Kapitel 10:
(Iroh, Zuko/ Wohnung/ Ba Sing Se)
„So." Sicher in ihrer neuen Wohnung nieder gelassen, schenkte Iroh heißes Wasser in eine Tasse vor seinem Neffen ein. Es gab keinen Grund, guten Tee an einem Experiment zu verschwenden. „Könnt ihr es mir noch einmal zeigen?"
Sanfte Worte, von denen er hoffte, dass sie beiläufig, statt sorgfältig gewählt klangen. Zuko hatte so sehr darum gerungen, so lange, um Sozins Stil zu meistern. So sehr, das Feuer so zu bändigen, wie es andere behaupteten, dass es gebändigt werden sollte. Jetzt zu lernen seinen eigenen Instinkten zu folgen und zu experimentieren – es war eine heikle, heikle Aufgabe.
Er hat es versucht und so oft versagt. Und mit Azula und meinem Bruder... es war nie sicher zu versagen.
Doch ohne Fehler, wie können wir dann irgendetwas Neues entdecken? Und das hier ist neu. Oder, vielleicht, sehr alt.
„Ich bin mir nicht sicher", gestand Zuko. „Ich wurde einfach – wütend." In Konzentration auf die Lippe beißend berührte er dampfendes Wasser und hob langsam die Hand.
Dünn und glitzernd haftete ein Strang Wasser an seiner Fingerspitze.
Die Luft angehalten, sah Iroh zu.
Wasser fiel zurück in die Tasse und Zuko zischte frustriert. Er runzelte die Stirn. Er hielt sich still und atmete bedächtig, langsam und leicht aus. Er formte die Finger in einer schöpfenden Bewegung, als ob er eine Handvoll Flammen einsammelte.
Eine Wasserkugel schimmerte in seiner Handfläche, immer noch dampfend.
Er hat es geschafft. Iroh atmete wie befreit auf, erfreut. „Hervorragend."
„Es ist nur ein bisschen Wasser, Onkel."
„Und eine Eichel ist nur eine kleine Nuss", Iroh lächelte. „Ihr habt bewiesen, dass es getan werden kann. Wir werden darauf aufbauen." Sein Lächeln wurde reuevoll. „Morgen. Wir hatten beide einen anstrengenden Tag."
Zuko gab die Kugel wieder zurück in seine Tasse und starrte auf seine trockene Handfläche. „Ich schaue wie ein Wasserbändiger aus."
„Es wäre ratsam, das nicht vor den Feuerweisen zu tun, das ist wahr", gab Iroh zu. Sowohl der Feuerlord als auch der Erbe des Feuerlords waren Kinder des Feuers. Kein anderes Element konnte genügen. „Doch ich bezweifle, dass irgendeiner von ihnen hier ist. Und denkt nur, Neffe. Wenn ihr jetzt einen Wasserschlauch bei euch tragt, könnt ihr überall in Ba Sing Se bändigen. Ohne euch zu verraten." Er schmunzelte. „Und was das betrifft – ihr habt unsere Geschichte perfekt erzählt."
Zuko errötete und senkte den Kopf. „Ich hatte nicht geglaubt, dass es klappt."
„Unter anderen Umständen hätte es das wahrscheinlich nicht", sagte Iroh direkt. „Ihr seid ein sehr schlechter Lügner, Prinz Zuko. Das ist nichts weswegen man sich schämen muss." Es war unpraktisch, ja. Nahezu fatal, bedachte man das Vipern-Skorpionsnest, das Azulon und Ozai aus dem Hof und dem Militär gemacht hatten. Jedoch nicht beschämend. „Ihr wart zornig, aufgebracht und sorgtet euch ganz klar um mein Leben. Und jene um uns hatten jeden Grund zu wünschen, dass Jet falsch lag und diese Mauern sicher sind vor selbst dem Gedanken an die Feuernation."
„Ihr meint, ich habe sie nicht getäuscht", sagte Zuko düster.
„Doch ihr habt die richtigen Worte gewählt, um ihnen zu erlauben sich selbst zu täuschen", sagte Iroh mit großer Befriedigung. „Das habt ihr gut gemacht." Er lachte wieder, sanft. „Doch habt Mitleid mit eurem armen, ältlichen Onkel und erschreckt mich nicht wieder so auf diese Art."
Zuko stand auf und schnaubte, von wegen arm und ältlich. Doch er warf ihm ein schwaches, unsicheres Lächeln zu. „Ich gebe mir Mühe."
„Ah", Lachen tanzte in Irohs Augen. „Ihr habt also vor einen völlig neuen Weg zu finden euren Onkel zu Tode zu erschrecken?"
„Onkel Iroh!", stotterte Zuko.
Kichernd erhob sich Iroh und breitete die Arme aus.
Und bereute es fast sofort als Zuko erstarrte. Zu viel und zu früh, schalt sich Iroh. Er ist müde, doch nicht mehr so sehr aus dem Gleichgewicht und dem Wasser zugeneigt wie an diesem Morgen. Ich kann nicht erwarten –
Zaghaft kam ihm Zuko entgegen und erwiderte die Umarmung.
Den Körper in seinen Armen zittern spürend, runzelte Iroh die Stirn. „Stimmt etwas nicht?"
„Es schmerzt. Innerlich."
Iroh versteifte sich. „Es war nie meine Absicht –"
„Nicht. Lasst nicht los."
Interessant. Und bedachte er, was Amaya ihm von der Wunde in dem Geist seines Neffen gesagt hatte... Iroh hielt ihn fest. Fest aber nicht zu fest, dass Zuko sich nicht befreien konnte, sollte er es wünschen. „Wenn es schmerzt, dann nehmt nicht mehr auf euch, als ihr ertragen könnt."
„Es ist ein guter Schmerz." Zukos Stimme war leise, gerade etwas mehr als ein Wispern. „Als ob man eine Narbe dehnt." Nach ein paar weiteren Momenten, musste er zurücktreten. „Es tut mir Leid. Ich versuche ja..."
„Nicht mehr als ihr ertragen könnt", sagte Iroh fest. Er griff die Schulter seines Neffen. „Ich kann warten. Ich vertraue euch. Und ich weiß, was ich euch bedeute."
Grüne Augen glitzerten ihn an, so unerschütterlich wie Gold. „Ich gebe niemals auf, Onkel."
„Das weiß ich", nickte Iroh. Und das ist ein Teil dessen, was mir Sorgen bereitet.
Ein Schritt nach dem anderen, erinnerte sich der pensionierte General, während er sich anschickte zu Bett zu gehen. Wir haben hier genug zu Essen, eine Unterkunft und sind relativ sicher. Und ich werde vorsichtiger sein mit meinem Bändigen.
Es gab keinen Grund, Zuko dazu zu zwingen sein Wort zu brechen. Er musste nur die Verfolgung hinauszögern, bis der Sommer vorbei war. Und das sollte einfach genug sein. Der Avatar hatte einen fliegenden Bison und Hilfe von hoffnungsvollen Menschen überall im Erdkönigreich. Sicherlich, jetzt, da er die junge Toph gefunden hatte, konnte er sich in den Bergen verstecken, in die keine Truppen der Feuernation einen Grund hatten sich hinauf zu wagen und in Sicherheit das Erdbändigen erlernen. Warum sollte irgendeiner von ihnen in eine Stadt kommen, auf die sich die Angriffe der Feuernation konzentrierten?
Außerhalb seines Fensters erhaschte Iroh einen Blick auf den Mond.
...Warum frage ich mich das überhaupt?
(Zuko/ Wohnung/ Ba Sing Se)
Mondlicht zupfte an ihm und Zuko vergrub seinen Kopf in seinem Kissen. Ziehen und Schieben und verdammt noch mal, er wusste dass kein Tropfen heißes Wasser in ihrer Wohnung übrig war! Warum konnte er nicht schlafen?
Ich brauche etwas Luft.
Eine Robe übergeworfen, glitt Zuko aus dem Fenster und kletterte auf das mit Ziegeln gedeckte Dach. Der Mond tanzte durch die Frühlingswolken und die Schatten machte den Halt unsicher. Doch daran war er gewohnt.
Der Wind ist es wert.
Er hatte schon immer den Wind geliebt, auch wenn die Schiffe der Feuernation ihn nicht brauchten. Der Wind erzählte einem von Orten, an denen man nie gewesen war, von Ländern, die man vielleicht nie sehen würde. Wenn man wusste, wie man ihm zuzuhören hatte.
Zuko lehnte sich gegen die Zisterne auf dem Dach und schloss die Augen.
Gemurmel von Menschen, durch Entfernung verblasst. Musik irgendwo westlich von hier, keine Tsungi-Hörner und der Rhythmus war anders, doch es sollte zweifellos Musik sein. Ein Hauch von grünen und erdigen Gerüchen erreichte ihn, in den vergangenen Monaten nur zu vertraut geworden, Bauernhöfe, innerhalb der Äußeren Mauer.
Man könnte völlig vergessen, dass da draußen ein Krieg tobt.
Der Wind drehte sich und brachte die schwachen Rufe von Seemöwen, die im Mondschein Fischschwärme jagten. Etwas kitzelte an seiner Hand und Zuko schnappte es –
Und blinzelte. Bisonfell.
Es waren nur ein paar dünne Fasern. Sie waren nicht erst vor kurzem verloren worden, wenn die vergangenen paar Monate ihm irgendetwas gelehrt hatten. Frühlingsfell, kein Winterpelz – doch die Länge war etwas schwieriger einzuschätzen. Die Hälfte der Fasern war durch Feuer zerschmolzen, die Spitzen von weiß zu rauchbraun verschmort.
