New York City
Manhattan, Soho
425 Broome Street

Leise Schritte und Stimmen weckten Kate, in Sekunden war der Cop in ihr wach. Sie blickte zu Richard und sah wie er tief und fest schlief. Kate beugte sich zu ihrem Nachtschränkchen und holte ihre Waffe heraus. Langsam stand sie auf und öffnete vorsichtig die Schlafzimmertür. Die Stimmen flüsterten unten im Wohnzimmer. Geschwind ging sie die Stufen nach unten und blickte in das große Wohnzimmer, doch niemand war da. Kate hielt ihre Waffe schussbereit, langsam lief sie um die Ecke und blickte zur Küche. Jetzt höre sie deutlich die Stimmen und musste über sich lachen.
„ Oma, denkst du sie schlafen schon?" fragte Alexis leise und goss sich Wasser in ihr Glas. „ Ich denke schon." antwortete sie grinsend und blickte zu den herumliegenden Sachen.
Kate erinnerte sie wieder daran dass ihre Klamotten auf dem Boden lagen, sie spürte dass sie errötete. Nachdem Sex hatte sie sich ein neues Shirt angezogen, jetzt war sie glücklich darüber. Sie ging leise zur Küche und verstaute die Waffe in einem Schubkasten, damit die beiden keine Angst bekamen.
„ Glaubst du er hat sie gefragt?" fragte Alexis und grinste Martha an. „ Nach den Spuren zu Urteilen. Ja."
Kate stand direkt hinter ihnen und räusperte sich leise. Erschrocken drehten sich die beiden um und entdeckten sie. „ Kate." quiekte Alexis fröhlich und umarmte sie stürmisch. „ Haben wir dich geweckt?" fragte Martha und umfasste Kates linke Hand. Daraufhin blickte auch Alexis auf den Ring und umarmte Kate wieder stürmisch. „ Du hast ja gesagt." stellte sie fest und grinste über beide Ohren.
Kate versuchte die ganze Zeit etwas zu sagen doch die beiden Frauen ließen ihr keine Gelegenheit. „ Da ihr ja wisst wie mein Abend war." dabei blickte sie auf die verstreuten Sachen. „ Wie war eurer?"
„ Nicht so spektakulär wie deiner, Liebes." antwortete Martha und zeigte auf Kates Hals. Sie blickte verwirrt zu ihr, erst als auch Alexis dorthin blickte und nur ein leises „Oh" herausbrachte, wusste Kate was auf ihrem Hals war. Schnell legte sie ihre Hand darauf und deckte es ab. „ Das wird er bereuen."
„ Sei nicht zu hart zu ihm." sagte Alexis und konnte nicht ernst dabei bleiben. Kate blickte auf die Uhr und gähnte kurz. Die beiden Frauen tat es ihr gleich und ohne Worte liefen alle die Treppen nach oben. Alexis gab Kate einen Kuss auf die Wange und lächelte sie zufrieden an. Kate tätschelte Alexis Kopf und öffnete leise die Tür zu Richards Schlafzimmer.
Sie sah dass Richard sich nicht bewegt hatte, vorsichtig schlüpfte sie unter die Decke und kuschelte sich an seinen Körper. „ Wo warst du so lange?" fragte er und drückte sie an sich. „ Alexis und Martha sind gerade gekommen." Kate spürte dass er zufrieden wieder einschlief. Sie richtete sich kurz auf und küsste sanft seinen Mund.

Als Kate erwachte, spürte sie dass sie beobachtet wurde. Sie öffnete ihre Augen und sah in Richards Gesicht. „ Hey." brachte sie mit verschlafener Stimme heraus und streckte sich. Richard starrte sie weiterhin an und lächelte, er strich ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht und küsste sie zärtlich. „ Wie war die erste Nacht, als verlobte Frau?"
„ Bis ich aufgewacht bin, wunderschön. Doch dann musste ich etwas feststellen." Sie blickte ihn mit hochgezogener Augenbraue an. „ Was solltest du nie machen, Castle?"
Als er seinen Nachnamen hörte, stutzte er und verlor sein Lächeln. „ Ich weiß nicht."
Kate zeigte auf ihren Hals und blickte ihn finster an. „Oh, das. Ich konnte nicht wiederstehen."
„ Du stehst auf Ärger, oder? Ansonsten hättest du das nicht getan." stellte Kate fest und rollte sich auf ihn. „ Du weißt doch mein Codewort ist `Äpfel´." Er grinste frech zu ihr hinauf und küsste sie leidenschaftlich. „Versprich mir, dass du das nicht wieder tun wirst."
„ Ich verspreche es hoch und heilig." doch Kate wusste dass er es nicht tun würde.

