10. Kapitel

-Morgen-

„Bella?" Hörte ich eine samtweiche Stimme. Ich murmelte vor mich hin und drehte mich herum. Die Stimme begann zu lachen.
„Steh auf", forderte mich die Stimme auf. Ich ärgerte mich darüber, aber öffnete letztendlich doch die Augen. Draußen war es hell. Ich musste Tag und Nacht geschlafen haben. Ich schaute nach rechts, da wo die Stimme herkam. Edward stand dort mit Jasper und einem besorgt drein blickenden Emmett. Ich lächelte sie an und rieb mir die Augen.
„Wie spät ist es?" Krächzte ich. Edward schaute neben sich.
„Zehn", sagte er. Was ich nickend zur Kenntnis nahm. Ich hatte wieder einmal den ganzen Tag und die ganze Nacht geschlafen.

„Warum seid ihr nicht in der Schule?" Fragte ich sie. Es war schließlich Montag.
„Bist du neulich in der Schule gewesen?" Fragte Jasper mich. Ich schüttelte den Kopf. Charlie hatte es verhindert, seit dem Tod meiner Mutter war ich mehrere Wochen nicht mehr in der Schule.
„Also wir haben noch Sommerferien", sagte Jasper. Ich nickte erneut und lächelte ihm schwach zu. Ich bemerkte, dass ich immer noch keine Schmerzen verspürte. Ich runzelte die Stirn und drehte mich herum. Was Edward ein glucksen entlockte.
„Dad hat dir noch eine Spritze gegeben während du geschlafen hast. So ist es wesentlich besser, als wenn du wach bist", sagte er. Ich nickte. Das war wirklich schlau.
„Jasper?" Fragte eine männliche Stimme von der Tür her. Wir alle drehten uns herum und sahen Carlisle dort stehen. Er schaute mich an und lächelte mir aufmunternd zu.
„Fühlst du dich etwas besser?" Fragte er. Ich errötete und nickte. Vorher hatte ich mich wirklich schrecklich gefühlt.

„Das ist gut. Esme ist schon krank vor Sorge", sagte er. Ich seufzte. Ein weiteres Problem, das ich verursacht habe. Aber er schien zu wissen, was ich in diesem Moment dachte.
„Fühl dich nicht schlecht", sagte er sanft und kam zu mir herüber. „Sie liebt dich und hasst es dich so verletzt sehen zu müssen." Ich nickte und umarmte ihn dankbar. Was ihn glucksen ließ.
„Hast du das Thermometer?" Fragte er Jasper. Jasper nickte und kam mit dem Thermometer zu uns herüber. Brav öffnete ich meinen Mund und wartete auf das Piepen. Jasper wirkte bei dem Ergebnis glücklicher.
„97.8", sagte er. Was Carlisle auch glücklich nicken ließ.
„Völlig normal", gab er bekannt. Emmett wirkte sehr erleichtert. Er kam und setzte sich neben Carlisle, während er mich genauestens beobachtete. Er schaute so traurig und unglücklich aus. Ich seufzte. Carlisle küsste meine Stirn und ging wieder. Jasper redete mit Edward, der nickte. Jasper kam herüber und zog die Decke weg und hob mich hoch.

Er trug mich an Edward vorbei in das blau-weiße Zimmer wieder zurück. Er legte mich aufs Bett, unter die frischen Laken und setzte sich hin. Emmett kam herein und setzte sich auch neben mich aufs Bett. Beide schaute mich nur an, was mich ein wenig nervös werden ließ. Ich blickte zwischen den beiden hin und her, was beide im selben Moment seufzten ließ.
„Was?" Fragte ich leise. Emmett schaute mich mit Tränen in den Augen an. Wegen seiner Tränen war ich erschrocken.
„Ich hatte solche Angst", flüsterte er. Jasper kam herüber, gab mir einen Kuss auf die Wange bevor er ging und mir und Em etwas Privatsphäre ließ.
„Tschuldigung", flüsterte ich verlegen, was ihn aber wiederum Verärgert seufzen ließ.
„Hör auf, das zu sagen. Nichts von alldem was passiert ist, ist deine Schuld", sagte er. Ich seufzte und nickte. Ich wollte mich dafür entschuldigen, dass ich Tschuldigung gesagt hatte, aber ich wusste, dass das heuchlerisch gewesen wäre.

„Okay", sagte ich. Er ließ seinen aufkommenden Tränen freien Lauf und umarmte mich.
„Ich sollte derjenige sein, der sich entschuldigt", sagte er. Ich lehnte mich etwas nach hinten und schaute ihn missbilligend an.
„Nein, das solltest du nicht", sagte ich eindringlich. Er lächelte traurig.
„Doch sollte ich. Ich habe es noch nicht einmal bemerkt", flüsterte er.
„Emmett du kannst dich nicht für etwas selbst fertig machen, nur weil du etwas nicht gesehen hast, was du mutmaßlich niemals sehen solltest. Er hat es sehr gut geheim gehalten und ich habe es auch niemanden erzählt", sagte ich. Er lächelte wieder traurig.
„Ich weiß, aber ich und Jazz sollten eigentlich deine großen Brüder sein. Wir sollten dich beschützen und lieben. Wir haben dich fast ein komplettes Jahr lang überhaupt nicht gesehen. Das ist nicht sehr brüderlich", maßregelte er sich traurig.

„Emmy, ihr seid meine Brüder", sagte ich leise. Ich hasste es zu sehen, wie er sich selbst wegen dieser Sache fertig machte. Er hatte mich schließlich nicht geschlagen.
„Wir hätten es trotzdem sehen müssen", bestand er.
„Emmy, hör auf", befahl ich streng. Traurig lächelte er und schaute auf. „Du bist nicht derjenige, der mich geschlagen hat", sagte ich. Sein Lächeln verschwand augenblicklich und er umarmte mich fest, aber nicht zu stark um mir nicht weh zu tun. Ich lehnte mich an ihn.
„Tschuldigung", sagte er. „Neuerdings bin ich so negativ." Ich seufzte und antworte darauf nicht. Emmett sollte glücklich und fröhlich sein. Nicht traurig und pessimistisch.
„Ich liebe dich", flüsterte ich. Die Tränen liefen erneut. Er war so traurig. Ängstlich schaute er auf meine Tränen als er mich umarmte. Ich unterdrückte die Tränen und ließ ihn mich umarmen. Ich wusste, dass er momentan das Gefühl hatte, mich beschützen zu müssen.
„Ich liebe dich auch Bells", sagte er mit tränenerstickter Stimme. Ich seufzte und ließ ihn mich halten. Als wir uns schließlich voneinander lösten, betrachtete er mich sorgfältig.
„Du musst etwas essen", stellte er fest. „Und zwar ziemlich viel." Ich schnaubte. Emmet und das Essen waren ein klassisches Paar.