Du Idiot.
Er konnte nicht denken. Er konnte nicht atmen.
Ich habe dich gewarnt. Ich habe es dir gesagt! Sie macht, was Vater verlangt – sie macht alles perfekt, selbst, wenn es heißt zu Töten...
Nein.
Auf die Knie sinkend drückte Zuko seinen Kopf gegen die durch die Nacht gekühlte Keramik der Zisterne und zwang die panischen Gedanken in eine grobe Ordnung. Nein. Der Avatar konnte nicht tot sein. Nicht nur weil er verzweifelt Aang lebendig benötigte. Denn, wäre der Avatar tot, dann hätte Feuerlord Ozai den Triumph der Feuernation zum Himmel geschrien.
Und Ba Sing Se würde fallen.
Und das geschah offensichtlich nicht. Also war der Avatar am Leben. Er musste daran glauben.
Die Panik ebbte ab und Zuko stieß langsam den Atem aus. Er stemmte die Hände auf die Zisterne um wieder auf die Füße zu kommen. Jage mir nicht wieder so einen Schrecken ein, Aang.
Aang. Er hatte von dem Avatar als Aang gedacht.
Und er konnte das Wasser unter seinen Händen spüren, von ihm nur durch dicke, durch Feuer gehärtete Erde getrennt. Es war kein flatternder beinahe-Herzschlag des Feuers, wie das dampfende Gebräu in Onkels Teekessel. Nur Ziehen und Schieben. Abwarten. Es nagte an ihm.
Alle Gedanken verdrängend, schwang Zuko einen Arm hoch, die Hand offen.
Wie der Mond, wie die Gezeiten, wie Katara, die mir gegenüber tritt, zornig und so tödlich wie eine Sturm aus Klingen.
Er zog zurück.
Wasser brach heraus.
Reflexe packten ihn selbst durch den Schock hindurch und er sprang zurück, die Füße wurden nicht einmal feucht. Wasser kräuselte sich in sich selbst und folgte –
Stop!
Die Welle hielt inne, zitterte, wie seine zitternde ausgestreckte Hand.
...Ich kann es spüren.
Es war keine Wärme, kein Herzschlag. Es war nicht wie Feuer. Das hier war der Fluss des Blutes in seinen Adern, das Plätschern eines Stromes über seine Finger. Die berauschende Aufregung ein Schiff in die Zähne eines Sturms zu drehen und zu wissen, dass es seine ganze Kraft brauchen würde, um zu überleben – und zu wissen, dass er es konnte.
Der Schmerz in ihm ließ nach und das war das Erschreckendste von allem. Andere Bändiger waren vielleicht zu jung gewesen um sich daran zu erinnern. Er war nicht zu jung gewesen.
Acht Jahre und da war etwas, das ich haben musste und ich konnte nicht – ich kam nicht darauf wie. Es war wie hungrig zu sein und durstig und zu ertrinken und ich bekam keine Luft. Und mir war nicht kalt, aber es war so ähnlich und ich musste zum Feuer hin, ich musste es haben...
Er hatte damals Feuer gebraucht. So wie er jetzt Wasser benötigt hatte.
Entsetzt schnappte er die linke Hand auf, Feuer sprang in seiner Handfläche auf, während die Welle zusammenbrach.
Oh ja. Echt schlau. Du Idiot!
Er löschte es, trotz seiner Scham die Deckung gebrochen zu haben, erleichtert. Was auch immer mit ihm nicht stimmte, sein Feuerbändigen war immer noch intakt.
Es fühlt sich aber nicht falsch an. Nur – wie Bändigen.
Er ging in die Hocke und Zuko strich mit der Hand über nasse Ziegeln, die Fingerspitzen eine Haaresbreite vom Dach weg.
Wasser stieg in kleinen Tropfen im Mondschein auf und folgte ihm.
Oh, Agni.
Er sollte in Panik geraten. Er wusste es. Doch Zorn und Panik und Angst um Onkels Leben waren so oft in den letzten Tagen durch ihn hindurch gebrannt... es war einfach nichts mehr übrig. Alles was er spürte, war Taubheit.
Ich kann nie wieder nach Hause.
Oh, aber es war schlimmer als das. So viel schlimmer.
„Also ist das deine Antwort", flüsterte Zuko dem Geist der über ihm schien zu. „Die Feuernation hat die Luftnomaden vernichtet und jetzt werdet ihr uns zerstören." Eine Träne rann seine Wange hinab, er wischte sie weg. „Das ist es was geschehen wird. Mein Vater hat nur zwei Erben. Und Azula ist wahnsinnig." Noch eine Träne, er ließ sie fallen. „Wenn er stirbt, wird sie erben. Und ich weiß was sie tun wird. Glaubt ihr, dass der Krieg jetzt schon schlimm ist? Wartet es nur ab."
„Und wenn sie doch nicht erbt –" Zuko schluckte hart. „Feuerbändiger sind loyal. Wir müssen loyal sein. Wenn es keinen Feuerlord mehr gibt, dann werden sich meine Leute gegenseitig zerreißen. Wir werden nicht anders können. Und wenn unsere Verteidigung versagt, wenn wir im Bürgerkrieg uns gegenseitig an die Kehle gehen..." Er konnte es sehen, so klar wie den Tagesanbruch. Wasserstamm Schiffe, die in die tiefsten Häfen der Feuernation segelten. Rampen fielen und spuckten Erdbändiger in einem Aufschrei von Stahl und Stein aus.
Zukos Fäuste ballten sich und er starrte durch einen Schleier aus Tränen zum Mond hinauf. „Großartiger Plan." Und er verbeugte sich, wie ein unterlegener Kämpfer vor dem Sieger.
Dann richtete er sich auf und starrte trotzig zum Silber am Nachthimmel. „Doch wir sind keine Luftnomaden. Wir werden kämpfen. Wir werden leben." Er schluckte die Tränen hinunter. „Ich rette sie. So viele wie ich kann."
Ich werde lernen, was Amaya macht. Alles was sie weiß. Und dann –
Und dann was? Sollte er verängstigte Flüchtlinge überall im Erdkönigreich verstecken? Sie würden gefunden werden. Gejagt. Getötet.
Ich weiß es noch nicht. Zähne zusammengebissen kletterte Zuko vom Dach herab. Aber ich lasse mir was einfallen.
Lu Ten sagt, dass ich Geistern Kopfschmerzen mache. Agni, ich hoffe, er hat Recht.
(Amaya, Zuko/ Amayas Klinik/ Ba Sing Se)
„Du bist lächerlich wach für diese Stunde am Morgen", murmelte Amaya und trank ihren restlichen Tee aus. Und wünschte fast sofort, dass sie diese Worte zurücknehmen konnte. Wenn Huojin richtig lag, und sie hatte noch keinen Grund gehabt an ihm zu zweifeln, dann konnte Lee vielleicht ihre sanfte Neckerei nicht als solche erkennen.
Wie der Sohn eines Nördlichen Häuptlings, der als einfaches Stammesmitglied des Südens durchzugehen versucht. Es ist ein Wunder, dass er bisher noch nicht entdeckt wurde.
Nein. Es war kein Wunder, nicht nach dem was sie bisher von Lee gesehen hatte. Schiere, unnachgiebige Anstrengung, von Intelligenz, Hartnäckigkeit und einem brennenden Lebensdrang genährt, das die besten ihrer Schützlinge auszeichnete.
„Feuerbändiger stehen mit der Sonne auf", sagte Lee, während er die Schriftrolle, die sie ihm geliehen hatte studierte, als ob er die Schärfe in ihrer Stimme nicht bemerkt hätte. „Die Mitternachtssonne ist die Hölle. Keiner kann schlafen. In der Polarnacht – darüber denkt man am besten nicht mal nach."
Amaya versuchte, nicht zu reagieren und prägte sich diese Fakten ein. Du warst bei den Polen. Mehr als ein Mal. Und du bist für gewöhnlich von Feuerbändigern umgeben. Was hast du bisher gemacht?
Sie sollte es nicht wissen wollen. Sie hatte es sich zur Gewohnheit gemacht, nichts von den Leuten zu wissen, ehe sie zu ihr kamen. Aber keiner von ihnen war ein Bändiger gewesen.
Ich will es wissen. Du hast etwas Unmögliches geleistet. Wie?
Er warf ihr einen argwöhnischen Blick zu. „Ich dachte dass Wasserbändiger nicht während der Nacht wach sein müssen."
Hmm. Du bist auch neugierig. „Müssen wir auch nicht", gab Amaya zu. „Ich ziehe es vor, spät am Tag zu arbeiten, da meine Klienten oft vom Morgengrauen bis zum Abend arbeiten müssen und nur unregelmäßig frei haben. Und es ist auch für mich besser. Ich bin vielleicht eine Meisterheilerin, doch ich bin bei Weitem nicht die stärkste Wasserbändigerin. Ich ziehe aus dem Mond einen Vorteil, so oft ich kann für schwierigere Heilungen."
Etwas von der Anspannung wich aus Lees Schultern. „Man arbeitet um die Schwachpunkte herum. Ich weiß."
Amaya runzelte die Stirn. „Dein Onkel hält viel von deinen Talenten."
„Er ist gut. Ich – nicht einmal annähernd." Lee schaute nicht auf, Stimme still und beständig. Nicht wütend, wie sie es von einem jungen Mann seines Alters erwartet hätte, oder gar von einem jungen Feuerbändiger. Kaum ein Wispern der Resignation schwang in dem gleichmäßigen Fluss der Tatsachen mit.