Police Station
Twelfth Precinct Homicide Squad,
Madison Street, Manhattan
New York

Kate sah die überraschten Gesichter von Javier, Kevin und Lanie als sie und Richard das Büro betraten. Lanie blickte sie fragend an. „ Morgen Leute." rief Richard fröhlich. „ Lanie, warum bist du hier? Hast du etwas Neues herausgefunden?" fragte Kate und zog sich ihre Jacke aus, Richard nahm ihr diese ab und hang sie über ihren Stuhl. Lanie zog ihre Freundin plötzlich mit sich in den Pausenraum. „ Ist wieder alles in Ordnung, Honey?" fragte sie neugierig. „ Ja, ich muss mich wohl oder übel mit der Presse abfinden, gerade weil." Sie unterbrach sich kurz und fuchtelte mit ihrer Hand vor Lanies Gesicht herum. „ er mich gefragt hat." Kate hätte ihren Satz fast nicht beenden können, dadurch Lanie ruckartig ihre Hand ergriff und den Ring anstarrte. Kate hörte sie leise mit sich selbst reden. „ Oh Mann, der ist wunderschön."
Lanie rannte schnell aus dem Pausenraum und zerrte Kate mit sich. „ Writer Boy, warum hast du nie etwas gesagt?" fragte sie, dabei reckte sie Kates Hand in die Luft. Javier und Kevin blickten überrascht zu Richard und klopften ihm auf die Schulter. „ Alter, du hast nie etwas gesagt."
„ Keine Sorge das Hochzeitsdatum werdet ihr noch erfahren." Richard hatte seinen Arm um Kates Hüfte gelegt und küsste ihre Wange. „ So, was hab ich alles verpasst?" fragte er und grinste in die Runde.
Javier gab ihm eine kurze Zusammenfassung, während sie zum Mordfallbrett liefen. Lanie hatte sich verabschiedet und ging ihrer Arbeit wieder nach.
Die drei Verbliebenden blickten sich die Tafel an und versuchten irgendetwas gegen Sara Newman zu finden. Doch es fand sich nichts Neues, frustriert seufzte Kate. „ Ryan hast du etwas erreicht bei Richter Carver?"
„ Nein, wir sollten ihm Beweise vorlegen." Kate hatte damit gerechnet, trotzdem war sie wütend. Warum hatte sie nicht eher daran gedacht, dass vielleicht Sara etwas damit zu tun hatte. Jetzt konnte sie es nicht mehr ändern und musste darauf warten dass sie einen Fehler machte.
„ Haben wir etwas von den Beamten erfahren, welche Sara beschatten?" Ryan und Esposito schüttelten gleichzeitig die Köpfe. „ Sara ist nach ihrem Feierabend sofort nach Hause gefahren und hat es nicht verlassen." antwortete ihr Ryan und legte die Akten auf den Tisch. „ Vielleicht ist sie doch nicht die Richtige." schlug Esposito vor. Kate blickte gerade in die Akten, als er sprach. „ Wer sollte es sonst sein?" fragte Kate und blickte zu ihm.
„ Ich weiß es nicht."
Kate wühlte auf ihren Tisch und suchte nach den Akten der CSU. „ Haben wir noch keine Meldungen bekommen, wer das Geld abgehoben hat? Oder wenigstens von wo?" fragte sie stutzig und räumte ihren Schreibtisch auf. „ Nein, wollen wir der CSU einen kleinen Besuch abstatten?" fragte Ryan und grinste Kate an. „ Warum nicht." antwortete sie ihm genauso grinsend und zog sich ihre Jacke an. Die Männer taten es ihr gleich und liefen gemütlich zum Fahrstuhl. Kate hatte schnell noch den Autoschlüssel aus der Schublade geholt und folgte ihnen.