„Okay Emmy", sagte ich. Was ihm ein lächeln entlockte.
„Komm schon!", sagte er und zog mich hoch. „Wir werden Esme besuchen."
Er trug mich aus der Tür hinaus, einige Treppen hinunter. Unterwegs trafen wir Alice, die dann mit uns ging. Sie kündigte an, dass wenn Emmett mich wieder laufen lassen würde, würden wir shoppen gehen. Ich versuchte zu widersprechen, aber sie brachte mich mit einem einzigen Blick zum Schweigen. Glücklich erzählte sie weiter, was für Klamotten wir uns kaufen würden und in welche Geschäfte wir gehen würden. Ich entschied, dass Alice ein Mensch war, mit dem man lieber nicht streiten sollte. Sie mochte zwar klein sein, aber sie konnte furchteinflößend sein. Sie führte uns in die Küche, wo Esme gerade mit einem besorgten Gesichtsausdruck hastig herumhantierte. Ich fühlte mich schlecht, weil ich wusste, dass das alles meine Schuld war.

„Hi Esme!", schrie Emmett. Erschrocken sprang sie auf und drehte sich herum. Als sie mich sah, wich all ihre Besorgnis aus ihrem Gesicht und Emmett setzte mich vorsichtig auf einem Stuhl ab.
Sie kam herüber und umarmte mich fest. Ich konnte nicht anders, als sie auch zu umarmen. Sie sagte zwar kein Wort, aber ich war mir sicher, dass sie froh war mich aus dem Bett zu sehen. Auch sie bemerkte meine dünne Figur. Sie wandt sich wieder der Schüssel zu, die sie vorher umgerührt hatte und machte weiter. Alice und Emmett setzten sich jeder neben mich. Esme war dabei Waffeln zu machen.
Vor jedem stellte sie einen Teller mit Waffeln ab, bei Emmett waren sehr viele drauf. Er hatte schon immer einen bären Appetit und ich gluckste. Augenblicklich begann er damit, sich die Waffeln in den Mund zu stopfen, was Alice und mich dazu brachte, das wir missbilligend die Stirn runzelten. Esme ignorierte ihn. Genauso wie Alice aß ich langsam und ruhig. Wir beide waren mit unseren 2 Waffeln fertig, als Emmett insgesamt 4 gegessen hatte.

„Esme! Bella ist fertig!",schrie Emmett. Esme nickte und schaute ihn an. Sie kam herüber und legte zwei weitere Waffeln auf meinen Teller. Emmett lachte, als ich die Waffeln anstarrte. Ich fühlte mich so voll.
„Es", befahl Emmett. Alice schaute mich mitleidig an. Skeptisch schaute ich ihn an, was ihn glucksen ließ.
„Du bist zu dünn. Es." Ich seufzte und schnitt ein Stückchen von der Waffel ab. Ich zwang das erste Stückchen hinunter und die Hälfte von dem zweiten Stückchen. Mir würde übel werden, wenn ich jetzt noch mehr essen würde. Gerade als ich stöhnte und den Teller von mir weg schob, kamen Jasper, Rose und Edward hinunter. Alle schauten mich mitfühlend an. Ich konnte nicht noch mehr Essen hinunter bekommen. Esme kicherte und nahm meinen Teller. Sie füllte den anderen dreien Essen auf und ließ sie essen. Jasper und Edward aßen genauso viel wie Emmett zuvor und Rose schaffte 3. Als alle fertig mit Essen waren schien Esme zufrieden zu sein.

„Und was macht ihr heute so?" Fragte sie und stellte dabei das Geschirr in die Spüle. Alle zuckten mit den Achseln.
„Rose und ich wollten Bella umstylen", sagte Alice. Esme lächelte bei meinem ängstlichen Gesichtsausdruck.
„Umstylen?" Quietschte ich. Alice nickte begeistert.
„Bitte Bella?" Wimmerte sie. Sie wirkte so deprimiert, seufzend ergab ich mich.
„Yeah!" Rief sie während sie mich umarmte. Alle anderen lachten.
„Und was macht der Rest von euch?" Fragte Esme. „Macht ihr auch Umstyling?" Stichelte sie. Emmetts ängstlichen Gesichtsausdruck war unbezahlbar.
„Auf gar keinen Fall", sagte er mit viel Nachdruck. Ich kicherte als mir eine fantastische Idee kam.

„Bitte, Emmy?" ,quengelte ich. Er schaute zu mir und ich schmollte. Jasper schnaubte als er mein klassischen Babygesichtsausdruck sah.
„Nein Bella!", sagte er und schaute weg.
„Emmy...", begann ich und ließ mein Kinn dabei kläglich beben. Ich konnte damit bei Jasper und Emmett Wunder bewirken.
„Bella", klagte er und verzog bei meinem traurigen Gesichtsausdruck das Gesicht.
„Ich liebe dich Emmy. Bitte? Ich möchte dich in einem Kleid sehen", sagte ich. Er ärgerte sich und schüttelte den Kopf. Alice lächelte, denn sie wusste, dass er sich letztendlich doch geschlagen geben würde.
„Aber Emmy, ich habe dich so lange nicht mehr gesehen, ich habe dich so vermisst!" Sagte ich mit trauriger Stimme, die zeitweise brach. Es kostete mich meine gesamte Willenskraft nicht zu lachen. Sogar Esme fand das lustig. Emmett war sichtlich hin- und her gerissen.
„Bellsy, muss ich das wirklich machen?" Fragte er widerwillig.

