Im Schloßhof haben die Aufbauarbeiten des Galgens begonnen. Strinrunzelnd steht Merlin vor dem Fenster in den königlichen Gemächern und sieht hinaus. Die Königin tritt hinter ihn und sieht ebenso hinaus: "Merlin, es tut mir leid. Ich weiß, dass ist nicht die Entscheidung, die du dir erhofft hast." Merlin schüttelt den Kopf: "Ich verstehe ihn einfach nicht. Das hätte auch ich sein können. Bedeute ich ihm gar nichts? Ich weiß, ich bin nur ein einfacher Diener. Aber ich war immer der Meinung, wir hätten etwas Besonderes." Er seufzt. Gwen ist aufrichtig besorgt: "Merlin, euch beide verbindet etwas Besonderes! Du kannst diese Entscheidung, diese Hinrichtung nicht auf dich beziehen. Er würde dich nie hinrichten! Wie kannst du überhaupt nur an so etwas denken?" Merlin sieht seine Königin jetzt an: "Ich bin ein Zauberer. Der alte Mann ist ein Zauberer. Ich dachte, in Camelot gilt soetwas wie Gleichbehandlung?"

Gwen ist sprachlos: "Merlin...ich weiß nicht was ich noch sagen soll." Der traurige junge Diener sieht wieder hinaus. Der Galgen ist jetzt fast fertig errichtet, bei dem Anblick rutscht Merlin das Herz in die Hose: "Vielleicht sollte ich mich zu erkennen geben? Würde das den Mann retten?" Jetzt ist die Königin entgültig entsetzt: "Merlin, komm zur Vernunft!" Merlin lächelt sie an und mit Sarkasmus fügt er hinzu: "Wieso, Ihr sagtet doch selbst, Arthur würde mich nicht hinrichten." Gwen schüttelt jetzt traurig den Kopf: "Merlin, siehst du denn nicht, was hier passiert? Du setzt gerade deine Freundschaft aufs Spiel! Willst du das? Versuche wenigstens Arthurs Entscheidung zu akzeptieren. Du hast keine Ahnung, wie schwer sie ihm gefallen ist. Er hat große Angst dich zu verlieren! Und wenn ich dich so sehe, glaube ich fast, dass seine Befürchtungen Realität werden könnten. Gib der Wut und der Trauer nicht nach. Du weißt, was sie aus Morgana gemacht hat. Das bist doch nicht du!"

Merlin seufzt: "Vergleicht mich nicht mit Morgana. Ich werde nie wie sie sein. Ich habe Arthurs Entscheidung längst akzeptiert. Dass heißt aber nicht, dass ich sie gut heißen muss. Ich werde Arthur immer folgen. Aber ich werde deshalb nicht vergessen, wer ich bin. Und ich bin ein Zauberer. Und Arthurs Entscheidung den Mann hinzurichten ist falsch." Er sieht seine Königin noch einmal an, dann fragt er: "Kann ich noch etwas für Euch tun?" Gwen schüttelt traurig den Kopf: "Nein, danke Merlin. Alles was ich mir wünsche ist, dass du und Arthur wieder zueinander findet." Merlin verneigt sich und verlässt das Zimmer.

Als Arthur das Zimmer betritt, steht Gwen noch immer am Fenster. Der Galgen ist jetzt vollständig errichtet. Arthur tritt hinzu, er ist von dem Anblick ebensowenig erfeut wie seine Königin. Er wendet sich ab, suchend sieht er sich im Zimmer um: "Wo ist Merlin? Ich dachte, er ist hier bei dir?" Gwen schüttelt den Kopf, dann dreht sie sich zu Arthur um. Der König sieht sie skeptisch an: "Was ist los? Was ist in meiner Abwesenheit passiert?" Gwen geht auf ihn zu, sie sieht ihn traurig an: "Merlin, er kann sich nicht mit der Hinrichtung anfreunden. Er ist noch immer der Meinung, dass deine Entscheidung falsch ist." Arthur lächelt: "Das ist nun wirklich nichts Neues." Gwen schüttelt erneut den Kopf: "Diesmal ist es anders. Er ist so furchtbar traurig. Er sieht den alten Zauberer stellvertretend für sich selbst. Er sieht sich selbst am Galgen."

Jetzt ist Arthur verblüfft: "Wie kommt er nur darauf? Ich könnte ihn nie hinrichten, er bedeutet mir viel zuviel. Er ist mein treuester Freund. Ich brauche ihn. Camelot braucht ihn." Gwen lächelt ihren Mann jetzt an: "Ich weiß das. Aber weiß er es? Vielleicht solltest du ihm das sagen. Er ist ein Zauberer, wie der Mann, den du hinrichten lässt. Er ist traurig und verunsichert. Und ich bin sicher, er ist gerade in diesem Augenblick sehr einsam." Arthur sieht zur Tür: "Bist du sicher? Vielleicht sollte ich es einfach abwarten. Wenn die Hinrichtung vorüber ist, wird sich unser Umgang hoffentlich wieder normalisieren." Gwen drückt jetzt seine Schulter: "Geh zu ihm. Er braucht dich. Zeig ihm, dass er dir etwas bedeutet. Zeig ihm, dass die Hinrichtung des alten Zauberers nichts mit ihm zu tun hat." Arthur seufzt und nickt: "Also schön, ich werde mal nach ihm sehen."