CSU
(Crime Scene Unit), Manhattan
New York

Als die Detectives und Castle das Gebäude betraten, wurden sie sofort von Dorian Shaw begrüßt. „ Detective Beckett, ich freue mich Sie zu sehen." Er hatte nur auf sie geachtet und ergriff ihre Hand, er küsste diese und grinste Kate an. Als er eine Bewegung hinter ihr wahrnahm sah er auch die anderen und brachte ein leicht trauriges „Oh" heraus. „ Sie sind nicht allein gekommen." stellte er fest und reichte den Detectives seine Hand. „ Wir kennen uns ja bereits." Hinter Javier stand Castle und blickte leicht finster zu Dorain. Was fiel diesem Schleimer auch ein einfach Kates Hand zu küssen. Richard ergriff fest seine Hand und drückte zu. „ Richard Castle, nett Sie kennenzulernen." Shaw musste sich auf die Zähne beißen um nicht aufzuschreien, leise presste er seinen Namen heraus. Kate hatte das Szenario beobachtet und musste über Richards Reaktion Schmunzeln. Als Dorain sich aus seinem Griff befreit hatte ging er schnell den eintönigen Gang entlang.
In seinem Büro setzte er sich auf seinen Stuhl und blickte die Detectives erwartend an. „ Was wollen Sie wissen?" fragte er und richtete seine Aufmerksamkeit gen Kate. Sie spürte wie Castle seine Hand auf ihren Rücken legte.
„ Haben Sie schon etwas über das verschwundene Geld erfahren?" fragte Kate und blickte sich in dem Büro um, nur so konnte sie seinem begehrenden Blick ausweichen. „ Das ist leider nicht mein Spezialgebiet, aber die Informatiker hier kümmern sich darum. Soll ich Sie zu ihnen führen?" fragte er und versuchte ihre Aufmerksamkeit zu bekommen. Kate nickte ihm kurz zu und drehte sich um, als sie sah dass er sich erhob.
Sie mussten nicht weit laufen, als sie das Labor erreichten. Kate entdeckte eine Frau, welche auf einen Bildschirm stierte und schnell auf der Tastatur herum drückte. Ihre Augen verfolgten ihr geschriebenes, Kate beugte sich leicht zu ihr und sah den Quellcode, verwirrt riss sie ihre Augen auf und seufzte laut. Die junge Frau erschrak daraufhin und ein leiser Schrei hallte durch das kleine Labor. Kate machte einen Satz nach hinten. „ Entschuldigen Sie ich wollte Sie nicht erschrecken."
Die junge Frau fasste sich wieder und lächelte Kate an. „ Wenn ich arbeite bin ich so vertieft, dass neben mir eine Bombe hochgehen kann." Sie blickte zwischen den Neuankömmlingen hin und her, als sie Dorain sah lächelte sie ihn an. „ Sandra, darf ich dir die Detectives Beckett, Esposito und Ryan sowie Richard Castle vorstellen." Sandra erhob sich und reichte jedem die Hand. „ Hey, ich bin Sandra Keller. Ich rate einfach mal. Sie sind die Detectives zu dem Fall Gabriel Brewster, richtig?"
„ Genau." antwortete ihr Kate und blickte wieder auf den Monitor. „ Haben Sie schon etwas herausgefunden?"
„ Leider ist es nicht so einfach. Wie sie sehen durchforste ich gerade die Daten aller Nutzer um den Eindringling zu finden. Doch wir haben es nicht mit einem Amateur zu tun, sondern mit einem verdammt guten Hacker. Er hat kaum Spuren hinterlassen."
„ Spuren hinterlassen?" fragte Castle verwirrt und blickte auf die Zahlen und Buchstaben. „ Ja, wenn man irgendwo eindringt hinterlässt man immer Spuren, außer man ist so gut und kann sie wieder vernichten."
„ Und das hat unser Mann gemacht?" fragte Javier. „ Er konnte nicht alle beseitigen. Ich kann Ihnen leider noch keine relevanten Sachen sagen, geben Sie mir Zeit. Ich weiß das ist immer das Problem bei Mordfällen, doch nur so kann ich etwas herausfinden." Kate nickte ihr Zustimmend zu und reichte ihr ihre Visitenkarte. „ Wenn Sie etwas herausgefunden haben, melden Sie sich einfach. Egal wann."
„ Werde ich machen, Detective. Ich hoffe ihr Verlobter ist nicht sauer, wenn ich in der Mitte der Nacht bei Ihnen anrufe."
Kate musste für einen kurzen Moment überlegen woher sie das wusste, doch dann dämmerte es ihr wieder. Der Ring. „ Keine Sorge er ist es gewöhnt." Sie verabschiedeten sich von ihr und drehten sich zum gehen um, erst jetzt sah sie Dorains Gesicht. Traurig blickte er auf ihren Ring und ging ohne ein Wort aus dem Labor. Kate folgte ihm und hörte wie eine Tür laut zugeknallt wurde. „ Oh Mann, da hat es aber einen erwischt." sagte Javier neben ihr und blickte den Gang entlang. „ Du hast Ihm doch keine Avancen gemacht, oder?" fragte Richard, als sie das CSU Gebäude verließen. „ Nein, hab ich sicherlich nicht." Kate hatte im Moment auch andere Sorgen, als den Liebeskummer eines Erwachsenen. Immerhin musste sie noch einen verdammten Mörder festnehmen.

