Kapitel 15 : Totgesagte leben Länger
Die zwei Tage bis zur Trauerfeier gingen viel zu schnell. Dirdra sass oft am Fenster und schaute hinaus. Die Sonne strahlte über das Land und es waren wunderschöne Tage. Wie gerne wäre sie jetzt nach Spinners End um mit Severus auszureiten, wie sie es früher getan hatte, doch dieses Jahr würde das nicht gehen. Nie mehr.
„Dirdra, bist du umgezogen?" Blaise stand an der Tür zum Schlafzimmer.
„Ja, Blaise zu kannst hereinkommen." Die junge Frau stand auf. Sie trug ein schwarzes viktorianisches Kleid. Darüber den schwarzen Trauerschleier. Blaise trug einen schwarzen, hochgeschlossenen Anzug.
„Wir können dann, mein Gemahl." Blaise hielt ihr den Arm hin. Dirdra nahm an und sie gingen in die Eingangshalle.
Lucius und Draco hatten beide schwarze Anzüge an. Draco einen leichten Sommerumhang. Narzissa trug ein ähnliches Kleid wie Dirdra nur ohne Schleier. Sie flohten zum Friedhof in der Nähe von Spinners End.
Obwohl es warm war, fror Dirdra. Sie klammerte sich regelrecht an Blaise. Dieser tröstete sie und fuhr ihr sanft mit der Hand über den Rücken, doch beim Anblick des Sarges der in der Kirche aufgebahrt war, brachen alle Dämme. Sie weinte und schluchzte. Auch Draco tat alles um sie zu beruhigen.
Irgendjemand sprach eine Rede, die jedoch weder Dirdra noch Draco oder Blaise wirklich hörten. Als dann die Minuten kamen, an denen man sich von dem Verstorbenen verabschieden konnte. Stand Blaise auf. Er zog Dirdra mit sich nach vorne. Draco folgte ihnen. Sie knieten sich alle drei neben den Sarg.
„Ar n-At·air, at´a ar neam, go naom·t·ar d'ainm. Go d-tigid· do ríog·ac·t, go n-déantar do t·oil ar an talam·, mar g·nít·ear ar neam. Tab·air d·úinn indiu ár n-arán laet·ean·juil. Agus mait· d·úinn ár b·-fiac·a, mar m·ait·emíd-ne d'ár b·-fiac·an·maib· fém.
agus ná léig siñ, g-cat· ug·ad. ac·t saor siñ ó olc. Amen!", (Unser Vater im Himmel…) sprachen sie leise. Dirdra legte eine Hand auf den Sarg.
„Tha gràdh mòr agam ort, mo cridhe." (Ich liebe dich sehr, mein Herz) Dann küsste sie das Holz und stand auf. Draco und Blaise waren vorher schon aufgestanden.
„Gabh mo leisgeul." (Es tut mir leid) flüsterte Draco bevor sie aus der Kirche gingen.
Die Prozession führte über den Friedhof an eine offene Grabstätte. Der Sarg wurde in die Erde gelassen. Eine leise Stimme war zu hören.
„Und der Mond spinnt Silberfäden durch die dunkle Nacht
Nachtwind trocknet meine Tränen, die Erinnerung gebracht.
Wehmut schleicht auf leisen Sohlen aus den Ecken der Räume
Zerbrochen, versunken, verloren sind alle meine Träume.
Was Du mir warst, wird mir nie mehr ein Anderer sein
Und so bin – trotz aller Freunde – ich eines nur: allein!
Mein Herz, voll Sehnsucht, ruft nach Dir, Verzweiflung schlägt zu mit Macht
Und der Mond spinnt Silberfäden durch meine dunkle Nacht."
Dirdra ging als erste nach vorne und warf eine Rose in das Grab. Blaise und Draco folgten ihr.
Sie hatten den Friedhof gerade verlassen, als Lucius sie aufhielt.
„Was soll das heissen, Draco? Du wendest dich von mir ab?" Im ersten Moment verstand Draco nicht was das sollte. Bis ihm bewusst wurde, dass sein Vater ihm offensichtlich eine Szene machte damit auch allen Klar war, dass er sich gegen ihn stellen würde.
Sein Vater Missbrauchte die Trauerfeier für seine Zwecke. Das war so was von Lucius.
„Ja Vater, das tue ich. Dein Geheuchel von Stolz und Blutlinie ertrage ich nicht mehr. Ich will kein Todesser werden, das wollte ich noch nie. Ich habe immer nur gemacht was du von mir verlangt hast ohne darüber nachzudenken. Aber ich bin keine Marionette mehr. Es tut mir im Herzen weh, dass erst ein Mensch sterben musste, damit ich verstanden habe was ich wirklich will. Ich verachte dich, mehr als du mich jemals verachten könntest."
Draco hatte sich in eine Rage geredet. Aber es tat gut Lucius all die Dinge an den Kopf zu werfen die er ihm sagen wollte. Dass sie stimmten wusste der Patriarch ja nicht. Doch Lucius schien dem ganzen die Krone aufzusetzen. Er zog den Zauberstab.
„Sectumsempra", rief er. Draco konnte sich gerade noch rechtzeitig in Sicherheit bringen. Er schoss ein Cruzio zurück und apparierte.
Blaise und Dirdra gingen zurück nach Malfoy Manor. Sie zogen sich sofort in den Westflügel zurück. Die junge Frau war geschockt über die Kaltblütigkeit ihres Vaters.
„Vielleicht sollten wir ein paar Tage zu meinen Eltern fahren. Weg von hier, weg von deinem Vater und dem Dunklen Lord."
„Vielleicht hast du recht. Wir sollten uns eine Auszeit nehmen." Dirdra begann sofort zu packen. „Wirst du Vater darüber informieren?" Sie wusste, dass Blaise das nicht gerne tat, aber er nickte.
