Kapitel 10: Kuro
Außerhalb von Konoha
Er stand auf einer Anhöhe außerhalb von Konoha und sah auf das Dorf hinab. Ruhig und friedlich lag es in der Abenddämmerung. Nicht mehr für lange…
Er spürte wie ihm die Kontrolle über sie langsam entglitt. Es schien als würden sie es langsam herausfinden, dass ihnen jemand ständig auf der Nase herumgetanzt war. Egal. Ihre wiedergewonnene Kontrolle würde seinem Plan nicht sonderlich schaden. Alles verlief immer noch genau so wie er es gewollt hatte. Zumindest waren sie lange genug abgelenkt gewesen, sodass er den nächsten Schritt in Bewegung hatte setzen können.
Er spürte wie die Person näher kam und sprang in die Äste eines nahen Baumes um die folgende Szene aus der Ferne zu beobachten. Er würde sich zumindest ihm noch nicht zu erkennen geben.
Der junge Ninja blieb auf der Anhöhe stehen und sah sich um ohne ihn jedoch zu bemerken. Dafür sorgte er schon.
Einige Sekunden später erschien Zetsu aus dem Boden. „Du bist gekommen…" sagte er amüsiert obwohl es klar gewesen war, dass er kommen würde. Schließlich stand er unter seinem Einfluss, seiner Kontrolle, seinem Willen. Es war nicht ganz so stark wie es bei Arisu oder den Sand Ninjas gewesen war, aber immer noch genug um ihn nach seiner Pfeife tanzen zu lassen.
„Hn. Ich bin nur zurück nach Konoha gegangen um stärker zu werden. Ich hatte nie vor dort zu bleiben. Also, wo ist er?", verlangte der junge Uchiha zu wissen.
„Ich kann dir nur seine ungefähre Position geben. Er ist auf einer Mission unterwegs mit seinem Partner. Du solltest dir jedoch zuerst jemanden suchen der Kisame ablenken kann während du deinem Bruder konfrontiert. Beide sind für dich zu stark. Kisame darf dir nicht in den Weg kommen."
Sasuke nickte. „Lass das mein Problem sein."
„Und du bist sicher, dass du Itachi immer noch töten willst, selbst nachdem du erfahren hast, dass er dich nur beschützen wollte?" Sasuke fragte nicht einmal nach von wo der Pflanzenmann Itachis wahre Absichten wusste sondern nickte nur.
„Egal warum er es getan hat, er hat immer noch meine Eltern getötet. Er hätte den Auftrag auch verweigern können und stattdessen die Ältesten töten die für alles verantwortlich gewesen waren", zischte er mit Hass in den Augen.
Hm, vielleicht sollte er ihn auf die Dorfältesten loslassen nachdem sich Sasuke um Itachi gekümmert hat…
Zetsu grinste zufrieden. Wie erwartet stand der Uchiha vollkommen unter seinem Bann. All der Hass der sich in dem jungen Uchiha befand, und den er nicht wusste wohin er ihn richten sollte. All die Emotionen, die er versuchte hinter einer Maske der Gleichgültigkeit zu verstecken…
Er war einfach ein perfektes Werkzeug um Itachi loszuwerden nachdem er mit Arisu leider versagt hatte. Der Uchiha war eine zu große Gefahr um sie einfach zu ignorieren. Schließlich stand er immer noch auf Konohas Seite und jetzt da das Wolfsmädchen ein wenig von der Wahrheit herausgefunden hatte würde sie es ihm bestimmt bald sagen. Akatsuki war eines seiner Hauptspielsteine. Vor allem einer von ihnen würde es bald werden. Er konnte es nicht riskieren, dass Itachi möglicherweise seinen Plan ins Wanken bringen könnte.
„Ich bleibe mit dir in Kontakt", sagte Zetsu in dem Moment und Sasuke ‚Hn'te nur und verschwand darauf.
Er sprang von dem Ast sobald der Junge außer Sichtweite war.
„Ich bin immer wieder fasziniert von deinen Fähigkeiten. Nicht wirklich. Manipulation ist ein grundlegendes Mittel in der Shinobi Welt. Schon, aber in dem Ausmaß…" Er grinste nur bei Zetsus Diskussion.
„Und jetzt?", fragte die weiße Hälfte schließlich.
„Die Kage und das Wolfsmädchen sind uns verloren gegangen und Arisu ist tot. Anscheinend war ihr Vertrauen zueinander doch größer als wir gedacht haben. Aber egal. Es ist denke ich an der Zeit die nächste Figur auf das Brett zu holen, jetzt das Sasuke ebenfalls am Spiel Teil nimmt."
„Du willst also ihn zurückholen?", fragte der Pflanzenmann interessiert.