Hotel Saint Marks Place,
Manhattan, New York

Kate blickte genervt zu dem Hotel und beobachtete was Sara Newman tat. Sie hatte ihre Detectives zum Revier zurück geschafft um dort auf den Bericht der CSU zu warten. Kate und Richard fuhren zu dem Hotel und standen nun schon seit einer Stunde am Gehweg und warteten. Doch nichts geschah. Sara Newman hatte ihre Schicht vor knapp drei Stunden begonnen. Jetzt stand die junge Frau vor der Tür und rauchte, neben ihr stand ein Mann. Kate versuchte fieberhaft sein Gesicht zu erkennen, doch der Mann hatte ihnen den Rücken zugekehrt. „ Wollen wir ihr einfach einen Besuch abstatten?" fragte Richard. Kate war sich noch unschlüssig, sie wollte den Unbekannten nicht verschrecken. „ Wir versuchen etwas näher an ihn heran zukommen ohne das sie uns sehen." Richard nickte ihr zu und öffnete seine Tür. Kate hakte sich bei ihm ein, gemütlich liefen die beiden über die Straße und versuchten einen kurzen Blick auf die Person zu erhaschen. Kate konnte sein Gesicht erkennen und versuchte sich alles einzuprägen. Castle neben ihr fummelte in seiner Jackentasche heraus und holte sein iPhone heraus, schneller als Kate reagieren konnte schoss er ein Foto von Sara und dem Unbekannten.
Sie waren den beiden verdammt nah, schnell zog Kate, Castle in ein kleines Geschäft. Sie blickte geschwind aus dem großen Fenster und atmete erleichtert aus, als sie sah dass Sara sie nicht bemerkt hatte. Richard drückte fröhlich auf seinem Handy herum und lächelte sie triumphierend an. „ Ich hab ein perfektes Foto, oder?"
Kate wusste dass er gebauchmiezelt werden wollten, deshalb küsste sie ihn rasch und nickte ihm zustimmend zu.
Als Kate sich wieder zur Straße drehte, sah sie wie der Unbekannte weg lief. Sara war sicherlich schon im Hotel, deshalb trat sie auf die Straße und blickte sich um. „ Was jetzt?" hörte sie hinter sich und spürte Richards Hand auf ihrem Rücken. „ Wir werden das Bild in die Datenbank einfügen und hoffen dass unser Unbekannter eine Strafakte hat."
„ Was machen wir, wenn er das nicht hat?" fragte Richard und zog seine Augenbraue nach oben. „ Darüber mach ich mir Gedanken, wenn es soweit ist." antwortete ihm Kate und setzte sich ins Auto. Der nächste Halt war das Revier und Kate hoffte das Esposito und Ryan endlich etwas von der CSU gehört hatten.

