nur im Weg herum. Ich habe noch ein paar Dinge zu erledigen. Und vielleicht gebe ich Severus damit den Raum den er jetzt erst einmal braucht."
Albus nickte noch einmal, bevor er hinter ihr die Türe schloß.
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Als sie zu ihren Räumen zurückgekommen war, schimpfte sie leise vor sich hin.
Er war hier gewesen. Hatte offensichtlich die Kleidung gewechselt und war kurz im Bad gewesen.
Sie legte mit einem genervten Stöhnen den Kopf in den Nacken und ging dann wieder.
Sie klopfte als erstes bei Silvian an.
Es dauerte nur wenige Augenblicke bis er ihr öffnete und sie hereinbat.
„Schön, daß wir uns noch sehen.", lächelte er.
„Du reist also wirklich heute ab?", fragte Hermine überflüssigerweise.
Er nickte.
„Ja, das war aber von Anfang an so geplant, weil ich in der Tat hier nichts mehr verloren habe wenn morgen der normale Schulbetrieb wieder anfängt. Allerdings verlasse ich Severus diesmal nur sehr ungern."
Er lächelte und legte Hermine eine Hand auf die Schulter.
„Wenigstens weiß ich, daß du hier bist. Das ist mir eine große Beruhigung. Du wirst sehen, daß er sich wieder beruhigt."
„Er war in der Nacht nicht zu Hause.", verriet Hermine ihm.
Er schüttelte den Kopf.
„Dem würde ich keine zu große Bedeutung beimessen. Vermutlich ist er einfach einmal für eine Nacht weggelaufen um den Kopf klar zu bekommen. Wenn er noch neun Jahre alt wäre, würde ich ihn jetzt in irgendeinem möglichst hohen Baum vermuten. Aber ich fürchte, aus dem Alter ist er raus."
Hermine grinste wider Willen und Silvian lachte.
„Na siehst du – es geht doch. Es nützt niemandem etwas und schon gar nicht Severus, wenn du jetzt in das gleiche Loch fällst."
„Kannst du nicht hierbleiben? Er ist dein Bruder und es geht ihm sehr schlecht."
Er sah sie ein wenig traurig an, als er antwortete.
„Hermine, ich würde zu Hause alles sofort absagen, wenn ich auch nur den Hauch einer Chance sähe, daß mein Hierbleiben etwas nützt. Aber genau das Gegenteil ist der Fall. Das weiß ich. Ich habe es oft genug versucht. Als damals Hannah gestorben war, bin ich wochenlang in Schottland geblieben. Aber er hat sich nicht einmal vom Unterricht freistellen lassen. Er hat sich in Arbeit vergraben – wie er es jetzt auch wieder tun wird, so daß ich ihn kaum zu Gesicht bekommen habe. Wir schreiben uns manchmal täglich. Das wird reichen. Außerdem kann ich jederzeit schnell hier sein, wenn er das möchte."
Hermine nickte.
„Na gut... wann fährst du?"
„Hagrid bringt mich gleich zum Bahnhof. Ich wollte gerade eben zu dir kommen und mich verabschieden."
„Dann wünsche ich dir eine gute Reise und laß von dir hören."
Sie waren beide aufgestanden und Hermine umarmte ihn zum Abschied.
„Es war sehr schön, dich kennenzulernen, Hermine." Sagte er leise. „Und ich bin sicher, daß wir uns nicht das letzte Mal gesehen haben. Du machst ihn sehr glücklich. Und damit machst du auch mich glücklich."
Hermine lächelte und drückte ihn noch ein wenig fester.
„Ich freue mich auf unser nächstes Treffen und hoffe, daß es dann fröhlicher endet als dieses Mal."
„Das wird es."
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Hermine war traurig, daß Silvian Hogwarts schon so schnell wieder verließ, aber es gab ihr auch endlich die Möglichkeit, weiter nach Informationen zu forschen.
Sie brachte Silvian mit zum Bahnhof und winkte ihm nach, bevor sie eilig nach Hogwarts zurückkehrte um nun doch ihren verlorengegangenen Zaubertrankmeister zu suchen – egal ob dieser das begrüßen würde oder nicht.