So ging er aus dem Wesflügel und suchte nach Lucius.
„Mr. Malfoy, ich werde mit meiner Frau ein paar Tage zu meinen Eltern fahren. Sie braucht Ruhe und Abstand."
„Das ist eine gute Idee mein Junge. Jetzt wo Draco seinem Plan nachgeht, ist es vielleicht sicherer für euch, wenn ihr aus der Schusslinie seid."
„Genau. Wir werden in einer Stunde aufbrechen." Damit war für Blaise alles gesagt. Er ging zurück zu Dirdra.
„Dein Vater meinte es sei eine Gute Idee. Ich sagte ihm wir brechen gleich auf."
„Ach wirklich? Ich dachte er würde ausflippen wenn ich gehen würde."
„Ich denke, er rechnet noch immer mit dem Erben, und wenn dir etwas passieren würde wäre das ganz schön blöd. Also geht er davon aus, dass wir uns bei meinen Eltern erholen werden."
„Dieser Mann ekelt mich einfach nur noch an. Wie kann er auf einer Trauerfeier für seinen angeblich besten Freund so etwas durchziehen. Das ist einfach nur widerlich und krank."
Ohne sich von jemandem zu verabschieden flohten Dirdra und Blaise zu den Zabinis.
Draco apparierte vom Friedhof nach Malfoy Manor, orderte den Elfen an seine Sachen nach Spinners End zu bringen und flohte dann in sein neues Leben.
Er setzte sich in den Salon und trank ein grosses Glas Scotch. Wie konnte Lucius nur auf die Idee kommen ihm eine Solche Szene zu liefern und das noch auf Severus Beerdigung. Das war das Allerletzte.
Doch der Malfoy wollte sich nicht mehr mit seinem Vater befassen. Er ging nach draussen in die Stallungen. Severus hatte drei Pferde. Schwarze Vollbluthengste. Im Sommer waren sie manchmal reiten gegangen. Draco sattelte also eines der Pferde und ritt los.
Es war fast so gut wie auf einem Besen zu fliegen.
Als er zurück kam, stand Lucius im Salon.
„Ich war lange nicht hier. Du wirst dich an den niederen Standart gewöhnen müssen."
„Vater, was willst du?"
„Deine Vorstellung eben war ausgezeichnet. Ich denke jeder an dieser Trauerfeier hat dir geglaubt. Du hast sogar für einen kurzen Augenblick mich getäuscht, ich gratuliere dir."
„Danke Vater, ich habe auch von den Besten gelernt."
„Gut, du wirst dich also morgen mit Dumbledore treffen?"
„Ja, das werde ich."
„Sehr gut, der Meister erwartet dich dann übermorgen. Ich werde dich um zehn abholen. Sei pünktlich."
„Natürlich Vater."
„Ach, deine Schwester und dein Schwager sind für ein paar Tage zu Blaise`s Eltern gefahren. Ich denke den Erben werden wir bald erwarten." Lucius lachte. Draco hatte Mühe ihm nicht an den Hals zu springen. Noch immer lachend stieg er in den Kamin und flohte zurück.
Draco hingegen bediente sich ausführlich an der Bar. Am Ende hatte er keine Ahnung mehr, wie er in das Bett gekommen war.
Als er jedoch am Morgen erwachte, lag er angezogen im Gästezimmer. Er hätte auch nüchtern nicht in Severus Zimmer geschlafen, so viel war klar.
Er stand auf und hielt sich den Schädel. Im Badezimmer war kein Katertrank zu finden. Auch in Severus Badezimmer stand keiner.
„Das kann ja nicht sein, irgendwo müssen doch Katertränke sein. Anderin, Anderin", rief er nach dem Elfen. Wenn Severus ihm das Haus vermacht hatte, dann auch den Elfen. Mit einem Plopp kündete er sich an.
„Master haben gerufen."
„Ich brauche einen Katertrank, dringend."
„Es ist keiner im Haus, Master. Aber die Zutaten, ihr könntet einen brauen."
„Mit einem solchen Schädel würde ich mich vergiften, ich werde in Hogwarts danach fragen." Mit schmerzverzerrtem Gesicht zog er sich an und flohte nach Hogsmeade.
Die paar Schritte hinauf zum Tor und dann bis zum Schloss taten ihm gut. Als er die Eingangshalle betrat, kam ihm Hermine entgegen.
„Du hast auch schon besser ausgesehen."
„Danke für das Kompliment. Bekommt man hier einen Katertrank?"
„'Sé leigheas na póite ól arís." (Die Heilung für einen Kater, ist nochmal zu trinken) Draco sah sie verwundert an.
„Dirdra hat sich Mühe gegeben, doch viel kann ich nicht."
„Die Aussprache ist schon gar nicht schlecht."
„Danke, Katertrank gibt es bei Mme. Pomfrey." Draco lächelte und ging in die Krankenstation um sich einen Katertrank zu holen, bevor er zu Dumbledore ging.
Hermine sah ihm eine ganze Weile hinterher. Er hatte sie weder angeblafft, oder beleidigt noch hatte er sie mit Schlammblut angesprochen. Er war eigentlich ganz Nett. Dirdra hatte also recht. Wenn Draco er selbst war, war er offensichtlich eine angenehme Gesellschaft.
„Träumst du?", fragte Ginny die von den Ländereien herein kam. Hermine riss ihren Blick von der Grossen Treppe los.
„Nein, Draco ist gerade gekommen. Er war nett zu mir. Ich hab mich nur etwas darüber gewundert."
„Harry sagte doch, dass er nett ist."
„Das schon, aber es war irgendwie seltsam." Kopfschüttelnd gingen die Beiden ihrer Beschäftigung nach.
