Alle Rechte usw. gehören wem auch immer JKR sie verkauft hat...
Kapitel 10
Remus saß auf einem umgefallenen Baumstamm und sah auf das Lager der Wölfe hinab. Es war sein Lieblingsplatz seit dem er vor zwei Wochen hier angekommen war. Der Wald um sie herum war karg. Frost überzog das spärliche Gras auf der Lichtung. Trotz der Kälte, die in alle Knochen zog, war im Lager rege Betriebsamkeit.
In zwei Tagen war Weihnachten und sogar hier spürte man ein wenig festliche Stimmung.
Vor Jahren hatte er schon einmal ein paar Tage in Fenrirs Lager verbracht. Damals hatte er sich gegen das Leben bei den Wölfen entschieden. Wie sein Leben ausgesehen hätte, wenn er sich anders entschieden hätte? Hätte er die Wahl, würde er sich wieder genauso entscheiden. Trotzdem musste er sich eingestehen, dass es eine Möglichkeit gewesen wäre. Eine mit der er vielleicht glücklicher geworden wäre.
Vor knapp sechs Monaten war er mit einem Portschlüssel in das Trainingslager transportiert worden. Dort hatten bereits Anhänger der Todesser auf ihre Ankunft gewartete. Die Ausbildung wurde gemeinsam absolviert. Nach zwei Tagen und einigen Motivationsreden war auch klar, was das Ziel war: sie würden zu einer Sondereinsatztruppe ausgebildet.
Die Ausbildung bestand zwei Monate lang aus Rennen, Robben, Klettern und Kämpfen. Ihr Ausbilder, Major Clive war aus den USA und hatte geheime Einsätze an allen Brandherden der Welt geleitet. Dann war er auf die Idee gekommen, dass man mehr Geld verdienen konnte, wenn man für zweifelhafte Männer Soldaten ausbildete. Mehr erfuhren sie nicht über ihn. Er war gnadenlos und innerhalb kurzer Zeit verband die Männer der gemeinsame Hass gegen ihn, wie Clive es vorher gesagt hatte. Er schien sich über die Magie nicht zu wundern. Vielleicht war er aus einer magischen Familie, vielleicht war es ihm aber auch egal.
Remus war morgens vor Sonnenaufgang mit schmerzenden Gliedern aufgewacht und nachts völlig erschöpft auf seinen Schlafsack gefallen. Sein Leben lang hatte er nie Sport getrieben, nicht einmal während seiner Schulzeit. Im Gegenteil hatte er alles körperliche gemieden, da er sich nach den Vollmondnächten immer krank fühlte.
Nun merkte er, dass seine Wolfsseite nicht nur Nachteile hatte. Wäre er ein normaler Mann gewesen, er hätte nicht einmal den ersten Tag überstanden. Erstaunt stellte er fest, dass er stundenlang rennen konnte, ohne müde zu werden. Innerhalb kürzester Zeit war er körperlich auf einem Niveau, das jeden Topathleten neidisch hätte werden lassen.
Wie vorhergesehen war das Essens schlecht. Sie erhielten nie Fleisch. Für die Wölfe ein nicht kleines Problem. Remus war immer hungrig.
Er hatte den ersten Vollmond gefürchtet und er hatte sich sogar als noch schrecklicher heraus gestellt. Die acht Wölfe wurden in einen winzigen Zirkuskäfig gesperrt. Der Käfig stank nach Raubkatze. Es war mehr als erniedrigend.
Aber es kam noch schlimmer. Kurz vor Mondaufgang der ersten Vollmondnacht begann das eigentliche Spektakel. Hochrangige Männer unter Voldemorts Garde erschienen um den Käfig. Todesser mit Masken und Umhängen, die sich um den Käfig herum in bequeme Sessel setzten. Er erkannte Malfoy und Snape an ihrem Geruch.
Dann war der Mond aufgegangen. Die Transformation war weniger schmerzhaft, aber das Erwachen als Wolf umso unangenehmer. Nervös waren die Wölfe aneinander vorbei gestrichen. In der Enge begannen sie nacheinander zu schnappen. Dann rochen sie es alle auf einmal: Blut – menschliches Blut.