„Ja", sagte ich traurig. Er schaute mich an, er sah meinen traurigen Blick und seufzte. Widerwillig zuckte er mit den Achseln und ich strahlte.
„Oh mein Gott", sagte Rose glücklich. „Wir werden so viel Spaß haben", kündigte sie drohend an. Emmett schaute ängstlich und gab mir einen wenn-Blicke-töten-könnten Blick. Ich lächelte trotz dem glücklich.
„Danke, dass du so viel Wert darauf legst, mit mir Zeit zu verbringen, Em", sagte ich. Er lächelte und nickte.
„Selbstverständlich", sagte er und schaute dabei zu Jasper.
„Was ist mit Jazzy? Willst du nicht auch mit ihm Zeit verbringen?" Fragte er und schaute dabei den entsetzt wirkenden Jasper an. Alices Gesicht leuchtete.
„Oh bitte?" Rief sie. Jasper schaute erschrocken und schüttelte den Kopf. Alice schmollte deswegen.
„Jasper bitte?" Flüsterte sie. Esme kicherte bei der Überzeugungskraft ihrer Tochter. Das war Alice Gabe.
„Tschuldigung Alice", sagte er. Ihr Schmollen wurde zu einem wütenden Blick. Hilfesuchend schaute sie mich an. Ich schaute nach unten und ließ Tränen aufblitzen, Jasper schaute mich entsetzt an. Mein Kinn bebte als ich zu ihm aufsah.

„Jazz, bitte?" Wimmerte ich. Er schaute von mir und meinen Tränen weg.
„Bella...", seufzte er. Ich schaute zu ihm und verzog besorgt die Stirn.
„Liebst du uns nicht?" Fragte ich theatralisch, ich zog Alice zu mir herüber, sodass sie mit mir zusammen schmollen konnte. Sie machte ihren Job wirklich fantastisch. Jasper klappte der Mund auf und Emmett grinste.
„Selbstverständlich liebe ich euch", sagte er traurig. Was mich lächeln ließ.
„Super! Dann wirst du auch kommen?" Fragte ich. Er stöhnte.
„Ich kann euch beide lieben und mich nicht selbst degradieren", sagte er. Mein Kinn bebte erneut.
„Zeit mit deiner Schwester und deiner Freundinn zu verbringen ist nicht degradierend", sagte ich. Alarmiert schaute er mich, bei meiner Interpretation seiner Wörter, an.
„Das habe ich auch nie gesagt! Ich rede von umstylen und Kleidern", murmelte er. Ich schaute nach unten und ließ eine Tränen fließen, was Emmett ein glucksen entlockte.
„Bella!", stöhnte er. Hoffnungsvoll schaute ich zu ihm auf.
„Bitte?" Flüsterte ich. Er stöhnte und nickte widerwillig. Ich strahlte.
„Ich liebe dich Jasper", sagte ich.

„Das solltest du auch besser", sagte er düster. Ich lächelte ihn Zucker süß an.
„Wann fangen wir an?" Fragte ich Alice, die glückselig lächelte.
„Jetzt", sagte sie. Jasper und Emmett keuchten.
„Können wir nicht bis nach dem Mittagessen warten?", fragten sie. Alice schüttelte den Kopf.
„Nö. Wir müssen entscheiden, ob Shopping notwendig ist. Ihr beide seid ziemlich groß", bemerkte sie. Sie gähnten zu ihr. Ich lachte. Alices Gesicht erhellte sich.
„Edward?" Fragte sie. Edward drehte sich mit einem ängstlichen Blick zu ihr um.

Was würdest du dazu sagen, an unserem kleinen Spiel teilzunehmen und so schöne Stunden mit deiner lieben Schwester und Bella zu verbringen?" Fragte sie ihn. Er runzelte missbilligend die Stirn.
„Was müsste ich dann machen?" Fragte er, dass Alice düster lächeln ließ.
„Ein offizielles Model sein, Edward", sagte sie, das er mit einem tiefen seufzen quittierte.
„Ich passe", sagte er. Alice schaute ihn wütend an.
„Edward Cullen!", schrie sie. Ängstlich schaute er auf.
„Du wirst teilnehmen!", befahl sie ihm. Er seufzte wieder, aber diesmal klang es eher genervt.
„Bitte Alice", sagte er. Er betrachtete mich und mein lachendes Gesicht.
„Sag nicht immer bitte Alice", schnappte sie. Er seufzte. „Bella ist deine neuste Freundin und sie kennt dich kaum. Ihr müsst euch kennen lernen", sagte sie glücklich. Seufzend schaute er zu mir. Ich schaute weg. Mir war es egal, ob er ein Kleid tragen würde oder nicht. Ich bestand nur darauf, dass Jasper und Emmett Kleider tragen werden, denn das würde lustig werden.
„Können wir uns nicht auf irgendeine andere Art besser kennen lernen? Wie zum Beispiel bei einem Film oder so was?" Fragte er. Alice schüttelte hektisch den Kopf.
„Nö", sagte sie nur. Er seufzte und zuckte mit den Achseln. Ich strahlte.
„Gut", brummte er. Ich kicherte, woraufhin er mir sein schiefes Lächeln schenkte.
„Fantastisch", schrie Rose. Ich lächelte ihr zu. Sie wirkte völlig schadenfroh.

„Jungs, nach oben jetzt", befahl sie. Sie hielt Emmett auf und zeigte auf mich. Emmett hob mich hoch und trug mich nach oben. Er brachte mich in ein pink farbenes Zimmer, wo überall Klamotten verteilt lagen. Dort gab es vier Eingänge, die überall hinführten. Das musste wohl Alice Zimmer sein. Alice strahlte und setzte die Jungs auf ihr Bett. Sie bestand darauf, dass sie, Rose und ich angemessene Stühle zum Sitzen bekamen. Ich lächelte die ängstlichen Jungs an. Alice ging und schloss ihre Zimmertür, öffnete dann die anderen drei Türen. Hinter einer Tür, lag ein pinkes Badezimmer, wo Kosmetik und Haarprodukten überall verteilt waren. Hinter einer anderen war ihr riesiger Wandschrank, der größer war als mein ehemaliges Schlafzimmer. Die andere Tür schien in ein weiteres Schlafzimmer zu führen.
„Das ist mein Zimmer", sagte Rose zu mir. „Dein Zimmer ist auf der anderen Seite mit meinem verbunden", sagte sie. Das war super. Wir alle hatten Zimmer, die aneinander grenzten. Alice lächelte und schnippte mit den Fingern.
„Jazzy, bring Bella bitte in mein wunderbares Badezimmer", sagte sie. Jasper trug mich dort hin und setzte mich auf einer Sitzbank ab. Alice drehte sich zu mir und lächelte glücklich.
„Welches davon?" Fragte sie und zeigte dabei auf die riesige Auswahl an Kleidern. Sie schaute zwischen mir und den Kleider hin und her. Sie seufzte und nahm dann eins für sich selber und eins für Rose heraus. Sie gab Rose ein rotes und behielt für sich das lilafarbene Kleid. Sie schaute wieder zu mir und lächelte.
„Blau", sagte sie. Ich zuckte mit den Achseln. Sie ging zu der blauen Abteilung ihrer Kleider und zog eines heraus. Es war ein dunkles königsblau im Empirestil. Es sah so aus, als ob es perfekt passen würde. Sie lächelte und schaute zu Jasper.