Draco klopfte an die Tür von Mme. Pomfrey.
„Herein", hörte er und tat ein.
„Oh, Mr. Malfoy, mit ihnen habe ich nicht gerechnet." Sie zog die Tür zu ihrem Büro zu.
„Entschuldigen sie wenn ich so hereinplatze, aber Hermine meinte ich würde bei ihnen einen Katertrank bekommen." Die Medi-Hexe sah den jungen Mann an.
„Gestern war Severus Beerdigung und da sind einige unschöne Dinge passiert. In Spinners End gab es keine Katertränke und zum selber einen brauen wäre ich Momentan nicht in der Lage", erklärte er. Poppy lächelte ihn versöhnlich an.
„Warten sie einen Moment." Sie verliess das Zimmer und ging in einen Nebenraum, wo sie ihre Tränkevorräte hatte.
Draco sah sich inzwischen in der Krankenstation um. Er erinnerte sich noch genau daran, wann er das letzte Mal hier war. Harry hatte ihm das Leben gerettet, nachdem er beim Quidditch gegen den Turm geflogen war.
„Hier, Mr. Malfoy. Lassen sie das aber nicht zu Gewohnheit werden."
„Ich verspreche es hoch und heilig. Vielen Dank, Mme. Pomfrey." Er leerte die Phiole, gab sie zurück und verabschiedete sich höflich. Dann ging er zum Büro des Schulleiters.
Der Gargoyle stand offen, weshalb er gleich nach oben ging. Auch die Tür zum Büro stand offen. Er konnte verschiedene Stimmen erkennen. Harry, Dumbledore, Moody und eine Stimme, die er glaubte zu kennen, es aber nicht möglich gewesen wäre. Leise schlich er zur Tür und spähte hinein.
Für einige Sekunden blieb sein Herz stehen. Er starrte auf die vier Männer im Büro des Schulleiters.
„Albus, wir haben besuch", sagte Moody und deutete zur Tür. Einer der Männer verzog sich sogleich in eine versteckte Nische. Albus liess die Tür weiter aufgehen. Draco stand noch immer an Ort und Stelle und starrte gerade aus.
„Oh, Draco, du bist schon da. Komm herein", sagte der Schulleiter freundlich. Harry wusste genau, warum Draco sich nicht rührte.
„Es hat keinen Sinn Albus. Seinem Gesicht nach zu urteilen, steht er dort schon länger als ein paar Sekunden." Der Malfoy hatte noch immer keinen Schritt getan. Albus ging auf den jungen Mann zu. Er wollte ihn an der Schulter fassen, als dieser einen Schritt zurück ging.
„Sie…, er…, wie konntet ihr das tun." Wütend drehte er sich um und rannte die Treppe nach unten.
Harry war sofort hinterher gegangen.
„Draco, bleib stehen, Draco."
„Lass mich in Ruhe Potter. Ihr seid doch alle ein Verein aus Heuchlern was habe ich mir nur dabei gedacht." Er war so in Rage, dass er die Person in der Eingangshalle nicht bemerkt hatte. Er prallte unweigerlich mit ihr Zusammen.
Etwas ungalant setzte sich Draco auf den Hintern.
„Kann ich dir Helfen?", fragte der Mann.
„Du…, du…, du hast schon genug angerichtet", schrie er.
„Draco, lass es dir erklären", bat Harry der hinter ihm zu stehen kam. Draco stand auf und richtet den Blick auf den Mann vor ihm.
„Wir haben getrauert, geweint, Dirdra ist zusammengebrochen. Du hast nicht die leiseste Ahnung was wir in den letzten vier Tagen durchgemacht haben. Ich hätte die grösste Lust dich in dein verfluchtes Grab zu bringen wo du jetzt eigentlich liegen solltest, Severus." Draco hatte so laut geschrieen, dass aus den ganzen Räumen des Schlosses die Leute zusammen gelaufen kamen. Er hatte ein hochrotes Gesicht, die Hände zu Fäusten geballt und bebte vor Zorn.
Doch von jetzt auf gleich verebbte die Wut. Draco viel Severus um den Hals und weinte. Vor allen. Jeder konnte es sehen. Der stolze Eis Prinz, Anführer der Slytherins, der nie etwas an sich herankommen liess weinte. Severus hatte seine Arme um den jungen Mann geschlossen.
Die Bewohner des Schlosses zogen sich langsam zurück. Am Ende standen nur noch Severus, Draco und Harry in der Eingangshalle.
„Ich habe gesehen wie es euch ergangen ist. Ich habe gesehen, wie schlecht es Dirdra geht und ich habe gesehen, was Lucius getan hat. Was glaubst du wohl, wer dich gestern Abend in dein Bett gebracht hat? Du hättest alleine nicht einmal die Tür aus dem Salon gefunden."
Harry lächelte Severus an. Er war sich bewusst, dass er störte und zog sich zurück. „Warum hast du das getan Severus. Warum tust du Dirdra das an?"
„Es war die einzige Lösung. Wenn ich das Diadem zerstört hätte, hätte der Dunkle Lord mich getötet."
„Du hättest doch einfach überlaufen können. Offiziell, wie du es vor Jahren wohl schon getan hast."
„Ich war euer Vertrauter, was hätte das für ein Licht auf euch geworfen? Man hätte damit gerechnet, dass ihr es gewusst habt. Glaub mir, es war wirklich die einzige Möglichkeit. Und dass du jetzt weisst, dass ich nicht tot bin, bringt uns keinen Vorteil." Draco hatte sich inzwischen etwas beruhigt.
„Du verlangst also von mir, dass ich es für mich behalte?"
„Ja, das tue ich."
„Aber Dirdra…"
„Nein, ganz besonders nicht Dirdra. Sie ist sicherer wenn sie von nichts weiss."