Police Station
Twelfth Precinct Homicide Squad,
Madison Street, Manhattan
New York

Javier saß an seinem Tisch und langweilte sich. Es kam nur selten vor das ihn sein Beruf langweilte, doch heute war wieder so ein Tag. Es nervte ihn, wenn er auf den Anruf irgendwelcher Labore warten musste um endlich in dem Fall voran zukommen. Er blickte zu Ryan und stellte fest dass er immer noch mit Jenny telefonierte. Wie schön war doch die Liebe. Er war immer noch überrascht über die Verlobung von Beckett und Castle.
Die Beiden hatten sich wirklich endlich gefunden. Kate arbeitete an ihrer Beziehung mit Castle und das bewunderte er am meisten. Er hatte letzte Nacht stundenlang mit Lanie darüber geredet, was aus den beiden wohl werden würde und heute Morgen hatten sich alle Fragen geklärt, als Kate ihren Ring zeigte.
Javier hing weiter seinen Gedanken nach, als er durch das schrille Klingeln des Telefons erschrak. „ Esposito."
„ Detective, ich habe Informationen für Sie. Ich werde Sie ihnen per E-Mail mitteilen, wenn Sie irgendwelche Fragen haben, rufen Sie mich einfach an." sagte Sandra Keller am anderen Ende des Apparates. „ Danke, ich werde gleich nach schauen. Auf Wiederhören." Javier legte auf und öffnete seinen Posteingang. Tatsächlich war die Mail schon da, schnell ließ er sie öffnen und wartete gespannt auf die Informationen.

Hallo Detectives,

Ich habe die Spuren des Hackers verfolgt und bin auf einen Provider gestoßen. Genauere Details können Sie in den Akten nachlesen, welche ich Ihnen anbei mit geschickt habe.

Ich hoffe Sie können mit den Informationen etwas anfangen und finden den Mörder.

Mit freundlichen Grüßen

Sandra Keller

Javier klickte auf den Anhang und ließ die Akten drucken. Er hörte das leise Rattern des Druckers und nahm freudestrahlend das Papier in die Hand. Die erste Seite zeigte ihm eine Provideradresse und andere Daten, doch was ihn am meisten beeindruckte war die Tatsache das am Ende ein Name stand.
Er tippte diesen in die Datenbank ein und wartete, Ryan hatte sich zu ihm gesellt und blickte über seine Schulter. „ Das kann dauern. Wollen wir einen Kaffee trinken?" fragte Kevin. Javier nickte kurz und stand auf. Gemütlich schlenderten beide in den Pausenraum und machten sich Kaffee.

Kate und Castle liefen aus dem Fahrstuhl und sahen die beiden Detectives im Pausenraum. „ Und habt ihr schon etwas erfahren?" fragte Kate und nahm sich eine Tasse. „Ja, wir haben auch einen Namen."
„ Irgendwelche Akten?"
„ Sucht noch." antwortete ihr Javier und trank einen Schluck. „ Und habt ihr was Neues?" fragte Ryan und blickte zwischen Kate und Castle hin und her. „ Wir haben Sara mit einem Unbekannten gesehen." sagte Castle und setzte sich neben Ryan. Er wollte gerade zu Kate sagen dass sie sich auch hinsetzen sollte, doch als er sich umblickte stellte er fest das Stühle fehlten, deshalb signalisierte er ihr sich auf seinen Schoß zu setzen. Kate schüttelte ihren Kopf und lehnte sich an die Tresenzeile. Sie sah wie er einen Schmollmund machte und grinste ihn an. Ein Piepen ließ Ryan und Esposito aufspringen, geschwind liefen sie zum Schreibtisch und starrten auf den Monitor. Kate drückte sich leicht vom Tresen weg und reichte Richard ihre Hand. Sie zog ihn hoch und küsste ihn flink, sie sah sein kleines Lächeln nicht, als sie sich umdrehte und zu Ryan lief.
„ Und?" fragte Castle hinter Javier und versuchte etwas zu erkennen. „ Unser Hacker ist vorbestraft. Es handelt sich um Jeff Quinn alias Firebird."
„ Haben wir auch ein Bild?" fragte Kate gespannt. „ Jap. Kommt er dir bekannt vor?" fragte Ryan und reichte ihr das Bild.
Richard stand neben ihr und beide riefen „ Das ist er!"
„ Der Unbekannte?" fragte Javier und nahm die neu ausgedruckten Blätter in die Hand. Er heftete die Indizien an die Tafel und schrieb „ Jeff Quinn" an, Kate heftete das Bild von ihm darunter und wählte die Nummer von Richter Carver.
Freudestrahlend legte sie auf: „ Ausflug, Jungs. Nehmen wir unseren Hacker fest."