Daran müssen wir arbeiten.
„Also, wenn sie normalerweise nicht so früh aufstehen, warum dann heute?" Jetzt blickte Lee auf, die einzelne Braue gehoben.
Direkt, aber nicht misstrauisch. Vielleicht waren seine Reflexe nicht so haarsträubend wie Huojin fürchtete. „Ich muss einen Hausbesuch machen", antwortete Amaya. „Und ich will sie überraschen."
...Und vielleicht hatte Huojin doch Recht und das eingebläute Misstrauen eines Kriegers wurden nur eisern unter Kontrolle gehalten. Unheimliche grüne Augen fixierten sie. Es war nicht das vertraute Blattgrün von Blau über dem Bernsteinbraun der Feuernation. Es war ein leidenschaftliches, smaragdgrünes Glühen, so unheimlich wie die Flammen im Palast des Erdkönigs. „Sie erwarten Schwierigkeiten", sagte Lee ruhig.
Amaya holte Luft und schüttelte den Kopf. „Ich bin mir nicht sicher was ich erwarte." Was ist es nur mit diesem Jungen? Ich stand dem jungen Arnook gegenüber, als er nicht viel älter war, als er jetzt. Und wir wussten alle, dass er dazu erzogen wurde, um eines Tages Häuptling zu werden.
Häuptling, ja. Ein Anführer von Männern im Krieg, sicher. Doch sie alle hofften, dass die Feuernation ihre Lektion vor Jahrzehnten gelernt hatte und niemals zurückkehren würde. Doch Lee war mehr als das.
Feuer ist das Element der Macht.
Selbst im Schatten des Wassers getränkt, brannte Lee.
„Wie ist die Situation?", fragte der junge Mann, Ungeduld drang in seine Stimme.
„Ich ziehe es vor, es dir nicht zu sagen", sagte Amaya einfach. Sie zog eine dunkle Augenbraue hoch, ehe er den Mund öffnen konnte. „Etwas geht vor und ich habe noch nicht herausfinden können, was. Es kann nur einfach eine Reihe von Unfällen sein. Aber es gab so viele in den vergangenen Monaten." Sie hielt bewusst inne. „Es könnte Böswilligkeit im Spiel sein. Alles was ich von meiner Ausbildung weiß, alles was ich über diese Leute weiß, sagt, dass das nicht sein kann. Aber ich könnte mich irren." Sie tippte sanft einen Finger auf den Tisch. „Ich hätte gerne ein Paar frischer Augen dabei. Für den Fall, dass Freundschaft mein Urteilsvermögen trübt. Musst du mehr wissen?"
Er errötete etwas und senkte den Kopf. „Nein, Meister Amaya."
Amaya lächelte still. Er war ein Jugendlicher mit der Arroganz des Adels in seinen Knochen... doch Mushi hatte ihm zumindest Manieren beigebracht. „Madam Meixiang ist eine deiner Leute. Sie ist mit Professor Tingzhe Wen verheiratet. Ein Erdbändiger, Archäologe und Historiker an der Universität von Ba Sing Se."
„Weiß er es?" Lee fing ihren Blick auf und sah zur Seite. „... Tut mir Leid."
Es war eine vernünftige Frage. „Er weiß es", nickte Amaya. „Nicht dass es ihn kümmert. Ich glaube, Tingzhe beachtet nichts, was nach dem Tod von Avatar Kyoshi geschehen ist. Meixiang muss ihn daran erinnern, wann ihre Kinder Geburtstag haben." Sie schmunzelte, schüttelte ihren Kopf über eine Erinnerung. „Als Jinhai auf die Welt kam, mussten Tingzhes Studenten ihn aus der Sektion der seltenen Schriftrollen der Bücherei zerren! Er suchte dieses Stück Korrespondenz von noch jemanden, der die Avatare erforscht hatte. Wissen die Geister warum. Ich dachte, die Feuernation macht sich wegen lebender Avatare sorgen, nicht wegen der toten."
Keine Reaktion. Nicht einmal ein Zucken. Es war sogar eine so sorgfältige Nicht-Reaktion, dass es sie überraschte.
Weswegen das denn?
„Sie haben Kinder?", fragte Lee misstrauisch.
„Vier", sagte Amaya und erhob sich. Ich will dich noch so viel fragen. Ich wünschte, es müsste nicht warten. „Sie kennen die Geschichte ihrer Mutter nicht. Es ist sicherer so. Den Rest erzähle ich dir auf dem Weg."
(Zuko, Amaya/ Haus der Familie Wen/ Ba Sing Se)
Ein hübsches Haus, dachte Zuko, es gedanklich mit anderen Behausungen des Erdkönigreichs vergleichend, die er gesehen hatte. Es war kein Palast, bei Weitem nicht, es war noch nicht einmal wirklich groß. Doch der Mittlere Ring übertraf den Unteren ohne Schwierigkeiten, was ruhigen Stil anging. „Warum leben sie nicht hier oben?"
„Die meisten, die mich brauchen, werden nie den Unteren Ring verlassen", sagte Amaya leise. „Würde Meixiang Tinzhe nicht lieben, bezweifle ich, ob sie jemals fortgegangen wäre. Es ist für deine Verwandten nicht leicht, sich einzufügen." Blaue Augen betrachteten ihn. „Ergeht es dir gut?"
Ich werde wegen Pflichtversäumnis und Verrat gesucht. Meine Schwester will mich tot sehen. Und die Geister haben es so hingedreht, dass die gesamte Feuernation meinen Tod wollen wird. Wie soll es mir da schon gehen? „Es ist schon in Ordnung", presste Zuko heraus. „Ich habe immer noch Onkel und..."
Ich bin ein Wasserbändiger. Verzweiflung öffnete sich, wie ein schwarzer Abgrund, der danach hungerte, ihn zu verschlingen. Ich habe niemanden.
… Nein. Er klammerte sich an Hoffnung, so wie Onkel es von ihm gewollt hätte, selbst, als der Versuch Mitgefühl zu hegen, ihn bis in die Knochen schmerzte. Er sagte, dass er mich nicht hasst. Selbst nachdem er denkt – nach Mutter –
Es ist Onkel. Er wird mich nicht fort schicken. Niemals.
Wenn er sich doch nur sicher sein könnte.
„Ich habe immer noch Onkel", wiederholte Zuko leise. „Ich denke, die meisten, die es bis hierher schaffen, haben nicht so viel Glück."
„Manche nicht, nein." Amaya runzelte die Stirn, über etwas nachdenkend. Dann schüttelte sie es ab und bedeutete ihm, ihr zu folgen, als sie an die Tür klopfte.
„Amaya?" Eine Frau mittleren Alters antwortete, trotz der frühen Stunde tadellos gekleidet. „Oh, bin ich froh, dass du hier bist... warum bist du eigentlich hier?"
„Ich möchte dir meinen neuen Lehrling vorstellen, Lee", sagte Amaya forsch. „Wer ist verletzt?"
„Suyin", antwortete Meixiang und trat beiseite, so dass sie herein konnten. „Sie war heute mit dem Frühstück dran. Ich habe ihr gesagt, vorsichtig zu sein, aber sie ist nun mal in diesem schwierigen Alter..."
Zuko lauschte mit halbem Ohr, und schaute sich um, ob ihm etwas Ungewöhnliches auffiel. Nicht, dass er eine Ahnung hätte, was im Haus eines Professors des Erdkönigreichs ungewöhnlich wäre. Etwas, auf das er Amaya auf dem Weg hierher aufmerksam gemacht hatte.
Aber sie hatte ihn darum gebeten. Er musste es wenigstens versuchen.
Suyin ist die jüngere Tochter, entsann er sich von Amayas Instruktion. Dreizehn, keine Bändigerin. Die ältere Schwester, Jia, ist eine gute Bändigerin, versucht aber es zu verbergen, weil es hier nicht ladylike ist. Sie wird größtenteils von ihrem Vater ausgebildet. Sie pendelt, weil sie eine Studentin an der Universität von Ba Sing Se ist, genau wie ihr älterer Bruder, Min. Er ist sechzehn und erhält offizielles Training und darüber macht sich Amaya Sorgen. Die Armee wäre eine Sache, aber wenn der Dai Li ihn als Rekruten will... er hat es ein paar Mal erwähnt und die Familie nimmt das nicht gut auf.
Und dann war da noch Jinhai. Zugegeben, er wusste gar nichts über normale Familien, doch er erinnerte sich an Zeit, die er mit Lu Ten verbracht hatte. Jugendliche und ein Sechsjähriger waren nicht immer eine gute Mischung –
Zuko runzelte die Stirn und lehnte sich näher zu dem bemalten Wandschirm, der halb gefaltet im Eingangsbereich stand und die Sicht auf die Steintreppe in den ersten Stock blockierte. Waren das Funkenlöcher, halb verborgen im Schwarz von Katzen-Eulen-Federn?
Für Funken ist das ziemlich weit von der Küche weg. Selbst wenn sie eine offene Feuerstelle anstatt dieses Ofens benutzen würden.
Und doch wurden seine suchenden Finger von Ruß befleckt, weit unterhalb der Höhe in der man eine Kerze tragen würde.
Zumindest ein Erwachsener, erinnerte sich Zuko. Als du sechs warst, musstest du eine Kerze tragen. Und das war demütigend wie die Hölle gewesen, für jemanden, der von Sozins Linie abstammte. Er hatte gelernt ohne Kerzen auszukommen, wann immer es möglich war. Er hatte seitdem ständig geübt sich lautlos im Dunkeln zu bewegen –
Jinhai ist sechs.