„Raus", befahl sie. Jasper nickte und verließ den Wandschrank. Alice lächelte die Jungs zuckersüß an und schmiss die Tür vor ihren ängstlichen Gesichtern zu.
„Hier", sagte sie glücklich und zog das Kleid an. Sie gab mir ein Paar Leggings zum Unterziehen, sie würden die Striemen verdecken. Meine Arme waren jetzt in Ordnung, nur etwas geprellt, aber nicht zerschnitten. Das Kleid verdeckte kunstvoll meine Striemen auf dem Rücken. Ich mochte es jetzt schon. Sie strahlte und klatschte.
„Perfekt!" Sagte sie. Ich lächelte schüchtern. „Blau ist deine Farbe." Sie lächelte mir erneut zu bevor sie ging. Nach ein paar Sekunden kam sie mit Rose wieder. Beide trugen ihre Kleider mit den passenden Schuhen. Alice gab mir ein paar flache Schuhe, die ich tragen sollte. Ich war dankbar. Langsam stand ich auf um sich selbst zu testen, ob ich das alleine schaffen würde. Alice schaute zufrieden. Sie hüpfte zur Tür und schmiss sie regelrecht auf. Die Jungs lächelten höflich, hatten aber immer noch Angst vor ihrem bevorstehenden Umstyling. Ich wusste, Alice würde bis aufs äußere gehen und sie in lächerliche Outfits stecken. Dies war eine einmalige Gelegenheit. Ich wusste, keiner von ihnen würde jemals wieder zustimmen. Emmett kam herüber und lächelte mir zu. Er hob mich hoch und trug mich zum Bett. Glücklich nahm er meinen Stuhl.

„Los, lass es uns hinter uns bringen", sagte er und wirkte dabei absolut entschlossen, wie ich ihn noch nie gesehen hatte. Alice kicherte. Rose ging und gab ihm einen Kuss auf die Wange.
„Du wirst so hübsch aussehen", sagte sie in einem Singsang. Sein Lächeln erstarb. Alice kam mit einem pinken, Rüschenkleid. Ich schnaubte vor Lachen.
„Das ist das größte, was wir haben", sagte sie zu ihm. Ärgerlich schnaubte er und ging in den Wandschrank. Ich bemerkte, dass Rose und Alice die anderen Alternativen über dem Arm hatten. Sie gab Jasper ein türkis farbenes und Edward ein schwarzes Kleid. Jasper seufzte und wirkte völlig beschämt, ging dann aber in Alice Badezimmer. Edward ging ohne ein weiteres Wort zu verlieren in Rose Zimmer. Gerade als er die Tür hinter sich geschlossen hatte, hörte ich Emmett fluchen.
„Verdammt! Wofür um alles in der Welt soll das eigentlich sein!" Schrie er. „Rose!" Sie kicherte und ging zu ihm. Ich hörte sie schnaufen vor Lachen.

"Was hast du getan", höre ich sie fragen. Er stöhnt lautstark. Alice hielt eine Hand über ihren Mund.
„Baby, das gehört über deine Schulter", sagte Rose freundlicherweise. Er murrte.
„Nein, der andere", belehrte sie ihn. Ich hörte sie seufzen und er stöhnte erneut.
„Da. Dieses Band um die Taille", sagte sie. Er grunzte als Bestätigung.
„Nein, Em. Das ist für deine Haare", sagte sie. Ich konnte sicher sagen, dass Em mittlerweile frustriert sein musste.
„Ich trage kein pinkes Haarteil", grummelte er.
„Oh doch, das wirst du. Ich habe bis jetzt das immer nur so gesehen, also machen wir es richtig", sagte sie. Er seufzte. Rose kam mit einem amüsierten Lächeln auf den Lippen heraus. Sie streckte die Daumen in die Höhe und öffnete die Tür. Ich hielt mir eine Hand vor den Mund, da ich hysterisch lachen musste. Genauso wie Alice. Emmett sah völlig lächerlich aus. Er trug eines der mädchenhaftesten Kleider, die ich je gesehen hatte. Es war rosafarben, mit Rüschen, die bis zu den Knien hinunter gingen. Außerdem hatte es ein Band, das um die Taille gebunden wurde und hinten mit einer Schleife zusammen gebunden wurde. Es hatte Spaghettiträger, die sich kreuzten, was seine Verwirrung erklären würde. Seine extremen Muskeln ließen das Kleid, an völlig falschen Stellen ausbeulen, was es nur noch schlimmer aussehen ließ. Irgendwie hatte Rose es geschafft, die passende Schleife zu dem Kleid, in seinem kurzen Haar zu befestigen. Es war ihm äußerst peinlich. Wütend schaute er zu mir und strahlte.
„Bist du jetzt zufrieden?", fragte er sarkastisch. Ich nickte.

„Lass uns gehen", schrie er zu den anderen beiden. Ich hörte ein seufzten, bevor die Badezimmertür geöffnet wurde. Jasper steckte seinen Kopf heraus. Ich lächelte zuckersüß.
„Komm schon", sagte ich. Er seufzte und trat heraus. Sein Kiefer fiel regelrecht herunter, als er Emmett sah. Jasper sah noch nicht einmal halb so schlimm aus, im Gegensatz zu Emmett. Sein Kleid war halblang und passte ihm annehmbar. Es sah zwar immer noch dämlich aus, aber nicht ansatzweise so schlimm, wie bei seinem stämmigen Zwilling. Emmett grinste und zog eine Augenbraue hoch.
„Alter!", schrie er. „Wir sind so heiß", sagte er und wackelte anzüglich mit seiner Augenbraue zu Jasper. Jasper grinste und ging zu Alice herüber.
„So sollten wir auch zum Prom gehen", sagte er zu Alice. Alice schnaubte.
„Oh ja", sagte sie sarkastisch. Er lächelte und küsste ihre Wange. Sie lächelte und verzog dann missbilligend die Stirn, als sie zu Rose Tür schaute.
„Edward", schrie sie.
„Warte einen Moment", schrie er zurück. Ich grinste. Zwei Sekunden später wurde die Tür geöffnet und heraus trat Edward. Sogar in einem Kleid sah er immer noch gut aus. Es war so eigenartig. Das Kleid sah ein wenig albern bei seiner muskulösen Statur aus, sah aber trotzdem gut aus. Alice lächelte.
„Perfekt", sagte sie und lächelte glücklich.
„Bella, komm her", sagte sie. Langsam stand ich auf und ging zu ihr. Wachsam beobachtete mich Emmett als ich ging. Er dachte, ich würde mir selbst weh tun. Sie lächelte und drückte mich auf einen Stuhl. Rose ging und kam mit zwei Makeup Tuben wieder. Ich starrte sie an. Ich hasste Makeup. Alice lächelte und begann es auf meinem Gesicht zu verteilen. Rose kämmte vorsichtig mein Haar und ließ es offen. Sie lächelte als Alice fertig war.
„Viola", schrie sie. Stockend lächelte ich. Emmett lächelte.