„Ich kann das nicht, ich kann sie nicht so leiden sehen."
„Du musst. Sie würde weit mehr leiden, wenn sie die Wahrheit kennen würde." Draco wusste dass Serverus recht hatte. Wenn Dirdra wüsste, dass er noch am leben ist, würde sie alles daran setzen ihn zu sehen und das könnte gefährlich werden.
„Wie lange willst du das hier durchziehen?"
„So lange wie es nötig ist."
„Was, wenn der Dunkle Lord noch lebt, wenn die Schule wieder beginnt?" Severus zog die Augenbraue nach oben. „Komm schon, du weisst genau was ich dich damit fragen will."
„Albus hat einen fähigen jungen Professor eingestellt. Du solltest ihn glaube ich sogar kennen. Draco Malfoy."
„Es ist dein Job."
„Selbst wenn der Dunkle Lord besiegt ist bis nach den Ferien, werde ich nicht mehr als Zaubertränke Professor arbeiten. Ich habe eine andere Zukunft vorgesehen."
„Du? Zaubertränke sind doch dein Leben, was solltest du den anderes machen?" Severus wies Draco an ihm zu folgen.
Sie stiegen die Stufen nach oben um wieder zum Büro des Schulleiters zu gelangen.
„Du kannst dich bestimmt noch daran erinnern, dass deine Schwester mich darauf hingewiesen hat, dass ich den Wolfsbanntrank nicht erfunden habe?" Draco nickte. Er erinnerte sich lebhaft an die erste Stunde Zaubertränke. „Gut, das soll mir nicht nochmals passieren. Ich werde in die Forschung gehen. Mit Unterrichten, Arbeiten Korrigieren, Nachsitzen und der Hausbetreuung, habe ich keine Zeit um zu forschen, das will ich ändern."
„Und du glaubst wirklich, ich könnte deinen Posten übernehmen?"
„Ich bin mir sogar ziemlich sicher. Du bist gut, überzeugend und ein Slytherin." Draco lächelte. Sie waren gerade am Gargoyle angekommen.
„Jetzt ist wohl eine Entschuldigung fällig was?", scherzte er.
„Ich denke schon." Sie gingen gemeinsam nach Oben. Moody, Harry und Albus warteten bereits.
„Ich möchte mich für mein Verhalten entschuldigen, es war nicht angemessen", sagte Draco sofort.
„Ich kann deine Reaktion durchaus nachvollziehen, vor allem weil ich weiss, wie die letzten Tage für euch sein mussten. Mr. Zabinis Brief war sehr aufschlussreich." Draco lächelte.
„Ja, Blaise kann sehr überzeugend sein."
„Die Szene auf meiner Trauerfeier war auch sehr überzeugend."
„Du kennst Vater. Ich hätte nie im Leben daran gedacht es so aussehen zu lassen. Ich glaube Dirdra wäre ihm am liebsten ins Gesicht gesprungen. Wenn sie nicht so fertig gewesen wäre, hätte sie es wahrscheinlich auch getan." Der Seitenhieb hatte gesessen.
„Hast du deinen Vater seither noch gesehen?"
„Ja, er hat mich gestern Abend noch besucht. Er wird mich morgen um zehn abholen um auf ein Treffen zu gehen."
„Gut, du wirst Tom etwas bieten müssen", überlegte Albus. „Du wirst ihm sagen, dass die verschwundenen Auroren hier in Hogwarts sind, das wird ihn beschäftigen und er wird einen Angriff auf das Schloss planen."
„Und das ist sinnvoll weil…?"
„Weil wir es durch dich erfahren werden, darauf vorbereitet sind und uns hier sowieso besser auskennen als Tom."
„Gut, ich werde es ihm erzählen."
„Sehr gut. Es geht vorwärts", freute sich Dumbledore.
Harry und Draco verliessen das Büro des Schulleiters.
„Wirst du gleich nach Hause gehen um mit Dirdra und Blaise zu sprechen", fragte der junge Auror.
„Nein, Dirdra und Blaise sind einige Tage zu Blaise`s Eltern gefahren."
„Wenn du möchtest, kannst du gerne mit uns zu Mittag essen. Wenn es dich nicht stört, dass wir an einem Tisch sitzen."
„Deine Seitenhiebe waren auch schon besser", lachte Draco.
„Hey, ich habe nicht halb so viel Erfahrung damit wie du." Lachend kamen sie in die Grosse Halle.
Die Gespräche der Meisten verstummten.
„Vielleicht ist es doch keine so gute Idee", meinte Draco dann als er sich umsah.
„Red keinen Schwachsinn, die werden sich an dich gewöhnen wie wir auch." Harry setzte sich zu Ron, Ginny und Hermine.
„Na, hat der Katertrank gewirkt?"
„Ja, Merlin sei Dank." Ron sah fragend zwischen Hermine und Draco hin und her.
„Ich habe ihn vorher zu Mme. Pomfrey geschickt wegen des Katertrankes."
„Ich dachte du seist der neue Tränkemeister, da sollte das doch kein Problem gewesen sein?", fragte Ron herausfordernd.
„In dem Zustand in dem ich heute Morgen aufgewacht bin, hätte ich nicht den einfachsten Erkältungstrank brauen können ohne mich zu vergiften. Ich wäre nicht so dumm gewesen und hätte es versucht."
„Wer bist du, und wo ist Draco Malfoy", fragte Ginny lachend. Draco wandte sich ihr grinsend zu.
„Du kannst auch gerne den Prinzen von Slytherin zurückhaben, Weasley", sagte er in einem Ton, der einem das Blut in den Adern gefrieren liess. Ginny sah ihn an und begann zu lachen.
„Er kann es immer noch."