„Weißt du wo er momentan ist?" Zetsu nickte wissend.
„Warte einen Augenblick." Der Spion verschwand im Boden während er wartete, auf das friedvolle Dorf blickend. Das Spiel war in vollem Gange.
Konoha
Nach dem Treffen mit Gaara gingen Tsunade und ich in ein Lokal um die Ereignisse näher zu besprechen. Gaara wusste nichts von meinem Deal mit Akatsuki und Itachis näheren Motiven. Als Erklärung für meine gemurmelten Worte, die Akatsuki könnten ebenfalls nichts dafür, erklärte ich deshalb ich sei Itachi's Klon über dem Weg gelaufen aber anstatt mich zu bekämpfen hatte er mir von Arisu erzählt. Ich hatte ihn an dem Punkt nicht geglaubt da ich Arisu nie losgeschickt hatte um die Akatsuki zu töten.
Jetzt erzählte ich Tsunade den fast wörtlichen Wortlaut von meinem Treffen mit dem Uchiha während ich mich selbst ununterbrochen in meinem Geist verfluchte. Ich hätte wissen müssen, dass Itachi einen Überfall auf mein Dorf nicht einfach so hätte zulassen würden. Ich hätte aufmerksamer sein sollen als er mir von Arisus Geständnis erzählte hatte. Ich hätte mehr Vertrauen in ihn haben sollen. Aber ich war vollkommen von Hass geleitet gewesen, war überzeugt davon gewesen, dass Akatsuki die Schuldigen waren. Ich hatte kurzerhand alles andere übersehen.
Tsunade seufzte und füllte ihr Glas mit mehr Sake nach. „Wenn diese Theorie stimmt dann versteckt sich gerade irgendjemand in den Schatten und versucht verschiedene Parteien gegeneinander aufzuwiegeln um so Chaos und Misstrauen zu säen. Ein Glück, dass wir es rechtzeitig bemerkt haben. Wir werden morgen das Kage Treffen fortführen und die anderen Kage darüber informieren."
Ich nickte. „Erzähl bitte dem Raikage, dass diejenigen die seinen Bruder angegriffen haben wahrscheinlich gar nicht Akatsuki waren sondern nur Betrüger. Schließlich hat sich Pain laut Itachi an den Vertrag gehalten."
Tsunade runzelte die Stirn. „Die Frage ist ob er es glauben wird, aber versuchen können wir es ja. Ich glaube, die Mizukage wird mit einer Allianz einverstanden sein, große Zweifel jedoch habe ich bei Ohnoki. Dieser alte Mann ist einfach nur ein sturer Bock. Er erinnert mich an die Dorfältesten", sagte sie düster und leerte ihr Glas.
„Wir müssen auch Akatsuki Bescheid geben", fügte ich hinzu. „Sie werden fortfahren die Jinchuriki zu jagen und werden wahrscheinlich immer noch kontrolliert."
„Denkst du es ist eine gute Idee sie aufzusuchen? So wie Itachi es erzählt hat ist es wahrscheinlicher, dass sie dich töten werden anstatt dir zuzuhören."
Ich grinste. „Die werden mich nicht töten. Vorher werden sie mich in den Kerker werfen und mich foltern." Ich wurde sofort wieder ernst. „Wir müssen herauskriegen, wer hinter all dem steckt. Und wie derjenige uns alle so einfach kontrollieren kann. Es muss ein mächtiges Jutsu sein wenn wir es zu keinem Zeitpunkt spüren konnten." Ich starrte nachdenklich in das Glas in meiner Hand. „Wahrscheinlich wurden die Angreifer auf mein Dorf auch kontrolliert, sowohl die Suna shinobi als auch die Verbündeten von Akatsuki. Aber wie konnten sie dem Wahrheitsserum widerstehen? Es ist genauso effektiv wie ein starkes Genjutsu und hat uns noch nie den Dienst versagt!"
„Erinnere dich was der Kazekage gesagt hat: Sie haben diesen anscheinenden Attentäter ebenfalls durch Genjutsu verhört und er hat an seiner Version fest gehalten. Dieses Jutsu ist tatsächlich sehr stark und eines was ich zuvor weder gesehen noch von gehört habe."
„Ja, aber wir waren in der Lage seiner Kontrolle zu entkommen. Irgendwie. Das Jutsu hat also Schwächen, so wie jedes andere auch. Wer auch immer dahinter steckt, wir werden ihn finden. Und ihn für das Chaos und die Toten bezahlen lassen."
Tsunade nickte grimmig und öffnete die nächste Flasche Sake.
Konoha, am nächsten Morgen
Mit einem leichten Kater erschien ich zu spät auf dem Trainingsplatz. Ich war jedoch nicht die einzige. Überraschend jedoch war, dass Kakashi bereits anwesend war. Stattdessen fehlte Sasuke.