„Sieht gut aus", sagte er und zwinkerte mir zu. Ich lächelte ihm zu. Alice strahlte.
„Rose und ich sind bereits fertig. Du bist dran!", schrie sie zu Emmett. Er schaute entsetzt zu ihr. Alice lächelte und ging mit einer flüssigen Grundierung bewaffnet zu ihm. Genervt stöhnte er als sie es auftrug. Rose ging zu Jasper. Skeptisch schaute er zu Rose, als sie grinste. Sie verteilte bei Jasper die gleiche flüssige Grundierung. Entsetzt sah Edward alles mit an. Er blickte zu mir.
„Gibt es irgendetwas, was die beiden nicht tun würden, wenn du sie fragen würdest?", fragte er und schaute dabei zwischen Em und Jazz hin- und her. Ich zuckte mit den Achseln.
„Ich weiß es nicht", sagte ich. Emmett lachte.
„Vermutlich nicht", sagte er. Ich grinste. Ich liebte meine Brüder. Emmett stöhnte erneut als Alice Lippenstift und Mascara begann aufzutragen. Rose tat genau dasselbe bei Jasper. Als beide fertig waren, traten sie einen Schritt von ihren Untertanen weg und bewunderten sie. Sie schauten sogar noch schlimmer aus wie vorher. Emmett sah wie ein absoluter Depp aus. Ich gluckste. Alice klatschte aufgeregt.
„Setzt euch neben eure Schwester", befahl sie. Jasper und Emmett kamen zu mir herüber und sie setzten sich auf beiden Seiten neben mich. Ich umarmte sie.
„Ihr seht albern aus", sagte ich glücklich. Beide lächelten.
„Sei glücklich, dass wir dich lieben", sagte Jasper dunkel. Ich gluckste.
„Niemand, den ich kenne hätte jemals dem hier zugestimmt", sagte ich. Emmett lächelte und küsste mein Haar.
„Vorsichtig", warnte ich ihn. Er lächelt. „Du trägst Lippenstift", sagte ich. Er schnitt eine Grimasse. Ich sah herüber und konnte Alice und Rose sehen, die beide Edward mit Pinsel und Cremen attackierten. Angeekelte schaute er zu als die beiden begannen es aufzutragen. Als sie fertig waren strahlte Alice. Er sah immer noch gut aus, obwohl er in ein Kleid gesteckt wurde und wie ein Clown geschminkt wurde. Nichts konnte ihn hässlich aussehen lassen. Er lächelte und kam herüber, um sich hinzusetzten. Alice und Rose ließen sich zwischen Em, Jasper und Em plumpsen.

„Mom!", schrie Alice lautstark. Ich hörte Schritte, die nach oben kamen. Emmett wirkte so beschämt. Emse kam herein und strahlte. Bei dem Anblick der Jungs lachte sie glücklich.
„Gut gemacht", sagte sie und betrachtete die Jungs. Alle lächelten sie freundlich an. Esme zog hinter ihrem Rücken eine Kamera hervor und augenblicklich verschwand ihr Lächeln.
„Oh nein", sagte Edward und stand auf. Drohend lächelte Esme ihm zu.
„Setz dich hin", befahl sie. Edward verzog missbilligend die Stirn und setzte sie wieder hin. Esme strahlte.
„Sagt cheese!", befahl sie. Alle befolgten ihrem Befehl und sie schoss mehrere Fotos um sicher zu sein.
„Ok, jetzt nur die Jungs", sagte sie. Emmett, Edward und Jasper standen auf und stellten sich neben uns. Glücklich schoss sie davon ein Foto.
„Ladies!", schrie sie. Rose und Alice stürzten zu mir und setzten sich neben mich. Wir lächelten und sie schoss erneut ein Foto.
„Perfekt", sagte sie. Alle lächelten als sie ging.
„Können wir das ausziehen?", fragte Jasper. Alice nickte.
„Wir haben bekommen, was wir wollten", sagte sie. Ich lächelte.
„Wir sollten das auch ausziehen", sagte sie wiederwillig. Wir warten als Emmett sich schnell das Kleid vom Körper riss und in seine Hose wieder anzog. Jasper und er waren zeitgleich fertig. Alice, Rose und ich gingen wieder in den Wandschrank und zogen uns unsere Pyjamas wieder an. Edward kam als letztes raus, komplett angezogen und sauber. Jasper und Emmett hatten noch ihr Makeup. Wortlos gingen die beiden in Alice Badezimmer und wuschen es sich ab. Völlig normal aussehend kamen sie wieder heraus. Ich strahlte.
„Danke Leute", sagte ich glücklich. Emmett lächelte und kam herüber um mich zutragen. Ich verdrehte die Augen, aber ließ ihn mich tragen. Ich wusste, es ließ ihn sich besser fühlen. Alice folgte uns als er mich in mein Badezimmer brachte.
„Willst du dir dein Gesicht waschen?", fragte er. Ich lächelte und nickte. Ich trug sonst nie Makeup. Ich wusch es komplett ab und Alice seufzte.
„Du wirst es lernen", sagte sie. Ich lächelte.