Major Clive warf an einer Stange ein rohes, triefendes Stück Fleisch in den Käfig. Remus Sinne wurden überwältigt von der Gier nach dem Fleisch. Er war ausgehungert. Er wollte, er musste es haben. Er fegte den ersten Wolf, der ihm im Weg stand zur Seite. Er sah aus den Augenwinkeln, wie er gegen das Gitter krachte und jaulend am Boden liegen blieb. Knurrend hieb er seine Zähne in die Flanke eines anderen Wolfes, der sich knurrend zu ihm drehte. An den Rest konnte, oder wollte Remus sich nicht erinnern. Er war der Sieger unter den Wölfen. Er endete mit dem größten Fleischklumpen.
Remus wusste nicht, ob die anderen Wölfe sich nach dem Vollmond noch an das Geschehene erinnerten. Aber die Rangordnung hatte sich festgesetzt. Er blieb der Anführer.
Keiner war erstaunter darüber als Remus selber. Er hatte sich nie als Anführer gesehen. Nie als ein Mann, der sich durch Körperkraft durchsetzte. Er war immer der Intellektuelle gewesen.
In den nächsten Vollmondnächten bekamen sie keine Zuschauer, aber auch kein Fleisch. Sie zerfleischten sich höchstens gegenseitig. Die Enge in dem Käfig war einfach unerträglich.
Die Monate in der Ausbildung hatten ihn verändert. Er hatte mehr Kontrolle über seinen Körper und somit auch über den Wolf. Die Vollmondphasen waren für ihn nun einfacher – danach fühlte er sich nicht mehr so kränklich. Er war sich sicher, wenn er regelmäßig Fleisch essen würde, dann würde er auch den Jagdtrieb des Wolfes in den Griff bekommen.
Aber das war ja der Sinn der Sache: die Wölfe scharf zu machen.
Neben dem Training wurden sie auch regelmäßig indoktriniert. Die Anhänger der Todesser waren leicht zu beeinflussen. Meist Söhne aus Familien, die nach dem ersten Niedergang Voldemorts in Ungnade gefallen waren, waren sie mit der Blutdoktrin aufgewachsen. Sie waren es nicht gewöhnt selber zu denken und hatten daher nichts dagegen, wenn ein anderer das für sie übernahm.
Die Wölfe ließen sich nicht so leicht beeinflussen. Waren sie doch Nicht-Personen nach der Blutdoktrin – weniger Wert als der Schmutz unter den Nägeln. Trotzdem war die Zusammenarbeit mit Voldemort und seinen Lakaien die einzige Chance, die sich ihnen bot. Sie ertrugen die Verachtung der Zauberer. Mehr als hasserfüllte Blicke und einige hämische Worte wurden nicht ausgetauscht. Die Wölfe waren den Männern körperlich weit überlegen.
Und sie hatten einen weiteren Vorteil in dem Spiel. Sie heilten schnell. Wunden an denen andere verblutet wären, schlossen sich binnen Minuten. Knochen wuchsen innerhalb von Stunden wieder zusammen. Und natürlich hatten alle Angst Gebissen zu werden. So mieden die Todesser sie so gut es in dem kleinen Lager ging.
Nach den ersten zwei Monaten kam für die Magier unter ihnen eine weitere Disziplin hinzu: Dunkle Künste. Ihnen wurden schwarze Flüche beigebracht. Neben den Unverzeihlichen gab es noch einige andere, nicht minder grausige Flüche, die sie erlernten. Ihr Lehrer war ein alter knorriger Mann, der scheinbar schon bei Grindelwalds Aufstand dabei gewesen war.
Remus hätte nie gedacht, dass er noch erschöpfter sein könnte als bisher. Das physische Training ging unverändert weiter. Danach kam dann das magische Training. Die Magie laugte ihn aus. Remus lernte in jeder Körperhaltung zu schlafen und auch nach nur zwei Minuten erfrischt zu sein. Er hatte gelernt wie eine Maschine zu funktionieren.
Eine weitere Änderung nach den zwei Monaten war, dass man ihnen militärische Ränge zuwies. Remus wurde zum Leutnant ernannt. Er hatte die Gewalt über 10 Männer - fünf Wölfe, fünf Magier. Die Magier hassten ihn.