„Das werde ich auch so schnell nicht los, glaube mir. Ich bin ein Malfoy, auch wenn ich nicht die Ansichten meines Vaters teile. Ich bin stolz, überheblich und arrogant, denn ich habe nichts anderes gelernt."
„Also, das was du an den Tag gelegt hast, seit du wieder hier aufgetaucht bist, ist weder stolz noch überheblich oder arrogant. Im Gegenteil. Wir finden dich ziemlich nett." Draco verzog das Gesicht.
„Das letzte was ich je sein wollte war nett." Die Gryffindors lachten Lauthals los.
Das Essen wurde aufgefahren und überall in der Halle sassen kleine Gruppen zusammen und assen.
„Wie wird es jetzt weitergehen?", fragte Draco nach dem alle zu Ende gegessen hatten. „Die Todesser in Azkaban werden weiter befragt und wir versuchen weiter gegen Voldemort anzugehen."
„Ist nicht gerade viel, was?"
„Was erwartest du? Sieh dich in der Halle um. Ausser den paar die Wache schieben, sind wir alle." Draco blickte sich um. Es waren vielleicht achtzig Menschen hier.
„Das sind alle?"
„Ja, leider."
„Ich weiss nicht, ob das reichen wird. Die Leute des Dunklen Lords sind mindestens drei Mal so viele."
„Dafür haben wir ja jetzt dich."
„Danke auch."
„Los komm, wir gehen etwas nach draussen", meinte Ginny und zog Harry auf die Füsse. Dieser grinste Hermine und Ron an. Auch die Beiden standen auf.
„Na los, oder willst du hier Wurzeln schlagen", meinte Ron lachend. Draco erhob sich und schritt hinter den Andern her.
Die Fünf gingen nach unten an den See.
„Wir haben noch eine halbe Stunde, dann müssen wir zurück, sonst steigt Moody auf die Barrikaden", ermahnte sie Ron.
„Wenn man sich hier so umsieht, könnte man meinen er sei alles in Ordnung. Es ist so friedlich hier."
„Genau das soll es auch sein." Draco hatte sich neben Harry und Ron auf den Boden gesetzt und legte sich nun der Länge nach hin. Es war so richtig untypisch.
„Nachwehen, von letzter Nacht?", fragte Hermine.
„Tha behil thu sigith." (Ich bin müde)
„Tha thu cadal." (Du solltest schlafen)
„Is aithne dhomh." (Du hast recht)
„Was bei Merlin quatscht ihr da?"
„Gälisch, Ron", lachte Hermine.
„Ich werde dann mal wieder gehen. Ich muss mich noch auf mein morgiges Treffen mit dem Dunklen Lord vorbereiten." Draco stand auf.
„Viel Spass dabei", scherzte Ginny.
„Danke, Miss Weasley, zu freundlich." Sie verabschiedeten sich und Draco ging den Weg nach Hogsmeade. Von dort aus apparierte er nach Spinners End.
Das Haus war einsam. Severus konnte nicht von Hogwarts weg und Blaise war mit Dirdra bei seinen Eltern. Was sollte Draco also tun? Er setzte sich in die Bibliothek und begann zu lesen.
Er war bereits spät in der Nacht, als Draco zu Bett ging. Doch seine Gedanken wollten einfach nicht zur Ruhe kommen.
Er wollte Dirdra nicht im ungewissen lassen. Es hatte sie so sehr verletzt, dass Severus tot war, dass er ihr am liebsten sofort die Wahrheit gesagt hätte.
Irgendwann war er doch eingeschlafen, denn Anderin weckte ihn um halb zehn.
„Master müssen aufstehen. Master Malfoy kommt gleich."
„Was ist für Zeit, Anderin?"
„Halb zehn Master."
„Mist, warum hast du mich nicht früher geweckt?" Der blonde Mann sprang aus dem Bett und lief ins Bad.
„Anderin wusste nicht wann, Master hat nichts gesagt", entschuldigte sich der Elfe.
„Ist schon gut. Mach mir Tee und ein Marmeladen Brot."
„Wir haben keine Marmelade. Master Snape frühstückte nicht." Draco war bereits unter der Dusche.
„Dann eben nur den Tee, aber beeil dich." Als Draco zehn Minuten später aus dem Badezimmer kam, stand eine dampfende Tasse Tee auf dem Tisch in seinem Zimmer. Er zog sich rasch, Malfoy-Like an, trank den Tee und eilte nach unten in den Salon. Er wollte nicht gehetzt aussehen wenn Lucius auftauchen würde. Gerade noch rechtzeitig liess er sich in einen Sessel fallen.
Es rumpelte bereits im Kamin und der Patriarch des Malfoy-Clans trat heraus.
„Bist du bereit?", fragte er gutgelaunt.
„Natürlich Vater. Woher deine gute Laune?"
„Audrey und Henry haben heraus gefunden, dass ihr Sohn nicht auf Mädchen steht. Sie sind am Boden zerstört." Draco sah seinen Vater verwundert an.
„Audrey und Henry Goyle?"
„Genau die."
„Greg ist Schwul?"
„Ja, Audrey wollte ihn mit Daphne Greengrass verkuppeln. Der Bursche hat sich strickt geweigert. Wie abnormal, findest du nicht?"
„Sicher Vater", sagte Draco nur. Die Überraschung war noch immer in sein Gesicht geschrieben.
„Die Familie tut mir fast ein wenig leid. Nur einen Sohn und dieser eine Schwuchtel. Wie gut, dass Dirdra und du Normal seid. Ich werde irgendwann einen sehr grossen Clan haben. Audrey meinte Dirdra hätte gerne drei oder vier Kinder und wenn Astoria so weit ist, werdet ihr bestimmt auch einiges zu bieten haben."