„Ich hasse es, mich angemalt zu fühlen", sagte sie sanft. Emmett lachte.
„Ich auch!", sagte er. Ich strahlte ihn an.
„Lass uns gehen", sagte er. Er hob mich erneut hoch und setzte mich auf meinem Bett ab. Ich wusste, ich würde eine Menge Ruhe benötigen. Ich konnte es nicht übertreiben. Glücklich legte ich mich auf meine Kissen zurück.
„Alice?", fragte ich. Lächelnd kam sie zu mir herüber.
„Wir sollten die auf die Facebookseite von irgendjemand stellen", sagte ich. Sie grinste, weil die Jungs völlig entsetzt mich anstarrten.
„Nein!", schrie Edward. Er sah ängstlich aus.
„Nur echte Männer tragen Kleider", sagte ich. Er glotzte mich an und ich gluckste.
„Huh", sagte er und wirkte erstaunt. Er zuckte mich den Achseln. Alice lächelte bei seinem passiven Verhalten. Ich warf einen Blick auf die Uhr. Schockierender weise hatte unsere Umstylingsession mehrere Stunden gedauert. Es hatten sie nur wie Minuten angefühlt. Emmett lächelte. Es war bereits 12:30.
„Mittagszeit!", sagte er glücklich. Ich seufzte. Ich war immer noch voll vom Frühstück. Er lächelte mir zu.
„Essen!", sagte er. Er hob mich erneut hoch und trug mich nach unten. Alice lächelte bei meinem Gesichtsausdruck. Ich würde platzen, bei dem ganzen Essen, was er in mich reinstopfte.
„Hi Esme!", schrie er genauso wie heute Morgen.

„Hallo, mein Liebling", antwortete sie und wirkte amüsiert. Jeder setzte sich hin. Esme lächelte und stellten vor jeden einen Teller Suppe, zusammen mit Sandwiches ab. Emmett lächelte und gab mir einen Löffel. Brav aß ich, obwohl ich nicht im Geringsten hungrig war. Ich aß etwas von den Sandwichen bevor ich stöhnte und aufhörte weiter zu essen. Emmetts Augen wurden schmäler.
„Ess!", sagte er. Jasper verdrehte die Augen.
„Versuchst du etwa mich krank zu machen?", fragte ich skeptisch. Er stöhnte und drehte sich um. Ich lächelte als Jasper erneut die Augen verdrehte.
„Sie ist voll, Emmett. Sie ist nicht so viel wie du", sagte er. Emmett schaute wieder zu mir.
„Ich weiß", sagte er. Glücklich tätschelte er seinen Bauch. Ich gluckste. Er beendete sein Essen und lächelte. Er nahm meine Schüssel und aß den Rest auch noch auf. Ich lachte.
„Ich kann es doch nicht schlecht werden lassen, oder?", fragte er und stopfte dabei ein komplettes Sandwich in seinen Mund. Ich und Rose gafften ihn an.
„Emmett!", sagte Rose wütend. Er schluckte es hinunter und schaute uns reumütig an.
„Sorry", sagte er. Rose stöhnte genervt.
„Wir haben doch bereits schon vorher über Tischmanieren gesprochen", sagte sie. Verlegen schaute er nach unten. „Deine Geschwister essen doch auch wie normale Menschen", klagte sie ihn an.

„Also, ich kann einfach, wenn es ums Essen geht, nicht warten", sagte er stolz. Sie verdrehte die Augen.
„Scherz beiseite", murmelte sie und wendete sich wieder ihrem eigenen Sandwich zu. Emmett beobachtete mich erneut. Er tat dies häufig. Ich drehte mich zu ihm um und lächelte ihm zu. Wieder verzog er missbilligend die Stirn.
„Was?", fragte ich ihn. Er schüttelte den Kopf.
„Nichts", sagte er. Ich seufzte und schaute wieder geradeaus. Er betrachte mich immer traurig.
„Bist du müde?", fragte mich Esme fürsorglich und schaute mich dabei prüfend an. Ich schüttelte den Kopf.
„Du solltest dich trotzdem ausruhen", sagte sie besorgt. „Carlisle sagt, dass es so am besten für dich ist." Ich lächelte. Sie war so fürsorglich und besorgt. Emmett beendete sein Essen und hob mich augenblicklich hoch. Ich lächelte ihm zu als er mich nach oben trug. Behutsam legte er mich in mein Bett und setzte sich neben mich. Er legte sich hin und betrachtete mich.
„Bin ich spannend?", fragte ich. Er lächelte.
„Würde ich so sagen", sagte er glücklich. Ich lächelte und rutschte enger an ihn heran. Ich musste jetzt über eine Menge nachdenken. Neugierig schaute er mich an.
„Was?", fragte er. Ich schaute zu ihm auf.
„Was genau meinst du?", fragte ich ihn. Er grinste.
„Ich kenne diesen Blick", sagte er. „Was ist los?" Ich seufzte. Er wusste alles über mich.
„Nichts", sagte ich. „Ich denke nur nach." Er schaute mich an.
„Worüber?", fragte er. Ich seufzte.

„Über alles", sagte ich. Er seufzte und umarmte mich.
„Ich liebe dich", sagte er. Ich lächelte.
„Ich liebe dich auch", sagte ich leise.
„Ich habe dich sehr vermisst, das weißt du", sagte er. Ich lächelte.
„Ich dich auch", flüsterte ich. Er zog mich enger an sich.
„Es tut mir leid, dass wir gegangen sind", flüsterte er. Ich seufzte. Er fühlte sich deswegen so schuldig.
„Dir soll es nicht leid tun. Du hast auch ein eigenes Leben", sagte er. Er verzog missbilligend die Stirn.
„Wenn wir geblieben wären, dann hätte er niemals irgendetwas davon getan", flüsterte er. Ich fühlte, wie meine Augen sich mit Tränen füllten.
„Fühle dich nicht schuldig. Du hast nichts falsch gemacht", flüsterte ich. Er schaute traurig.
„Ich werde mir niemals selbst vergeben", sagte er. Ich starrte ihn an. Er lächelte traurig und küsste meine Stirn.
„Auf jeden Fall seid ihr gekommen", sagte ich. Wütend schaute er mich an. „Es wurde immer schlimmer und schlimmer."
„Bastard", knurrte er. Ich zuckte zusammen. Ich hatte eine Menge Erfahrungen mit Menschen, die wütend wurden und alle gefielen mir nicht. Behutsam streichelte Emmett meinen Rücken.
„Hat er es wirklich so häufig getan?", flüsterte er. Ich seufzte.
„Was soll er getan haben?", fragte ich düster. Emmett seufzte.
„Alles", flüsterte er. Ich schniefte.