Suyin hat sich verbrannt.
Funken, wo keine sein sollten.
Nein. Das konnte nicht sein. Das hier war die Familie eines Erdbändigers.
Mit zusammen gekniffenen Augen suchte Zuko.
„Wonach suchst du?"
Suyins Arm war geheilt, doch ihre dunkelgrünen Augen waren misstrauisch, während ihre Mutter und Amaya sich unterhielten, als Meixiang den Frühstücksreis vor dem Verbrennen rettete. Jung wie sie war, gab Suyin ihm trotzdem einen abwägenden Blick, der ihn merkwürdigerweise an Leutnant Jee nach dem Sturm erinnerte.
„Ich weiß es, wenn ich es sehe", sagte Zuko ruhig und ging in die Hocke um das Haus mehr von der Höhe eines Sechsjährigen zu betrachten. Ich hoffe nur, dass ich es nicht sehe.
Dort. Ein Stück der Wand war etwas blasser als der Rest. Ein gleichmäßiger, rechteckiger Streifen, als ob die Bildrolle daneben nur ein kleines Bisschen zur Seite gerückt worden war...
Das Papier zur Seite geschoben, starrte er kleine, rußgeschwärzte Fingerabdrücke an.
Verdammt.
„Wenn du nicht weißt, was du suchst, wie willst du wissen, dass du es findest?" Suyin lächelte tapfer, eine Hand auf seinem Arm. „Hast du schon gegessen? Wir haben eine echt gute Erdnussoße –"
„Suyin", sagte Zuko eindringlich, „wo ist Jinhai?"
Sie fing sich schnell wieder, das musste er ihr lassen. „Er war vor ein paar Minuten erst hier – Er ist immer so eine Nervensäge in der Küche, dabei weiß er doch, dass er eigentlich warten soll, bis das Essen fertig ist..." Sie schaute in seine Augen und schluckte hart.
„Er war da", fuhr Zuko fort, mit leiser Stimme. „Als das mit deinem Arm passiert ist."
„Ich – war nicht bei der Sache." Sie trat ihm tapfer gegenüber, wie eine Schildkröten-Enten Mutter vor ihrer Brut. „Es war ein Unfall."
Du weißt es. Und wenn sie von ihrem Bruder wusste, was wusste sie nicht? „Unfälle können schlimmer werden, wenn jemand nicht weiß, was er tut", sagte Zuko schlicht. Mit einer Anstrengung des Willens hielt er seine Hände davon ab zu zittern. Je mehr Leute es wissen, desto größer wird die Gefahr. Aber diese Leute hier sind mein Volk. Selbst wenn sie es nicht wissen. „Suyin, ich kann helfen."
Suyin holte überrascht Luft und die Aufmerksamkeit ihrer Mutter fuhr zu ihnen herum. „Was ist los?", fragte Meixiang.
„Meister Amaya." Zuko versuchte nicht einmal seinen Gesichtsausdruck sanfter zu machen. „Wir haben ein Problem."
„Wo steckt er?", hallte es die Stufen herab. Eine junge, männliche Stimme, und sauer.
Ein unverständliches Stöhnen folgte zu ihnen hinab. Jia, folgerte Zuko, von den halb hörbaren Verwünschungen über idiotische ältere Brüder, die nicht wussten, wann sie still sein sollten.
„Versuch nicht, ihn da rauszureden! Nicht dafür!" Halb rasiert, eine Uniform der Universität übergeworfen, fuchtelte Min mit einem beschriebenen Blatt Papier, das jetzt freigiebig mit frischer Tinte bekleckert war. Steine knackten unter seinen Füßen, als er herunter stampfte, und die Stufen schief hingedrückt wurden. „Meine Unterrichtsnotizen! Weißt du eigentlich, wie lange es dauert, die noch mal abzuschreiben?"
Weißt du eigentlich, wie lange es dauert, diese Stufen wieder gerade zu rücken?, dachte Zuko trocken, eine Hand am Wasserschlauch um ihn aufzuwärmen. Es mit einem verärgerten Erdbändiger ohne Feuerbändigen und ohne seinem Dao aufzunehmen war heute nicht auf seiner Liste der Vergnügen.
„Min, die Treppe!", ermahnte Meixiang scharf.
„Zum Henker mit der Treppe! Diesmal lasse ich es ihm nicht durchgehen –" Min hielt abrupt an, als er endlich einen guten Blick auf Zukos Gesicht hatte. „Wer bist du denn?"
„Ich gehöre zu ihr", sagte Zuko beherrscht und nickte zu Amaya hinüber, während er die Wut, die Art, wie die Steine in merkwürdigen Richtungen standen und das Fehlen jeglicher balancierten Haltung erfasste. Er ist ausgebildet, aber nicht erfahren. Verhalte dich ruhig und verliere nicht den Kopf. Er wendete sich Suyin zu. „Er hat wahrscheinlich auch Angst. Ich weiß wie das ist." Und zwar in doppelter Ausführung. Irgendwer hasst mich.
Suyin erbleichte etwas, nickte jedoch. „Was willst du machen?"
Zuko versuchte zu lächeln. Es war wahrscheinlich nicht sehr beruhigend. „Zuerst beenden wir die Unfälle."
„Unfälle?" Mins Augen zogen sich zusammen und er rauschte in die Küche, ein Wink seiner Hand riss die Falltür auf, die in den Lagerkeller führte. „Na schön, du Bengel. Jetzt war es das mit dem netten großen Bruder."
Du willst ihn in die Ecke drängen, einen – Oh, du Idiot!
Zuko war schnell genug, um die Falltür zu fangen, ehe sie wieder zufallen konnte. Doch die dünne Steinschicht auf Holz riss mit mehr als ihrem eigenen Gewicht nach unten. Min wollte offenbar ungestört sein.
Ausatmen und ein Faustschlag.
Stein und Holz zerschmetterten.
...Ups.
Er sprang durch die Öffnung zu der Treppe hinunter, rechtzeitig, um zu sehen, wie Min einen von Tränen überströmten, braunhaarigen Jungen hinter Tonkrügen voller Reis hervor zerrte.
„Lass mich los!" Jinhai wand sich, verdrehte seinen Arm. „Ich habs nicht gewollt. Es tut mir Leid!"
„Du versteckst dich jetzt nicht mehr", sagte Min grimmig. Er packte den Jungen am Kragen seiner Robe und schüttelte ihn, dass ihm die Zähne klapperten. „Du hast ein paar hinter die Löffel verdient. Papa hätte das schon vor Wochen machen sollen."
Nein!
Jinhai riss die Arme vor sein Gesicht und Funken sprühten.
Zuko landete in einer Hocke auf dem Boden des Kellers, schwang die Hände vor um sie abzulenken und drückte flache Hände nach unten.
Jeder einzelne Funke erlosch.
Min hatte den Jungen fallen lassen und wich mit einem Ausdruck blanken Entsetzens vor ihm zurück. „Du – du bist –"
Zu seinem großen Bruder hoch schauend brach Jinhai erneut in Tränen aus.
„Arschloch", knirschte Zuko. Er trat in einer fließenden Bewegung um Min herum und fing Jinhai, ehe er sich wieder verkriechen konnte. „Schon gut. Schhh." Er hielt ihn fest und rieb den Rücken des zitternden Jungen. So wie Ursa es vor so vielen Jahren getan hatte. „Tief durchatmen. Es wird alles gut."
„Wer bist du?", schniefte Jinhai.
„Ich bin Lee", antwortete Zuko. „Amayas Lehrling. Reden wir mit deiner Mama, okay? Ich bin mir sicher, sie will sehen, dass es allen gut geht."
„Es wird alles gut?", stotterte Min. „Er ist ein – ein –"
„Feuerbändiger", sagte Suyin geradeheraus. „Hast ja lange genug gebraucht, da durchzusteigen."
„Du hast es gewusst?"
Zuko trug Jinhai hinauf, seiner offensichtlich fähigen Verbündeten die Ablenkung Mins überlassend und übergab den Jungen an eine blasse Meixiang. Doch das war nicht so einfach wie er dachte. Der Junge schien nicht loslassen zu wollen. „Er ist unverletzt", berichtete Zuko. „Aber er muss Kontrolle lernen. Oder jemand wird etwas sehen, das Suyin nicht verbergen kann."
Jinhai vergrub den Kopf in der Robe seiner Mutter. „Ich hab es nicht gewollt."
„Das weiß ich doch, mein Liebling", sagte Meixiang leise. „Du hast nichts falsch gemacht. Mami ist nur … überrascht." Sie schaute zwischen Zuko und Amaya hin und her. „Er ist sechs!"
„Es geschieht manchmal." Zuko hob die Schultern. Und hielt zurück, Ich war acht. Prinz Zukos spät erblühtes Feuerbändigen trieb immer noch in den Strömungen der bösartigen Gerüchteküche der Adeligen, selbst wenn es nicht annähernd so saftig war wie seine Narbe. Es gab keinen Grund Azula noch Hinweise zu liefern.
„Wie zur Hölle ist es überhaupt passiert?" Min kam die Treppe aus dem Keller hoch gestapft und Suyin rollte die Augen hinter ihm.
„Min Wen, hüte deine Zunge!", befahl Meixiang. „So etwas mag unter den jungen Idioten an der Universität durchgehen, aber es ist in diesem Haus nicht angemessen!"