Nach einigen Fehlversuchen im Labor, im Lehrerzimmer und im Klassenraum fand sie ihn letztendlich in der Bibliothek, wo er sich scheinbar völlig friedlich, zu einigen Büchern Notizen machte. Eigentlich das ganz normale Verhalten eines Lehrers, der sich auf den Unterricht der kommenden Tage vorbereitete – wäre seine Haltung nicht beinahe unnatürlich gerade und steif gewesen.
Er bemerkte sie offenbar erst, als sie sich ihm gegenüber an den Tisch setzte.
„Guten Morgen, Severus."
Er hob den Kopf und nickte ihr zu.
„Guten Morgen, Hermine."
„Guten Morgen, Hermine? Ist das alles, was du zu sagen hast?"
Er hielt nicht einmal im Schreiben inne.
„Severus, wo warst du heute Nacht? Ich habe auf dich gewartet."
Ohne hochzusehen, antwortete er ruhig.
„Ich wußte nicht, daß ich mich jetzt abmelden muß, wenn ich nicht in meinem Bett übernachte. Ich war es bisher gewohnt, daß ich in meinen eigenen Räumen kommen und gehen kann, wie es mir beliebt."
In Hermine stieg ein Hauch von Wut hoch.
„Habe ich dir etwas getan, daß du dich mir gegenüber so benimmst?"
Er schüttelte kaum sichtbar den Kopf und schrieb weiter.
Hermine legte ihm ihre Hand auf seine, so daß er nicht mehr weiterschreiben konnte.
„Silvian ist schon fort."
„Gut.", war seine einzige Antwort, bevor er seine Hand unter ihrer hervorzog, ihre Hand ein Stück von der Stelle wegschob an der aufgehört hatte und weiterschrieb.
Hermine lehnte sich in ihrem Stuhl ein wenig zurück und nahm die Hände vom Tisch.
„Ich werde für ein paar Tage weg sein. Dann hast du deine Räume wieder für dich alleine."
Hätte sie nicht gesehen, daß er in seinem Schreiben einen kurzen Moment innehielt, hätte sie keine Reaktion ausmachen können.
Er fragte nicht, wohin sie gehen wollte und er kommentierte auch ihren zweiten Satz nicht.
„Wann bist du wieder da?", war das einzige, das ihm über die Lippen kam.
„Das kann ich nicht genau sagen."
„Donnerstag werden die letzten Utensilien für das Labor geliefert. Sei bis dahin wieder da, damit wir beginnen können."
„Das sollte kein Problem sein.", antwortete sie genauso kühl wie er sprach.
Sie stand auf.
„Dann sehen wir uns also spätestens Donnerstag."
Sie wandte sich ab und wollte gehen, als er aufstand und leise: „Hermine...", sagte.
Sie blieb stehen.
Er trat von hinten an sie heran, berührte sie aber nicht.
Er stand so dicht hinter ihr, daß sie seinen Atem fühlen konnte, aber er rührte sie nicht an.
Er schien etwas sagen zu wollen, schwieg dann aber doch.
Hermine drehte sich langsam um, hob den Blick und sah ihm in die Augen, während sie die Fingerspitzen zart an seine Wange hob.
Wer nur seine Haltung und sein Gesicht sah, sah Gleichgültigkeit, Kälte und Ablehnung. Aber in den Tiefen seiner Augen konnte sie erkennen, was er ihr tatsächlich sagen wollte – und nicht sagen konnte.
Es tat so unsagbar weh, ihn wieder auf der anderen Seite der Mauer zu sehen...
„Nimm dir soviel Zeit wie du brauchst, aber laß mich wissen, wenn du mich wieder erträgst."
Seine Augen zuckten ein wenig bei ihrem letzten Satz, aber er sagte auch jetzt nichts.
„... ich brauche dich nämlich, Severus Snape, weil ich dich liebe."
Dann gab sie ihm einen hauchzarten Kuß und ging.
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In ihren Räumen angelangt packte sie eine kleine Tasche und hinterließ noch eine kurze Notiz für ihn, bevor sie sich alleine auf den Weg nach Hogsmeade machte.
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(Das Zitat über dem Kapitel stammt aus dem Lied „Longing" von Phil Coulter)
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