„Ja", sagte ich leise. Er verzog erneut missbilligend die Stirn.
„Wir hätten ihn stoppen können", sagte Emmett traurig. Ich schüttelte den Kopf.
„Wenn er so in Rage war, hätte ihn niemand aufhalten können. Ich und Mom konnten ihn beide nicht aufhalten", sagte ich. Bei der Erwähnung von Mom verzog er wieder missbilligend die Stirn.
„Ich vermisse sie", sagte er leise. Mein Kinn bebte. Mom hatte mir die Welt bedeutet. Sie hatte mich solange wie sie nur konnte vor Charlie beschützt. Sie war für mich gestorben.
„Ich auch", flüsterte ich. Emmett hielt mich beschützerisch ein wenig fester. Emmett wollte immer, dass seine Familie sicher und glücklich war. Das Wissen, dass er dies möglicherweise verhindern hätte können, fraß ihn regelrecht auf. „Mom ist meinetwegen gestorben", sagte ich. Er seufzte und ich sah ein paar Tränen fließen. Er gab mir einen Kuss auf den Kopf.
„Sie hätte niemals weiterleben können, wenn sie nicht versucht hätte dies zu verhindern. Wissend was er getan hat, hätte sie getötet. Sie liebte dich", sagte er traurig. „Du warst ihr Baby." Traurig schniefte ich.
„Genauso wie du", sagte ich. Er sah so traurig aus wie noch niemals zuvor.
„Ich weiß", flüsterte er unregelmäßig. Ich seufzte.
„Sie hat dich auch geliebt", sagte ich. Er lächelte traurig.
„Was hat er ihr angetan?", fragte er. Ich schloss die Augen und seufzte.
„Ich bin mir noch nicht einmal sicher, was genau passiert ist. Er war betrunken und war hinter mir her und sie wurde verärgert. Er sagte zu ihr, sie solle mich bereit machen und sie sagte nein. Er sagte es ihr erneut und sie verweigerte es wieder. Er stürzte auf sie los und sie schob mich zum Türdurchgang. Sie schrie mich an zu rennen, aber ich konnte es nicht", flüsterte ich. Emmett sah so aus, als wenn er weinen wollte. „Ich konnte sie einfach nicht mit ihm zurück lassen. Ich versucht ihn von ihr wegzuziehen, aber er war skrupellos. Ich hatte ihn noch nie so wütend gesehen. Ich schrie und schrie ihn an aufzuhören. Er schlug einfach weiter auf sie ein. Er hat es mit bloßen Händen getan, nur mit brutaler Gewalt", sagte ich. Dies brachte mir eine Menge Erinnerungen wieder zurück. „Überall im Wohnzimmer war Blut verteilt. Überall. Als er bemerkte, was er da tat, war sie Tod. Als er mich sah wurde er panisch. Ich brüllte wie am Spieß. Er kam zu mir herüber und sagte, dass wenn ich jemand davon etwas erzählen würde, würde mir das gleiche passieren. Dann lachte er und sagte ich solle mich für ihn fertig machen", sagte ich. Emmetts Augen waren geschlossen und fielen Tränen waren geflossen. Er zog mich an sich und ich weinte. Er versuchte mich zu beruhigen.
„Jetzt ist es vorbei", sagte er. Ich nickte.

„Ich weiß Liebling. Er wird dich nie wieder anfassen", sagte er sanft.
„Sie hat ihn angefleht auszuhören", sagte ich leise. „Sie wollten nicht sterben Em", meine Stimme brach erneut. Sein Kinn bebte genauso wie meines. Ich wusste, er wollte in diesem Moment weinen, aber nicht wegen mir. Ich schaute zu ihm auf. Tränen bildeten sich in seinen Augen.
„Es ist in Ordnung zu weinen", flüsterte ich. Er schaute zu mir und lächelte mir traurig zu. Er ließ genauso wie ich meinen Tränen freien Lauf. Niemand kam herein um nach uns zusehen, während wie weinten. Sie dachten bestimmt, dass wir eingeschlafen wären. Emmett spielte mit meinen Haaren als er weinte. Ich wusste, dass er wirklich traurig war. Ich hatte ihn nach seinem Unfall, als er sieben Jahre alt war und vom Fahrrad gefallen war wobei er sich die Hälfte seines Gesichts aufgeschürft hatte, niemals wieder weinen gesehen. Nicht einmal da, hatte er länger als ein paar Minuten lang geweint. Niemals so lange wie jetzt. Er wirkte so beschützerisch, aber auch hilflos. Ich wusste, er würde am liebsten die Dinge, die Charlie mir in den vergangenen Jahren angetan hatte, ungeschehen machen und es machte ihn traurig, dass er genau das nicht tun konnte. Nicht in der Lage zu sein zu trösten und beruhigen machte ihm Angst. Das war genau das, worin er so gut war. Emmett war schon immer ein mitfühlender und fürsorglicher Mensch. Er wollte, dass jeder glücklich war und der Gedanke, dass Menschen die ihm so nahe standen, wie seine eigene Mutter und seine kleine Schwester, so verletzt wurden und traurig waren, machte ihm Angst. Er hatte es immer gehasst mich weinen zusehen, egal aus welchem Grund. Wenn ich geweint hatte, weil jemand mir die Schaufel in der Sandkiste gestohlen hatte, war er derjenige der sofort herüber gestampft war um es mir wiederzuholen und meine Wange besänftigend geküsste hatte, bevor er dem Kind, dass mir meine Schaufel gestohlen hatte eine Standpauke hielt. Das war einfach seine Art. Beschützerisch, mitfühlend, fürsorglich und selbstlos. Ich seufzte als er mich hielt. Ich schloss die Augen und war kurz davor einzuschlafen, als es an der Tür klopfte. Ich hielt meine müden Augen geschlossen.
„Komm herein", sagte Emmett mit trauriger Stimme. Er weinte immer noch.
„Bist du ok?", hörte ich Jasper ihn sanft fragen. Die Tür wurde geschlossen und er kam herüber. Ich fühlte, wie sich die andere Seite des Bettes senkte und er mit seiner Hand durch mein Haar fuhr.