Zwei schwarze Autos hielten vor der angegebenen Adresse. Die Detectives und Castle stiegen aus. Sie blickten sich das heruntergekommene Haus an. Die Fenster wurden durch Decken und Bettlaken abgedeckt. Die komplette Fassade war mit Graffitis überzogen, Kate reichte Castle seine Schutzweste. Verwirrt blickte er zu ihr und fragte sie stumm warum sie ihre nicht trug. Sie zog ihre Waffe aus dem Holster und achtete nicht weiter auf seinen Blick. Javier stand als erstes vor der Tür und wartete auf Beckett. Sie drückte die Klinke nach unten und stupste die Tür auf, schnell sprang sie zurück um nicht im eventuellen Schussbereich zustehen. Ryan rückte nach und sicherte den kleinen Gang des Treppenhauses.
Kate folgte ihm und lief die ersten Stufen nach oben, sie drehte sich leicht und zielte auf den nächsten Treppenabsatz. Mit einer Handbewegung signalisierte sie dass die Luft rein war. Javier lief an ihr vorbei und fand im ersten Stock die Wohnung von Jeff Quinn. Kate blieb auf den Treppen stehen und beobachtete wie Javier laut gegen die Tür schlug. „ NYPD, Mister Quinn. Machen Sie auf, wir haben ein paar Fragen an Sie!" brüllte er und versuchte irgendwelche Geräusche aus der Wohnung wahrzunehmen.
Javier hörte deutlich aufgeregte Schritte, schnell richtete er seine Waffe zur Tür, doch nichts geschah. Er blickte zu Kate und holte sich die Erlaubnis die Tür einzutreten. Sie nickte ihm zu, mit voller Kraft trat er gegen die billige Holzplatte. Eine Kette hielt die Tür fest und Javier musste noch einmal zutreten mit einem lauten Knall schlug das Holz auf den Boden auf. Ryan rannte schnell in die Wohnung und sicherte die Ecken, Javier folgte ihm und deckte seinen Rücken.
Kate wartete kurz, bis sie schließlich den beiden folgte. Die Wohnung war leer nur ein offenstehendes Fenster war der Beweis, dass der Eigentümer abgehauen war. Wütend über die Tatsache ging Kate in das Schlafzimmer und suchte nach irgendwelchen brauchbaren Sachen. Sie wurde schnell fündig. In der Ecke stand ein Computer, sie hörte deutlich dass er in Betrieb war. Sie drückte auf den Monitorknopf und sah einen blauen Bildschirm. In großen weißen Buchstaben stand „ Festplatte wird formatiert!"
„ Shit. Esposito rufe bitte Sandra Keller an. Wir haben ein Problem." rief sie laut, schnell trat Javier zu ihr und sah das Problem. Er wählte die Nummer der CSU und wartete, als Sandra am Apparat war erklärte er das Dilemma und befolgte ihre Anweisungen. Er hatte es geschafft die Formatierung zu stoppen, doch wurde die Festplatte schon zum Teil gelöscht. Er beorderte die CSU in die Wohnung und hoffte dass die Informatiker noch etwas retten konnten.
Nach einer halben Stunde kamen die Verstärkung, sowie die CSU. Der Computer und andere Gegenstände wurden konfisziert. Die Detectives und Castle hatten keinen Grund dabei zu sein und fuhren zum Revier zurück.