„... Tschuldige Mama." Min sah nur für einen Moment lang beschämt aus. „Aber wie? Wir sind Bürger von Ba Sing Se! Papa ist ein Erdbändiger!"
„Und Mama ist ein Flüchtling aus dem Krieg", platzte Suyin heraus. „Denk doch mal scharf nach, Min."
Meixiang starrte ihre Tochter an. „Du weißt es?"
„Jia hat mir geholfen, es auszuknobeln", sagte Suyin schüchtern. „Du erzählst nicht viel von Draußen und wenn doch, dann sagst du immer, dass du von weit weg her bist. Du kennst wirklich viele Leute die wie Lee aussehen. Und als plötzlich das mit Jinhai passiert ist..." Sie zuckte mit den Schultern.
„Aber das kannst du nicht sein", sagte Min, perplex. „Nicht eine von denen."
„Gute Menschen kann man überall finden, Min", sagte Amaya ruhig. „Egal welcher Nation sie angehören. Oder was ihr Element ist." Sie blickte Zuko abschätzend an. „Kannst du ihn unterrichten?"
„Es wird etwas Zeit brauchen. Ein Feuer zu löschen ist schwieriger, als eines zu entfachen", sagte Zuko ehrlich. „Ja. Das kann ich."
Jinhai hob seinen Kopf in der Umarmung seiner Mutter, gerade genug, um ihn mit weit aufgerissenen Augen anzustarren. „Du hast es ausgemacht!"
„Ja, das hat er." Amaya lächelte. Dann schaute sie Meixiang ernst an. „Du solltest dich mit deinem Ehemann unterhalten und mich wissen lassen, was ihr entscheidet. Lee ist mein Lehrling. Wenn er zusätzlich jemanden unterrichten muss, müssen wir einen Zeitplan ausarbeiten."
„Was soll den ein Feuerbändiger von einem Wasserbändiger schon lernen?", sagte Min säuerlich.
Du hast noch nie gegen ein anderes Element gekämpft, oder? Geister, ich hoffe, jemand trainiert dich, ehe du das machst. Sonst bist du Fischfutter. „Das Heilen", sagte Zuko knapp. „Nicht alle von uns wollen Leute umbringen. Feuerbändiger machen Glas. Bearbeiten Stahl. Sie machen vieles, das nicht der Krieg ist." Doch die Befehle des Feuerlords haben viele Menschen von selbst dem weggeholt.
Es war nicht richtig. Es war der Wille seines Vaters, doch – es war falsch, dass andere Nationen von Feuerbändigern nichts anderes wussten, als Mord und Totschlag.
Min drückte die Hände an den Kopf, als ob er üble Kopfschmerzen aufhalten wollte. „Das ist verrückt."
Zuko verbarg ein Grinsen. Willkommen in meinem Leben.
(Amaya, Zuko/ Amayas Klinik/ Ba Sing Se)
Die Tür der Klinik geschlossen, lehnte Lee den Kopf gegen das Holz, nur für einen Moment. Er seufzte lautlos und richtete sich wieder auf. „Sind wir fertig?"
Beherrschte Stimme. Ausgewogene Haltung. Man würde nie erraten, dass er einen Tag hinter sich hat, der die meisten jungen Männer total fertig machen würde. Amaya studierte ihren Lehrling. Und ich glaube das ist nicht vorgespielt. Er hortet seine Kraft nicht, nein – aber er gebraucht sie Maßen. Vorsichtig. Gerade genug, um den Job zu erledigen und immer noch auf den Beinen zu bleiben.
Mushi sagte, dass er kein Soldat war. Doch Lee hatte die gleiche stählerne Disziplin wie sie es in den besten Erdbändigern gesehen hatte, die von der Äußeren Mauer zurück kamen.
Und da ist noch etwas mehr. Sie legte den Kopf schief, versuchte es zu erfassen. Die Erdbändiger sind Teil einer Einheit. Sie sind immer sicher, dass jemand da ist um ihnen Unterstützung zu geben. Sie zu retten... oder zumindest, um sie zu rächen. Lee ist nicht so.
Für Lee gibt es keine Unterstützung.
Sie konnte noch immer den Flammenbogen sehen, der auf sie zuraste, brennendes Orange, ehe Mushi ihn zur Seite geschoben hatte, in Rauch und flimmernde heiße Luft. Doch sie konnte nicht länger zornig sein. Nicht nachdem er ihr alles gegeben hatte, wonach sie verlangt hatte, den ganzen Tag lang mit Leuten, die selbst ihre Nerven strapazierten und zurück hielt, was wahrscheinlich bissige Bemerkungen waren. Und das alles mit einer Professionalität eines Soldaten mit einer unangenehmen aber notwendigen Aufgabe. Nicht nachdem sie ihn mit Jinhai gesehen hatte.
Ich will immer noch wissen, wie er diese Falltür aufgebrochen hat. Er hat nichts gebändigt. Oder doch?
„Es gibt noch eine Angelegenheit in der ich deine Unterstützung brauche." Amaya zeigte zu einen der Wartestühle. „Setze dich."
„Warum?", fragte Lee argwöhnisch, gehorchte aber.
„Ich will deine Augen untersuchen."
Ah. Weiße Knöchel waren sorgfältig in seinen Ärmeln verborgen. „Es ist eine Narbe. Das kann man nicht heilen."
Und das war so nah an fahr doch zur Hölle wie er den ganzen Tag gekommen war. Also steckt da doch ein Jugendlicher drin, dachte Amaya mit trockenem Humor. Ich hatte mich schon gefragt. „Die Oberfläche nicht. Du wirst dieses Mal immer tragen. Aber darunter – der Körper versucht über Jahre hinweg zu heilen. Irgendetwas sollte noch immer nachgeben." Sie warf ihm einen direkten Blick zu. „Huojin sagte mir dass du gut mit dem Dao umgehen kannst. Er muss mir nicht erst erklären, was diese Wunde wahrscheinlich mit deiner peripheren Sicht angerichtet hat. Lass mich sehen, ob ich da etwas machen kann."
„...Was muss ich tun?"
„Sitze still und halte dein Auge geschlossen. Das wird etwas kribbeln." Hand in Wasser gehüllt, berührte Amaya von Narbenwülsten überzogenes Fleisch und hielt still. Wartete. Frische Wunden waren offensichtlich, wie ein verdreckter Sumpf von Störungen im Chi des Körpers, das an ihr zerrte, wie Treibsand. Narben waren subtiler. Sie fühlten sich an wie eine feine Sandschicht, die unter ihren Fingerspitzen hin und her wusch.
Da bist du.
Sie würde nie eine der großen Heilerinnen sein, würde nie eine tödliche Wunde schließen können, während ihr Patient an der Schwelle des Todes stand. Doch Narben brauchten keine Macht. Sie brauchten Geduld und Konzentration.
Stück für winziges Stück zupfte sie an immer noch heilendem Gewebe, drängte es, Kraft zu schöpften und heil zu werden. Sie bohrte ihre Aufmerksamkeit tiefer ins Blut und grub an der unteren Schicht der Narbe selbst.
Manchmal muss man etwas brechen, ehe man heilen kann.
Es war eine schwierige Arbeit. Und es war wahrscheinlich schmerzhafter als nur ein Kribbeln. Doch ihr Patient gab keinen Laut von sich.
Lass es so.
Amaya zog ihre Energie von seinem Blut zurück in heilendes Wasser. Sie glitt die Hand langsam über die Narbe und spürte den Sand an ihrem Chi reiben, als sie Fleisch wieder heilte. Dann hielt sie ihre Finger still, suchend und nickte. „Das sollte für heute Nacht ausreichen."
„Für heute Nacht?" Lee blinzelte sie an, als sie Wasser in ein Becken zurück gleiten ließ. „Sie wollen das wiederholen."
„Wenigstens eine Woche lang. Besser wären zwei Wochen. Langsam und geduldig, so geht man am Besten mit alten Wunden um. Merke dir das. Nein, bleib sitzen", fügte Amaya hinzu, ehe er aufstehen konnte. „Sicht beeinflusst dein Gleichgewicht. Lass dir etwas Zeit, dich daran zu gewöhnen." Sie schenkte ihm ein geduldiges Lächeln. „Vielleicht könntest du mir sagen, was genau du mit Meixiangs Kellertür angestellt hast?"
„Oh." Lee errötete. „Ich habe es etwas übertrieben."
„Die Steinsplitter waren ein Hinweis", sagte Amaya trocken. „Was hast du gemacht?"
„Geatmet", sagte Lee, ebenso trocken. Er betrachtete ihre gehobene Augenbraue und bewegte seine Schultern. „Statt es als Feuer hinaus zu drücken, behält man es innen. Es gibt einem ein wenig mehr Kraft, etwas mehr Geschwindigkeit." Noch ein halbes Achselnzucken. „Es ist nichts Großartiges."
„Du hast die Tür zerschmettert", legte Amaya dar.
Das Rot wurde dunkler. „Ich hätte wissen sollen, das sie nicht so stark wie Eisen sein würde", sagte Lee mit gesenkten Augen. „Sie sollten Onkel sehen. Er kann einfach nur schubsen, so sanft wie eine junge Katzen-Eule und man kommt erst nach zwanzig Metern zum Halten."
Amaya starrte.
Immer noch zu Boden schauend, bemerkte Lee es nicht. „Ich versuche, es nicht zu oft zu benutzen. Man sollte sich nicht darauf verlassen. Man kann nie wissen, wann jemand einem das Bändigen wegnimmt."