„Nein", sagte Emmett deprimiert. Jasper seufzte.
„Was ist passiert?", fragte er sanft. Ich wusste, dass es ihn auch beunruhigte Emmett weinen zusehen. Emmett war nicht jemand, der weinte.
„Wir haben uns unterhalten", sagte Emmett. Ich wusste, dass es so aussehen musste, als wenn ich eingeschlafen wäre. Jasper fühlte meine Stirn. Traurig seufzte er.
„Über was?", fragte er. Emmett seufzte.
„Über alles", sagte er traurig. Jasper seufzte und legte sich hin.
„Ist sie ok?", fragte er. Emmett seufzte.
„Ich weiß es nicht, Jasper", sagte er traurig. „Sie scheint ok zu sein, aber ich bin mir nicht sicher. Wenn mir das passier wäre, dann wäre ich es todsicher nicht." Ich fühlte wie Jasper mein Haar küsste. Sie waren beide so liebevoll zu mir.
„Sie ist stark", sagte er. Emmett schniefte.
„Sie hat mir erzählt, was mit Mom passiert ist", sagte er leise. Jasper zuckte zusammen.
„Jesus", sagte er. Emmett nickte.
„Ich will ihm den Kopf abreißen", sagte Emmett wütend. „Er war so skrupellos", sagte er. Jasper seufzte. Ich fühlte mich traurig. Ich wollte nicht, dass er auch weinen würde.
„Was genau hat er getan?", fragte Jasper mutig. Jetzt war ich weit entfernt davon einzuschlafen. Emmett seufzte.

„Er wollte… du weißt schon", sagte er. Jasper knurrte leise und nickte. „Mom hat nein zu ihm gesagt. Sie hat zu Bella gesagt, dass sie gehen sollte, als er gewalttätig wurde und hat sie aus dem Wohnzimmer geschoben. Sie hat zu ihr gesagt, dass sie renn sollten, aber das hat sie nicht getan. Sie sagte sie könnte sie nicht alleine mit ihm zurück lassen. Er hat es mit bloßen Händen getan, Jazz", sagte er leise. „Nichts weiter, nur rohe, bloße Gewalt. Sie hat versucht ihn aufzuhalten, aber er hat einfach weiter gemacht. Als er bemerkt hat, was er getan hat, war es zu spät. Sie sagte überall wäre Blut gewesen. Sie schrie und schrie und er sagte ihr, sie solle sich bereit machen. Du weißt, was als nächstes kam", sagte er. Ich fühlte mich traurig. Ich wusste, er weinte wieder.
„Fuck", sagte Jasper leise und tränenerstickt. Ich fühlte mich schrecklich. Beide weinten und Jasper fluchte, was niemals ein gutes Zeichen war. Er liebte nie Schreinereien und vulgäre Ausdrücke. Er war der Meinung, dass es andere Möglichkeiten gab mit Problemen umzugehen.
„Ich weiß", sagte Emmett gebrochen. Er weinte ein weiteres Mal und hielt mich fester. Ich war immer noch schlaff und kurz davor einzuschlafen.
„Kein Wunder, dass sie in dieser Nacht so ängstlich war", sagte Jasper. „Mit diesen Pillen. Sie musste wieder diese Szene durchleben", flüsterte er. Emmett stöhnte traurig.
„Was sind wir nur für Brüder?", fragte er. Jasper seufzte. „Wie zum Teufel kannst du nur so etwas nicht mitbekommen?", fragte Emmett.
„Ich weiß es nicht, wie uns das passieren konnte Em. Er hat sie bestimmt bedroht, sodass sie uns nichts sagen würden", sagte Jasper. „Mom wollte uns sicherlich nur beschützen. Sie hätte nichts gesagt, damit wir glücklich bleiben konnten", sagte er. Emmett seufzte.

„Was zum Teufel?", sagte Emmett traurig. Jasper seufzte und legte eine seiner Hände auf meine tränennasse Wange. Er wischte eine kleine Träne weg und küsste meine Wange. Die beiden waren wie ein Vater für mich, den ich niemals hatte.
„Wir alle werden ok sein, Em", beruhigte Jasper ihn. Emmett schniefte nur traurig.
„Können wir uns da sicher sein? Schaue dir doch nur an was er getan hat. Er sollte sie lieben und sich um sie kümmern. Nicht vergewaltigen, krankenhausreif schlagen und die Mutter vor ihr umbringen", sagte Emmett wütend. „Und er ist immer noch dort draußen", sagte er düster. Ich unterdrücke einen Schauer. Jasper seufzte.
„Ich weiß es nicht Em", sagte er verärgert. „Ich hoffe es."
„Ich auch", flüsterte Emmett.
„Bleibst du noch hier?", fragte Jasper leise. Ich fühlte Emmett entschlossen nicken. Ich wusste, er würde mich jetzt nicht alleine lassen.
„Sorge dafür, dass sie schläft", sagte Jasper. „So sehr sie auch darauf beharren mag, dass sie ok ist, sie ist es nicht. Gebrochene und gequetschte Rippen sind in meinen Büchern nicht ok", sagte er. Emmett nickte.
„Wir müssen einfach für sie da sein", sagte Jasper und stand vom Bett auf. „Helfen, so sehr wir nur können. Carlisle und Esme lieben sie bereits, genauso wie Alice, Rose und Edward. Alle stehen hinter ihr und helfen ihr durch diese Zeit. Wir müssen für sie ihre großen Brüder sein, die wir schon lange hätten sein sollen. Sie wissen lassen, dass wir sie alle lieben", sagte er. Ich fühlte wie er meine Stirn küsste und erneut aufstand.

„Pass auf, dass sie nicht wieder zu heiß oder zu kalt wird", warnte er. Emmett nickte. Ich fühlte, ihn vom Bett aufstehen und die Bezüge und Decken herunterziehen. Er legte sie Kissen etwas gemütlicher hin und zog mich unter die Decke. Ich kuschelte mich enger an ihn. Ich hatte es vermisste Menschen um mich zu haben, denen man vertrauen konnte und die man lieben konnte. Emmett seufzte und küsste mein Haar. Ich war fast eingeschlafen.
„Tschuldigung", hörte ich traurig flüstern, bevor alles Schwarz wurde.

Da mir so viele geschrieben haben, dass sie gerne sehen würden wie die Kleider der Jungs aussehen habe ich mal ein Foto rausgesucht, wie ich mir persönlich Emmetts Kleid vorstellen würde.
Also wenn es euch auch so geht, hier ist der Link, einfach mal raufklicken;)

.com/de/Betaeubung-Tiered-Rueschen-rosa-Kleid-Lolita-Cosplay_