Seine Aufgabe in den letzten zwei Wochen des Trainings bestand darin seine Männer bei einigen Übungen zu befehligen: Aufspüren von Zielpersonen und die Ergreifung. In Wäldern, in Städten, bei Tag und Nacht. Sie waren effizient und immer erfolgreich. Trotzdem war allen bewusst, dass es sich nur um Übungen handelte.
Regelmäßig hatte Remus seine Berichte an Molly auf das Zauberpergament geschrieben. Er wusste, wie wichtig die Informationen waren. Er hatte eine gute Truppe, die dem Orden mit Sicherheit Kopfschmerzen bereiten würde.
Das leise Nagen in ihm ignorierte er. Sie waren nicht wirklich „seine" Männer. Er verriet sie nicht an den Feind – denn sie waren ja der Feind. Seine Überzeugungen wankten nur wenig. Zumal er die Todesser regelmäßig zu Gesicht bekam. Er hasste sie, er hasste das militärische Leben, den blinden Gehorsam.
Dann war der letzte Tag des Trainings gekommen. Sie hatten ihn alleine in das Hauptlager Fenrirs gebracht. Seine Männer wurden in ein anderes Lager gebracht. Das Hauptlager sah noch aus wie er es in Erinnerung hatte: Zelte standen im Kreis um einen großen Platz. Er wurde in das kleinste gebracht. Im dunklen Innern erkannte er Fenrir an einem Schreibtisch. Der Leitwolf wühlte in Papieren. Unbehagen und Ablehnung strömten durch Remus. Er konnte Fenrir immer noch nicht ausstehen. Alleine sein Geruch lies die Haare in seinem Nacken stehen.
Als Fenrir aufblickte, ging ein Strahlen über sein Gesicht. „Remus! Wie schön dich endlich bei uns zu haben!" Er wandte sich an den Mann, der ihn gebracht hatte und entließ ihn mit einem Kopfnicken Richtung Ausgang.
Erst nachdem der Mann das Zelt verlassen hatte, redete Fenrir weiter. „Setz dich! Ich möchte einen Moment mit dir sprechen. Ich habe eine besondere Aufgabe für dich" Remus Gedanken jagten dahin. Was wollte Fenrir? Warum war er vom Rest getrennt worden? Was hatten sie für ihn geplant? Eine Aufgabe um seine Loyalität zu prüfen?
Er setzte sich. Fenrir grinste ihn an. „Ich freue mich, dass du so stark auf meine Ankündigung reagierst." Verdammt er musste seine Körperreaktionen besser unter Kontrolle halten. Er hatte vergessen, wie einfach Fenrir seine Reaktionen lesen konnte, auch wenn sein Gesicht ausdruckslos blieb.
In diesem Moment hörte er die Zeltklappe und ein Duft umströmte ihn. „Hallo Tasha!" grüßte er den Neuankömmling ohne sich nach ihr um zu drehen.
„Remus, hat dir das Training gefallen?" Ihre Stimme war eisig. Sie blieb hinter seinem Stuhl stehen. Er konnte sie spüren.
Fenrir lächelte sie stolz an. „Tasha war eine der ersten, die das Training absolviert haben."
Remus würde ihre Spielchen nicht mitspielen. Erwartungsvoll schaute er Fenrir an.
„Ja, also, deine Aufgabe." Fenrir lehnte sich in seinem Stuhl zurück. Er sah Remus ernst an. „Ich würde lügen, wenn ich dir sagte, dass du unser uneingeschränktes Vertrauen genießt."
Remus Herzschlag setzte aus. Das war es: sie würden ihm einer Probe unterziehen. Was müsste er tun? Jemanden töten? Jemanden, den er kannte? Er würde ihnen ein Opfer bringen müssen!
Er versuchte den Kloß in seinem Hals hinunter zu schlucken und nickte stumm. Fenrir lächelte ihn traurig an.
„Wir möchten kein Risiko eingehen. Deine Reaktion zeigt mir, dass wir mit unserer Entscheidung Recht hatten. Du bist noch nicht so weit an unserer Seite zu kämpfen."
Nicht kämpfen? Verwirrt schaute er Fenrir an. Würden sie ihn wieder nach Hause schicken? Oder gar töten? Die verdammten fünf Monate und nun das? Das wäre typisch für sein Leben.