„Wann jemand was?" Amaya fuhr hoch, entsetzt. „Das Bändigen ist ein Geschenk der Geister!"
„Und das kann man nicht benutzen, wenn man sein Chi nicht bewegen kann." Lee sah sie jetzt an, verwirrt. „Gibt es keine speziellen Einsatztruppen in Ba Sing Se? Leute, die wissen, wie man das Chi blockiert?"
„Wenn es sie gäbe, dann hoffe ich doch, dass ich bis jetzt davon gehört hätte", sagte Amaya, sich schwindelig fühlend. „Jemand kann einem das Bändigen rauben? Für immer?"
Lee schüttelte seinen Kopf. „Nur für ein paar Stunden. Kommt darauf an, wie hart sie zuschlagen."
Amaya war übel. „Und du hast gesehen, wie so etwas passiert ist."
„So ähnlich", murmelte Lee. Eine Hand berührte fast einen der wichtigsten Chi-Meridiane an seiner Seite und zwang sie wieder nach unten um den Stuhl zu packen.
Nicht reagieren, sagte sich Amaya eindringlich. Es könnte immer noch eine vernünftige Erklärung dafür geben. „Kannst du die Symptome beschreiben? Ich hätte gerne gewusst, wonach ich Ausschau halten muss."
„Na schön..."
(Iroh, Zuko, Amaya/ Wohnung/ Ba Sing Se)
„Lady Amaya?" Iroh stellte eine Tasse Tee vor die Heilerin, die in ihrem Küchenstuhl saß, zitternd. „Es ist etwas spät für Lee, einkaufen zu gehen, egal wie sehr ich ihr Angebot, eine gebratene Ente mit uns zu teilen, schätze."
„Ausgangssperre ist erst in ein paar Stunden. Und seine Lizenz gibt ihm das Recht selbst danach auf der Straße zu sein, so lange er auf dem Weg zu einem Patienten oder nach Hause ist." Amaya umfasste die Tasse mit beiden Händen, als ob sie fröre. „Mushi... ihr Neffe wurde sabotiert."
Die Tasse an den Lippen, stoppte Iroh. Dann setzte er bedächtig die Tasse ab. „Bitte erklären sie das."
„Ich kann nicht glauben – Geister, wenn das das Kind ist, das ihr Bruder als Erbe haben will, was ist nur mit dem Mann los, er verdient es über Bord und den Leoparden-Haien zum Fraß vorgeworfen zu werden..." Amaya hielt inne, und atmete konzentriert aus, Zorn kühlte die Luft zu einem Nebelschleier. „Lees Schwester. Sie hat eine Freundin, die dieses Chi-Blockieren beherrscht?"
Ty Lee. „Ich kenne das Mädchen, von dem sie sprechen."
„Sie hat dieses Mädchen dazu gebracht, an Lee zu üben."
Wenn Porzellan in seiner Hand gewesen wäre, hätte er es zerbrochen.
„Das Merkwürdige daran ist, dass er dem Mädchen keinerlei Schuld gibt", sagte Amaya leise. „Seine Schwester hat sie darum gebeten, hat es notwendiges Training genannt und sie musste es tun. Selbst wenn sie es nicht wollte." Blaue Augen bettelten ihn an, verzweifelt, ihr zu sagen, dass es nicht wahr sei.
Iroh zuckte zusammen. „So wäre es gewesen, ja. Das Mädchen hätte sich nicht weigern können, ihre … Bitte zu erfüllen. Nicht ohne ernste Konsequenzen. Und dieses Mädchen hat sechs Schwestern an die sie denken muss, und die alle in Gefahr gewesen wären." Er rang die Wut nieder. „Wie oft? Wie lange?" Wie viel Schaden hat sie angerichtet, von dem ich keine Möglichkeit hatte ihn zu sehen?
„Was für Konsequenzen, Mushi?", verlangte Amaya zu wissen. „Was um alles in der Welt ist Grund genug, dass sie und Lee glauben, dass es keine Rolle spielt, dass sie ihm weh getan hat?"
„Es spielt eine Rolle", sagte Iroh direkt. „Es spielt eine sehr große Rolle. Doch Lee hätte nie den Tod der Schwestern des Mädchens gewünscht für ihre Weigerung."
Blass fiel Amaya in ihren Stuhl zurück. „Tod." Sie schluckte. „Lees Schwester könnte –"
„Sie umbringen?", beendete Iroh den Satz. „Sie alle? Ja. Das könnte sie. Sie hat solche Dinge getan." Selbst während er die Welt bereist hatte, hatte er sich über die königliche Familie auf dem Laufenden gehalten. Seinen Kontakte in der Armee war es vielleicht höchst unangenehm gewesen, Neuigkeiten über Azulas Handlungen weiterzugeben, doch sie respektierten ihn genug, um ihm die Wahrheit zu sagen. Und offen gestanden, eine Wache auf den Stufen des Palastes für Respektlosigkeit zu verbrennen war nicht etwas, das unter den Teppich gekehrt werden konnte. „Sagen sie mir was sie mit Sabotage meinen. Lees Schwester hätte ihn nicht während seines Trainings blockieren lassen. Dafür ist sie viel zu schlau", beendete er, halb zu sich selbst.
„Nicht... während seines offiziellen Trainings." Amaya hielt ihre Stimme leise, obwohl Tränen darin mitschwangen. „Sie … arrangierte, dass es danach passierte. Nicht immer. Aber oft genug, dass er Techniken erwähnte, die er vermeidet zu benutzen, denn wenn das Bändigen mitten drin abgeschnitten wird..." Dunkle Finger ballten sich auf dem Tisch in ungeübte Fäuste. „Sie hat ihn gefoltert, Mushi. Ihren eigenen Bruder." Blaue Augen glitzerten, wütend und schmerzhaft enttäuscht. „Und sie überrascht das nicht einmal."
Iroh neigte den Kopf, die Rüge akzeptierend. Und die Schuld. „Ich kann nur sagen, dass, wie mein Bruder, sie sehr schlau darin ist, die wahre Natur ihrer Handlungen zu verbergen", sagte er leise. „Ich ließ einen schüchternen, glücklichen achtjährigen Jungen zurück, der gerade lernte zu Bändigen und war sicher, dass sein Vater ihn endlich zu lieben lernen würde. Ich kehrte zurück und fand, dass Lees Mutter verschwunden war, seine Schwester in allem, nur dem Namen nach noch nicht, Erbin war und Lee selbst ein zorniger Elfjähriger, dessen Fähigkeiten..." Er konnte es nicht sagen.
„Sabotiert waren." Amaya packte ihre Tasse, entsetzter Unglaube in ihrem Gesicht geschrieben. „Wie konnte sein Vater das zulassen?"
„Ich bezweifle, dass er es wusste", sagte Iroh trocken. „Mein Bruder zog sie vor, ja, doch zuzulassen, dass Lee so beschämend schwach wäre? Nein. Das hätte er niemals erlaubt." Er lachte ein leises, bitteres Lachen. „Es erklärt so vieles. Warum Lee sich so außerordentlich verbessert hat, nachdem wir fortgegangen waren zum einen." Und warum er sich so sehr bemüht hat, zu lernen sich ungesehen zu bewegen.
„Glauben sie wirklich, dass ein sechs Jahre altes Mädchen so etwas planen konnte?"
„Einen Kurs zu planen, der sie als Erbin bestätigt und Lee übergangen sehen würde?", sagte Iroh kalt. „Das glaube ich. Wir sind talentiert darin, Langzeitstrategien zu planen. Es liegt uns im Blut. Von den Briefen, die Lees Mutter mir schickte, hat sie jenes Mädchen und ihre Gefährtin innerhalb einer Woche nach dem sie sich in der Schule kennenlernten, befreundet. Und glauben sie mir, Lees Schwester sieht keinen Grund, Freundschaften zu schließen." Er runzelte die Stirn, blickte in die Erinnerung zurück. „Doch sie konnte nicht direkt gehandelt haben, bis Lee neun Jahre alt war. Die Mädchen aus jener Familie werden keine Chi-Blocks gelehrt, die potent genug sind, um einen Feuerbändiger aufzuhalten, bis sie wenigstens sieben sind."
„Und sie sind nicht einmal überrascht." Schmerz schwang in Amayas Stimme. „Tui und La, warum haben sie den Jungen nicht genommen und –" Sie unterbrach sich selbst, eine Hand an den Lippen, um den Horror zurück zu halten.
„Einen loyalen Feuerbändiger von seinem Vater wegholen?", sagte Iroh leise. „Wenn ich das nur hätte tun können." Er seufzte. „Hätte ich geglaubt, dass wir die Flucht überleben würden – ja. Ich hätte Lee vor Jahren unter Drogen gesetzt und wäre mit ihm verschwunden. Doch wir wären gejagt worden, bis zum Ende der Welt. Ich wählte einen langsameren Weg. Und ich werde das nicht bereuen. Das Heilen zu wählen, anstatt Krieg zu führen – Lees Vater würde das niemals gut heißen. Er weiß das. Und doch hat er sich entschlossen unter ihnen zu lernen. Und das ist das hoffnungsvollste Zeichen das ich seit einiger Zeit gesehen habe." Iroh faltete die Hände vor ihm, betrachtete sie todernst. „Es gibt ein Geheimnis, von dem nur wenige wissen, Lady Amaya. Doch ich glaube, sie werden es weise verwenden. Die Loyalität zu brechen, unvermittelt und plötzlich – das ist fatal. Doch an ihr zu nagen, langsam, und an ihrer Statt eine andere, stärkere Loyalität zu nähren... das kann man überleben. Selbst ein Feuerbändiger."