„Natürlich Vater. Die Malfoys sollen ja nicht aussterben."
Lucius ging in den Kamin und flohte zu der Ruine. Draco folgte ihm. Er sah sich genau um.
„Ist das Skelbo Castle?", fragte er dann. Lucius drehte sich zu ihm um.
„Wie kommst du darauf?"
„Die Bögen dort haben eine Gälische Inschrift. Gun dìonadh sibh Dia agus an taigh leotha, Gott schütze euch und euer Haus."
„Sehr gut Draco, ja du hast recht wir sind in Skelbo Castle und jetzt komm, wir müssen weiter." Lucius entfernte sich von der Ruine und ging den kleinen Hügel hinunter, bevor er Draco seinen Arm anbot. Dieser griff sofort zu.
Die Todesser hatten sich bereits aufgestellt, als die Malfoys ankamen. Es fehlten noch einige doch das war egal.
„Mein Lord, Audrey und Henry werden nicht kommen, sie sind etwas abgelenkt im Moment."
„Danke Andrew. Es ist schade, dass er so verweichlicht ist. Wir können keine solchen Anhänger gebrauchen. Wen sie es nicht schaffen ihn zu Vernunft zu bringen, muss er beseitigt werden."
„Sehr wohl my Lord, ich werde es ausrichten." Andrew Crabbe verbeugte sich tief und stellte sich zurück in die Reihe. Draco begann zu schwitzen.
„Nun, Draco, was hast du in Erfahrung bringen können?"
„Ich weiss wo die verschwundenen Auroren sind my Lord. Sie sind alle in Hogwarts."
„Bist du sicher? Hast du sie gesehen?"
„Ja Sir, ich sah Moody, Shacklebolt, einige die ich nicht namentlich kenne, Weasley und Potter."
„Das ist gut, der alte Mann rechnet nicht mit einem Angriff auf sein geliebtes Schloss. Ich will Pläne hören, wie wir Hogwarts einnehmen können, bis übermorgen, geht." Die Todesser stoben auseinander.
Auf dem Rückweg war Draco sehr Nachdenklich.
„Vater, warum will der Dunkle Lord Greg beseitigen, wenn er nicht einlenkt? Er ist doch trotzdem ein guter Kämpfer?"
„Er ist eine Schande für die Familie. Er ist schlimmer als ein Schlammblut. Es ist doch widerlich sich mit dem eigenen Geschlecht zu beschäftigen", sagte Lucius angeekelt. „Warum interessiert es dich denn so, er hat doch nicht etwa…"
„Nein, Vater, wo denkst du hin. Er war einer meiner Freunde. Ich wusste von nichts." Das war sogar die Wahrheit. Draco wusste wirklich von nichts. Sie apparierten wieder zur Ruine und Draco flohte nach Spinners End.
Diese verfluchten Treffen brauchten immer den ganzen Tag. Somit war es jetzt bereits wieder später Nachmittag. Draco ging nach oben, zog sich die steifen Sachen aus und zog sich ein weisses T-Shirt und ein leichtes, dunkles Sakko an, dann ging er zurück ins Kaminzimmer und flohte nach Hogsmeade. Wie gut, dass es nicht regnete.
Der Weg nach oben zog sich wie jedes Mal. Draco war erfreut, als er die Torwache erblickte.
„Nymphadora, hallo", grüsste er freundlich.
„Ich brauche dich nicht zu fragen ob du bist wer du bist. Du bist der Einzige der den Mut hat mich mit meinem verfluchten Namen anzusprechen", keifte die Aurorin. Sie öffnete das Tor und liess ihn eintreten.
„Es freut mich auch dich zu sehen. Mein Tag war toll, danke der Nachfrage", plapperte Draco weiter als er bereits Richtung Schloss ging. Tonks streckte ihm die Zunge heraus.
Den Weg bis zur Eingangshalle nutzte Draco um nachzudenken. Er war fest entschlossen Dumbledore zumindest danach zu fragen.
Auch heute stand der Gargoyle offen, doch die Tür zum Büro des Schulleiters war geschlossen. Draco klopfte.
„Ja?" Er trat ein.
„Draco, wie schön dich zu sehen. Was führt dich zu mir?"
„Der Dunkle Lord lässt Pläne schmieden wie er Hogwarts angreifen kann, da er sicher ist, sie würden ihn nicht für so `dumm` halten, dass er das Schloss angreift. Übermorgen geht es weiter."
„Sehr schön, kann ich sonst noch etwas für dich tun?"
„Ja, da wäre noch etwas." Draco setzte sich auf den Stuhl vor dem Schreibtisch. Er war auf die Kannte gerutscht und stellte seine Ellbogen auf den Tisch des Direktors.
„Wäre es möglich, Goyle, also Gregory verschwinden zu lassen?"
„Ich kann dir nicht folgen, was meinst du damit?"
„Der Dunkle Lord will ihn eliminieren lassen, wenn er nicht seine Einstellung ändert."
„In Bezug worauf?"
„Frauen, er will keine."
„Und du bist sicher, dass er seine Einstellung nicht ändern wird?"
„Wenn ich ehrlich bin, habe ich keine Ahnung. Ich wusste nicht einmal dass er Schwul ist." Albus lehnte sich nachdenklich in seinem Stuhl zurück.
„Ich werde sehen, was ich machen kann. Komm, lass uns in die Grosse Halle zum Essen gehen, du hast sicher noch nicht viel gegessen."
„Noch gar nichts. Severus pflegte nicht zu frühstücken. In Spinners End gibt es noch nicht einmal Marmelade." Sie gingen gemeinsam nach unten.
„Ich denke Anderin wir inzwischen welche besorgt haben."