„Wir wollen trotzdem nicht auf dich und deine Talente verzichten." Talente? Ein Schnauben hinter ihm, zeigte, dass auch Tasha ihre Bedenken hatte.
Fenrir schaute Tasha mit zusammengekniffenen Augen an. „Du siehst, nicht alle hier sind meiner Meinung. Trotzdem werden wir dir eine der wichtigsten Aufgaben in unserem Lager übertragen. Du wirst unsere Kinder unterrichten."
Kinder? Der alte Mistkerl hatte noch mehr Kinder gebissen? Es waren viele Gerüchte laut geworden, dass er eine kleine Armee von Werwolf-Kindern geschaffen hatte. Ein Schauer lief ihm über den Rücken. Kleine Werwolf-Monster, die an Knochen nagten - und er würde ihnen das Jagen beibringen...
„Auch unsere Kinder müssen Lesen, Schreiben, Rechnen und Zaubern lernen!" Tashas Stimme troff vor Sarkasmus.
Nun hatten sie ihn doch verwirrt. „Wozu habe ich dann das Training mitmachen müssen?"
Fenrir sah ihn scharf an. „Du wirst mit uns kämpfen! Aber wir wollen dir Zeit geben, damit du weißt wer deine wirkliche Familie ist. Ich werde nicht noch einmal denselben Fehler begehen."
Oh, ja, der alte Wolf war schlau. Die Kinder waren ein kluger Schachzug gewesen. Es waren zehn. Sieben kleine Wölfe und drei Kinder von Rudelmitgliedern. Und sie waren alles andere als kleine Monster. Caitlin und Billy waren das Herz des Rudels. Sie waren die jüngsten Kinder. Man konnte regelrecht die Hoffnung in allen Gesichtern glühen sehen, wenn die zwei vorbei liefen.
Caitlin war sieben Jahre und ein blondes Engelchen – wenn man einmal davon absah, dass ihre eine Gesichtshälfte grotesk verwachsen war. Während ihrer ersten Verwandlung hatte ihr leiblicher Vater sie die Treppe hinunter geprügelt. Dabei hatte er die Knochen ihrer linken Gesichtshälfte zertrümmert. Sie waren zu schnell verheilt. Lange bevor Tasha sie aufgespürt hatte. Sie hatte die Kleine halbverhungert auf den Straßen von Manchester aufgelesen und sie wieder aufgepäppelt.
Trotz des schweren Schicksals war Caitlin immer fröhlich. Der sechsjährige Billy folgte ihr überall hin wie ein Schatten. Billy war schon vor dem Biss von seinen Eltern misshandelt wurden. Er war still und hielt den Blick meist gesenkt. Er hatte bisher noch nicht mit Remus gesprochen. Während des Unterrichts saß er aber aufmerksam da.
Die anderen Kinder waren älter. Teenager mit ihrem Gezanke und Geflirte – nicht sicher ob Fisch oder Fleisch. Trotzdem liebte Remus sie alle. Sie waren binnen einiger weniger Stunden zu seinen Kindern geworden. Auf eine Art, wie die Schüler in Hogwarts es nie waren. Vielleicht mit Ausnahme von Harry.
Außer Billy waren die Kinder alle vertrauensvoll. Das hatte Fenrir geschafft: Die Kinder fanden ihr Leben als Wolf cool – sie hatten keine inneren Kämpfe mit sich aus zu tragen. Hier im Rudel waren sie sicher, keiner würde ihnen etwas tun. An Vollmond bleiben sie beim Lager in der Obhut eines älteren Rudelmitglieds. Die drei Nicht-Wölfe wurden in dieser Zeit in ein werwolfssicheres Zelt gesperrt.
Fenrir hatte die Wolfskinder in der Überzeugung erzogen, sie seien die Auserwählten, etwas ganz Besonderes – besser als normale Menschen oder Zauberer. Trotzdem kannten sie ihren Platz im Rudel. Sie erkannten Remus Rang sofort an. Die Größeren kamen mit ihrem Kummer zu ihm und die Kleinen kuschelten sich an ihn. Gestern hatte er Caitlin in seine Lieblingsdecke eingerollt auf seinem Schlafplatz gefunden.