Die Heilerin setzte sich auf, es aufnehmend. „Sie sind sich da sicher."
„Das bin ich", nickte Iroh.
„Sie sagten, sie waren Azulon gegenüber loyal."
„Das war ich", gab Iroh zu. „Bis ich gezwungen war, zwischen den Anordnungen des Feuerlords und den Leben der Männer unter meinem Kommando zu entscheiden." Er schmunzelte, halb bedauernd, halb belustigt. „Ich gestehe, es überraschte mich. Ich hatte nicht erkannt, wie tief wir miteinander verbunden waren." Er hob die Schultern. „Ich hatte Glück. Jemand erkannte, dass ich krank war und warum. Und verriet mich nicht." Erst später hatte er erfahren, welche beachtlichen Fähigkeiten in Pai Sho sein Gehilfe Toushirou verborgen hatte.
„Lee weiß das nicht." Es war keine Frage.
„Nein", gestand Iroh leise. „Sagen sie es ihm nicht. Lees Wahl ist schwerer, als es für sie sicher ist zu erfahren. Wenn wir Glück haben, entwickeln sich die Umstände zu unseren Gunsten."
„Ihr Neffe scheint nicht auf das Glück zu vertrauen", stellte Amaya klar.
„Wenn das Schicksal uns so schlimm mitspielt, muss er seine Wahl treffen, weil sie richtig ist", sagte Iroh schwer. „Ich tue was ich kann, um sicher zu stellen, dass er überlebt." Er schenkte ihr ein verschwörerisches Lächeln. „Jedoch, was sie auch tun um ihm Bindungen zu diesem Leben zu geben, statt zu jenem, das wir zurück ließen, kann nur helfen."
„Es dürfte sie überraschen", etwas Farbe war in ihr Gesicht zurückgekehrt, wie auch ein Schimmer verschmitzten Humors, „er scheint das auch alleine ganz gut zustande zu bekommen."
„Oh?" Iroh hob eine neugierige Augenbraue.
Es klopfte an der Tür. „Ich bin wieder da", Zukos Stimme drang hindurch, ehe er die Tür öffnete. Er trat ein, das eingewickelte Fleisch in der Hand und schaute sie beide an. „Stimmt etwas nicht?"
„Ganz und gar nicht." Amaya lächelte und nahm ihre Hälfte der Ente an. „Ich sagte deinem Onkel nur, dass ihr über Jinhai reden solltet. Gute Nacht."
„Jinhai?", fragte Iroh, als sie gegangen war.
„Jinahi Wen", seufzte Zuko, während er die Ente zu dem schon gekochten Reis und dem Gemüse hinzu gab. „Sein Vater ist ein Professor an der Universität von Ba Sing Se. Und ein Erdbändiger. Genau wie sein älterer Bruder und eine seiner Schwestern. Seine Mutter ist eine von uns."
Eine von uns. Iroh lächelte, während er noch mehr Tee für das Essen einschenkte. Ihr wart immer unserem Volk loyal. „Und?"
Zuko warf ihm ein halbes Grinsen zu. „Jinhai ist sechs Jahre alt. Und er steht mit der Sonne auf."
Er verschüttete den Tee seines Neffen beinahe. Doch vielleicht setzte er den Teekessel etwas hastig ab. „Ein Feuerbändiger? Einer, der in Ba Sing Se zur Welt kam?"
„Ich kann ihm beibringen, Feuer zu löschen", sagte Zuko leise. „Sie haben gesehen, wie ich verhinderte, dass er unfreiwillig seinen Bruder verbrannte, sie wissen von mir. Sie wissen aber nicht von euch." Er biss die Zähne zusammen. „Aber ich weiß nicht, ob das für Jinhai fair ist."
„Ihr werdet euch gut schlagen", sagte Iroh fest. „Ihr kennt eure Grundlagen sehr gut. Gebt ihm eine feste Grundlage und alles andere wird folgen." Er lächelte. „Also wird mein Schüler zu einem Lehrer. Ich bin erfreut." Er seufzte. „Und besorgt. Ein Erdbändiger oder ein Wasserbändiger – jene könnten im Geheimen trainieren. Doch ein Feuerbändiger..."
„Früher oder später wird er die Beherrschung verlieren", stimmte Zuko grimmig zu. „Ich weiß. Aber ich kann ihn nicht einfach sich selbst überlassen."
„Natürlich könnt ihr das nicht", stimmte Iroh zu. Doch eure Schwester würde das tun. Ohne auch nur einen Herzschlag lang zu zögern.
„Er muss aus Ba Sing Se verschwinden", murmelte Zuko.
„Ah? Und wo sollte er hingehen?", zeigte Iroh auf. „Wo kann ein junger Feuerbändiger hin gehen und außerhalb der Reichweite des Krieges sein?"
„...Ich weiß es nicht."
„Esst", riet Iroh. „Genießen wir diese Ente und vielleicht kommt eine Antwort." Es war köstlich. Vielleicht konnte er Lady Amaya überzeugen noch eine mit ihnen zu teilen, in ein paar Tagen. So waren sie etwas billiger...
Bleib in diesem Moment.
Als die Knochen blank poliert waren, lehnte sich Iroh in seinem Stuhl zurück, während Zuko das Geschirr abräumte und einen verstohlenen, dampfenden Atem blies um das Spülwasser aufzuheizen. „Ein Feuerbändiger in Ba Sing Se." Der General im Ruhestand schüttelte seinen Kopf, sich über seinen eigenen fehlenden Weitblick amüsierend. „Ich hätte bedenken sollen, dass dies möglich ist, als wir von den Wasserbändigern im Nebelsumpf erfuhren. Er liegt im Erdkönigreich, doch scheint es, dass sie ein Wasserstamm sind. Wenn auch ein eigenartiger."
„Ja und? Geraten die Geister im Erdkönigreich durcheinander, oder was?" Zukos Brauen kletterten nach oben. „Warum ist es so seltsam, dass Jinhai hier geboren wurde? Es werden genug Feuerbändiger in den Kolonien geboren."
„Unter der Herrschaft der Feuernation", sagte Iroh sachlich. „Das Bändigen ist zum Teil der Weg unserer Seele die Welt um uns herum zu beeinflussen. Und das wird durch die Philosophie unserer Nation kanalisiert. Ba Sing Se ist das Herz des Erdkönigreiches. Jeder Bändiger, der hier zur Welt kommt, sollte von der Erde geboren sein."
„Dieses Mal, Onkel, liegen eure Philosophen völlig falsch", sagte Zuko düster, während er das Geschirr in heißes Wasser tauchte.
„Wie das?" Iroh beäugte neugierig seinen Neffen.
„Ich meine, wenn es nur die Philosophie wäre, wie könnte dann irgendwer überhaupt der Avatar sein?", sagte Zuko schnell. „Er muss in einer der vier Nationen geboren werden."
„Das ist wahr", gab Iroh zu. Doch das war es nicht, an das ihr gedacht habt. Er runzelte die Stirn. „Doch habe ich noch nie von einer Familie gehört in der zwei Elemente geboren wurden..." Er zögerte, ein altes Gerücht tauchte aus seiner Erinnerung auf. „Insel Kyoshi."
„Dort gibt es viele blaue Augen", erinnerte sich Zuko, die Arme verschränkt, als er das Geschirr im Wasser einweichen ließ. „Der Südliche Wasserstamm handelt dort oft, richtig?"
„Über Jahrhunderte hinweg. Und die Insel gehört weder ganz zum Erdkönigreich noch zum Territorium des Wasserstammes", sagte Iroh nachdenklich. „In der Vergangenheit haben sie sowohl Erdbändiger als auch Wasserbändiger ihre Heimat genannt."
„Ba Sing Se nimmt jeden auf, so lange man sich unauffällig verhält und keine Schwierigkeiten macht." Zukos Augen verengten sich. „Das ist nicht so wie ihr sagtet, dass Erde sein sollte."
„Nein", sagte Iroh düster. „Erde ist vielfältig. Stark. Nicht starr. Nicht strafend." Er sog den Dampf der aus seiner Teetasse aufstieg ein. „Also haben sie ihre Sicherheit mit ihren Idealen erkauft und sich selbst verloren."
„Weil hier mehr als ein Element geboren wird? Insel Kyoshi hat nicht aufgegeben wer sie sind", warf Zuko ein.
„Das ist wahr", murmelte Iroh, von dem eindringlichen, kraftvollen Glitzern in den grünen Augen gefangen. Wie das Feuer eines Drachen. „Genauso wenig wie Lady Amaya. Und auch wir nicht. Sich vor einer überwältigenden Übermacht zu verbergen, bedeutet nicht aufzugeben. Das ist Anpassungsfähigkeit. Durchhaltevermögen. Willenskraft." Er schmunzelte mit trockenem Humor. „Wasser, Erde und Feuer."
„Das ist nicht witzig", sagte Zuko düster. „Wenn jedes Element hier geboren werden kann..."
„Jinhai wird nicht der letzte sein." Iroh nickte, beunruhigt. „Und jene unseres Volkes, die glauben, dass sie hier sicher verborgen sind, sind es nicht." Er stoppte, als er den plötzlichen Kummer sah, der die Schultern seines Neffen herabsacken ließ. „Zuko?"
„Nicht jedes Element", sagte Zuko leise. „Hier gibt es keine Freiheit."
Und ohne Freiheit konnte Luft nie in einem Geist einziehen. „Nein", stimmte Iroh traurig zu. „Nicht hier..."