„Ich hoffe es für ihn. Ohne Frühstück bin ich mit Vorsicht zu geniessen." Draco setzte sich zu Severus. Natürlich nicht ohne die Gryffindors zu begrüssen.
„Du solltest Frühstücken." Severus sah ihn fragend an.
„Ich bekomme in deinem Haus weder Toast noch Marmelade."
„Zurzeit ist es dein Haus, also musst du dich als Hausherr darum kümmern."
„Ich bemerke, dass ich viel zu viele Dinge einfach hingenommen habe als Selbstverständlich. Ich habe mich nie darum kümmern müssen, ob ich diese oder jenes habe, es war immer da."
„Die Elfen in Malfoy Manor sind eingespielt. Sie lernen von Generation zu Generation so wie du und Dirdra auch."
„Du magst recht haben, aber wenn man alleine ist, wird das einem erst richtig bewusst. Und weisst du was? Es gefällt mir wirklich mein eigener Herr zu sein. Falls ich die Sache hier heil überstehe, werde ich Blaise fragen, ob er mit mir zusammen in ein Haus ziehen will."
„Falls?"
„Ja Falls. Ich bin noch nicht so sicher wie die Geschichte hier ausgeht."
„Du hast kein Vertrauen in dich."
„Oh doch, in mich schon, aber es gibt Dinge, wenn die heraus kommen, ist es egal, auf welcher Seite ich stehe."
„Die da wären?"
„Der Dunkle Lord wird Gregory Goyle töten lassen, weil er sein eigenes Geschlecht bevorzugt."
„Es war nur eine Frage der Zeit, bis er das tun würde." Severus schien gänzlich unbeeindruckt.
„Du hast davon gewusst?"
„So wie er darauf besteht, dass Purebloods die einzig wahren Zauberer sind, besteht er auch darauf, dass jede Blutlinie weitergeführt werden muss. Ob freiwillig oder nicht. Was so viel heisst wie, es ist egal worauf du stehst, so lange du einen Erben mit einer Pureblood hast." Draco verzog das Gesicht.
Nach dem Essen entschuldigte sich Severus, da er sich mit dem Schulleiter unterhalten wollte. Draco war das nur recht. Er ging durch das Schloss auf den Glockenturm. Dort setzte er sich hinter das Zifferblatt und blickte auf die Ländereien. Er merkte nicht wie sich Schritte näherten.
„Hier bist du, wir dachten schon du wärst gegangen ohne dich zu verabschieden." Der Malfoy drehte sich erschrocken um.
„Oh, ihr seid es."
„Nicht so viel Enthusiasmus, bitte", meinte Ron eingeschnappt. Draco funkelte ihn böse an.
„Was ist los mit dir?", fragte Ginny und setzte sich neben ihn.
„Ich vermisse Blaise", gab er zu. Hermine und Ginny seufzten, Ron und Harry verdrehten die Augen.
„Kannst du ihm nicht schreiben?", fragte Hermine.
„Zu unsicher, wenn die Eule abgefangen wird."
„Wie lange wollten sie denn weg bleiben?"
„Keine Ahnung, ein paar Tage, aber um ehrlich zu sein, wäre es mir fast lieber sie würden ein paar Wochen dort bleiben. Je länger desto sicherer."
„Scheiss Dilemma, was", meinte Harry nun verständnisvoll.
„Weisst du, eigentlich hätte ich dir den Gefühlsbolzen gar nicht zugetraut", meinte nun Ron.
„Das, mein lieber Ron, war auch volle Absicht. Ein Malfoy hat keine Gefühle und wenn da sich doch etwas regen sollte, wird das nicht gezeigt. Gefühle sind Schwäche, Schwäche lässt einen Fehler begehen. Fehler bedeuten den Tod."
„Ganz schön blöde Einstellung", meinte Ginny schulterzuckend.
„Wem sagst du das. Aber wenn wir Glück haben, wird es bald eine vergangene Einstellung sein." Draco lächelte in die Runde. Dann stand er auf und verabschiedete sich. Er wollte zurück nach Spinners End.
Dort angekommen dachte er über das nach, was Severus ihm gesagt hatte. Er musste mit Greg sprechen. Egal was irgendjemand davon halten würde.
Draco hatte den Brief an Greg, in dem er um ein Treffen bat, noch in derselben Stunde geschrieben und abgeschickt. Dann ging er in die Stallungen und ritt aus. Der Wind in seinem Haar tat gut und er konnte sich wenigstens ein paar Minuten von Blaise fern halten.
Nach etwas mehr als einer Stunde kehrte Draco mit dem schwarzen Hengst nach Spinners End zurück. Er gab das Pferd im Stall ab und ging ins Haus um zu duschen.
Das heisse Wasser tat gut, doch seine Gedanken kehrten zu Blaise zurück. Er vermisste ihn wirklich. Und als ob das nicht schon reichen würde, vermisste auch jemand anderer Blaise fürchterlich der um seine Aufmerksamkeit bettelte. Gerade als Draco sich Erleichterung verschaffen wollte, klopfte es an das Badezimmerfenster.
„Was bei Merlin soll das?", fluchte er und stellte unverrichteter Dinge das Wasser ab. Draco angelte nach einem Handtuch welches er sich um die Hüften band, eher er die Duschkabine verliess.
Am Fenster hockte ein Waldkauz. Er war nicht besonders gross und auch nicht besonders schön, und doch wusste Draco genau wem der Vogel gehörte. Sofort riss er das Fenster auf um den Brief entgegen zu nehmen. Doch es verwunderte ihn, dass nicht wie üblich das Siegel der Familie Goyle darauf prangte. Er war mit einem einfachen klumpen Siegelwachs zugemacht. Draco brach es auf und erkannte Gregs Handschrift. Er zeigte sich überrascht, willigte aber dennoch ein sich mit ihm zu treffen. Draco zog sich hastig an, warf einen Blick in den Spiegel und verliess das Haus.