„Wo ist Sasuke?", fragte ich mich verwirrt umschauend. Seine Teamkameraden jedoch zuckten nur mit den Schultern.
„Das haben wir uns auch schon gefragt", sagte Sakura mit einem Stirnrunzeln. „Er ist sonst nie zu spät."
„Hehe, vielleicht hat er doch verschlafen. Wir sollten in sein Zimmer schleichen und die Gelegenheit nutzen um ihm witzige Sachen ins Gesicht zu malen und-
Au!"
„Naruto, du Idiot!", fauchte Sakura, die Faust noch erhoben. „Sasuke könnte etwas passiert sein!" Ihr Ärger veränderte sich sofort in Besorgtheit. Ich seufzte.
„Gut, Kakashi, würdest du bitte mit den beiden allein trainieren, ich werde nachsehen wo Sasuke steckt." Kakashi, die Nase wie immer in sein Buch vergraben, nickte nur. Ich konnte allerdings an dem leichten Stirnrunzeln sehen, dass er sich ebenfalls leichte Sorgen machte.
Ich machte mich auf den Weg zu Sasuke's derzeitigem Apartment. Wer weiß, vielleicht hatte er doch verschlafen. Sollte dies der Fall sein würde Naruto ihn ein Leben lang damit aufziehen, das wusste ich jetzt schon.
Bald darauf erreichte ich mein Ziel und klopfte an seine Zimmertür. „Hey Schlafmütze, steh auf! Training hat begonnen!" Ich erhielt keine Antwort.
Eine dunkle Vorahnung machte sich in mir breit. Irgendetwas stimmte nicht…Kurzerhand trat ich die Tür ein. Ich schaltete das Licht ein.
Sasuke war nicht da. Aber genauso wenig seine Sachen. Das Zimmer war leer.
Einen Fluch unterdrückend drehte ich mich um und lief zurück auf die Straße. Ich wusste was das zu bedeuten hatte. Sasuke hatte Konoha wieder einmal verlassen. Dieses Arschloch!
Auf der Jagd nach den bijus
Tobi lief hüpfend voraus, glücklich endlich mit seinem senpai auf einer Mission zu sein. Deidara auf der anderen Seite war ziemlich angepisst und versuchte sich das Energiebündel vom Hals zu schaffen. Eine seiner Hände steckte ständig in der Tasche mit seinen Bomben bereit diese Nervensäge jeden Moment in die Luft zu jagen.
Als Tobi schließlich einmal außer Sichtweite war, verlangsamte der Terrorist augenblicklich das Tempo und ließ sich absichtlich zurückfallen, einen anderen Weg nehmend um dieses unerträgliche Energiebündel wenigstens für einen Augenblick los zu sein.
Tobi merkte das natürlich nicht und setzte seinen Weg fort, als hinter einer Biegung plötzlich jemand vor ihm stand. Schlitternd kam Tobi zum Stehen und sah den Mann neugierig an. Er war vielleicht vierzig, hatte braunes kurzes Haar das am Ansatz schon leicht silbrig grau wurde, seine Augen waren von einem stechenden hellblau und eine Narbe lief über seine rechte Wange.
„Hallo, wer seid Ihr? Ich bin Tobi!" sagte der Akatsuki, als er nur eine Schrittlänge von dem Mann entfernt stand, der sich jedoch nicht davon zu beirren lassen schien sondern nur sagte:
„Ich weiß, wer du bist, Tobi."
Tobi legte seinen Kopf zur Seite und sah den Mann verwirrt an auch wenn man es durch die Maske nicht sehen konnte. „Was meint Ihr damit? Und wer seid Ihr?"
Der Mann grinste leicht. „Mein Name ist… Kuro…"
Tobi dachte angestrengt nach, schüttelte aber nur den Kopf. „Tobi erinnert sich nicht an Kuro. Entschuldigt bitte…"
Kuro kicherte dunkel. „Umso besser, das heißt es hat funktioniert."
„Was hat funktioniert?", fragte Tobi, nun einen Schritt rückwärts machend. Er wurde immer verwirrter und hoffte nur, dass Deidara bald auftauchen würde. Vielleicht wusste der wer Kuro war oder was er mit diesen rätselhaften Worten meinte.
„Mein Jutsu natürlich, das dich alles hat vergessen lassen… Jedoch ist es jetzt an der Zeit es wieder rückgängig zu machen." Und bevor Tobi etwas sagen konnte löste sich ein weißlicher, fast transparenter schimmernder Schleier von Kuro und schwebte auf den maskierten Akatsuki zu, der zurückwich, das Auge hinter der Maske geweitet. Kurz bevor der Schleier ihn jedoch erreicht hatte, entschied Tobi dem Ding besser auszuweichen. Er traute Kuro nicht und mochte ihn nicht wirklich. Er würde ihn stattdessen gefangen nehmen und ihn stolz seinem Senpai überreichen. Doch als Tobi in seine Dimension verschwand, folgte der Schleier ihn dorthin, holte ihn ein und berührte ihn. Ein Ruck ging durch seinen Körper, als das schimmernde Etwas in ihn einfuhr.