Die erwachsenen Rudelmitglieder brachten ihm Achtung entgegen. Sie empfingen ihn mit offenen Armen. Selbst Tasha war freundlicher geworden. Er erkannte die Bande zwischen den Menschen. Es war wie bei Arthur, Molly und ihren Kindern. Das hier war eine Familie – seine Familie.
Er konnte sie nicht verraten. Er konnte Molly nichts darüber schreiben.
Am Morgen hatte er eine Nachricht von Molly erhalten. Die erste seit Beginn der Mission. Heiligabend bei uns, 18h. Seitdem war er unentschlossen.
Remus wusste, dass er mit Molly, Arthur und Dumbledore reden musste. Seufzend stand er auf und lief auf Fenrirs Zelt zu. Er hatte keine Ahnung, wie Fenrir auf seine Bitte das Lager zu verlassen reagieren würde.
Er hasste es dem alpha zu folgen, aber noch mehr hasste er es ihn um etwas bitten zu müssen. Tief Luft holend betrat er Fenrirs Zelt. Der alte Wolf sah auf. Wie immer war er in Papiere vertieft.
„Kann ich dir helfen?" Normalerweise war Fenrir ihm gegenüber immer besonders höflich, aber scheinbar reizte ihn die Arbeit am Schreibtisch. Fenrir bevorzugte es aktiv zu sein. Es passte gar nicht zu dem Anführer permanent in irgendwelche Papiere vertieft zu sein. Er musste es hassen.
„Ich wollte dich um etwas bitten." Am liebsten hätte Remus sich die Zunge abgebissen. Fenrirs Gesichtsausdruck wandelte sich. Er war überrascht aber auch mit sich selbst zufrieden, dass der stolze Remus nun mit einer Bitte zu ihm kam.
Remus biss die Zähne zusammen. „Setz dich, Remus!" Widerwillig setze Remus sich in den unbequemen Stuhl vor Fenrirs Tisch. Hier mussten die zwei einzigen Stühle im ganzen Lager sein. Alle anderen saßen entweder auf dem Boden oder auf Kissen.
Noch einmal tief luftholend begann Remus seine Geschichte. Eine alte Muggeltante, die mit ihm zu Weihnachten rechnete. Er war der einzige Verwandte der alten Dame und wenn er nicht auftauchte, würde sie sicher Alarm schlagen. Das würde wiederum sicher die Auroren auf den Plan rufen. Schließlich war er registriert.
Bei seiner Rede versuchte Remus sich auf seine Abneigung gegenüber Fenrir zu konzentrieren. Bloß keine Nervosität zeigen. Erhöhter Puls, Schweiß – das würde ihn sofort verraten.
Fenrir kniff die Augen misstrauisch zusammen. Dann rieb er sich über den Nasenrücken. „Du lügst scheinbar nicht. Trotzdem, bist du schon so weit? Ich weiß es nicht. Aber du hast recht: wir können uns kein Sicherheitsrisiko leisten. Wir stehen kurz vor der nächsten Phase." Er stand auf und begann auf und ab zu gehen.
Ein leises Knurren war zu hören. Frustriert kickte Fenrir nach dem Tisch. „Es wird auch Zeit, dass wir endlich was zu tun bekommen." Er blickte die Papiere hasserfüllt an.
Eine Idee kam Remus. „Kann ich dir bei den Papieren helfen? Mir macht das nichts aus." Fenrir schaute ihn durchdringend an. Dann schien er einen Entschluss zu fassen.
„Wenn du zurückkehrst, können wir darüber sprechen. Du kannst an Heiligabend aufbrechen. Ich will dich aber spätestens am Folgeabend um 18 Uhr an dem Notausgang von Marylebonne in London sehen. Wir verlegen das Lager am Weihnachtsmorgen. Bist du später, wirst du uns nicht finden und dann, Remus bist du wirklich Beute!" Er trat dich vor Remus, fasste rechts und links von Remus die Armlehnen des Stuhls. Seine Nase war dicht vor Remus' Gesicht. „Und dieses Mal ist es kein leeres Versprechen! Dieses Mal lasse ich Tasha ihren Willen!"
Ruckartig richtete er sich auf und drehte Remus den Rücken zu. „Du kannst gehen!"
Erleichtert verließ Remus das Zelt. Das Gespräch hätte schlechter ausgehen können.