Sie wollten sich am Trafalgar Square treffen.
Als Draco dort eintraf, war von Greg noch nichts zu sehen. Er setzte sich also auf die Treppen und wartete.
„Du wirst dir noch einen Sonnenbrand holen." Draco schreckte hoch.
„Bei Merlin, Goyle, hast du mich erschreckt. Setz dich."
„Hör zu Draco, wenn du mich auch dazu überreden willst, mich mit Daphne Greengrass zusammen zu tun, nur um der Familie willen, dann können wir uns gleich hier verabschieden."
„Ich verspreche dir bei Salazar, dass ich das nicht will." Greg nickte und setzte sich.
„Also, warum wolltest du mich dann sehen?"
„Ich wollte von dir hören, ob es stimmt."
„Ja, es ist wahr, ich stehe auf Männer. Und ja, ich habe einen Freund und ja, er ist ein Muggel."
„Ich dachte dir wäre so wichtig, was dein Vater von dir hält?"
„Das war es mir auch, zumindest bis ich Andrew kennen gelernt habe. Sag mal, was ist mit dir los?"
„Mit mir?", fragte Draco verwundert.
„Du bist der jüngste Todesser aller Zeiten und noch dazu ein Malfoy und du hast noch nichteinmal versucht mich von oben herab zu behandeln. Also, was ist los mit dir?" Draco versteifte sich.
„Erstens, ich bin kein Todesser, oder siehst du hier etwas?" Er hielt ihm beide Unterarme hin. „Zweitens, ich dachte wir wären Freunde und du hast nie etwas gesagt und drittens, ich bin hier um dich zu warnen. Sie werden dich töten, wenn du nicht mitspielst."
„Zum Ersten, Merlin sei Dank, dann ist noch nicht alles verloren und zum dritten, das weiss ich, ich bin nicht so blöd wie du immer gedacht hast." Draco wollte sich gerade beschweren, als Greg ihm über den Mund fuhr. „Glaubst du wirklich ich hätte nicht gemerkt für wie dämlich du mich und Vince gehalten hast?"
„Es tut mir leid, ich entschuldige mich aufrichtig dafür."
„Lass gut sein, ich werde nicht mehr lange genug leben um dir noch böse zu sein", sagte der grosse junge Mann und lachte.
„Bitte Greg, wende dich an Dumbledore, er wird dir helfen."
„Dumbledore?"
„Ja, er wird dich verstecken, bitte."
„Du sagst mir ich solle mich feige verstecken? Wie käme ich denn dazu. Ich stehe zu Andrew und mir, dass du das nicht versehen kannst hätte ich mir ja denken können. Du hast dir bestimmt schon eine süsse kleine Pureblood ausgesucht die einmal das Glück haben wird dein Anhängsel zu werden. Verschone mich damit Malfoy." Greg stand auf und wollte gehen. Draco hatte mit der Reaktion eines Suchers sein Handgelenkt gepackt und ihn wieder auf die Treppe gezogen.
„Setz dich hin Goyle, ich bin noch nicht fertig", fauchte Draco in seiner altbekannten hochnäsigen Art.
„Was ist, sind deine Freunde nicht schnell genug, dass du mich noch zurück halten musst?" Geschockt liess Draco Greg los.
„Was? Du glaubst, ich liefere dich ans Messer?" Goyle nickte.
„Ich, ehm nein…"
„Schön, dann lass mich in ruhe, bevor du noch mit der Schwuchtel gesehen wirst." Er wollte bereits gehen als Draco einen letzten verzweifelten versucht startete um ihn aufzurütteln.
„Greg, ich bin selber eine." Der junge Mann blieb stehen, drehte sich um und sah überrascht in die blauen Augen des Mannes vor ihm.
„Was ist los?"
„Wenn du dich als Schwuchtel bezeichnest, kannst du das bei mir auch." Draco setzte sich wieder hin und verschränkte die Arme vor der Brust. Greg setzte sich zurück auf die Treppe und sah Malfoy an.
„Du? Draco-ich-bin-der-Ladykiller-Malfoy? Was bei Merlin glaubst du eigentlich was du hier tust? Verscheissern kann ich mich selber."
„Ich belüge dich nicht, glaub mir."
„Warum sollte ich? Es könnte eine Falle sein." Draco wusste, dass das ganze auch ziemlich schief gehen könnte also sah er sich nochmals genau um. Dann winkte er Greg näher. Aus seinem Shirt zog er das Lederband, an dem der Ehering hing.
„Weisst du was dass hier ist?"
„Sagnuis Caerimonia, der Ring eines Blutrituals", sagte Greg ehrfürchtig.
„Genau, mein Blut und das meines Seelenverbündeten."
„Einem Mann?"
„Ja, einem Mann."
„Warum bist du noch nicht tot?"
„Bedauerst du es?", fragte Draco scharf.
„Nein, das meinte ich damit nicht, aber wenn du mit einem Mann verbunden bist, dann wirst du nie eine Frau heiraten können, ergo, keine Erben. Dein Vater müsste toben."
„Er würde mich eigenhändig erwürgen wenn er es wüsste. Ausser mir und jetzt dir, wissen nur noch fünf Leute davon, einer ist mein Gegenstück und einer ist bereits tot. Also bitte Greg, geh zu Dumbledore."
„Ich werde es mir überlegen Draco, aber ich werde mich mit Andrew besprechen müssen."
„Danke, vielen dank." Draco umarmte ihn bevor sich Gregory Goyle mit einem nicken von ihm verabschiedete. Draco blieb noch einen Moment sitzen, bevor er sich erhob und zurück nach Spinners End ging.