Als Tobi seine Dimension wieder verließ und auf dem Waldweg vor Kuro auftauchte, hatte sich seine komplette Aura verändert. Sie war nicht mehr unschuldig und kindlich, sondern dunkel und totbringend. Ein schwarzer Schatten hing über ihn, und ein mächtiges Chakra ging von ihm aus. Als er Kuro ansah, schien durch das Loch in seiner Maske ein roter Schimmer.
Eine dunkle Macht ging von Tobi aus, so dick, dass sie schon fast greifbar war und einem die Luft zum Atmen abschnürte.
„Ich werde dich dafür töten, dass du mich in diese Witzfigur verwandelt hast!", knurrte Tobi.
Kuro jedoch lachte nur. „Beruhige dich wieder. Es war sein Befehl, er hatte anscheinend Angst du könntest unseren Plan vereiteln. Ich habe dir deine Erinnerungen schließlich wieder zurückgegeben, obwohl ich sie hätte behalten und dich hätte weiterhin wie den letzten Trottel herumhüpfen lassen können, nicht wahr? Also hör auf zu schmollen, wir haben Arbeit vor uns wenn unser Plan gelingen soll."
In einem Wimpernschlag stand Tobi vor Kuro und packte ihn an der Kehle. Sein Auge glühte vor Hass als er den anderen vom Boden abhob, bis die Füße des Mannes in der Luft baumelten.
„Sag mir nicht was ich tun soll, wenn ich dich jede Sekunde töten könnte!"
„Bist du dir da sicher?" erwiderte Kuro nur und grinste. Tobi knurrte, sein Sharingan drehte sich, bereit ihn für alle Zeit in seine Dimension einzusaugen um ihn dort verrotten zu lassen, genau wie er ihn in dieser Tobi Haut hat stecken lassen.
„Lass ihn los, bitte, du weißt wir brauche ihn für unseren Plan." Als Tobi leicht den Kopf drehte sah er Zetsus Oberkörper aus einem nahen Baum schauen.
„Der Plan ist schon fast fertig, wir brauchen nur noch die einzelnen Jinchuriki" sagte Kuro ruhig, vollkommen unbewegt obwohl der feste Griff des maskierten Ninjas ihm allmählich die Luft abdrückte. „Er will, dass du dich darum kümmerst. Sorge dafür, dass sie gefangen und versiegelt werden dann könnt ihr den Mond rot-schwarz streichen." Kuros Augen waren eiskalt als sie in das rote Sharingan starrten und er leise hinzufügte: „Ich werde tun wie er will und den Plan durchziehen. Solltest du es dir anders überlegt haben, töte ich dich." Damit löste sich wieder ein weißlicher Streifen von seinem Körper und berührte Tobi, der daraufhin ungewollt Kuro losließ und einen Schritt zurücktat. Kuro lächelte kalt und klopfte sich etwas unsichtbaren Staub von seinem Reisemantel.
„Ich bin schon länger am Leben als du, und du bist bei Weitem nicht der erste Uchiha mit dem ich es zu tun kriege, vergiss das nie Junge." Er lächelte Tobi noch einmal kalt an bevor der Schleier aus Tobis Körper zu ihm zurückkehrte. In dem Augenblick hatte Tobi wieder die Kontrolle über seinen Körper zurückgewonnen und er wollte Kuro erneut packen, doch dieser war bereits verschwunden.
„Tobi, wo zur Hölle steckst du, un?!", rief da auf einmal Deidara. Er hatte sich langsam gefragt wo die Nervensäge wohl steckte und sich entschlossen zurückzukehren. Auch wenn er ihn gerne loshaben würde, so wollte er nicht Pains Ärger auf sich ziehen.
„Keiner darf misstrauisch über dich werden, wenn alles gelingen soll. Versuch dich also bitte wie Tobi zu verhalten", sagte Zetsu und verschwand im Baum.
Tobi seufzte, atmete einmal tief durch und die bedrohliche Aura um ihn herum verschwand augenblicklich. Als Deidara um die Ecke bog, sprang ihn Tobi mit ausgebreiteten Armen entgegen. „Senpai!"
Und, wie findet ihr Kuro? Im nächsten Kapitel wird Akatsuki wieder auftauchen und wir werden vielleicht mehr von Kuros Fähigkeiten erfahren.
Kommis bitte!