Grün traf auf grün und Augen weiteten sich. „Woanders", hauchte Zuko.
Iroh hob eine Augenbraue, ermunterte seinen Neffen schweigend weiter zu sprechen. Falls Zukos Gedanken dem gleichen Weg gefolgt waren wie seine – würde es nicht dem Willen Ozais folgen.
Und doch hat der Feuerlord nicht befohlen, dass Zuko es nicht tun könnte, dachte Iroh amüsiert. Und es würde unserem Volk helfen.
Wählt eure Schritte vorsichtig, Neffe. Bitte. Ihr steht zwischen euren Loyalitäten, selbst in diesem Moment.
„Was wenn es einen anderen Ort gäbe, den man aufsuchen könnte?", sagte Zuko langsam. „Irgendwo wo es – nicht sicher ist. Nirgendwo ist es sicher. Aber frei. Für alle Menschen."
„So einen Ort gibt es nicht", erklärte Iroh. Und hielt inne, für einen Herzschlag. „Noch nicht."
„Das wäre..." Zuko schluckte trocken. „Ein hartes Stück Arbeit."
„Hmm." Iroh strich durch seinen Bart, hielt seinen Gesichtsausdruck nur nachdenklich. „Ihr seid in Truppenbewegungen ausgebildet, Prinz Zuko."
„Ja, aber das ist –"
„Und darin Feldlager aufzubauen und ihr wisst wie man im Angesicht einer feindlichen Macht eine Evakuation durchführt."
„Ja, aber Onkel –"
„Und darin, was benötigt wird um eine neue Kolonie aufzubauen und dafür zu sorgen, dass sie gedeiht." Iroh warf ihm ein wissendes Lächeln zu.
Zuko zuckte zusammen. „Ihr wisst doch was mit Azula passiert ist."
„Ich weiß, dass wir relativ wenig Zeit hatten zu planen und ernsthafte Nachteile im Kampf hatten", sagte Iroh schlicht. „Und doch habt ihr unser Ziel erreicht. Wir überlebten, ebenso wie der Avatar und Azula hat ihn noch nicht."
„Ich habe euch beinahe verloren!"
„Dann müssen wir dieses mal sorgfältiger planen", sagte Iroh bestimmt. „Nun. Was ist die erste Information, die ihr benötigt um einen solchen Plan zu konstruieren?"
Zuko neigte den Kopf, dachte nach. „Einen Ort", sagte er schließlich, unsicher, als ob er nicht glauben konnte, dass er das sagte. „Was wir brauchen um dort hin zu kommen, wie wir dort hin gelangen, was wir brauchen werden, wenn wir dort sind – das alles hängt von dem wo ab."
„Ich glaube, ich habe ein paar Möglichkeiten vorzuschlagen", sagte Iroh sanft.
Zukos Augen weiteten sich. „Tatsächlich?"
Iroh strahlte.
Erschaffen wir eine neue Zuflucht.
(Zuko/ Wohnung/ Ba Sing Se)
In seinem Zimmer sitzend, mit einem Becher Wasser, hob Zuko eine Hand und ließ sie wieder sinken, studierte, wie Wasser mit ihr stieg und fiel. Es war leichter zu bewegen, es wollte sich bewegen, selbst in einem Becher gefangen. Schieben und Ziehen und Veränderung war ein Teil dessen was es war.
Doch auch wenn es leicht war es zu bewegen, zu wissen wann man selbst es bewegte war es nicht. Feuer war ein Schwert in seinen Händen. Wasser war – verdammt, Onkel konnte immer die richtigen Worte finden, warum konnte er das nicht?
Frustration ballte seine Hand in einer scharfen Bewegung. Wasser wand sich mit ihr, wieder und wieder, es kräuselte sich fester und fester, bis es in sich selbst kollabierte und in den Becher zurück platschte.
Wie ein Netz für einen Oktopus.
Das schwappende Wasser anstarrend, untersuchte Zuko den Gedanken. Drei Jahre auf einem Schiff. Er hatte seine eigenen Köder oft genug gefangen. Mit einem Netz... in einer fließenden Bewegung, die dem glich, was er von Kataras Bändigen gesehen hatte.
Sieh dein Ziel. Er fixierte einen Punkt in der Luft. Arrangiere die Falten. Eine Hand hielt es vorsichtig, die andere bereit, um es auszuwerfen –
Kühle glitt über seine Haut und er ließ beinahe alles fallen.
Halt! Schau es nicht an – schau nicht das Netz an. Schau zum Ziel. Halte es einfach. Und warte.
Und die ganze Zeit fühlten sich seine Hände an, also ob sie nass und gleichzeitig nicht nass wären. Geister, war das merkwürdig.
Und wirf es aus. Mit einem kleinen Schwung am Ende, für den er ewig gebraucht hatte um ihn zu meistern, gerade genug Drehmoment, um die beschwerten Ecken weit auszuwerfen, über den ahnungslosen Fischschwarm –
Wasser schnappte um Luft wie eine gläserne Fliegenfalle und er zog mit einem Ruck seiner Hände eine klare Blase zurück.
Es hat geklappt? Ungläubig hielt Zuko die Blase in einer Hand und stupste sie mit einem Finger an. Nass und dann trocken, innen. Er hatte sein Ziel gefangen, auch wenn es nur –
Pflatsch.
Zuko seufzte und wischte sich Wassertropfen vom Gesicht. Er holte vorsichtig die Hände zusammen, um die Pfütze vom Boden zu ziehen. Daran muss ich noch etwas feilen.
Eine Stunde später führte er eine Kugel dreckiges Wasser in den Abfluss und ließ es davon fließen. Er huschte in seinen eigenen Raum zurück, schloss die Schiebetür und ließ sich auf sein Bett fallen.
Ich habe es hingekriegt. Glaube ich.
Wasser war anders. Langsamer. Nicht so scharf wie die Bewegungen die man mit Feuer machen musste.
Als ob man rückwärts schreiben wollte.
Seine Augen flogen auf, starrten in die Dunkelheit. Rückwärts? Oder Linkshändig?
Der Rhythmus ist anders. Ziehen und Schieben, kein Herzschlag. Doch sie beide fließen. Wasser und das äußere Feuer.
Das bekomme ich hin.
Und wenn er mit dem Wasserbändigen zurecht kam... vielleicht, nur vielleicht war Onkel doch nicht hinter fliegenden Schweinen her.
Versuche nicht mal einen Ort für unser Volk zu finden. Es gibt keinen. Nirgendwo.
Also müssen wir einen erschaffen.
Oh Junge. Das war um einiges komplizierter, als Azula zu überfallen und es zu überleben.
Ich muss mir Notizen machen. Viele Notizen.
… Und zwar morgen.
Er schlief schon fast, ehe er noch die Decke hoch gezogen hatte.
Autor-Notizen: Ein paar Infos über Sozins Stil des Feuerbändigen und warum Zuko solche Probleme damit hat. Hier sind ein paar Löcher im Plot für euer Vergnügen. Warnung ein paar davon sind Spoiler...
An einem Punkt in der Serie sieht man einen unbenannten Avatar der Feuernation, in der Vergangenheit, wie er Vulkane zum Ausbrechen bringt. Was impliziert, dass er auch – hoffentlich – weiß, wie er sie aufhält. Man sieht auch, wie Kyoshi mit Lava arbeitet, als sie Insel Kyoshi vom Festland abtrennt.
Und doch weiß Roku nicht nur nicht, dass seine Insel ausbrechen wird, er wird auch dabei getötet.
Irgendwann zwischen Kyoshi und Roku muss ein essentieller Teil des Feuerbändigen verloren gegangen sein.
Kombiniert man das mit der Aussage der Urheber, dass 'Feuerlord' einst nur den Anführer der Feuerweisen bezeichnete. Doch in Sozins Zeit ist das offensichtlich nicht mehr so; er ist Kronprinz und es ist erblich. Und als er Roku mit dem Vulkan hilft, bändigt er die Lava nicht – er bändigt die Hitze heraus, um sie abzukühlen. Gibt man noch dazu, dass Kyoshi den Dai Li erschaffen hat. Und sie über zweihundert Jahre Avatar war, bleibt die Frage: Was hat sie sonst noch gemacht?
Ein paar Antworten werten in späteren Kapiteln auftauchen. Um es kurz zu sagen – in diesem AU, war der 'dunkelste Tag in der Geschichte der Feuernation' während einer Sonnenfinsternis. Doch die Sonnenfinsternis war das geringste ihrer Probleme. Und weshalb Zuko Probleme hat? Erinnert euch daran, was Iroh vor ein paar Kapiteln gesagt hat. Zuko geht mit Energie auf eine Art um, wie es die meisten Feuerbändiger nie tun. Zumindest nicht seit einer sehr langen Zeit nicht mehr.
Übersetzer-Notizen: Der Wikipedia sei Dank, dass es da eine Funktion gibt mit der man einzelne Artikel in anderen Sprachen aufrufen kann. Wenn ich einen Begriff nicht mit einem Lexikon so übersetzen kann, dass es einen Sinn ergibt, dann suche ich zuerst in der englischen Wiki und dann mache ich mich mit den deutschen Artikeln über das Thema so weit vertraut, dass ich mit einiger Sicherheit sagen kann, dass ich es richtig übersetze...
Wie zum Beispiel in diesem Kap mit 'polar summer' und 'polar winter'. Die Konzepte waren mir ja von Anfang an klar, aber die korrekte Terminologie im Deutschen kam nicht auf Anhieb.
